Deutsche Kriegszeitung - Illustrierte Wochenausgabe, herausgegeben vom Berliner Lokal-Anzeiger, item 29

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 "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 5: 


einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


Zwischen Bug und Weichsel und weiter

östlich.


Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall Mackensen die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die Befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen und die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmarschalleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

 2. Spalte: 

Mann. Aber die obenerwähnten Befehle der russischen Heeresleitung taten auch jetzt noch ihre Wirkung. Noch einmal versuchten die Russen, sich zwischen Weichsel und Bug dem weiteren Vordringen der Armeen Mackensens entgegenzustellen. Österreichisch=ungarische Truppen brachten südwestlich Lublin, deutsche Abteilungen südöstlich Piaski und nordöstlich Kraftonow in die feindliche Stellung ein. Noch war der Kampf bei


 Bild, Mitte, über 2. bis 4. Spalte: Der Kaiser und Hindenburg

Ihre Majestät die Kaiserin und Königing haben dem Zentral=Komitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz eine Photographie, die Seine Majestät den Kaiser im Gespräch mit dem Generalfeldmarschall v. Hindenburg darstellt, mit der Weisung übersandt, dieselbe vervielfältigen und vertreiben zu lassen.

Ihre Majestät haben die Photographie vor wenigen Tagen persönlich aufgenommen und wollen den Gesamterlös für Zwecke der Kriegsfürsorge verwenden.

Bilder und Postkarten werden durch die Rotophot=Gesellschaft, Berlin SW 68, in den Handel gebracht.


Abgang des Berichtes am 21. nicht abgeschlossen, aber der Schlußsatz, " d e r  A n =

g r i f f  i s t  i m  F o r t s c h r e i t e n " , sagt uns genug. -So ist denn auch die linke Seitendeckung der russischen Weichselstellung, die Stellung, von der die Deckung der wichtigen Eisenbahn= und Versorgungspunkte Lublin, Cholm und Kowel abhängt, zerbrochen.


Schmachbefleckte russische Truppen.

In Ostgalizien scheint sich die russische Heeresleitung erst am 18. Juli darüber klar geworden zu sein, daß sie etwas Ernstes tun müsse, wenn sie der Vernichtung


 3. Spalte: 


der russichen Heere auf den anderen Kriegsschauplätzen nicht untätig zusehen wolle. an diesem Tage raffte sie sich zu hartnäckigen Angriffen auf, bei denen sich die sonst so tapferen Truppen freiliche mit Schmach bedeckten, indem sie wieder winmal, das vorderste Glied mit aufgehobenen Händen, in die feindliche Stellung zu gelangen versuchten. Sie wurden niedergemacht. - Jedenfalls wird die Armee Planzer=Baltin es verstehen, alle


 Bild 


anständigen, aber auch unanständigen Versuche des Feindes, durch Angriff auf den äußersten rechten Flügel eine Diversion zu schaffen, zu vereiteln.


Was wird aus Warschau werden?

Wenn wir uns nach dem vorhergenden Überblick über die Lage im Osten diese Frage stellen, so kommen wir zu der Ansicht, daß alles darauf schließen läßt, daß die Russen angesichts der erschütterten Flankendeckungen und bedrohten rückwärtigen Verbindungen, von drei Seiten umfaßt, wohl beschlossen haben könnten, sich unter Benutzung der einzigen für sie


 4. Spalte: 


nach Osten zu noch vollständig sicheren Bahnlinie von der Weichsel zurückzuziehen. Viel Zeit zur Überlegung bleibt ihnen nicht mehr. Die strategische Zange, in der sie sich befinden, wird unbarmherzig weiter zugekniffen und die Sicherheit auch der letzten Rückzugslinie dürfte keineswegs auf längere Zeit hinaus gewährleistet sein.

Ob die Russen aber nach Osten abziehen oder nicht, ob sich der russische Bär auch


 Bild 


hier und da noch zur Gegenwehr aufrafft, es wird immer klarer, daß er eine schwere Wunde erhalten hat, eine Wunde, die ihn zur Strecke bringen könnte.


