Kriegszeitungen aus dem Besitz von Carl Popp, item 65

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                                                   A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


 linke Spalte 


Die Kriegervereine und die neue Zeit


     Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

     Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

Gebiet?

     An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

     Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


 rechte Spalte 

Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

genommen.

     Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

     Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

     Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

_____________________________________________________________________

Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                      Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

_____________________________________________________________________


     Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

senen Landesverbände.

     Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

  Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

  Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

   Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

verteilt.

______________________________________________________________________


 Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


 rechte Seite 

 linke Spalte 

     Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

          Glücksburg in Römhild (evangel.)  

          Canth in Schlesien (kathol.) 

          Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

          Wittlich bei Trier (kathol.)

          Samter, Provinz Posen (evangel.)

     Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

mitgliedern gewährt. 

     An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

Kriegerbund:

     Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

     Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

     Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

Wirtschaftsstätten).

     Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

     Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

kuren.

     Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

und Rabattspargelegenheiten geplant.

     Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

     Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

das praktische Leben geworden ist.

__________________________________________________________________________

Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

       Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

       Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

__________________________________________________________________________

     Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

     1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

und Waisen 250 024 Mark.

     2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

38 000 Mark.

     3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

bliebenen  36 487 Mark.

     4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

suche 40 000 Mark.

     5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

648 Gesuche 12 100 Mark.

     6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

Mark.

     Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

     Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 


 rechte Spalte 

Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen

                    Militär-Vereins-Bundes

                    Bundesblatt:  Der Kamerad".

             Bezugspreis vierteljährlich : 1,38  Mark.

_____________________________________________________________________                 

             Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:

     1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln

des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.

     2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,

Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-

walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-

lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-

sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird

unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-

dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen

erhalten.

     Stiftungen:

     1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-

stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-

mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere

auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit

nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-

häusern unterzubringen.

     2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,

in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre

alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne

Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei

außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine

längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,

Beihilfen zu gewähren.

     3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-

tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur

Berufsausbildung gewährt.

     4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen

an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum

Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-

schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.

     5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige

und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-

ständen unterstützt.

     6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-

Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerver-

sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-

erholungsheims.

     7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-

mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und

gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-

weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung

Entschließung fassen.

     8. Die Friedemann-Stiftung ermöglicht die Lieferung

der Bundeszeitschrift "Kamerad" zu halben Preisen an bedürftige

Kameraden.

     9. Die Mittel der Train-Jubiläums-Stiftung

können in Fällen, für die besondere Mittel nicht zur Verfügung stehen,

verwendet werden.

   10. Die Mittel der Reinhold Hultzsch-Stiftung sollen

kriegsbeschädigten Bundesmitgliedern den Erwerb oder die Erhaltung

eines Eigenheims ermöglichen.

   11. Die Windisch-Stiftung hat den Zweck, bedürftigen

Bundesmitgliedern, die Kriegsteilnehmer von 1914/1918 sind, ganze

oder halbe Freistellen in einem Bundeserholungsheim zu

gewähren.

_______________________________________________________________________

 65 Millionen Verbands- und Vereinsvermögen             



     

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 linke Spalte 


Die Kriegervereine und die neue Zeit


     Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

     Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

Gebiet?

     An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

     Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


 rechte Spalte 

Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

"Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

genommen.

     Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

     Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

     Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

_____________________________________________________________________

Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                      Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

_____________________________________________________________________


     Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

senen Landesverbände.

     Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

  Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

  Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

   Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

verteilt.

______________________________________________________________________


 Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


 rechte Seite 

 linke Spalte 

     Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

          Glücksburg in Römhild (evangel.)  

          Canth in Schlesien (kathol.) 

          Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

          Wittlich bei Trier (kathol.)

          Samter, Provinz Posen (evangel.)

     Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

mitgliedern gewährt. 

     An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

Kriegerbund:

     Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

     Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

     Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

Wirtschaftsstätten).

     Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

     Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

kuren.

     Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

und Rabattspargelegenheiten geplant.

     Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

     Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

das praktische Leben geworden ist.

__________________________________________________________________________

Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

       Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

       Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

__________________________________________________________________________

     Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

     1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

und Waisen 250 024 Mark.

     2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

38 000 Mark.

     3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

bliebenen  36 487 Mark.

     4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

suche 40 000 Mark.

     5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

648 Gesuche 12 100 Mark.

     6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

Mark.

     Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

     Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 


 rechte Spalte 

Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen

                    Militär-Vereins-Bundes

                    Bundesblatt:  Der Kamerad".

             Bezugspreis vierteljährlich : 1,38  Mark.

_____________________________________________________________________                 

             Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:

     1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln

des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.

     2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,

Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-

walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-

lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-

sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird

unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-

dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen

erhalten.

     Stiftungen:

     1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-

stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-

mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere

auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit

nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-

häusern unterzubringen.

     2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,

in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre

alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne

Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei

außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine

längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,

Beihilfen zu gewähren.

     3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-

tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur

Berufsausbildung gewährt.

     4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen

an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum

Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-

schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.

     5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige

und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-

ständen unterstützt.

     6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-

Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerver-

sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-

erholungsheims.

     7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-

mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und

gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-

weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung

Entschließung fassen.

