Kriegstagebuch von Jakob Graf, Tsingtau 2.08.1914 - 7.11.1914, item 20
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... linke Seite
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nach Tungschiawar zurückgegangen, aber
gleich darauf wieder ihre alte Stellung
behaupteten. Ich ging nun wieder zurück
u. machte beim Oberleutnant die Meldung.
Die Kompagnie lag wieder in Stellung. Ein
heftiges Gewehr- u. Maschinengewehrfeuer
tobte auf beiden Seiten.
7.XI. Um 2 Uhr nachts bekam ich Befehl von
Oberleutnant Riedinger nach I.W. 3 zu gehen
u. Herrn Oberleutnant Trendberg zu sagen,
der 1. Zug soll unsere rechte Flanke besetzen.
Als ich nach I.W. 3 kam, war wohl
das erste Tor auf, aber das zweite war fest
verschlossen, auch kein Posten war zu sehen.
Ich rief nun, so laut ich konnte:"Posten!
Posten! Nach 5 maligem Rufen kamen 5 Kerls
auf das Tor zu. Ich glaubte, es seine Leute
von uns, weil sie dunkle Mäntel an hatten.
Nun rief ich ihnen zu, ob Oberleutnant Trendburg
im Werk ist. Darauf antworteten
sie: Noi-noi u. eröffneten ein rasendes
Feuer auf mich. Da gar keine Deckung
... rechte Seite
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vorhanden war, warf ich mich blitzschnell
auf den Boden u. kroch dem Ausgang
zu. Dabei schlugen die Geschosse dicht
neben mir ein. Nur 2 ganz kleine Streifschüsse
bekam ich dabei mit u. zwar einen über den
Zeigefinger der linken Hand u. 1 über das linke
Auge. Es war nur die Haut etwas geritzt u.
blutete ganz wenig.
Ich mußte nun kriechen bis nach unserer
Stellung; denn die Japsen schossen von der
linken Flanke von I.W. 3 aus mit Maschinengewehren.
Machte dann sofort bei Oberleutnant
Riedinger die Meldung, worauf eine Gruppe
weiter nach rechts geschickt wurde um ein
Ausbrechen der Japsen aus I.W. 3 zu verhindern
oder wenigstens zu verzögern. Später erfuhren
wir, daß die Japsen bereits um 12 Uhr nachts
im I.W. 3 waren.
Es dauerte gar nicht lange, so stürmten sie
mit lautem Banzeigebrüll durch das Hindernis
auf unsere Stellung zu (Unteroffizier Sauer,
Wagner, Hügel u. 5 Österreicher, Sergeant Dermait)
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nach Tungschiawar zurückgegangen, aber
gleich darauf wieder ihre alte Stellung
behaupteten. Ich ging nun wieder zurueck
u. machte beim Oberleutnant die Meldung.
Die Kompagnie lag wieder in Stellung. Ein
heftiges Gewehr- u. Maschinengewehrfeuer
tobte auf beiden Seiten.
7.XI. Um 2 Uhr nachts bekam ich Befehl von
Oberleutnant Riedinger nach I.W. 3 zu gehen
u. Herrn Oberleutnant Trendberg zu sagen,
der 1. Zug soll unsere rechte Flanke besetzen.
Als ich nach I.W. 3 kam, war wohl
das erste Tor auf, aber das zweite war fest
verschlossen, auch kein Posten war zu sehen.
Ich rief nun, so laut ich konnte:"Posten!
Posten! Nach 5 maligem Rufen kamen 5 Kerls
auf das Tor zu. Ich glaubte, es seine Leute
von uns, weil sie dunkle Mäntel an hatten.
Nun rief ich ihnen zu, ob Oberleutnant Trendburg
im Werk ist. Darauf antworteten
sie: Noi-noi u. eröffneten ein rasendes
Feuer auf mich. Da gar keine Deckung
... rechte Seite
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vorhanden war, warf ich mich blitzschnell
auf den Boden u. kroch dem Ausgang
zu. Dabei schlugen die Geschosse dicht
neben mir ein. Nur 2 ganz kleine Streifschüsse
bekam ich dabei mit u. zwar einen über den
Zeigefinger der linken Hand u. 1 über das linke
Auge. Es war nur die Haut etwas geritzt u.
blutete ganz wenig.
Ich mußte nun kriechen bis nach unserer
Stellung; denn die Japsen schossen von der
linken Flanke von I.W. 3 aus mit Maschinengewehren.
Machte dann sofort bei Oberleutnant
Riedinger die Meldung, worauf eine Gruppe
weiter nach rechts geschickt wurde um ein
Ausbrechen der Japsen aus I.W. 3 zu verhindern
oder wenigstens zu verzögern. Später erfuhren
wir, daß die Japsen bereits um 12 Uhr nachts
im I.W. 3 waren.
Es dauerte gar nicht lange, so stuermten sie
mit lautem Banzeigebrüll durch das Hindernis
auf unsere Stellung zu (Unteroffizier Sauer,
Wagner, Hügel u. 5 Österreicher, Sergeant Dermait)
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nach Tungschiawar zurückgegangen, aber
gleich darauf wieder ihre alte Stellung
behaupteten. Ich ging nun wieder zurueck
u. machte beim Oberleutnant die Meldung.
Die Kompagnie lag wieder in Stellung. Ein
heftiges Gewehr- u. Maschinengewehrfeuer
tobte auf beiden Seiten.
