Kriegszeitungen aus dem Besitz von Carl Popp, item 3

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 linke Seite 


178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


 linke Spalte 

Die Kriegslage in West und Ost


Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

wie dies früher der Fall gewesen ist.


Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

deutschen Waffen geendet.


Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


 rechte Spalte 

Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

schieden sein!

                              - - - - - - - - - - - - - - - - -

 


               Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

   Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                           - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

             Der König von Württemberg reist wieder

                                    ins Feld. 

   Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                         - - - - - - - - - - - - - - - - - 

            Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                              gegen die Engländer.

   Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

gerichtet hat:

     Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

   Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

Widerhall finden.

                         - - - - - - - - - - - - - - - - -

                Neue Heldentaten der Emden 

Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

     Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

unerkannt nähern."


 rechte Seite 


Nummer 23                "Parole." (Feldnummer.)                          181  


 linke Spalte 

                     Beilage.

 (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

     Den Briten für die Mammonsgier

     Des Franzen Rachsucht für und für,

          Des Russen wüstes Leben. -

     Dem Engelfürsten Michael

     Von mir bereits ward der Befehl. 

           Zu fördern all Dein Streben.

     Wie dann auch sein wird mein Geschick,

     Ich werd´mit klarem, kühlen Blick 

          Tod in die Feinde schmettern,

     Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg

     Davonzutragen vollen Sieg

          Trotz allen Donnerwettern


     O großer Gott, wie dank ich Dir,

     Dir übergeb´ich ganz mich hier ,

           Denn Dein ist ja die Rache!

     Gern opfern will ich Gut und Blut,

     Zu dienen gegen Britenbrut

          Der Wahrheit, - Deiner Sache. 

                                                 Berthold Roy.


           Das Petroleumbrot.

         Ein lustig Soldatenlied.

      Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.

   Als der Hindenburg, der Sieger

Mit dem Heer der deutschen Krieger

Hatt´befreit das deutsche Land:

Sprach er zu den Russenscharen,

Die von ihm gefangen waren,

Und hob grimmig hoch die Hand:


   "Weib und Kind habt Ihr erschlagen! - 

Feuerbrände habt getragen

Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -

Daß ich solcher Brut mich wehre,

Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -

Auch im Krieges Sturmgebraus."


   Da ist vor ihn hingetreten

Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,

Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.

Nahrung wir nicht mehr genossen,

Weil die Russen uns begossen

Mit Petroleum das Brot!"


Grollend hat´s der Held vernommen,

Bis ein Lachen ihm gekommen:

"Will Euch pflegen Tag und Nacht! -

Bringt´s Petroleumbrot getragen!

Füllt es in die russ´schen Magen,

Weil es denen Spaß so macht!"


Ob die Magen revoltierten

Urwelt-Grimmen sie verspürten:

Bis zu Ende ging´s Gewurg! -

Deutsche Krieger um sie stehen,

Haben schmunzelnd es gesehen.

Hurra! Hoch leb Hindenburg!

                          Felix Marquart, Leipzig

                              Mitglied des Reichstags.

handschriftlich:

V.D.H. Mitglied


          Der Krieg der Engländer gegen den

                       Militarismus.

Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor

dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns

der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,

mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.

Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-

mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-

nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid

und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und

eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch

neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und

Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den

Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte

und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem

deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß

bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte 


 rechte Spalte 

von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen

Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen

Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.

   Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen

hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am

deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um

und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen

wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder

mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,

kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,

als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem

Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das

ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das

ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist

das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,

wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-

geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,

die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.

   Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang 

den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein

Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger

Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem

sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie

auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und

schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen

Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es

schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen

Wettbewerb England gewachsen zeigte.

    Unsre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit ist zum

guten Teil eine Wirkung des deutschen Militarismus, wie er wirklich

besteht, eine Frucht der durch die allgemeine militärische Dienstleistung

erzielten Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung, zu Fleiß und

Arbeitsamkeit, zu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer, eine

Folge der in der großen Schule des Volksheeres erzielten Schulung

des Willens und der dort bewirkten Gesunderhaltung und Stählung

des Körpers. Einsichtige sachverständige Engländer haben vor dem

Kriege ihrem Volke den Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht, zum

deutschen Militarismus dringend ans Herz gelegt. Indes vergeblich.

Das rächt sich nun. Was die Engländer heute selber an Militarismus

aufbieten, ist Söldnertum, Krämertum, das gegen unser Volksheer

gar nichts ausrichtet.

   Der Krieg, den die Engländer entzündet haben, ist nicht, wie sie

lügen, ein Abwehrkrieg gegen den vorgeblich die Weltherrschaft er-

strebenden deutschen Miilitarismus, sondern der Entscheidungskampf

um die weltgeschichtliche Frage, ob das deutsche Volkstum von der

englischen Krämerpolitik und ihren hab- und beutegierigen Verbündeten

vernichtet wird oder kraft dessen, was die Engländer jetzt als Mili-

tarismus verächtlich machen wollen, sein gutes Recht auf Dasein be-

hauptet.

                           - - - - - - - - - - - - - - - - -

               Noch lebt die deutsche Treue.    

   Im Kriegsministerium zu Berlin liegen die Trümmer eines

Maschinengewehrs, die, wie kaum jemals ein Feldzeichen der preußischen

Armee, von dem glänzenden Heldengeiste und der Opfertreue zeugen,

die unsrer Soldaten Herzen erfüllen und in denen die Bürgschaft liegt

für weitere Siege und Erfolge.

   Das Maschinengewehr gehört der Maschinengewehrkompanie einer

Gardetruppe. Es zeigt 6 Schüsse im Mantel, 4 Schüsse im Kasten,

3 Schüsse im Zielfernrohre , das zertrümmert ist, ein Schuß hat die

Handhabe weggerissen. Der frühere Chef dieser Kompanie , jetzt im

Kriegsministerium, besichtigt, wie dies selbstverständlich jeder andre

Hauptmann getan hätte, das Gewehr, und findet, daß seine Leute die

Waffe ordentlich gehalten haben. Alle Schloßteile sind gründlich

geölt, kein Stäubchen ist im ganzen Werk (nach einem Feldzuge von

fast 3 Monaten; fast 6 Wochen haben die Leute im Schlamm gelegen).

nur der Lauf ist frisch beschossen, ganz so, wie er das Gefecht

überstanden, grau vom Pulverschleim. Da das Gewehr un-

brauchbar, wäre eine Laufreinigung unvorschriftsmäßig gewesen.

Es ist also alles in Ordnung. Das beliegende Schreiben lautete:

Die Kompanie meldet, daß beiliegendes Maschinengewehr ohne ihr

Verschulden unbrauchbar geworden ist und bittet um Ersatz. 8 Tage

später kam eine Feldpostkarte, aus ihr ging hervor: Das Gewehr

hatte sich im Morgennebel des Gefechtstages des 21. September weit

vorgewagt, um Verfolgungsfeuer auf abziehende Franzosen abzugeben.