Auf dem westlichen Kriegsschauplatze


herrschte zwar keine Ruhe, aber man hätte doch erwarten können, daß die Alliierten etwas mehr Tätigkeit zur Entlastung ihres stark mitgenommenen Bundesbruders entwickelt hätten. Sie haben zwar mit derartigen Bezeigungen von Mitgefühl bisher wenig Glück gehabt, aber der Russe hatte doch gewissermaßen eine Berechtigung, zu erwarten, daß man








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 "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 5: 


einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


Zwischen Bug und Weichsel und weiter

östlich.


Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall Mackensen die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die Befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen und die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmarschalleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

 2. Spalte: 

Mann. Aber die obenerwähnten Befehle der russischen Heeresleitung taten auch jetzt noch ihre Wirkung. Noch einmal versuchten die Russen, sich zwischen Weichsel und Bug dem weiteren Vordringen der Armeen Mackensens entgegenzustellen. Österreichisch=ungarische Truppen brachten südwestlich Lublin, deutsche Abteilungen südöstlich Piaski und nordöstlich Kraftonow in die feindliche Stellung ein. Noch war der Kampf bei


 Bild, Mitte, über 2. bis 4. Spalte: Der Kaiser und Hindenburg

Ihre Majestät die Kaiserin und Königing haben dem Zentral=Komitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz eine Photographie, die Seine Majestät den Kaiser im Gespräch mit dem Generalfeldmarschall v. Hindenburg darstellt, mit der Weisung übersandt, dieselbe vervielfältigen und vertreiben zu lassen.

Ihre Majestät haben die Photographie vor wenigen Tagen persönlich aufgenommen und wollen den Gesamterlös für Zwecke der Kriegsfürsorge verwenden.

Bilder und Postkarten werden durch die Rotophot=Gesellschaft, Berlin SW 68, in den Handel gebracht.


Abgang des Berichtes am 21. nicht abgeschlossen, aber der Schlußsatz, " d e r  A n =

g r i f f  i s t  i m  F o r t s c h r e i t e n " , sagt uns genug. -So ist denn auch die linke Seitendeckung der russischen Weichselstellung, die Stellung, von der die Deckung der wichtigen Eisenbahn= und Versorgungspunkte Lublin, Cholm und Kowel abhängt, zerbrochen.


Schmachbefleckte russische Truppen.

In Ostgalizien scheint sich die russische Heeresleitung erst am 18. Juli darüber klar geworden zu sein, daß sie etwas Ernstes tun müsse, wenn sie der Vernichtung


 3. Spalte: 


der russichen Heere auf den anderen Kriegsschauplätzen nicht untätig zusehen wolle. an diesem Tage raffte sie sich zu hartnäckigen Angriffen auf, bei denen sich die sonst so tapferen Truppen freiliche mit Schmach bedeckten, indem sie wieder winmal, das vorderste Glied mit aufgehobenen Händen, in die feindliche Stellung zu gelangen versuchten. Sie wurden niedergemacht. - Jedenfalls wird die Armee Planzer=Baltin es verstehen, alle


 Bild 


anständigen, aber auch unanständigen Versuche des Feindes, durch Angriff auf den äußersten rechten Flügel eine Diversion zu schaffen, zu vereiteln.


Was wird aus Warschau werden?

Wenn wir uns nach dem vorhergenden Überblick über die Lage im Osten diese Frage stellen, so kommen wir zu der Ansicht, daß alles darauf schließen läßt, daß die Russen angesichts der erschütterten Flankendeckungen und bedrohten rückwärtigen Verbindungen, von drei Seiten umfaßt, wohl beschlossen haben könnten, sich unter Benutzung der einzigen für sie


 4. Spalte: 


nach Osten zu noch vollständig sicheren Bahnlinie von der Weichsel zurückzuziehen. Viel Zeit zur Überlegung bleibt ihnen nicht mehr. Die strategische Zange, in der sie sich befinden, wird unbarmherzig weiter zugekniffen und die Sicherheit auch der letzten Rückzugslinie dürfte keineswegs auf längere Zeit hinaus gewährleistet sein.

Ob die Russen aber nach Osten abziehen oder nicht, ob sich der russische Bär auch


 Bild 


hier und da noch zur Gegenwehr aufrafft, es wird immer klarer, daß er eine schwere Wunde erhalten hat, eine Wunde, die ihn zur Strecke bringen könnte.


