Kriegszeitungen aus dem Besitz von Carl Popp, item 7
Transcription
Transcription history
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
Über die Tragweite der Geschosse verlautet manches Abenteuer-
liche. Man liest von 32 km und selbst von 44 km. Eine bestimmte
Zahl will ich nicht angeben. Aber jedenfalls schießt der Mörser weit,
und die vorläufig eingehaltenen Entfernungen werden von feindlichen
Geschützen nicht erreicht. Was bis jetzt über das Gewicht der Geschosse
geschrieben wurde, hat - trotz der zahlreichen verschiedenen Angaben -
das Tatsächliche nicht erraten.
_______________
Papier für Gold, Papier für Gold.
Aus dem Felde wird uns geschrieben:
"Um die finanzielle Kraft unsers Vaterlandes zu stärken, hält die
Reichsbank das Gold zurück, denn in diesem Kriege ist die finanzielle
Kriegsbereitschaft des Reiches zum Teil ausschlaggebend.
Völlig abgesehen aber davon, daß die Reichsbank das Gold unbedingt
nötig hat, ist es sogar falsch, in Feindesland in deutschem Golde zu be-
zahlen, denn es steht im Kurse höher als das fremde Gold, so daß jeder,
der in deutschem Golde zahlt, wenn auch unbewußt, das eigne Vaterland
schädigt. Dazu kommt, daß unser Papiergeld in den besetzten feindlichen
Gebieten Zwangskurs hat und von den Bewohnern zu seinem vollen Werte
angenommen werden muß. Auch das Silbergeld darf nicht durch Abfluß
ins Ausland dem Staate verloren gehen.
Darum soll alles Gold, das sich noch in den Händen der Kameraden
im Felde befindet, gegen Papiergeld eingetauscht werden, um sodann das
Gold durch die Zahlmeister an die Reichsbank abführen zu lassen.
Infolge dieses Hinweises sind in einem kleinen Kreise von etwa
1100 Köpfen in drei Tagen weit über 5000 M. in Gold durch Umwechseln
gesammelt und an die Reichsbank abgeführt worden."
Wir geben unsern Kameraden von obigem Schreiben Kenntnis
und empfehlen dringend, ebenso zu handeln. Es wäre mit Dank zu
begrüßen, wenn die Herren Kompanie=, Eskadron= und Batterieführer
sich der Sache annehmen wollten, um aufklärend zu wirken und
selbsttätig die Sammlung einzuleiten. Auch möchten wir die Auf-
merksamkeit aller Herren Offiziere, Sanitäts= und Veterinäroffiziere
sowie der Herren Beamten auf diese Frage lenken.
Der Vorstand des Deutschen Kriegerbundes.
Westphal,
Geheimer Regierungsrat, Geschäftsführender Vorsitzenden.
=========================
Die Rache ist mein.
Dramatisches Gedicht.
Gedanken von Renate.
O Gott, vom Himmel sieh darein,
Es wachsen unsrer Feinde Reih´n,
Um ganz uns zu verderben.
Uns übermannt der Rache Wut,
Wir lechzen nach der Dränger Blut,
Zu siegen oder sterben.
Mein deutsches Volk, hab nur Geduld,
Du hast so oft schon meine Huld
Im Lauf der Zeit erfahren.
Den Erdkreis komme richten ich; -
Gerechtigkeit soll fürchterlich
Auf Deine Feinde fahren.
Wir glauben, Herr, Du wirst uns nicht,
Bricht voll herein Dein Strafgericht,
In schwerer Not verlassen.
Wir haben zwar zu viel gefehlt,
Doch nun uns Hoffnung neu beseelt,
Da Deine Hand wir fassen.
Wirst Du, mein Volk, in Deiner Not
Befolgen gerne mein Gebot:
So sollst Du Wunder schauen:
Als Werkzeug wirst in meiner Hand
Du niederstrecken Engelland,
Das mich betrübt zum Grauen.
_______________________________
Fortsetzung in der Beilage.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
Über die Tragweite der Geschosse verlautet manches Abenteuer-
liche. Man liest von 32 km und selbst von 44 km. Eine bestimmte
Zahl will ich nicht angeben. Aber jedenfalls schießt der Mörser weit,
und die vorläufig eingehaltenen Entfernungen werden von feindlichen
Geschützen nicht erreicht. Was bis jetzt über das Gewicht der Geschosse
geschrieben wurde, hat - trotz der zahlreichen verschiedenen Angaben -
das Tatsächliche nicht erraten.
