Tagebuch Reinhold Sieglerschmidt (2), item 140

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25/XII 1917

Mein Helening, mein ganzes

Glück, heute ist wieder einmal 

Sonntag im Kriege. Wir merken 

es daran, dass wir seit einiger 

Zeit Sonntags keinen Dienst 

haben. Es ist sonnig draussen,

aber sehr kalt. Hoffentlich hast 

Du in Berlin nicht unter solcher 

Kälte zu leiden! Uns hier draus-

sen macht sie nichts aus, mei-

ne Erkältung ist bis auf den 

schon oft geschilderten kleinen 

Hustenreiz vorbei. Ob Deine Er-

kältung jetzt ganz überwun-

den ist, mein Trautli. Und wie

steht es mit den Unterrichtsstun-

den? Wieviel sind es eigentlich 

in der Woche? Wir haben jetzt hier

 Ende der linken Seite 


 Beginn der rechten Seite  

wenig zu tun, 1 1/2 Stunden Dienst, 

das ist alles.

Bald werden wir das schöne

Wanderlied Scheffels anstimmen

können zu jenem Takte, aus wel-

chem man jedes Lied heraustö-

nen kann. Sorge Dich daher nicht

über Ausbleiben von Nachrichten,

falls es mir nicht auch diesmal 

gelingt, von Zeit zu Zeit eine Gele-

genheit ausfindig zu machen.

Über das Ziel fehlt uns jede 

Vermutung. Vielleicht wird die

Batterie an anderer Stelle diesel-

be Rolle spielen, die sie jetzt ge-

spielt hat.

Wie bin ich bei Dir mein Traut-

li, mein Lebensatem, mein volles 

Menschenglück. Mein Tapferchen,

 Ende der rechten Seite 

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25/XII 1917

Mein Helening, mein ganzes

Glück, heute ist wieder einmal 

Sonntag im Kriege. Wir merken 

es daran, dass wir seit einiger 

Zeit Sonntags keinen Dienst 

haben. Es ist sonnig draussen,

aber sehr kalt. Hoffentlich hast 

Du in Berlin nicht unter solcher 

Kälte zu leiden! Uns hier draus-

sen macht sie nichts aus, mei-

ne Erkältung ist bis auf den 

schon oft geschilderten kleinen 

Hustenreiz vorbei. Ob Deine Er-

kältung jetzt ganz überwun-

den ist, mein Trautli. Und wie

steht es mit den Unterrichtsstun-

den? Wieviel sind es eigentlich 

in der Woche? Wir haben jetzt hier

 Ende der linken Seite 


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wenig zu tun, 1 1/2 Stunden Dienst, 

das ist alles.

Bald werden wir das schöne

Wanderlied Scheffels anstimmen

können zu jenem Takte, aus wel-

chem man jedes Lied heraustö-

nen kann. Sorge Dich daher nicht

über Ausbleiben von Nachrichten,

falls es mir nicht auch diesmal 

gelingt, von Zeit zu Zeit eine Gele-

genheit ausfindig zu machen.

Über das Ziel fehlt uns jede 

Vermutung. Vielleicht wird die

Batterie an anderer Stelle diesel-

be Rolle spielen, die sie jetzt ge-

spielt hat.

Wie bin ich bei Dir mein Traut-

li, mein Lebensatem, mein volles 

Menschenglück. Mein Tapferchen,

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  • April 2, 2018 08:07:49 Enrico Seelig

     Beginn der linken Seite 

    25/XII 1917

    Mein Helening, mein ganzes

    Glück, heute ist wieder einmal 

    Sonntag im Kriege. Wir merken 

    es daran, dass wir seit einiger 

    Zeit Sonntags keinen Dienst 

    haben. Es ist sonnig draussen,

    aber sehr kalt. Hoffentlich hast 

    Du in Berlin nicht unter solcher 

    Kälte zu leiden! Uns hier draus-

    sen macht sie nichts aus, mei-

    ne Erkältung ist bis auf den 

    schon oft geschilderten kleinen 

    Hustenreiz vorbei. Ob Deine Er-

    kältung jetzt ganz überwun-

    den ist, mein Trautli. Und wie

    steht es mit den Unterrichtsstun-

    den? Wieviel sind es eigentlich 

    in der Woche? Wir haben jetzt hier

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    wenig zu tun, 1 1/2 Stunden Dienst, 

    das ist alles.

    Bald werden wir das schöne

    Wanderlied Scheffels anstimmen

    können zu jenem Takte, aus wel-

    chem man jedes Lied heraustö-

    nen kann. Sorge Dich daher nicht

    über Ausbleiben von Nachrichten,

    falls es mir nicht auch diesmal 

    gelingt, von Zeit zu Zeit eine Gele-

    genheit ausfindig zu machen.

    Über das Ziel fehlt uns jede 

    Vermutung. Vielleicht wird die

    Batterie an anderer Stelle diesel-

    be Rolle spielen, die sie jetzt ge-

    spielt hat.

    Wie bin ich bei Dir mein Traut-

    li, mein Lebensatem, mein volles 

    Menschenglück. Mein Tapferchen,

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    ID
    837 / 3694
    Source
    http://europeana1914-1918.eu/...
    Contributor
    Jörn Sieglerschmidt
    License
    http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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