Kleiber Manuskript 06 - Käfer und Schmetterlinge, item 43

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war es dennoch ziemlich schwierig, eine zu treffen, da sie sehr

geschickt u. rasch auszuweichen verstanden. Ebenso rasch erhoben

sich die auf der Erde sitzenden bei der Annäherung des Menschen,

doch wurde eine ziemlich bedeutende Zahl getötet u. gefangen, Der

kalte Tonboden des Hofes u. des Steppenstreifs sah aus, als ob jemans

helle Stäbchen regellos in weiten Abständen voneinander verstreut

hätte. Bei einbrechender Dämmerung sah ich die Fledermäuse auf

die noch in der Luft befindlichen Heuschrecken Jagd machen. Aus

der Nähe besehen, machte ein Wanderheuschreckenschwarm im Fluge

befindliche einen eigentümlichen Eindruck u. wäre am besten vergleich-

bar einen sehr schütteren Schneegestöber aus großen Flocken, infolge

der im Sonnenschein lebhaft blitzenden Hinterflügel der Kerfe. Als ich die ersten

Einzeltiere noch lange vor dem Erscheinen der ersten Schwärme im 

Steppenstreif aufscheuchte u. so ein surrendes, blitzendes Ungestüm

vor meinen Füßen aufflog, um sich erst in sicherer Entfernung auf

einer Tamariske niederzulassen, wußte ich nicht gleich wohin mit

der neuen Erscheinung, bis mir einfiel, daß ich mich ja in einem

Hauptverbreitungsgebiete der wandernden Heuschrecken befand.

Die einzelnen Tiere waren in der Färbung sehr veränderlich: gras-

grün, gelb u. braun mit Überwiegen je einer oder der anderen der

genannten Farben; manche Exemplare zeigten sogar auffallend hübsche,

frische u. helle Farben. Häufig war der Innenrand der durchsichtigen

Hinterflügel dicht mit lebhaft zinnoberroten Kügelchen bedeckt,

welche sich als Insektenmilben entpuppten. Daß die Wanderheuschre-

cken einen besonders an augenzähligen Schaden an der Vegetation ange-

richtet hätten, konnte ich nicht bemerken, doch mußten sie wohl

sehr gefürchtet sein, da sofort bei ihrem Erscheinen u. die ganze Zeit

ihrer Züge hindurch in den benachbarten Gärten Russen u. Eingeborene

durch Schreien, Klappern u. Schlagen an metallene Gegenstände einen

Höllenspektakel aufführten, um die Insekten zu verscheuchen. Auch

las ich in den turkestanischen Zeitungen sehr oft von der Heuschre-

ckenplage u. den gegen sie gerichteten behördlichen Maßnahmen;

die Kosten der letzteren beliefen sich im Jahre 1916 auf ca. 1,000.000 Rbl.

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war es dennoch ziemlich schwierig, eine zu treffen, da sie sehr

geschickt u. rasch auszuweichen verstanden. Ebenso rasch erhoben

sich die auf der Erde sitzenden bei der Annäherung des Menschen,

doch wurde eine ziemlich bedeutende Zahl getötet u. gefangen, Der

kalte Tonboden des Hofes u. des Steppenstreifs sah aus, als ob jemans

helle Stäbchen regellos in weiten Abständen voneinander verstreut

hätte. Bei einbrechender Dämmerung sah ich die Fledermäuse auf

die noch in der Luft befindlichen Heuschrecken Jagd machen. Aus

der Nähe besehen, machte ein Wanderheuschreckenschwarm im Fluge

befindliche einen eigentümlichen Eindruck u. wäre am besten vergleich-

bar einen sehr schütteren Schneegestöber aus großen Flocken, infolge

der im Sonnenschein lebhaft blitzenden Hinterflügel der Kerfe. Als ich die ersten

Einzeltiere noch lange vor dem Erscheinen der ersten Schwärme im 

Steppenstreif aufscheuchte u. so ein surrendes, blitzendes Ungestüm

vor meinen Füßen aufflog, um sich erst in sicherer Entfernung auf

einer Tamariske niederzulassen, wußte ich nicht gleich wohin mit

der neuen Erscheinung, bis mir einfiel, daß ich mich ja in einem

Hauptverbreitungsgebiete der wandernden Heuschrecken befand.

