Kleiber Manuskript 06 - Käfer und Schmetterlinge, item 14

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14

"Turkestanbock" Purpuricenus jacobsoni (Tafel II./19,22.) auf, dessen

Gattung auch in Mitteleuropa vorkommt, der aber selbst streng ende-

misch ist. Er war völlig an die genannte Pflanze gebunden.

Am reichsten zeigte sich das Käferleben jedoch im Hochsommer, also 

den Monaten Juni und Juli. Zu vielen der bereits angeführten Formen

traten eine ganze Menge neuer hinzu, von denen viele an ganz be-

stimmte Sträucher gebunden waren, viele andere zeigten ein rein nächt-

liches Leben; auch die Wasserkäfer des Syr-Darja wurden mir jetzt durch 

das tägliche Bad bekannt. An warmen stillen Abenden flogen große,

bestäubte maikäferähnliche Kerfe (Polyphylla aspesse var. pührereaea

u. P. tridendata, Tafel I/3 u VII./89 u. Tafel VII/86., letztere endemisch) un.

summend umher, oft die blühenden Büsche des Fliederdorns anfliegend;

ich verfolgte ihr Treiben öfters E. Juni am Strande, wo sie stets längs einer

niedrigen Feldhecke einherflogen, die Männchen die Weibchen suchend.

Erstere waren weit häufiger als letztere, die endemische Polyphyllaart

überhaupt selten. Schon früher zeigten sich in den Abendstunden Juni-

käfer (Adoretiu pruinosus, Tafel III/29 u. VII/85.); etwas später summten

u.  surrten u. brummten endemische u. auch aus der Heimat bekannte

(Peutodon dubius Tafel I./4., endemisch u. Oryetes nasicornus  Tafel I./1 u.

VII/81.) Dynastiden in schwerfälligem Fluge umher. Der zuletzt genannte

Nashornkäfer war im Jahre 1915 ziemlich selten, 1916 jedoch äußerst

häufig, Pentodon stets sehr gemein. Besonders lebhaft jedoch entwickelte 

sich das Leben der Käfer im Steppenstreif, der jetzt dicht mit blühenden

weithin leuchtenden Tamarisken und Kameldorn bestanden war, welche

vom Kendyr oder sibirischen Hanf fest umschlungen wurden. An

den Tamariskenzweigen krochen grüne oder grüngoldene, grell gelbge-

ränderte Rüsselkäfer aus der gleichfalls in Mitteleuropa vorkommenden

Gattung Chlorophanus (Chlorophanus candidatus Tafel II. /14) u. kleine 

mitrisgrüne Rüssel (Tafel       ) empor. Oft sah ich auf den Spitzen der 

Tamarisken die braunen Rüssler Panymecus scinctus  (Tafel II/10), auf 

einem Strauche stets mehrere versammelt u. den Meganicus urbanus  (Tafel

V./57.) sich wiegen, die schlanken Stengel fest u. unbeweglich umklammernd.

Diese Rüssler ließen sich, wie so viele ander Käfer, bei Annäherung des


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14

"Turkestanbock" Purpuricenus jacobsoni (Tafel II./19,22.) auf, dessen

Gattung auch in Mitteleuropa vorkommt, der aber selbst streng ende-

misch ist. Er war völlig an die genannte Pflanze gebunden.

Am reichsten zeigte sich das Käferleben jedoch im Hochsommer, also 

den Monaten Juni und Juli. Zu vielen der bereits angeführten Formen

traten eine ganze Menge neuer hinzu, von denen viele an ganz be-

stimmte Sträucher gebunden waren, viele andere zeigten ein rein nächt-

liches Leben; auch die Wasserkäfer des Syr-Darja wurden mir jetzt durch 

das tägliche Bad bekannt. An warmen stillen Abenden flogen große,

bestäubte maikäferähnliche Kerfe (Polyphylla aspesse var. pührereaea

u. P. tridendata, Tafel I/3 u VII./89 u. Tafel VII/86., letztere endemisch) un.

summend umher, oft die blühenden Büsche des Fliederdorns anfliegend;

ich verfolgte ihr Treiben öfters E. Juni am Strande, wo sie stets längs einer

niedrigen Feldhecke einherflogen, die Männchen die Weibchen suchend.

Erstere waren weit häufiger als letztere, die endemische Polyphyllaart

überhaupt selten. Schon früher zeigten sich in den Abendstunden Juni-

käfer (Adoretiu pruinosus, Tafel III/29 u. VII/85.); etwas später summten

u.  surrten u. brummten endemische u. auch aus der Heimat bekannte

(Peutodon dubius Tafel I./4., endemisch u. Oryetes nasicornus  Tafel I./1 u.

