Kleiber Manuskript 06 - Käfer und Schmetterlinge, item 23

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öfter Gonorhynchus Faldermanni (Tafel VIII/98) umher.

Ausschließliche Bewohner der roten Dünentamariske (Tamarix Pallasii)

waren die oft in sehr großen Mengen vorkommenden, schön schwarz und weiß gezeichneten Tamariskenrüssler (Liocleonus umbrosus, Tafel VII/83, endemisch) , deren Kolonien  man schon von weitem an dem dunklen Grün der Tamarisken schimmern sah. Auf den Spitzen der Dünentamarisken sich wiegend fand ich auch häufig den dunkelbraunen, unansehnlichen Rüsselkäfer Tanymecus variacetus (Tafel XIV/167). Neben den Liocleonuskolonien fand ich auf den Tamarisken u. den silbrigen Wüstenakazien Kolonien, ja häufig klumpenweise beide Varietäten des Massagetenkäfers , ( Blithopertha massageta var. obscura und parta, Tafel VIII/95,94), der seinen Namen von den Besiegern des persischen Königs  Kyros erhalten hat. Namentlich auf der Sandakazie waren sie in großer Zahl zu finden; um die heißesten Tagesstunden lagen sie mit flach von sich gestreckten Beinen bewegungslos auf u. zwischen den Blättern der Wipfel, sich von dem seltenen, leisen Windhauch wiegen u. kühlen lassend. Bei meiner Annäherung ließen sie sich sofort herabfallen u. suchten sich einen Halt erst im unteren, schwer zugänglichen Geäste u. Laub. Um die Wüstenakazien (Ammodendrum conollyi)  schwärmten in äußerst schönem und flinken Fluge auch die schönen, im Dreifarb des Deutschen Reichs gekleideten Zonabris  elegantissima (Tafel XI/130, endemisch); ich fand sie auch auf den wenigen blühenden Wüstenblumen neben Cerocoma schreberi , Rhampholyssa  Komarowi (Tafel XI/135, endemisch) u. den unvermeidlichen Zonabris callida, letzten mit sehr schönen und grellen Farben prunkend u. um  Vieles lebhafter als in der Tonsteppe. Auf ein paar dornigen Rotginstersträuchern sah ich sogar meinen alten Bekannten vom Steppenstreif, den Purpuricenus  Jacobsoni, seine schlanken beweglichen Hörner emporstrecken.

Der schönste Bewohner jedoch der Wüste u. der Sandakazie war der große endemische Prachtkäfer Julodis variolaris (Tafel IX/110) , ein wahres Kleinod aus Saphir, Gold und Smaragd. Der Käfer hieng in den Vormittagsstunden träge nach unten im dichten Gezweig der Wüstenakazie, in den Mittagsstunden aber flog er mit weithin hörbarem Summen umher, das dem Propellergeräusch

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öfter Gonorhynchus Faldermanni (Tafel VIII/98) umher.

Ausschließliche Bewohner der roten Dünentamariske (Tamarix Pallasii)

waren die oft in sehr großen Mengen vorkommenden, schön schwarz und weiß gezeichneten Tamariskenrüssler (Liocleonus umbrosus, Tafel VII/83, endemisch) , deren Kolonien  man schon von weitem an dem dunklen Grün der Tamarisken schimmern sah. Auf den Spitzen der Dünentamarisken sich wiegend fand ich auch häufig den dunkelbraunen, unansehnlichen Rüsselkäfer Tanymecus variacetus (Tafel XIV/167). Neben den Liocleonuskolonien fand ich auf den Tamarisken u. den silbrigen Wüstenakazien Kolonien, ja häufig klumpenweise beide Varietäten des Massagetenkäfers , ( Blithopertha massageta var. obscura und parta, Tafel VIII/95,94), der seinen Namen von den Besiegern des persischen Königs  Kyros erhalten hat. Namentlich auf der Sandakazie waren sie in großer Zahl zu finden; um die heißesten Tagesstunden lagen sie mit flach von sich gestreckten Beinen bewegungslos auf u. zwischen den Blättern der Wipfel, sich von dem seltenen, leisen Windhauch wiegen u. kühlen lassend. Bei meiner Annäherung ließen sie sich sofort herabfallen u. suchten sich einen Halt erst im unteren, schwer zugänglichen Geäste u. Laub. Um die Wüstenakazien (Ammodendrum conollyi)  schwärmten in äußerst schönem und flinken Fluge auch die schönen, im Dreifarb des Deutschen Reichs gekleideten Zonabris  elegantissima (Tafel XI/130, endemisch); ich fand sie auch auf den wenigen blühenden Wüstenblumen neben Cerocoma schreberi , Rhampholyssa  Komarowi (Tafel XI/135, endemisch) u. den unvermeidlichen Zonabris callida, letzten mit sehr schönen und grellen Farben prunkend u. um  Vieles lebhafter als in der Tonsteppe. Auf ein paar dornigen Rotginstersträuchern sah ich sogar meinen alten Bekannten vom Steppenstreif, den Purpuricenus  Jacobsoni, seine schlanken beweglichen Hörner emporstrecken.

