Kriegszeitungen aus dem Besitz von Carl Popp, item 3
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178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
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Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Neue Heldentaten der Emden
Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,
der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun
zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.
Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus
Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk
und ein französischer Torpedojäger auf der Reede
von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des
deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.
Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten
(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte
sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen
unerkannt nähern."
rechte Seite
Nummer 23 "Parole." (Feldnummer.) 181
linke Spalte
Beilage.
(Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)
Den Briten für die Mammonsgier
Des Franzen Rachsucht für und für,
Des Russen wüstes Leben. -
Dem Engelfürsten Michael
Von mir bereits ward der Befehl.
Zu fördern all Dein Streben.
Wie dann auch sein wird mein Geschick,
Ich werd´mit klarem, kühlen Blick
Tod in die Feinde schmettern,
Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg
Davonzutragen vollen Sieg
Trotz allen Donnerwettern
O großer Gott, wie dank ich Dir,
Dir übergeb´ich ganz mich hier ,
Denn Dein ist ja die Rache!
Gern opfern will ich Gut und Blut,
Zu dienen gegen Britenbrut
Der Wahrheit, - Deiner Sache.
Berthold Roy.
Das Petroleumbrot.
Ein lustig Soldatenlied.
Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.
Als der Hindenburg, der Sieger
Mit dem Heer der deutschen Krieger
Hatt´befreit das deutsche Land:
Sprach er zu den Russenscharen,
Die von ihm gefangen waren,
Und hob grimmig hoch die Hand:
"Weib und Kind habt Ihr erschlagen! -
Feuerbrände habt getragen
Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -
Daß ich solcher Brut mich wehre,
Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -
Auch im Krieges Sturmgebraus."
Da ist vor ihn hingetreten
Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,
Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.
Nahrung wir nicht mehr genossen,
Weil die Russen uns begossen
Mit Petroleum das Brot!"
Grollend hat´s der Held vernommen,
Bis ein Lachen ihm gekommen:
"Will Euch pflegen Tag und Nacht! -
Bringt´s Petroleumbrot getragen!
Füllt es in die russ´schen Magen,
Weil es denen Spaß so macht!"
Ob die Magen revoltierten
Urwelt-Grimmen sie verspürten:
Bis zu Ende ging´s Gewurg! -
Deutsche Krieger um sie stehen,
Haben schmunzelnd es gesehen.
Hurra! Hoch leb Hindenburg!
Felix Marquart, Leipzig
Mitglied des Reichstags.
handschriftlich:
V.D.H. Mitglied
Der Krieg der Engländer gegen den
Militarismus.
Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor
dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns
der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,
mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.
Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-
mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-
nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid
und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und
eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch
neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und
Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den
Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte
und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem
deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß
bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte
rechte Spalte
von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen
Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen
Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.
Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen
hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am
deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um
und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen
wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder
mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,
kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,
als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem
Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das
ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das
ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist
das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,
wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-
geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,
die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.
Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang
den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein
Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger
Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem
sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie
auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und
schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen
Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es
schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen
Wettbewerb England gewachsen zeigte.
Unsre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit ist zum
guten Teil eine Wirkung des deutschen Militarismus, wie er wirklich
besteht, eine Frucht der durch die allgemeine militärische Dienstleistung
erzielten Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung, zu Fleiß und
Arbeitsamkeit, zu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer, eine
Folge der in der großen Schule des Volksheeres erzielten Schulung
des Willens und der dort bewirkten Gesunderhaltung und Stählung
des Körpers. Einsichtige sachverständige Engländer haben vor dem
Kriege ihrem Volke den Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht, zum
deutschen Militarismus dringend ans Herz gelegt. Indes vergeblich.
Das rächt sich nun. Was die Engländer heute selber an Militarismus
aufbieten, ist Söldnertum, Krämertum, das gegen unser Volksheer
gar nichts ausrichtet.
Der Krieg, den die Engländer entzündet haben, ist nicht, wie sie
lügen, ein Abwehrkrieg gegen den vorgeblich die Weltherrschaft er-
strebenden deutschen Miilitarismus, sondern der Entscheidungskampf
um die weltgeschichtliche Frage, ob das deutsche Volkstum von der
englischen Krämerpolitik und ihren hab- und beutegierigen Verbündeten
vernichtet wird oder kraft dessen, was die Engländer jetzt als Mili-
tarismus verächtlich machen wollen, sein gutes Recht auf Dasein be-
hauptet.
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Noch lebt die deutsche Treue.
Im Kriegsministerium zu Berlin liegen die Trümmer eines
Maschinengewehrs, die, wie kaum jemals ein Feldzeichen der preußischen
Armee, von dem glänzenden Heldengeiste und der Opfertreue zeugen,
die unsrer Soldaten Herzen erfüllen und in denen die Bürgschaft liegt
für weitere Siege und Erfolge.
Das Maschinengewehr gehört der Maschinengewehrkompanie einer
Gardetruppe. Es zeigt 6 Schüsse im Mantel, 4 Schüsse im Kasten,
3 Schüsse im Zielfernrohre , das zertrümmert ist, ein Schuß hat die
Handhabe weggerissen. Der frühere Chef dieser Kompanie , jetzt im
Kriegsministerium, besichtigt, wie dies selbstverständlich jeder andre
Hauptmann getan hätte, das Gewehr, und findet, daß seine Leute die
Waffe ordentlich gehalten haben. Alle Schloßteile sind gründlich
geölt, kein Stäubchen ist im ganzen Werk (nach einem Feldzuge von
fast 3 Monaten; fast 6 Wochen haben die Leute im Schlamm gelegen).
nur der Lauf ist frisch beschossen, ganz so, wie er das Gefecht
überstanden, grau vom Pulverschleim. Da das Gewehr un-
brauchbar, wäre eine Laufreinigung unvorschriftsmäßig gewesen.
Es ist also alles in Ordnung. Das beliegende Schreiben lautete:
Die Kompanie meldet, daß beiliegendes Maschinengewehr ohne ihr
Verschulden unbrauchbar geworden ist und bittet um Ersatz. 8 Tage
später kam eine Feldpostkarte, aus ihr ging hervor: Das Gewehr
hatte sich im Morgennebel des Gefechtstages des 21. September weit
vorgewagt, um Verfolgungsfeuer auf abziehende Franzosen abzugeben.
