Tagebuch Reinhold Sieglerschmidt (2), item 110

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5/I 1917.

Mein einziges, mein unendliches Heleneglück,

vorgestern war für mich der schönste Tag 

seit unserer Abfahrt aus Russland, vorgestern 

habe ich die erste Nachricht seit dem 12/XI [1916] von 

meinen Lieben bekommen. Welcher Berg von

schmerzlichem Vermissen und von Sorge um

euch ist nun von mir abgefallen. Von nun

an kann ich auf regelmässige Nachricht

rechnen, wenn auch wohl Zwischenräume 

von Wochen auftreten können. Ich habe

alle Briefe von Dir bis zum 23/XII [1916] auf 

einmal erhalten, gleichzeitig 4 von den 

lieben Paketlis. Eine der Kerzen habe ich 

gleich verwandt, um das kleine Buch 

unendlichen Liebhabens und tapferen 

Aushaltens zu lesen, das Du mir

schenktest. Wie danke ich Dir auf

Knieen für alle Tiefe, die aus Deinen 

Briefen strömt. Wie eigen ist es für mich, Dein

 Ende der linken Seite 


 Beginn der rechten Seite 

Erleben unserer mannigfachen Reise-

schicksale zu verfolgen, mancherlei 

unnötige, so liebe Sorge, die sich 

zum Teil aus dem ziellosen Hin-

und Her unserer Reise erklärt. Dass 

nach Hermannstadt eine grosse Pause in 

meinen Nachrichten für Dich eintreten

musste, war mir klar, da hier der Ei-

senbahnzusammenhang zerriss. Ob Du 

wenigstens in den Weihnachtstagen 

weitere Nachricht von mir gehabt hast?

Es sind diesmal so traurige Weihnach-

ten für uns beide gewesen. Aber wie froh

und stolz bin ich in allem schweren ü-

ber Deine Tapferkeit. Mit ruhiger Kraft 

müssen wir durchhalten. Einmal, hoffent-

lich in kürzerer Zeit, kommt uns der Au-

genblick, wo ein ganzes tiefes Leben uns 

erwartet. Er muss uns stark und gesund finden.

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5/I 1917.

Mein einziges, mein unendliches Heleneglück,

vorgestern war für mich der schönste Tag 

seit unserer Abfahrt aus Russland, vorgestern 

habe ich die erste Nachricht seit dem 12/XI [1916] von 

meinen Lieben bekommen. Welcher Berg von

schmerzlichem Vermissen und von Sorge um

euch ist nun von mir abgefallen. Von nun

an kann ich auf regelmässige Nachricht

rechnen, wenn auch wohl Zwischenräume 

von Wochen auftreten können. Ich habe

alle Briefe von Dir bis zum 23/XII [1916] auf 

einmal erhalten, gleichzeitig 4 von den 

lieben Paketlis. Eine der Kerzen habe ich 

gleich verwandt, um das kleine Buch 

unendlichen Liebhabens und tapferen 

Aushaltens zu lesen, das Du mir

schenktest. Wie danke ich Dir auf

Knieen für alle Tiefe, die aus Deinen 

Briefen strömt. Wie eigen ist es für mich, Dein

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Erleben unserer mannigfachen Reise-

schicksale zu verfolgen, mancherlei 

unnötige, so liebe Sorge, die sich 

zum Teil aus dem ziellosen Hin-

und Her unserer Reise erklärt. Dass 

nach Hermannstadt eine grosse Pause in 

meinen Nachrichten für Dich eintreten

musste, war mir klar, da hier der Ei-

senbahnzusammenhang zerriss. Ob Du 

wenigstens in den Weihnachtstagen 

weitere Nachricht von mir gehabt hast?

Es sind diesmal so traurige Weihnach-

ten für uns beide gewesen. Aber wie froh

und stolz bin ich in allem schweren ü-

ber Deine Tapferkeit. Mit ruhiger Kraft 

müssen wir durchhalten. Einmal, hoffent-

lich in kürzerer Zeit, kommt uns der Au-

genblick, wo ein ganzes tiefes Leben uns 

erwartet. Er muss uns stark und gesund finden.

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  • March 31, 2018 09:54:21 Enrico Seelig

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    5/I 1917.

    Mein einziges, mein unendliches Heleneglück,

    vorgestern war für mich der schönste Tag 

    seit unserer Abfahrt aus Russland, vorgestern 

    habe ich die erste Nachricht seit dem 12/XI [1916] von 

    meinen Lieben bekommen. Welcher Berg von

    schmerzlichem Vermissen und von Sorge um

    euch ist nun von mir abgefallen. Von nun

    an kann ich auf regelmässige Nachricht

    rechnen, wenn auch wohl Zwischenräume 

    von Wochen auftreten können. Ich habe

    alle Briefe von Dir bis zum 23/XII [1916] auf 

    einmal erhalten, gleichzeitig 4 von den 

    lieben Paketlis. Eine der Kerzen habe ich 

    gleich verwandt, um das kleine Buch 

    unendlichen Liebhabens und tapferen 

    Aushaltens zu lesen, das Du mir

    schenktest. Wie danke ich Dir auf

    Knieen für alle Tiefe, die aus Deinen 

    Briefen strömt. Wie eigen ist es für mich, Dein

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    Erleben unserer mannigfachen Reise-

    schicksale zu verfolgen, mancherlei 

    unnötige, so liebe Sorge, die sich 

    zum Teil aus dem ziellosen Hin-

    und Her unserer Reise erklärt. Dass 

    nach Hermannstadt eine grosse Pause in 

    meinen Nachrichten für Dich eintreten

    musste, war mir klar, da hier der Ei-

    senbahnzusammenhang zerriss. Ob Du 

    wenigstens in den Weihnachtstagen 

    weitere Nachricht von mir gehabt hast?

    Es sind diesmal so traurige Weihnach-

    ten für uns beide gewesen. Aber wie froh

    und stolz bin ich in allem schweren ü-

    ber Deine Tapferkeit. Mit ruhiger Kraft 

    müssen wir durchhalten. Einmal, hoffent-

    lich in kürzerer Zeit, kommt uns der Au-

    genblick, wo ein ganzes tiefes Leben uns 

    erwartet. Er muss uns stark und gesund finden.

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    ID
    837 / 3664
    Source
    http://europeana1914-1918.eu/...
    Contributor
    Jörn Sieglerschmidt
    License
    http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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