7.XI. Um 2 Uhr nachts bekam ich Befehl von
Oberleutnant Riedinger nach I.W. 3 zu gehen
u. Herrn Oberleutnant Trendberg zu sagen,
der 1. Zug soll unsere rechte Flanke besetzen.
Als ich nach I.W. 3 kam, war wohl
das erste Tor auf, aber das zweite war fest
verschlossen, auch kein Posten war zu sehen.
Ich rief nun, so laut ich konnte:"Posten!
Posten! Nach 5 maligem Rufen kamen 5 Kerls
auf das Tor zu. Ich glaubte, es seine Leute
von uns, weil sie dunkle Mäntel an hatten.
Nun rief ich ihnen zu, ob Oberleutnant Trendburg
im Werk ist. Darauf antworteten
sie: Noi-noi u. eröffneten ein rasendes
Feuer auf mich. Da gar keine Deckung
... rechte Seite
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vorhanden war, warf ich mich blitzschnell
auf den Boden u. kroch dem Ausgang
zu. Dabei schlugen die Geschosse dicht
neben mir ein. Nur 2 ganz kleine Streifschüsse
bekam ich dabei mit u. zwar einen über den
Zeigefinger der linken Hand u. 1 über das linke
Auge. Es war nur die Haut etwas geritzt u.
blutete ganz wenig.
Ich mußte nun kriechen bis nach unserer
Stellung; denn die Japsen schossen von der
linken Flanke von I.W. 3 aus mit Maschinengewehren.
Machte dann sofort bei Oberleutnant
Riedinger die Meldung, worauf eine Gruppe
weiter nach rechts geschickt wurde um ein
Ausbrechen der Japsen aus I.W. 3 zu verhindern
oder wenigstens zu verzögern. Später erfuhren
wir, daß die Japsen bereits um 12 Uhr nachts
im I.W. 3 waren.
Es dauerte gar nicht lange, so stuermten sie
mit lautem Banzeigebruell
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nach Tungschiawar zurückgegangen, aber
gleich darauf wieder ihre alte Stellung
behaupteten. Ich ging nun wieder zurueck
u. machte beim Oberleutnant die Meldung.
Die Kompagnie lag wieder in Stellung. Ein
heftiges Gewehr- u. Maschinengewehrfeuer
tobte auf beiden Seiten.
7.XI. Um 2 Uhr nachts bekam ich Befehl von
Oberleutnant Riedinger nach I.W. 3 zu gehen
u. Herrn Oberleutnant Trendberg zu sagen,
der 1. Zug soll unsere rechte Flanke besetzen.
Als ich nach I.W. 3 kam, war wohl
das erste Tor auf, aber das zweite war fest
verschlossen, auch kein Posten war zu sehen.
Ich rief nun, so laut ich konnte:"Posten!
Posten! Nach 5 maligem Rufen kamen 5 Kerls
auf das Tor zu. Ich glaubte, es seine Leute
von uns, weil sie dunkle Mäntel an hatten.
Nun rief ich ihnen zu, ob Oberleutnant Trendburg
im Werk ist. Darauf antworteten
sie: Noi-noi u. eröffneten ein rasendes
Feuer auf mich. Da gar keine Deckung
... rechte Seite
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vorhanden war, warf ich mich blitzschnell
auf den Boden u. kroch dem Ausgang
zu. Dabei schlugen die Geschosse dicht
neben mir ein. Nur 2 ganz kleine Streifschüsse
bekam ich dabei mit u. zwar einen über den
Zeigefinger der linken Hand u. 1 über das linke
Auge. Es war nur die Haut etwas geritzt u.
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gleich darauf wieder ihre alte Stellung
behaupteten. Ich ging nun wieder zurueck
u. machte beim Oberleutnant die Meldung.
Die Kompagnie lag wieder in Stellung. Ein
heftiges Gewehr- u. Maschinengewehrfeuer
tobte auf beiden Seiten.
7.XI. Um 2 Uhr nachts bekam ich Befehl von
Oberleutnant Riedinger nach I.W. 3 zu gehen
u. Herrn Oberleutnant Trendberg zu sagen,
der 1. Zug soll unsere rechte Flanke besetzen.
Als ich nach I.W. 3 kam, war wohl
das erste Tor auf, aber das zweite war fest
verschlossen, auch kein Posten war zu sehen.
Ich rief nun, so laut ich konnte:"Posten!
Posten! Nach 5 maligem Rufen kamen 5 Kerls
auf das Tor zu. Ich glaubte, es seine Leute
von uns, weil sie dunkle Mäntel an hatten.
Nun rief ich ihnen zu, ob Oberleutnant Trendburg
im Werk ist. Darauf antworteten
sie: Noi-noi u. eröffneten ein rasendes
Feuer auf mich. Da gar keine Deckung
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nach Tungschiawar zurückgegangen, aber
gleich darauf wieder ihre alte Stellung
behaupteten. Ich ging nun wieder zurueck
u. machte beim Oberleutnant die Meldung.
Die Kompagnie lag wieder in Stellung. Ein
heftiges Gewehr- u. Maschinengewehrfeuer
tobte auf beiden Seiten.
7.XI. Um 2 Uhr nachts bekam ich Befehl von
Oberleutnant Riedinger nach I.W. 3 zu gehen
u. Herrn Oberleutnant Trendberg zu sagen,
der 1. Zug soll unsere rechte Flanke besetzen.
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Tsingtau/China
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- 18861 / 226568
- Contributor
- Dr. Eva Schubert
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- Naval Warfare
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