Auf dem westlichen Kriegsschauplatze


herrschte zwar keine Ruhe, aber man hätte doch erwarten können, daß die Alliierten etwas mehr Tätigkeit zur Entlastung ihres stark mitgenommenen Bundesbruders entwickelt hätten. Sie haben zwar mit derartigen Bezeigungen von Mitgefühl bisher wenig Glück gehabt, aber der Russe hatte doch gewissermaßen eine Berechtigung, zu erwarten, daß man









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  • November 3, 2017 10:48:56 Dagmar Veigel

     "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 5: 


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall Mackensen die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die Befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen und die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmarschalleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

     2. Spalte: 

    Mann. Aber die obenerwähnten Befehle der russischen Heeresleitung taten auch jetzt noch ihre Wirkung. Noch einmal versuchten die Russen, sich zwischen Weichsel und Bug dem weiteren Vordringen der Armeen Mackensens entgegenzustellen. Österreichisch=ungarische Truppen brachten südwestlich Lublin, deutsche Abteilungen südöstlich Piaski und nordöstlich Kraftonow in die feindliche Stellung ein. Noch war der Kampf bei


     Bild, Mitte, über 2. bis 4. Spalte: Der Kaiser und Hindenburg

    Ihre Majestät die Kaiserin und Königing haben dem Zentral=Komitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz eine Photographie, die Seine Majestät den Kaiser im Gespräch mit dem Generalfeldmarschall v. Hindenburg darstellt, mit der Weisung übersandt, dieselbe vervielfältigen und vertreiben zu lassen.

    Ihre Majestät haben die Photographie vor wenigen Tagen persönlich aufgenommen und wollen den Gesamterlös für Zwecke der Kriegsfürsorge verwenden.

    Bilder und Postkarten werden durch die Rotophot=Gesellschaft, Berlin SW 68, in den Handel gebracht.


    Abgang des Berichtes am 21. nicht abgeschlossen, aber der Schlußsatz, " d e r  A n =

    g r i f f  i s t  i m  F o r t s c h r e i t e n " , sagt uns genug. -So ist denn auch die linke Seitendeckung der russischen Weichselstellung, die Stellung, von der die Deckung der wichtigen Eisenbahn= und Versorgungspunkte Lublin, Cholm und Kowel abhängt, zerbrochen.


    Schmachbefleckte russische Truppen.

    In Ostgalizien scheint sich die russische Heeresleitung erst am 18. Juli darüber klar geworden zu sein, daß sie etwas Ernstes tun müsse, wenn sie der Vernichtung


     3. Spalte: 


    der russichen Heere auf den anderen Kriegsschauplätzen nicht untätig zusehen wolle. an diesem Tage raffte sie sich zu hartnäckigen Angriffen auf, bei denen sich die sonst so tapferen Truppen freiliche mit Schmach bedeckten, indem sie wieder winmal, das vorderste Glied mit aufgehobenen Händen, in die feindliche Stellung zu gelangen versuchten. Sie wurden niedergemacht. - Jedenfalls wird die Armee Planzer=Baltin es verstehen, alle


     Bild 


    anständigen, aber auch unanständigen Versuche des Feindes, durch Angriff auf den äußersten rechten Flügel eine Diversion zu schaffen, zu vereiteln.


    Was wird aus Warschau werden?

    Wenn wir uns nach dem vorhergenden Überblick über die Lage im Osten diese Frage stellen, so kommen wir zu der Ansicht, daß alles darauf schließen läßt, daß die Russen angesichts der erschütterten Flankendeckungen und bedrohten rückwärtigen Verbindungen, von drei Seiten umfaßt, wohl beschlossen haben könnten, sich unter Benutzung der einzigen für sie


     4. Spalte: 


    nach Osten zu noch vollständig sicheren Bahnlinie von der Weichsel zurückzuziehen. Viel Zeit zur Überlegung bleibt ihnen nicht mehr. Die strategische Zange, in der sie sich befinden, wird unbarmherzig weiter zugekniffen und die Sicherheit auch der letzten Rückzugslinie dürfte keineswegs auf längere Zeit hinaus gewährleistet sein.

