Kleiber Manuskript 06 - Käfer und Schmetterlinge, item 27

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27

häufig sind, Mist- Dung- u. Kotkäfer aus mitteleurop. Gattungen allenthal-

ben vorkommen, so ist dennoch bemerkenswert das Zurücktreten der blumen-

liebenden Blatthörner u. das Auftreten südlicher Mittelmeerformen wie 

Scarabäen, Glaphyrus, Polyphylle u. Euchirus, besonders aber der große

Prozentsatz endemischer Formen, die uns aus allen möglichen Gattungen

in oft auffallenden u. schönen Arten (Homalocopris, Polyphylla, Eubolbites u. a. )

entgegentreten. 

Die Prachtkäfer (Buprestidae), die bei uns in der Heimat mehr oder weniger selten anzu-

treffen sind, erscheinen im nördlichen Turkestan häufig in schönen u. farben-

freudigen, doch ebenfalls nicht allzuzahlreichen Arten, von denen ein 

guter Teil endemisch ist. Was die Schnellkäfer  (Elateridae) betrifft, so

ist bei ihnen ein starkes Zurücktreten Mitteleuropa gegenüber wahrzunehmen;

die Buntkäfer (Cleridae) sind hier u. dort eine kleine, mir durch die häufigen Dünenkäfer

auffallende Familie geblieben.

Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, daß die große Rolle, welche die

flügellosen u. räuberischen Laufkäfer in Haushalte der Natur unserer 

Heimat spielen, im nördl. Turkestan zum größten Teile von der artenrei-

chen Familie der Trauerkäfer (Tenebrionidae) übernommen wurde. Diese

Familie, Käfer aus den verschiedensten Gattungen umfassend, zeigt sehr

große u. auffallende Formen wie Blapse, Sympiezoenemis ,Trigonoscelis

u.a.m. u. ist besonders ausgezeichnet durch den großen Prozentsatz an 

reinen Wüsten- u. Steppenbewohnern, die wieder beinahe durchwegs

endemisch sind; sie wird hierin von keiner anderen Familie übertroffen.

Auch ihr Artenreichtum (in Mitteleuropa bloß 44 Arten Trauerkäfer bekannt)

zeigt auf die große Ähnlichkeit der turanischen Fauna mit der mittel-

ländischen hin.

Ähnlich liegen die Verhältnisse bei den Pflasterkäfern (Meloidae). In

der Heimat bloß aus wenigen zahlreichen Arten bestehend weisen die

Meloiden in den turanischen Steppen gerade die häufigsten auffallendsten

u. farbenprächtigsten Arten auf, namentlich in der Gattung Zanabris, wel-

che sich allerdings auch schon im steppenähnlichen Südungarn findet.

      Die Rüsselkäfer (Curculionidae),  hier u. dort die artenreichste

Familie, liefern ebenfalls eine beträchtliche Anzahl endemischer Formen


 

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häufig sind, Mist- Dung- u. Kotkäfer aus mitteleurop. Gattungen allenthal-

ben vorkommen, so ist dennoch bemerkenswert das Zurücktreten der blumen-

liebenden Blatthörner u. das Auftreten südlicher Mittelmeerformen wie 

Scarabäen, Glaphyrus, Polyphylle u. Euchirus, besonders aber der große

Prozentsatz endemischer Formen, die uns aus allen möglichen Gattungen

in oft auffallenden u. schönen Arten (Homalocopris, Polyphylla, Eubolbites u. a. )

entgegentreten. 

Die Prachtkäfer (Buprestidae), die bei uns in der Heimat mehr oder weniger selten anzu-

treffen sind, erscheinen im nördlichen Turkestan häufig in schönen u. farben-

freudigen, doch ebenfalls nicht allzuzahlreichen Arten, von denen ein 

guter Teil endemisch ist. Was die Schnellkäfer  (Elateridae) betrifft, so

ist bei ihnen ein starkes Zurücktreten Mitteleuropa gegenüber wahrzunehmen;

die Buntkäfer (Cleridae) sind hier u. dort eine kleine, mir durch die häufigen Dünenkäfer

auffallende Familie geblieben.

Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, daß die große Rolle, welche die

flügellosen u. räuberischen Laufkäfer in Haushalte der Natur unserer 

Heimat spielen, im nördl. Turkestan zum größten Teile von der artenrei-

chen Familie der Trauerkäfer (Tenebrionidae) übernommen wurde. Diese

Familie, Käfer aus den verschiedensten Gattungen umfassend, zeigt sehr

große u. auffallende Formen wie Blapse, Sympiezoenemis ,Trigonoscelis

u.a.m. u. ist besonders ausgezeichnet durch den großen Prozentsatz an 

reinen Wüsten- u. Steppenbewohnern, die wieder beinahe durchwegs

endemisch sind; sie wird hierin von keiner anderen Familie übertroffen.

Auch ihr Artenreichtum (in Mitteleuropa bloß 44 Arten Trauerkäfer bekannt)

zeigt auf die große Ähnlichkeit der turanischen Fauna mit der mittel-

ländischen hin.

Ähnlich liegen die Verhältnisse bei den Pflasterkäfern (Meloidae). In

der Heimat bloß aus wenigen zahlreichen Arten bestehend weisen die

Meloiden in den turanischen Steppen gerade die häufigsten auffallendsten

u. farbenprächtigsten Arten auf, namentlich in der Gattung Zanabris, wel-

che sich allerdings auch schon im steppenähnlichen Südungarn findet.

