Kriegszeitungen aus dem Besitz von Carl Popp, item 62

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 linke Seite  

                                   D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

 linke Spalte 

   Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

 

                                   November 1918.

2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

       eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

       parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

       der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

       Proletariat wird bewaffnet.

6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

       abgereist.

           Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

       bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

       zutreten. 

7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

       Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

       Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

       Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

           König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

       München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

          Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

       Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

       werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

       einzelte Straßenkämpfe statt.

10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

       Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

       bekannt gegeben.

           Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

       Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

       Ebert und Haase.

            Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

       front eingestellt.

             Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

       deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

        Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

            Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

       erklärt.

19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

       gegen die deutsche Herrschaft.

25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

       um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

       bestimmungen zu dokumentieren.

26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

           

                                 Dezember 1918.

1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

        heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

        fügung gestellt werden sollen.

4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

        Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

        ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

        besetzten linken Rheinufers.

10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

        die Republik verpflichtet.

12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

        verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

        Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

         Volkswehren.

               Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

         gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

         Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

        Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

        baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

        ernstlich gefährdet.

20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

        Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

        Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


 rechte Spalte 

27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

       kanischer Eskorte aus Danzig ein.

29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

       aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

           In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

       deutschfeindliche Demonstrationen statt.

30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

       recht verhängt.

31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

       pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

       eine große allgemeine Vermögensabgabe.

           Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

       und Oberschlesien um sich.

                                                                   *


                                                 Januar 1919.

1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

       Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

            Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

      Ministerium aus.

4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

           In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

       Polen und den Heimatschutztruppen.

           Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

        Bentschen.

           Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

        Grenzschutzes.

5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

            Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

       entsetzt.

6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

       greifen des Spartakismus. 

            Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

       der Regierungstruppen ernannt.

            In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

       die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

      wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

            Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

       Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

       Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

             Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

            In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

            Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

       Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

            In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

       angestellten empfindlich gestört.

14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

       wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

            Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

       Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

       nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

           Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

       (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

       wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

            Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

        der Bergwerke.

19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

        versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

        gewählt werden:

                    Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                   Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                   Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                   Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                   Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                  Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                  Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

       Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

       des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

       der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

       Kommission aus.

26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                 Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                 Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                 Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                 Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                 Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                 Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                 Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


 rechte Seite 


 linke Spalte  

29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

       die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

       des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                          Februar 1919.

4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

       Regierungsdivision  Gerstenberg.

6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

       erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

       gabe unserer Kriegsgefangenen.

10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

       stillstandskommission unterzeichnet.

11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

       beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

       linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

       nicht überschritten werden darf.

15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

       Milliarden Mark zu. 

            Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

       schewismus.

18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

       Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

       Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

       schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

       Reichswehr angenommen.

            Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

       ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                            März 1919.

2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

       und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

            In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

       streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

       Kampfe unterdrückt. 

10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

       teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

       Deutschland unterzeichnet.

20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

       sischen General Nudant abgebrochen.

             In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

       der Lebensmittelschiffe vereitelt.

25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

       Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

       von der deutschen Regierung abgelehnt.

27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

       gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

       zustand verhängt.

             Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                      April 1919.

5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

      und Betriebsräte zu verankern.

7.   In München wird die Räterepublik beschlossen.

9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

      öffnet.

            In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

      durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

            In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

       industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

       Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

       Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

             An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

       wird Dernburg Finanzminister.

17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

       General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

       Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

20.  Die Entente lädt die deutsche Friedensdelegation zum 25. April nach

        Versailles zur Empfangnahme der Friedenspräliminarien ein.

22.  In Hamburg wird wegen schwerer spartakistischen Ausschreitungen

       der Belagerungszustand verhängt.

 24. Die deutsche Reichsregierung veröffentlicht einen von ihr ausgearbeiteten

       Entwurf für einen Völkerbund.

              Ueber das Gebiet des Freistaates Sachsen wird wegen sparta-

       kistischer Umtriebe der Belagerungszustand verhängt.

27.  Durch eine Verfügung der Reichsregierung wird den Kriegs-

       beschädigten und deren Hinterbliebenen vom 1. Juni ab

       eine erhöhte Teuerungszulage gewährt. Außerdem wird eine

      großzügige Kriegsbeschädigtenfürsorge in Aussicht gestellt.

29. Die deutsche Friedensdelegation reist nach Versailles ab.

            Generalfeldmarschall von Hindenburg gibt der Reichs-

       regierung seinen Rücktritt mit Abschluß der Friedensverhandlungen

       bekannt.

                               

                                                    Mai 1919.

1.   In ganz Deutschland wird der 1. Mai als Feiertag für die allgemeinen

      Menschheitsideale, Völkerversöhnung, Kriegsgefangenenbefreiung und

      sozialistische Zukunftsideale gefeiert.

2.   Nach hartnäckigen Kämpfen wird in München die bayrische Spartakisten-

      herrschaft von den Regierungstruppen gestürzt.

3.   In der Berliner Handelskammer hält der neue Reichsfinanzminister

      Denburg einen bedeutsamen Vortrag über die schwierige deutsche

      Finanzlage.

4. - 11.  In ganz Deutschland findet eine Opferwoche zugunsten der

      Kriegsgefangenen statt, die ein gewaltiges Ergebnis zeitigt.

7.   In Versailles werden der deutschen Friedensdelegation die ver-

      nichtenden Bedingungen über den Gewaltfrieden der Entente überreicht.

9. - 16.  Die deutschen Regierungen verhängen anläßlich der ungeheuer-

      lichen Friedensbedingungen eine Trauerwoche über das ganze Reich.

10. Der Vorsitzende der deutschen  Friedensdelegation übergibt in Versailles

       zwei Protestnoten gegen den Vergewaltigungsfrieden.

11. In ganz Deutschland finden Massenprotestversammlungen

      gegen den Gewaltfrieden statt.

12. Die Nationalversammlung tritt in Berlin zusammen und erklärt den

      Friedensvorschlag einmütig für unannehmbar.  

21. Der Major Pabst von Ohein, welcher sich unserer Kriegsgefangenen

      mit größter Entschiedenheit angenommen hatte, scheidet infolge feind-

      lichen Drucks aus der Kriegsgefangenen-Kommission aus.

          In Bamberg tritt der bayrische Landtag zum ersten Male  seit

      Beseitigung der Spartakistenherrschaft zusammen.  

22. Auf ihre energische Protestnote wird der deutschen Friedenskommission  

      die feindliche Antwort erteilt, worin in höhnischen Worten jedes Ent-

      gegenkommen zugunsten der Kriegsgefangenen abgelehnt wird.    

28. Die Reichsregierung erläßt eine Warnung gegen die hochverräterischen

      Lösungsbestrebungen in den Rheinlanden.

29. In Versailles werden von der deutschen Friedensdelegation die be-

      deutsamen Gegenvorschläge für einen Friedensvertrag gemacht.     


                                                    Juni 1919.

1.   In den Rheinlanden wird der landesverräterische Versuch zur Bildung

      selbständiger Republiken von der entrüsteten treudeutschen Bevölkerung

      jämmerlich vereitelt.

3.   Die deutsche Reichsregierung läßt durch Minister Erzberger einen

      geharnischten Protest gegen die französischen Umtriebe im Rheinlande

      überreichen.

5.   In München wird der Spartakistenführer Levins standrechtlich

      erschossen.

10. In Weimar wird der sozialdemokratische Parteitag mit bedeutsamen

      Erklärungen der Minister Noske und Scheidemann eröffnet.

20. Rücktritt des Gesamtkabinetts.

21. Im Hinblick auf die Unterzeichnung des Friedensvertrages wird ein

      neues Kabinett gebildet: Präsident des Reichsministeriums Bauer;

      Reichsminister des Auswärtigen: Hermann Müller; Inneres:

      Dr. David; Vertreter des Reichsministerpräsidenten und Reichminister (sic)

      der Finanzen: Erzberger; Reichswirtschaftsminister: Wissel; 

      Reichsarbeitsminister: Schlicke; Reichsschatzminister: Mayer-Kauf-

      beuren; Reichspostminister: Giesberts; Reichsverkehrsminister und

      weiter betraut mit der Führung des Reichskolonialamts: Dr. Bell;

      Reichswehrminister: Noske, Reichsernährungsminister: Schmidt;

      Reichsjustizminister: bleibt offen.

            Versenkung der gesamten deutschen, in England internierten

      Schlachtflotte durch die deutsche Besatzung, unter Führung von

      Konteradmiral von Reuter, auf Grund des vom Deutschen Kaiser

      im Jahre 1914 gegebenen Befehls, daß die Schiffe niemals in

      Feindeshand fallen dürfen.

23. Fristablauf des Ultimatums der Entente. Die Nationalversammlung

      erklärt sich für die Unterzeichnung des Friedensvertrages bereit.

25. Appell der Reichsregierung an die Pflichttreue des Volkes.

29. Der Friedensvertrag wird durch den Reichsminister des Auswärtigen

      Hermann Müller und Reichsverkehrsminister Dr. Bell, nach-

      mittags 3 Uhr im Schloß Versailles unterzeichnet.


                                            Juli 1919.

3.   Hindenburgs Abschied. Auflösung der Obersten Heeresleitung.

7.   Hindenburg, Ludendorff, Bethmann-Hollweg, und alle

      führenden Männer der kaiserlichen Regierung stellen sich der Entente

      anstelle des Kaisers zur Verfügung. Aufflammen einer Bewegung

      in Deutschland gegen die Auslieferung des Kaisers.

8.   Der Staatenausschuß des Deutschen Reiches stimmt der Ratifikation

      des Friedensvertrages zu.

9.   Schwere revolutionäre Unruhen beginnen in Italien.

10. Zusage der Alliierten für den Beginn des Abtransportes der deutschen

      Kriegsgefangenen nach der Heimat.

     

 

      



   

 

      


       




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   Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

 

                                   November 1918.

2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

       eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

       parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

       der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

       Proletariat wird bewaffnet.

6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

       abgereist.

           Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

       bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

       zutreten. 

7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

       Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

       Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

       Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

           König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

       München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

          Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

       Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

       werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

       einzelte Straßenkämpfe statt.

10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

       Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

       bekannt gegeben.

           Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

       Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

       Ebert und Haase.

            Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

       front eingestellt.

             Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

       deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

        Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

            Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

       erklärt.

19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

       gegen die deutsche Herrschaft.