Plötzlich, als sich der Nebel hebt, bekommt es auf etwa 100 m aus

Häusern in der linken Flanke von unsichtbaren Gegnern Infanterie-

und Maschinengewehrfeuer, das in kurzer Zeit das Gewehr unbrauchbar

macht. Ein Offizier, zwei Mann fallen, sechs Mann werden ver-

wundet niedergestreckt. Der Nebel ist verflogen, weit und breit keine

deutsche Truppe. Die Kompanie muß zurück; die Mannschaft nimmt




          

 







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178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


 linke Spalte 

Die Kriegslage in West und Ost


Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

wie dies früher der Fall gewesen ist.


Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

deutschen Waffen geendet.


Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


 rechte Spalte 

Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

schieden sein!

                              - - - - - - - - - - - - - - - - -

 


               Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

   Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                           - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

             Der König von Württemberg reist wieder

                                    ins Feld. 

   Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                         - - - - - - - - - - - - - - - - - 

            Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                              gegen die Engländer.

   Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

gerichtet hat:

     Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

   Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

Widerhall finden.

                         - - - - - - - - - - - - - - - - -

                Neue Heldentaten der Emden 

Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

     Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

unerkannt nähern."


 rechte Seite 


Nummer 23                "Parole." (Feldnummer.)                          181  


 linke Spalte 

                     Beilage.

 (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

     Den Briten für die Mammonsgier

     Des Franzen Rachsucht für und für,

          Des Russen wüstes Leben. -

     Dem Engelfürsten Michael

     Von mir bereits ward der Befehl. 

           Zu fördern all Dein Streben.

     Wie dann auch sein wird mein Geschick,

     Ich werd´mit klarem, kühlen Blick 

          Tod in die Feinde schmettern,

     Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg

     Davonzutragen vollen Sieg

          Trotz allen Donnerwettern


     O großer Gott, wie dank ich Dir,

     Dir übergeb´ich ganz mich hier ,

           Denn Dein ist ja die Rache!

     Gern opfern will ich Gut und Blut,

     Zu dienen gegen Britenbrut

          Der Wahrheit, - Deiner Sache. 

                                                 Berthold Roy.


           Das Petroleumbrot.

         Ein lustig Soldatenlied.

      Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.

   Als der Hindenburg, der Sieger

Mit dem Heer der deutschen Krieger

Hatt´befreit das deutsche Land:

Sprach er zu den Russenscharen,

Die von ihm gefangen waren,

Und hob grimmig hoch die Hand:


   "Weib und Kind habt Ihr erschlagen! - 

Feuerbrände habt getragen

Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -

Daß ich solcher Brut mich wehre,

Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -

Auch im Krieges Sturmgebraus."


   Da ist vor ihn hingetreten

Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,

Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.

Nahrung wir nicht mehr genossen,

Weil die Russen uns begossen

Mit Petroleum das Brot!"


Grollend hat´s der Held vernommen,

Bis ein Lachen ihm gekommen:

"Will Euch pflegen Tag und Nacht! -

Bringt´s Petroleumbrot getragen!

Füllt es in die russ´schen Magen,

Weil es denen Spaß so macht!"


Ob die Magen revoltierten

Urwelt-Grimmen sie verspürten:

Bis zu Ende ging´s Gewurg! -

Deutsche Krieger um sie stehen,

Haben schmunzelnd es gesehen.

Hurra! Hoch leb Hindenburg!

                          Felix Marquart, Leipzig

                              Mitglied des Reichstags.

handschriftlich:

V.D.H. Mitglied


          Der Krieg der Engländer gegen den

                       Militarismus.

Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor

dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns

der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,

mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.

Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-

mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-

nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid

und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und

eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch

neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und

Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den

Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte

und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem

deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß

bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte 


 rechte Spalte 

von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen

Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen

Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.

   Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen

hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am

deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um

und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen

wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder

mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,

kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,

als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem

Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das

ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das

ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist

das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,

wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-

geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,

die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.

   Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang 

den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein

Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger

Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem

sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie

auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und

schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen

Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es

schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen

Wettbewerb England gewachsen zeigte.

    Unsre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit ist zum

guten Teil eine Wirkung des deutschen Militarismus, wie er wirklich

besteht, eine Frucht der durch die allgemeine militärische Dienstleistung

erzielten Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung, zu Fleiß und

Arbeitsamkeit, zu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer, eine

Folge der in der großen Schule des Volksheeres erzielten Schulung

des Willens und der dort bewirkten Gesunderhaltung und Stählung

des Körpers. Einsichtige sachverständige Engländer haben vor dem

Kriege ihrem Volke den Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht, zum

deutschen Militarismus dringend ans Herz gelegt. Indes vergeblich.

Das rächt sich nun. Was die Engländer heute selber an Militarismus

aufbieten, ist Söldnertum, Krämertum, das gegen unser Volksheer

gar nichts ausrichtet.

   Der Krieg, den die Engländer entzündet haben, ist nicht, wie sie

lügen, ein Abwehrkrieg gegen den vorgeblich die Weltherrschaft er-

strebenden deutschen Miilitarismus, sondern der Entscheidungskampf

um die weltgeschichtliche Frage, ob das deutsche Volkstum von der

englischen Krämerpolitik und ihren hab- und beutegierigen Verbündeten

vernichtet wird oder kraft dessen, was die Engländer jetzt als Mili-

tarismus verächtlich machen wollen, sein gutes Recht auf Dasein be-

hauptet.

                           - - - - - - - - - - - - - - - - -

               Noch lebt die deutsche Treue.    

   Im Kriegsministerium zu Berlin liegen die Trümmer eines

Maschinengewehrs, die, wie kaum jemals ein Feldzeichen der preußischen

Armee, von dem glänzenden Heldengeiste und der Opfertreue zeugen,

die unsrer Soldaten Herzen erfüllen und in denen die Bürgschaft liegt

für weitere Siege und Erfolge.

   Das Maschinengewehr gehört der Maschinengewehrkompanie einer

Gardetruppe. Es zeigt 6 Schüsse im Mantel, 4 Schüsse im Kasten,

3 Schüsse im Zielfernrohre , das zertrümmert ist, ein Schuß hat die

Handhabe weggerissen. Der frühere Chef dieser Kompanie , jetzt im

Kriegsministerium, besichtigt, wie dies selbstverständlich jeder andre

Hauptmann getan hätte, das Gewehr, und findet, daß seine Leute die

Waffe ordentlich gehalten haben. Alle Schloßteile sind gründlich

geölt, kein Stäubchen ist im ganzen Werk (nach einem Feldzuge von

fast 3 Monaten; fast 6 Wochen haben die Leute im Schlamm gelegen).

nur der Lauf ist frisch beschossen, ganz so, wie er das Gefecht

überstanden, grau vom Pulverschleim. Da das Gewehr un-

brauchbar, wäre eine Laufreinigung unvorschriftsmäßig gewesen.

Es ist also alles in Ordnung. Das beliegende Schreiben lautete:

Die Kompanie meldet, daß beiliegendes Maschinengewehr ohne ihr

Verschulden unbrauchbar geworden ist und bittet um Ersatz. 8 Tage

später kam eine Feldpostkarte, aus ihr ging hervor: Das Gewehr

hatte sich im Morgennebel des Gefechtstages des 21. September weit

vorgewagt, um Verfolgungsfeuer auf abziehende Franzosen abzugeben.

