Kleiber Manuskript 06 - Käfer und Schmetterlinge, item 52
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verbrannt u. auf diese Weise die unreine Kraft verjagt. Auch im
Volksaberglauben u. als Vorbedeutung spielt der Kara-Kurt keineswegs
die letzte Rolle. Kommt er in der Steppe sehr häufig vor, so bedeutet dies
bei den Kirgisen einen milden Winter und frühen Lenz, ist er selten so
muß man einen strengen Winter mit Schneestürmen erwarten. Nach
der Meinung der Kara-Kalpaken vom Amu-Darja "übersiedeln die
Seelen auf dieser Welt aller übervorteilter Menschen nach dem Tode in
die Spinne Kara-Kurt, als Rache an den Menschen für ihre gefühllosen Herzen."
Die Skorpione (Buthus caucasicus, B. eupeus, Butheolus scrobiculosus,
Liobuthus Kessleri, Anomalobuthus Rickmersi ) - turk.
tschajan - sind in Turkestan sehr verbreitet. Sie leben an dunklen
Orten, unter Steinen und in den Lehmhütten der Eingeborenen, gehen aber
manchmal in Häuser russischer Bauart, wo sie sich in Betten und Kleider
verkriechen. Der Biss des Skorpions ist namentlich im Sommer äußerst
schmerzhaft, pflegt aber keinerlei lebensgefährliche Folgen nach
sich zu ziehen. Dasselbe gilt auch für die Falangen (Galeodes caspius,
Paragaleodes pallidus, Gylippus Rickmersi u.a.m.; Falangen giebt es 15 Arten)
u. die Tarantel (Trochosa singoriensis). Die gemeine Falanga (Galeodes
caspius) hat das Aussehen einer riesigen, manchmal bis 1 ½ Werschok
(ca. 16 cm) langen, roten, haarigen Spinne, welche vorwiegend in den Sanden
verbreitet ist, aber auch anderwärts (Hungersteppe), ja manchmal
auf Höhen von 8.000 Fuß (ca. 2400 m), wie im Alaigebirge gefunden wird.
Die Tarantel lebt in Steppen und Ödstrichen in Löchern, die sie in die Erde gräbt.
Die Meinung, die die Eingeborenen in Bezug auf die Giftigkeit dieser Spinnentiere
haben u. die unter ihnen weit verbreitet ist, ist stark übertrieben .
Zu den Spinnenähnlichen gehört auch die stellenweise vorkommende persische
Zecke (Argas persicus), deren Biss sehr schmerzhaft ist. Von
diesen Zecken (turk. Kana) wimmelte es in den Gefängnissen der turkestanischen
Chanate."
Es tut mir heute noch nachträglich leid, daß ich mich mit den Tausendfüßern,
besonders aber den Spinnentieren des nördl. Turkestans so wenig
beschäftigt habe. Doch war die Gewohnheit meiner längst verflossenen
Schul- u. Sammeljahre zu stark, als daß ich mich in der Welt der Gliederfüßer
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verbrannt u. auf diese Weise die unreine Kraft verjagt. Auch im
Volksaberglauben u. als Vorbedeutung spielt der Kara-Kurt keineswegs
die letzte Rolle. Kommt er in der Steppe sehr häufig vor, so bedeutet dies
bei den Kirgisen einen milden Winter und frühen Lenz, ist er selten so
muß man einen strengen Winter mit Schneestürmen erwarten. Nach
der Meinung der Kara-Kalpaken vom Amu-Darja "übersiedeln die
Seelen auf dieser Welt aller übervorteilter Menschen nach dem Tode in
die Spinne Kara-Kurt, als Rache an den Menschen für ihre gefühllosen Herzen."
