Kleiber Manuskript 06 - Käfer und Schmetterlinge, item 34

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ein sehr lebhaftes u. farbenfreudiges Bild, auch zeigte das massenhafte

Schwirren u. Kribbeln der bunten Geschöpfe so recht von dem üppigen

u. raschen Lebensarten des heißen Turkestan. Auch die Blutflecke ver-

schwanden nach ein paar Worten sozusagen über Nacht. Um schon

in der Verwa...schaft zu bleiben, wären von der großen Bärenfamilie

noch zwei Kleinbären anzuführen, welche des Nachts flogen: die vor-

nehm gefärbte, in Turan endemische Fragmatobia turensis (Taf XIX/2/3)

u. eine braun u. karminrot gefärbte Cheloniarie (Taf. XXI/, 39.)

Die große u. farbenprächtige Familie der Dämmerungsfalter oder

Schwärmer (Sphingidae) war ziemlich stattlich vertreten. Vor allem um-

sauste an stillen, warmen Sommerabenden der Wolfsmilchschwärmer

(Sphinx euphorbiae, Tafel XVII., 8.) oft in großer Zahl namentlich am Syr-

Darjaufer die blühenden Büsche des Fliederdorns, den etwas zeitiger

am Tage schwärmenden Taubenschwanz (Macroglossa stellatorum, Taf XVII/6)

ablösend. Die Wolfmilchschwärmer variierten stark in Größe u.

Zeichnung; besonders schön waren die stets auffallend großen Exempla-

re, deren weiße Vorderflügelzeichnung in ein kräftiges, helles Längs-

band zusammenflog; auf welcher Pflanze die Raupe lebte konnte ich nicht

feststellen, doch war es sicher nicht Wolfsmilch, da ich solche niemals vor-

fand. Seltener als den soeben genannten Schwärmer war der große Win-

denschwärmer (Sphinx eonvolvuli, Taf XVIII/12); wahrscheinlich ist der Pappel-

schwärmer vorgekommen, da ich im Hochsommer öfters Raupen fand, die

zur Verpuppung von den Silberpappeln herabkamen u. den Raupen

des Smerinthus populi zum Mindesten sehr ähnlich waren, 

obwohl gewisse Abweichungen in der Färbung (starker violetter Einschlag,

namentlich am Kopfe) unverkennbar waren. Den Imago konnte ich

nicht abwarten, da ich inzwischen nach Osch transportiert wurde. Viel-

leicht waren es übrigens die Raupen eines anderen, sehr schönen

Zackenschwärmers, des endemischen Smerinthus Kindermanni (Tafel XVIII/9.)

der wohl nach der Augenzeichnung seiner Hinterflügel zu schließen

ein Verwandter unseres Abendpfauenauges (S. ocellatus) war. Der

Kindermannsche Zackenschwärmer war nicht allzu häufig u. schwärmte

wie alle seine Familiengenossen, im Hochsommer, dem Lichte gerne zu flie-

gend.

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ein sehr lebhaftes u. farbenfreudiges Bild, auch zeigte das massenhafte

Schwirren u. Kribbeln der bunten Geschöpfe so recht von dem üppigen

u. raschen Lebensarten des heißen Turkestan. Auch die Blutflecke ver-

schwanden nach ein paar Worten sozusagen über Nacht. Um schon

in der Verwa...schaft zu bleiben, wären von der großen Bärenfamilie

noch zwei Kleinbären anzuführen, welche des Nachts flogen: die vor-

nehm gefärbte, in Turan endemische Fragmatobia turensis (Taf XIX/2/3)

u. eine braun u. karminrot gefärbte Cheloniarie (Taf. XXI/, 39.)

Die große u. farbenprächtige Familie der Dämmerungsfalter oder

Schwärmer (Sphingidae) war ziemlich stattlich vertreten. Vor allem um-

sauste an stillen, warmen Sommerabenden der Wolfsmilchschwärmer

(Sphinx euphorbiae, Tafel XVII., 8.) oft in großer Zahl namentlich am Syr-

Darjaufer die blühenden Büsche des Fliederdorns, den etwas zeitiger

am Tage schwärmenden Taubenschwanz (Macroglossa stellatorum, Taf XVII/6)

ablösend. Die Wolfmilchschwärmer variierten stark in Größe u.

Zeichnung; besonders schön waren die stets auffallend großen Exempla-

re, deren weiße Vorderflügelzeichnung in ein kräftiges, helles Längs-

band zusammenflog; auf welcher Pflanze die Raupe lebte konnte ich nicht

feststellen, doch war es sicher nicht Wolfsmilch, da ich solche niemals vor-

fand. Seltener als den soeben genannten Schwärmer war der große Win-

denschwärmer (Sphinx eonvolvuli, Taf XVIII/12); wahrscheinlich ist der Pappel-

schwärmer vorgekommen, da ich im Hochsommer öfters Raupen fand, die

zur Verpuppung von den Silberpappeln herabkamen u. den Raupen

des Smerinthus populi zum Mindesten sehr ähnlich waren, 

obwohl gewisse Abweichungen in der Färbung (starker violetter Einschlag,

namentlich am Kopfe) unverkennbar waren. Den Imago konnte ich

nicht abwarten, da ich inzwischen nach Osch transportiert wurde. Viel-

leicht waren es übrigens die Raupen eines anderen, sehr schönen

Zackenschwärmers, des endemischen Smerinthus Kindermanni (Tafel XVIII/9.)

der wohl nach der Augenzeichnung seiner Hinterflügel zu schließen

ein Verwandter unseres Abendpfauenauges (S. ocellatus) war. Der

Kindermannsche Zackenschwärmer war nicht allzu häufig u. schwärmte

wie alle seine Familiengenossen, im Hochsommer, dem Lichte gerne zu flie-

gend.


