Kriegszeitungen aus dem Besitz von Carl Popp, item 65
Transcription
Transcription history
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter, Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-
leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge
von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden
von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-
malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark und für
jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark.
rechte Spalte
Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen
Militär-Vereins-Bundes
Bundesblatt: Der Kamerad".
Bezugspreis vierteljährlich : 1,38 Mark.
_____________________________________________________________________
Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:
1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln
des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.
2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,
Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-
walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-
lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-
sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird
unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-
dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen
erhalten.
Stiftungen:
1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-
stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-
mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere
auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit
nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-
häusern unterzubringen.
2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,
in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre
alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne
Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei
außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine
längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,
Beihilfen zu gewähren.
3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-
tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur
Berufsausbildung gewährt.
4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen
an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum
Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-
schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.
5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige
und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-
ständen unterstützt.
6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-
Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerver-
sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-
erholungsheims.
7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-
mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und
gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-
weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung
Entschließung fassen.
8. Die Friedemann-Stiftung ermöglicht die Lieferung
der Bundeszeitschrift "Kamerad" zu halben Preisen an bedürftige
Kameraden.
9. Die Mittel der Train-Jubiläums-Stiftung
können in Fällen, für die besondere Mittel nicht zur Verfügung stehen,
verwendet werden.
10. Die Mittel der Reinhold Hultzsch-Stiftung sollen
kriegsbeschädigten Bundesmitgliedern den Erwerb oder die Erhaltung
eines Eigenheims ermöglichen.
11. Die Windisch-Stiftung hat den Zweck, bedürftigen
Bundesmitgliedern, die Kriegsteilnehmer von 1914/1918 sind, ganze
oder halbe Freistellen in einem Bundeserholungsheim zu
gewähren.
_______________________________________________________________________
65 Millionen Verbands- und Vereinsvermögen
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter, Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-
leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge
von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden
von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-
malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark und für
jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark.
rechte Spalte
Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen
Militär-Vereins-Bundes
Bundesblatt: Der Kamerad".
Bezugspreis vierteljährlich : 1,38 Mark.
_____________________________________________________________________
Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:
1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln
des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.
2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,
Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-
walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-
lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-
sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird
unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-
dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen
erhalten.
Stiftungen:
1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-
stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-
mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere
auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit
nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-
häusern unterzubringen.
2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,
in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre
alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne
Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei
außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine
längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,
Beihilfen zu gewähren.
3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-
tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur
Berufsausbildung gewährt.
4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen
an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum
Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-
schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.
5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige
und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-
ständen unterstützt.
6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-
Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerver-
sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-
erholungsheims.
7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-
mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und
gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-
weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung
Entschließung fassen.
8. Die Friedemann-Stiftung ermöglicht die Lieferung
der Bundeszeitschrift "Kamerad" zu halben Preisen an bedürftige
Kameraden.
9. Die Mittel der Train-Jubiläums-Stiftung
können in Fällen, für die besondere Mittel nicht zur Verfügung stehen,
verwendet werden.
10. Die Mittel der Reinhold Hultzsch-Stiftung sollen
kriegsbeschädigten Bundesmitgliedern den Erwerb oder die Erhaltung
eines Eigenheims ermöglichen.
11. Die Windisch-Stiftung hat den Zweck, bedürftigen
Bundesmitgliedern, die Kriegsteilnehmer von 1914/1918 sind, ganze
oder halbe Freistellen in einem Bundeserholungsheim zu
gewähren.
_______________________________________________________________________
65 Millionen Verbands- und Vereinsvermögen
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter, Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-
leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge
von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden
von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-
malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark und für
jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark.
rechte Spalte
Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen
Militär-Vereins-Bundes
Bundesblatt: Der Kamerad".
Bezugspreis vierteljährlich : 1,38 Mark.
_____________________________________________________________________
Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:
1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln
des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.
2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,
Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-
walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-
lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-
sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird
unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-
dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen
erhalten.
Stiftungen:
1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-
stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-
mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere
auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit
nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-
häusern unterzubringen.