_______________
Papier für Gold, Papier für Gold.
Aus dem Felde wird uns geschrieben:
"Um die finanzielle Kraft unsers Vaterlandes zu stärken, hält die
Reichsbank das Gold zurück, denn in diesem Kriege ist die finanzielle
Kriegsbereitschaft des Reiches zum Teil ausschlaggebend.
Völlig abgesehen aber davon, daß die Reichsbank das Gold unbedingt
nötig hat, ist es sogar falsch, in Feindesland in deutschem Golde zu be-
zahlen, denn es steht im Kurse höher als das fremde Gold, so daß jeder,
der in deutschem Golde zahlt, wenn auch unbewußt, das eigne Vaterland
schädigt. Dazu kommt, daß unser Papiergeld in den besetzten feindlichen
Gebieten Zwangskurs hat und von den Bewohnern zu seinem vollen Werte
angenommen werden muß. Auch das Silbergeld darf nicht durch Abfluß
ins Ausland dem Staate verloren gehen.
Darum soll alles Gold, das sich noch in den Händen der Kameraden
im Felde befindet, gegen Papiergeld eingetauscht werden, um sodann das
Gold durch die Zahlmeister an die Reichsbank abführen zu lassen.
Infolge dieses Hinweises sind in einem kleinen Kreise von etwa
1100 Köpfen in drei Tagen weit über 5000 M. in Gold durch Umwechseln
gesammelt und an die Reichsbank abgeführt worden."
Wir geben unsern Kameraden von obigem Schreiben Kenntnis
und empfehlen dringend, ebenso zu handeln. Es wäre mit Dank zu
begrüßen, wenn die Herren Kompanie=, Eskadron= und Batterieführer
sich der Sache annehmen wollten, um aufklärend zu wirken und
selbsttätig die Sammlung einzuleiten. Auch möchten wir die Auf-
merksamkeit aller Herren Offiziere, Sanitäts= und Veterinäroffiziere
sowie der Herren Beamten auf diese Frage lenken.
Der Vorstand des Deutschen Kriegerbundes.
Westphal,
Geheimer Regierungsrat, Geschäftsführender Vorsitzenden.
=========================
Die Rache ist mein.
Dramatisches Gedicht.
Gedanken von Renate.
O Gott, vom Himmel sieh darein,
Es wachsen unsrer Feinde Reih´n,
Um ganz uns zu verderben.
Uns übermannt der Rache Wut,
Wir lechzen nach der Dränger Blut,
Zu siegen oder sterben.
Mein deutsches Volk, hab nur Geduld,
Du hast so oft schon meine Huld
Im Lauf der Zeit erfahren.
Den Erdkreis komme richten ich; -
Gerechtigkeit soll fürchterlich
Auf Deine Feinde fahren.
Wir glauben, Herr, Du wirst uns nicht,
Bricht voll herein Dein Strafgericht,
In schwerer Not verlassen.
Wir haben zwar zu viel gefehlt,
Doch nun uns Hoffnung neu beseelt,
Da Deine Hand wir fassen.
Wirst Du, mein Volk, in Deiner Not
Befolgen gerne mein Gebot:
So sollst Du Wunder schauen:
Als Werkzeug wirst in meiner Hand
Du niederstrecken Engelland,
Das mich betrübt zum Grauen.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
Über die Tragweite der Geschosse verlautet manches Abenteuer-
liche. Man liest von 32 km und selbst von 44 km. Eine bestimmte
Zahl will ich nicht angeben. Aber jedenfalls schießt der Mörser weit,
und die vorläufig eingehaltenen Entfernungen werden von feindlichen
Geschützen nicht erreicht. Was bis jetzt über das Gewicht der Geschosse
geschrieben wurde, hat - trotz der zahlreichen verschiedenen Angaben -
das Tatsächliche nicht erraten.
_______________
Papier für Gold, Papier für Gold.
Aus dem Felde wird uns geschrieben:
"Um die finanzielle Kraft unsers Vaterlandes zu stärken, hält die
Reichsbank das Gold zurück, denn in diesem Kriege ist die finanzielle
Kriegsbereitschaft des Reiches zum Teil ausschlaggebend.