     8. Die Friedemann-Stiftung ermöglicht die Lieferung

der Bundeszeitschrift "Kamerad" zu halben Preisen an bedürftige

Kameraden.

     9. Die Mittel der Train-Jubiläums-Stiftung

können in Fällen, für die besondere Mittel nicht zur Verfügung stehen,

verwendet werden.

   10. Die Mittel der Reinhold Hultzsch-Stiftung sollen

kriegsbeschädigten Bundesmitgliedern den Erwerb oder die Erhaltung

eines Eigenheims ermöglichen.

   11. Die Windisch-Stiftung hat den Zweck, bedürftigen

Bundesmitgliedern, die Kriegsteilnehmer von 1914/1918 sind, ganze

oder halbe Freistellen in einem Bundeserholungsheim zu

gewähren.

_______________________________________________________________________

 65 Millionen Verbands- und Vereinsvermögen             



     


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  • June 30, 2017 19:46:41 Beate Jochem

     linke Seite 

                                                       A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


     linke Spalte 


    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter, Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

         Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

    leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

    von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

    von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

    malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

    jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 


     rechte Spalte 

    Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen

                        Militär-Vereins-Bundes

                        Bundesblatt:  Der Kamerad".

                 Bezugspreis vierteljährlich : 1,38  Mark.

    _____________________________________________________________________                 

                 Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:

         1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln

    des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.

         2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,

    Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-

    walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-

    lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-

    sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird

    unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-

    dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen

    erhalten.

         Stiftungen:

         1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-

    stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-

    mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere

    auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit

    nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-

    häusern unterzubringen.

         2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,

    in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre

    alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne

    Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei

    außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine

    längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,

    Beihilfen zu gewähren.

         3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-

    tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur

    Berufsausbildung gewährt.

         4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen

    an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum

    Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-

    schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.

         5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige

    und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-

    ständen unterstützt.

         6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-

    Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerver-

    sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-

    erholungsheims.

         7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-

    mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und

    gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-

    weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung

    Entschließung fassen.

         8. Die Friedemann-Stiftung ermöglicht die Lieferung

    der Bundeszeitschrift "Kamerad" zu halben Preisen an bedürftige

    Kameraden.

         9. Die Mittel der Train-Jubiläums-Stiftung

    können in Fällen, für die besondere Mittel nicht zur Verfügung stehen,

    verwendet werden.

       10. Die Mittel der Reinhold Hultzsch-Stiftung sollen

    kriegsbeschädigten Bundesmitgliedern den Erwerb oder die Erhaltung

    eines Eigenheims ermöglichen.

       11. Die Windisch-Stiftung hat den Zweck, bedürftigen

    Bundesmitgliedern, die Kriegsteilnehmer von 1914/1918 sind, ganze

    oder halbe Freistellen in einem Bundeserholungsheim zu

    gewähren.

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     65 Millionen Verbands- und Vereinsvermögen             



         

  • June 30, 2017 19:45:52 Beate Jochem

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    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter, Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

         Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

    leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

    von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

    von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

    malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

    jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 


     rechte Spalte 

    Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen

                        Militär-Vereins-Bundes

                        Bundesblatt:  Der Kamerad".

                 Bezugspreis vierteljährlich : 1,38  Mark.

    _____________________________________________________________________                 

                 Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:

         1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln

    des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.

         2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,

    Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-

    walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-

    lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-

    sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird

    unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-

    dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen

    erhalten.

         Stiftungen:

         1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-

    stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-

    mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere

    auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit

    nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-

    häusern unterzubringen.

         2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,

    in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre

    alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne

    Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei

    außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine

    längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,

    Beihilfen zu gewähren.

         3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-

    tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur

    Berufsausbildung gewährt.

         4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen

    an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum

    Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-

    schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.

         5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige

    und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-

    ständen unterstützt.

         6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-

    Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerver-

    sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-

    erholungsheims.

         7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-

    mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und

    gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-

    weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung

    Entschließung fassen.

         8. Die Friedemann-Stiftung ermöglicht die Lieferung

    der Bundeszeitschrift "Kamerad" zu halben Preisen an bedürftige

    Kameraden.

         9. Die Mittel der Train-Jubiläums-Stiftung

    können in Fällen, für die besondere Mittel nicht zur Verfügung stehen,

    verwendet werden.

       10. Die Mittel der Reinhold Hultzsch-Stiftung sollen

    kriegsbeschädigten Bundesmitgliedern den Erwerb oder die Erhaltung

    eines Eigenheims ermöglichen.

       11. Die Windisch-Stiftung hat den Zweck, bedürftigen

    Bundesmitgliedern, die Kriegsteilnehmer von 1914/1918 sind, ganze

    oder halbe Freistellen in einem Bundeserholungsheim zu

    gewähren.

    _______________________________________________________________________

    65 Millionen  Verbands- und Vereinsvermögen

         

                  



         


  • June 30, 2017 19:44:35 Beate Jochem

     linke Seite 

                                                       A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


     linke Spalte 


    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter, Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

         Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

    leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

    von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

    von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

    malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

    jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 


     rechte Spalte 

    Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen

                        Militär-Vereins-Bundes

                        Bundesblatt:  Der Kamerad".