Plötzlich, als sich der Nebel hebt, bekommt es auf etwa 100 m aus

Häusern in der linken Flanke von unsichtbaren Gegnern Infanterie-

und Maschinengewehrfeuer, das in kurzer Zeit das Gewehr unbrauchbar

macht. Ein Offizier, zwei Mann fallen, sechs Mann werden ver-

wundet niedergestreckt. Der Nebel ist verflogen, weit und breit keine

deutsche Truppe. Die Kompanie muß zurück; die Mannschaft nimmt




          

 








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  • June 14, 2017 20:47:55 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -

     


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - -

                    Neue Heldentaten der Emden 

    Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

    der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

    zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

         Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

    Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

    und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

    von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

    deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

    Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

    (falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

    sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

    unerkannt nähern."


     rechte Seite 


    Nummer 23                "Parole." (Feldnummer.)                          181  


     linke Spalte 

                         Beilage.

     (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

         Den Briten für die Mammonsgier

         Des Franzen Rachsucht für und für,

              Des Russen wüstes Leben. -

         Dem Engelfürsten Michael

         Von mir bereits ward der Befehl. 

               Zu fördern all Dein Streben.

         Wie dann auch sein wird mein Geschick,

         Ich werd´mit klarem, kühlen Blick 

              Tod in die Feinde schmettern,

         Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg

         Davonzutragen vollen Sieg

              Trotz allen Donnerwettern


         O großer Gott, wie dank ich Dir,

         Dir übergeb´ich ganz mich hier ,

               Denn Dein ist ja die Rache!

         Gern opfern will ich Gut und Blut,

         Zu dienen gegen Britenbrut

              Der Wahrheit, - Deiner Sache. 

                                                     Berthold Roy.


               Das Petroleumbrot.

             Ein lustig Soldatenlied.

          Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.

       Als der Hindenburg, der Sieger

    Mit dem Heer der deutschen Krieger

    Hatt´befreit das deutsche Land:

    Sprach er zu den Russenscharen,

    Die von ihm gefangen waren,

    Und hob grimmig hoch die Hand:


       "Weib und Kind habt Ihr erschlagen! - 

    Feuerbrände habt getragen

    Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -

    Daß ich solcher Brut mich wehre,

    Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -

    Auch im Krieges Sturmgebraus."


       Da ist vor ihn hingetreten

    Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,

    Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.

    Nahrung wir nicht mehr genossen,

    Weil die Russen uns begossen

    Mit Petroleum das Brot!"


    Grollend hat´s der Held vernommen,

    Bis ein Lachen ihm gekommen:

    "Will Euch pflegen Tag und Nacht! -

    Bringt´s Petroleumbrot getragen!

    Füllt es in die russ´schen Magen,

    Weil es denen Spaß so macht!"


    Ob die Magen revoltierten

    Urwelt-Grimmen sie verspürten:

    Bis zu Ende ging´s Gewurg! -

    Deutsche Krieger um sie stehen,

    Haben schmunzelnd es gesehen.

    Hurra! Hoch leb Hindenburg!

                              Felix Marquart, Leipzig

                                  Mitglied des Reichstags.

    handschriftlich:

    V.D.H. Mitglied


              Der Krieg der Engländer gegen den

                           Militarismus.

    Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor

    dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns

    der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,

    mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.

    Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-

    mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-

    nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid

    und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und

    eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch

    neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und

    Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den

    Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte

    und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem

    deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß

    bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte 


     rechte Spalte 

    von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen

    Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen

    Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.

       Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen

    hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am

    deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um

    und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen

    wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder

    mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,

    kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,

    als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem

    Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das

    ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das

    ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist

    das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,

    wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-

    geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,

    die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.

       Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang 

    den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein

    Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger

    Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem

    sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie

    auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und

    schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen

    Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es

    schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen

    Wettbewerb England gewachsen zeigte.

        Unsre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit ist zum

    guten Teil eine Wirkung des deutschen Militarismus, wie er wirklich

    besteht, eine Frucht der durch die allgemeine militärische Dienstleistung

    erzielten Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung, zu Fleiß und

    Arbeitsamkeit, zu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer, eine

    Folge der in der großen Schule des Volksheeres erzielten Schulung

    des Willens und der dort bewirkten Gesunderhaltung und Stählung

    des Körpers. Einsichtige sachverständige Engländer haben vor dem

    Kriege ihrem Volke den Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht, zum

    deutschen Militarismus dringend ans Herz gelegt. Indes vergeblich.

    Das rächt sich nun. Was die Engländer heute selber an Militarismus

    aufbieten, ist Söldnertum, Krämertum, das gegen unser Volksheer

    gar nichts ausrichtet.

       Der Krieg, den die Engländer entzündet haben, ist nicht, wie sie

    lügen, ein Abwehrkrieg gegen den vorgeblich die Weltherrschaft er-

    strebenden deutschen Miilitarismus, sondern der Entscheidungskampf

    um die weltgeschichtliche Frage, ob das deutsche Volkstum von der

    englischen Krämerpolitik und ihren hab- und beutegierigen Verbündeten

    vernichtet wird oder kraft dessen, was die Engländer jetzt als Mili-

    tarismus verächtlich machen wollen, sein gutes Recht auf Dasein be-

    hauptet.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - -

                   Noch lebt die deutsche Treue.    

       Im Kriegsministerium zu Berlin liegen die Trümmer eines

    Maschinengewehrs, die, wie kaum jemals ein Feldzeichen der preußischen

    Armee, von dem glänzenden Heldengeiste und der Opfertreue zeugen,

    die unsrer Soldaten Herzen erfüllen und in denen die Bürgschaft liegt

    für weitere Siege und Erfolge.

       Das Maschinengewehr gehört der Maschinengewehrkompanie einer

    Gardetruppe. Es zeigt 6 Schüsse im Mantel, 4 Schüsse im Kasten,

    3 Schüsse im Zielfernrohre , das zertrümmert ist, ein Schuß hat die

    Handhabe weggerissen. Der frühere Chef dieser Kompanie , jetzt im

    Kriegsministerium, besichtigt, wie dies selbstverständlich jeder andre

    Hauptmann getan hätte, das Gewehr, und findet, daß seine Leute die

    Waffe ordentlich gehalten haben. Alle Schloßteile sind gründlich

    geölt, kein Stäubchen ist im ganzen Werk (nach einem Feldzuge von

    fast 3 Monaten; fast 6 Wochen haben die Leute im Schlamm gelegen).

    nur der Lauf ist frisch beschossen, ganz so, wie er das Gefecht

    überstanden, grau vom Pulverschleim. Da das Gewehr un-

    brauchbar, wäre eine Laufreinigung unvorschriftsmäßig gewesen.

    Es ist also alles in Ordnung. Das beliegende Schreiben lautete:

    Die Kompanie meldet, daß beiliegendes Maschinengewehr ohne ihr

    Verschulden unbrauchbar geworden ist und bittet um Ersatz. 8 Tage

    später kam eine Feldpostkarte, aus ihr ging hervor: Das Gewehr

    hatte sich im Morgennebel des Gefechtstages des 21. September weit

    vorgewagt, um Verfolgungsfeuer auf abziehende Franzosen abzugeben.