Plötzlich, als sich der Nebel hebt, bekommt es auf etwa 100 m aus
Häusern in der linken Flanke von unsichtbaren Gegnern Infanterie-
und Maschinengewehrfeuer, das in kurzer Zeit das Gewehr unbrauchbar
macht. Ein Offizier, zwei Mann fallen, sechs Mann werden ver-
wundet niedergestreckt. Der Nebel ist verflogen, weit und breit keine
deutsche Truppe. Die Kompanie muß zurück; die Mannschaft nimmt
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linke Seite
178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
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Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
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Neue Heldentaten der Emden
Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,
der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun
zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.
Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus
Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk
und ein französischer Torpedojäger auf der Reede
von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des
deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.
Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten
(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte
sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen
unerkannt nähern."
rechte Seite
Nummer 23 "Parole." (Feldnummer.) 181
linke Spalte
Beilage.
(Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)
Den Briten für die Mammonsgier
Des Franzen Rachsucht für und für,
Des Russen wüstes Leben. -
Dem Engelfürsten Michael
Von mir bereits ward der Befehl.
Zu fördern all Dein Streben.
Wie dann auch sein wird mein Geschick,
Ich werd´mit klarem, kühlen Blick
Tod in die Feinde schmettern,
Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg
Davonzutragen vollen Sieg
Trotz allen Donnerwettern
O großer Gott, wie dank ich Dir,
Dir übergeb´ich ganz mich hier ,
Denn Dein ist ja die Rache!
Gern opfern will ich Gut und Blut,
Zu dienen gegen Britenbrut
Der Wahrheit, - Deiner Sache.
Berthold Roy.
Das Petroleumbrot.
Ein lustig Soldatenlied.
Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.
Als der Hindenburg, der Sieger
Mit dem Heer der deutschen Krieger
Hatt´befreit das deutsche Land:
Sprach er zu den Russenscharen,
Die von ihm gefangen waren,
Und hob grimmig hoch die Hand:
"Weib und Kind habt Ihr erschlagen! -
Feuerbrände habt getragen
Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -
Daß ich solcher Brut mich wehre,
Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -
Auch im Krieges Sturmgebraus."
Da ist vor ihn hingetreten
Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,
Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.
Nahrung wir nicht mehr genossen,
Weil die Russen uns begossen
Mit Petroleum das Brot!"
Grollend hat´s der Held vernommen,
Bis ein Lachen ihm gekommen:
"Will Euch pflegen Tag und Nacht! -
Bringt´s Petroleumbrot getragen!
Füllt es in die russ´schen Magen,
Weil es denen Spaß so macht!"
Ob die Magen revoltierten
Urwelt-Grimmen sie verspürten:
Bis zu Ende ging´s Gewurg! -
Deutsche Krieger um sie stehen,
Haben schmunzelnd es gesehen.
Hurra! Hoch leb Hindenburg!
Felix Marquart, Leipzig
Mitglied des Reichstags.
handschriftlich:
V.D.H. Mitglied
Der Krieg der Engländer gegen den
Militarismus.
Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor
dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns
der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,
mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.
Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-
mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-
nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid
und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und
eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch
neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und
Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den
Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte
und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem
deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß
bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte
rechte Spalte
von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen
Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen
Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.
Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen
hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am
deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um
und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen
wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder
mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,
kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,
als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem
Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das
ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das
ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist
das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,
wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-
geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,
die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.
Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang
den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein
Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger
Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem
sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie
auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und
schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen
Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es
schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen
Wettbewerb England gewachsen zeigte.
Unsre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit ist zum
guten Teil eine Wirkung des deutschen Militarismus, wie er wirklich
besteht, eine Frucht der durch die allgemeine militärische Dienstleistung
erzielten Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung, zu Fleiß und
Arbeitsamkeit, zu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer, eine
Folge der in der großen Schule des Volksheeres erzielten Schulung
des Willens und der dort bewirkten Gesunderhaltung und Stählung
des Körpers. Einsichtige sachverständige Engländer haben vor dem
Kriege ihrem Volke den Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht, zum
deutschen Militarismus dringend ans Herz gelegt. Indes vergeblich.
Das rächt sich nun. Was die Engländer heute selber an Militarismus
aufbieten, ist Söldnertum, Krämertum, das gegen unser Volksheer
gar nichts ausrichtet.
Der Krieg, den die Engländer entzündet haben, ist nicht, wie sie
lügen, ein Abwehrkrieg gegen den vorgeblich die Weltherrschaft er-
strebenden deutschen Miilitarismus, sondern der Entscheidungskampf
um die weltgeschichtliche Frage, ob das deutsche Volkstum von der
englischen Krämerpolitik und ihren hab- und beutegierigen Verbündeten
vernichtet wird oder kraft dessen, was die Engländer jetzt als Mili-
tarismus verächtlich machen wollen, sein gutes Recht auf Dasein be-
hauptet.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Noch lebt die deutsche Treue.
Im Kriegsministerium zu Berlin liegen die Trümmer eines
Maschinengewehrs, die, wie kaum jemals ein Feldzeichen der preußischen
Armee, von dem glänzenden Heldengeiste und der Opfertreue zeugen,
die unsrer Soldaten Herzen erfüllen und in denen die Bürgschaft liegt
für weitere Siege und Erfolge.
Das Maschinengewehr gehört der Maschinengewehrkompanie einer
Gardetruppe. Es zeigt 6 Schüsse im Mantel, 4 Schüsse im Kasten,
3 Schüsse im Zielfernrohre , das zertrümmert ist, ein Schuß hat die
Handhabe weggerissen. Der frühere Chef dieser Kompanie , jetzt im
Kriegsministerium, besichtigt, wie dies selbstverständlich jeder andre
Hauptmann getan hätte, da Gewehr, und findet, daß seine Leute die
Waffe ordentlich gehalten haben. Alle Schloßteile sind gründlich
geölt, kein Stäubchen ist im ganzen Werk (nach einem Feldzuge von
fast 3 Monaten; fast 6 Wochen haben die Leute im Schlamm gelegen).
nur der Lauf ist frisch beschossen, ganz so, wie er das Gefecht
überstanden, grau vom Pulverschleim. Da das Gewehr un-
brauchbar, wäre eine Laufreinigung unvorschriftsmäßig gewesen.