VII/81.) Dynastiden in schwerfälligem Fluge umher. Der zuletzt genannte

Nashornkäfer war im Jahre 1915 ziemlich selten, 1916 jedoch äußerst

häufig, Pentodon stets sehr gemein. Besonders lebhaft jedoch entwickelte 

sich das Leben der Käfer im Steppenstreif, der jetzt dicht mit blühenden

weithin leuchtenden Tamarisken und Kameldorn bestanden war, welche

vom Kendyr oder sibirischen Hanf fest umschlungen wurden. An

den Tamariskenzweigen krochen grüne oder grüngoldene, grell gelbge-

ränderte Rüsselkäfer aus der gleichfalls in Mitteleuropa vorkommenden

Gattung Chlorophanus (Chlorophanus candidatus Tafel II. /14) u. kleine 

mitrisgrüne Rüssel (Tafel       ) empor. Oft sah ich auf den Spitzen der 

Tamarisken die braunen Rüssler Panymecus scinctus  (Tafel II/10), auf 

einem Strauche stets mehrere versammelt u. den Meganicus urbanus  (Tafel

V./57.) sich wiegen, die schlanken Stengel fest u. unbeweglich umklammernd.

Diese Rüssler ließen sich, wie so viele ander Käfer, bei Annäherung des



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  • February 18, 2017 11:24:11 Sandra Badergruber

    14

    "Turkestanbock" Purpuricenus jacobsoni (Tafel II./19,22.) auf, dessen

    Gattung auch in Mitteleuropa vorkommt, der aber selbst streng ende-

    misch ist. Er war völlig an die genannte Pflanze gebunden.

    Am reichsten zeigte sich das Käferleben jedoch im Hochsommer, also 

    den Monaten Juni und Juli. Zu vielen der bereits angeführten Formen

    traten eine ganze Menge neuer hinzu, von denen viele an ganz be-

    stimmte Sträucher gebunden waren, viele andere zeigten ein rein nächt-

    liches Leben; auch die Wasserkäfer des Syr-Darja wurden mir jetzt durch 

    das tägliche Bad bekannt. An warmen stillen Abenden flogen große,

    bestäubte maikäferähnliche Kerfe (Polyphylla aspesse var. pührereaea

    u. P. tridendata, Tafel I/3 u VII./89 u. Tafel VII/86., letztere endemisch) un.

    summend umher, oft die blühenden Büsche des Fliederdorns anfliegend;

    ich verfolgte ihr Treiben öfters E. Juni am Strande, wo sie stets längs einer

    niedrigen Feldhecke einherflogen, die Männchen die Weibchen suchend.

    Erstere waren weit häufiger als letztere, die endemische Polyphyllaart

    überhaupt selten. Schon früher zeigten sich in den Abendstunden Juni-

    käfer (Adoretiu pruinosus, Tafel III/29 u. VII/85.); etwas später summten

    u.  surrten u. brummten endemische u. auch aus der Heimat bekannte

    (Peutodon dubius Tafel I./4., endemisch u. Oryetes nasicornus  Tafel I./1 u.

    VII/81.) Dynastiden in schwerfälligem Fluge umher. Der zuletzt genannte

    Nashornkäfer war im Jahre 1915 ziemlich selten, 1916 jedoch äußerst

    häufig, Pentodon stets sehr gemein. Besonders lebhaft jedoch entwickelte 

    sich das Leben der Käfer im Steppenstreif, der jetzt dicht mit blühenden

    weithin leuchtenden Tamarisken und Kameldorn bestanden war, welche

    vom Kendyr oder sibirischen Hanf fest umschlungen wurden. An

    den Tamariskenzweigen krochen grüne oder grüngoldene, grell gelbge-

    ränderte Rüsselkäfer aus der gleichfalls in Mitteleuropa vorkommenden

    Gattung Chlorophanus (Chlorophanus candidatus Tafel II. /14) u. kleine 

    mitrisgrüne Rüssel (Tafel       ) empor. Oft sah ich auf den Spitzen der 

    Tamarisken die braunen Rüssler Panymecus scinctus  (Tafel II/10), auf 

    einem Strauche stets mehrere versammelt u. den Meganicus urbanus  (Tafel

    V./57.) sich wiegen, die schlanken Stengel fest u. unbeweglich umklammernd.