2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,
in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre
alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne
Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei
außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine
längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,
Beihilfen zu gewähren.
3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-
tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur
Berufsausbildung gewährt.
4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen
an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum
Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-
schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.
5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige
und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-
ständen unterstützt.
6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-
Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerver-
sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-
erholungsheims.
7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-
mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und
gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-
weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung
Entschließung fassen.
8. Die Friedemann-Stiftung ermöglicht die Lieferung
der Bundeszeitschrift "Kamerad" zu halben Preisen an bedürftige
Kameraden.
9. Die Mittel der Train-Jubiläums-Stiftung
können in Fällen, für die besondere Mittel nicht zur Verfügung stehen,
verwendet werden.
10. Die Mittel der Reinhold Hultzsch-Stiftung sollen
kriegsbeschädigten Bundesmitgliedern den Erwerb oder die Erhaltung
eines Eigenheims ermöglichen.
11. Die Windisch-Stiftung hat den Zweck, bedürftigen
Bundesmitgliedern, die Kriegsteilnehmer von 1914/1918 sind, ganze
oder halbe Freistellen in einem Bundeserholungsheim zu
gewähren.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter, Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-
leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge
von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden
von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-
malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark und für
jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark.
rechte Spalte
Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen
Militär-Vereins-Bundes
Bundesblatt: Der Kamerad".
Bezugspreis vierteljährlich : 1,38 Mark.
_____________________________________________________________________
Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:
1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln
des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.
2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,
Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-
walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-
lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-
sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird
unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-
dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen
erhalten.
Stiftungen:
1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-
stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-
mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere
auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit
nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-
häusern unterzubringen.
2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,
in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre
alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne
Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei
außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine
längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,
Beihilfen zu gewähren.
3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-
tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur
Berufsausbildung gewährt.
4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen
an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum
Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-
schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.
5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige
und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-
ständen unterstützt.
6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-
Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerve-
sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-
erholungsheims.
7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-
mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und
gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-
weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung
Entschließung fassen.
8. Die Friedemann-Stiftung ermöglicht die Lieferung
der Bundeszeitschrift "Kamerad" zu halben Preisen an bedürftige
Kameraden.
9. Die Mittel der Train-Jubiläums-Stiftung
können in Fällen, für die besondere Mittel nicht zur Verfügung stehen,
verwendet werden.
10. Die Mittel der Reinhold Hultzsch-Stiftung sollen
kriegsbeschädigten Bundesmitgliedern den Erwerb oder die Erhaltung
eines Eigenheims ermöglichen.
11. Die Windisch-Stiftung hat den Zweck, bedürftigen
Bundesmitgliedern, die Kriegsteilnehmer von 1914/1918 sind, ganze
oder halbe Freistellen in einem Bundeserholungsheim zu
gewähren.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter, Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-
leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge
von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden
von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-
malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark und für
jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark.
rechte Spalte
Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen
Militär-Vereins-Bundes
Bundesblatt: Der Kamerad".
Bezugspreis vierteljährlich : 1,38 Mark.
_____________________________________________________________________
Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:
1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln
des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.
2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,
Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-
walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-
lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-
sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird
unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-
dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen
erhalten.
Stiftungen:
1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-
stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-
mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere
auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit
nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-
häusern unterzubringen.
2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,
in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre
alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne
Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei
außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine
längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,
Beihilfen zu gewähren.
3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-
tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur
Berufsausbildung gewährt.
4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen
an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum
Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-
schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.
5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige
und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-
ständen unterstützt.
6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-
Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerve-
sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-
erholungsheims.
7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-
mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und
gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-
weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung
Entschließung fassen.
8. Die Friedemann-Stiftung ermöglicht die Lieferung
der Bundeszeitschrift "Kamerad" zu halben Preisen an bedürftige
Kameraden.
9. Die Mittel der Train-Jubiläums-Stiftung
können in Fällen, für die besondere Mittel nicht zur Verfügung stehen,
verwendet werden.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter, Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-
leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge
von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden
von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-
malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark und für
jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark.
rechte Spalte
Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen
Militär-Vereins-Bundes
Bundesblatt: Der Kamerad".