      Die Rüsselkäfer (Curculionidae),  hier u. dort die artenreichste

Familie, liefern ebenfalls eine beträchtliche Anzahl endemischer Formen


 


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  • February 23, 2017 20:02:08 Isabella Kollmann

    häufig sind, Mist- Dung- u. Kotkäfer aus mitteleurop. Gattungen allenthal

    ben vorkommen, so ist dennoch bemerkenswert das Zurücktreten der blumen

    liebenden Blatthörner u. das Auftreten südlicher Mittelmeerformen wie 

    Scarabäen, Glaphyrus, Polyphylle u. Euchirus, besonders aber der große

    Prozentsatz endemischer Formen, die uns aus allen möglichen Gattungen

    in oft auffallnden u. schönen ARten (Hamaloeophris, Polyphylla, Eubolbites u. a. )

    entgegentreten. 

    Die Prachtkäfer (Buferitidae) die bei uns in der Heimat mehr oder weniger selen anzu-

    treffen sind, erscheinen im nördlichen Turkestan häufig in schönen u. farben-

    freudigen, doch ebenfalls nicht allzuzahlreichen Arten, von denen ein 

    guter Teil endemisch ist. Was die Schnellkäfer  (Elatiridae) betrifft, so

    ist bei ihnen ein starkes Zurücktreten Mitteleuropa gegenüber wahrzunehmen;

    die Buntkäfer (Cleridae) sind hier u. dort eine Kleine, mir durch die häufigen

    Junenkäfer auffallende Familie geblieben.

    Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, daß die große Rolle, welche die

    flügellosen u. räuberischen Laufkäfer in Haushalte der Natur unserer 

    Heimat spielen, im nördl. Turekstan zum größten Teile von der artenrei

    chen Familie der Trauerkäfer (Tenebrionidae) übernommen wurde. Diese

    Familie, Käfer aus den verschiedensten Gattungen umfassend, zeigt sehr

    große u. auffallende Formen wie Blapse, Sympiezoenemis  , Trogonoschis.

    u.a.m. u. ist besonders ausgezeichnet durch den großen Prozentsatz an 

    reinen Wüsten- u. Steppenbewohnern, die wieder beinahe durchwegs

    endemisch sind; sie wird hierin von keiner anderen Familie übertroffen.

    Auch ihr Artenreichtum (in Mitteleuropa bloß 44 Arten Trauerkäfer bekannt)

    zeigt auf die große Ähnlichkeit der turanischen Fauna mit der mittel-

    ländischen hin.

    Ähnlich liegen die Verhältnisse bei den Pflasterkäfern (Melodidae). In

    der Heimat bloß aus wenigen zahlreichen Arten bestehend weisen die

    Meloiden in den turanischen Steppen gerade die häufigsten auffallendsten

    u. farbenprächtigsten Arten auf, namentlich in der Gattung Zanabris, wel

    che sich allerdings auch schon im steppenähnlichen Südungarn findet.

          Die Rüsselkäfer (Curulionidae) hier u. dort die artenreichste

    Familie, liefern ebenfalls eine beträchtliche Anzahl endemischer Formen


  • February 23, 2017 20:01:59 Isabella Kollmann

    häufig sind, Mist- Dung- u. Kotkäfer aus mitteleurop. Gattungen allenthal

    ben vorkommen, so ist dennoch bemerkenswert das Zurücktreten der blumen

    liebenden Blatthörner u. das Auftreten südlicher Mittelmeerformen wie 

    Scarabäen, Glaphyrus, Polyphylle u. Euchirus, besonders aber der große

    Prozentsatz endemischer Formen, die uns aus allen möglichen Gattungen

    in oft auffallnden u. schönen ARten (Hamaloeophris, Polyphylla, Eubolbites u. a. )

    entgegentreten. 

    Die Prachtkäfer (Buferitidae) die bei uns in der Heimat mehr oder weniger selen anzu-

    treffen sind, erscheinen im nördlichen Turkestan häufig in schönen u. farben-

    freudigen, doch ebenfalls nicht allzuzahlreichen Arten, von denen ein 

    guter Teil endemisch ist. Was die Schnellkäfer  (Elatiridae) betrifft, so

    ist bei ihnen ein starkes Zurücktreten Mitteleuropa gegenüber wahrzunehmen;

    die Buntkäfer (Cleridae) sind hier u. dort eine Kleine, mir durch die häufigen

    Junenkäfer auffallende Familie geblieben.

    Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, daß die große Rolle, welche die

    flügellosen u. räuberischen Laufkäfer in Haushalte der Natur unserer 

    Heimat spielen, im nördl. Turekstan zum größten Teile von der artenrei

    chen Familie der Trauerkäfer (Tenebrionidae) übernommen wurde. Diese

    Familie, Käfer aus den verschiedensten Gattungen umfassend, zeigt sehr

    große u. auffallende Formen wie Blapse, Sympiezoenemis  , Trogonoschis.

    u.a.m. u. ist besonders ausgezeichnet durch den großen Prozentsatz an 

    reinen Wüsten- u. Steppenbewohnern, die wieder beinahe durchwegs

    endemisch sind; sie wird hierin von keiner anderen Familie übertroffen.

    Auch ihr Artenreichtum (in Mitteleuropa bloß 44 Arten Trauerkäfer bekannt)

    zeigt auf die große Ähnlichkeit der turanischen Fauna mit der mittel-

    ländischen hin.

    Ähnlich liegen die Verhältnisse bei den Pflasterkäfern (Melodidae). In

    der Heimat bloß aus wenigen zahlreichen Arten bestehend weisen die

    Meloiden in den turanischen Steppen gerade die häufigsten auffallendsten

    u. farbenprächtigsten Arten auf, namentlioch in der Gattung Zanabris, wel

    che sich allerdings auch schon im steppenähnlichen Südungarn findet.

          Die Rüsselkäfer (Curulionidae) hier u. dort die artenreichste

    Familie, liefern ebenfalls eine beträchtliche Anzahl endemischer Formen



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