Kleiber Manuskript 06 - Käfer und Schmetterlinge, item 37

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37

machte sich ihre Brut zu Beginn des Hochsommers weit unangenehmer

bemerkbar. In dieser Zeit krochen nämlich ihre gelbbraunen, lang u. 

dicht gelb behaarten Raupen von ihren Nährpflanzen, den knapp hinter 

der Kaserne in einer Allee gepflanzten Pyramidenpappeln in vielen

Hunderten von Exemplaren auf den Boden u. an dem einstöckigen

Gebäude wieder empor, um eine passende Ritze oder Spalte zur Ver-

puppung zu suchen. Boden u. Mauern waren außen von ihnen bedeckt,

sie drangen zahlreich durch die stets offenen Fenster in die Wohnräume 

u. machten sich's überall, aber leider auch in Pritschen, Decken u. Winter-

kleidern bequem, indem sie sich darin verpuppten, mit einem leichten

Gespinst umgaben u. nicht selten, namentlich unter Taschen u. Kragen-

klappen ein ziemliche Löcher in den Stoff fraßen, zum großen Leidwesen 

der unfreiwilligen Schmetterlingszüchter.

Bei einem Rückblick auf die von mir im nördlichen Turkestan

beobachteten Schmetterlinge ergeben sich im Großen u. Ganzen die im 

Folgenden angeführten Hauptzüge; hiebei sollen nur die rund 40 größeren

Arten berücksichtigt werden. Als bestimmt mit deutschen Arten identisch

erwiesen sich ca. 50% der beobachteten Falter, als endemisch ca. 20%, die tiergeographische Zugehörigkeit der übrigen 30% ist mir derzeit nicht bekannt. Die Tagfalter zeigen nur

 eine einzige endemische Art, die restlichen 7 fallen den Nachtschmetterlingen zu; die auffallendsten  Vertreter der ersteren sind Weißlinge im weiteren Sinn (Pieridae), der letzteren  Eulen (Noctuina), Schwärmer (Sphingidae), Bären (Cheloniariae). Ob die eigenartige, wohl exotische (indische)  Art , die im Frühjahr in nur 2 Exemplaren gefangen wurde und sich durch einen Struwelpeterkopf, lange in kleine Fächer endigende Fühler u. schwarz-gelbe Flügelfärbung auszeichnet (Taf. XIX/17), den Tag oder Nachtfaltern zuzuzählen ist,  ist mir nicht bekannt; doch dürften sie, trotzdem sie nur am Tage fliegend beobachtet wurde, eher doch den letzteren angehören.

Osch, 31. August 1917 n.A.


 

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machte sich ihre Brut zu Beginn des Hochsommers weit unangenehmer

bemerkbar. In dieser Zeit krochen nämlich ihre gelbbraunen, lang u. 

dicht gelb behaarten Raupen von ihren Nährpflanzen, den knapp hinter 

der Kaserne in einer Allee gepflanzten Pyramidenpappeln in vielen

Hunderten von Exemplaren auf den Boden u. an dem einstöckigen

Gebäude wieder empor, um eine passende Ritze oder Spalte zur Ver-

puppung zu suchen. Boden u. Mauern waren außen von ihnen bedeckt,

sie drangen zahlreich durch die stets offenen Fenster in die Wohnräume 

u. machten sich's überall, aber leider auch in Pritschen, Decken u. Winter-

kleidern bequem, indem sie sich darin verpuppten, mit einem leichten

Gespinst umgaben u. nicht selten, namentlich unter Taschen u. Kragen-

klappen ein ziemliche Löcher in den Stoff fraßen, zum großen Leidwesen 

der unfreiwilligen Schmetterlingszüchter.

Bei einem Rückblick auf die von mir im nördlichen Turkestan

beobachteten Schmetterlinge ergeben sich im Großen u. Ganzen die im 

Folgenden angeführten Hauptzüge; hiebei sollen nur die rund 40 größeren

Arten berücksichtigt werden. Als bestimmt mit deutschen Arten identisch

erwiesen sich ca. 50% der beobachteten Falter, als endemisch ca. 20%, die tiergeographische Zugehörigkeit der übrigen 30% ist mir derzeit nicht bekannt. Die Tagfalter zeigen nur

 eine einzige endemische Art, die restlichen 7 fallen den Nachtschmetterlingen zu; die auffallendsten  Vertreter der ersteren sind Weißlinge im weiteren Sinn (Pieridae), der letzteren  Eulen (Noctuina), Schwärmer (Sphingidae), Bären (Cheloniariae). Ob die eigenartige, wohl exotische (indische)  Art , die im Frühjahr in nur 2 Exemplaren gefangen wurde und sich durch einen Struwelpeterkopf, lange in kleine Fächer endigende Fühler u. schwarz-gelbe Flügelfärbung auszeichnet (Taf. XIX/17), den Tag oder Nachtfaltern zuzuzählen ist,  ist mir nicht bekannt; doch dürften sie, trotzdem sie nur am Tage fliegend beobachtet wurde, eher doch den letzteren angehören.