                 Bezugspreis vierteljährlich : 1,38  Mark.

    _____________________________________________________________________                 

                 Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:

         1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln

    des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.

         2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,

    Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-

    walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-

    lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-

    sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird

    unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-

    dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen

    erhalten.

         Stiftungen:

         1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-

    stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-

    mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere

    auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit

    nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-

    häusern unterzubringen.

         2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,

    in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre

    alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne

    Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei

    außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine

    längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,

    Beihilfen zu gewähren.

         3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-

    tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur

    Berufsausbildung gewährt.

         4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen

    an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum

    Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-

    schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.

         5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige

    und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-

    ständen unterstützt.

         6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-

    Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerver-

    sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-

    erholungsheims.

         7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-

    mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und

    gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-

    weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung

    Entschließung fassen.

         8. Die Friedemann-Stiftung ermöglicht die Lieferung

    der Bundeszeitschrift "Kamerad" zu halben Preisen an bedürftige

    Kameraden.

         9. Die Mittel der Train-Jubiläums-Stiftung

    können in Fällen, für die besondere Mittel nicht zur Verfügung stehen,

    verwendet werden.

       10. Die Mittel der Reinhold Hultzsch-Stiftung sollen

    kriegsbeschädigten Bundesmitgliedern den Erwerb oder die Erhaltung

    eines Eigenheims ermöglichen.

       11. Die Windisch-Stiftung hat den Zweck, bedürftigen

    Bundesmitgliedern, die Kriegsteilnehmer von 1914/1918 sind, ganze

    oder halbe Freistellen in einem Bundeserholungsheim zu

    gewähren.


         

                  



         


  • June 30, 2017 19:42:11 Beate Jochem

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    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter, Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

         Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

    leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

    von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

    von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

    malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

    jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 


     rechte Spalte 

    Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen

                        Militär-Vereins-Bundes

                        Bundesblatt:  Der Kamerad".

                 Bezugspreis vierteljährlich : 1,38  Mark.

    _____________________________________________________________________                 

                 Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:

         1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln

    des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.

         2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,

    Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-

    walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-

    lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-

    sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird

    unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-

    dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen

    erhalten.

         Stiftungen:

         1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-

    stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-

    mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere

    auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit

    nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-

    häusern unterzubringen.

         2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,

    in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre

    alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne

    Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei

    außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine

    längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,

    Beihilfen zu gewähren.

         3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-

    tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur

    Berufsausbildung gewährt.

         4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen

    an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum

    Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-

    schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.

         5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige

    und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-

    ständen unterstützt.

         6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-

    Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerve-

    sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-

    erholungsheims.

         7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-

    mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und

    gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-

    weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung

    Entschließung fassen.

         8. Die Friedemann-Stiftung ermöglicht die Lieferung

    der Bundeszeitschrift "Kamerad" zu halben Preisen an bedürftige

    Kameraden.

         9. Die Mittel der Train-Jubiläums-Stiftung

    können in Fällen, für die besondere Mittel nicht zur Verfügung stehen,

    verwendet werden.

       10. Die Mittel der Reinhold Hultzsch-Stiftung sollen

    kriegsbeschädigten Bundesmitgliedern den Erwerb oder die Erhaltung

    eines Eigenheims ermöglichen.

       11. Die Windisch-Stiftung hat den Zweck, bedürftigen

    Bundesmitgliedern, die Kriegsteilnehmer von 1914/1918 sind, ganze

    oder halbe Freistellen in einem Bundeserholungsheim zu

    gewähren.


         

                  



         


  • June 30, 2017 19:38:19 Beate Jochem

     linke Seite 

                                                       A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


     linke Spalte 


    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter, Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

         Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

    leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

    von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

    von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

    malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

    jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 


     rechte Spalte 

    Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen

                        Militär-Vereins-Bundes

                        Bundesblatt:  Der Kamerad".

                 Bezugspreis vierteljährlich : 1,38  Mark.

    _____________________________________________________________________                 

                 Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:

         1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln

    des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.

         2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,

    Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-

    walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-

    lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-

    sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird

    unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-

    dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen

    erhalten.

         Stiftungen:

         1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-

    stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-

    mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere

    auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit

    nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-

    häusern unterzubringen.

         2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,

    in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre

    alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne

    Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei

    außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine

    längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,

    Beihilfen zu gewähren.

         3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-

    tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur

    Berufsausbildung gewährt.

         4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen

    an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum

    Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-

    schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.

         5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige

    und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-

    ständen unterstützt.

         6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-

    Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerve-

    sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-

    erholungsheims.

         7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-

    mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und

    gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-

    weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung

    Entschließung fassen.

         8. Die Friedemann-Stiftung ermöglicht die Lieferung

    der Bundeszeitschrift "Kamerad" zu halben Preisen an bedürftige

    Kameraden.

         9. Die Mittel der Train-Jubiläums-Stiftung

    können in Fällen, für die besondere Mittel nicht zur Verfügung stehen,

    verwendet werden.