Es ist also alles in Ordnung. Das beliegende Schreiben lautete:
Die Kompanie meldet, daß beiliegendes Maschinengewehr ohne ihr
Verschulden unbrauchbar geworden ist und bittet um Ersatz. 8 Tage
später kam eine Feldpostkarte, ais ihr ging hervor: Das Gewehr
hatte sich im Morgennebel des Gefechtstages des 21. September weit
vorgewagt, um Verfolgungsfeuer auf abziehende Franzosen abzugeben.
Plötzlich, als sich der Nebel hebt, bekommt es auf etwa 100 m aus
Häusern in der linken Flanke von unsichtbaren Gegnern Infanterie-
und Maschinengewehrfeuer, das in kurzer Zeit das Gewehr unbrauchbar
macht. Ein Offizier, zwei Mann fallen, sechs Mann werden ver-
wundet niedergestreckt. Der Nebel ist verflogen, weit und breit keine
deutsche Truppe. Die Kompanie muß zurück; die Mannschaft nimmt
-
linke Seite
178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Neue Heldentaten der Emden
Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,
der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun
zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.
Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus
Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk
und ein französischer Torpedojäger auf der Reede
von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des
deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.
Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten
(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte
sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen
unerkannt nähern."
rechte Seite
Nummer 23 "Parole." (Feldnummer.) 181
linke Spalte
Beilage.
(Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)
Den Briten für die Mammonsgier
Des Franzen Rachsucht für und für,
Des Russen wüstes Leben. -
Dem Engelfürsten Michael
Von mir bereits ward der Befehl.
Zu fördern all Dein Streben.
Wie dann auch sein wird mein Geschick,
Ich werd´mit klarem, kühlen Blick
Tod in die Feinde schmettern,
Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg
Davonzutragen vollen Sieg
Trotz allen Donnerwettern
O großer Gott, wie dank ich Dir,
Dir übergeb´ich ganz mich hier ,
Denn Dein ist ja die Rache!
Gern opfern will ich Gut und Blut,
Zu dienen gegen Britenbrut
Der Wahrheit, - Deiner Sache.
Berthold Roy.
Das Petroleumbrot.
Ein lustig Soldatenlied.
Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.
Als der Hindenburg, der Sieger
Mit dem Heer der deutschen Krieger
Hatt´befreit das deutsche Land:
Sprach er zu den Russenscharen,
Die von ihm gefangen waren,
Und hob grimmig hoch die Hand:
"Weib und Kind habt Ihr erschlagen! -
Feuerbrände habt getragen
Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -
Daß ich solcher Brut mich wehre,
Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -
Auch im Krieges Sturmgebraus."
Da ist vor ihn hingetreten
Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,
Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.
Nahrung wir nicht mehr genossen,
Weil die Russen uns begossen
Mit Petroleum das Brot!"
Grollend hat´s der Held vernommen,
Bis ein Lachen ihm gekommen:
"Will Euch pflegen Tag und Nacht! -
Bringt´s Petroleumbrot getragen!
Füllt es in die russ´schen Magen,
Weil es denen Spaß so macht!"
Ob die Magen revoltierten
Urwelt-Grimmen sie verspürten:
Bis zu Ende ging´s Gewurg! -
Deutsche Krieger um sie stehen,
Haben schmunzelnd es gesehen.
Hurra! Hoch leb Hindenburg!
Felix Marquart, Leipzig
Mitglied des Reichstags.
handschriftlich:
V.D.H. Mitglied
Der Krieg der Engländer gegen den
Militarismus.
Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor
dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns
der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,
mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.
Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-
mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-
nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid
und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und
eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch
neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und
Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den
Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte
und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem
deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß
bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte
rechte Spalte
von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen
Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen
Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.
Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen
hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am
deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um
und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen
wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder
mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,
kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,
als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem
Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das
ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das
ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist
das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,
wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-
geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,
die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.
Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang
den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein
Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger
Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem
sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie
auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und
schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen
Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es
schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen
Wettbewerb England gewachsen zeigte.
Unsre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit ist zum
guten Teil eine Wirkung des deutschen Militarismus, wie er wirklich
besteht, eine Frucht der durch die allgemeine militärische Dienstleistung
erzielten Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung, zu Fleiß und
Arbeitsamkeit, zu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer, eine
Folge der in der großen Schule des Volksheeres erzielten Schulung
des Willens und der dort bewirkten Gesunderhaltung und Stählung
des Körpers. Einsichtige sachverständige Engländer haben vor dem
Kriege ihrem Volke den Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht, zum
deutschen Militarismus dringend ans Herz gelegt. Indes vergeblich.
Das rächt sich nun. Was die Engländer heute selber an Militarismus
aufbieten, ist Söldnertum, Krämertum, das gegen unser Volksheer
gar nichts ausrichtet.
Der Krieg, den die Engländer entzündet haben, ist nicht, wie sie
lügen, ein Abwehrkrieg gegen den vorgeblich die Weltherrschaft er-
strebenden deutschen Miilitarismus, sondern der Entscheidungskampf
um die weltgeschichtliche Frage, ob das deutsche Volkstum von der
englischen Krämerpolitik und ihren hab- und beutegierigen Verbündeten
vernichtet wird oder kraft dessen, was die Engländer jetzt als Mili-
tarismus verächtlich machen wollen, sein gutes Recht auf Dasein be-
hauptet.
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linke Seite
178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
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Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
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Neue Heldentaten der Emden
Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,
der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun
zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.
Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus
Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk
und ein französischer Torpedojäger auf der Reede
von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des
deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.
Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten
(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte
sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen
unerkannt nähern."
rechte Seite
Nummer 23 "Parole." (Feldnummer.) 181
linke Spalte
Beilage.
(Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)
Den Briten für die Mammonsgier
Des Franzen Rachsucht für und für,
Des Russen wüstes Leben. -
Dem Engelfürsten Michael
Von mir bereits ward der Befehl.
Zu fördern all Dein Streben.
Wie dann auch sein wird mein Geschick,
Ich werd´mit klarem, kühlen Blick
Tod in die Feinde schmettern,
Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg
Davonzutragen vollen Sieg
Trotz allen Donnerwettern
O großer Gott, wie dank ich Dir,
Dir übergeb´ich ganz mich hier ,
Denn Dein ist ja die Rache!