    Diese Rüssler ließen sich, wie so viele ander Käfer, bei Annäherung des


  • February 17, 2017 19:02:05 Isabella Kollmann

    "Tu..."Purpuricenus jacobsoni (Tafel II./19,22.) auf, dessen

    Gattung auch in Mitteleuropa vorkommt, der aber selbst streng ende-

    misch ist. Er war völlig an die genannte Pflanze gebunden.

    Am reichsten zeigte sich das Käferleben jedoch im Hochsommer, also 

    den Monaten Juni und Juli. Zu vielen der bereits angeführten Formen

    traten eine ganze Menge neuer hinzu, von denen viele an ganz be-

    stimmte Sträucher gebunden waren, viele andere zeigten ein rein nächt-

    liches Leben; auch die Wasserkäfer des Lyi. Darja wurden mir jetzt durch 

    das tägliche Bad bekannt. An warmen stillen Abenden flogen große,

    bestäubte maikäferähnliche Kerfe (Polyphylla aspesse var. pührereaea

    u. P. tridendata, Tafel I/3 u VII./89 u. Tafel VII/86., letztere endemisch) un.

    summend umher, oft die blühenden Büsche des Fliederdorns anfliegend;

    ich verfolgte ihr Treiben öfters E. Juni am Strande, wo sie stets längs einer

    niedrigen Feldhecke einherflogen, die Mänschen die Weibchen suchend.

    ERstere waren weit häufiger als letztere, die endemische Polyphyllaart

    überhaupt selten. Schon früher zeigten sich in den Abendstunden Juni-

    käfer (Adoretiu pruinosus, Tafel III/29 u. VII/85.); etwas später summten

    u.  surrten u. brumten endemische u. auch aus der Heimat bekannte

    (Peutodon dubius Tafel I./4., endemisch u. Oryetes nasicornus  Tafel I./1 u.

    VII/81.) Dynstiden in schwerfälligem Fluge umher. Der zuletzt genannte

    Nashornkäfer war im Jahre 1915 ziemlich selten, 1916 jedoch äußerst

    häufig, Pentodon stets sehr gemein. Besonders lebhaft jedoch entwickelte 

    sich das Leben der KÄfer im Steppenstreif , der jetzt dicht mitblühenden

    weithin leuchtenden Tamarisken und Kameldorn bestanden war, welche

    vom Kendyr oder sibirischen Hanf fest umschlungen wurden. An

    den Tamariskenzweigen krochen grüne oder grüngoldene, grell gebge-

    ränderte Rüsselkäfer aus der gleichfalls in Mitteleuropa vorkommenden

    Gattung ...   (Chlorophanus candidatus Tafel II. /14) u. kleine 

    mitrgrüne Rüssel (Tafel       ) empor. Oft sah ich auf den Spitzen der 

    Tamarisken die braunen Rüssler Panymecus s...tus  (Tafel II/10), auf 

    einem Strauche stets mehrere versammelt u. den Meganicus urbanus  (Tafel

    V./57.) sich wiegen, die schlanken Stengel fest u. unbeweglich umklamernd.

    Diese Rüssler ließen sich, wie so viele ander Käfer, bei Annäherung des



  • February 17, 2017 18:35:01 Isabella Kollmann

    "Tu..."Purpuricenus jacobsoni (Tafel II./19,22.) auf, dessen

    Gattung auch in Mitteleuropa vorkommt, der aber selbst streng ende-

    misch ist. Er war völlig an die genannte Pflanze gebunden.

    Am reichsten zeigte sich das Käferleben jedoch im Hochsommer, also 

    den Monaten Juni und Juli. Zu vielen der bereits angeführten Formen

    traten eine ganze Menge neuer hinzu, von denen viele an ganz be-

    stimmte Sträucher gebunden waren, viele andere zeigten ein rein nächt-

    liches Leben; auch die Wasserkäfer des        


  • February 17, 2017 18:34:23 Isabella Kollmann

    "Tu..."Purpuricenus jacobsoni (Tafel II./19,22.) auf, dessen

    Gattung auch in Mitteleuropa vorkommt, der aber selbst streng ende-

    misch ist. Er war völlig an die genannte Pflanze gebunden.

    Am reichsten zeigte sich das Käferleben jedoch im Hochsommer, also 

    den Monaten Juni und Juli. Zu vielen der bereits angeführten Formen

    traten eine ganze Menge neuer hinzu, von denen vile an ganz be-

    stimmte Sträucher gebunden waren, viele ander zeigente ein rein nächt-

    liches Leben; auch die Wasserkäfer des


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    Kriegsgefangenenlager Perowsk

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20841 / 235895
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http://europeana1914-1918.eu/...
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F&F
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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