    Ob die Russen aber nach Osten abziehen oder nicht, ob sich der russische Bär auch


     Bild 


    hier und da noch zur Gegenwehr aufrafft, es wird immer klarer, daß er eine schwere Wunde erhalten hat, eine Wunde, die ihn zur Strecke bringen könnte.


    Auf dem westlichen Kriegsschauplatze


    herrschte zwar keine Ruhe, aber man hätte doch erwarten können, daß die Alliierten etwas mehr Tätigkeit zur Entlastung ihres stark mitgenommenen Bundesbruders entwickelt hätten. Sie haben zwar mit derartigen Bezeigungen von Mitgefühl bisher wenig Glück gehabt, aber der Russe hatte doch gewissermaßen eine Berechtigung, zu erwarten, daß man









  • November 3, 2017 08:20:12 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall Mackensen die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die Befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen und die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmarschalleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

     2. Spalte: 

    Mann. Aber die obenerwähnten Befehle der russischen Heeresleitung taten auch jetzt noch ihre Wirkung. Noch einmal versuchten die Russen, sich zwischen Weichsel und Bug dem weiteren Vordringen der Armeen Mackensens entgegenzustellen. Österreichisch=ungarische Truppen brachten südwestlich Lublin, deutsche Abteilungen südöstlich Piaski und nordöstlich Kraftonow in die feindliche Stellung ein. Noch war der Kampf bei


     Bild, Mitte, über 2. bis 4. Spalte: Der Kaiser und Hindenburg

    Ihre Majestät die Kaiserin und Königing haben dem Zentral=Komitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz eine Photographie, die Seine Majestät den Kaiser im Gespräch mit dem Generalfeldmarschall v. Hindenburg darstellt, mit der Weisung übersandt, dieselbe vervielfältigen und vertreiben zu lassen.

    Ihre Majestät haben die Photographie vor wenigen Tagen persönlich aufgenommen und wollen den Gesamterlös für Zwecke der Kriegsfürsorge verwenden.

    Bilder und Postkarten werden durch die Rotophot=Gesellschaft, Berlin SW 68, in den Handel gebracht.


    Abgang des Berichtes am 21. nicht abgeschlossen, aber der Schlußsatz, " d e r  A n =

    g r i f f  i s t  i m  F o r t s c h r e i t e n " , sagt uns genug. -So ist denn auch die linke Seitendeckung der russischen Weichselstellung, die Stellung, von der die Deckung der wichtigen Eisenbahn= und Versorgungspunkte Lublin, Cholm und Kowel abhängt, zerbrochen.


    Schmachbefleckte russische Truppen.

    In Ostgalizien scheint sich die russische Heeresleitung erst am 18. Juli darüber klar geworden zu sein, daß sie etwas Ernstes tun müsse, wenn sie der Vernichtung


     3. Spalte: 


    der russichen Heere auf den anderen Kriegsschauplätzen nicht untätig zusehen wolle. an diesem Tage raffte sie sich zu hartnäckigen Angriffen auf, bei denen sich die sonst so tapferen Truppen freiliche mit Schmach bedeckten, indem sie wieder winmal, das vorderste Glied mit aufgehobenen Händen, in die feindliche Stellung zu gelangen versuchten. Sie wurden niedergemacht. - Jedenfalls wird die Armee Planzer=Baltin es verstehen, alle


     Bild 


    anständigen, aber auch unanständigen Versuche des Feindes, durch Angriff auf den äußersten rechten Flügel eine Diversion zu schaffen, zu vereiteln.


    Was wird aus Warschau werden?

    Wenn wir uns nach dem vorhergenden Überblick über die Lage im Osten diese Frage stellen, so kommen wir zu der Ansicht, daß alles darauf schließen läßt, daß die Russen angesichts der erschütterten Flankendeckungen und bedrohten rückwärtigen Verbindungen, von drei Seiten umfaßt, wohl beschlossen haben könnten, sich unter Benutzung der einzigen für sie


     4. Spalte: 


    nach Osten zu noch vollständig sicheren Bahnlinie von der Weichsel zurückzuziehen. Viel Zeit zur Überlegung bleibt ihnen nicht mehr. Die strategische Zange, in der sie sich befinden, wird unbarmherzig weiter zugekniffen und die Sicherheit auch der letzten Rückzugslinie dürfte keineswegs auf längere Zeit hinaus gewährleistet sein.

