Kriegszeitungen aus dem Besitz von Carl Popp, item 2

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Liebe heimkehrende Krieger.

Nach langer peinvoller Gefangenschaft seid Ihr in Eure Heimat zurückgekehrt,

heißersehnt von Euren Lieben, freudig begrüßt von dem ganzen

deutschen Volke. Ihr findet das stolze Deutschland nicht mehr, aus dem

Ihr 1914 ausgezogen seid. Tiefer Schmerz wird Eure Herzen ergreifen

angesichts des traurigen nationalen Zusammenbruchs.

Wenn Ihr näher zuseht, so werdet Ihr auch im Innern viele Schäden

entdecken. Der Weltkrieg hat wie alle Kriege die Moral unseres Volkes

erschüttert und eine ungeheure Zunahme der Geschlechtskrankheiten zur Folge

gehabt. Diese Krankheiten bedeuten eine schwere Gefahr für die Zukunft

des deutschen Volkes, das aus unzähligen Wunden blutend aus diesem Kriege

hervorgeht. Ihre Folgen sind: Unfruchtbarkeit und Siechtum der Frau,

Lebensunfähigkeit und Minderwertigkeit des Nachwuchses, unheilbare innere

Gehirn- und Rückenmarksleiden. Ihre Zunahme gefährdet den Bestand

unserer Rasse. Gegen diese Uebel gibt es nur ein sicheres Mittel: Enthaltung

von jedem regellosen Geschlechtsverkehr! Auf jedem deutschen

Mann, der gesund aus diesem Kriege heimkehrt, während Millionen der

Besten in fremder Erde ruhen, liegt eine schwere Verantwortung gegenüber

dem hartgetroffenen Vaterland in dieser schwersten Stunde unserer Geschichte.

Auf jeden einzelnen kommt es an, ob Deutschland wieder erstarken und zu

neuer Blüte sich entwickeln kann. Da Ihr nicht mehr für die geliebte

Heimat kämpfen könnt, so erhaltet Euch für sie gesund, damit Ihr dem

Lande Eurer Väter gesunde Söhne und Töchter schenken könnt, die den

deutschen Namen in der Welt wieder zu Ehren bringen.

Sucht die Liebe, nach der Ihr Verlangen tragt, nicht auf den Gassen

und als käufliche Lust, sondern in den Armen des reinen deutschen Weibes,

das Ihr zur Mutter Eurer Kinder machen wollt. Bis zur Ehe aber könnt

Ihr Euch ohne gesundheitliche Schädigung des Geschlechtsverkehrs enthalten.

Die bedeutendsten Aerzte haben in diesem langen Kriege von neuem bestätigt,

daß es Enthaltsamkeitskrankheiten nicht gibt.

Ihr habt in vielen Schlachten mit bewunderungswürdiger Tapferkeit

der Uebermacht der Feinde Stand gehalten, Ihr werdet auch den Versuchungen

Eurer eignen Sinne Widerstand leisten können. Bedenkt, daß

es von Eurer sittlichen Tüchtigkeit und physischen Gesundheit abhängt, ob

nach dem millionenfachen Sterben der Kriegsjahre im Frieden in vielen

glücklichen Ehen millionenfach neues Leben erblühen kann, ohne daß unser

Vaterland für immer eine Ruine bleibt.

Jeder, der die Wichtigkeit dieser Frage einsieht, stehe fest und frei dem

andern ein Führer und ein Beispiel.

Dresdner Verein

zur Förderung der Sittlichkeit.

Geschäftsstelle: Angelikastraße 23.

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Liebe heimkehrende Krieger.

Nach langer peinvoller Gefangenschaft seid Ihr in Eure Heimat zurückgekehrt,

heißersehnt von Euren Lieben, freudig begrüßt von dem ganzen

deutschen Volke. Ihr findet das stolze Deutschland nicht mehr, aus dem

Ihr 1914 ausgezogen seid. Tiefer Schmerz wird Eure Herzen ergreifen

angesichts des traurigen nationalen Zusammenbruchs.

Wenn Ihr näher zuseht, so werdet Ihr auch im Innern viele Schäden

entdecken. Der Weltkrieg hat wie alle Kriege die Moral unseres Volkes

erschüttert und eine ungeheure Zunahme der Geschlechtskrankheiten zur Folge

gehabt. Diese Krankheiten bedeuten eine schwere Gefahr für die Zukunft

des deutschen Volkes, das aus unzähligen Wunden blutend aus diesem Kriege

hervorgeht. Ihre Folgen sind: Unfruchtbarkeit und Siechtum der Frau,

Lebensunfähigkeit und Minderwertigkeit des Nachwuchses, unheilbare innere

Gehirn- und Rückenmarksleiden. Ihre Zunahme gefährdet den Bestand

unserer Rasse. Gegen diese Uebel gibt es nur ein sicheres Mittel: Enthaltung

von jedem regellosen Geschlechtsverkehr! Auf jedem deutschen

Mann, der gesund aus diesem Kriege heimkehrt, während Millionen der

Besten in fremder Erde ruhen, liegt eine schwere Verantwortung gegenüber

dem hartgetroffenen Vaterland in dieser schwersten Stunde unserer Geschichte.

