Tagebuch Reinhold Sieglerschmidt (2), item 153

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nötige Umsicht, um nicht in direkte 

Not zu kommen.

Gestern verdankte ich der Freundlichkeit unserer

Offiziere eine Einladung zur Hasenjagd. Von 9 bis

3 Uhr wurde durch den knietiefen Schnee Kessel 

auf Kessel getrieben oder auch Vorstehtreiben

gemacht, bei denen die Treiber das Wild auf den 

Jäger zutreiben. Leider gab es nur wenig

Hasen, sodass ich nicht zum Schuss kam.

Mein Trautli, mein Herzenstrautli, geht es Dir

auch gut? Schonst Du Dich nach Möglichkeit,

damit dir Kur Erfolg hat? Hast Du die Milch-

lieferung erreicht?

In unendlicher Sehnsucht strecke ich meine Arme 

nach Dir. Vielleicht kommt das Kriegsende doch 

früher als wir dachten. Die Reden der englischen Mi-

nister sind recht kleinlaut geworden. Ich 

küsse Dich tausendmal, Du edles Gesicht, euch 

tapfere Helenehände, ich bin ganz 

dein Reinhold. 


 Am linken Rand:  Über den Kusrs halte mich auf dem Laufenden! 

 Ende der linken Seite 


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7/III [19]17.

Mein Helenetrautli, Du mein

tapferer tapferer Geselle, mein 

ganzes Tapferchen, welche Sehnsucht 

habe ich nach Dir jetzt, wo Deine 

letzten Briefe von einer Gewissheit spre-

chen, die meine Sorge um Dich verdop-

peln muss. Trautchen, liebes liebes 

Trautli, hat unser Liebhaben 

wirklich so Schweres gebracht. Ich 

hoffe noch immer, es könnte nicht 

sein. Ich möchte fortlaufen und 

alles im Stich lassen, um bei Dir 

zu sein in allem Schweren, das Dir 

bevorzustehen scheint. Dir nicht hel-

fen können, das ist kaum zu ertra-

gen. Ich habe Dich doch so unmensch-

lich lieb. Jeden Zug Deiner Seele, Deines 

Lebens liebkosen, wäre mir jetzt Not-

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nötige Umsicht, um nicht in direkte 

Not zu kommen.

Gestern verdankte ich der Freundlichkeit unserer

Offiziere eine Einladung zur Hasenjagd. Von 9 bis

3 Uhr wurde durch den knietiefen Schnee Kessel 

auf Kessel getrieben oder auch Vorstehtreiben

gemacht, bei denen die Treiber das Wild auf den 

Jäger zutreiben. Leider gab es nur wenig

Hasen, sodass ich nicht zum Schuss kam.

Mein Trautli, mein Herzenstrautli, geht es Dir

auch gut? Schonst Du Dich nach Möglichkeit,

damit dir Kur Erfolg hat? Hast Du die Milch-

lieferung erreicht?

In unendlicher Sehnsucht strecke ich meine Arme 

nach Dir. Vielleicht kommt das Kriegsende doch 

früher als wir dachten. Die Reden der englischen Mi-

nister sind recht kleinlaut geworden. Ich 

küsse Dich tausendmal, Du edles Gesicht, euch 

tapfere Helenehände, ich bin ganz 

dein Reinhold. 


 Am linken Rand:  Über den Kusrs halte mich auf dem Laufenden! 

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7/III [19]17.

Mein Helenetrautli, Du mein

tapferer tapferer Geselle, mein 

ganzes Tapferchen, welche Sehnsucht 

habe ich nach Dir jetzt, wo Deine 

letzten Briefe von einer Gewissheit spre-

chen, die meine Sorge um Dich verdop-

peln muss. Trautchen, liebes liebes 

Trautli, hat unser Liebhaben 

wirklich so Schweres gebracht. Ich 

hoffe noch immer, es könnte nicht 

sein. Ich möchte fortlaufen und 

alles im Stich lassen, um bei Dir 

zu sein in allem Schweren, das Dir 

bevorzustehen scheint. Dir nicht hel-

fen können, das ist kaum zu ertra-

gen. Ich habe Dich doch so unmensch-

lich lieb. Jeden Zug Deiner Seele, Deines 

Lebens liebkosen, wäre mir jetzt Not-

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  • April 2, 2018 15:44:59 Enrico Seelig

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    nötige Umsicht, um nicht in direkte 

    Not zu kommen.

    Gestern verdankte ich der Freundlichkeit unserer

    Offiziere eine Einladung zur Hasenjagd. Von 9 bis

    3 Uhr wurde durch den knietiefen Schnee Kessel 

    auf Kessel getrieben oder auch Vorstehtreiben

    gemacht, bei denen die Treiber das Wild auf den 

    Jäger zutreiben. Leider gab es nur wenig

    Hasen, sodass ich nicht zum Schuss kam.

    Mein Trautli, mein Herzenstrautli, geht es Dir

    auch gut? Schonst Du Dich nach Möglichkeit,

    damit dir Kur Erfolg hat? Hast Du die Milch-

    lieferung erreicht?

    In unendlicher Sehnsucht strecke ich meine Arme 

    nach Dir. Vielleicht kommt das Kriegsende doch 

    früher als wir dachten. Die Reden der englischen Mi-

    nister sind recht kleinlaut geworden. Ich 

    küsse Dich tausendmal, Du edles Gesicht, euch 

    tapfere Helenehände, ich bin ganz 

    dein Reinhold. 


     Am linken Rand:  Über den Kusrs halte mich auf dem Laufenden! 

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    Mein Helenetrautli, Du mein

    tapferer tapferer Geselle, mein 

    ganzes Tapferchen, welche Sehnsucht 

    habe ich nach Dir jetzt, wo Deine 

    letzten Briefe von einer Gewissheit spre-

    chen, die meine Sorge um Dich verdop-

    peln muss. Trautchen, liebes liebes 

    Trautli, hat unser Liebhaben 

    wirklich so Schweres gebracht. Ich 

    hoffe noch immer, es könnte nicht 

    sein. Ich möchte fortlaufen und 

    alles im Stich lassen, um bei Dir 

    zu sein in allem Schweren, das Dir 

    bevorzustehen scheint. Dir nicht hel-

    fen können, das ist kaum zu ertra-

    gen. Ich habe Dich doch so unmensch-

    lich lieb. Jeden Zug Deiner Seele, Deines 

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    ID
    837 / 3707
    Source
    http://europeana1914-1918.eu/...
    Contributor
    Jörn Sieglerschmidt
    License
    http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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