Familientagebuch (1917-1922) von Gustav Braune (1870-1954), item 30

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 linke Seite 

Anmerkung mit Bleistift am oberen Rand: hat sich als B. M. strafbar gemacht  Anmerkung Ende 

der jetzt auch die Bürgermeisterwürde

inne hat, wie sein Vorgänger auf

dem Hof. - Hier stand der Sarg, in

demselben Zimmer, wo ich vor 31

Jahren (1887) weilte, als ich die

damals Neuverlobten von Ansbach

her zu einem Besuch nach Lehengütingen

begleitete. - Ich fahre mit

Sophie am Donnerstag früh nach 4 Uhr

weg. Ankunft in L. um 11 Uhr. In

Marktbreit steigt Fritz v. Einersheim

ein. Zu unserem Schrecken erfahren

wir, daß die Beerdigung erst um 5 U.

nachm. sein kann. Wir müssen deshalb

über Nacht bleiben, Fritz fährt

schon nachm. 4 Uhr wieder zurpck,

ohne an der Beerdigung teilzunehmen.

Bruder Christian von Cham ist auch

da, ich habe ihn seit Jahren nicht mehr

gesehen; sieht sehr gut aus. Schwester

Sophie mit d. Kindern ist sehr gefaßt;

sie behält den Wohnsitz in Augsburg

bei. Nachmittags Spaziergang über

den Wörnitzgrund nach Waldhaeuslein

zu den Verwandten. Man reicht

uns vorzüglichen Schinken, bemerkenswert

in dieser Kriegszeit. Ich über=

 rechte Seite 

nachte mit Sophie im Hotel Rose in

Dinkelsbühl, Christian im Deutschen Haus.

D. ist doch ein wunderschönes, altes

Städtchen, das sich Rothenburg wohl an

die Seite stellen kann. Freitag früh

Heimfahrt, bis Ansbach gemeinsam

mit Christian. Die ganze Reise war

infolge des heißen u. schwülen Wetters

ziemlich anstrengend. - Oberkriegsgerichtsrat

Menschel ist jetzt im

Urlaub (Nauheim.) - Am 19. hat die

l. Mutter Geburtstag. Sie bekommt

eine Blumenvase u. 1 Uhrenarmband.

XXIX (21. - 27. Juli) Wegen starken

Regengusses nur kurzer Sonntagsspaziergang

ins Siebolds-Wäldchen.

Dienstag fahren Hanna u. Lydi mit Margaret

zur Sommerfrische nach Oberhohenried

b. Hassfurt. Hanna möchte schon auf

dem Bahnhof wieder umkehren, das

Heimweh setzt ihr auch heuer wieder zu,

aber das elterliche Machtwort gebietet

ihr, wenigstens eine Woche auszuhalten

in dem Land, wo Milch u. Honig

fließt. Unser Hausherr Kleinschnitz

ist z. Z. in Urlaub hier, er steht an der

Vogesenfront und war schon 1 Jahr lang

 

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 linke Seite 

Anmerkung mit Bleistift am oberen Rand: hat sich als B. M. strafbar gemacht  Anmerkung Ende 

der jetzt auch die Bürgermeisterwürde

inne hat, wie sein Vorgänger auf

dem Hof. - Hier stand der Sarg, in

demselben Zimmer, wo ich vor 31

Jahren (1887) weilte, als ich die

damals Neuverlobten von Ansbach

her zu einem Besuch nach Lehengütingen

begleitete. - Ich fahre mit

Sophie am Donnerstag früh nach 4 Uhr

weg. Ankunft in L. um 11 Uhr. In

Marktbreit steigt Fritz v. Einersheim

ein. Zu unserem Schrecken erfahren

wir, daß die Beerdigung erst um 5 U.

nachm. sein kann. Wir müssen deshalb

über Nacht bleiben, Fritz fährt

schon nachm. 4 Uhr wieder zurpck,

ohne an der Beerdigung teilzunehmen.