         

                  



         


  • June 30, 2017 19:35:48 Beate Jochem

     linke Seite 

                                                       A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


     linke Spalte 


    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter, Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

         Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

    leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

    von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

    von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

    malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

    jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 


     rechte Spalte 

    Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen

                        Militär-Vereins-Bundes

                        Bundesblatt:  Der Kamerad".

                 Bezugspreis vierteljährlich : 1,38  Mark.

    _____________________________________________________________________                 

                 Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:

         1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln

    des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.

         2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,

    Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-

    walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-

    lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-

    sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird

    unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-

    dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen

    erhalten.

         Stiftungen:

         1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-

    stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-

    mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere

    auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit

    nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-

    häusern unterzubringen.

         2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,

    in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre

    alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne

    Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei

    außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine

    längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,

    Beihilfen zu gewähren.

         3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-

    tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur

    Berufsausbildung gewährt.

         4. Die Königin Carola-Stiftung gibt Unterstützungen

    an bedürftige und würdige Töchter von Bundesmitgliedern zum

    Zwecke der Berufsausbildung und ausnahmsweise auch zur Be-

    schaffung einer Ausstattung bei Verheiratung.

         5. Aus der König Georg-Stiftung werden bedürftige

    und würdige Bundesmitglieder bei besonderen und allgemeinen Not-

    ständen unterstützt.

         6. Die Tanner-Stiftung und die Stiftungen des Sächs-

    Militär-Lebensversicherungsvereins, des Sächs. Militär-Feuerve-

    sicherungsvereins gewähren Beihilfe zum Besuche eines Bundes-

    erholungsheims.

         7. Zweck der Sachsenstiftung, kostenlose Arbeitsver-

    mittlung für ehem. Soldaten, ist durch die Errichtung der staatlichen und

    gemeindlichen Arbeitsnachweise hinfällig geworden. Über die ander-

    weite Zweckbestimmung wird die diesjährige Bundesversammlung

    Entschließung fassen.

         

                  



         


  • June 30, 2017 19:27:24 Beate Jochem

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    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter, Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

         Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

    leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

    von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

    von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

    malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

    jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 


     rechte Spalte 

    Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen

                        Militär-Vereins-Bundes

                        Bundesblatt:  Der Kamerad".

                 Bezugspreis vierteljährlich : 1,38  Mark.

    _____________________________________________________________________                 

                 Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:

         1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln

    des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.

         2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,

    Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-

    walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-

    lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-

    sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird

    unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-

    dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen

    erhalten.

         Stiftungen:

         1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-

    stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-

    mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere

    auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit

    nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-

    häusern unterzubringen.

         2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,

    in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre

    alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne

    Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei

    außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine

    längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,

    Beihilfen zu gewähren.

         3. Aus der König Albert-Stiftung werden bedürf-

    tigen und würdigen Söhnen von Bundesmitgliedern Beihilfen zur

    Berufsausbildung gewährt.

                  



         


  • June 30, 2017 19:25:58 Beate Jochem

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    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter, Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

         Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

    leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

    von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

    von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

    malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

    jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 


     rechte Spalte 

    Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen

                        Militär-Vereins-Bundes

                        Bundesblatt:  Der Kamerad".

                 Bezugspreis vierteljährlich : 1,38  Mark.

    _____________________________________________________________________                 

                 Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:

         1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln

    des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.

         2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,

    Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-

    walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-

    lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-

    sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird

    unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-

    dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen

    erhalten.

         Stiftungen:

         1. Die Wilhelm-Augusta-Stiftung gewährt Unter-

    stützungen an Witwen, Voll- und Halbweisen verstorbener Bundes-

    mitglieder in Fällen unverschuldeter Not. Bei Waisen auch insbesondere

    auch zu dem Zweck, um sie von Beginn bis zu Ende der Schulzeit

    nach dem Lehrplan einer Volksschule in Familie oder in Waisen-

    häusern unterzubringen.

         2. Die Wettin-Jubiläums-Stiftung hat den Zweck,

    in erster Linie solche hilfsbedürftige Kameraden, die über 60 Jahre

    alt sind, zu unterstützen, dann aber auch andere Kameraden ohne

    Rücksicht auf das Lebensalter sowie deren Familienangehörigen bei

    außergewöhnlichen körperlichen Erkrankungen, die eine

    längere Behandlung oder eine besondere Fürsorge erforderlich machen,

    Beihilfen zu gewähren.

                  



         


  • June 30, 2017 19:17:29 Beate Jochem

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    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter, Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

         Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

    leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

    von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

    von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

    malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

    jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 


     rechte Spalte 

    Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen

                        Militär-Vereins-Bundes

                        Bundesblatt:  Der Kamerad".

                 Bezugspreis vierteljährlich : 1,38  Mark.

    _____________________________________________________________________                 

                 Allgemeine Wohlfahrtseinrichtungen:

         1. Bedürftigen Bundesmitgliedern können aus den Mitteln

    des Bundes - Bundessteuer - Unterstützungen gewährt werden.