Die Skorpione (Buthus caucasicus, B. eupeus, Butheolus scrobiculosus,
Liobuthus Kessleri, Anomalobuthus Rickmersi ) - turk.
tschajan - sind in Turkestan sehr verbreitet. Sie leben an dunklen
Orten, unter Steinen und in den Lehmhütten der Eingeborenen, gehen aber
manchmal in Häuser russischer Bauart, wo sie sich in Betten und Kleider
verkriechen. Der Biss des Skorpions ist namentlich im Sommer äußerst
schmerzhaft, pflegt aber keinerlei lebensgefährliche Folgen nach
sich zu ziehen. Dasselbe gilt auch für die Falangen (Galeodes caspius,
Paragaleodes pallidus, Gylippus Rickmersi u.a.m.; Falangen giebt es 15 Arten)
u. die Tarantel (Trochosa singoriensis). Die gemeine Falanga (Galeodes
caspius) hat das Aussehen einer riesigen, manchmal bis 1 1/2 Werschok
(ca. 16 cm) langen, roten, haarigen Spinne, welche vorwiegend in den Sanden
verbreitet ist, aber auch anderwärts (Hungersteppe), ja manchmal
auf Höhen von 8.000 Fuß (ca. 2400 m), wie im Alaigebirge gefunden wird.
Die Tarantel lebt in Steppen und Ödstrichen in Löchern, die sie in die Erde gräbt.
Die Meinung, die die Eingeborenen in Bezug auf die Giftigkeit dieser Spinnentiere
haben u. die unter ihnen weit verbreitet ist, ist stark übertrieben .
Zu den Spinnenähnlichen gehört auch die stellenweise vorkommende persische
Zecke (Argas persicus), deren Biss sehr schmerzhaft ist. Von
diesen Zecken (turk. Kana) wimmelte es in den Gefängnissen der turkestanischen
Chanate."
Es tut mir heute noch nachträglich leid, daß ich mich mit den Tausendfüßern,
besonders aber den Spinnentieren des nördl. Turkestans so wenig
beschäftigt habe. Doch war die Gewohnheit meiner längst verflossenen
Schul- u. Sammeljahre zu stark, als daß ich mich in der Welt der Gliederfüßer
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verbrannt u. auf diese Weise die unreine Kraft verjagt. Auch im
Volksaberglauben u. als Vorbedeutung spielt der Kara-Kurt keineswegs
die letzte Rolle. Kommt er in der Steppe sehr häufig vor, so bedeutet dies
bei den Kirgisen einen milden Winter und frühen Lenz, ist er selten so
muß man einen strengen Winter mit Schneestürmen erwarten. Nach
der Meinung der Kara-Kalpaken vom Amu-Darja "übersiedeln die
Seelen auf dieser Welt aller übervorteilter Menschen nach dem Tode in
die Spinne Kara-Kurt, als Rache an den Menschen für ihre gefühllosen Herzen."
Die Skorpione (Buthus caucasicus, B. eupeus, Butheolus scrobiculosus,
Liobuthus Kessleri, Anomalobuthus Rickmersi ) - turk.
tschajan - sind in Turkestan sehr verbreitet. Sie leben an dunklen
Orten, unter Steinen und in den Lehmhütten der Eingeborenen, gehen aber
manchmal in Häuser russischer Bauart, wo sie sich in Betten und Kleider
verkriechen. Der Biss des Skorpions ist namentlich im Sommer äußerst
schmerzhaft, pflegt aber keinerlei lebensgefährliche Folgen nach
sich zu ziehen. Dasselbe gilt auch für die Falangen (Galeodes caspius,
Paragaleodes pallidus, Gylippus Rickmersi u.a.m.; Falangen giebt es 15 Arten)
u. die Tarantel (Trochosa singoriensis). Die gemeine Falanga (Galeodes
caspius) hat das Aussehen einer riesigen, manchmal bis 1 1/2 Werschok
(ca. 16 cm) langen, roten, haarigen Spinne, welche vorwiegend in den Sanden
verbreitet ist, aber auch anderwärts (Hungersteppe), ja manchmal
auf Höhen von 8.000 Fuß (ca. 2400 m), wie im Alaigebirge gefunden wird.