Bezugspreis vierteljährlich : 1,38 Mark.
_____________________________________________________________________
Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:
1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln
des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.
2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,
Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-
walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-
lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-
sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird
unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-
dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen
erhalten.
Stiftungen:
1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-
stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-
mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere
auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit
nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-
häusern unterzubringen.
2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,
in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre
alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne
Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei
außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine
längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,
Beihilfen zu gewähren.
3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-
tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur
Berufsausbildung gewährt.
4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen
an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum
Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-
schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.
5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige
und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-
ständen unterstützt.
6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-
Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerve-
sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-
erholungsheims.
7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-
mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und
gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-
weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung
Entschließung fassen.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter, Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-
leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge
von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden
von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-
malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark und für
jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark.
rechte Spalte
Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen
Militär-Vereins-Bundes
Bundesblatt: Der Kamerad".
Bezugspreis vierteljährlich : 1,38 Mark.
_____________________________________________________________________
Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:
1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln
des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.
2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,
Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-
walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-
lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-
sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird
unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-
dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen
erhalten.
Stiftungen:
1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-
stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-
mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere
auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit
nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-
häusern unterzubringen.
2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,
in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre
alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne
Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei
außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine
längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,
Beihilfen zu gewähren.
3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-
tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur
Berufsausbildung gewährt.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter, Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-
leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge
von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden
von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-
malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark und für
jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark.
rechte Spalte
Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen
Militär-Vereins-Bundes
Bundesblatt: Der Kamerad".
Bezugspreis vierteljährlich : 1,38 Mark.
_____________________________________________________________________
Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:
1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln
des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.
2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,
Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-
walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-
lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-
sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird
unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-
dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen
erhalten.
Stiftungen:
1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-
stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-
mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere
auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit
nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-
häusern unterzubringen.
2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,
in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre
alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne
Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei
außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine
längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,
Beihilfen zu gewähren.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter, Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-
leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge
von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden
von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-
malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark und für
jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark.
rechte Spalte
Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen
Militär-Vereins-Bundes
Bundesblatt: Der Kamerad".
Bezugspreis vierteljährlich : 1,38 Mark.
_____________________________________________________________________
Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:
1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln
des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.
2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,
Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-
walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-
lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-
sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird
unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-
dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen
erhalten.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter, Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-
leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge
von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden
von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-
malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark und für
jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark.
rechte Spalte
Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen
Militär-Vereins-Bundes
Bundesblatt: Der Kamerad".
Bezugspreis vierteljährlich : 1,38 Mark.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter, Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-
leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge
von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden
von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-
malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark und für
jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter , Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-
leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge
von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden
von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-
malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark und für
jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter , Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter , Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
und Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487 Mark.
4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-
suche 40 000 Mark.
5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-
stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-
nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf
648 Gesuche 12 100 Mark.
6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende
1910=12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950
Mark.
Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter , Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
__________________________________________________________________________
Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes
Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"
Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld.
__________________________________________________________________________
Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum
20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:
1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für
Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen
uns Waisen 250 024 Mark.
2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:
Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene
38 000 Mark.
3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-
bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-
bliebenen 36 487Mark.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter , Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis
75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch
das praktische Leben geworden ist.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter , Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-
sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und
Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften
und Rabattspargelegenheiten geplant.
Rechtsberatungs- und Auskunftsstellen in
Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-
bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter , Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-
ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen
gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden.
Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung
und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und
Wirtschaftsstätten).
Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.
Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-
kuren.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-
nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-
tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser
Glücksburg in Römhild (evangel.)
Canth in Schlesien (kathol.)
Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)
Wittlich bei Trier (kathol.)
Samter , Provinz Posen (evangel.)
Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-
beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-
mitgliedern gewährt.