         2. Der Bund ist im Besitze zweier Erholungsheime,

    Dr. Krug v. Nidda-Haus in Lauter und Windisch-Haus in Dippoldis-

    walde. Aufnahme finden Bundesmitglieder - in letzerem nament-

    lich Feldzugsteilnehmer aus dem letzten Kriege - , die keiner be-

    sonderen ärztlichen Pflege oder Wartung bedürfen. Wohnung wird

    unentgeltlich, Beköstigung zum Tagessatz von 5 Mark gewährt. Be-

    dürftige Mitglieder können zur Bestreitung der Unkosten Beihilfen

    erhalten.


                  



         


  • June 30, 2017 19:10:43 Beate Jochem

     linke Seite 

                                                       A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


     linke Spalte 


    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter, Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

         Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

    leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

    von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

    von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

    malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

    jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 


     rechte Spalte 

    Die Unterstützungseinrichtungen des Sächsischen

                        Militär-Vereins-Bundes

                        Bundesblatt:  Der Kamerad".

                 Bezugspreis vierteljährlich : 1,38  Mark.

                  



         


  • June 30, 2017 19:07:49 Beate Jochem

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    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter, Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

         Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

    leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

    von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

    von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

    malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

    jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 




         


  • June 30, 2017 19:04:31 Beate Jochem

     linke Seite 

                                                       A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


     linke Spalte 


    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter , Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

         Für die Bundeskameraden wurden bisher bei einer Beitrags-

    leistung von 20 Pfennig pro Kopf und Jahr Unterstützungsbeiträge

    von 10 - 30 Mark bewilligt, für Witwen verstorbener Kameraden

    von 10 - 20 Mark, für Witwen gefallener Kriegsteilnehmer als erst-

    malige Unterstützung, und zwar für die Witwe 25 Mark  und für

    jedes Kind unter 16 Jahren 5 Mark. 




         


  • June 30, 2017 19:00:00 Beate Jochem

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    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter , Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910/12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

       




         


  • June 30, 2017 18:55:01 Beate Jochem

     linke Seite 

                                                       A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


     linke Spalte 


    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter , Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    und Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487 Mark.

         4. Aus der Sammlung des Bundes: Auf 1200 Ge-

    suche 40 000 Mark.

         5. Aus den vom Reichsverband zur Unter-

    stützung deutscher Veteranen und Kriegsteil-

    nehmer zur Verfügung gestellten Mitteln: Auf

    648 Gesuche 12 100 Mark.

         6. Aus der Prinz Regent Luitpold-Spende

    1910=12 für hilfsbedürftige und kranke Kriegsteilnehmer: 221 950

    Mark.

         Gesamtsumme der Unterstützungen: 1 696 747 Mark.

       




         


  • June 30, 2017 18:51:06 Beate Jochem

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     linke Spalte 


    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter , Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.

    __________________________________________________________________________

    Unterstützung des Bayerischen Kriegerbundes

           Bundesblatt: "Bayerische Kieger-Zeitung"

           Bezugspreis jährlich 4,48 M. einschließlich Bestellgeld. 

    __________________________________________________________________________

         Seit Bestehen des Bayerischen Kriegerbundes wurden bis zum

    20.Mai 1919 an Unterstützungen ausgezahlt:

         1. Aus der Bundeskasse: Auf 75 876 Gesuche für

    Bundeskameraden 1 098 186 Mark; auf 24 122 Gesuche für Witwen

    uns Waisen 250 024 Mark.

         2. Aus der Prinz Regent Luitpold-Stiftung:

    Auf 3422 Gesuche für Kriegsveteranen und deren Hinterbliebene

    38 000 Mark.

         3. Aus der Mathias Pschorr-Stiftung "Hacker-

    bräu": Auf 2226 Gesuche von Kriegskameraden und deren Hinter-

    bliebenen  36 487Mark.

       




         


  • June 30, 2017 18:43:20 Beate Jochem

     linke Seite 

                                                       A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


     linke Spalte 


    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter , Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.

         Das "Jahrbuch" des Deutschen Kriegerbundes, Preis

    75 Pfennig, das ein unterhaltsamer, unentbehrlicher Wegweiser durch

    das praktische Leben geworden ist.


       




         


  • June 30, 2017 18:41:54 Beate Jochem

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                                                       A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


     linke Spalte 


    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter , Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.

         Weitere wirtschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete der Ver-

    sorgung mit Lebens- und Genußmitteln, sowie mit Gebrauchs- und

    Luxusgegenständen sind durch Errichtung von Einkaufsgemeinschaften

    und Rabattspargelegenheiten geplant.

         Rechtsberatungs-  und Auskunftsstellen in

    Fragen des Wirtschaftslebens in Berlin W. 50, Geis-

    bergstraße 2 und an vielen Orten des Reiches.


       




         


  • June 30, 2017 18:37:41 Beate Jochem

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                                                       A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


     linke Spalte 


    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter , Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).    

         Empfehlungsverträge des Bundes mit ande-

    ren Versicherungsgesellschaften für Versicherungen

    gegen Unfall-, Haftpflicht-, Feuer-, Glas- und Wasserleitungsschäden. 