    Ob die Russen aber nach Osten abziehen oder nicht, ob sich der russische Bär auch


     Bild 


    hier und da noch zur Gegenwehr aufrafft, es wird immer klarer, daß er eine schwere Wunde erhalten hat, eine Wunde, die ihn zur Strecke bringen könnte.


    Auf dem westlichen Kriegsschauplatze


    herrschte zwar keine Ruhe, aber man hätte doch erwarten können, daß die Alliierten etwas mehr Tätigkeit zur Entlastung ihres stark mitgenommenen Bundesbruders entwickelt hätten. Sie haben zwar mit derartigen Bezeigungen von Mitgefühl bisher wenig Glück gehabt, aber der Russe hatte doch gewissermaßen eine Berechtigung, zu erwarten, daß man









  • November 3, 2017 08:15:12 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall Mackensen die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die Befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen und die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmarschalleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

     2. Spalte: 

    Mann. Aber die obenerwähnten Befehle der russischen Heeresleitung taten auch jetzt noch ihre Wirkung. Noch einmal versuchten die Russen, sich zwischen Weichsel und Bug dem weiteren Vordringen der Armeen Mackensens entgegenzustellen. Österreichisch=ungarische Truppen brachten südwestlich Lublin, deutsche Abteilungen südöstlich Piaski und nordöstlich Kraftonow in die feindliche Stellung ein. Noch war der Kampf bei


     Bild, Mitte, über 2. bis 4. Spalte: 


    Abgang des Berichtes am 21. nicht abgeschlossen, aber der Schlußsatz, " d e r  A n =

    g r i f f  i s t  i m  F o r t s c h r e i t e n " , sagt uns genug. -So ist denn auch die linke Seitendeckung der russischen Weichselstellung, die Stellung, von der die Deckung der wichtigen Eisenbahn= und Versorgungspunkte Lublin, Cholm und Kowel abhängt, zerbrochen.


    Schmachbefleckte russische Truppen.

    In Ostgalizien scheint sich die russische Heeresleitung erst am 18. Juli darüber klar geworden zu sein, daß sie etwas Ernstes tun müsse, wenn sie der Vernichtung


     3. Spalte: 


    der russichen Heere auf den anderen Kriegsschauplätzen nicht untätig zusehen wolle. an diesem Tage raffte sie sich zu hartnäckigen Angriffen auf, bei denen sich die sonst so tapferen Truppen freiliche mit Schmach bedeckten, indem sie wieder winmal, das vorderste Glied mit aufgehobenen Händen, in die feindliche Stellung zu gelangen versuchten. Sie wurden niedergemacht. - Jedenfalls wird die Armee Planzer=Baltin es verstehen, alle


     Bild 


    anständigen, aber auch unanständigen Versuche des Feindes, durch Angriff auf den äußersten rechten Flügel eine Diversion zu schaffen, zu vereiteln.


    Was wird aus Warschau werden?

    Wenn wir uns nach dem vorhergenden Überblick über die Lage im Osten diese Frage stellen, so kommen wir zu der Ansicht, daß alles darauf schließen läßt, daß die Russen angesichts der erschütterten Flankendeckungen und bedrohten rückwärtigen Verbindungen, von drei Seiten umfaßt, wohl beschlossen haben könnten, sich unter Benutzung der einzigen für sie


     4. Spalte: 


    nach Osten zu noch vollständig sicheren Bahnlinie von der Weichsel zurückzuziehen. Viel Zeit zur Überlegung bleibt ihnen nicht mehr. Die strategische Zange, in der sie sich befinden, wird unbarmherzig weiter zugekniffen und die Sicherheit auch der letzten Rückzugslinie dürfte keineswegs auf längere Zeit hinaus gewährleistet sein.

    Ob die Russen aber nach Osten abziehen oder nicht, ob sich der russische Bär auch


     Bild 


    hier und da noch zur Gegenwehr aufrafft, es wird immer klarer, daß er eine schwere Wunde erhalten hat, eine Wunde, die ihn zur Strecke bringen könnte.


