Kleiber Manuskript 06 - Käfer und Schmetterlinge, item 32

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Die Tagfalter (Diurna, Rhopalocera) erschienen erst spät im Jahre, im Hochsommer (Juni-August) u. waren noch im September häufig sichtbar. Über die niederen Dornsträucher kletternd oder auch in rascherem Fluge hinschießend, belebten sie mit wenigen Arten die Steppe.  Auffallend  waren bloß die Weißlinge u. Gelblinge (Pieris, Colias), die sich von dem düsteren Hintergrunde der Steppenvegetation schon von Weitem abhoben; die dunkler gefärbten Arten verschwanden völlig u. waren gewöhnlich bloß bei zufälligem Aufscheuchen sichtbar. Besonders auffällig, ja schmerzlich,  war das vollständige Fehlen unserer prachtvollen, lebhaft gefärbten, großen Tagfalter wie Schwalbenschwanz, Segelfalter, Trauermantel, Tagpfauenauge,  Admiral, Kaisermantel u.s.w.,  die einen so schönen Schmuck unserer blumenreichen Waldwiesen bilden; bloß den kosmopolitischen Distelfalter, der sich ja auf der ganzen Erde mit Ausnahme  Südamerikas vorfindet, sah ich ziemlich häufig überall in der  Steppe Disteln und Tamarisken anfliegen und begegnete ihm sogar Mitten in den Sanddünen. Er war wohl der schönste u. lebhafteste Vertreter der edleren Arten (Vanessa cardui Tafel XX/27), ein Schillerfalter (Apatura Tafel    ) war sehr selten. Desto häufiger waren die hübsch gezeichneten Scheckenfalter (Melitaea) in vielfachen Variationen (Melitaea didyma var. naeria  Tafel XX/28); sie die Weißlinge (Pieris,  Tafel XX/32.33) und die gelben Coliasarten ( Tafel XX/30.31) waren nebst einer gemeinen Anglerart (... narica,  Tafel XX/29) und den kleinen blauen und braunen Lycaenen die gewöhnlichsten Tagfalter; die letztgenannten wählten mit Vorliebe den Kameldorn zu Nachtruhe und es waren wohl auch die hellgrünen, kleinen Raupen, welche  auf diesem  Strauche  im Spätsommer in großer Zahl lebten. Selten sah ich die hübsche Hypermaestra Helios (Tafel XIX/16), die einzig mir bekannt gewordene endemische Tagfalterart, welche teils an den Apollo, teils an die Ritter erinnert u. wohl letzterer Familie angehört.  In den Sanddünen fand ich bloß den Distelfalter, den vorhin erwähnten Angler und eine kleine gelbrote, schwarzgefleckte Sigaritis (S. acama, Tafel XX/34) vor, dort in den heißen, zitternden  

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Die Tagfalter (Diurna, Rhopalocera) erschienen erst spät im Jahre, im Hochsommer (Juni-August) u. waren noch im September häufig sichtbar. Über die niederen Dornsträucher kletternd oder auch in rascherem Fluge hinschießend, belebten sie mit wenigen Arten die Steppe.  Auffallend  waren bloß die Weißlinge u. Gelblinge (Pieris, Colias), die sich von dem düsteren Hintergrunde der Steppenvegetation schon von Weitem abhoben; die dunkler gefärbten Arten verschwanden völlig u. waren gewöhnlich bloß bei zufälligem Aufscheuchen sichtbar. Besonders auffällig, ja schmerzlich,  war das vollständige Fehlen unserer prachtvollen, lebhaft gefärbten, großen Tagfalter wie Schwalbenschwanz, Segelfalter, Trauermantel, Tagpfauenauge,  Admiral, Kaisermantel u.s.w.,  die einen so schönen Schmuck unserer blumenreichen Waldwiesen bilden; bloß den kosmopolitischen Distelfalter, der sich ja auf der ganzen Erde mit Ausnahme  Südamerikas vorfindet, sah ich ziemlich häufig überall in der  Steppe Disteln und Tamarisken anfliegen und begegnete ihm sogar Mitten in den Sanddünen. Er war wohl der schönste u. lebhafteste Vertreter der edleren Arten (Vanessa cardui Tafel XX/27), ein Schillerfalter (Apatura Tafel    ) war sehr selten. Desto häufiger waren die hübsch gezeichneten Scheckenfalter (Melitaea) in vielfachen Variationen (Melitaea didyma var. naeria  Tafel XX/28); sie die Weißlinge (Pieris,  Tafel XX/32.33) und die gelben Coliasarten ( Tafel XX/30.31) waren nebst einer gemeinen Anglerart (... narica,  Tafel XX/29) und den kleinen blauen und braunen Lycaenen die gewöhnlichsten Tagfalter; die letztgenannten wählten mit Vorliebe den Kameldorn zu Nachtruhe und es waren wohl auch die hellgrünen, kleinen Raupen, welche  auf diesem  Strauche  im Spätsommer in großer Zahl lebten. Selten sah ich die hübsche Hypermaestra Helios (Tafel XIX/16), die einzig mir bekannt gewordene endemische Tagfalterart, welche teils an den Apollo, teils an die Ritter erinnert u. wohl letzterer Familie angehört.  In den Sanddünen fand ich bloß den Distelfalter, den vorhin erwähnten Angler und eine kleine gelbrote, schwarzgefleckte Sigaritis (S. acama, Tafel XX/34) vor, dort in den heißen, zitternden  

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F&F
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