Völlig abgesehen aber davon, daß die Reichsbank das Gold unbedingt
nötig hat, ist es sogar falsch, in Feindesland in deutschem Golde zu be-
zahlen, denn es steht im Kurse höher als das fremde Gold, so daß jeder,
der in deutschem Golde zahlt, wenn auch unbewußt, das eigne Vaterland
schädigt. Dazu kommt, daß unser Papiergeld in den besetzten feindlichen
Gebieten Zwangskurs hat und von den Bewohnern zu seinem vollen Werte
angenommen werden muß. Auch das Silbergeld darf nicht durch Abfluß
ins Ausland dem Staate verloren gehen.
Darum soll alles Gold, das sich noch in den Händen der Kameraden
im Felde befindet, gegen Papiergeld eingetauscht werden, um sodann das
Gold durch die Zahlmeister an die Reichsbank abführen zu lassen.
Infolge dieses Hinweises sind in einem kleinen Kreise von etwa
1100 Köpfen in drei Tagen weit über 5000 M. in Gold durch Umwechseln
gesammelt und an die Reichsbank abgeführt worden."
Wir geben unsern Kameraden von obigem Schreiben Kenntnis
und empfehlen dringend, ebenso zu handeln. Es wäre mit Dank zu
begrüßen, wenn die Herren Kompanie=, Eskadron= und Batterieführer
sich der Sache annehmen wollten, um aufklärend zu wirken und
selbsttätig die Sammlung einzuleiten. Auch möchten wir die Auf-
merksamkeit aller Herren Offiziere, Sanitäts= und Veterinäroffiziere
sowie der Herren Beamten auf diese Frage lenken.
Der Vorstand des Deutschen Kriegerbundes.
Westphal,
Geheimer Regierungsrat, Geschäftsführender Vorsitzenden.
=========================
Die Rache ist mein.
Dramatisches Gedicht.
Gedanken von Renate.
O Gott, vom Himmel sieh darein,
Es wachsen unsrer Feinde Reih´n,
Um ganz uns zu verderben.
Uns übermannt der Rache Wut,
Wir lechzen nach der Dränger Blut,
Zu siegen oder sterben.
Mein deutsches Volk, hab nur Geduld,
Du hast so oft schon meine Huld
Im Lauf der Zeit erfahren.
Den Erdkreis komme richten ich; -
Gerechtigkeit soll fürchterlich
Auf Deine Feinde fahren.
Wir glauben, Herr, Du wirst uns nicht,
Bricht voll herein Dein Strafgericht,
In schwerer Not verlassen.
Wir haben zwar zu viel gefehlt,
Doch nun uns Hoffnung neu beseelt,
Da Deine Hand wir fassen.
Wirst Du, mein Volk, in Deiner Not
Befolgen gerne mein Gebot:
So sollst Du Wunder schauen:
Als Werkzeug wirst in meiner Hand
Du niederstrecken Engelland,
Das mich betrübt zum Grauen.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
Über die Tragweite der Geschosse verlautet manches Abenteuer-
liche. Man liest von 32 km und selbst von 44 km. Eine bestimmte
Zahl will ich nicht angeben. Aber jedenfalls schießt der Mörser weit,
und die vorläufig eingehaltenen Entfernungen werden von feindlichen
Geschützen nicht erreicht. Was bis jetzt über das Gewicht der Geschosse
geschrieben wurde, hat - trotz der zahlreichen verschiedenen Angaben -
das Tatsächliche nicht erraten.
_______________
Papier für Gold, Papier für Gold.
Aus dem Felde wird uns geschrieben:
"Um die finanzielle Kraft unsers Vaterlandes zu stärken, hält die
Reichsbank das Gold zurück, denn in diesem Kriege ist die finanzielle
Kriegsbereitschaft des Reiches zum Teil ausschlaggebend.