    Auf dem westlichen Kriegsschauplatze


    herrschte zwar keine Ruhe, aber man hätte doch erwarten können, daß die Alliierten etwas mehr Tätigkeit zur Entlastung ihres stark mitgenommenen Bundesbruders entwickelt hätten. Sie haben zwar mit derartigen Bezeigungen von Mitgefühl bisher wenig Glück gehabt, aber der Russe hatte doch gewissermaßen eine Berechtigung, zu erwarten, daß man









  • November 3, 2017 08:12:36 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall Mackensen die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die Befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen und die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmarschalleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

     2. Spalte: 

    Mann. Aber die obenerwähnten Befehle der russischen Heeresleitung taten auch jetzt noch ihre Wirkung. Noch einmal versuchten die Russen, sich zwischen Weichsel und Bug dem weiteren Vordringen der Armeen Mackensens entgegenzustellen. Österreichisch=ungarische Truppen brachten südwestlich Lublin, deutsche Abteilungen südöstlich Piaski und nordöstlich Kraftonow in die feindliche Stellung ein. Noch war der Kampf bei


     Bild, Mitte, über 2. bis 4. Spalte: 


    Abgang des Berichtes am 21. nicht abgeschlossen, aber der Schlußsatz, " d e r  A n =

    g r i f f  i s t  i m  F o r t s c h r e i t e n " , sagt uns genug. -So ist denn auch die linke Seitendeckung der russischen Weichselstellung, die Stellung, von der die Deckung der wichtigen Eisenbahn= und Versorgungspunkte Lublin, Cholm und Kowel abhängt, zerbrochen.


    Schmachbefleckte russische Truppen.

    In Ostgalizien scheint sich die russische Heeresleitung erst am 18. Juli darüber klar geworden zu sein, daß sie etwas Ernstes tun müsse, wenn sie der Vernichtung


     3. Spalte: 


    der russichen Heere auf den anderen Kriegsschauplätzen nicht untätig zusehen wolle. an diesem Tage raffte sie sich zu hartnäckigen Angriffen auf, bei denen sich die sonst so tapferen Truppen freiliche mit Schmach bedeckten, indem sie wieder winmal, das vorderste Glied mit aufgehobenen Händen, in die feindliche Stellung zu gelangen versuchten. Sie wurden niedergemacht. - Jedenfalls wird die Armee Planzer=Baltin es verstehen, alle


     Bild 


    anständigen, aber auch unanständigen Versuche des Feindes, durch Angriff auf den äußersten rechten Flügel eine Diversion zu schaffen, zu vereiteln.


    Was wird aus Warschau werden?

    Wenn wir uns nach dem vorhergenden Überblick über die Lage im Osten diese Frage stellen, so kommen wir zu der Ansicht, daß alles darauf schließen läßt, daß die Russen angesichts der erschütterten Flankendeckungen und bedrohten rückwärtigen Verbindungen, von drei Seiten umfaßt, wohl beschlossen haben könnten, sich unter Benutzung der einzigen für sie


     4. Spalte: 


    nach Osten zu noch vollständig sicheren Bahnlinie von der Weichsel zurückzuziehen. Viel Zeit zur Überlegung bleibt ihnen nicht mehr. Die strategische Zange, in der sie sich befinden, wird unbarmherzig weiter zugekniffen und die Sicherheit auch der letzten Rückzugslinie dürfte keineswegs auf längere Zeit hinaus gewährleistet sein.

    Ob die Russen aber nach Osten abziehen oder nicht, ob sich der russische Bär auch


    Bild


    hier und da noch zur Gegenwehr aufrafft, es wird immer klarer, daß er eine schwere Wunde erhalten hat, eine Wunde, die ihn zur Strecke bringen könnte.










