Tagebuchaufzeichnungen von Reinhold Sieglerschmidt (1), item 146

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146

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17/6 16

Mein lieb Helening, mein jung Gemahl,

heute sitze ich bei scheusslichem Regenwetter

im Stande und weiss nicht

recht, was ich mit mir anfangen

soll. Vielleicht gibt es noch Arbeitsdienst.

Eigentlich müsste ich heute auf Beobachtung

sein. Der stellvertretende Feldwebel Walkewitz

 sagte mir, als er vorgestern hier

war, dass ich als Beobachter wieder

herausgehen solle, ich habe mich aber

nicht weiter um die Sache gekümmert

und lasse sie ihren Lauf gehen.

Du siehst, dass ich Wort halte und

nichts auf mich nehme, was ich nicht

auf mich nehmen soll. Übrigens wäre

es auch augenblicklich recht harmlos

draussen. es ist hier noch viel ruhiger als früher

geworden; kaum ein Schuss fällt

 Right Page 

Wie bin ich Dir nah, Helenetrautli,

mein liebes, trautes

jung Gemahl. Wie schön waren

die vergangenen Wochen.

Wenn doch bald der Augeblick

der Freiheit käme. Wir

scheinen ja die russische

Offensive zum Stillstand gebracht

zu haben. Alles spricht

für wichtige Gegenstösse

unsererseits. haben sie Erfolg,

so ist uns die Friedenshoffnung

wieder bedeutend nähergerückt.

      Mein Helenetrautli geht

es Dir auch gut? Was macht

Deine Übligkeit? Hältst

Du auch Dein Versprechen

und ernährst Dich gut?

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146

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17/6 16

Mein lieb Helening, mein jung Gemahl,

heute sitze ich bei scheusslichem Regenwetter

im Stande und weiss nicht

recht, was ich mit mir anfangen

soll. Vielleicht gibt es noch Arbeitsdienst.

Eigentlich müsste ich heute auf Beobachtung

sein. Der stellvertretende Feldwebel Walkewitz

 sagte mir, als er vorgestern hier

war, dass ich als Beobachter wieder

herausgehen solle, ich habe mich aber

nicht weiter um die Sache gekümmert

und lasse sie ihren Lauf gehen.

Du siehst, dass ich Wort halte und

nichts auf mich nehme, was ich nicht

auf mich nehmen soll. Übrigens wäre

es auch augenblicklich recht harmlos

draussen. es ist hier noch viel ruhiger als früher

geworden; kaum ein Schuss fällt

 Right Page 

Wie bin ich Dir nah, Helenetrautli,

mein liebes, trautes

jung Gemahl. Wie schön waren

die vergangenen Wochen.

Wenn doch bald der Augeblick

der Freiheit käme. Wir

scheinen ja die russische

Offensive zum Stillstand gebracht

zu haben. Alles spricht

für wichtige Gegenstösse

unsererseits. haben sie Erfolg,

so ist uns die Friedenshoffnung

wieder bedeutend nähergerückt.

      Mein Helenetrautli geht

es Dir auch gut? Was macht

Deine Übligkeit? Hältst

Du auch Dein Versprechen

und ernährst Dich gut?


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  • April 30, 2017 10:08:59 Anna Conrad

     Left Page 

    17/6 16

    Mein lieb Helening, mein jung Gemahl,

    heute sitze ich bei scheusslichem Regen-

    wetter im Stande und weiss nicht

    recht, was ich mit mir anfangen

    soll. Vielleicht gibt es noch Arbeitsdienst.

    Eigentlich müsste ich heute auf Beobachtung

    sein. Der stellvertretende Feldwebel Walke-

    witz sagte mir, als er vorgestern hier

    war, dass ich als Beobachter wieder

    herausgehen solle, ich habe mich aber

    nicht weiter um die Sache gekümmert

    und lasse sie ihren lauf gehen.

    Du siehst, dass ich Wort halte und

    nichts auf mich nehme, was ich nicht

    auf mich nehmen soll. Übrigens wäre

    es auch augenblicklich recht harmlos

    draussen. es ist hier noch viel ruhiger als früh-

    er geworden; kaum ein Schuss fällt


     Right Page 

    Wie bin ich die nah, Helene-

    trautli, mein liebes, trautes

    jung Gemahl. Wie schön wa-

    ren die vergangenen Wochen.

    Wenn doch bald der Augen-

    blick der Freiheit käme. Wir

    scheinen ja die russische Of-

    fensive zum Stillstand ge-

    bracht zu haben. Alles spricht

    für wichtige Gegenstösse

    unsererseits. haben sie Er-

    folg, so ist uns die Friedens-

    hoffnung wieder bedeutend näher

    gerückt.

          Mein Helenetrautli geht

    es dir auch gut? Was macht

    deine Übligkeit? Hältst

    du auch dein Versprechen

    und ernährst dich gut?