    Plötzlich, als sich der Nebel hebt, bekommt es auf etwa 100 m aus

    Häusern in der linken Flanke von unsichtbaren Gegnern Infanterie-

    und Maschinengewehrfeuer, das in kurzer Zeit das Gewehr unbrauchbar

    macht. Ein Offizier, zwei Mann fallen, sechs Mann werden ver-

    wundet niedergestreckt. Der Nebel ist verflogen, weit und breit keine

    deutsche Truppe. Die Kompanie muß zurück; die Mannschaft nimmt




              

     







  • June 14, 2017 20:45:14 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -

     


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - -

                    Neue Heldentaten der Emden 

    Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

    der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

    zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

         Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

    Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

    und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

    von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

    deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

    Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

    (falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

    sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

    unerkannt nähern."


     rechte Seite 


    Nummer 23                "Parole." (Feldnummer.)                          181  


     linke Spalte 

                         Beilage.

     (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

         Den Briten für die Mammonsgier

         Des Franzen Rachsucht für und für,

              Des Russen wüstes Leben. -

         Dem Engelfürsten Michael

         Von mir bereits ward der Befehl. 

               Zu fördern all Dein Streben.

         Wie dann auch sein wird mein Geschick,

         Ich werd´mit klarem, kühlen Blick 

              Tod in die Feinde schmettern,

         Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg

         Davonzutragen vollen Sieg

              Trotz allen Donnerwettern


         O großer Gott, wie dank ich Dir,

         Dir übergeb´ich ganz mich hier ,

               Denn Dein ist ja die Rache!

         Gern opfern will ich Gut und Blut,

         Zu dienen gegen Britenbrut

              Der Wahrheit, - Deiner Sache. 

                                                     Berthold Roy.


               Das Petroleumbrot.

             Ein lustig Soldatenlied.

          Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.

       Als der Hindenburg, der Sieger

    Mit dem Heer der deutschen Krieger

    Hatt´befreit das deutsche Land:

    Sprach er zu den Russenscharen,

    Die von ihm gefangen waren,

    Und hob grimmig hoch die Hand:


       "Weib und Kind habt Ihr erschlagen! - 

    Feuerbrände habt getragen

    Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -

    Daß ich solcher Brut mich wehre,

    Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -

    Auch im Krieges Sturmgebraus."


       Da ist vor ihn hingetreten

    Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,

    Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.

    Nahrung wir nicht mehr genossen,

    Weil die Russen uns begossen

    Mit Petroleum das Brot!"


    Grollend hat´s der Held vernommen,

    Bis ein Lachen ihm gekommen:

    "Will Euch pflegen Tag und Nacht! -

    Bringt´s Petroleumbrot getragen!

    Füllt es in die russ´schen Magen,

    Weil es denen Spaß so macht!"


    Ob die Magen revoltierten

    Urwelt-Grimmen sie verspürten:

    Bis zu Ende ging´s Gewurg! -

    Deutsche Krieger um sie stehen,

    Haben schmunzelnd es gesehen.

    Hurra! Hoch leb Hindenburg!

                              Felix Marquart, Leipzig

                                  Mitglied des Reichstags.

    handschriftlich:

    V.D.H. Mitglied


              Der Krieg der Engländer gegen den

                           Militarismus.

    Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor

    dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns

    der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,

    mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.

    Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-

    mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-

    nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid

    und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und

    eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch

    neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und

    Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den

    Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte

    und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem

    deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß

    bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte 


     rechte Spalte 

    von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen

    Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen

    Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.

       Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen

    hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am

    deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um

    und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen

    wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder

    mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,

    kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,

    als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem

    Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das

    ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das

    ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist

    das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,

    wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-

    geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,

    die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.

       Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang 

    den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein

    Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger

    Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem

    sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie

    auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und

    schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen

    Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es

    schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen

    Wettbewerb England gewachsen zeigte.

        Unsre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit ist zum

    guten Teil eine Wirkung des deutschen Militarismus, wie er wirklich

    besteht, eine Frucht der durch die allgemeine militärische Dienstleistung

    erzielten Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung, zu Fleiß und

    Arbeitsamkeit, zu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer, eine

    Folge der in der großen Schule des Volksheeres erzielten Schulung

    des Willens und der dort bewirkten Gesunderhaltung und Stählung

    des Körpers. Einsichtige sachverständige Engländer haben vor dem

    Kriege ihrem Volke den Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht, zum

    deutschen Militarismus dringend ans Herz gelegt. Indes vergeblich.

    Das rächt sich nun. Was die Engländer heute selber an Militarismus

    aufbieten, ist Söldnertum, Krämertum, das gegen unser Volksheer

    gar nichts ausrichtet.

       Der Krieg, den die Engländer entzündet haben, ist nicht, wie sie

    lügen, ein Abwehrkrieg gegen den vorgeblich die Weltherrschaft er-

    strebenden deutschen Miilitarismus, sondern der Entscheidungskampf

    um die weltgeschichtliche Frage, ob das deutsche Volkstum von der

    englischen Krämerpolitik und ihren hab- und beutegierigen Verbündeten

    vernichtet wird oder kraft dessen, was die Engländer jetzt als Mili-

    tarismus verächtlich machen wollen, sein gutes Recht auf Dasein be-

    hauptet.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - -

                   Noch lebt die deutsche Treue.    

       Im Kriegsministerium zu Berlin liegen die Trümmer eines

    Maschinengewehrs, die, wie kaum jemals ein Feldzeichen der preußischen

    Armee, von dem glänzenden Heldengeiste und der Opfertreue zeugen,

    die unsrer Soldaten Herzen erfüllen und in denen die Bürgschaft liegt

    für weitere Siege und Erfolge.

       Das Maschinengewehr gehört der Maschinengewehrkompanie einer

    Gardetruppe. Es zeigt 6 Schüsse im Mantel, 4 Schüsse im Kasten,

    3 Schüsse im Zielfernrohre , das zertrümmert ist, ein Schuß hat die

    Handhabe weggerissen. Der frühere Chef dieser Kompanie , jetzt im

    Kriegsministerium, besichtigt, wie dies selbstverständlich jeder andre

    Hauptmann getan hätte, da Gewehr, und findet, daß seine Leute die

    Waffe ordentlich gehalten haben. Alle Schloßteile sind gründlich

    geölt, kein Stäubchen ist im ganzen Werk (nach einem Feldzuge von

    fast 3 Monaten; fast 6 Wochen haben die Leute im Schlamm gelegen).

    nur der Lauf ist frisch beschossen, ganz so, wie er das Gefecht

    überstanden, grau vom Pulverschleim. Da das Gewehr un-

    brauchbar, wäre eine Laufreinigung unvorschriftsmäßig gewesen.

    Es ist also alles in Ordnung. Das beliegende Schreiben lautete:

    Die Kompanie meldet, daß beiliegendes Maschinengewehr ohne ihr

    Verschulden unbrauchbar geworden ist und bittet um Ersatz. 8 Tage

    später kam eine Feldpostkarte, ais ihr ging hervor: Das Gewehr

    hatte sich im Morgennebel des Gefechtstages des 21. September weit

    vorgewagt, um Verfolgungsfeuer auf abziehende Franzosen abzugeben.