Völlig abgesehen aber davon, daß die Reichsbank das Gold unbedingt
nötig hat, ist es sogar falsch, in Feindesland in deutschem Golde zu be-
zahlen, denn es steht im Kurse höher als das fremde Gold, so daß jeder,
der in deutschem Golde zahlt, wenn auch unbewußt, das eigne Vaterland
schädigt. Dazu kommt, daß unser Papiergeld in den besetzten feindlichen
Gebieten Zwangskurs hat und von den Bewohnern zu seinem vollen Werte
angenommen werden muß. Auch das Silbergeld darf nicht durch Abfluß
ins Ausland dem Staate verloren gehen.
Darum soll alles Gold, das sich noch in den Händen der Kameraden
im Felde befindet, gegen Papiergeld eingetauscht werden, um sodann das
Gold durch die Zahlmeister an die Reichsbank abführen zu lassen.
Infolge dieses Hinweises sind in einem kleinen Kreise von etwa
1100 Köpfen in drei Tagen weit über 5000 M. in Gold durch Umwechseln
gesammelt und an die Reichsbank abgeführt worden."
Wir geben unsern Kameraden von obigem Schreiben Kenntnis
und empfehlen dringend, ebenso zu handeln. Es wäre mit Dank zu
begrüßen, wenn die Herren Kompanie=, Eskadron= und Batterieführer
sich der Sache annehmen wollten, um aufklärend zu wirken und
selbsttätig die Sammlung einzuleiten. Auch möchten wir die Auf-
merksamkeit aller Herren Offiziere, Sanitäts= und Veterinäroffiziere
sowie der Herren Beamten auf diese Frage lenken.
Der Vorstand des Deutschen Kriegerbundes.
Westphal,
Geheimer Regierungsrat, Geschäftsführender Vorsitzenden.
=========================
Die Rache ist mein.
Dramatisches Gedicht.
Gedanken von Renate.
O Gott, vom Himmel sieh darein,
Es wachsen unsrer Feinde Reih´n,
Um ganz uns zu verderben.
Uns übermannt der Rache Wut,
Wir lechzen nach der Dränger Blut,
Zu siegen oder sterben.
Mein deutsches Volk, hab nur Geduld,
Du hast so oft schon meine Huld
Im Lauf der Zeit erfahren.
Den Erdkreis komme richten ich; -
Gerechtigkeit soll fürchterlich
Auf Deine Feinde fahren.
Wir glauben, Herr, Du wirst uns nicht,
Bricht voll herein Dein Strafgericht,
In schwerer Not verlassen.
Wir haben zwar zu viel gefehlt,
Doch nun uns hoffungneu beseelt,
Da Deine Hand wir fassen.
Wirst Du, mein Volk, in Deiner Not
Befolgen gerne mein Gebot:
So sollst Du Wunder schauen:
Als Werkzeug wirst in meiner Hand
Du niederstrecken Engelland,
Das mich betrübt zum Grauen.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
Über die Tragweite der Geschosse verlautet manches Abenteuer-
liche. Man liest von 32 km und selbst von 44 km. Eine bestimmte
Zahl will ich nicht angeben. Aber jedenfalls schießt der Mörser weit,
und die vorläufig eingehaltenen Entfernungen werden von feindlichen
Geschützen nicht erreicht. Was bis jetzt über das Gewicht der Geschosse
geschrieben wurde, hat - trotz der zahlreichen verschiedenen Angaben -
das Tatsächliche nicht erraten.
_______________
Papier für Gold, Papier für Gold.
Aus dem Felde wird uns geschrieben:
"Um die finanzielle Kraft unsers Vaterlandes zu stärken, hält die
Reichsbank das Gold zurück, denn in diesem Kriege ist die finanzielle
Kriegsbereitschaft des Reiches zum Teil ausschlaggebend.
Völlig abgesehen aber davon, daß die Reichsbank das Gold unbedingt
nötig hat, ist es sogar falsch, in Feindesland in deutschem Golde zu be-
zahlen, denn es steht im Kurse höher als das fremde Gold, so daß jeder,
der in deutschem Golde zahlt, wenn auch unbewußt, das eigne Vaterland
schädigt. Dazu kommt, daß unser Papiergeld in den besetzten feindlichen
Gebieten Zwangskurs hat und von den Bewohnern zu seinem vollen Werte
angenommen werden muß. Auch das Silbergeld darf nicht durch Abfluß
ins Ausland dem Staate verloren gehen.