  • April 30, 2017 10:08:38 Anna Conrad

     Left Page 

    17/6 16

    Mein lieb Helening, mein jung Gemahl,

    heute sitze ich bei scheusslichem Regen-

    wetter im Stande und weiss nicht

    recht, was ich mit mir anfangen

    soll. Vielleicht gibt es noch Arbeitsdienst.

    Eigentlich müsste ich heute auf Beobachtung

    sein. Der stellvertretende Feldwebel Walke-

    witz sagte mir, als er vorgestern hier

    war, dass ich als Beobachter wieder

    herausgehen solle, ich habe mich aber

    nicht weiter um die Sache gekümmert

    und lasse sie ihren lauf gehen.

    Du siehst, dass ich Wort halte und

    nichts auf mich nehme, was ich nicht

    auf mich nehmen soll. Übrigens wäre

    es auch augenblicklich recht harmlos

    draussen. es ist hier noch viel ruhiger als früh-

    er geworden; kaum ein Schuss fällt


     Right Page 

    Wie bin ich die nah, helene-

    trautli, mein liebes, trautes

    jung Gemahl. Wie schön wa-

    ren die vergangenen Wochen.

    Wenn doch bald der Augen-

    blick der Freiheit käme. Wir

    scheinen ja die russische Of-

    fensive zum Stillstand ge-

    bracht zu haben. Alles spricht

    für wichtige Gegenstösse

    unsererseits. haben sie Er-

    folg, so ist uns die Friedens-

    hoffnung wieder bedeutend näher

    gerückt.

          Mein Helenetrautli geht

    es dir auch gut? Was macht

    deine Übligkeit? Hältst

    du auch dein Versprechen

    und ernährst dich gut?


  • April 30, 2017 10:08:25 Anna Conrad

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    17/6 16

    Mein lieb Helening, mein jung Gemahl,

    heute sitze ich bei scheusslichem Regen-

    wetter im Stande und weiss nicht

    recht, was ich mit mir anfangen

    soll. Vielleicht gibt es noch Arbeitsdienst.

    Eigentlich müsste ich heute auf Beobachtung

    sein. Der stellvertretende Feldwebel Walke-

    witz sagte mir, als er vorgestern hier

    war, dass ich als Beobachter wieder

    herausgehen solle, ich habe mich aber

    nicht weiter um die Sache gekümmert

    und lasse sie ihren lauf gehen.

    Du siehst, dass ich Wort halte und

    nichts auf mich nehme, was ich nicht

    auf mich nehmen soll. Übrigens wäre

    es auch augenblicklich recht harmlos

    draussen. es ist hier noch viel ruhiger als früh-

    er geworden; kaum ein Schuss fällt


     Right Page 

    Wie bin ich die nah, helene-

    trautli, mein liebes, trautes

    jung Gemahl. Wie schön wa-

    ren die vergangenen Wochen.

    Wenn doch bald der Augen-

    blick der Freiheit käme. Wir

    scheinen ja die russische Of-

    fensive zum Stillstand ge-

    bracht zu haben. Alles spricht

    für wichtige gegenstösse

    unsererseits. haben sie Er-

    folg, so ist uns die Friedens-

    hoffnung wieder bedeutend näher

    gerückt.

          Mein Helenetrautli geht

    es dir auch gut? Was macht

    deine Übligkeit? Hältst

    du auch dein Versprechen

    und ernährst dich gut?


  • April 30, 2017 10:04:14 Anna Conrad

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    17/6 16

    Mein lieb Helening, mein jung Gemahl,

    heute sitze ich bei scheusslichem Regen-

    wetter im Stande und weiss nicht

    recht, was ich mit mir anfangen

    soll. Vielleicht gibt es noch Arbeitsdienst.

    Eigentlich müsste ich heute auf Beobachtung

    sein. Der stellvertretende Feldwebel Walke-

    witz sagte mir, als er vorgestern hier

    war, dass ich als Beobachter wieder

    herausgehen solle, ich habe mich aber

    nicht weiter um die Sache gekümmert

    und lasse sie ihren lauf gehen.

    Du siehst, dass ich Wort halte und

    nichts auf mich nehme, was ich nicht

    auf mich nehmen soll. Übrigens wäre

    es auch augenblicklich recht harmlos

    draussen. es ist hier noch viel ruhiger als früh-

    er geworden; kaum ein Schuss fällt


  • April 30, 2017 10:00:44 Anna Conrad

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    17/6 16

    Mein lieb Helening, mein jung Gemahl,

    heute sitze ich bei scheusslichem Regen-

    wetter im Stande und weiss nicht

    recht, was ich mit mir anfangen

    soll. Vielleicht gibt es noch Arbeitsdienst.

    Eigentlich müsste ich heute auf Beobachtung

    sein. Der stellvertretende Feldwebel Walke-

    witz


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    Jörn Sieglerschmidt
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    http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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