    Plötzlich, als sich der Nebel hebt, bekommt es auf etwa 100 m aus

    Häusern in der linken Flanke von unsichtbaren Gegnern Infanterie-

    und Maschinengewehrfeuer, das in kurzer Zeit das Gewehr unbrauchbar

    macht. Ein Offizier, zwei Mann fallen, sechs Mann werden ver-

    wundet niedergestreckt. Der Nebel ist verflogen, weit und breit keine

    deutsche Truppe. Die Kompanie muß zurück; die Mannschaft nimmt




              

     








  • June 14, 2017 20:20:01 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -

     


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - -

                    Neue Heldentaten der Emden 

    Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

    der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

    zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

         Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

    Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

    und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

    von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

    deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

    Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

    (falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

    sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

    unerkannt nähern."


     rechte Seite 


    Nummer 23                "Parole." (Feldnummer.)                          181  


     linke Spalte 

                         Beilage.

     (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

         Den Briten für die Mammonsgier

         Des Franzen Rachsucht für und für,

              Des Russen wüstes Leben. -

         Dem Engelfürsten Michael

         Von mir bereits ward der Befehl. 

               Zu fördern all Dein Streben.

         Wie dann auch sein wird mein Geschick,

         Ich werd´mit klarem, kühlen Blick 

              Tod in die Feinde schmettern,

         Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg

         Davonzutragen vollen Sieg

              Trotz allen Donnerwettern


         O großer Gott, wie dank ich Dir,

         Dir übergeb´ich ganz mich hier ,

               Denn Dein ist ja die Rache!

         Gern opfern will ich Gut und Blut,

         Zu dienen gegen Britenbrut

              Der Wahrheit, - Deiner Sache. 

                                                     Berthold Roy.


               Das Petroleumbrot.

             Ein lustig Soldatenlied.

          Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.

       Als der Hindenburg, der Sieger

    Mit dem Heer der deutschen Krieger

    Hatt´befreit das deutsche Land:

    Sprach er zu den Russenscharen,

    Die von ihm gefangen waren,

    Und hob grimmig hoch die Hand:


       "Weib und Kind habt Ihr erschlagen! - 

    Feuerbrände habt getragen

    Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -

    Daß ich solcher Brut mich wehre,

    Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -

    Auch im Krieges Sturmgebraus."


       Da ist vor ihn hingetreten

    Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,

    Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.

    Nahrung wir nicht mehr genossen,

    Weil die Russen uns begossen

    Mit Petroleum das Brot!"


    Grollend hat´s der Held vernommen,

    Bis ein Lachen ihm gekommen:

    "Will Euch pflegen Tag und Nacht! -

    Bringt´s Petroleumbrot getragen!

    Füllt es in die russ´schen Magen,

    Weil es denen Spaß so macht!"


    Ob die Magen revoltierten

    Urwelt-Grimmen sie verspürten:

    Bis zu Ende ging´s Gewurg! -

    Deutsche Krieger um sie stehen,

    Haben schmunzelnd es gesehen.

    Hurra! Hoch leb Hindenburg!

                              Felix Marquart, Leipzig

                                  Mitglied des Reichstags.

    handschriftlich:

    V.D.H. Mitglied


              Der Krieg der Engländer gegen den

                           Militarismus.

    Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor

    dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns

    der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,

    mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.

    Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-

    mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-

    nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid

    und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und

    eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch

    neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und

    Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den

    Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte

    und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem

    deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß

    bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte 


     rechte Spalte 

    von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen

    Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen

    Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.

       Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen

    hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am

    deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um

    und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen

    wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder

    mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,

    kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,

    als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem

    Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das

    ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das

    ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist

    das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,

    wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-

    geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,

    die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.

       Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang 

    den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein

    Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger

    Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem

    sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie

    auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und

    schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen

    Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es

    schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen

    Wettbewerb England gewachsen zeigte.

        Unsre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit ist zum

    guten Teil eine Wirkung des deutschen Militarismus, wie er wirklich

    besteht, eine Frucht der durch die allgemeine militärische Dienstleistung

    erzielten Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung, zu Fleiß und

    Arbeitsamkeit, zu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer, eine

    Folge der in der großen Schule des Volksheeres erzielten Schulung

    des Willens und der dort bewirkten Gesunderhaltung und Stählung

    des Körpers. Einsichtige sachverständige Engländer haben vor dem

    Kriege ihrem Volke den Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht, zum

    deutschen Militarismus dringend ans Herz gelegt. Indes vergeblich.

    Das rächt sich nun. Was die Engländer heute selber an Militarismus

    aufbieten, ist Söldnertum, Krämertum, das gegen unser Volksheer

    gar nichts ausrichtet.

       Der Krieg, den die Engländer entzündet haben, ist nicht, wie sie

    lügen, ein Abwehrkrieg gegen den vorgeblich die Weltherrschaft er-

    strebenden deutschen Miilitarismus, sondern der Entscheidungskampf

    um die weltgeschichtliche Frage, ob das deutsche Volkstum von der

    englischen Krämerpolitik und ihren hab- und beutegierigen Verbündeten

    vernichtet wird oder kraft dessen, was die Engländer jetzt als Mili-

    tarismus verächtlich machen wollen, sein gutes Recht auf Dasein be-

    hauptet.


     

        



              

     








  • June 14, 2017 20:16:18 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -

     


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - -

                    Neue Heldentaten der Emden 

    Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

    der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

    zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

         Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

    Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

    und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

    von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

    deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

    Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

    (falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

    sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

    unerkannt nähern."


     rechte Seite 


    Nummer 23                "Parole." (Feldnummer.)                          181  


     linke Spalte 

                         Beilage.

     (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

         Den Briten für die Mammonsgier

         Des Franzen Rachsucht für und für,

              Des Russen wüstes Leben. -

         Dem Engelfürsten Michael

         Von mir bereits ward der Befehl. 

               Zu fördern all Dein Streben.

         Wie dann auch sein wird mein Geschick,

         Ich werd´mit klarem, kühlen Blick 

              Tod in die Feinde schmettern,

         Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg

         Davonzutragen vollen Sieg

              Trotz allen Donnerwettern


         O großer Gott, wie dank ich Dir,

         Dir übergeb´ich ganz mich hier ,

               Denn Dein ist ja die Rache!

         Gern opfern will ich Gut und Blut,

         Zu dienen gegen Britenbrut

              Der Wahrheit, - Deiner Sache. 

                                                     Berthold Roy.


               Das Petroleumbrot.

             Ein lustig Soldatenlied.

          Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.

       Als der Hindenburg, der Sieger

    Mit dem Heer der deutschen Krieger

    Hatt´befreit das deutsche Land:

    Sprach er zu den Russenscharen,

    Die von ihm gefangen waren,

    Und hob grimmig hoch die Hand:


       "Weib und Kind habt Ihr erschlagen! - 

    Feuerbrände habt getragen

    Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -

    Daß ich solcher Brut mich wehre,

    Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -

    Auch im Krieges Sturmgebraus."


       Da ist vor ihn hingetreten

    Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,

    Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.

    Nahrung wir nicht mehr genossen,

    Weil die Russen uns begossen

    Mit Petroleum das Brot!"


    Grollend hat´s der Held vernommen,

    Bis ein Lachen ihm gekommen:

    "Will Euch pflegen Tag und Nacht! -

    Bringt´s Petroleumbrot getragen!

    Füllt es in die russ´schen Magen,

    Weil es denen Spaß so macht!"