25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

       um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

       bestimmungen zu dokumentieren.

26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

           

                                 Dezember 1918.

1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

        heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

        fügung gestellt werden sollen.

4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

        Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

        ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

        besetzten linken Rheinufers.

10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

        die Republik verpflichtet.

12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

        verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

        Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

         Volkswehren.

               Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

         gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

         Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

        Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

        baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

        ernstlich gefährdet.

20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

        Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

        Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


 rechte Spalte 

27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

       kanischer Eskorte aus Danzig ein.

29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

       aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

           In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

       deutschfeindliche Demonstrationen statt.

30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

       recht verhängt.

31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

       pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

       eine große allgemeine Vermögensabgabe.

           Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

       und Oberschlesien um sich.

                                                                   *


                                                 Januar 1919.

1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

       Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

            Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

      Ministerium aus.

4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

           In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

       Polen und den Heimatschutztruppen.

           Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

        Bentschen.

           Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

        Grenzschutzes.

5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

            Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

       entsetzt.

6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

       greifen des Spartakismus. 

            Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

       der Regierungstruppen ernannt.

            In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

       die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

      wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

            Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

       Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

       Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

             Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

            In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

            Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

       Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

            In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

       angestellten empfindlich gestört.

14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

       wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

            Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

       Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

       nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

           Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

       (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

       wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

            Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

        der Bergwerke.

19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

        versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

        gewählt werden:

                    Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                   Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                   Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                   Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                   Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                  Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                  Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

       Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

       des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

       der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

       Kommission aus.

26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                 Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                 Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                 Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                 Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                 Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                 Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                 Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


 rechte Seite 


 linke Spalte  

29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

       die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

       des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                          Februar 1919.

4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

       Regierungsdivision  Gerstenberg.

6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

       erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

       gabe unserer Kriegsgefangenen.

10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

       stillstandskommission unterzeichnet.

11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

       beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

       linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

       nicht überschritten werden darf.

15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

       Milliarden Mark zu. 

            Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

       schewismus.

18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

       Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

       Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

       schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

       Reichswehr angenommen.

            Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

       ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                            März 1919.

2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

       und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

            In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

       streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

       Kampfe unterdrückt. 

10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

       teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

       Deutschland unterzeichnet.

20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

       sischen General Nudant abgebrochen.

             In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

       der Lebensmittelschiffe vereitelt.

25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

       Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

       von der deutschen Regierung abgelehnt.

27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

       gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

       zustand verhängt.

             Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                      April 1919.

5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

      und Betriebsräte zu verankern.

7.   In München wird die Räterepublik beschlossen.

9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

      öffnet.

            In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

      durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

            In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

       industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

       Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

       Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

             An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

       wird Dernburg Finanzminister.

17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

       General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

       Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

20.  Die Entente lädt die deutsche Friedensdelegation zum 25. April nach

        Versailles zur Empfangnahme der Friedenspräliminarien ein.

22.  In Hamburg wird wegen schwerer spartakistischen Ausschreitungen

       der Belagerungszustand verhängt.

 24. Die deutsche Reichsregierung veröffentlicht einen von ihr ausgearbeiteten

       Entwurf für einen Völkerbund.

              Ueber das Gebiet des Freistaates Sachsen wird wegen sparta-

       kistischer Umtriebe der Belagerungszustand verhängt.

27.  Durch eine Verfügung der Reichsregierung wird den Kriegs-

       beschädigten und deren Hinterbliebenen vom 1. Juni ab

       eine erhöhte Teuerungszulage gewährt. Außerdem wird eine

      großzügige Kriegsbeschädigtenfürsorge in Aussicht gestellt.

29. Die deutsche Friedensdelegation reist nach Versailles ab.

            Generalfeldmarschall von Hindenburg gibt der Reichs-

       regierung seinen Rücktritt mit Abschluß der Friedensverhandlungen

       bekannt.

                               

                                                    Mai 1919.

1.   In ganz Deutschland wird der 1. Mai als Feiertag für die allgemeinen

      Menschheitsideale, Völkerversöhnung, Kriegsgefangenenbefreiung und

      sozialistische Zukunftsideale gefeiert.

2.   Nach hartnäckigen Kämpfen wird in München die bayrische Spartakisten-

      herrschaft von den Regierungstruppen gestürzt.

3.   In der Berliner Handelskammer hält der neue Reichsfinanzminister

      Denburg einen bedeutsamen Vortrag über die schwierige deutsche

      Finanzlage.

4. - 11.  In ganz Deutschland findet eine Opferwoche zugunsten der

      Kriegsgefangenen statt, die ein gewaltiges Ergebnis zeitigt.

7.   In Versailles werden der deutschen Friedensdelegation die ver-

      nichtenden Bedingungen über den Gewaltfrieden der Entente überreicht.

9. - 16.  Die deutschen Regierungen verhängen anläßlich der ungeheuer-

      lichen Friedensbedingungen eine Trauerwoche über das ganze Reich.

10. Der Vorsitzende der deutschen  Friedensdelegation übergibt in Versailles

       zwei Protestnoten gegen den Vergewaltigungsfrieden.

11. In ganz Deutschland finden Massenprotestversammlungen

      gegen den Gewaltfrieden statt.

12. Die Nationalversammlung tritt in Berlin zusammen und erklärt den

      Friedensvorschlag einmütig für unannehmbar.  

21. Der Major Pabst von Ohein, welcher sich unserer Kriegsgefangenen

      mit größter Entschiedenheit angenommen hatte, scheidet infolge feind-

      lichen Drucks aus der Kriegsgefangenen-Kommission aus.

          In Bamberg tritt der bayrische Landtag zum ersten Male  seit

      Beseitigung der Spartakistenherrschaft zusammen.  

22. Auf ihre energische Protestnote wird der deutschen Friedenskommission  

      die feindliche Antwort erteilt, worin in höhnischen Worten jedes Ent-

      gegenkommen zugunsten der Kriegsgefangenen abgelehnt wird.    

28. Die Reichsregierung erläßt eine Warnung gegen die hochverräterischen

      Lösungsbestrebungen in den Rheinlanden.

29. In Versailles werden von der deutschen Friedensdelegation die be-

      deutsamen Gegenvorschläge für einen Friedensvertrag gemacht.     


                                                    Juni 1919.

1.   In den Rheinlanden wird der landesverräterische Versuch zur Bildung

      selbständiger Republiken von der entrüsteten treudeutschen Bevölkerung

      jämmerlich vereitelt.

3.   Die deutsche Reichsregierung läßt durch Minister Erzberger einen

      geharnischten Protest gegen die französischen Umtriebe im Rheinlande

      überreichen.

5.   In München wird der Spartakistenführer Levins standrechtlich

      erschossen.

10. In Weimar wird der sozialdemokratische Parteitag mit bedeutsamen

      Erklärungen der Minister Noske und Scheidemann eröffnet.

20. Rücktritt des Gesamtkabinetts.

21. Im Hinblick auf die Unterzeichnung des Friedensvertrages wird ein

      neues Kabinett gebildet: Präsident des Reichsministeriums Bauer;

      Reichsminister des Auswärtigen: Hermann Müller; Inneres:

      Dr. David; Vertreter des Reichsministerpräsidenten und Reichminister (sic)

      der Finanzen: Erzberger; Reichswirtschaftsminister: Wissel; 

      Reichsarbeitsminister: Schlicke; Reichsschatzminister: Mayer-Kauf-

      beuren; Reichspostminister: Giesberts; Reichsverkehrsminister und

      weiter betraut mit der Führung des Reichskolonialamts: Dr. Bell;

      Reichswehrminister: Noske, Reichsernährungsminister: Schmidt;

      Reichsjustizminister: bleibt offen.

            Versenkung der gesamten deutschen, in England internierten

      Schlachtflotte durch die deutsche Besatzung, unter Führung von

      Konteradmiral von Reuter, auf Grund des vom Deutschen Kaiser

      im Jahre 1914 gegebenen Befehls, daß die Schiffe niemals in

      Feindeshand fallen dürfen.

23. Fristablauf des Ultimatums der Entente. Die Nationalversammlung

      erklärt sich für die Unterzeichnung des Friedensvertrages bereit.

25. Appell der Reichsregierung an die Pflichttreue des Volkes.

29. Der Friedensvertrag wird durch den Reichsminister des Auswärtigen

      Hermann Müller und Reichsverkehrsminister Dr. Bell, nach-

      mittags 3 Uhr im Schloß Versailles unterzeichnet.


                                            Juli 1919.

3.   Hindenburgs Abschied. Auflösung der Obersten Heeresleitung.

7.   Hindenburg, Ludendorff, Bethmann-Hollweg, und alle

      führenden Männer der kaiserlichen Regierung stellen sich der Entente

      anstelle des Kaisers zur Verfügung. Aufflammen einer Bewegung

      in Deutschland gegen die Auslieferung des Kaisers.

8.   Der Staatenausschuß des Deutschen Reiches stimmt der Ratifikation

      des Friedensvertrages zu.

9.   Schwere revolutionäre Unruhen beginnen in Italien.

10. Zusage der Alliierten für den Beginn des Abtransportes der deutschen

      Kriegsgefangenen nach der Heimat.

     

 

      



   

 

      


       





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  • June 23, 2017 18:54:44 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                          April 1919.

    5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

    6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

          und Betriebsräte zu verankern.

    7.   In München wird die Räterepublik beschlossen.

    9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

          öffnet.

                In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

          durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

                In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

           industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

    13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

           Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

           Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

                 An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

           wird Dernburg Finanzminister.

    17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

           General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

           Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

    20.  Die Entente lädt die deutsche Friedensdelegation zum 25. April nach

            Versailles zur Empfangnahme der Friedenspräliminarien ein.

    22.  In Hamburg wird wegen schwerer spartakistischen Ausschreitungen

           der Belagerungszustand verhängt.

     24. Die deutsche Reichsregierung veröffentlicht einen von ihr ausgearbeiteten

           Entwurf für einen Völkerbund.

                  Ueber das Gebiet des Freistaates Sachsen wird wegen sparta-

           kistischer Umtriebe der Belagerungszustand verhängt.

    27.  Durch eine Verfügung der Reichsregierung wird den Kriegs-

           beschädigten und deren Hinterbliebenen vom 1. Juni ab

           eine erhöhte Teuerungszulage gewährt. Außerdem wird eine

          großzügige Kriegsbeschädigtenfürsorge in Aussicht gestellt.