Gern opfern will ich Gut und Blut,
Zu dienen gegen Britenbrut
Der Wahrheit, - Deiner Sache.
Berthold Roy.
Das Petroleumbrot.
Ein lustig Soldatenlied.
Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.
Als der Hindenburg, der Sieger
Mit dem Heer der deutschen Krieger
Hatt´befreit das deutsche Land:
Sprach er zu den Russenscharen,
Die von ihm gefangen waren,
Und hob grimmig hoch die Hand:
"Weib und Kind habt Ihr erschlagen! -
Feuerbrände habt getragen
Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -
Daß ich solcher Brut mich wehre,
Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -
Auch im Krieges Sturmgebraus."
Da ist vor ihn hingetreten
Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,
Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.
Nahrung wir nicht mehr genossen,
Weil die Russen uns begossen
Mit Petroleum das Brot!"
Grollend hat´s der Held vernommen,
Bis ein Lachen ihm gekommen:
"Will Euch pflegen Tag und Nacht! -
Bringt´s Petroleumbrot getragen!
Füllt es in die russ´schen Magen,
Weil es denen Spaß so macht!"
Ob die Magen revoltierten
Urwelt-Grimmen sie verspürten:
Bis zu Ende ging´s Gewurg! -
Deutsche Krieger um sie stehen,
Haben schmunzelnd es gesehen.
Hurra! Hoch leb Hindenburg!
Felix Marquart, Leipzig
Mitglied des Reichstags.
handschriftlich:
V.D.H. Mitglied
Der Krieg der Engländer gegen den
Militarismus.
Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor
dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns
der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,
mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.
Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-
mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-
nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid
und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und
eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch
neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und
Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den
Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte
und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem
deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß
bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte
rechte Spalte
von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen
Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen
Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.
Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen
hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am
deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um
und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen
wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder
mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,
kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,
als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem
Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das
ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das
ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist
das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,
wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-
geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,
die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.
Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang
den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein
Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger
Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem
sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie
sie auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und
schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen
Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es
schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen
Wettbewerb England gewachsen zeigte.
Unsre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit ist zum
guten Teil eine Wirkung des deutschen Militarismus, wie er wirklich
besteht, eine Frucht der durch die allgemeine militärische Dienstleistung
erzielten Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung, zu Fleiß und
Arbeitsamkeit, zu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer, eine
Folge der in der großen Schule des Volksheeres erzielten Schulung
des Willens und der dort bewirkten Gesunderhaltung und Stählung
des Körpers. Einsichtige sachverständige Engländer haben vor dem
Kriege ihrem Volke den Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht, zum
deutschen Militarismus dringend ans Herz gelegt. Indes vergeblich.
Das rächt sich nun. Was die Engländer heute selber an Militarismus
aufbieten, ist Söldnertum, Krämertum, das gegen unser Volksheer
gar nichts ausrichtet.
Der Krieg, den die Engländer entzündet haben, ist nicht, wie sie
lügen, ein Abwehrkrieg gegen den vorgeblich die Weltherrschaft er-
strebenden deutschen Miilitarismus, sondern der Entscheidungskampf
um die weltgeschichtliche Frage, ob das deutsche Volkstum von der
englischen Krämerpolitik und ihren hab- und beutegierigen Verbündeten
vernichtet wird oder kraft dessen, was die Engländer jetzt als Mili-
tarismus verächtlich machen wollen, sein gutes Recht auf Dasein be-
hauptet.
-
linke Seite
178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Neue Heldentaten der Emden
Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,
der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun
zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.
Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus
Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk
und ein französischer Torpedojäger auf der Reede
von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des
deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.
Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten
(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte
sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen
unerkannt nähern."
rechte Seite
Nummer 23 "Parole." (Feldnummer.) 181
linke Spalte
Beilage.
(Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)
Den Briten für die Mammonsgier
Des Franzen Rachsucht für und für,
Des Russen wüstes Leben. -
Dem Engelfürsten Michael
Von mir bereits ward der Befehl.
Zu fördern all Dein Streben.
Wie dann auch sein wird mein Geschick,
Ich werd´mit klarem, kühlen Blick
Tod in die Feinde schmettern,
Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg
Davonzutragen vollen Sieg
Trotz allen Donnerwettern
O großer Gott, wie dank ich Dir,
Dir übergeb´ich ganz mich hier ,
Denn Dein ist ja die Rache!
Gern opfern will ich Gut und Blut,
Zu dienen gegen Britenbrut
Der Wahrheit, - Deiner Sache.
Berthold Roy.
Das Petroleumbrot.
Ein lustig Soldatenlied.
Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.
Als der Hindenburg, der Sieger
Mit dem Heer der deutschen Krieger
Hatt´befreit das deutsche Land:
Sprach er zu den Russenscharen,
Die von ihm gefangen waren,
Und hob grimmig hoch die Hand:
"Weib und Kind habt Ihr erschlagen! -
Feuerbrände habt getragen
Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -
Daß ich solcher Brut mich wehre,
Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -
Auch im Krieges Sturmgebraus."
Da ist vor ihn hingetreten
Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,
Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.
Nahrung wir nicht mehr genossen,
Weil die Russen uns begossen
Mit Petroleum das Brot!"
Grollend hat´s der Held vernommen,
Bis ein Lachen ihm gekommen:
"Will Euch pflegen Tag und Nacht! -
Bringt´s Petroleumbrot getragen!
Füllt es in die russ´schen Magen,
Weil es denen Spaß so macht!"
Ob die Magen revoltierten
Urwelt-Grimmen sie verspürten:
Bis zu Ende ging´s Gewurg! -
Deutsche Krieger um sie stehen,
Haben schmunzelnd es gesehen.
Hurra! Hoch leb Hindenburg!
Felix Marquart, Leipzig
Mitglied des Reichstags.
handschriftlich:
V.D.H. Mitglied
Der Krieg der Engländer gegen den
Militarismus.
Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor
dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns
der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,
mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.
Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-
mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-
nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid
und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und
eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch
neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und
Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den
Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte
und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem
deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß
bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte
rechte Spalte
von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen
Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen
Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.
Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen
hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am
deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um
und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen
wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder
mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,
kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,
als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem
Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das
ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das
ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist
das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,
wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-
geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,
die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.
Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang
den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein
Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger
Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem
sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie
sie auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und
schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen
Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es
schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen
Wettbewerb England gewachsen zeigte.