Darum soll alles Gold, das sich noch in den Händen der Kameraden
im Felde befindet, gegen Papiergeld eingetauscht werden, um sodann das
Gold durch die Zahlmeister an die Reichsbank abführen zu lassen.
Infolge dieses Hinweises sind in einem kleinen Kreise von etwa
1100 Köpfen in drei Tagen weit über 5000 M. in Gold durch Umwechseln
gesammelt und an die Reichsbank abgeführt worden."
Wir geben unsern Kameraden von obigem Schreiben Kenntnis
und empfehlen dringend, ebenso zu handeln. Es wäre mit Dank zu
begrüßen, wenn die Herren Kompanie=, Eskadron= und Batterieführer
sich der Sache annehmen wollten, um aufklärend zu wirken und
selbsttätig die Sammlung einzuleiten. Auch möchten wir die Auf-
merksamkeit aller Herren Offiziere, Sanitäts= und Veterinäroffiziere
sowie der Herren Beamten auf diese Frage lenken.
Der Vorstand des Deutschen Kriegerbundes.
Westphal,
Geheimer Regierungsrat, Geschäftsführender Vorsitzenden.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
Über die Tragweite der Geschosse verlautet manches Abenteuer-
liche. Man liest von 32 km und selbst von 44 km. Eine bestimmte
Zahl will ich nicht angeben. Aber jedenfalls schießt der Mörser weit,
und die vorläufig eingehaltenen Entfernungen werden von feindlichen
Geschützen nicht erreicht. Was bis jetzt über das Gewicht der Geschosse
geschrieben wurde, hat - trotz der zahlreichen verschiedenen Angaben -
das Tatsächliche nicht erraten.
_______________
Papier für Gold, Papier für Gold.
Aus dem Felde wird uns geschrieben:
"Um die finanzielle Kraft unsers Vaterlandes zu stärken, hält die
Reichsbank das Gold zurück, denn in diesem Kriege ist die finanzielle
Kriegsbereitschaft des Reiches zum Teil ausschlaggebend.
Völlig abgesehen aber davon, daß die Reichsbank das Gold unbedingt
nötig hat, ist es sogar falsch, in Feindesland in deutschem Golde zu be-
zahlen, denn es steht im Kurse höher als das fremde Gold, so daß jeder,
der in deutschem Golde zahlt, wenn auch unbewußt, das eigne Vaterland
schädigt. Dazu kommt, daß unser Papiergeld in den besetzten feindlichen
Gebieten Zwangskurs hat und von den Bewohnern zu seinem vollen Werte
angenommen werden muß. Auch das Silbergeld darf nicht durch Abfluß
ins Ausland dem Staate verloren gehen.
Darum soll alles Gold, das sich noch in den Händen der Kameraden
im Felde befindet, gegen Papiergeld eingetauscht werden, um sodann das
Gold durch die Zahlmeister an die Reichsbank abführen zu lassen.
Infolge dieses Hinweises sind in einem kleinen Kreise von etwa
1100 Köpfen in drei Tagen weit über 5000 M. in Gold durch Umwechseln
gesammelt und an die Reichsbank abgeführt worden."
Wir geben unsern Kameraden von obigem Schreiben Kenntnis
und empfehlen dringend, ebenso zu handeln. Es wäre mit Dank zu
begrüßen, wenn die Herren Kompanie=, Eskadron= und Batterieführer
sich der Sache annehmen wollten, um aufklärend zu wirken und
selbsttätig die Sammlung einzuleiten. Auch möchten wir die Auf-
merksamkeit aller Herren Offiziere, Sanitäts= und Veterinäroffiziere
sowie der Herren Beamten auf diese Frage lenken.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
Über die Tragweite der Geschosse verlautet manches Abenteuer-
liche. Man liest von 32 km und selbst von 44 km. Eine bestimmte
Zahl will ich nicht angeben. Aber jedenfalls schießt der Mörser weit,
und die vorläufig eingehaltenen Entfernungen werden von feindlichen
Geschützen nicht erreicht. Was bis jetzt über das Gewicht der Geschosse
geschrieben wurde, hat - trotz der zahlreichen verschiedenen Angaben -
das Tatsächliche nicht erraten.
_______________
Papier für Gold, Papier für Gold.