    29. Die deutsche Friedensdelegation reist nach Versailles ab.

                Generalfeldmarschall von Hindenburg gibt der Reichs-

           regierung seinen Rücktritt mit Abschluß der Friedensverhandlungen

           bekannt.

                                   

                                                        Mai 1919.

    1.   In ganz Deutschland wird der 1. Mai als Feiertag für die allgemeinen

          Menschheitsideale, Völkerversöhnung, Kriegsgefangenenbefreiung und

          sozialistische Zukunftsideale gefeiert.

    2.   Nach hartnäckigen Kämpfen wird in München die bayrische Spartakisten-

          herrschaft von den Regierungstruppen gestürzt.

    3.   In der Berliner Handelskammer hält der neue Reichsfinanzminister

          Denburg einen bedeutsamen Vortrag über die schwierige deutsche

          Finanzlage.

    4. - 11.  In ganz Deutschland findet eine Opferwoche zugunsten der

          Kriegsgefangenen statt, die ein gewaltiges Ergebnis zeitigt.

    7.   In Versailles werden der deutschen Friedensdelegation die ver-

          nichtenden Bedingungen über den Gewaltfrieden der Entente überreicht.

    9. - 16.  Die deutschen Regierungen verhängen anläßlich der ungeheuer-

          lichen Friedensbedingungen eine Trauerwoche über das ganze Reich.

    10. Der Vorsitzende der deutschen  Friedensdelegation übergibt in Versailles

           zwei Protestnoten gegen den Vergewaltigungsfrieden.

    11. In ganz Deutschland finden Massenprotestversammlungen

          gegen den Gewaltfrieden statt.

    12. Die Nationalversammlung tritt in Berlin zusammen und erklärt den

          Friedensvorschlag einmütig für unannehmbar.  

    21. Der Major Pabst von Ohein, welcher sich unserer Kriegsgefangenen

          mit größter Entschiedenheit angenommen hatte, scheidet infolge feind-

          lichen Drucks aus der Kriegsgefangenen-Kommission aus.

              In Bamberg tritt der bayrische Landtag zum ersten Male  seit

          Beseitigung der Spartakistenherrschaft zusammen.  

    22. Auf ihre energische Protestnote wird der deutschen Friedenskommission  

          die feindliche Antwort erteilt, worin in höhnischen Worten jedes Ent-

          gegenkommen zugunsten der Kriegsgefangenen abgelehnt wird.    

    28. Die Reichsregierung erläßt eine Warnung gegen die hochverräterischen

          Lösungsbestrebungen in den Rheinlanden.

    29. In Versailles werden von der deutschen Friedensdelegation die be-

          deutsamen Gegenvorschläge für einen Friedensvertrag gemacht.     


                                                        Juni 1919.

    1.   In den Rheinlanden wird der landesverräterische Versuch zur Bildung

          selbständiger Republiken von der entrüsteten treudeutschen Bevölkerung

          jämmerlich vereitelt.

    3.   Die deutsche Reichsregierung läßt durch Minister Erzberger einen

          geharnischten Protest gegen die französischen Umtriebe im Rheinlande

          überreichen.

    5.   In München wird der Spartakistenführer Levins standrechtlich

          erschossen.

    10. In Weimar wird der sozialdemokratische Parteitag mit bedeutsamen

          Erklärungen der Minister Noske und Scheidemann eröffnet.

    20. Rücktritt des Gesamtkabinetts.

    21. Im Hinblick auf die Unterzeichnung des Friedensvertrages wird ein

          neues Kabinett gebildet: Präsident des Reichsministeriums Bauer;

          Reichsminister des Auswärtigen: Hermann Müller; Inneres:

          Dr. David; Vertreter des Reichsministerpräsidenten und Reichminister (sic)

          der Finanzen: Erzberger; Reichswirtschaftsminister: Wissel; 

          Reichsarbeitsminister: Schlicke; Reichsschatzminister: Mayer-Kauf-

          beuren; Reichspostminister: Giesberts; Reichsverkehrsminister und

          weiter betraut mit der Führung des Reichskolonialamts: Dr. Bell;

          Reichswehrminister: Noske, Reichsernährungsminister: Schmidt;

          Reichsjustizminister: bleibt offen.

                Versenkung der gesamten deutschen, in England internierten

          Schlachtflotte durch die deutsche Besatzung, unter Führung von

          Konteradmiral von Reuter, auf Grund des vom Deutschen Kaiser

          im Jahre 1914 gegebenen Befehls, daß die Schiffe niemals in

          Feindeshand fallen dürfen.

    23. Fristablauf des Ultimatums der Entente. Die Nationalversammlung

          erklärt sich für die Unterzeichnung des Friedensvertrages bereit.

    25. Appell der Reichsregierung an die Pflichttreue des Volkes.

    29. Der Friedensvertrag wird durch den Reichsminister des Auswärtigen

          Hermann Müller und Reichsverkehrsminister Dr. Bell, nach-

          mittags 3 Uhr im Schloß Versailles unterzeichnet.


                                                Juli 1919.

    3.   Hindenburgs Abschied. Auflösung der Obersten Heeresleitung.

    7.   Hindenburg, Ludendorff, Bethmann-Hollweg, und alle

          führenden Männer der kaiserlichen Regierung stellen sich der Entente

          anstelle des Kaisers zur Verfügung. Aufflammen einer Bewegung

          in Deutschland gegen die Auslieferung des Kaisers.

    8.   Der Staatenausschuß des Deutschen Reiches stimmt der Ratifikation

          des Friedensvertrages zu.

    9.   Schwere revolutionäre Unruhen beginnen in Italien.

    10. Zusage der Alliierten für den Beginn des Abtransportes der deutschen

          Kriegsgefangenen nach der Heimat.

         

     

          



       

     

          


           




  • June 23, 2017 18:46:31 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                          April 1919.

    5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

    6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

          und Betriebsräte zu verankern.

    7.   In München wir die Räterepublik beschlossen.

    9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

          öffnet.

                In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

          durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

                In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

           industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

    13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

           Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

           Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

                 An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

           wird Dernburg Finanzminister.

    17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

           General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

           Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

    20.  Die Entente lädt die deutsche Friedensdelegation zum 25. April nach

            Versailles zur Empfangnahme der Friedenspräliminarien ein.

    22.  In Hamburg wird wegen schwerer spartakistischen Ausschreitungen

           der Belagerungszustand verhängt.

     24. Die deutsche Reichsregierung veröffentlicht einen von ihr ausgearbeiteten

           Entwurf für einen Völkerbund.

                  Ueber das Gebiet des Freistaates Sachsen wird wegen sparta-

           kistischer Umtriebe der Belagerungszustand verhängt.

    27.  Durch eine Verfügung der Reichsregierung wird den Kriegs-

           beschädigten und deren Hinterbliebenen vom 1. Juni ab

           eine erhöhte Teuerungszulage gewährt. Außerdem wird eine

          großzügige Kriegsbeschädigtenfürsorge in Aussicht gestellt.

    29. Die deutsche Friedensdelegation reist nach Versailles ab.

                Generalfeldmarschall von Hindenburg gibt der Reichs-

           regierung seinen Rücktritt mit Abschluß der Friedensverhandlungen

           bekannt.

                                   

                                                        Mai 1919.

    1.   In ganz Deutschland wird der 1. Mai als Feiertag für die allgemeinen

          Menschheitsideale, Völkerversöhnung, Kriegsgefangenenbefreiung und

          sozialistische Zukunftsideale gefeiert.

    2.   Nach hartnäckigen Kämpfen wird in München die bayrische Spartakisten-

          herrschaft von den Regierungstruppen gestürzt.

    3.   In der Berliner Handelskammer hält der neue Reichsfinanzminister

          Denburg einen bedeutsamen Vortrag über die schwierige deutsche

          Finanzlage.

    4. - 11.  In ganz Deutschland findet eine Opferwoche zugunsten der

          Kriegsgefangenen statt, die ein gewaltiges Ergebnis zeitigt.

    7.   In Versailles werden der deutschen Friedensdelegation die ver-

          nichtenden Bedingungen über den Gewaltfrieden der Entente überreicht.

    9. - 16.  Die deutschen Regierungen verhängen anläßlich der ungeheuer-

          lichen Friedensbedingungen eine Trauerwoche über das ganze Reich.

    10. Der Vorsitzende der deutschen  Friedensdelegation übergibt in Versailles

           zwei Protestnoten gegen den Vergewaltigungsfrieden.

    11. In ganz Deutschland finden Massenprotestversammlungen

          gegen den Gewaltfrieden statt.

    12. Die Nationalversammlung tritt in Berlin zusammen und erklärt den

          Friedensvorschlag einmütig für unannehmbar.  

    21. Der Major Pabst von Ohein, welcher sich unserer Kriegsgefangenen

          mit größter Entschiedenheit angenommen hatte, scheidet infolge feind-

          lichen Drucks aus der Kriegsgefangenen-Kommission aus.

              In Bamberg tritt der bayrische Landtag zum ersten Male  seit

          Beseitigung der Spartakistenherrschaft zusammen.  

    22. Auf ihre energische Protestnote wird der deutschen Friedenskommission  

          die feindliche Antwort erteilt, worin in höhnischen Worten jedes Ent-

          gegenkommen zugunsten der Kriegsgefangenen abgelehnt wird.    

    28. Die Reichsregierung erläßt eine Warnung gegen die hochverräterischen

          Lösungsbestrebungen in den Rheinlanden.

    29. In Versailles werden von der deutschen Friedensdelegation die be-

          deutsamen Gegenvorschläge für einen Friedensvertrag gemacht.     


                                                        Juni 1919.

    1.   In den Rheinlanden wird der landesverräterische Versuch zur Bildung

          selbständiger Republiken von der entrüsteten treudeutschen Bevölkerung

          jämmerlich vereitelt.

    3.   Die deutsche Reichsregierung läßt durch Minister Erzberger einen

          geharnischten Protest gegen die französischen Umtriebe im Rheinlande

          überreichen.

    5.   In München wird der Spartakistenführer Levins standrechtlich

          erschossen.

    10. In Weimar wird der sozialdemokratische Parteitag mit bedeutsamen

          Erklärungen der Minister Noske und Scheidemann eröffnet.