Auf jeden einzelnen kommt es an, ob Deutschland wieder erstarken und zu

neuer Blüte sich entwickeln kann. Da Ihr nicht mehr für die geliebte

Heimat kämpfen könnt, so erhaltet Euch für sie gesund, damit Ihr dem

Lande Eurer Väter gesunde Söhne und Töchter schenken könnt, die den

deutschen Namen in der Welt wieder zu Ehren bringen.

Sucht die Liebe, nach der Ihr Verlangen tragt, nicht auf den Gassen

und als käufliche Lust, sondern in den Armen des reinen deutschen Weibes,

das Ihr zur Mutter Eurer Kinder machen wollt. Bis zur Ehe aber könnt

Ihr Euch ohne gesundheitliche Schädigung des Geschlechtsverkehrs enthalten.

Die bedeutendsten Aerzte haben in diesem langen Kriege von neuem bestätigt,

daß es Enthaltsamkeitskrankheiten nicht gibt.

Ihr habt in vielen Schlachten mit bewunderungswürdiger Tapferkeit

der Uebermacht der Feinde Stand gehalten, Ihr werdet auch den Versuchungen

Eurer eignen Sinne Widerstand leisten können. Bedenkt, daß

es von Eurer sittlichen Tüchtigkeit und physischen Gesundheit abhängt, ob

nach dem millionenfachen Sterben der Kriegsjahre im Frieden in vielen

glücklichen Ehen millionenfach neues Leben erblühen kann, ohne daß unser

Vaterland für immer eine Ruine bleibt.

Jeder, der die Wichtigkeit dieser Frage einsieht, stehe fest und frei dem

andern ein Führer und ein Beispiel.

Dresdner Verein

zur Förderung der Sittlichkeit.

Geschäftsstelle: Angelikastraße 23.


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  • December 14, 2016 12:31:32 Frederik Elwert

    Liebe heimkehrende Krieger.

    Nach langer peinvoller Gefangenschaft seid Ihr in Eure Heimat zurückgekehrt,

    heißersehnt von Euren Lieben, freudig begrüßt von dem ganzen

    deutschen Volke. Ihr findet das stolze Deutschland nicht mehr, aus dem

    Ihr 1914 ausgezogen seid. Tiefer Schmerz wird Eure Herzen ergreifen

    angesichts des traurigen nationalen Zusammenbruchs.

    Wenn Ihr näher zuseht, so werdet Ihr auch im Innern viele Schäden

    entdecken. Der Weltkrieg hat wie alle Kriege die Moral unseres Volkes

    erschüttert und eine ungeheure Zunahme der Geschlechtskrankheiten zur Folge

    gehabt. Diese Krankheiten bedeuten eine schwere Gefahr für die Zukunft

    des deutschen Volkes, das aus unzähligen Wunden blutend aus diesem Kriege

    hervorgeht. Ihre Folgen sind: Unfruchtbarkeit und Siechtum der Frau,

    Lebensunfähigkeit und Minderwertigkeit des Nachwuchses, unheilbare innere

    Gehirn- und Rückenmarksleiden. Ihre Zunahme gefährdet den Bestand

    unserer Rasse. Gegen diese Uebel gibt es nur ein sicheres Mittel: Enthaltung

    von jedem regellosen Geschlechtsverkehr! Auf jedem deutschen

    Mann, der gesund aus diesem Kriege heimkehrt, während Millionen der

    Besten in fremder Erde ruhen, liegt eine schwere Verantwortung gegenüber

    dem hartgetroffenen Vaterland in dieser schwersten Stunde unserer Geschichte.

    Auf jeden einzelnen kommt es an, ob Deutschland wieder erstarken und zu

    neuer Blüte sich entwickeln kann. Da Ihr nicht mehr für die geliebte

    Heimat kämpfen könnt, so erhaltet Euch für sie gesund, damit Ihr dem

    Lande Eurer Väter gesunde Söhne und Töchter schenken könnt, die den

    deutschen Namen in der Welt wieder zu Ehren bringen.

    Sucht die Liebe, nach der Ihr Verlangen tragt, nicht auf den Gassen

    und als käufliche Lust, sondern in den Armen des reinen deutschen Weibes,

    das Ihr zur Mutter Eurer Kinder machen wollt. Bis zur Ehe aber könnt

    Ihr Euch ohne gesundheitliche Schädigung des Geschlechtsverkehrs enthalten.

    Die bedeutendsten Aerzte haben in diesem langen Kriege von neuem bestätigt,

    daß es Enthaltsamkeitskrankheiten nicht gibt.

    Ihr habt in vielen Schlachten mit bewunderungswürdiger Tapferkeit

    der Uebermacht der Feinde Stand gehalten, Ihr werdet auch den Versuchungen

    Eurer eignen Sinne Widerstand leisten können. Bedenkt, daß

    es von Eurer sittlichen Tüchtigkeit und physischen Gesundheit abhängt, ob

    nach dem millionenfachen Sterben der Kriegsjahre im Frieden in vielen

    glücklichen Ehen millionenfach neues Leben erblühen kann, ohne daß unser

    Vaterland für immer eine Ruine bleibt.

    Jeder, der die Wichtigkeit dieser Frage einsieht, stehe fest und frei dem

    andern ein Führer und ein Beispiel.

    Dresdner Verein

    zur Förderung der Sittlichkeit.

    Geschäftsstelle: Angelikastraße 23.

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    Lille, Frankreich

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12998 / 199708
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Uta Hentschel
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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