    Ob die Magen revoltierten

    Urwelt-Grimmen sie verspürten:

    Bis zu Ende ging´s Gewurg! -

    Deutsche Krieger um sie stehen,

    Haben schmunzelnd es gesehen.

    Hurra! Hoch leb Hindenburg!

                              Felix Marquart, Leipzig

                                  Mitglied des Reichstags.

    handschriftlich:

    V.D.H. Mitglied


              Der Krieg der Engländer gegen den

                           Militarismus.

    Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor

    dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns

    der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,

    mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.

    Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-

    mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-

    nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid

    und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und

    eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch

    neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und

    Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den

    Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte

    und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem

    deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß

    bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte 


     rechte Spalte 

    von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen

    Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen

    Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.

       Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen

    hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am

    deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um

    und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen

    wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder

    mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,

    kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,

    als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem

    Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das

    ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das

    ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist

    das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,

    wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-

    geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,

    die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.

       Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang 

    den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein

    Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger

    Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem

    sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie

    sie auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und

    schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen

    Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es

    schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen

    Wettbewerb England gewachsen zeigte.

        Unsre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit ist zum

    guten Teil eine Wirkung des deutschen Militarismus, wie er wirklich

    besteht, eine Frucht der durch die allgemeine militärische Dienstleistung

    erzielten Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung, zu Fleiß und

    Arbeitsamkeit, zu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer, eine

    Folge der in der großen Schule des Volksheeres erzielten Schulung

    des Willens und der dort bewirkten Gesunderhaltung und Stählung

    des Körpers. Einsichtige sachverständige Engländer haben vor dem

    Kriege ihrem Volke den Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht, zum

    deutschen Militarismus dringend ans Herz gelegt. Indes vergeblich.

    Das rächt sich nun. Was die Engländer heute selber an Militarismus

    aufbieten, ist Söldnertum, Krämertum, das gegen unser Volksheer

    gar nichts ausrichtet.

       Der Krieg, den die Engländer entzündet haben, ist nicht, wie sie

    lügen, ein Abwehrkrieg gegen den vorgeblich die Weltherrschaft er-

    strebenden deutschen Miilitarismus, sondern der Entscheidungskampf

    um die weltgeschichtliche Frage, ob das deutsche Volkstum von der

    englischen Krämerpolitik und ihren hab- und beutegierigen Verbündeten

    vernichtet wird oder kraft dessen, was die Engländer jetzt als Mili-

    tarismus verächtlich machen wollen, sein gutes Recht auf Dasein be-

    hauptet.


     

        



              

     








  • June 14, 2017 20:11:32 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -

     


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - -

                    Neue Heldentaten der Emden 

    Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

    der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

    zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

         Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

    Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

    und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

    von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

    deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

    Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

    (falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

    sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

    unerkannt nähern."


     rechte Seite 


    Nummer 23                "Parole." (Feldnummer.)                          181  


     linke Spalte 

                         Beilage.

     (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

         Den Briten für die Mammonsgier

         Des Franzen Rachsucht für und für,

              Des Russen wüstes Leben. -

         Dem Engelfürsten Michael

         Von mir bereits ward der Befehl. 

               Zu fördern all Dein Streben.

         Wie dann auch sein wird mein Geschick,

         Ich werd´mit klarem, kühlen Blick 

              Tod in die Feinde schmettern,

         Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg

         Davonzutragen vollen Sieg

              Trotz allen Donnerwettern


         O großer Gott, wie dank ich Dir,

         Dir übergeb´ich ganz mich hier ,

               Denn Dein ist ja die Rache!

         Gern opfern will ich Gut und Blut,

         Zu dienen gegen Britenbrut

              Der Wahrheit, - Deiner Sache. 

                                                     Berthold Roy.


               Das Petroleumbrot.

             Ein lustig Soldatenlied.

          Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.

       Als der Hindenburg, der Sieger

    Mit dem Heer der deutschen Krieger

    Hatt´befreit das deutsche Land:

    Sprach er zu den Russenscharen,

    Die von ihm gefangen waren,

    Und hob grimmig hoch die Hand:


       "Weib und Kind habt Ihr erschlagen! - 

    Feuerbrände habt getragen

    Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -

    Daß ich solcher Brut mich wehre,

    Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -

    Auch im Krieges Sturmgebraus."


       Da ist vor ihn hingetreten

    Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,

    Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.

    Nahrung wir nicht mehr genossen,

    Weil die Russen uns begossen

    Mit Petroleum das Brot!"


    Grollend hat´s der Held vernommen,

    Bis ein Lachen ihm gekommen:

    "Will Euch pflegen Tag und Nacht! -

    Bringt´s Petroleumbrot getragen!

    Füllt es in die russ´schen Magen,

    Weil es denen Spaß so macht!"


    Ob die Magen revoltierten

    Urwelt-Grimmen sie verspürten:

    Bis zu Ende ging´s Gewurg! -

    Deutsche Krieger um sie stehen,

    Haben schmunzelnd es gesehen.

    Hurra! Hoch leb Hindenburg!

                              Felix Marquart, Leipzig

                                  Mitglied des Reichstags.

    handschriftlich:

    V.D.H. Mitglied


              Der Krieg der Engländer gegen den

                           Militarismus.

    Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor

    dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns

    der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,

    mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.

    Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-

    mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-

    nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid

    und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und

    eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch

    neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und

    Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den

    Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte

    und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem

    deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß

    bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte 


     rechte Spalte 

    von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen

    Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen

    Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.

       Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen

    hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am

    deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um

    und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen

    wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder

    mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,

    kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,

    als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem

    Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das

    ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das

    ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist

    das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,

    wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-

    geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,

    die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.

       Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang 

    den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein

    Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger

    Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem

    sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie

    sie auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und

    schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen

    Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es

    schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen

    Wettbewerb England gewachsen zeigte.

        Unsre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit ist zum

    guten Teil eine Wirkung des deutschen Militarismus, wie er wirklich

    besteht, eine Frucht der durch die allgemeine militärische Dienstleistung

    erzielten Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung, zu Fleiß und

    Arbeitsamkeit, zu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer, eine

    Folge der in der großen Schule des Volksheeres erzielten Schulung

    des Willens und der dort bewirkten Gesunderhaltung und Stählung

    des Körpers. Einsichtige sachverständige Engländer haben vor dem

    Kriege ihrem Volke den Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht, zum

    deutschen Militarismus dringend ans Herz gelegt. Indes vergeblich.

    Das rächt sich nun. Was die Engländer heute selber an Militarismus

    aufbieten, ist Söldnertum, Krämertum, das gegen unser Volksheer

    gar nichts ausrichtet.

        



              

     








  • June 14, 2017 20:01:55 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -

     


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - -

                    Neue Heldentaten der Emden 

    Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

    der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

    zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

         Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

    Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

    und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

    von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

    deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

    Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

    (falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

    sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

    unerkannt nähern."


     rechte Seite 


    Nummer 23                "Parole." (Feldnummer.)                          181  


     linke Spalte 

                         Beilage.

     (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

         Den Briten für die Mammonsgier

         Des Franzen Rachsucht für und für,

              Des Russen wüstes Leben. -

         Dem Engelfürsten Michael

         Von mir bereits ward der Befehl. 

               Zu fördern all Dein Streben.