         Gemeinnützige Genossenschaften zur Errichtung

    und zum Betriebe von Kriegerheimstätten (Wohn- und

    Wirtschaftsstätten).

         Erholungsheime in verschiedenen Verbänden.

         Vergünstigungen bei Bäder- und Erholungs-

    kuren.


       




         


  • June 30, 2017 18:33:42 Beate Jochem

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    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


     rechte Seite 

     linke Spalte 

         Die Fürsorge für die bedürftigen Waisen über-

    nimmt die Kronprinz- und Kronprinzessin-Stif-

    tung. Es bestehen zur Zeit die Krieger-Waisenhäuser

              Glücksburg in Römhild (evangel.)  

              Canth in Schlesien (kathol.) 

              Renthe-Fink-Haus in Osnabrück (evangel.)

              Wittlich bei Trier (kathol.)

              Samter , Provinz Posen (evangel.)

         Außerdem werden aus den Mitteln der Stiftung Erziehungs-

    beihilfen an bedürftige minderjährige Waisen von Kriegervereins-

    mitgliedern gewährt. 

         An Wohlfahrtseinrichtungen besitzt der Deutsche

    Kriegerbund:

         Die Lebensversicherungsanstalt und Sterbe-

    kasse (seit 1. Oktober 1913 Abteilung der "Friedrich Wilhelm"

    Lebensvers.-Akt.-Ges. zu Berlin).

       




         


  • June 29, 2017 23:13:17 Beate Jochem

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    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


     Kyffhäuser=Bund -  32  000  Vereine, größte  Organisation  Deutschlands


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  • June 29, 2017 23:10:32 Beate Jochem

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    Die Kriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Reihe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


    K y f f h ä u s e r = B u n d -  3 2  0 0 0  V e r e i n e , g r ö ß t e  O r g a n i s a t i o n  D e u t s c h l a n d s


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  • June 29, 2017 23:05:29 Beate Jochem

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    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zheit odereitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


    K y f f h ä u s e r = B u n d -  3 2  0 0 0  V e r e i n e , g r ö ß t e  O r g a n i s a t i o n  D e u t s c h l a n d s


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  • June 29, 2017 23:04:30 Beate Jochem

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    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zheit odereitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

      Kameraden - Unterstützungen  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

      Notstandsunterstützungen werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

       Witwen - Unterstützungen werden an würdige und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


    K y f f h ä u s e r = B u n d -  3 2  0 0 0  V e r e i n e , g r ö ß t e  O r g a n i s a t i o n  D e u t s c h l a n d s

         


  • June 29, 2017 23:01:52 Beate Jochem

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     linke Spalte 


    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zheit odereitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines U n t e r s t ü t z u n g s w e s e n  für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

         K a m e r a d e n - U n t e r s t ü t z u n g e n  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

         N o t s t a n d s u n t e r s t ü t z u n g e n  werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

         W i t w e n - U n t e r s t ü t z u n g e n  werden an würdige  und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

    ______________________________________________________________________


    K y f f h ä u s e r = B u n d -  3 2  0 0 0  V e r e i n e , g r ö ß t e  O r g a n i s a t i o n  D e u t s c h l a n d s

         


  • June 29, 2017 22:58:18 Beate Jochem

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    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

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    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zheit odereitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines U n t e r s t ü t z u n g s w e s e n  für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

         K a m e r a d e n - U n t e r s t ü t z u n g e n  werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in Not geraten sind.

         N o t s t a n d s u n t e r s t ü t z u n g e n  werden gewährt an Kame-

    raden, wenn durch Naturereignisse oder größere Unglücksfälle all-

    gemeiner Art ganze Ortschaften und Gegenden infolge von Flur-,

    Feld- und Gebäudeschäden usw. in Not geraten sind.

         W i t w e n - U n t e r s t ü t z u n g e n  werden an würdige  und be-

    dürftige Witwen zweimal im Jahre am 22. März und am 22. Oktober

    verteilt.

         


  • June 29, 2017 22:51:02 Beate Jochem

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                                                       A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


     linke Spalte 


    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zheit odereitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

                          Novellen - Unterhaltung jeder Art - Stellenmarkt.

    _____________________________________________________________________


         Der Deutsche Kriegerbund besitzt ein einheitlich geregeltes all-

    gemeines Unterstützungswesen für alle ihm angeschlos-

    senen Landesverbände.

         Die Unterstützungstätigkeit der allgemeinen Bundeskasse erstreckt

    sich auf Kameraden und Kameraden-Witwen.

         Kameraden-Unterstützungen werden allen Mit-

    gliedern des Kriegerbundes gewährt, die durch eigene Krankheit oder

    durch Krankheit von Familienangehörigen, durch Erwerbsunfähigkeit

    oder vorübergehende Erwerbslosigkeit oder durch Unglücksfälle irgend-

    welcher Art unverschuldet in not geraten sind.

         


  • June 29, 2017 22:45:13 Beate Jochem

     linke Seite 

                                                       A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t !


     linke Spalte 


    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!