Unsre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit ist zum
guten Teil eine Wirkung des deutschen Militarismus, wie er wirklich
besteht, eine Frucht der durch die allgemeine militärische Dienstleistung
erzielten Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung, zu Fleiß und
Arbeitsamkeit, zu Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ausdauer, eine
Folge der in der großen Schule des Volksheeres erzielten Schulung
des Willens und der dort bewirkten Gesunderhaltung und Stählung
des Körpers. Einsichtige sachverständige Engländer haben vor dem
Kriege ihrem Volke den Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht, zum
deutschen Militarismus dringend ans Herz gelegt. Indes vergeblich.
Das rächt sich nun. Was die Engländer heute selber an Militarismus
aufbieten, ist Söldnertum, Krämertum, das gegen unser Volksheer
gar nichts ausrichtet.
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linke Seite
178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
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Neue Heldentaten der Emden
Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,
der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun
zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.
Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus
Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk
und ein französischer Torpedojäger auf der Reede
von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des
deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.
Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten
(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte
sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen
unerkannt nähern."
rechte Seite
Nummer 23 "Parole." (Feldnummer.) 181
linke Spalte
Beilage.
(Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)
Den Briten für die Mammonsgier
Des Franzen Rachsucht für und für,
Des Russen wüstes Leben. -
Dem Engelfürsten Michael
Von mir bereits ward der Befehl.
Zu fördern all Dein Streben.
Wie dann auch sein wird mein Geschick,
Ich werd´mit klarem, kühlen Blick
Tod in die Feinde schmettern,
Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg
Davonzutragen vollen Sieg
Trotz allen Donnerwettern
O großer Gott, wie dank ich Dir,
Dir übergeb´ich ganz mich hier ,
Denn Dein ist ja die Rache!
Gern opfern will ich Gut und Blut,
Zu dienen gegen Britenbrut
Der Wahrheit, - Deiner Sache.
Berthold Roy.
Das Petroleumbrot.
Ein lustig Soldatenlied.
Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.
Als der Hindenburg, der Sieger
Mit dem Heer der deutschen Krieger
Hatt´befreit das deutsche Land:
Sprach er zu den Russenscharen,
Die von ihm gefangen waren,
Und hob grimmig hoch die Hand:
"Weib und Kind habt Ihr erschlagen! -
Feuerbrände habt getragen
Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -
Daß ich solcher Brut mich wehre,
Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -
Auch im Krieges Sturmgebraus."
Da ist vor ihn hingetreten
Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,
Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.
Nahrung wir nicht mehr genossen,
Weil die Russen uns begossen
Mit Petroleum das Brot!"
Grollend hat´s der Held vernommen,
Bis ein Lachen ihm gekommen:
"Will Euch pflegen Tag und Nacht! -
Bringt´s Petroleumbrot getragen!
Füllt es in die russ´schen Magen,
Weil es denen Spaß so macht!"
Ob die Magen revoltierten
Urwelt-Grimmen sie verspürten:
Bis zu Ende ging´s Gewurg! -
Deutsche Krieger um sie stehen,
Haben schmunzelnd es gesehen.
Hurra! Hoch leb Hindenburg!
Felix Marquart, Leipzig
Mitglied des Reichstags.
handschriftlich:
V.D.H. Mitglied
Der Krieg der Engländer gegen den
Militarismus.
Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor
dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns
der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,
mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.
Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-
mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-
nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid
und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und
eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch
neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und
Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den
Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte
und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem
deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß
bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte
rechte Spalte
von der englischen in den Grund gebohrt sein werde und nach wenigen
Wochen Franzosen und Russen und dazu General French samt seinen
Mietlingen und dem indischen Gefolge in Berlin Einzug halten werden.
Aber es kam ganz anders. Die Engländer und ihre Genossen
hatten uns überfallen wollen. Aber ihr Überfall scheiterte am
deutschen Militarismus. Daher drehen die Engländer den Spieß um
und behaupten, der deutsche Militarismus sei es, der habe überfallen
wollen. Und so lautet denn nun der Engländer Feldgeschrei: Nieder
mit dem deutschen Militarismus! Was sie aber so als ruhmgierigen,
kriegslüsternen, eroberungslustigen Militarismus an die Wand malen,
als Schrecken für die übrigen Völker, das gibt es nur in ihrem
Lügengehirn. Wovor sich die Engländer in Wirklichkeit fürchten, das
ist ein kerngesunder , durch und durch berechtigter Militarismus; das
ist unsre auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaute Macht; das ist
das Volksheer unsrer Krieger , die nicht um schnöden Soldes willen,
wie die englischen Truppen, ins Felde ziehen, die nicht für Geldsack-
geschäfte, wie die Engländer, Krieg führen, sondern für das Dasein,
die Ehre und die Zukunft ihres Vaterlandes.
Der angebliche deutsche Militarismus hat vier Jahrzehnte lang
den Weltfrieden erhalten. Der Weltkrieg, der jetzt tobt, ist nicht sein
Werk, sondern das der Engländer und ihrer Verschworenen. Grimmiger
Neid beschlich die Engländer, als sie erkannten, daß das Land, dem
sie jetzt einen friedensfeindlichen Militarismus anlügen möchten, sie
sie auf dem Gebiete wirtschaftlicher Arbeit und Tüchtigkeit einholte und
schon zu überflügeln drohte. Gäbe es in Deutschland das, wogegen
Krieg zu führen die Engländer sich und andern vorlügen, so hätte es
schwerlich dahin kommen können, daß Deutschland sich im wirtschaftlichen
Wettbewerb England gewachsen zeigte.
-
linke Seite
178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Neue Heldentaten der Emden
Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,
der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun
zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.
Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus
Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk
und ein französischer Torpedojäger auf der Reede
von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des
deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.
Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten
(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte
sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen
unerkannt nähern."
rechte Seite
Nummer 23 "Parole." (Feldnummer.) 181
linke Spalte
Beilage.
(Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)
Den Briten für die Mammonsgier
Des Franzen Rachsucht für und für,
Des Russen wüstes Leben. -
Dem Engelfürsten Michael
Von mir bereits ward der Befehl.
Zu fördern all Dein Streben.