         Wie dann auch sein wird mein Geschick,

         Ich werd´mit klarem, kühlen Blick 

              Tod in die Feinde schmettern,

         Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg

         Davonzutragen vollen Sieg

              Trotz allen Donnerwettern


         O großer Gott, wie dank ich Dir,

         Dir übergeb´ich ganz mich hier ,

               Denn Dein ist ja die Rache!

         Gern opfern will ich Gut und Blut,

         Zu dienen gegen Britenbrut

              Der Wahrheit, - Deiner Sache. 

                                                     Berthold Roy.


               Das Petroleumbrot.

             Ein lustig Soldatenlied.

          Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.

       Als der Hindenburg, der Sieger

    Mit dem Heer der deutschen Krieger

    Hatt´befreit das deutsche Land:

    Sprach er zu den Russenscharen,

    Die von ihm gefangen waren,

    Und hob grimmig hoch die Hand:


       "Weib und Kind habt Ihr erschlagen! - 

    Feuerbrände habt getragen

    Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -

    Daß ich solcher Brut mich wehre,

    Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -

    Auch im Krieges Sturmgebraus."


       Da ist vor ihn hingetreten

    Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,

    Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.

    Nahrung wir nicht mehr genossen,

    Weil die Russen uns begossen

    Mit Petroleum das Brot!"


    Grollend hat´s der Held vernommen,

    Bis ein Lachen ihm gekommen:

    "Will Euch pflegen Tag und Nacht! -

    Bringt´s Petroleumbrot getragen!

    Füllt es in die russ´schen Magen,

    Weil es denen Spaß so macht!"


    Ob die Magen revoltierten

    Urwelt-Grimmen sie verspürten:

    Bis zu Ende ging´s Gewurg! -

    Deutsche Krieger um sie stehen,

    Haben schmunzelnd es gesehen.

    Hurra! Hoch leb Hindenburg!

                              Felix Marquart, Leipzig

                                  Mitglied des Reichstags.

    handschriftlich:

    V.D.H. Mitglied


              Der Krieg der Engländer gegen den

                           Militarismus.

    Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor

    dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns

    der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,

    mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.

    Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-

    mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-

    nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid

    und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und

    eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch

    neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und

    Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den

    Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte

    und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem

    deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß

    bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte 


     rechte Spalte 

    von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen

    Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen

    Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.

       Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen

    hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am

    deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um

    und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen

    wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder

    mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,

    kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,

    als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem

    Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das

    ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das

    ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist

    das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,

    wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-

    geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,

    die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.

       Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang 

    den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein

    Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger

    Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem

    sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie

    sie auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und

    schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen

    Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es

    schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen

    Wettbewerb England gewachsen zeigte.




              

     








  • June 14, 2017 19:37:29 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -

     


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - -

                    Neue Heldentaten der Emden 

    Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

    der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

    zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

         Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

    Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

    und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

    von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

    deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

    Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

    (falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

    sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

    unerkannt nähern."


     rechte Seite 


    Nummer 23                "Parole." (Feldnummer.)                          181  


     linke Spalte 

                         Beilage.

     (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

         Den Briten für die Mammonsgier

         Des Franzen Rachsucht für und für,

              Des Russen wüstes Leben. -

         Dem Engelfürsten Michael

         Von mir bereits ward der Befehl. 

               Zu fördern all Dein Streben.

         Wie dann auch sein wird mein Geschick,

         Ich werd´mit klarem, kühlen Blick 

              Tod in die Feinde schmettern,

         Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg

         Davonzutragen vollen Sieg

              Trotz allen Donnerwettern


         O großer Gott, wie dank ich Dir,

         Dir übergeb´ich ganz mich hier ,

               Denn Dein ist ja die Rache!

         Gern opfern will ich Gut und Blut,

         Zu dienen gegen Britenbrut

              Der Wahrheit, - Deiner Sache. 

                                                     Berthold Roy.


               Das Petroleumbrot.

             Ein lustig Soldatenlied.

          Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.

       Als der Hindenburg, der Sieger

    Mit dem Heer der deutschen Krieger

    Hatt´befreit das deutsche Land:

    Sprach er zu den Russenscharen,

    Die von ihm gefangen waren,

    Und hob grimmig hoch die Hand:


       "Weib und Kind habt Ihr erschlagen! - 

    Feuerbrände habt getragen

    Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -

    Daß ich solcher Brut mich wehre,

    Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -

    Auch im Krieges Sturmgebraus."


       Da ist vor ihn hingetreten

    Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,

    Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.

    Nahrung wir nicht mehr genossen,

    Weil die Russen uns begossen

    Mit Petroleum das Brot!"


    Grollend hat´s der Held vernommen,

    Bis ein Lachen ihm gekommen:

    "Will Euch pflegen Tag und Nacht! -

    Bringt´s Petroleumbrot getragen!

    Füllt es in die russ´schen Magen,

    Weil es denen Spaß so macht!"


    Ob die Magen revoltierten

    Urwelt-Grimmen sie verspürten:

    Bis zu Ende ging´s Gewürg! -

    Deutsche Krieger um sie stehen,

    Haben schmunzelnd es gesehen.

    Hurra! Hoch leb Hindenburg!

                              Felix Marquart, Leipzig

                                  Mitglied des Reichstags.

    handschriftlich:

    V.D.H. Mitglied


              Der Krieg der Engländer gegen den

                           Militarismus.

    Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor

    dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns

    der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,

    mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.

    Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-

    mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-

    nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid

    und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und

    eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch

    neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und

    Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den

    Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte

    und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem

    deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß

    bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte 





              

     








  • June 14, 2017 19:25:59 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -

     


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - -

                    Neue Heldentaten der Emden 

    Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

    der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

    zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

         Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

    Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

    und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

    von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

    deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

    Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

    (falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

    sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

    unerkannt nähern."


     rechte Seite 


    Nummer 23                "Parole." (Feldnummer.)                          181  


     linke Spalte 

                         Beilage.

     (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

         Den Briten für die Mammonsgier

         Des Franzen Rachsucht für und für,

              Des Russen wüstes Leben. -

         Dem Engelfürsten Michael

         Von mir bereits ward der Befehl. 

               Zu fördern all Dein Streben.

         Wie dann auch sein wird mein Geschick,

         Ich werd´mit klarem, kühlen Blick 

              Tod in die Feinde schmettern,

         Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg

         Davonzutragen vollen Sieg

              Trotz allen Donnerwettern


         O großer Gott, wie dank ich Dir,

         Dir übergeb´ich ganz mich hier ,

               Denn Dein ist ja die Rache!

         Gern opfern will ich Gut und Blut,

         Zu dienen gegen Britenbrut

              Der Wahrheit, - Deiner Sache. 

                                                     Berthold Roy.


               Das Petroleumbrot.

             Ein lustig Soldatenlied.

          Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.

       Als der Hindenburg, der Sieger

    Mit dem Heer der deutschen Krieger

    Hatt´befreit das deutsche Land:

    Sprach er zu den Russenscharen,

    Die von ihm gefangen waren,

    Und hob grimmig hoch die Hand:


       "Weib und Kind habt Ihr erschlagen! - 

    Feuerbrände habt getragen

    Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -

    Daß ich solcher Brut mich wehre,

    Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -

    Auch im Krieges Sturmgebraus."