Aus dem Felde wird uns geschrieben:
"Um die finanzielle Kraft unsers Vaterlandes zu stärken, hält die
Reichsbank das Gold zurück, denn in diesem Kriege ist die finanzielle
Kriegsbereitschaft des Reiches zum Teil ausschlaggebend.
Völlig abgesehen aber davon, daß die Reichsbank das Gold unbedingt
nötig hat, ist es sogar falsch, in Feindesland in deutschem Golde zu be-
zahlen, denn es steht im Kurse höher als das fremde Gold, so daß jeder,
der in deutschem Golde zahlt, wenn auch unbewußt, das eigne Vaterland
schädigt. Dazu kommt, daß unser Papiergeld in den besetzten feindlichen
Gebieten Zwangskurs hat und von den Bewohnern zu seinem vollen Werte
angenommen werden muß. Auch das Silbergeld darf nicht durch Abfluß
ins Ausland dem Staate verloren gehen.
Darum soll alles Gold, das sich noch in den Händen der Kameraden
im Felde befindet, gegen Papiergeld eingetauscht werden, um sodann das
Gold durch die Zahlmeister an die Reichsbank abführen zu lassen.
Infolge dieses Hinweises sind in einem kleinen Kreise von etwa
1100 Köpfen in drei Tagen weit über 5000 M. in Gold durch Umwechseln
gesammelt und an die Reichsbank abgeführt worden."
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
Über die Tragweite der Geschosse verlautet manches Abenteuer-
liche. Man liest von 32 km und selbst von 44 km. Eine bestimmte
Zahl will ich nicht angeben. Aber jedenfalls schießt der Mörser weit,
und die vorläufig eingehaltenen Entfernungen werden von feindlichen
Geschützen nicht erreicht. Was bis jetzt über das Gewicht der Geschosse
geschrieben wurde, hat - trotz der zahlreichen verschiedenen Angaben -
das Tatsächliche nicht erraten.
_______________
Papier für Gold, Papier für Gold.
Aus dem Felde wird uns geschrieben:
"Um die finanzielle Kraft unsers Vaterlandes zu stärken, hält die
Reichsbank das Gold zurück, denn in diesem Kriege ist die finanzielle
Kriegsbereitschaft des Reiches zum Teil ausschlaggebend.
Völlig abgesehen aber davon, daß die Reichsbank das Gold unbedingt
nötig hat, ist es sogar falsch, in Feindesland in deutschem Golde zu be-
zahlen, denn es steht im Kurse höher als das fremde Gold, so daß jeder,
der in deutschem Golde zahlt, wenn auch unbewußt, das eigne Vaterland
schädigt. Dazu kommt, daß unser Papiergeld in den besetzten feindlichen
Gebieten Zwangskurs hat und von den Bewohnern zu seinem vollen Werte
angenommen werden muß. Auch das Silbergeld darf nicht durch Abfluß
ins Ausland dem Staate verloren gehen.
Darum soll alles Gold, das sich noch in den Händen der Kameraden
im Felde befindet, gegen Papiergeld eingetauscht werden, um sodann das
Gold durch die Zahlmeister an die Reichsbank abführen zu lassen.
Infolge dieses Hinweises sind in einem kleinen Kreise von etwa
1100 Köpfen in drei Tagen weit über 5000 M. in Gold durch Umwechseln
gesammelt und an die Reichsbank abgeführt worden."
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
Über die Tragweite der Geschosse verlautet manches Abenteuer-
liche. Man liest von 32 km und selbst von 44 km. Eine bestimmte
Zahl will ich nicht angeben. Aber jedenfalls schießt der Mörser weit,
und die vorläufig eingehaltenen Entfernungen werden von feindlichen
Geschützen nicht erreicht. Was bis jetzt über das Gewicht der Geschosse
geschrieben wurde, hat - trotz der zahlreichen verschiedenen Angaben -
das Tatsächliche nicht erraten.
_______________
Papier für Gold, Papier für Gold.
Aus dem Felde wird uns geschrieben:
"Um die finanzielle Kraft unsers Vaterlandes zu stärken, hält die
Reichsbank das Gold zurück, denn in diesem Kriege ist die finanzielle
Kriegsbereitschaft des Reiches zum Teil ausschlaggebend.