Die Tarantel lebt in Steppen und Ödstrichen in Löchern, die sie in die Erde gräbt.
Die Meinung, die die Eingeborenen in Bezug auf die Giftigkeit dieser Spinnentiere
haben u. die unter ihnen weit verbreitet ist, ist stark übertrieben .
Zu den Spinnenähnlichen gehört auch die stellenweise vorkommende persische
Zecke (Argas persicus), deren Biss sehr schmerzhaft ist. Von
diesen Zecken (turk. Kana) wimmelte es in den Gefängnissen der turkestanischen
Chanate."
Es tut mir heute noch nachträglich leid, daß ich mich mit den Tausendfüßern, besonders aber den Spinnentieren des nördl. Turkestans so wenig beschäftigt habe. Doch war die Gewohnheit meiner längst verflossenen Schul- u. Sammeljahre zu stark, als daß ich mich in der Welt der Gliederfüßer
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verbrannt u. auf diese Weise die unreine Kraft verjagt. Auch im
Volksaberglauben u. als Vorbedeutung spielt der Kara-Kurt keineswegs
die letzte Rolle. Kommt er in der Steppe sehr häufig vor, so bedeutet dies
bei den Kirgisen einen milden Winter und frühen Lenz, ist er selten so
muß man einen strengen Winter mit Schneestürmen erwarten. Nach
der Meinung der Kara-Kalpaken vom Amu-Darja "übersiedeln die
Seelen auf dieser Welt aller übervorteilter Menschen nach dem Tode in
die Spinne Kara-Kurt, als Rache an den Menschen für ihre gefühllosen Herzen."
Die Skorpione (Buthus caucasicus, B. eupeus, Butheolus scrobiculosus,
Liobuthus Kessleri, Anomalobuthus Rickmersi ) - turk.
tschajan - sind in Turkestan sehr verbreitet. Sie leben an dunklen
Orten, unter Steinen und in den Lehmhütten der Eingeborenen, gehen aber
manchmal in Häuser russischer Bauart, wo sie sich in Betten und Kleider
verkriechen. Der Biss des Skorpions ist namentlich im Sommer äußerst
schmerzhaft, pflegt aber keinerlei lebensgefährliche Folgen nach
sich zu ziehen. Dasselbe gilt auch für die Falangen (Galeodes caspius,
Paragaleodes pallidus, Gylippus Rickmersi u.a.m.; Falangen giebt es 15 Arten)
u. die Tarantel (Trochosa singoriensis). Die gemeine Falanga (Galeodes
caspius) hat das Aussehen einer riesigen, manchmal bis 1 1/2 Werschok (ca. 16 cm) langen, roten, haarigen Spinne, welche vorwiegend in den Sanden verbreitet ist, aber auch anderwärts (Hungersteppe), ja manchmal auf Höhen von 8.000 Fuß (ca. 2400 m), wie im Alaigebirge gefunden wird. Die Tarantel lebt in Steppen und Ödstrichen in Löchern, die sie in die Erde gräbt. Die Meinung, die die Eingeborenen in Bezug auf die Giftigkeit dieser Spinnentiere haben u. die unter ihnen weit verbreitet ist, ist stark übertrieben . Zu den Spinnenähnlichen gehört auch die stellenweise vorkommende persische Zecke (Argas persicus), deren Biss sehr schmerzhaft ist.
MitVon diesen Zecken (turk. Kana) wimmelte es in den Gefängnissen der turkestanischen Chanate."Es tut mir heute noch nachträglich leid, daß ich mich mit den Tausendfüßern, besonders aber den Spinnentieren des nördl. Turkestans so wenig beschäftigt habe. Doch war die Gewohnheit meiner längst verflossenen Schul- u. Sammeljahre zu stark, als daß ich mich in der Welt der Gliederfüßer
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Kriegsgefangenenlager Perowsk
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