Wie dann auch sein wird mein Geschick,
Ich werd´mit klarem, kühlen Blick
Tod in die Feinde schmettern,
Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg
Davonzutragen vollen Sieg
Trotz allen Donnerwettern
O großer Gott, wie dank ich Dir,
Dir übergeb´ich ganz mich hier ,
Denn Dein ist ja die Rache!
Gern opfern will ich Gut und Blut,
Zu dienen gegen Britenbrut
Der Wahrheit, - Deiner Sache.
Berthold Roy.
Das Petroleumbrot.
Ein lustig Soldatenlied.
Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.
Als der Hindenburg, der Sieger
Mit dem Heer der deutschen Krieger
Hatt´befreit das deutsche Land:
Sprach er zu den Russenscharen,
Die von ihm gefangen waren,
Und hob grimmig hoch die Hand:
"Weib und Kind habt Ihr erschlagen! -
Feuerbrände habt getragen
Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -
Daß ich solcher Brut mich wehre,
Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -
Auch im Krieges Sturmgebraus."
Da ist vor ihn hingetreten
Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,
Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.
Nahrung wir nicht mehr genossen,
Weil die Russen uns begossen
Mit Petroleum das Brot!"
Grollend hat´s der Held vernommen,
Bis ein Lachen ihm gekommen:
"Will Euch pflegen Tag und Nacht! -
Bringt´s Petroleumbrot getragen!
Füllt es in die russ´schen Magen,
Weil es denen Spaß so macht!"
Ob die Magen revoltierten
Urwelt-Grimmen sie verspürten:
Bis zu Ende ging´s Gewürg! -
Deutsche Krieger um sie stehen,
Haben schmunzelnd es gesehen.
Hurra! Hoch leb Hindenburg!
Felix Marquart, Leipzig
Mitglied des Reichstags.
handschriftlich:
V.D.H. Mitglied
Der Krieg der Engländer gegen den
Militarismus.
Mit dem Fremdworte Militarismus als Schreckgespenst ist vor
dem Kriege lange grober Unfug getrieben worden. Dem hat bei uns
der Krieg ein Ende gemacht. Dafür mühen sich jetzt die Engländer,
mit dem Schlagworte Militarismus ihr Kriegsgeschäft zu betreiben.
Da sie unter den Schlägen und Siegen der deutschen Wehrkraft all-
mählich einsehen, daß der Weltkrieg, den sie zu Deutschlands Ver-
nichtung vom Zaun gebrochen haben, anders verläuft, als ihr Neid
und ihre Niedertracht wähnten, so erlügen sie einen deutschen ehr-und
eroberungssüchtigen Militarismus und trachten gegen ihn die noch
neutralen Völker in Harnisch zu bringen. Bevor Lüttich, Namur und
Antwerpen gefallen waren, vor Hindenburgs Großtaten und den
Erfolgen unsrer Unterseeboote, fühlte sich John Bull kraft seiner Flotte
und der Millionenheere seiner Genossen auf dem Festlande dem
deutschen Militarismus überlegen. Hatte er doch verkündet, daß
bereits im Augenblick des Kriegsbeginns die gesamte deutsche Flotte
-
linke Seite
178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
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Neue Heldentaten der Emden
Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,
der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun
zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.
Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus
Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk
und ein französischer Torpedojäger auf der Reede
von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des
deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.
Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten
(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte
sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen
unerkannt nähern."
rechte Seite
Nummer 23 "Parole." (Feldnummer.) 181
linke Spalte
Beilage.
(Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)
Den Briten für die Mammonsgier
Des Franzen Rachsucht für und für,
Des Russen wüstes Leben. -
Dem Engelfürsten Michael
Von mir bereits ward der Befehl.
Zu fördern all Dein Streben.
Wie dann auch sein wird mein Geschick,
Ich werd´mit klarem, kühlen Blick
Tod in die Feinde schmettern,
Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg
Davonzutragen vollen Sieg
Trotz allen Donnerwettern
O großer Gott, wie dank ich Dir,
Dir übergeb´ich ganz mich hier ,
Denn Dein ist ja die Rache!
Gern opfern will ich Gut und Blut,
Zu dienen gegen Britenbrut
Der Wahrheit, - Deiner Sache.
Berthold Roy.
Das Petroleumbrot.
Ein lustig Soldatenlied.
Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.
Als der Hindenburg, der Sieger
Mit dem Heer der deutschen Krieger
Hatt´befreit das deutsche Land:
Sprach er zu den Russenscharen,
Die von ihm gefangen waren,
Und hob grimmig hoch die Hand:
"Weib und Kind habt Ihr erschlagen! -
Feuerbrände habt getragen
Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -
Daß ich solcher Brut mich wehre,
Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -
Auch im Krieges Sturmgebraus."
Da ist vor ihn hingetreten
Fromm ein Greis: "Für Dich wir beten,
Tapfrer Held! Rett´uns vom Tod.
Nahrung wir nicht mehr genossen,
Weil die Russen uns begossen
Mit Petroleum das Brot!"
Grollend hat´s der Held vernommen,
Bis ein Lachen ihm gekommen:
"Will Euch pflegen Tag und Nacht! -
Bringt´s Petroleumbrot getragen!
Füllt es in die russ´schen Magen,
Weil es denen Spaß so macht!"
Ob die Magen revoltierten
Urwelt-Grimmen sie verspürten:
Bis zu Ende ging´s Gewürg! -
Deutsche Krieger um sie stehen,
Haben schmunzelnd es gesehen.
Hurra! Hoch leb Hindenburg!
Felix Marquart, Leipzig
Mitglied des Reichstags.
handschriftlich:
V.D.H. Mitglied
Der Krieg der Engländer gegen den
Militarismus.
.
-
linke Seite
178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Neue Heldentaten der Emden
Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,
der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun
zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.
Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus
Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk
und ein französischer Torpedojäger auf der Reede
von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des
deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.
Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten
(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte
sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen
unerkannt nähern."
rechte Seite
Nummer 23 "Parole." (Feldnummer.) 181
linke Spalte
Beilage.
(Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)
Den Briten für die Mammonsgier
Des Franzen Rachsucht für und für,
Des Russen wüstes Leben. -
Dem Engelfürsten Michael
Von mir bereits ward der Befehl.
Zu fördern all Dein Streben.