Osch, 31. August 1917 n.A.


 


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  • February 24, 2017 21:55:25 Isabella Kollmann

    37

    machte sich ihre Brut zu Beginn des Hochsommer weit unangenehmer

    bemerkbar. In dieser Zeit krochen nämlich ihre gelbbraunen, lang u. 

    dicht gelb behaarten Raupen von ihren Nährpflanzen, den knapp hinter 

    der Kaserne in einer Allee gepflanzten Pyramidenpappeln in vielen

    Hunderten von Exemplaren auf dem Boden u. an dem einstöckigen

    Gebäude wieder empor, um eine passende Ritze oder Spalt zur Ver-

    puppung zu suchen. Boden u. Mauern waren außen von ihnen bede

    sie drangen zahlreich durch die stets offenen Fenster in die Wohnräume 

    u. machten sich'süberall, aber leider auch in Pritschen, Decken u. Winter-

    kleidern bequem, indem sie sich darin verpuppten, mit einem leichten

    Gespinst umgaben u. nicht selten, namentlich unter Taschen u. Kragen-

    klappen ein ziemliche Löcher in den Stoff fraßen, zum großen Leidwesen 

    der unfreiwilligen Schmetterlingszüchter.

    Bei einem Rückblick auf die von mir im nördlichen Turkestan

    beobachteten Schmetterlinge ergeben sich im Großen u. Ganzen die im 

    Folgenden angeführten Haupzüge; hiebei sollen nur die rund 40 größeren

    Arten berücksichtigt werden. Als bestimmt mit deutschen Arten iden

    tisch erwiesen sich ca. 50% der beobachteten Falter, als endemisch ...

    20%, die tiergeographische Zugehörigkeit der übrigen 30% ist mir 

    derzeit nicht bekannt. Die Tagfalter zeigen nur eine einzige ende-

    mische Art, die restlichen 7 fallen den Nachtschmetterlingen zu,; die

    auffallendsten Vertreter des ersteren sind Weißlinge im weiteren ...

    (Pieridae), der letzteren Eulen (Noctuina), Schwärmer (Sphingidae)

    Bären (Cheloniariae). Ob die eigenartige, wohl exotische (indische) 

    Art, die im Frühjahr in nur 2 Exemplaren gefangen wurde u. sich

    durch einen Struwelpeterkopf, lange in kleine Fächer endigende Fühler

    u. schwarz-gelbe Flügelfärbung auszeichnet (Taf. XIX/17.), den Tag oder 

    Nachtfaltern zuzuzählen ist, sit mir nicht bkeannt; doch dürften

    sie, trotzdem sie nur am Tage fliegend beobachtet wurde, eher d...

    letzteren angehören.


    Osek, 31. August 1917 n. ...

  • February 24, 2017 21:47:02 Isabella Kollmann

    37

    machte sich ihre Brut zu Beginn des Hochsommer weit unangenehmer

    bemerkbar. In dieser Zeit krochen nämlich ihre gelbbraunen, lang u. 

    dicht gelb behaarten Raupen von ihren Nährpflanzen, den knapp hinter 

    der Kaserne in einer Allee gepflanzten Pyramidenpappeln in vielen

    Hunderten von Exemplaren auf dem Boden u. an dem einstöckigen

    Gebäude wieder empor, um eine passende Ritze oder Spalt zur Ver-

    puppung zu suchen. Boden u. Mauern waren außen von ihnen bede

    sie drangen zahlreich durch die stets offenen Fenster in die Wohnräume 

    u. machten sich'süberall, aber leider auch in Pritschen, Decken u. Winter-

    kleidern bequem, indem sie sich darin verpuppten, mit einem leichten

    Gespinst umgaben u. nicht selten, namentlich unter Taschen u. Kragen-

    klappen ein ziemliche Löcher in den Stoff fraßen, zum großen Leidwesen 

    der unfreiwilligen Schmetterlingszüchter.

    Bei einem Rückblick auf die von mir im nördlichen Turkestan

    beobachteten Schmetterlinge ergeben sich im Großen u. Ganzen die im 

    Folgenden angeführten Haupzüge; hiebei sollen nur die rund 40 größeren

    Arten berücksichtigt werden. 


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    Kriegsgefangenenlager Perowsk

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20841 / 235918
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F&F
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