Tagebuch Reinhold Sieglerschmidt (2), item 152

Edit transcription:
...
Transcription saved
Enhance your transcribing experience by using full-screen mode

Transcription

You have to be logged in to transcribe. Please login or register and click the pencil-button again

 Beginn der linken Seite 

Dir sonst schwerste Repressalien an,

mein Herzenstrautlich, mein Lebensglück. 


Habe dem Urlauber Gabriel 30 M.[ark] 

mitgegeben. Soll davon 5 Pfund Speck 

in Budapest kaufen, von Kattowitz 

aus an Dich schicken, ebenso den 

Rest des Geldes (ca. 15 M.[ark]). Den

Speck darfst Du nur für Dich 

verwenden, sonst verdirbst Du 

mir die ganze Freude, den ganzen 

schönen Plan.

Dein Trautli. 

 Ende der linken Seite 


 Beginn der rechten Seite 

9/III [19]17

Mein Helenetrautli, hier herrscht nach einigen 

wunderbar milden Tagen wieder voller Winter. Ge-

waltige Schneestürme haben das Land mit tiefen Schnee-

massen bedeckt, den Eisenbahnverkehr schweren Störun-

gen unterworfen. Auch der Briefverkehr verläuft dem-

entsprechend unregelmässig. Wie schön war doch die 

absolute Regelmässigkeit desselben vor Dünaburg.

Wie waren wir doch verwöhnt.

Gesundheitlich geht es mir ausgezeichnet. Der letzte 

Hustenrest der Erkältung geschwunden. Du frägst 

wiederholt nach der Verpflegung. Sie war bis vor

Kurzem - wie Dir mein Aussehen bestätigte - gerade 

zu glänzend durch das Selbstrequirieren. Letzteres 

ist jetzt leider nicht mehr möglich, dafür bekom-

men wir aber Büchsenfleisch, Wurst, Butter, in 

Kleineren aber hinreichenden Mengen. Alkohol - 

guter rumänischer Wein - ist in unerschöpflichen

Mengen vorhanden. Mit Rauchmaterial ist es schlecht

bestellt, doch hat das Bedürfnis mir bisher stets die

 Ende der rechten Seite 

Transcription saved

 Beginn der linken Seite 

Dir sonst schwerste Repressalien an,

mein Herzenstrautlich, mein Lebensglück. 


Habe dem Urlauber Gabriel 30 M.[ark] 

mitgegeben. Soll davon 5 Pfund Speck 

in Budapest kaufen, von Kattowitz 

aus an Dich schicken, ebenso den 

Rest des Geldes (ca. 15 M.[ark]). Den

Speck darfst Du nur für Dich 

verwenden, sonst verdirbst Du 

mir die ganze Freude, den ganzen 

schönen Plan.

Dein Trautli. 

 Ende der linken Seite 


 Beginn der rechten Seite 

9/III [19]17

Mein Helenetrautli, hier herrscht nach einigen 

wunderbar milden Tagen wieder voller Winter. Ge-

waltige Schneestürme haben das Land mit tiefen Schnee-

massen bedeckt, den Eisenbahnverkehr schweren Störun-

gen unterworfen. Auch der Briefverkehr verläuft dem-

entsprechend unregelmässig. Wie schön war doch die 

absolute Regelmässigkeit desselben vor Dünaburg.

Wie waren wir doch verwöhnt.

Gesundheitlich geht es mir ausgezeichnet. Der letzte 

Hustenrest der Erkältung geschwunden. Du frägst 

wiederholt nach der Verpflegung. Sie war bis vor

Kurzem - wie Dir mein Aussehen bestätigte - gerade 

zu glänzend durch das Selbstrequirieren. Letzteres 

ist jetzt leider nicht mehr möglich, dafür bekom-

men wir aber Büchsenfleisch, Wurst, Butter, in 

Kleineren aber hinreichenden Mengen. Alkohol - 

guter rumänischer Wein - ist in unerschöpflichen

Mengen vorhanden. Mit Rauchmaterial ist es schlecht

bestellt, doch hat das Bedürfnis mir bisher stets die

 Ende der rechten Seite 


Transcription history
  • April 2, 2018 15:32:41 Enrico Seelig

     Beginn der linken Seite 

    Dir sonst schwerste Repressalien an,

    mein Herzenstrautlich, mein Lebensglück. 


    Habe dem Urlauber Gabriel 30 M.[ark] 

    mitgegeben. Soll davon 5 Pfund Speck 

    in Budapest kaufen, von Kattowitz 

    aus an Dich schicken, ebenso den 

    Rest des Geldes (ca. 15 M.[ark]). Den

    Speck darfst Du nur für Dich 

    verwenden, sonst verdirbst Du 

    mir die ganze Freude, den ganzen 

    schönen Plan.

    Dein Trautli. 

     Ende der linken Seite 


     Beginn der rechten Seite 

    9/III [19]17

    Mein Helenetrautli, hier herrscht nach einigen 

    wunderbar milden Tagen wieder voller Winter. Ge-

    waltige Schneestürme haben das Land mit tiefen Schnee-

    massen bedeckt, den Eisenbahnverkehr schweren Störun-

    gen unterworfen. Auch der Briefverkehr verläuft dem-

    entsprechend unregelmässig. Wie schön war doch die 

    absolute Regelmässigkeit desselben vor Dünaburg.

    Wie waren wir doch verwöhnt.

    Gesundheitlich geht es mir ausgezeichnet. Der letzte 

    Hustenrest der Erkältung geschwunden. Du frägst 

    wiederholt nach der Verpflegung. Sie war bis vor

    Kurzem - wie Dir mein Aussehen bestätigte - gerade 

    zu glänzend durch das Selbstrequirieren. Letzteres 

    ist jetzt leider nicht mehr möglich, dafür bekom-

    men wir aber Büchsenfleisch, Wurst, Butter, in 

    Kleineren aber hinreichenden Mengen. Alkohol - 

    guter rumänischer Wein - ist in unerschöpflichen

    Mengen vorhanden. Mit Rauchmaterial ist es schlecht

    bestellt, doch hat das Bedürfnis mir bisher stets die

     Ende der rechten Seite 


Description

Save description
    Location(s)
    Login and add location


    ID
    837 / 3706
    Source
    http://europeana1914-1918.eu/...
    Contributor
    Jörn Sieglerschmidt
    License
    http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


    Login to edit the languages

    Login to edit the fronts
    • Balkans
    • Eastern Front
    • Western Front

    Login to add keywords

    Login and add links

    Notes and questions

    Login to leave a note