  • November 3, 2017 08:10:55 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall Mackensen die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die Befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen und die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmarschalleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

     2. Spalte: 

    Mann. Aber die obenerwähnten Befehle der russischen Heeresleitung taten auch jetzt noch ihre Wirkung. Noch einmal versuchten die Russen, sich zwischen Weichsel und Bug dem weiteren Vordringen der Armeen Mackensens entgegenzustellen. Österreichisch=ungarische Truppen brachten südwestlich Lublin, deutsche Abteilungen südöstlich Piaski und nordöstlich Kraftonow in die feindliche Stellung ein. Noch war der Kampf bei


     Bild, Mitte, über 2. bis 4. Spalte: 


    Abgang des Berichtes am 21. nicht abgeschlossen, aber der Schlußsatz, " d e r  A n =

    g r i f f  i s t  i m  F o r t s c h r e i t e n " , sagt uns genug. -So ist denn auch die linke Seitendeckung der russischen Weichselstellung, die Stellung, von der die Deckung der wichtigen Eisenbahn= und Versorgungspunkte Lublin, Cholm und Kowel abhängt, zerbrochen.


    Schmachbefleckte russische Truppen.

    In Ostgalizien scheint sich die russische Heeresleitung erst am 18. Juli darüber klar geworden zu sein, daß sie etwas Ernstes tun müsse, wenn sie der Vernichtung


     3. Spalte: 


    der russichen Heere auf den anderen Kriegsschauplätzen nicht untätig zusehen wolle. an diesem Tage raffte sie sich zu hartnäckigen Angriffen auf, bei denen sich die sonst so tapferen Truppen freiliche mit Schmach bedeckten, indem sie wieder winmal, das vorderste Glied mit aufgehobenen Händen, in die feindliche Stellung zu gelangen versuchten. Sie wurden niedergemacht. - Jedenfalls wird die Armee Planzer=Baltin es verstehen, alle


     Bild 


    anständigen, aber auch unanständigen Versuche des Feindes, durch Angriff auf den äußersten rechten Flügel eine Diversion zu schaffen, zu vereiteln.


    Was wird aus Warschau werden?

    Wenn wir uns nach dem vorhergenden Überblick über die Lage im Osten diese Frage stellen, so kommen wir zu der Ansicht, daß alles darauf schließen läßt, daß die Russen angesichts der erschütterten Flankendeckungen und bedrohten rückwärtigen Verbindungen, von drei Seiten umfaßt, wohl beschlossen haben könnten, sich unter Benutzung der einzigen für sie


     4. Spalte: 


    nach Osten zu noch vollständig sicheren Bahnlinie von der Weichsel zurückzuziehen. Viel Zeit zur Überlegung bleibt ihnen nicht mehr. Die strategische Zange, in der sie sich befinden, wird unbarmherzig weiter zugekniffen und die Sicherheit auch der letzten Rückzugslinie dürfte keineswegs auf längere Zeit hinaus gewährleistet sein.








  • November 3, 2017 08:07:56 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall Mackensen die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die Befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen und die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmarschalleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

     2. Spalte: 

    Mann. Aber die obenerwähnten Befehle der russischen Heeresleitung taten auch jetzt noch ihre Wirkung. Noch einmal versuchten die Russen, sich zwischen Weichsel und Bug dem weiteren Vordringen der Armeen Mackensens entgegenzustellen. Österreichisch=ungarische Truppen brachten südwestlich Lublin, deutsche Abteilungen südöstlich Piaski und nordöstlich Kraftonow in die feindliche Stellung ein. Noch war der Kampf bei


     Bild, Mitte, über 2. bis 4. Spalte: 


    Abgang des Berichtes am 21. nicht abgeschlossen, aber der Schlußsatz, " d e r  A n =

    g r i f f  i s t  i m  F o r t s c h r e i t e n " , sagt uns genug. -So ist denn auch die linke Seitendeckung der russischen Weichselstellung, die Stellung, von der die Deckung der wichtigen Eisenbahn= und Versorgungspunkte Lublin, Cholm und Kowel abhängt, zerbrochen.


    Schmachbefleckte russische Truppen.

    In Ostgalizien scheint sich die russische Heeresleitung erst am 18. Juli darüber klar geworden zu sein, daß sie etwas Ernstes tun müsse, wenn sie der Vernichtung


     3. Spalte: 


    der russichen Heere auf den anderen Kriegsschauplätzen nicht untätig zusehen wolle. an diesem Tage raffte sie sich zu hartnäckigen Angriffen auf, bei denen sich die sonst so tapferen Truppen freiliche mit Schmach bedeckten, indem sie wieder winmal, das vorderste Glied mit aufgehobenen Händen, in die feindliche Stellung zu gelangen versuchten. Sie wurden niedergemacht. - Jedenfalls wird die Armee Planzer=Baltin es verstehen, alle


     Bild 


    anständigen, aber auch unanständigen Versuche des Feindes, durch Angriff auf den äußersten rechten Flügel eine Diversion zu schaffen, zu vereiteln.