Wie dann auch sein wird mein Geschick,
Ich werd´mit klarem, kühlen Blick
Tod in die Feinde schmettern,
Voll Hoffnung: aus dem schweren Krieg
Davonzutragen vollen Sieg
Trotz allen Donnerwettern
O großer Gott, wie dank ich Dir,
Dir übergeb´ich ganz mich hier ,
Denn Dein ist ja die Rache!
Gern opfern will ich Gut und Blut,
Zu dienen gegen Britenbrut
Der Wahrheit, - Deiner Sache.
Berthold Roy.
Das Petroleumbrot.
Ein lustig Soldatenlied.
Weise: Prinz Eugen, der edle Ritter.
Als der Hindenburg, der Sieger
Mit dem Heer der deutschen Krieger
Hatt´befreit das deutsche Land:
Sprach er zu den Russenscharen,
Die von ihm gefangen waren,
Und hob grimmig hoch die Hand:
"Weib und Kind habt Ihr erschlagen! -
Feuerbrände habt getragen
Grundlos Ihr von Haus zu Haus. -
Daß ich solcher Brut mich wehre,
Macht mir wenig Freud´ - auf Ehre! -
Auch im Krieges Sturmgebraus."
-
linke Seite
178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Neue Heldentaten der Emden
Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,
der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun
zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.
Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus
Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk
und ein französischer Torpedojäger auf der Reede
von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des
deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.
Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten
(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte
sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen
unerkannt nähern.
rechte Seite
linke Spalte
-
linke Seite
178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
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Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
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Neue Heldentaten der Emden
Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,
der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun
zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.
Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus
Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk
und ein französischer Torpedojäger auf der Reede
von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des
deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.
Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten
(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte
sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen
unerkannt nähern.
rechte Seite
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178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
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Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
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Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
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Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
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Neue Heldentaten der Emden
Der Kreuzer Emden, der Schrecken der englischen Handelsschiffe,
der von diesen bereits mehr als 20 gekapert und versenkt hat, hat nun
zur Abwechslung feindlichen Kriegsschiffen seine Geißel gezeigt.
Nach eine amtlichen Petersburger Meldung aus
Tokio wurde der russische Kreuzer Jemtschuk
und ein französischer Torpedojäger auf der Reede
von Pulo Pinang durch Torpedoschüsse des
deutschen Kreuzers Emden zum Sinken gebracht.
Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eines vierten
(falschen) Schornsteins unkenntlich gemacht und konnte
sich auf diese Weise den vernichteten Schiffen
unerkannt nähern.
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178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher dieser Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche, sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
-
linke Seite
178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahr
en an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
Die tapfern Bayern werden sicher diese Aufforderung ihres
Führers so gründlich wie möglich entsprechen. Der Armee-
befehl des Kronprinzen von Bayern, der den englischen Feind mit so
knappen, treffenden Worten kennzeichnet, wird auch im Auslande
seine Wirkung nicht verfehlen. Es wird dort nicht unbemerkt bleiben,
daß diese Worte über den heimtückischsten und gefährlichsten unsrer
Gegner von einem süddeutschen Fürsten stammen, und es wird das
lächerliche Gerede des Auslandes, als beständen zwischen dem Norden
und dem Süden unsers Vaterlandes verschiedene Auffassungen über
unsre Feinde oder Unterschiede in dem Wunsche,sie mit der vollen
Wucht des deutschen Schwertes zu strafen, endgültig beseitigt. In
allen deutschen Herzen aber werden diese kernigen Worte einen lebhaften
Widerhall finden.
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178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
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Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat:
Soldaten der 6. Armee! Wir haben nun das Glück, auch die Eng-
länder vor unsrer Front zu haben. Die Truppen jenes Volkes, dessen Neid
seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden
zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen,
ungeheuern Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen
diesen Feind geht, übt Vergeltung für die feindliche Hinterlist,
für so viele schwere Opfer! Zeigt ihnen, daß die Deutschen nicht so
leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche
Hiebe von ganz besondrer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederher-
stellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf! Rupprecht.
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178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
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Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
Der Kaiser hat, wie wir neulich mitteilten, zu einigen bayrischen
Generalen unter Anerkennung der hervorragenden Tapferkeit
der Bayern geäußert: "Ich wünsche nur den Engländern, daß sie
einmal mit den Bayern zusammenkommen!" Dieser Wunsch unsers
Kaisers geht bereits in Erfüllung, wie folgendem Armeebefehl
zu entnehmen ist, den Kronprinz Rupprecht von Bayern als
Kommandierender der sechsten deutschen Armee an seine Soldaten
gerichtet hat.
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178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
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Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
- - - - - - - - - - - - - - - - - -
Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
- - - - - - - - - - - - - - - - -
Ein Armeebefehl des bayrischen Kronprinzen
gegen die Engländer.
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linke Seite
178 "Parole," (Feldnummer) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplatze die Lage unverändert.
linke Spalte
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. Zwar haben
die Belgier auf der Front von Nieuport an der Nordseeküste bis nach
Dixmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß sie sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände des Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes widerhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppen schlugen den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nördlich von Iwangorod neue russische Armeekorps die Weichsel
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgehenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
Die deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
rechte Spalte
Der schließlich großartige Erfolg bei Tannenberg und bei den masurischen
Seen war der beste Beweis für die Richtigkeit dieses Verfahrens.
Möge dem bewährten Führer jetzt in Polen ein gleicher Erfolg be-
schieden sein!
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Das Eiserne Kreuz an König Ludwig.
Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Seine Majestät der Kaiser
haben, veranlaßt durch die hervorragenden Waffentaten der
bayrischen Truppen in dem großen Kampf um Deutschlands Zukunft
und Ehre, Seiner Majestät dem König mit Handschreiben das
Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.
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Der König von Württemberg reist wieder
ins Feld.
Der König von Württemberg, der den im Felde stehenden
württembergischen Truppen aus dem Großen Hauptquartier wiederholt
Besuche abstattete, wird sich in den nächsten Tagen zu längerm
Aufenthalt auf den westlichen Kriegsschauplatz begeben.
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178 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplate die Lage unverändert.
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. zwar haben
die Belgier auf der Front von Rieuport an der Nordseeküste bis nach
Dirmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß si sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände es Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes wiederhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
Am bedeutungsvollsten ist der Teilsieg südöstlich von Verdun.