An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche
Kriegerbund:
Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-
kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"
Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
Kyffhäuser=Bund - 32 000 Vereine, größte Organisation Deutschlands
rechte Seite
linke Spalte
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
Die Kriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
K y f f h ä u s e r = B u n d - 3 2 0 0 0 V e r e i n e , g r ö ß t e O r g a n i s a t i o n D e u t s c h l a n d s
rechte Seite
linke Spalte
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zheit odereitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
K y f f h ä u s e r = B u n d - 3 2 0 0 0 V e r e i n e , g r ö ß t e O r g a n i s a t i o n D e u t s c h l a n d s
rechte Seite
linke Spalte
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zheit odereitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden - Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
K y f f h ä u s e r = B u n d - 3 2 0 0 0 V e r e i n e , g r ö ß t e O r g a n i s a t i o n D e u t s c h l a n d s
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zheit odereitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines U n t e r s t ü t z u n g s w e s e n für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
K a m e r a d e n - U n t e r s t ü t z u n g e n werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
N o t s t a n d s u n t e r s t ü t z u n g e n werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
W i t w e n - U n t e r s t ü t z u n g e n werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
______________________________________________________________________
K y f f h ä u s e r = B u n d - 3 2 0 0 0 V e r e i n e , g r ö ß t e O r g a n i s a t i o n D e u t s c h l a n d s
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zheit odereitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines U n t e r s t ü t z u n g s w e s e n für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
K a m e r a d e n - U n t e r s t ü t z u n g e n werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.
N o t s t a n d s u n t e r s t ü t z u n g e n werden gewährt an Kame-
raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-
gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,
Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.
W i t w e n - U n t e r s t ü t z u n g e n werden an würdige und be-
dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober
verteilt.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zheit odereitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
_____________________________________________________________________
Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-
gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-
senen Landesverbände.
Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt
sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.
Kameraden-Unterstützungen werden allen Mit-
gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder
durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit
oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-
welcher Art unverschuldet in not geraten sind.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
_____________________________________________________________________
Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des
Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)
Bundesblatt: "K r i e g e r - Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.
Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte
Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-
mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-
truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-
schaftliche Beratung - Schnittmusterbilder mit Anleitungen - Romane - Gedichte -
Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-
hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine
in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-
lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland
erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen
gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete de Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich
in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder
als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-
kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die
Reichsregierung zu stellen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu
dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-
dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die
Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.
Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und
der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen
Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!
Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung
und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei
allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.
In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-
stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf
dem Gebiete de Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-
gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-
schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,
die bereits recht gute Erfolge erzielten.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,
Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-
schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,
Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden. Bei allen
privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-
beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-
genommen.
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet
sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt
und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der
"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50, Geisbergstraße 2).
-
linke Seite
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
rechte Spalte
-
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t !
linke Spalte
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
-
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
-
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft
verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in
der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben
lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren
Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue
halen und ihr über alles eliebtes Vaterland nicht verleugnen. Da
Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-
einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.
Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und
Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und
öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-
benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe
erteilt wird. iMitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,
Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso
die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unte-
bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-
mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs
bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen
-
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die
drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-
erträglich werden wird, Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-
mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der
Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil
werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch
die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann
bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-
schmähten "Almosen" nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.
-
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-
gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.
Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liet nicht ge-#
rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes.
-
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit
sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,
den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden
der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel
der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische
Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer
Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-
wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche
Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem
Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische,
vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus
ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-
zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-
dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen
Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-
gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete
größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,
Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und
Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich
getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die
Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,
alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies
etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.
Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem
Gebiet?
-
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-
regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine,
-
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t
DieKriegervereine und die neue Zeit
Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,
die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,
des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange
das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte
infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-
herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte
-
A l l e z e i t - H i l f s b e r e i t
Description
Save description- 50.6293465||3.05707689999997||||1
Lille, Frankreich
Location(s)
Story location Lille, Frankreich
- ID
- 12998 / 199771
- Contributor
- Uta Hentschel
Login to edit the languages
Login to edit the fronts
- Western Front
Login to add keywords
- Propaganda






































































Login to leave a note