    _____________________________________________________________________

    Die Unterstützungs- und Wohlfahrtseinrichtungen des

    Deutschen Kriegerbundes (Wirtschaftliche Vereinigung)

    Bundesblatt:  "K r i e g e r  -  Z e i t u n g ". Wöchentlich bis zu 32 Seiten Umfang.

    Preis ab 1. Oktober vierteljährlich 2.- M. - Die Krieger-Zeitung bringt: Illustrierte

    Monatsbeilage - Aufsätze über Tagesfragen - Alles Wissenswerte für Kriegervereins-

    mitglieder, Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Reichswehr-

    truppen - Briefkasten für alle Fragen - Aussprache für jede Meinung - Landwirt-

    schaftliche Beratung -  Schnittmusterbilder mit Anleitungen -  Romane - Gedichte - 

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  • June 29, 2017 22:36:57 Beate Jochem

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    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen zum Wohle der Kriegsbeschädigten, Krieger-

    hinterbliebenen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die  nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete der Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.

         Der Wandel der Zeit hat es nicht vermocht, die Kriegervereine

    in ihrer innersten Kraft zu erschüttern, sie werden getreu ihrer Über-

    lieferung auch in der neuen Zeit ein starkes deutsches Vaterland

    erstreben, drum, alle Ihr heimgekehrten Krieger, helft bei diesen

    gewaltigen Aufgaben, tretet in unsere Reihen!


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    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete de Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.     

         Eine Reihe weiterer wirtschaftlicher Einrichtungen, wie sie sich 

    in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen zum Wohle der Mitglieder

    als notwendig erweisen, ist von den Kriegervereinen geplant.




  • June 29, 2017 22:26:00 Beate Jochem

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    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

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    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

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         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

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    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

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    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

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    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

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    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

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    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.

         Das Wirken und Wesen der Kriegervereine im neuen demo-

    kratischen Staate besteht nicht darin, utopische Forderungen an die

    Reichsregierung zu stellen und Kriegsgefangenen, Forderungen, die nur dazu

    dienen, die Massen aufzupeitschen, das herrschende Chaos zu ver-

    dichten, die aber selbst unter den gewagtesten Hoffnungen auf die

    Zukunft auch nicht im bescheidensten Maße erfüllt werden können.

    Die Kriegervereine wollen mitarbeiten an der Wiedergesundung und

    der Erstarkung unserer völkischen, wirtschaftlichen und finanziellen

    Kraft in Eintracht mit der Reichsregierung maß- und würdevoll!

    Nur so lassen sich wirkliche Erfolge erzielen, nicht durch Überspannung

    und Vernichtung der Mittel. Wir haben einen verlorenen Krieg bei

    allen Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen in Rechnung zu ziehen.

    In krasser Form tritt diese Tatsache bei der Lösung der Kriegerheim-

    stättenfrage in die Erscheinung. Die Kriegervereine üben auch auf

    dem Gebiete de Wohnungs- und Wirtschaftsstätten für unsere heim-

    gekehrten tapferen Krieger eine schaffende Tätigkeit aus. An ver-

    schiedenen Orten sind Heimstättengenossenschaften ins Leben gerufen,

    die bereits recht gute Erfolge erzielten.




  • June 29, 2017 22:13:14 Beate Jochem

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         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


     rechte Spalte 

    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50,

    Geisbergstraße 2). Mit einer Rehe von anderen Versicherungsgesell-

    schaften bestehen Begünstigungsverträge beim Abschluß von Feuer-,

    Haftpflicht-, Unfall-, Glas- und Wasserleitungschäden.  Bei allen

    privaten und amtlichen Behörden werden die Interessen der Kriegs-

    beschädigten, Kriegerhinterbliebenen und aller Kriegsteilnehmer wahr-

    genommen.




  • June 29, 2017 22:08:49 Beate Jochem

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         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


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    Kriegern, die für ihre und der ihrigen Zukunft sorgen wollen, bietet

    sich hierzu günstige Gelegenheit in der Lebensversicherungsanstalt

    und Sterbekasse des Deutschen Kriegerbundes (Abteilung der

    "Friedrich Wilhelm" Lebensversicherungs-Akt.Ges., Berlin W. 50, Geisbergstraße 2).




  • June 29, 2017 22:06:20 Beate Jochem

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         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

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  • June 29, 2017 22:05:26 Beate Jochem


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         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

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  • June 29, 2017 22:04:14 Beate Jochem


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         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halten und ihr über alles geliebtes Vaterland nicht verleugnen. Das

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. Mitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unter-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


  • June 29, 2017 22:02:32 Beate Jochem


    A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t

    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.