Die einzelnen Tiere waren in der Färbung sehr veränderlich: gras-

grün, gelb u. braun mit Überwiegen je einer oder der anderen der

genannten Farben; manche Exemplare zeigten sogar auffallend hübsche,

frische u. helle Farben. Häufig war der Innenrand der durchsichtigen

Hinterflügel dicht mit lebhaft zinnoberroten Kügelchen bedeckt,

welche sich als Insektenmilben entpuppten. Daß die Wanderheuschre-

cken einen besonders an augenzähligen Schaden an der Vegetation ange-

richtet hätten, konnte ich nicht bemerken, doch mußten sie wohl

sehr gefürchtet sein, da sofort bei ihrem Erscheinen u. die ganze Zeit

ihrer Züge hindurch in den benachbarten Gärten Russen u. Eingeborene

durch Schreien, Klappern u. Schlagen an metallene Gegenstände einen

Höllenspektakel aufführten, um die Insekten zu verscheuchen. Auch

las ich in den turkestanischen Zeitungen sehr oft von der Heuschre-

ckenplage u. den gegen sie gerichteten behördlichen Maßnahmen;

die Kosten der letzteren beliefen sich im Jahre 1916 auf ca. 1,000.000 Rbl.


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  • February 26, 2017 17:08:48 Sandra Badergruber

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    war es dennoch ziemlich schwierig, eine zu treffen, da sie sehr

    geschickt u. rasch auszuweichen verstanden. Ebenso rasch erhoben

    sich die auf der Erde sitzenden bei der Annäherung des Menschen,

    doch wurde eine ziemlich bedeutende Zahl getötet u. gefangen, Der

    kalte Tonboden des Hofes u. des Steppenstreifs sah aus, als ob jemans

    helle Stäbchen regellos in weiten Abständen voneinander verstreut

    hätte. Bei einbrechender Dämmerung sah ich die Fledermäuse auf

    die noch in der Luft befindlichen Heuschrecken Jagd machen. Aus

    der Nähe besehen, machte ein Wanderheuschreckenschwarm im Fluge

    befindliche einen eigentümlichen Eindruck u. wäre am besten vergleich-

    bar einen sehr schütteren Schneegestöber aus großen Flocken, infolge

    der im Sonnenschein lebhaft blitzenden Hinterflügel der Kerfe. Als ich die ersten

    Einzeltiere noch lange vor dem Erscheinen der ersten Schwärme im 

    Steppenstreif aufscheuchte u. so ein surrendes, blitzendes Ungestüm

    vor meinen Füßen aufflog, um sich erst in sicherer Entfernung auf

    einer Tamariske niederzulassen, wußte ich nicht gleich wohin mit

    der neuen Erscheinung, bis mir einfiel, daß ich mich ja in einem

    Hauptverbreitungsgebiete der wandernden Heuschrecken befand.

    Die einzelnen Tiere waren in der Färbung sehr veränderlich: gras-

    grün, gelb u. braun mit Überwiegen je einer oder der anderen der

    genannten Farben; manche Exemplare zeigten sogar auffallend hübsche,

    frische u. helle Farben. Häufig war der Innenrand der durchsichtigen

    Hinterflügel dicht mit lebhaft zinnoberroten Kügelchen bedeckt,

    welche sich als Insektenmilben entpuppten. Daß die Wanderheuschre-

    cken einen besonders an augenzähligen Schaden an der Vegetation ange-

    richtet hätten, konnte ich nicht bemerken, doch mußten sie wohl

    sehr gefürchtet sein, da sofort bei ihrem Erscheinen u. die ganze Zeit

    ihrer Züge hindurch in den benachbarten Gärten Russen u. Eingeborene

    durch Schreien, Klappern u. Schlagen an metallene Gegenstände einen

    Höllenspektakel aufführten, um die Insekten zu verscheuchen. Auch

    las ich in den turkestanischen Zeitungen sehr oft von der Heuschre-

    ckenplage u. den gegen sie gerichteten behördlichen Maßnahmen;

    die Kosten der letzteren beliefen sich im Jahre 1916 auf ca. 1,000.000 Rbl.

  • February 26, 2017 17:01:15 Sandra Badergruber

    11

    war es dennoch ziemlich schwierig, eine zu treffen, da sie sehr

    geschickt u. rasch auszuweichen verstanden. Ebenso rasch erhoben

    sich die auf der Erde sitzenden bei der Annäherung des Menschen,

    doch wurde eine ziemlich bedeutende Zahl getötet u. gefangen, Der

    kalte Tonboden des Hofes u. des Steppenstreifs sah aus, als ob jemans

    helle Stäbchen regellos in weiten Abständen voneinander verstreut

    hätte. Bei einbrechender Dämmerung sah ich die Fledermäuse auf

    die noch in der Luft befindlichen Heuschrecken Jagd machen. Aus

    der Nähe besehen, machte ein Wanderheuschreckenschwarm im Fluge

    befindliche einen eigentümlichen Eindruck u. wäre am besten vergleich-

    bar einen sehr schütteren Schneegestöber aus großen Flocken, infolge

    der im Sonnenschein lebhaft blitzenden Hinterflügel der Kerfe.


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    Kriegsgefangenenlager Perowsk

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20841 / 235924
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http://europeana1914-1918.eu/...
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F&F
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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