Die Franzosen hatten hier aus ihrer Hauptstellung heraus einen deftigen
Angriff unternommen, der sicherlich mit gewohntem Ungestüm dieses
tapferen Feindes ausgeführt wurde. Aber unsre Truppe schlug den
Angriff nicht nur ab, sondern folgten dem geschlagenen Feinde auf
dem Fuße, brachten ihm starke Verluste bei und nahmen seine Haupt-
stellung mit stürmender Hand. Ein neuer Vorstoß der Franzosen
wurde abgewiesen. Somit haben auf beiden Flügeln und in der
Mitte der weiten Schlachtlinie die Kämpfe sämtlich mit Erfolgen der
deutschen Waffen geendet.
Auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatze ist die Lage nach
wie vor günstig, wie die in den letzten drei Wochen gemachte Sieges-
beute von 13 500 Gefangenen, 30 Geschützen und 39 Maschinen-
gewehren beweist. Weniger gut sind die Nachrichten vom südöstlichen
Kriegsschauplatze. Bereits am 27. Oktober war gemeldet worden,
daß nordlich von Jwangorod neue russische Armeekorps die ?
überschritten hätten. Auch die Österreicher hatten berichtet, daß sie im
Kampfe mit überlegenen Kräften ständen. Ein österreichisches Armee-
korps hat hierbei allein 10 000 Gefangene gemacht. Jetzt sind neue
russische Kräfte vormarschiert und auch nördlich von Warschau bei der
Festung Nowogeorgiewet vorgegangen. Die gesamte russische Front
ist also verstärkt worden. Unter diesen Umständen erschien es der
deutschen Heeresleitung zunächst nicht erwünscht, den Kampf
mit den starken Kräften aufzunehmen, obwohl bis dahin alle Angriffe
der Russen in mehrtägigen Kämpfen erfolgreich abgewiesen waren. Die
deutschen Truppen wichen dem zu erwartenden feindlichen Vorgehen
aus und sind in westlicher Richtung zurückgegangen. Diese Rückzugs-
bewegung ist aber durchaus freiwillig erfolgt, ohne daß die feindliche
Waffenwirkung dazu gezwungen hätte. Die Loslösung vom Feinde
geschah ohne Schwierigkeiten. Dies und der Umstand, daß der
Feind überhaupt nicht folgte, beweisen, daß die rückwärtige Be-
wegung aus strategischen Gründe erfolgte. Sollten die Russen
zunächst dem zurückgebenden deutschen Heeresteile folgen, so bietet
dies noch keine Veranlassung, die Lage als ungünstig zu bezeichnen.
DIe deutsche Heeresleitung hat zweifellos die entsprechenden Gegen-
maßregeln eingeleitet, um auch den Angriff der überlegenen feind-
lichen Kräfte rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Hatten doch auch
die Operationen zu Beginn des Krieges in Ostpreußen zunächst zu
einer Zurücknahme der bereits siegreich vorgegangenen Kräfte geführt.
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178 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplate die Lage unverändert.
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. zwar haben
die Belgier auf der Front von Rieuport an der Nordseeküste bis nach
Dirmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Westlich von Lille sind ebenfalls wieder gute Fortschritte zu ver-
zeichnen. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden dort
genommen und gegen englische und französische Gegenstöße behauptet.
In der Mitte scheint sich für Reims eine Entscheidung anzubahnen,
wie der abermalige Hinweis auf die Kathedrale andeutet, deren Be-
schießung durch unsre Artillerie die Franzosen abermals dadurch
hervorgerufen haben, daß si sie zu Kriegszwecken gebrauchten.
Wenn das ehrwürdige Bauwerk dadurch leidet, so haben
die Franzosen die Schuld, nicht wir; denn das Leben unsrer
braven Soldaten steht uns höher als alle Kathedralen der Welt.
Im schwierigen Gelände es Argonner Waldes, der seit vielen
Wochen schon von dem Getöse des Nahkampfes wiederhallt, sind
die Feinde wiederum aus einigen Schützengräben vertrieben worden.
Auch wurden ihnen mehrere Blockhäuser und Stützpunkte genommen.
Wir haben früher gehört, wie sehr die Franzosen sich dort mit ihren
Verschanzungen eingenistet haben. Diese Leistung unsrer Kronprinzen-
armee ist deshalb besonders erfreulich. Auch östlich der Mosel
wurden alle feindlichen Unternehmungen zurückgeschlagen. Diese
Feststellung ist namentlich deshalb von Wert, weil die amtlichen
französischen Berichte immer von einem erfolgreichen Vorgehen in
dieser Gegend berichten. Ihre Angaben entsprechen als in keiner
Weise den tatsächlichen Verhältnissen.
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178 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplate die Lage unverändert.
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. zwar haben
die Belgier auf der Front von Rieuport an der Nordseeküste bis nach
Dirmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ihr Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesem neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
-
178 "Parole." (Feldnummer.) Nummer 23
200 Engländer zu Gefangenen gemacht. Im Argonner Walde nahmen unsre Truppen mehrere Block-
häuser und Stützpunkte. Nordwestlich Verdun griffen die Franzosen ohne Erfolg an. Im übrigen ist
im Westen ebenso auf dem östlichen Kriegsschauplate die Lage unverändert.
Die Kriegslage in West und Ost
Auf dem westlichen Heeresflügel in Nordfrankreich ist der Kampf von
den deutschen Truppen erfolgreich fortgeführt worden. zwar haben
die Belgier auf der Front von Rieuport an der Nordseeküste bis nach
Dirmude erhebliche Verstärkungen erhalten. Dies hat aber keine Ver-
änderung der Lage hervorgebracht, da unser Angriff an der Küste
trotzdem langsam Boden gewinnt. Auch die englischen Kriegsschiffe
haben wiederum in den Kampf eingegriffen, aber ohne daß ih Feuer
einen Erfolg gehabt hätte. Die schwere deutsche Artillerie wird auf
die Nachricht von diesm neuen Auftreten der englischen Schiffe vor-
ausichtlich wieder den Kampf mit ihnen aufnehmen. Es ist zu
erwarten, daß sie in derselben Weise erfolgreich dagegen wirken wird,
wie dies früher der Fall gewesen ist.
Description
Save description- 50.6293465||3.05707689999997||||1
Lille, Frankreich
Location(s)
Story location Lille, Frankreich
- ID
- 12998 / 199709
- Contributor
- Uta Hentschel
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