         Die Kriegervereine, die über eine gewaltige wirtschaftliche Kraft

    verfügen, können, wenn sie einig und stark, in sich gefestigt sind, in

    der neuen Zeit ganz gewaltige Kultur- und Wirtschaftsaufgaben 

    lösen, wenn sie unbeirrt durch verleumderische Anfeindung ihren

    Idealen und Kameraden in den jetzigen trüben Zeiten die Treue

    halen und ihr über alles eliebtes Vaterland nicht verleugnen. Da

    Kriegervereinswesen bietet seinen Mitgliedern in seinen Wohlfahrts-

    einrichtungen hervorragende wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

    Für Mitglieder und Nichtmitglieder bestehen Rechtsauskunfts- und

    Beratungsstellen, in denen in allen Fragen des bürgerlichen und

    öffentlichen Rechts, in der Kriegsbeschädigten-, Kriegerhinterblie-

    benen- und der Kriegsgefangenenfürsorge kostenlos Rat und Hilfe

    erteilt wird. iMitglieder der Kriegervereine erhalten bei Notständen,

    Bedürftigkeit, Kur- und Badereisen geldliche Unterstützung; ebenso

    die Witwen und Waisen derselben. 5 Waisenhäuser stehen zur Unte-

    bringung und Erziehung von Kriegerwaisen, auch für Nichtvereins-

    mitglieder zur Verfügung. An vielen größeren Orten des Reichs

    bestehen kostenlose Arbeits- und Stellennachweise. Denjenigen


  • June 29, 2017 21:49:55 Beate Jochem


    A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t

    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liegt nicht ge-

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes, die durch die 

    drückenden, vernichtenden Friedensbedingungen unserer Gegner un-

    erträglich werden wird,  Veranlassung vor, den Spott mit den "Al-

    mosen" hintanzuhalten? Wird denn das Deutsche Reich in der

    Zukunft imstande sein, jedem Staatsbürger "sein Recht" zuteil

    werden zu lassen? Unsere Volks- und Wirtschaftskraft wird durch

    die Fesseln des "Gerechtigkeits"friedens erlahmen, versiegen. Dann

    bleibt uns nichts übrig, als die Selbsthilfe, dann müssen wir die ver-

    schmähten "Almosen"  nehmen, wenn wir nicht verkommen wollen.


  • June 29, 2017 21:18:43 Beate Jochem


    A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t

    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?

         An Kameraden-, Witwen-, Waisen- und Notstandsunterstützun-

    gen zahlen die Kiegervereine jährlich etwa 7 Millionen Mark.

    Unsere Gegner nennen es Almosen. Mit Unrecht. Liet nicht ge-#

    rade jetzt in der schweren Not unseres Vaterlandes.

         


  • June 29, 2017 21:01:47 Beate Jochem


    A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t

    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine, soweit

    sie aufrichtig und ehrlich sind, können darin, daß die Kriegervereine,

    den vollendeten Tatsachen Rechnung tragend, sich auf den Boden

    der neuen Regierung stellten, eine Anpassungstaktik, einen Wechsel

    der Gesinnung nicht erblicken. Es ist eben lediglich eine logische

    Folge ihres bisherigen Verhaltens. Die Kriegervereine stehen ihrer

    Vergangenheit und ihren Zwecken und Zielen nach in einem be-

    wußten Gegensatz zu Kriegsteilnehmerorganisationen, die kleinliche

    Partei- und konfessionelle Ziele großen, vaterländischen und dem

    Allgemeinwohl dienenden Aufgaben voranstellen. Der völkische, 

    vaterländische Gedanke beseelt die Kriegervereine nach wie vor; aus

    ihm und durch ihn schöpfen sie die Kraft zur Entfaltung reicher so-

    zialer und wirtschaftlicher Arbeit zum Wohle ihrer Mitglieder. Trotz-

    dem sie wesentlich geringere Beiträge erheben, als alle anderen

    Kriegsbeschädigten- und Kriegsteilnehmerverbände, sind die Leistun-

    gen des Kriegervereinswesens allein auf sozialrechtlichem Gebiete

    größer. Die Erfolge im Interesse unserer Kriegsbeschädigten,

    Kriegerhinterbliebenen, Kriegsgefangener, Kriegsteilnehmer und

    Kriegsveteranen durch Eingaben an die Reichsregierung können sich

    getrost messen mit denjenigen anderer Verbände. Dabei nehmen die

    Kriegervereine nicht hochtönend das Vorrecht für sich in Anspruch,

    alle Erfolge nur durch ihre Tätigkeit erzielt zu haben, wie dies

    etliche der jungen Organisationen laut in alle Welt hinausrufen.

         Was aber leistet das Kriegervereinswesen auf wirtschaftlichem

    Gebiet?


  • June 29, 2017 20:44:32 Beate Jochem


    A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t

    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte

    die monarchische Regierungsform und setzte an ihre Stelle die Volks-

    regierung. Auch die erbittertsten Feinde der Kriegervereine,


  • June 29, 2017 20:43:08 Beate Jochem


    A l l e z e i t  -  H i l f s b e r e i t

    DieKriegervereine und die neue Zeit


         Das Kriegervereinswesen ist eine große, wuchtige Volksbewegung,

    die die Erhaltung und Stärkung des Nationalbewußtseins,

    des deutschen Volkstums in erster Linie bezweckt. Solange

    das Deutsche Reich ein monarchisches Staatengebilde war, mußte

    infolgedessen die Pflege der Liebe und Treue zu Kaiser und Landes-

    herrn allen Nebenzwecken voranstehen. Die Revolution beseitigte


  • June 29, 2017 20:36:23 Beate Jochem

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    Lille, Frankreich

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12998 / 199771
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Uta Hentschel
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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