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  • February 24, 2017 12:39:58 Sandra Badergruber

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    ein sehr lebhaftes u. farbenfreudiges Bild, auch zeigte das massenhafte

    Schwirren u. Kribbeln der bunten Geschöpfe so recht von dem üppigen

    u. raschen Lebensarten des heißen Turkestan. Auch die Blutflecke ver-

    schwanden nach ein paar Worten sozusagen über Nacht. Um schon

    in der Verwa...schaft zu bleiben, wären von der großen Bärenfamilie

    noch zwei Kleinbären anzuführen, welche des Nachts flogen: die vor-

    nehm gefärbte, in Turan endemische Fragmatobia turensis (Taf XIX/2/3)

    u. eine braun u. karminrot gefärbte Cheloniarie (Taf. XXI/, 39.)

    Die große u. farbenprächtige Familie der Dämmerungsfalter oder

    Schwärmer (Sphingidae) war ziemlich stattlich vertreten. Vor allem um-

    sauste an stillen, warmen Sommerabenden der Wolfsmilchschwärmer

    (Sphinx euphorbiae, Tafel XVII., 8.) oft in großer Zahl namentlich am Syr-

    Darjaufer die blühenden Büsche des Fliederdorns, den etwas zeitiger

    am Tage schwärmenden Taubenschwanz (Macroglossa stellatorum, Taf XVII/6)

    ablösend. Die Wolfmilchschwärmer variierten stark in Größe u.

    Zeichnung; besonders schön waren die stets auffallend großen Exempla-

    re, deren weiße Vorderflügelzeichnung in ein kräftiges, helles Längs-

    band zusammenflog; auf welcher Pflanze die Raupe lebte konnte ich nicht

    feststellen, doch war es sicher nicht Wolfsmilch, da ich solche niemals vor-

    fand. Seltener als den soeben genannten Schwärmer war der große Win-

    denschwärmer (Sphinx eonvolvuli, Taf XVIII/12); wahrscheinlich ist der Pappel-

    schwärmer vorgekommen, da ich im Hochsommer öfters Raupen fand, die

    zur Verpuppung von den Silberpappeln herabkamen u. den Raupen

    des Smerinthus populi zum Mindesten sehr ähnlich waren, 

    obwohl gewisse Abweichungen in der Färbung (starker violetter Einschlag,

    namentlich am Kopfe) unverkennbar waren. Den Imago konnte ich

    nicht abwarten, da ich inzwischen nach Osch transportiert wurde. Viel-

    leicht waren es übrigens die Raupen eines anderen, sehr schönen

    Zackenschwärmers, des endemischen Smerinthus Kindermanni (Tafel XVIII/9.)

    der wohl nach der Augenzeichnung seiner Hinterflügel zu schließen

    ein Verwandter unseres Abendpfauenauges (S. ocellatus) war. Der

    Kindermannsche Zackenschwärmer war nicht allzu häufig u. schwärmte

    wie alle seine Familiengenossen, im Hochsommer, dem Lichte gerne zu flie-

    gend.

  • February 24, 2017 12:28:06 Sandra Badergruber

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    ein sehr lebhaftes u. farbenfreudiges Bild, auch zeigte das massenhafte

    Schwirren u. Kribbeln der bunten Geschöpfe so recht von dem üppigen

    u. raschen Lebensarten des heißen Turkestan. Auch die Blutflecke ver-

    schwanden nach ein paar Worten sozusagen über Nacht. Um schon

    in der Verwa...schaft zu bleiben, wären von der großen Bärenfamilie

    noch zwei Kleinbären anzuführen, welche des Nachts flogen: die vor-

    nehm gefärbte, in Turan endemische Fragmatobia turensis (Taf XIX/2/3)

    u. eine braun u. karminrot gefärbte Cheloniarie (Taf. XXI/, 39.)

    Die große u. farbenprächtige Familie der Dämmerungsfalter oder

    Schwärmer (Sphingidae) war ziemlich stattlich vertreten. Vor allem um-

    sauste an stillen, warmen Sommerabenden der Wolfsmilchschwärmer

    (Sphinx euphorbiae, Tafel XVII., 8.) oft in großer Zahl namentlich am Syr-

    Darjaufer die blühenden Büsche des Fliederdorns, den etwas zeitiger

    am Tage schwärmenden Taubenschwanz (Macroglossa stellatorum, Taf XVII/6)

    ablösend. 


  • February 24, 2017 12:24:10 Sandra Badergruber

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    ein sehr lebhaftes u. farbenfreudiges Bild, auch zeigte das massenhafte

    Schwirren u. Kribbeln der bunten Geschöpfe so recht von dem üppigen

    u. raschen Lebensarten des heißen Turkestan. Auch die Blutflecke ver-

    schwanden nach ein paar Worten sozusagen über Nacht. Um schon

    in der Verwa...schaft zu bleiben, wären von der großen Bärenfamilie

    noch zwei Kleinbären anzuführen, welche des Nachts flogen: die vor-

    nehm gefärbte, in Turan endemische Fragmatobia turensis (Taf XIX/2/3)

    u. eine braun u. karminrot gefärbte Cheloniarie (Taf. XXI/, 39.)


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    Kriegsgefangenenlager Perowsk

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20841 / 235915
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http://europeana1914-1918.eu/...
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F&F
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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