    20. Rücktritt des Gesamtkabinetts.

    21. Im Hinblick auf die Unterzeichnung des Friedensvertrages wird ein

          neues Kabinett gebildet: Präsident des Reichsministeriums Bauer;

          Reichsminister des Auswärtigen: Hermann Müller; Inneres:

          Dr. David; Vertreter des Reichsministerpräsidenten und Reichminister (sic)

          der Finanzen: Erzberger; Reichswirtschaftsminister: Wissel; 

          Reichsarbeitsminister: Schlicke; Reichsschatzminister: Mayer-Kauf-

          beuren; Reichspostminister: Giesberts; Reichsverkehrsminister und

          weiter betraut mit der Führung des Reichskolonialamts: Dr. Bell;

          Reichswehrminister: Noske, Reichsernährungsminister: Schmidt;

          Reichsjustizminister: bleibt offen.

                Versenkung der gesamten deutschen, in England internierten

          Schlachtflotte durch die deutsche Besatzung, unter Führung von

          Konteradmiral von Reuter, auf Grund des vom Deutschen Kaiser

          im Jahre 1914 gegebenen Befehls, daß die Schiffe niemals in

          Feindeshand fallen dürfen.

    23. Fristablauf des Ultimatums der Entente. Die Nationalversammlung

          erklärt sich für die Unterzeichnung des Friedensvertrages bereit.

    25. Appell der Reichsregierung an die Pflichttreue des Volkes.

    29. Der Friedensvertrag wird durch den Reichsminister des Auswärtigen

          Hermann Müller und Reichsverkehrsminister Dr. Bell, nach-

          mittags 3 Uhr im Schloß Versailles unterzeichnet.


                                                Juli 1919.

    3.   Hindenburgs Abschied. Auflösung der Obersten Heeresleitung.

    7.   Hindenburg, Ludendorff, Bethmann-Hollweg, und alle

          führenden Männer der kaiserlichen Regierung stellen sich der Entente

          anstelle des Kaisers zur Verfügung. Aufflammen einer Bewegung

          in Deutschland gegen die Auslieferung des Kaisers.

    8.   Der Staatenausschuß des Deutschen Reiches stimmt der Ratifikation

          des Friedensvertrages zu.

    9.   Schwere revolutionäre Unruhen beginnen in Italien.

    10. Zusage der Alliierten für den Beginn des Abtransportes der deutschen

          Kriegsgefangenen nach der Heimat.

         

     

          



       

     

          


           





  • June 23, 2017 18:40:07 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                          April 1919.

    5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

    6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

          und Betriebsräte zu verankern.

    7.   In München wir die Räterepublik beschlossen.

    9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

          öffnet.

                In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

          durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

                In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

           industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

    13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

           Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

           Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

                 An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

           wird Dernburg Finanzminister.

    17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

           General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

           Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

    20.  Die Entente lädt die deutsche Friedensdelegation zum 25. April nach

            Versailles zur Empfangnahme der Friedenspräliminarien ein.

    22.  In Hamburg wird wegen schwerer spartakistischen Ausschreitungen

           der Belagerungszustand verhängt.

     24. Die deutsche Reichsregierung veröffentlicht einen von ihr ausgearbeiteten

           Entwurf für einen Völkerbund.

                  Ueber das Gebiet des Freistaates Sachsen wird wegen sparta-

           kistischer Umtriebe der Belagerungszustand verhängt.

    27.  Durch eine Verfügung der Reichsregierung wird den Kriegs-

           beschädigten und deren Hinterbliebenen vom 1. Juni ab

           eine erhöhte Teuerungszulage gewährt. Außerdem wird eine

          großzügige Kriegsbeschädigtenfürsorge in Aussicht gestellt.

    29. Die deutsche Friedensdelegation reist nach Versailles ab.

                Generalfeldmarschall von Hindenburg gibt der Reichs-

           regierung seinen Rücktritt mit Abschluß der Friedensverhandlungen

           bekannt.

                                   

                                                        Mai 1919.

    1.   In ganz Deutschland wird der 1. Mai als Feiertag für die allgemeinen

          Menschheitsideale, Völkerversöhnung, Kriegsgefangenenbefreiung und

          sozialistische Zukunftsideale gefeiert.

    2.   Nach hartnäckigen Kämpfen wird in München die bayrische Spartakisten-

          herrschaft von den Regierungstruppen gestürzt.

    3.   In der Berliner Handelskammer hält der neue Reichsfinanzminister

          Denburg einen bedeutsamen Vortrag über die schwierige deutsche

          Finanzlage.

    4. - 11.  In ganz Deutschland findet eine Opferwoche zugunsten der

          Kriegsgefangenen statt, die ein gewaltiges Ergebnis zeitigt.

    7.   In Versailles werden der deutschen Friedensdelegation die ver-

          nichtenden Bedingungen über den Gewaltfrieden der Entente überreicht.

    9. - 16.  Die deutschen Regierungen verhängen anläßlich der ungeheuer-

          lichen Friedensbedingungen eine Trauerwoche über das ganze Reich.

    10. Der Vorsitzende der deutschen  Friedensdelegation übergibt in Versailles

           zwei Protestnoten gegen den Vergewaltigungsfrieden.

    11. In ganz Deutschland finden Massenprotestversammlungen

          gegen den Gewaltfrieden statt.

    12. Die Nationalversammlung tritt in Berlin zusammen und erklärt den

          Friedensvorschlag einmütig für unannehmbar.  

    21. Der Major Pabst von Ohein, welcher sich unserer Kriegsgefangenen

          mit größter Entschiedenheit angenommen hatte, scheidet infolge feind-

          lichen Drucks aus der Kriegsgefangenen-Kommission aus.

              In Bamberg tritt der bayrische Landtag zum ersten Male  seit

          Beseitigung der Spartakistenherrschaft zusammen.  

    22. Auf ihre energische Protestnote wird der deutschen Friedenskommission  

          die feindliche Antwort erteilt, worin in höhnischen Worten jedes Ent-

          gegenkommen zugunsten der Kriegsgefangenen abgelehnt wird.    

    28. Die Reichsregierung erläßt eine Warnung gegen die hochverräterischen

          Lösungsbestrebungen in den Rheinlanden.

    29. In Versailles werden von der deutschen Friedensdelegation die be-

          deutsamen Gegenvorschläge für einen Friedensvertrag gemacht.     


                                                        Juni 1919.

    1.   In den Rheinlanden wird der landesverräterische Versuch zur Bildung

          selbständiger Republiken von der entrüsteten treudeutschen Bevölkerung

          jämmerlich vereitelt.

    3.   Die deutsche Reichsregierung läßt durch Minister Erzberger einen

          geharnischten Protest gegen die französischen Umtriebe im Rheinlande

          überreichen.

    5.   In München wird der Spartakistenführer Levins standrechtlich

          erschossen.

    10. In Weimar wird der sozialdemokratische Parteitag mit bedeutsamen

          Erklärungen der Minister Noske und Scheidemann eröffnet.

    20. Rücktritt des Gesamtkabinetts.

    21. Im Hinblick auf die Unterzeichnung des Friedensvertrages wird ein

          neues Kabinett gebildet: Präsident des Reichsministeriums Bauer;

          Reichsminister des Auswärtigen: Hermann Müller; Inneres:

          Dr. David; Vertreter des Reichsministerpräsidenten und Reichminister (sic)

          der Finanzen: Erzberger; Reichswirtschaftsminister: Wissel; 

          Reichsarbeitsminister: Schlicke; Reichsschatzminister: Mayer-Kauf-

          beuren; Reichspostminister: Giesberts; Reichsverkehrsminister und

          weiter betraut mit der Führung des Reichskolonialamts: Dr. Bell;

          Reichswehrminister: Noske, Reichsernährungsminister: Schmidt;

          Reichsjustizminister: bleibt offen.

                Versenkung der gesamten deutschen, in England internierten

          Schlachtflotte durch die deutsche Besatzung, unter Führung von

          Konteradmiral von Reuter, auf Grund des vom Deutschen Kaiser

          im Jahre 1914 gegebenen Befehls, daß die Schiffe niemals in

          Feindeshand fallen dürfen.

    23. Fristablauf des Ultimatums der Entente. Die Nationalversammlung

          erklärt sich für die Unterzeichnung des Friedensvertrages bereit.

    25. Appell der Reichsregierung an die Pflichttreue des Volkes.

    29. Der Friedensvertrag wird durch den Reichsminister des Auswärtigen

          Hermann Müller und Reichsverkehrsminister Dr. Bell, nach-

          mittags 3 Uhr im Schloß Versailles unterzeichnet.


       

          



       

     

          


           





  • June 23, 2017 18:32:27 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                          April 1919.

    5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

    6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

          und Betriebsräte zu verankern.

    7.   In München wir die Räterepublik beschlossen.

    9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

          öffnet.

                In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

          durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

                In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

           industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

    13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

           Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

           Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

                 An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

           wird Dernburg Finanzminister.

    17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

           General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

           Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

    20.  Die Entente lädt die deutsche Friedensdelegation zum 25. April nach

            Versailles zur Empfangnahme der Friedenspräliminarien ein.

    22.  In Hamburg wird wegen schwerer spartakistischen Ausschreitungen

           der Belagerungszustand verhängt.

     24. Die deutsche Reichsregierung veröffentlicht einen von ihr ausgearbeiteten

           Entwurf für einen Völkerbund.

                  Ueber das Gebiet des Freistaates Sachsen wird wegen sparta-

           kistischer Umtriebe der Belagerungszustand verhängt.

    27.  Durch eine Verfügung der Reichsregierung wird den Kriegs-

           beschädigten und deren Hinterbliebenen vom 1. Juni ab

           eine erhöhte Teuerungszulage gewährt. Außerdem wird eine

          großzügige Kriegsbeschädigtenfürsorge in Aussicht gestellt.

    29. Die deutsche Friedensdelegation reist nach Versailles ab.

                Generalfeldmarschall von Hindenburg gibt der Reichs-

           regierung seinen Rücktritt mit Abschluß der Friedensverhandlungen

           bekannt.

                                   

                                                        Mai 1919.