Bruder Christian von Cham ist auch

da, ich habe ihn seit Jahren nicht mehr

gesehen; sieht sehr gut aus. Schwester

Sophie mit d. Kindern ist sehr gefaßt;

sie behält den Wohnsitz in Augsburg

bei. Nachmittags Spaziergang über

den Wörnitzgrund nach Waldhaeuslein

zu den Verwandten. Man reicht

uns vorzüglichen Schinken, bemerkenswert

in dieser Kriegszeit. Ich über=

 rechte Seite 

nachte mit Sophie im Hotel Rose in

Dinkelsbühl, Christian im Deutschen Haus.

D. ist doch ein wunderschönes, altes

Städtchen, das sich Rothenburg wohl an

die Seite stellen kann. Freitag früh

Heimfahrt, bis Ansbach gemeinsam

mit Christian. Die ganze Reise war

infolge des heißen u. schwülen Wetters

ziemlich anstrengend. - Oberkriegsgerichtsrat

Menschel ist jetzt im

Urlaub (Nauheim.) - Am 19. hat die

l. Mutter Geburtstag. Sie bekommt

eine Blumenvase u. 1 Uhrenarmband.

XXIX (21. - 27. Juli) Wegen starken

Regengusses nur kurzer Sonntagsspaziergang

ins Siebolds-Wäldchen.

Dienstag fahren Hanna u. Lydi mit Margaret

zur Sommerfrische nach Oberhohenried

b. Hassfurt. Hanna möchte schon auf

dem Bahnhof wieder umkehren, das

Heimweh setzt ihr auch heuer wieder zu,

aber das elterliche Machtwort gebietet

ihr, wenigstens eine Woche auszuhalten

in dem Land, wo Milch u. Honig

fließt. Unser Hausherr Kleinschnitz

ist z. Z. in Urlaub hier, er steht an der

Vogesenfront und war schon 1 Jahr lang

 


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  • October 7, 2017 14:57:05 Daniela Z

     linke Seite 

    Anmerkung mit Bleistift am oberen Rand: hat sich als B. M. strafbar gemacht  Anmerkung Ende 

    der jetzt auch die Bürgermeisterwürde

    inne hat, wie sein Vorgänger auf

    dem Hof. - Hier stand der Sarg, in

    demselben Zimmer, wo ich vor 31

    Jahren (1887) weilte, als ich die

    damals Neuverlobten von Ansbach

    her zu einem Besuch nach Lehengütingen

    begleitete. - Ich fahre mit

    Sophie am Donnerstag früh nach 4 Uhr

    weg. Ankunft in L. um 11 Uhr. In

    Marktbreit steigt Fritz v. Einersheim

    ein. Zu unserem Schrecken erfahren

    wir, daß die Beerdigung erst um 5 U.

    nachm. sein kann. Wir müssen deshalb

    über Nacht bleiben, Fritz fährt

    schon nachm. 4 Uhr wieder zurpck,

    ohne an der Beerdigung teilzunehmen.

    Bruder Christian von Cham ist auch

    da, ich habe ihn seit Jahren nicht mehr

    gesehen; sieht sehr gut aus. Schwester

    Sophie mit d. Kindern ist sehr gefaßt;

    sie behält den Wohnsitz in Augsburg

    bei. Nachmittags Spaziergang über

    den Wörnitzgrund nach Waldhaeuslein

    zu den Verwandten. Man reicht

    uns vorzüglichen Schinken, bemerkenswert

    in dieser Kriegszeit. Ich über=

     rechte Seite 

    nachte mit Sophie im Hotel Rose in

    Dinkelsbühl, Christian im Deutschen Haus.

    D. ist doch ein wunderschönes, altes

    Städtchen, das sich Rothenburg wohl an

    die Seite stellen kann. Freitag früh

    Heimfahrt, bis Ansbach gemeinsam

    mit Christian. Die ganze Reise war

    infolge des heißen u. schwülen Wetters

    ziemlich anstrengend. - Oberkriegsgerichtsrat

    Menschel ist jetzt im

    Urlaub (Nauheim.) - Am 19. hat die

    l. Mutter Geburtstag. Sie bekommt

    eine Blumenvase u. 1 Uhrenarmband.