Völlig abgesehen aber davon, daß die Reichsbank das Gold unbedingt
nötig hat, ist es sogar falsch, in Feindesland in deutschem Golde zu be-
zahlen, denn es steht im Kurse höher als das fremde Gold, so daß jeder,
der in deutschem Golde zahlt, wenn auch unbewußt, das eigne Vaterland
schädigt. Dazu kommt, daß unser Papiergeld in den besetzten feindlichen
Gebieten Zwangskurs hat und von den Bewohnern zu seinem vollen Werte
angenommen werden muß. Auch das Silbergeld darf nicht durch Abfluß
ins Ausland dem Statte verloren gehen.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
Über die Tragweite der Geschosse verlautet manches Abenteuer-
liche. Man liest von 32 km und selbst von 44 km. Eine bestimmte
Zahl will ich nicht angeben. Aber jedenfalls schießt der Mörser weit,
und die vorläufig eingehaltenen Entfernungen werden von feindlichen
Geschützen nicht erreicht. Was bis jetzt über das Gewicht der Geschosse
geschrieben wurde, hat - trotz der zahlreichen verschiedenen Angaben -
das Tatsächliche nicht erraten.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
Über die Tragweite der Geschosse verlautet manches Abenteuer-
liches. Man liest von 32 km und selbst von 44 km. Eine bestimmte
Zahl will ich nicht angeben. Aber jedenfalls schießt der Mörser weit,
und die vorläufig eingehaltenen Entfernungen werden von feindlichen
Geschützen nicht erreicht. Was bis jetzt über da Gewicht der Geschosse
geschrieben wurde, hat - trotz der zahlreichen verschiedenen Angaben -
das Tatsächliche nicht erraten.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
Über die Tragweite der Geschosse verlautet manches Abenteuer-
liches. Man liest von 32 km und selbst von 44 km.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
rechte Spalte
Die Einzelheiten, die über das Geschütz in den letzten beiden
Monaten bekannt geworden sind, begründen sich auf Vermutungen.
Die "Züricher Post" läßt den Schuß auf 48000 M. bewerten und
die französischen Blätter berechnen ihn nach dem "Standard" auf
35000 Franken.
Dann die Lebensfähigkeit: man hat sie zuerst unbegrenzt
genannt. Das ist natürlich Unsinn. Aber bekanntlich sind die Mörser
langlebiger als lange Geschütze; und wenn man annehmen darf, daß
zum Beispiel lange englische Schiffskanonen infolge ihrer Draht-
konstruktion etwa 80 Schüsse aushalten entgegen den mindestens 250
unsrer langen Kanonen, so ergibt sich, daß man unsern 42ern schon
einige Leistungsfähigkeit zutrauen kann.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: Über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zulässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberraschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zuässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberaschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffallen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zuässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
Es scheint sich aus solchen Mitteilungen im Publikum die
Meinung festgesetzt zu haben, als ob die Mörser entweder noch
Kruppsches Eigentum wären oder jetzt erst an die Heeresverwaltung
übergegangen seien. Beides ist unrichtig: die Versuche mit den
42 cm=Mörsern liegen mehr als sechs Jahre zurück und
wurden von der Artillerieprüfungskommission Berlin vorgenommen,
worauf die Geschütze dem Vorschlage der Kommission entsprechend
durch das Kriegsministerium eingeführt wurden.
Selbstverständlich sind seit einer Reihe von Jahren Offiziere und
Mannschaften planmäßig an dem Mörser ausgebildet worden. Daß
er trotzdem als eine Kriegsüberaschung erst 1914 bekannt wird, ist
nicht weiter verwunderlich. Oder soll die langgewahrte Verschwiegen-
heit auffllen? Sie ist doch ohne weiters Soldatenpflicht!
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zuässigen Punkte herauszugreifen:
Zunächst muß es uns Artilleristen doch langsam ärgern, daß
immerwährend Kruppsche Ingenieure als Bedienungsmannschaften der
großen Mörser gesehen werden wollen. Ein Berliner Blatt ging
kürzlich sogar so weit, von "eleganten Herren in Cutaways" zu sprechen
- während vom ersten Tage an, an dem die Mörser in
Tätigkeit traten, ausschließlich uniformierte regelrechte
Artilleristen des deutschen Heeres, die in keinem Verhältnis zu den
Kruppschen Werken stehen, die Mörser bedient haben und bedienen.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, mit einem höhern deutschen
Artillerieoffizier über das Thema zu sprechen, und bin in der Lage,
aus dem Rahmen der Unterhaltung die folgenden zur Veröffentlichung
zuässigen Punkte herauszugreifen:
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
______________________________
Märchen über die großen Brummer.