    1.   In ganz Deutschland wird der 1. Mai als Feiertag für die allgemeinen

          Menschheitsideale, Völkerversöhnung, Kriegsgefangenenbefreiung und

          sozialistische Zukunftsideale gefeiert.

    2.   Nach hartnäckigen Kämpfen wird in München die bayrische Spartakisten-

          herrschaft von den Regierungstruppen gestürzt.

    3.   In der Berliner Handelskammer hält der neue Reichsfinanzminister

          Denburg einen bedeutsamen Vortrag über die schwierige deutsche

          Finanzlage.

    4. - 11.  In ganz Deutschland findet eine Opferwoche zugunsten der

          Kriegsgefangenen statt, die ein gewaltiges Ergebnis zeitigt.

    7.   In Versailles werden der deutschen Friedensdelegation die ver-

          nichtenden Bedingungen über den Gewaltfrieden der Entente überreicht.

    9. - 16.  Die deutschen Regierungen verhängen anläßlich der ungeheuer-

          lichen Friedensbedingungen eine Trauerwoche über das ganze Reich.

    10. Der Vorsitzende der deutschen  Friedensdelegation übergibt in Versailles

           zwei Protestnoten gegen den Vergewaltigungsfrieden.

    11. In ganz Deutschland finden Massenprotestversammlungen

          gegen den Gewaltfrieden statt.

    12. Die Nationalversammlung tritt in Berlin zusammen und erklärt den

          Friedensvorschlag einmütig für unannehmbar.  

    21. Der Major Pabst von Ohein, welcher sich unserer Kriegsgefangenen

          mit größter Entschiedenheit angenommen hatte, scheidet infolge feind-

          lichen Drucks aus der Kriegsgefangenen-Kommission aus.

              In Bamberg tritt der bayrische Landtag zum ersten Male  seit

          Beseitigung der Spartakistenherrschaft zusammen.  

    22. Auf ihre energische Protestnote wird der deutschen Friedenskommission  

          die feindliche Antwort erteilt, worin in höhnischen Worten jedes Ent-

          gegenkommen zugunsten der Kriegsgefangenen abgelehnt wird.    

    28. Die Reichsregierung erläßt eine Warnung gegen die hochverräterischen

          Lösungsbestrebungen in den Rheinlanden.

    29. In Versailles werden von der deutschen Friedensdelegation die be-

          deutsamen Gegenvorschläge für einen Friedensvertrag gemacht.     


                                                        Juni 1919.

    1.   In den Rheinlanden wird der landesverräterische Versuch zur Bildung

          selbständiger Republiken von der entrüsteten treudeutschen Bevölkerung

          jämmerlich vereitelt.

    3.   Die deutsche Reichsregierung läßt durch Minister Erzberger einen

          geharnischten Protest gegen die französischen Umtriebe im Rheinlande

          überreichen.

    5.   In München wird der Spartakistenführer Levins standrechtlich

          erschossen.

    10. In Weimar wird der sozialdemokratische Parteitag mit bedeutsamen

          Erklärungen der Minister Noske und Scheidemann eröffnet.

    20. Rücktritt des Gesamtkabinetts.

    21. Im Hinblick auf die Unterzeichnung des Friedensvertrages wird ein

          neues Kabinett gebildet: Präsident des Reichsministeriums Bauer;

          Reichsminister des Auswärtigen: Hermann Müller; Inneres:

          Dr. David; Vertreter des Reichsministerpräsidenten und Reichminister (sic)

          der Finanzen: Erzberger; Reichswirtschaftsminister: Wissel; 

          Reichsarbeitsminister: Schlicke; Reichsschatzminister: Mayer-Kauf-

          beuren; Reichspostminister: Giesberts; Reichsverkehrsminister und

          weiter betraut mit der Führung des Reichskolonialamts: Dr. Bell;

          Reichswehrminister: Noske, Reichsernährungsminister: Schmidt;

          Reichsjustizminister: bleibt offen.

       

          



       

     

          


           





  • June 23, 2017 18:32:17 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                          April 1919.

    5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

    6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

          und Betriebsräte zu verankern.

    7.   In München wir die Räterepublik beschlossen.

    9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

          öffnet.

                In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

          durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

                In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

           industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

    13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

           Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

           Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

                 An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

           wird Dernburg Finanzminister.

    17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

           General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

           Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

    20.  Die Entente lädt die deutsche Friedensdelegation zum 25. April nach

            Versailles zur Empfangnahme der Friedenspräliminarien ein.

    22.  In Hamburg wird wegen schwerer spartakistischen Ausschreitungen

           der Belagerungszustand verhängt.

     24. Die deutsche Reichsregierung veröffentlicht einen von ihr ausgearbeiteten

           Entwurf für einen Völkerbund.

                  Ueber das Gebiet des Freistaates Sachsen wird wegen sparta-

           kistischer Umtriebe der Belagerungszustand verhängt.

    27.  Durch eine Verfügung der Reichsregierung wird den Kriegs-

           beschädigten und deren Hinterbliebenen vom 1. Juni ab

           eine erhöhte Teuerungszulage gewährt. Außerdem wird eine

          großzügige Kriegsbeschädigtenfürsorge in Aussicht gestellt.

    29. Die deutsche Friedensdelegation reist nach Versailles ab.

                Generalfeldmarschall von Hindenburg gibt der Reichs-

           regierung seinen Rücktritt mit Abschluß der Friedensverhandlungen

           bekannt.

                                   

                                                        Mai 1919.

    1.   In ganz Deutschland wird der 1. Mai als Feiertag für die allgemeinen

          Menschheitsideale, Völkerversöhnung, Kriegsgefangenenbefreiung und

          sozialistische Zukunftsideale gefeiert.

    2.   Nach hartnäckigen Kämpfen wird in München die bayrische Spartakisten-

          herrschaft von den Regierungstruppen gestürzt.

    3.   In der Berliner Handelskammer hält der neue Reichsfinanzminister

          Denburg einen bedeutsamen Vortrag über die schwierige deutsche

          Finanzlage.

    4. - 11.  In ganz Deutschland findet eine Opferwoche zugunsten der

          Kriegsgefangenen statt, die ein gewaltiges Ergebnis zeitigt.

    7.   In Versailles werden der deutschen Friedensdelegation die ver-

          nichtenden Bedingungen über den Gewaltfrieden der Entente überreicht.

    9. - 16.  Die deutschen Regierungen verhängen anläßlich der ungeheuer-

          lichen Friedensbedingungen eine Trauerwoche über das ganze Reich.

    10. Der Vorsitzende der deutschen  Friedensdelegation übergibt in Versailles

           zwei Protestnoten gegen den Vergewaltigungsfrieden.

    11. In ganz Deutschland finden Massenprotestversammlungen

          gegen den Gewaltfrieden statt.

    12. Die Nationalversammlung tritt in Berlin zusammen und erklärt den

          Friedensvorschlag einmütig für unannehmbar.  

    21. Der Major Pabst von Ohein, welcher sich unserer Kriegsgefangenen

          mit größter Entschiedenheit angenommen hatte, scheidet infolge feind-

          lichen Drucks aus der Kriegsgefangenen-Kommission aus.

              In Bamberg tritt der bayrische Landtag zum ersten Male  seit

          Beseitigung der Spartakistenherrschaft zusammen.  

    22. Auf ihre energische Protestnote wird der deutschen Friedenskommission  

          die feindliche Antwort erteilt, worin in höhnischen Worten jedes Ent-

          gegenkommen zugunsten der Kriegsgefangenen abgelehnt wird.    

    28. Die Reichsregierung erläßt eine Warnung gegen die hochverräterischen

          Lösungsbestrebungen in den Rheinlanden.

    29. In Versailles werden von der deutschen Friedensdelegation die be-

          deutsamen Gegenvorschläge für einen Friedensvertrag gemacht.     


                                                        Juni 1919.

    1.   In den Rheinlanden wird der landesverräterische Versuch zur Bildung

          selbständiger Republiken von der entrüsteten treudeutschen Bevölkerung

          jämmerlich vereitelt.

    3.   Die deutsche Reichsregierung läßt durch Minister Erzberger einen

          geharnischten Protest gegen die französischen Umtriebe im Rheinlande

          überreichen.

    5.   In München wird der Spartakistenführer Levins standrechtlich

          erschossen.

    10. In Weimar wird der sozialdemokratische Parteitag mit bedeutsamen

          Erklärungen der Minister Noske und Scheidemann eröffnet.

    20. Rücktritt des Gesamtkabinetts.

    21. Im Hinblick auf die Unterzeichnung des Friedensvertrages wird ein

          neues Kabinett gebildet: Präsident des Reichsministeriums Bauer;

          Reichsminister des Auswärtigen: Herrmann Müller; Inneres:

          Dr. David; Vertreter des Reichsministerpräsidenten und Reichminister (sic)

          der Finanzen: Erzberger; Reichswirtschaftsminister: Wissel; 

          Reichsarbeitsminister: Schlicke; Reichsschatzminister: Mayer-Kauf-

          beuren; Reichspostminister: Giesberts; Reichsverkehrsminister und

          weiter betraut mit der Führung des Reichskolonialamts: Dr. Bell;

          Reichswehrminister: Noske, Reichsernährungsminister: Schmidt;

          Reichsjustizminister: bleibt offen.

       

          



       

     

          


           





  • June 23, 2017 18:15:42 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                          April 1919.

    5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

    6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

          und Betriebsräte zu verankern.

    7.   In München wir die Räterepublik beschlossen.

    9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

          öffnet.

                In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

          durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

                In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

           industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

    13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

           Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

           Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

                 An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

           wird Dernburg Finanzminister.

    17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

           General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

           Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

    20.  Die Entente lädt die deutsche Friedensdelegation zum 25. April nach

            Versailles zur Empfangnahme der Friedenspräliminarien ein.

    22.  In Hamburg wird wegen schwerer spartakistischen Ausschreitungen

           der Belagerungszustand verhängt.

     24. Die deutsche Reichsregierung veröffentlicht einen von ihr ausgearbeiteten

           Entwurf für einen Völkerbund.

                  Ueber das Gebiet des Freistaates Sachsen wird wegen sparta-

           kistischer Umtriebe der Belagerungszustand verhängt.

