Tagebuchaufzeichnungen Reinhold Sieglerschmidt (3), item 18
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Linke Seite:
Kameraden noch rechts und links
ein paar kostbare Sekunden. Bei
der Enge unserer Wohnung würde
ein Vorbeikommen ohne einige
Stösse unmöglich sein. Draussen
prallt der Regen auf das Zelt-
dach. Wie behaglich wäre dies Geräusch
zu Hause im warmen
Bett in der Nacht. Jetzt ertönt
der Gewaltruf noch einmal dring-
licher. Gemurmel und Gebrumm
im Zelte. Dann Entschlüsse. Die
Stiefeln werden angezogen so-
weit dies noch nötig und man
kriecht hinein. Man tappt zum
Wagen, man öffnet verkehrte Rie-
men und erlangt endlich etwas
Brot und fetten Spreck. Der er-
sehnte Ruf: " Kaffee holen" und
Rechte Seite:
bald steht der Labetrunk da, schwarz
und dampfend. Das Zelt wird
abgeschlagen. Aus dem Stroh ma-
chen wir uns ein kleines Lager-
feuer, wärmen Rücken, Mäntel
und Helme: "An die Pferde" und
die Batterie setzt sich in Marsch.
Der Regen rinnt und die Wege sind
unergründlich; der nasse tonhaltige
Boden hält den Fuß und
beschwert ihn in dicken Klumpen.
-------------------------------------------------
22. VIII. 15.
Wir sind gestern
nicht weit vom Aufbruchsorte
in Stellung geblieben,
haben wenig gefeuert,
und sind zur Nacht am
Ort geblieben.
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Meranern noch rechts und links
ein paar kostbare Sekunden. Bei
der Enge unserer Wohnung würde
ein Vorbeikommen ohne einige
Stösse unmöglich sein. Draussen
prallt der Regen auf das Zelt-
dach. Wie behaglich wären die Ge-
räusche zu Hause im warmen
Bett in der Nacht. Jetzt ertönt
der Gewaltruf noch einmal dring-
licher. Gemurmel und Gebrumm
im Zelte. Dann Entschlüsse. Die
Stiefeln werden angezogen so-
weit wie noch nötig und man
kriecht hinein. Man tappel[t] zum
Wagen, man öffnet verkehre Rie-
men und erlangt endlich etwas
Brot und fetten Spreck. Der er-
sehnte Ruf: " Kaffee holen" und
bald steht der [...] da, schwarz
und dampfend. Das Zelt wird
abgeschlagen. Aus dem Stroh ma-
chen wir uns ein kleines Lager-
feuer, wärmen Rücken, Mäntel
und Helme: "An die Pferde" und
die Batterie setzt sich in Marsch.
Der Regen rinnt und die Wege sind
unergründlich, der nasse [...]
Boden hält den Fuß und
beschwert ihn in dicken Klumpen.
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22. VIII. 15.
Wir sind gestern
nacht weit vom Aufbruch-
orte in Stellung geblieben,
haben wenig gefeuert,
und sind zur Nacht am
Ort geblieben.
Description
Save description- 52.768429|| 21.436333||||1
Lubiel am Narew
Location(s)
Story location Lubiel am Narew
- ID
- 839 / 3726
- Contributor
- Jörn Sieglerschmiedt
August 22, 1915
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- Deutsch
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- Western Front
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