Kleiber Manuskript 06 - Käfer und Schmetterlinge, item 41
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Besonders eigentümlich anmutend war das gravitätische Hin- u. Herwenden
des Kopfes, das Putzen der Fangbeine u. Fühler sowie der possierliche
Gang der Schrecken. Gewöhnlich hielt nach ein paar Schritten die
Mantis plötzlich an, wiegte hierauf den Körper im Takte ein paar mal quer hin u. her
wiegendu.marschierte dann vorsichtig weiter, die wiegende Bewegung auch im
Schreiten wiederholend, dabei oft nach beiden Seiten blickend. Mich
erinnerte dies Gehaben stets an ein kokettes Frauenzimmer, dem nachgestiegen
wird u. das durch verschiedene Mätzchen die Aufmerksamkeit
ihres Verfolgers festhalten will. Die Fangheuschrecken traten von Beginn
des Hochsommers bis in den Herbst hinein in allen Entwicklungsstufen
u. verschiedenen Arten häufig auf; als Imago flogen sie gerne dem Lampenlicht
zu. Die gewöhnlichsten waren die großen Mantisarten , von gelb
über braun bis grasgrün variierend (Taf. XXV/2. XXVI/3); ebenso kam die hübsche,
kleine Mantis Iris (Taf. XXVI/4), so benannt nach den irrisierenden Augenflecken
auf den Hinterflügeln in gelben und grünen Exemplaren vor.
Einmal wurde auch eine
grasgrünegroße graue Gottesanbeteringefangen, die an Körper u. Beinen verschiedentlich und absonderlich
bedornt war; sie stellte wohl eine Wüstenform dar. Übrigens wurden
mir die im Steppenstreif gewöhnlichen Mantisarten auch aus dem
Saxaulgebiet von Solo-Tjube zugesendet. Im Ruhezustand waren
die Fangheuschrecken auf grünem oder braunem Hintergrunde
kaum zu bemerken. Wie mir ein Kamerad mitteilte, hat er im
Troitzkij-Lager bei Taschkent Versuche mit ihnen angestellt u. durch
Unterschieben von verschieden gefärbtem Hintergrund bei ein u. demselben
Tiere die entsprechenden Anpassungsfärbungen von gelb zu
grün, bzw. umgekehrt stets in kurzer Zeit erzielt.
Das große Heer der Schrecken war in der Familie der Feldheuschrecken
(Acridiodae) am zahlreichsten vertreten. Ungefähr zugleich mit den
Mantiden erschienen in der Steppe lange, besonders in der Larvenform
stark an Stab- oder Gespensterheuschrecken erinnernde Arten von grüner
bis brauner Farbe in den verschiedensten Größen, durch ihre absonderliche
Gestalt u. Fühlerbau von ihren Familiengenossen beträchtlich abweichend
(Taf. XXVI/8 u. XXVII/11., letztere aus der Umgebungssteppe von Perowsk). Alle
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Kriegsgefangenenlager Perowsk
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- 20841 / 235922
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