    27.  Durch eine Verfügung der Reichsregierung wird den Kriegs-

           beschädigten und deren Hinterbliebenen vom 1. Juni ab

           eine erhöhte Teuerungszulage gewährt. Außerdem wird eine

          großzügige Kriegsbeschädigtenfürsorge in Aussicht gestellt.

    29. Die deutsche Friedensdelegation reist nach Versailles ab.

                Generalfeldmarschall von Hindenburg gibt der Reichs-

           regierung seinen Rücktritt mit Abschluß der Friedensverhandlungen

           bekannt.

                                   

                                                        Mai 1919.

    1.   In ganz Deutschland wird der 1. Mai als Feiertag für die allgemeinen

          Menschheitsideale, Völkerversöhnung, Kriegsgefangenenbefreiung und

          sozialistische Zukunftsideale gefeiert.

    2.   Nach hartnäckigen Kämpfen wird in München die bayrische Spartakisten-

          herrschaft von den Regierungstruppen gestürzt.

    3.   In der Berliner Handelskammer hält der neue Reichsfinanzminister

          Denburg einen bedeutsamen Vortrag über die schwierige deutsche

          Finanzlage.

    4. - 11.  In ganz Deutschland findet eine Opferwoche zugunsten der

          Kriegsgefangenen statt, die ein gewaltiges Ergebnis zeitigt.

    7.   In Versailles werden der deutschen Friedensdelegation die ver-

          nichtenden Bedingungen über den Gewaltfrieden der Entente überreicht.

    9. - 16.  Die deutschen Regierungen verhängen anläßlich der ungeheuer-

          lichen Friedensbedingungen eine Trauerwoche über das ganze Reich.

    10. Der Vorsitzende der deutschen  Friedensdelegation übergibt in Versailles

           zwei Protestnoten gegen den Vergewaltigungsfrieden.

    11. In ganz Deutschland finden Massenprotestversammlungen

          gegen den Gewaltfrieden statt.

    12. Die Nationalversammlung tritt in Berlin zusammen und erklärt den

          Friedensvorschlag einmütig für unannehmbar.  

    21. Der Major Pabst von Ohein, welcher sich unserer Kriegsgefangenen

          mit größter Entschiedenheit angenommen hatte, scheidet infolge feind-

          lichen Drucks aus der Kriegsgefangenen-Kommission aus.

              In Bamberg tritt der bayrische Landtag zum ersten Male  seit

          Beseitigung der Spartakistenherrschaft zusammen.  

    22. Auf ihre energische Protestnote wird der deutschen Friedenskommission  

          die feindliche Antwort erteilt, worin in höhnischen Worten jedes Ent-

          gegenkommen zugunsten der Kriegsgefangenen abgelehnt wird.    

    28. Die Reichsregierung erläßt eine Warnung gegen die hochverräterischen

          Lösungsbestrebungen in den Rheinlanden.

    29. In Versailles werden von der deutschen Friedensdelegation die be-

          deutsamen Gegenvorschläge für einen Friedensvertrag gemacht.     



       

     

          


           





  • June 23, 2017 18:12:35 Beate Jochem

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       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                          April 1919.

    5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

    6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

          und Betriebsräte zu verankern.

    7.   In München wir die Räterepublik beschlossen.

    9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

          öffnet.

                In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

          durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

                In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

           industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

    13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

           Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

           Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

                 An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

           wird Dernburg Finanzminister.

    17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

           General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

           Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

    20.  Die Entente lädt die deutsche Friedensdelegation zum 25. April nach

            Versailles zur Empfangnahme der Friedenspräliminarien ein.

    22.  In Hamburg wird wegen schwerer spartakistischen Ausschreitungen

           der Belagerungszustand verhängt.

     24. Die deutsche Reichsregierung veröffentlicht einen von ihr ausgearbeiteten

           Entwurf für einen Völkerbund.

                  Ueber das Gebiet des Freistaates Sachsen wird wegen sparta-

           kistischer Umtriebe der Belagerungszustand verhängt.

    27.  Durch eine Verfügung der Reichsregierung wird den Kriegs-

           beschädigten und deren Hinterbliebenen vom 1. Juni ab

           eine erhöhte Teuerungszulage gewährt. Außerdem wird eine

          großzügige Kriegsbeschädigtenfürsorge in Aussicht gestellt.

    29. Die deutsche Friedensdelegation reist nach Versailles ab.

                Generalfeldmarschall von Hindenburg gibt der Reichs-

           regierung seinen Rücktritt mit Abschluß der Friedensverhandlungen

           bekannt.

                                   

                                                        Mai 1919.

    1.   In ganz Deutschland wird der 1. Mai als Feiertag für die allgemeinen

          Menschheitsideale, Völkerversöhnung, Kriegsgefangenenbefreiung und

          sozialistische Zukunftsideale gefeiert.

    2.   Nach hartnäckigen Kämpfen wird in München die bayrische Spartakisten-

          herrschaft von den Regierungstruppen gestürzt.

    3.   In der Berliner Handelskammer hält der neue Reichsfinanzminister

          Denburg einen bedeutsamen Vorttrag über die schwierige deutsche

          Finanzlage.

    4. - 11.  In ganz Deutschland findet eine Opferwoche zugunsten der

          Kriegsgefangenen statt, die ein gewaltiges Ergebnis zeitigt.

    7.   In Versailles werden der deutschen Friedensdelegation die ver-

          nichtenden Bedingungen über den Gewaltfrieden der Entente überreicht.

    9. - 16.  Die deutschen Regierungen verhängen anläßlich der ungeheuer-

          lichen Friedensbedingungen eine Trauerwoche über das ganze Reich.

    10. Der Vorsitzende der deutschen  Friedensdelegation übergibt in Versailles

           zwei Protestnoten gegen den Vergewaltigungsfrieden.

    11. In ganz Deutschland finden Massenprotestversammlungen

          gegen den Gewaltfrieden statt.

    12. Die Nationalversammlung tritt in Berlin zusammen und erklärt den

          Friedensvorschlag einmütig für unannehmbar.  

    21. Der Major Pabst von Ohein, welcher sich unserer Kriegsgefangenen

          mit größter Entschiedenheit angenommen hatte, scheidet infolge feind-

          lichen Drucks aus der Kriegsgefangenen-Kommission aus.

              In Bamberg tritt der bayrische Landtag zum ersten Male  seit

          Beseitigung der Spartakistenherrschaft zusammen.  

    22. Auf ihre energische Protestnote wird der deutschen Friedenskommission  

          die feindliche Antwort erteilt, worin in höhnischen Worten jedes Ent-

          gegenkommen zugunsten der Kriegsgefangenen abgelehnt wird.    

    28. Die Reichsregierung erläßt eine Warnung gegen die hochverräterischen

          Lösungsbestrebungen in den Rheinlanden.

    29. In Versailles werden von der deutschen Friedensdelegation die be-

          deutsamen Gegenvorschläge für einen Friedensvertrag gemacht.     



       

     

          


           





  • June 23, 2017 18:04:56 Beate Jochem

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       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                          April 1919.

    5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

    6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

          und Betriebsräte zu verankern.

    7.   In München wir die Räterepublik beschlossen.

    9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

          öffnet.

                In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

          durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

                In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

           industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

    13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

           Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

           Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

                 An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

           wird Dernburg Finanzminister.

    17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

           General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

           Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

    20.  Die Entente lädt die deutsche Friedensdelegation zum 25. April nach

            Versailles zur Empfangnahme der Friedenspräliminarien ein.

    22.  In Hamburg wird wegen schwerer spartakistischen Ausschreitungen

           der Belagerungszustand verhängt.

     24. Die deutsche Reichsregierung veröffentlicht einen von ihr ausgearbeiteten

           Entwurf für einen Völkerbund.

                  Ueber das Gebiet des Freistaates Sachsen wird wegen sparta-

           kistischer Umtriebe der Belagerungszustand verhängt.

    27.  Durch eine Verfügung der Reichsregierung wird den Kriegs-

           beschädigten und deren Hinterbliebenen vom 1. Juni ab

           eine erhöhte Teuerungszulage gewährt. Außerdem wird eine

          großzügige Kriegsbeschädigtenfürsorge in Aussicht gestellt.

    29. Die deutsche Friedensdelegation reist nach Versailles ab.

                Generalfeldmarschall von Hindenburg gibt der Reichs-

           regierung seinen Rücktritt mit Abschluß der Friedensverhandlungen

           bekannt.

                                   

                                                        Mai 1919.

    1.   In ganz Deutschland wird der 1. Mai als Feiertag für die allgemeinen

          Menschheitsideale, Völkerversöhnung, Kriegsgefangenenbefreiung und

          sozialistische Zukunftsideale gefeiert.

    2.   Nach hartnäckigen Kämpfen wird in München die bayrische Spartakisten-

          herrschaft von den Regierungstruppen gestürzt.

    3.   In der Berliner Handelskammer hält der neue Reichsfinanzminister

          Denburg einen bedeutsamen Vorttrag über die schwierige deutsche

          Finanzlage.

    4. - 11.  In ganz Deutschland findet eine Opferwoche zugunsten der

          Kriegsgefangenen statt, die ein gewaltiges Ergebnis zeitigt.

    7.   In Versailles werden der deutschen Friedensdelegation die ver-

          nichtenden Bedingungen über den Gewaltfrieden der Entente überreicht.

    9. - 16.  Die deutschen Regierungen verhängen anläßlich der ungeheuer-

          lichen Friedensbedingungen eine Trauerwoche über das ganze Reich.

    10. Der Vorsitzende der deutschen  Friedensdelegation übergibt in Versailles

           zwei Protestnoten gegen den Vergewaltigungsfrieden.

    11. In ganz Deutschland finden Massenprotestversammlungen

          gegen den Gewaltfrieden statt.

    12. Die Nationalversammlung tritt in Berlin zusammen und erklärt den

          Friedensvorschlag einmütig für unannehmbar.                              



       

     

          


           





  • June 22, 2017 22:26:26 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                          April 1919.

    5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

    6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

          und Betriebsräte zu verankern.

    7.   In München wir die Räterepublik beschlossen.

    9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

          öffnet.

                In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

          durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

                In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

           industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

    13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

           Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

           Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

                 An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

           wird Dernburg Finanzminister.

