Kleiber Manuskript 06 - Käfer und Schmetterlinge, item 28

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die im Gegensatz zu unseren zumeist waldbewohnenden Rüsslern  vorwiegend aus reinen Steppen und Wüstensiedlern, besonders aber aus salzliebenden Arten bestehen. Hier sind auch die Schutzfärbungen für das Leben in Wüste u. Steppe am deutlichsten ausgeprägt, ja manche Rüsselkäfer sind im regungslosen Zustande, den sie so gerne einnehmen, für das ungeübte Auge auf ihrem natürlichen Terrain kaum wahrnehmbar.

Die Bockkäfer (Cerambycidae) weisen oft schöne und große Arten auf, tragen jedoch wenig charakteristische Züge. Was die Blattkäfer (Chrysomelidae) betrifft, so treten dieselben Mitteleuropa gegenüber stark zurück; besonders in die Augen springend ist der Mangel der bei uns so zahlreichen, stets in wunderbaren Farben schimmernden Arten (z. B. aus der Gattung Chrysomela), welche die heimischen Laubwälder u. sonnigen Triften zahlreich bevölkern. Die Mugelkäfer (Coccinellidae) schließen sich ganz an ihre europäischen Familiengenossen an u. sind vielfach mit diesen artengleich.

Im Großen und Ganzen setzt sich die mir bekannt gewordene Käferfauna der nördl.  Steppen u. Wüstengebiete Turkestans aus verschiedenen Faunenelementen zusammen: dem turanischen Element (ca. 36%), das die endemischen Formen u. zugleich die meisten reinen Steppen- u. Wüstenbewohner umfasst, dem allgemein paläoarktischen (europ.-sibirischen) Element (ca. 48%), welches aus allgemein mittelländischen, teilweise vorderasiatischen u. zum kleinsten Teil nur sibirischen Arten besteht.

Der Endemismus der Arten, ihre vielfache Salzliebe u. auch ihre außerturanische Herkunft spiegeln sich deutlich in den zahlreichen, wissenschaftlichen Bezeichnungen, die sogar bis ins graue Altertum zurückgreifen, wieder: z. B. massageta, sarta, caspica, salinus, Ammocleonus,  deserti, tataricus, asiatica, sibiricum. Zahlreiche Käferarten sind nach verschiedenen Erforschern Turkestans u. der angrenzenden Gebiete benannt, wie nach Karelin, Kratz, Faust.

 

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die im Gegensatz zu unseren zumeist waldbewohnenden Rüsslern  vorwiegend aus reinen Steppen und Wüstensiedlern, besonders aber aus salzliebenden Arten bestehen. Hier sind auch die Schutzfärbungen für das Leben in Wüste u. Steppe am deutlichsten ausgeprägt, ja manche Rüsselkäfer sind im regungslosen Zustande, den sie so gerne einnehmen, für das ungeübte Auge auf ihrem natürlichen Terrain kaum wahrnehmbar.

Die Bockkäfer (Cerambycidae) weisen oft schöne und große Arten auf, tragen jedoch wenig charakteristische Züge. Was die Blattkäfer (Chrysomelidae) betrifft, so treten dieselben Mitteleuropa gegenüber stark zurück; besonders in die Augen springend ist der Mangel der bei uns so zahlreichen, stets in wunderbaren Farben schimmernden Arten (z. B. aus der Gattung Chrysomela), welche die heimischen Laubwälder u. sonnigen Triften zahlreich bevölkern. Die Mugelkäfer (Coccinellidae) schließen sich ganz an ihre europäischen Familiengenossen an u. sind vielfach mit diesen artengleich.

Im Großen und Ganzen setzt sich die mir bekannt gewordene Käferfauna der nördl.  Steppen u. Wüstengebiete Turkestans aus verschiedenen Faunenelementen zusammen: dem turanischen Element (ca. 36%), das die endemischen Formen u. zugleich die meisten reinen Steppen- u. Wüstenbewohner umfasst, dem allgemein paläoarktischen (europ.-sibirischen) Element (ca. 48%), welches aus allgemein mittelländischen, teilweise vorderasiatischen u. zum kleinsten Teil nur sibirischen Arten besteht.

Der Endemismus der Arten, ihre vielfache Salzliebe u. auch ihre außerturanische Herkunft spiegeln sich deutlich in den zahlreichen, wissenschaftlichen Bezeichnungen, die sogar bis ins graue Altertum zurückgreifen, wieder: z. B. massageta, sarta, caspica, salinus, Ammocleonus,  deserti, tataricus, asiatica, sibiricum. Zahlreiche Käferarten sind nach verschiedenen Erforschern Turkestans u. der angrenzenden Gebiete benannt, wie nach Karelin, Kratz, Faust.

 

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    Kriegsgefangenenlager Perowsk

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20841 / 235909
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F&F
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