Amtlich wird durch W.T.B. mitgeteilt: über das deutsche
42 cm= Belagerungsgeschütz werden fortgesetzt allerlei Gerüchte
verbreitet. Während von einigen Seiten die Existenz dieses Geschützes
überhaupt in Frage gestellt wird, werden anderseits Beschreibungen,
Zahlenangaben und Abbildungen veröffentlicht, die sich darauf
beziehen sollen. Das eine ist ebenso falsch wie das andre. Nach-
dem vom Großen Generalstab unter Nennung dieses Geschützes
Photographien der damit gegen die Lütticher Forts erreichten
Wirkung veröffentlicht worden sind, steht sein Vorhandensein außer
Zweifel. Abbildungen und irgendwelche sonstige Angaben über
dieses Geschütz sind jedoch nicht bekannt gegeben worden, und alles
darüber Veröffentlichte beruht nur auf Vermutungen, die einer
verläßlichen Grundlage entbehren und durchweg ganz irrig sind.
Ferner lesen wir in der halbamtlichen "Norddeutschen Allgemeinen
Zeitung":
Wiederum kommen auf dem Umwege über die Schweizer Zeitungen
ausführliche Beschreibungen der 42 cm=Mörser zu uns, die, trotz ihrer
fast als zuverlässig erscheinenden Aufmachung, als Federphantasien
abgelehnt werden müssen. Die "Münchner Neuesten Nachrichten"
erhalten dazu folgende Zuschrift:
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
*
Seegefecht am Bosporus.
Nach einer amtlichen Meldung aus Konstantinopel machten
einige russische Torpedoboote den Versuch, die Ausfahrt
der türkischen Flotte in das Schwarze Meer zu verhindern.
Die türkische Flotte eröffnete auf die russischen Schiffe ihr
Feuer und brachte zwei Fahrzeuge zum Sinken. Es
wurden 86 Russen, darunter 3 Offiziere, gefangen, Die
Türken hatten keine Verluste.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraft verleihen, zu siegen.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den Wage-
mut der Türkei, die seit 1911 zwei große Kriege hinter sich hat,
staunen, wenn man nicht wüßte, wie trefflich die Türkei in den
letzten Jahren an ihrer Wiederaufrichtung gearbeitet hat und
wie einmütig die Bevölkerung hinter der Regierung steht. Noch nie
hat man, wie zuverlässige Berichte verkünden, in der Türkei eine
Mobilisierung so sorgfältig, so umsichtig ausgeführt wie die jetzige.
Es ist ein Krieg um Sein oder Nichtsein, den die Türkei jetzt ficht,
und diese Gewißheit wird ihr die Kraf veleien, zu siegen.
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
Jetzt ist für die Türkei nach der Ansicht ihrer leitenden Staats-
männer der heiß ersehnte Augenblick gekommen, die jahre= und
jahrzehntelangen Anschläge Rußlands und Englands auf ihre staatliche
Selbständigkeit zu zerstören. Jetzt oder nie. Denn ein siegreicher
Dreiverband würde vollenden, was die ränkevolle Diplomatie Peters-
burgs und Londons lange vorbereitet hat: den Zerfall der
Türkei, die Aufteilung dessen, was der Balkankrieg von der Türkei
übriggelassen hat.
Der Krieg der Türkei gegen Rußland ist natürlich auch der Krieg
gegen die Bundesgenossen Rußlands. Man könnte über den
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
linke Spalte
-
180 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
Description
Save description- 50.6293465||3.05707689999997||||1
Lille, Frankreich
Location(s)
Story location Lille, Frankreich
- ID
- 12998 / 199713
- Contributor
- Uta Hentschel
Login to edit the languages
Login to edit the fronts
- Western Front
Login to add keywords
- Propaganda






































































Login to leave a note