    17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

           General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

           Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

    20.  Die Entente lädt die deutsche Friedensdelegation zum 25. April nach

            Versailles zur Empfangnahme der Friedenspräliminarien ein.

    22.  In Hamburg wird wegen schwerer spartakistischen Ausschreitungen

           der Belagerungszustand verhängt.

     24. Die deutsche Reichsregierung veröffentlicht einen von ihr ausgearbeiteten

           Entwurf für einen Völkerbund.

                  Ueber das Gebiet des Freistaates Sachsen wird wegen sparta-

           kistischer Umtriebe der Belagerungszustand verhängt.

    27.  Durch eine Verfügung der Reichsregierung wird den Kriegs-

           beschädigten und deren Hinterbliebenen vom 1. Juni ab

           eine erhöhte Teuerungszulage gewährt. Außerdem wird eine

          großzügige Kriegsbeschädigtenfürsorge in Aussicht gestellt.


                                           



       

     

          


           





  • June 22, 2017 22:21:49 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


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     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                          April 1919.

    5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

    6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

          und Betriebsräte zu verankern.

    7.   In München wir die Räterepublik beschlossen.

    9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

          öffnet.

                In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

          durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

                In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

           industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

    13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

           Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

           Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

                 An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

           wird Dernburg Finanzminister.

    17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

           General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

           Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

    20.  Die Entente lädt die deutsche Friedensdelegation zum 25. April nach

            Versailles zur Empfangnahme der Friedenspräliminarien ein.

    22.  In Hamburg wird wegen schwerer spartakistischen Ausschreitungen

           der Belagerungszustand verhängt.

     


                                           



       

     

          


           





  • June 22, 2017 22:19:27 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                          April 1919.

    5.   In Süddeutschland finden schwere spartakistische Bewegungen statt.

    6.   Das Reichskabinett beschließt, in der Reichsverfassung die Arbeiter-

          und Betriebsräte zu verankern.

    7.   In München wir die Räterepublik beschlossen.

    9.   In Berlin wird der 2. Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte er-

          öffnet.

                In Magdeburg finden spartakistische Straßenkämpfe statt, die

          durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

                In Berlin wird durch einen Streik der Banken und der Metall-

           industrie das Wirtschaftsleben schwer geschädigt.

    13.  Bei einem spartakistischen Aufstand in Dresden wird der sächsische

           Kriegsminister Neuring in die Elbe geworfen und erschossen.

           Der Aufstand wird durch die Regierungstruppen unterdrückt.

                 An Stelle des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Schiffer

           wird Dernburg Finanzminister.

    17.  Durch den Einzug der Regierungstruppen in Braunschweig unter

           General Maercker wird dort das Ende einer lange andauernden

           Spartakistenherrschaft herbeigeführt.

     


                                           



       

     

          


           





  • June 22, 2017 22:09:41 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.


                                                          April 1919.


                                           



       

     

          


           





  • June 22, 2017 22:09:05 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


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     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wird unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die Auf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    14.  In Spaa wird ein neues Abkommen über Lebensmittellieferungen an

           Deutschland unterzeichnet.

    20.  In Posen werden die Waffenstillstandsverhandlungen mit dem franzö-

           sischen General Nudant abgebrochen.

                 In Hamburg wird durch einen Streik der Seeleute die Ausfahrt

           der Lebensmittelschiffe vereitelt.

    25.  Das erste amerikanische Lebensmittelschiff trifft in Hamburg ein.

    26.  Der französische General Nudant verlangt in einem Ultimatum den

           Durchmarsch der Polen durch Danzig. Diese Forderung wird

           von der deutschen Regierung abgelehnt.

    27.  Die Nationalversammlung beschließt die Errichtung eines Staats-

           gerichtshofes zu einer Untersuchung der Schuld am Kriege.

    31.  Im Ruhrgebiet wird der Generalstreik erklärt und der Belagerungs-

           zustand verhängt.

                 Die deutsche Finanzkommission ist in Paris eingetroffen.



       

     

          


           





  • June 22, 2017 22:00:36 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


                                                März 1919.

    2.   General von Lettow-Vorbeck hält mit Gouverneur Dr. Schnee

           und den Ostafrikanern unter großer Begeisterung in Berlin Einzug.

    4.    Die Reichsregierung kündigt die Sozialisierungsgesetze an.

                In Berlin wurd unter Anführung der Spartakisten der General-

           streik erklärt und durch die Regierungstruppen nach mehrtägigem

           Kampfe unterdrückt. 

    10.  Die preußische Regierung veröffentlicht eine Verordnung über die uf-

           teilung der Familiengüter und Fideikommisse.

    10.  



       

     

          


           





  • June 22, 2017 21:53:17 Beate Jochem

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                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu. 

                Hindenburg erläßt einen Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


       

     

          


           





  • June 22, 2017 21:51:32 Beate Jochem

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                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

    13.  Der russische Spartakistenführer Radek wird in Berlin verhaftet.

    14.  Bei der Erneuerung des Waffenstillstandes wird eine Demarkations-

           linie gegen die Polen und Tschechen festgelegt, die von beiden Seiten

           nicht überschritten werden darf.

    15.  Der Nationalversammlung geht eine neue Kreditvorlage über 25

           Milliarden Mark zu.Generalstreik erzwungen

                Hindenburg erläßt eine Aufruf zum Kampfe gegen den Bol-

           schewismus.

    18.  Im Ruhrgebiet wird von den Spartakisten der Generalstreik erzwungen.

    21.  In München wird der Ministerpräsident Eisner ermordet.

           Im Landtag schießt ein Spartakist auf den Minister Auer und den

           Ministerrat Garres. Der Münchner Landtag wird aufgelöst. 

    24.  Der Generalstreik im Ruhrgebiet, bei dem schwere spartakistische Aus-

           schreitungen stattgefunden haben, ist beendet.

    27.  In der Nationalversammlung  wird das Gesetz über die vorläufige

           Reichswehr angenommen.

                Als Protest gegen die Verschleppung der Sozialisierung wird in

           ganz Mitteldeutschland der Generalstreik erklärt.


       

     

          


           





  • June 22, 2017 21:40:41 Beate Jochem

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       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von der Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

    11.  Zum Präsidenten des Deutschen Reiches wird der bisherige Volks-

           beauftragte Ebert gewählt. Ministerpräsident wird Scheidemann.

          


           





  • June 22, 2017 21:39:24 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10


     rechte Seite 


     linke Spalte  

    29.  In Wilhelmshaven finden schwere spartakistische Straßenkämpfe statt,

           die durch die Regierungstruppen unterdrückt werden.

    31.  Die Reichsregierung erläßt zwei Verordnungen über die Aufteilung

           des Grundbesitzes und die Landarbeitsordnung. 


                                              Februar 1919.

    4.    Schwere spartakistische Kämpfe in Bremen enden mit dem Sieg der

           Regierungsdivision  Gerstenberg.

    6.    Die deutsche Nationalversammlung wird in Weimar eröffnet.

    8.    Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen

           erläßt einen geharnischten Aufruf an alle Völker der Erde zur Heraus-

           gabe unserer Kriegsgefangenen.

    10.  Das Lebensmittelabkommen mit der Entente wird von de Waffen-

           stillstandskommission unterzeichnet.

          


           





  • June 22, 2017 21:28:09 Beate Jochem

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                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

                     Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

                     Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

                     Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

                     Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

                     Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

                     Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

                     Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10 


     rechte Seite 



           





  • June 22, 2017 21:27:00 Beate Jochem

     linke Seite  

                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

    Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

    Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

    Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

    Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

    Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

    Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

    Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10 


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  • June 22, 2017 21:16:58 Beate Jochem

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                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

    Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

    Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

    Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

    Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

    Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

    Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

    Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10 



           





  • June 22, 2017 21:15:18 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesversammlung statt:

    Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

    Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

    Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

    Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

    Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

    Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

    Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10 



           





  • June 22, 2017 21:13:23 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mit einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesvesammlung statt:

    Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

    Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

    Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

    Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

    Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

    Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

    Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10 



           





  • June 22, 2017 21:13:01 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommandierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mi einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesvesammlung statt:

    Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

    Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

    Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

    Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

    Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

    Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

    Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10 



           





  • June 22, 2017 21:11:38 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommadierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mi einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

                        Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

                       Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

                       Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

                       Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

                       Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

                      Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

                      Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11

    23.  Infolge des zunehmende Kohlemangels durch die fortdauernden

           Streiks müssen schwerwiegende Einschränkungen der Beleuchtung und

           des Eisenbahnverkehrs eingeführt werden.

    24.  Nach einer erregten Sitzung der Waffenstillstandskommission tritt

           der deutsche Generalbevollmächtigte General von Winterfeldt aus der

           Kommission aus.

    26.  In Preußen finden die Wahlen zur Landesvesammlung statt:

    Deutschnationale Volkspartei   . . . . . . . .   42

    Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .   88

    Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

    Deutsche demokratische Partei . . . . . . .   75

    Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .163

    Unabhängige Sozialdemokraten . . . . .  .   22

    Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  .10 



           





  • June 22, 2017 21:02:06 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommadierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mi einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:

    Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . .   34

    Christliche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . .  88 

    Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . .  23

    Deutsche demokratische Partei . . . . . .  . 77

    Sozialdemokratische Partei . . . . . . . . . . .164

    Unabhängige Sozialdemokraten . . . .  .  .  24

    Fraktionslose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   11




  • June 22, 2017 20:56:39 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommadierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mi einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.

                Die Polen sind bis Bentschen und hart an Bromberg vorgerückt.

    18.  Die Reichsregierung erläßt eine Verordnung über die Sozialisierung

            der Bergwerke.

    19.  Im ganzen deutschen Reiche finden die Wahlen zur National-

            versammlung statt mit dem Ergebnis, daß von 421 Abgeordneten

            gewählt werden:





  • June 22, 2017 20:53:49 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommadierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mi einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.

                In Berlin wird das Verkehrsleben durch Streik der Hochbahn-

           angestellten empfindlich gestört.

    14.  Die Regierung erläßt einem Aufruf zum Zusammenschluß aller Bürger-

           wehren zu einer republikanischen Schutztruppe.

                Die Regierung gibt die neuen Kriegssteuergesetze bekannt.

    15.  Minister Erzberger verlangt bei der Waffenstillstandskommission in

           Trier die Auslieferung unserer Kriegsgefangenen.

    16.  Die Spartakistenführer Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden

           nach langem Suchen verhaftet und bei ihrer Verhaftung getötet.