Der schönste Bewohner jedoch der Wüste u. der Sandakazie war der große endemische Prachtkäfer Julodis variolaris (Tafel IX/110) , ein wahres Kleinod aus Saphir, Gold und Smaragd. Der Käfer hieng in den Vormittagsstunden träge nach unten im dichten Gezweig der Wüstenakazie, in den Mittagsstunden aber flog er mit weithin hörbarem Summen umher, das dem Propellergeräusch


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  • February 24, 2017 12:12:38 Sandra Badergruber

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    öfter Gonophynchus Faldermanni (Tafel VIII/98) umher.

    Ausschließlich Bewohner der roten Dünentamariske (Tanarix fallasii)

    waren die oft in sehr großen Mengen vorkommenden, schön schwarz und weiß gezeichneten Tamariskenrüssler (Lioclenus umbrusus, Tafel VII/83, endemisch) , deren Koloni lagen sie mit flachen man schon von weitem an dem dunklen Grün der Tamarisken schimmern sah. Auf den Spitzen der Dünentamarisken sich wiegend fand ich auch häufig den dunkelbraunen, unansehnlichen Rüsselkäfer Tanymecus variacetus (Tafel XIV/167). Neben den Liocleonuskolonien fand ich auf den Tamarisken u. den silbrigen Wüstenakazien Kolonien, ja häufig klumpenweise beide Varietäten des Massagetenkäfers ,  ( Blithopertha massageta var. obscura und parta, Tafel VIII/95,94), der seinen Namen von den Besiegern des persischen Königs  Kyros erhalten hat. Namentlich auf der Sandakazie waren sie in großer Zahl zu finden; um die heißesten Tagesstunden lagen sie mit flach von sich gestreckten Beinen bewegungslos auf u. zwischen den Blättern der Wipfel, sich von dem seltenen, leisen Windhauch wiegen u. kühlen lassend. Bei meiner Annäherung ließen sie sich sofort herabfallen u. suchten sich einen Halt erst im unteren, schwer zugänglichen Geäste u. Laub. Um die Wüstenakazien (Ammodendrum conollyi)  schwärmten in äußerst schönem und flinken Fluge auch die schönen, im

    Dreifarb des Deutschen Reichs gekleideten Zanabris  elegantissima (Tafel XI/130, endemisch); ich fand sie auch auf den wenigen blühenden Wüstenblumen neben Cerocoma schreberi , Rhampholyssa hamarowi (Tafel XI/135, endemisch) u. den unvermeidlichen Zonabris callida, letzten mit sehr schönen und grellen Farben prunkend u. um  Vieles lebhafter als in der Tonsteppe. Auf ein paar dornigen Rotginstersträuchern sah ich sogar meinen alten Bekannten von Steppenstreif, den Purpuriceum Jacobani, seine schlanken beweglichen Hörner emporstrecken.

    Der schönste Bewohner jedoch der Wüste u. der Sandakazie war der große endemische Prachtkäfer Julodis variolaris (Tafel IX/110) , ein wahres Kleinod aus Saphir, Gold und Smaragd. Der Käfer hieng in den Vormittagsstunden träge nach unten im dichten Gezweig der Wüstenakazie, in den Mittagsstunden aber flog er mit weithin hörbarem Summen umher, das dem Propellergeräusch

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