       Da ist vor ihn hingetreten

    Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,

    Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.

    Nahrung wir nicht mehr genossen,

    Weil die Russen uns begossen

    Mit Petroleum das Brot!"


    Grollend hat´s der Held vernommen,

    Bis ein Lachen ihm gekommen:

    "Will Euch pflegen Tag und Nacht! -

    Bringt´s Petroleumbrot getragen!

    Füllt es in die russ´schen Magen,

    Weil es denen Spaß so macht!"


    Ob die Magen revoltierten

    Urwelt-Grimmen sie verspürten:

    Bis zu Ende ging´s Gewürg! -

    Deutsche Krieger um sie stehen,

    Haben schmunzelnd es gesehen.

    Hurra! Hoch leb Hindenburg!

                              Felix Marquart, Leipzig

                                  Mitglied des Reichstags.

    handschriftlich:

    V.D.H. Mitglied


              Der Krieg der Engländer gegen den

                           Militarismus.

    .

              

     








  • June 14, 2017 19:15:57 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -

     


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - -

                    Neue Heldentaten der Emden 

    Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

    der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

    zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

         Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

    Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

    und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

    von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

    deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

    Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

    (falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

    sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

    unerkannt nähern."


     rechte Seite 


    Nummer 23                "Parole." (Feldnummer.)                          181  


     linke Spalte 

                         Beilage.

     (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

         Den Briten für die Mammonsgier

         Des Franzen Rachsucht für und für,

              Des Russen wüstes Leben. -

         Dem Engelfürsten Michael

         Von mir bereits ward der Befehl. 

               Zu fördern all Dein Streben.

         Wie dann auch sein wird mein Geschick,

         Ich werd´mit klarem, kühlen Blick 

              Tod in die Feinde schmettern,

         Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg

         Davonzutragen vollen Sieg

              Trotz allen Donnerwettern


         O großer Gott, wie dank ich Dir,

         Dir übergeb´ich ganz mich hier ,

               Denn Dein ist ja die Rache!

         Gern opfern will ich Gut und Blut,

         Zu dienen gegen Britenbrut

              Der Wahrheit, - Deiner Sache. 

                                                     Berthold Roy.


               Das Petroleumbrot.

             Ein lustig Soldatenlied.

          Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.

       Als der Hindenburg, der Sieger

    Mit dem Heer der deutschen Krieger

    Hatt´befreit das deutsche Land:

    Sprach er zu den Russenscharen,

    Die von ihm gefangen waren,

    Und hob grimmig hoch die Hand:


       "Weib und Kind habt Ihr erschlagen! - 

    Feuerbrände habt getragen

    Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -

    Daß ich solcher Brut mich wehre,

    Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -

    Auch im Krieges Sturmgebraus."

              

     








  • June 14, 2017 18:55:44 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -

     


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - -

                    Neue Heldentaten der Emden 

    Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

    der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

    zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

         Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

    Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

    und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

    von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

    deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

    Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

    (falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

    sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

    unerkannt nähern.


     rechte Seite 

     linke Spalte 

     








  • June 14, 2017 18:55:21 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -

     


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - -

                    Neue Heldentaten der Emden 

    Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

    der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

    zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

         Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

    Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

    und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

    von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

    deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

    Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

    (falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

    sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

    unerkannt nähern.


     rechte Seite 

     








  • June 14, 2017 14:22:02 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - -

                    Neue Heldentaten der Emden 

    Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,

    der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun

    zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.

         Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus

    Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk

    und ein französischer Torpedojäger auf der Reede

    von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des

    deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.

    Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten

    (falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte

    sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen

    unerkannt nähern.






  • June 14, 2017 14:14:14 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.




  • June 14, 2017 14:12:27 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahr

    en an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.

       Die tapfern Bayern werden sicher diese Aufforderung ihres

    Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-

    befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so

    knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande

    seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,

    daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer

    Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das

    lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden

    und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über

    unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche,sie mit der vollen

    Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In

    allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften

    Widerhall finden.




  • June 14, 2017 14:04:24 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat:

         Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-

    länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid

    seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden

    zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,

    ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen 

    diesen Feind geht, übt Vergeltung  für die feindliche Hinterlist, 

    für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so

    leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche

    Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-

    stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.


  • June 14, 2017 13:55:47 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.

       Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen

    Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit

    der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie

    einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers

    Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl

    zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als

    Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten

    gerichtet hat.



  • June 14, 2017 13:51:23 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 

                Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen

                                  gegen die Engländer.


  • June 14, 2017 13:49:50 Beate Jochem

     linke Seite 


    178      "Parole," (Feldnummer)    Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.


     linke Spalte 

    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben

    die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


     rechte Spalte 

    Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen

    Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.

    Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be- 

    schieden sein!

                                  - - - - - - - - - - - - - - - - -


                   Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.

       Die Korrespondenz Hoffmann meldet:  Seine Majestät der Kaiser 

    haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der 

    bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft

    und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das

    Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

                               - - - - - - - - - - - - - - - - - - 


                 Der König von Württemberg reist wieder

                                        ins Feld. 

       Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden

    württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt

    Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm

    Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.

                             - - - - - - - - - - - - - - - - - 


  • 178 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplate die Lage unverändert.


    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. zwar haben

    die Belgier auf der Front von Rieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dirmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß si sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände es Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes wiederhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.

    Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.

    Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen

    Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses

    tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppe schlug den

    Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf

    dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-

    stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen

    wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der

    Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der

    deutschen Waffen geendet.


    Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach

    wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-

    beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-

    gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen

    Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,

    daß nordlich von Jwangorod neue russische Armeekorps die ?

    überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im 

    Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-

    korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue

    russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der

    Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front

    ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der

    deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf

    mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe

    der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die

    deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen

    aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-

    bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche

    Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde

    geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der

    Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-

    wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen

    zunächst dem zurückgebenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet

    dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.

    DIe deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-

    maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-

    lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch

    die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu

    einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.


  • 178 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplate die Lage unverändert.


    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. zwar haben

    die Belgier auf der Front von Rieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dirmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


    Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-

    zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort

    genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.

    In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen, 

    wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-

    schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch

    hervorgerufen haben, daß si sie zu Kriegszwecken gebrauchten.

    Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben

    die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer

    braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.

    Im schwierigen Gelände es Argonner Waldes, der seit vielen

    Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes wiederhallt, sind

    die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.

    Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.

    Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren

    Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-

    armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel

    wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese

    Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen 

    französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in

    dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner

    Weise den tatsächlichen Verhältnissen.


  • 178 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplate die Lage unverändert.


    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. zwar haben

    die Belgier auf der Front von Rieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dirmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


  • 178 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23


    200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-

    häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist

    im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplate die Lage unverändert.


    Die Kriegslage in West und Ost


    Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von

    den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. zwar haben

    die Belgier auf der Front von Rieuport an der Nordseeküste bis nach

    Dirmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-

    änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste

    trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe

    haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ih Feuer

    einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf

    die Nachricht von diesm neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-

    ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu 

    erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird, 

    wie dies früher der Fall gewesen ist.


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  • 50.6293465||3.05707689999997||

    Lille, Frankreich

    ||1
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  • Story location Lille, Frankreich
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ID
12998 / 199709
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Uta Hentschel
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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