               Der Waffenstillstand ist in Trier unter neuen schweren Bedingungen

           (Ablieferung der deutschen Handelsflotte, ungeheurer Mengen land-

           wirtschaftlicher Maschinen)  verlängert worden.







  • June 22, 2017 20:46:46 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommadierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt. 

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mi einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.

    13.  In Halle a. S. wird der Generalstreik erklärt.

                In Essen erzwingen die Spartakisten die Einstellung der Arbeit.

                Die deutsche Regierung erhebt bei der Waffenstillstandskommission

           Protest gegen die tyrannischen Forderungen unserer Feinde.






  • June 22, 2017 20:44:17 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.

               Die  polnischen Unruhen geifen rasch auf andere Städte in Posen

           und Oberschlesien um sich.

                                                                       *


                                                     Januar 1919.

    1.   In der Provinz Posen finden neue Kämpfe statt; die Eisenbahn

           Posen-Thorn wird von den Polen besetzt.

    3.   Zum Kriegsminister wird Oberst Reinhardt ernannt.

                Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus dem preußischen

          Ministerium aus.

    4.   Der frühere Reichskanzler Graf Hertling verschieden.

               In Oberschlesien und Posen entwickeln sich neue Kämpfe zwischen

           Polen und den Heimatschutztruppen.

               Die Polen stellen ein Ultimatum zur Räumung des Bahnhofs

            Bentschen.

               Die Regierung beschließt eine Aufruf zur Verstärkung des

            Grenzschutzes.

    5.    Thorn und Bromberg sind von den vordringenden Polen bedroht.

                Der Berliner Polizeipräsident Eichhorn wird seines Amtes

           entsetzt.

    6.    Die Reichsregierung beschließt energische Mittel gegen das Umsich-

           greifen des Spartakismus. 

                Der Volksbeauftragte Noske wird zum Oberkommadierenden

           der Regierungstruppen ernannt.

                In Berlin finden schwere spartakistische Umtriebe statt, die durch

           die Absetzung  des Polizeipräsidenten Eichhorn veranlaßt waren.

    8.   Nachdem die Verhandlungen mit den Spartakisten gescheitert sind,

          wird der Belagerungszustand über Berlin verhängt.

                Schwere Kämpfe finden in der Reichshauptstadt zwischen der

           Regierung und den Spartakisten, vor allem im Zeitungsviertel, statt.

    12.  Nach schweren Kämpfen endet der siebentägige Spartakistenkampf in

           Berlin mi einem vollen Siege der Regierung.

                 Die Polen stehen vor Bromberg und Schneidemühl.






  • June 22, 2017 20:24:28 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderewski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.

               In Posen finden nach dem Eintreffen von Paderewski zunehmende

           deutschfeindliche Demonstrationen statt.

    30.  Offiziere werden entwaffnet und verjagt, über Posen wird das Stand-

           recht verhängt.

    31.  Die Reichsregierung veröffentlicht einen Erlaß über die neuen Steuer-

           pläne, insbesondere über scharfe Erfassung der Kriegsgewinne und

           eine große allgemeine Vermögensabgabe.








  • June 22, 2017 20:20:31 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.


     rechte Spalte 

    27.  In Polen trifft der neue Ministerpräsident Paderowski unter ameri-

           kanischer Eskorte aus Danzig ein.

    29.  Die Unabhängigen Sozialdemokraten treten aus der Reichsregierung

           aus. Noske, Loebel und Wissel treten neu in die Regierung ein.








  • June 22, 2017 20:17:23 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und der Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.



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  • June 22, 2017 20:15:44 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und de Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.



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  • June 22, 2017 20:15:24 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf zur Bildung von freiwilligen

             Volkswehren.

                   Zwischen Polen und Deutschland werden die Beziehungen ab-

             gebrochen. Die Warschauer Regierung schreibt Wahlen zur polnischen

             Nationalversammlung auch für Posen, Westpreußen und Oberschlesien aus.

    16.   In Berlin tritt die Reichskonferenz  der deutschen Arbeiter- und

            Soldatenräte zusammen, die sich mit großer Majorität für die

            baldige Einberufung einer deutschen Nationalversammlung ausspricht.

    17.   Kriegsminister Scheuch erklärt seinen Rücktritt.

    18.   Im Ruhrrevier wird durch spartakistische Umtriebe die Kohlenförderung

            ernstlich gefährdet.

    20.   Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf tritt zurück, an seine

            Stelle tritt Graf von Brockdorff-Rantzau.

    24.   In Berlin finden zwischen Matrosen und de Regierung schwere

            Kämpfe statt, die zur Beschießung von Schloß und Marstall führen.




  • June 22, 2017 20:02:47 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.

    12.   In Trier wird über die Verlängerung der Waffenstillstandsbedingungen

            verhandelt. Die Entente verspricht, Lebensmittel für Deutschland gegen

            Abtretung erheblicher Mengen von Beförderungsmitteln.

    15.   Die Reichsregierung erläßt einen 



  • June 22, 2017 20:00:00 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.

    10.   Die Garderegimenter halten ihren Einzug in Berlin und werden auf

            die Republik verpflichtet.



  • June 22, 2017 19:57:12 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.

    4.     In Köln a. Rh. finden schwere Plünderungen statt. In mehreren

            Riesenversammlungen wird Stimmung für die Gründung einer selb-

            ständigen rheinisch-westfälischen Republik gemacht.

    7.     In Berlin und München finden spartakistische Demonstrationen statt.

    9.     Deutschland erhebt Protest gegen die vertragswidrige Absperrung des

            besetzten linken Rheinufers.



  • June 22, 2017 19:50:44 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.  

     

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der ganzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.     

               

                                     Dezember 1918.

    1.    Generalfeldmarschall von Hindenburg erläßt eine Kundgebung an die

            heimkehrenden Krieger, daß ihnen große Siedlungsländereien zur Ver-

            fügung gestellt werden sollen.



  • June 22, 2017 19:37:14 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.   

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der gnzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.

    25.  In Berlin treten die Minister der deutschen Bundesstaaten zusammen,

           um die Einheit des Deutschen Reichs gegen allerlei Loslösungs-

           bestimmungen zu dokumentieren.

    26.  Die Franzosen halten ihren Einzug in Straßburg.




  • June 22, 2017 19:35:02 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.   

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der gnzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.

    14.  Die Unabhängige Sozialdemokratie spaltet sich und bildet unter der

            Anführung von Liebknecht eine besondere Spartakuspartei.

                Der Reichstag und der preußische Landtag werden für aufgelöst 

           erklärt.

    19.  Aus Posen kommen erste Mitteilungen über polnische Erhebungen

           gegen die deutsche Herrschaft.




  • June 22, 2017 19:31:20 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.   

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.

    10.  Exkaiser Wilhelm verläßt das Heer und begibt sich nach Holland.

           Der Text der Waffenstillstandsbedingungen von unerhörter Härte wird

           bekannt gegeben.

               Die Soziallisten bilden eine provisorische Regierung unter dem

           Namen "Rat der Volksbeauftragten" und dem Vorsitz von

           Ebert und Haase.

                Die neue Regierung nimmt die Waffenstillstandsbedingungen an.

    11.  Vormittags 11 Uhr werden die Feindseligkeiten auf der gnzen West-

           front eingestellt.

                 Der Rat der Volksbeauftragten verkündet in einem Erlaß an das

           deutsche Volk freiheitliche Sozialgesetze.


  • June 22, 2017 19:25:44 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.   

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.    1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

           Kaiser ist ohne Antwort geblieben.

               König Ludwig von Bayern ist zurückgetreten und in 

           München die Republik ausgerufen. Der Sozialist Eisner wird Präsident.

              Die Revolutionsbewegung ergreift weitere große Städte des

           Reiches, verschiedene Landesherren treten zurück.

    9.    Der Deutsche Kaiser dankt ab. Ueberall im Deutschen Reiche

           werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. In Berlin finden ver-

           einzelte Straßenkämpfe statt.


  • June 22, 2017 19:17:48 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.   

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort; aus andern großen Städten werden

           Mitteilungen über große sozialistische Demonstrationen bekannt.

    8.   1 Uhr mittags. Das sozialdemokratische Rücktrittsultimatum an den

          Kaiser ist ohne Antwort geblieben.


  • June 22, 2017 19:14:18 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.   

                                       November 1918.

    2.    Kaiser Wilhelm erläßt beim Inkrafttreten der Verfassungsänderungen

           eine bedeutsame Kundgebung über das Kaiseramt als "Dienst am Volke".

    4.    Der Reichskanzler Prinz Max von Baden erläßt im Namen der neuen

           parlamentarische Regierung einen bedeutsamen Aufruf an das Volk.

    5.    In Kiel entstehen Matrosen- und Arbeiterdemonstrationen, die mit

           der Ausrufung des Arbeiter- und Soldatenrates endigen. Das

           Proletariat wird bewaffnet.

    6.    Die deutsche Waffenstillstandskommission ist von Berlin nach dem Westen

           abgereist.

               Präsident Wilson erklärt der deutschen Regierung, daß die Entente     

           bereit ist, auf Grund der 14 Punkte in Friedensverhandlungen ein-

           zutreten. 

    7.    Von Kiel aus pflanzt sich die Revolution rasch nach Lübeck, Hamburg,

           Cuxhaven und Schwerin fort 


  • June 22, 2017 19:04:03 Beate Jochem


                                       D a s  n e u e  D e u t s c h l a n d

     linke Spalte 

       Durch den Waffenstillstand und die harten Absperrungsmaßregeln

    unserer Feinde haben viele von Euch, Kameraden, die Fühlung mit

    der politischen Entwicklung im Deutschen Reiche verloren. Es fehlen

    Euch vielfach, wenn Ihr nun in die Heimat zurückkommt, die Zu-

    sammenhänge für das Verständnis der neuen Lage. Deshalb geben

    wir im nachstehenden eine kurze Übersicht über die wichtigeren

    Ereignisse seit Ausbruch der Revolution.


  • June 22, 2017 19:00:03 Beate Jochem


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  • 50.6293465||3.05707689999997||

    Lille, Frankreich

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  • Story location Lille, Frankreich
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12998 / 199768
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Uta Hentschel
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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