    XXIX (21. - 27. Juli) Wegen starken

    Regengusses nur kurzer Sonntagsspaziergang

    ins Siebolds-Wäldchen.

    Dienstag fahren Hanna u. Lydi mit Margaret

    zur Sommerfrische nach Oberhohenried

    b. Hassfurt. Hanna möchte schon auf

    dem Bahnhof wieder umkehren, das

    Heimweh setzt ihr auch heuer wieder zu,

    aber das elterliche Machtwort gebietet

    ihr, wenigstens eine Woche auszuhalten

    in dem Land, wo Milch u. Honig

    fließt. Unser Hausherr Kleinschnitz

    ist z. Z. in Urlaub hier, er steht an der

    Vogesenfront und war schon 1 Jahr lang

     

  • October 7, 2017 14:43:16 Daniela Z

     linke Seite 

    Anmerkung mit Bleistift am oberen Rand: hat sich als B. M. strafbar gemacht  Anmerkung Ende 

    der jetzt auch die Bürgermeisterwürde

    inne hat, wie sein Vorgänger auf

    dem Hof. - Hier stand der Sarg, in

    demselben Zimmer, wo ich vor 31

    Jahren (1887) weilte, als ich die

    damals Neuverlobten von Ansbach

    her zu einem Besuch nach Lehengütingen

    begleitete. - Ich fahre mit

    Sophie am Donnerstag früh nach 4 Uhr

    weg. Ankunft in L. um 11 Uhr. In

    Marktbreit steigt Fritz v. Einersheim

    ein. Zu unserem Schrecken erfahren

    wir, daß die Beerdigung erst um 5 U.

    nachm. sein kann. Wir müssen deshalb

    über Nacht bleiben, Fritz fährt

    schon nachm. 4 Uhr wieder zurpck,

    ohne an der Beerdigung teilzunehmen.

    Bruder Christian von Cham ist auch

    da, ich habe ihn seit Jahren nicht mehr

    gesehen; sieht sehr gut aus. Schwester

    Sophie mit d. Kindern ist sehr gefaßt;

    sie behält den Wohnsitz in Augsburg

    bei. Nachmittags Spaziergang über

    den  Wörnitzgrund  nach Waldhaeuslein

    zu den Verwandten. Man reicht

    uns vorzüglichen Schinken, bemerkenswert

    in dieser Kriegszeit. Ich über=

     rechte Seite 

    nachte mit Sophie im Hotel Rose in

     Dinkelsbühl , Christian im  Deutschen  Haus.

    D. ist doch ein wunderschönes, altes

    Städtchen, das sich Rothenburg wohl an

    die Seite stellen kann. Freitag früh

    Heimfahrt, bis Ansbach gemeinsam

    mit Christian. Die ganze Reise war

    infolge des heißen u. schwülen Wetters

    ziemlich anstrengend. - Oberkriegsgerichtsrat

    Menschel ist jetzt im

    Urlaub ( Nauheim .) - Am 19. hat die

    l. Mutter Geburtstag. Sie bekommt

    eine Blumenvase u. 1 Uhrenarmband.

    XXIX (21. - 27. Juli) Wegen starken

    Regengusses nur kurzer Sonntagsspaziergang

    ins  Siebolds -Wäldchen.

    Dienstag fahren Hanna u. Lydi mit Margaret

    zur Sommerfrische nach Oberhohenried

    b.  Hassfurt . Hanna möchte schon auf

    dem Bahnhof wieder umkehren, das

    Heimweh setzt ihr auch heuer wieder zu,

    aber das elterliche Machtwort gebietet

    ihr, wenigstens eine Woche auszuhalten

    in dem Land, wo Milch u. Honig

    fließt. Unser Hausherr Kleinschnitz

    ist z. Z. in Urlaub hier, er steht an der

     Vogesenfront  und war schon 1 Jahr lang



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Vera Braune
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