    Was wird aus Warschau werden?


    Wenn wir uns nach dem vorhergenden Überblick über die Lage im Osten diese Frage stellen, so kommen wir zu der Ansicht, daß alles darauf schließen läßt, daß die Russen angesichts der erschütterten Flankendeckungen und bedrohten rückwärtigen Verbindungen, von drei Seiten umfaßt, wohl beschlossen haben könnten, sich unter Benutzung der einzigen für sie






  • November 3, 2017 08:02:07 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall Mackensen die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die Befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen und die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmarschalleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

     2. Spalte: 

    Mann. Aber die obenerwähnten Befehle der russischen Heeresleitung taten auch jetzt noch ihre Wirkung. Noch einmal versuchten die Russen, sich zwischen Weichsel und Bug dem weiteren Vordringen der Armeen Mackensens entgegenzustellen. Österreichisch=ungarische Truppen brachten südwestlich Lublin, deutsche Abteilungen südöstlich Piaski und nordöstlich Kraftonow in die feindliche Stellung ein. Noch war der Kampf bei


     Bild, Mitte, über 2. bis 4. Spalte: 


    Abgang des Berichtes am 21. nicht abgeschlossen, aber der Schlußsatz, " d e r  A n =

    g r i f f  i s t  i m  F o r t s c h r e i t e n " , sagt uns genug. -So ist denn auch die linke Seitendeckung der russischen Weichselstellung, die Stellung, von der die Deckung der wichtigen Eisenbahn= und Versorgungspunkte Lublin, Cholm und Kowel abhängt, zerbrochen.


    Schmachbefleckte russische Truppen.

    In Ostgalizien scheint sich die russische Heeresleitung erst am 18. Juli darüber klar geworden zu sein, daß sie etwas Ernstes tun müsse, wenn sie der Vernichtung








  • November 3, 2017 08:00:40 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall Mackensen die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die Befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen und die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmarschalleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

     2. Spalte: 

    Mann. Aber die obenerwähnten Befehle der russischen Heeresleitung taten auch jetzt noch ihre Wirkung. Noch einmal versuchten die Russen, sich zwischen Weichsel und Bug dem weiteren Vordringen der Armeen Mackensens entgegenzustellen. Österreichisch=ungarische Truppen brachten südwestlich Lublin, deutsche Abteilungen südöstlich Piaski und nordöstlich Kraftonow in die feindliche Stellung ein. Noch war der Kampf bei


     Bild, Mitte, über 2. bis 4. Spalte: 


    Abgang des Berichtes am 21. nicht abgeschlossen, aber der Schlußsatz, " d e r  A n =

    g r i f f  i s t  i m  F o r t s c h r e i t e n " , sagt uns genug. -So ist denn auch die linke Seitendeckung der russischen Weichselstellung, die Stellung, von der die Deckung der wichtigen Eisenbahn= und Versorgungspunkte Lublin, Cholm und Kowel abhängt, zerbrochen.







  • November 3, 2017 07:56:19 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall Mackensen die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die Befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen und die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmarschalleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

     2. Spalte: 

    Mann. Aber die obenerwähnten Befehle der russischen Heeresleitung taten auch jetzt noch ihre wirkung. Noch einmal versuchten die Russen, sich zwischen Weichsel und Bug dem weiteren Vordringen der Armeen Mackensens entgegenzustellen. Österreichisch=ungarische Truppen brachten südwestlich Lublin, deutsche Abteilungen südöstlich Piaski und nordöstlich Kraftonow in die feindliche Stellung ein. Noch war der Kampf bei






  • November 3, 2017 07:53:44 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall  Makkensen  die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die Befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen und die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmarschalleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

     2. Spalte: 

    Mann. Aber die obenerwähnten Befehle






  • November 3, 2017 07:52:56 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall  Makkensen  die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt. Die deutschen Truppen und das Korps des Feldmarschalls von Arz hatten allein in 3 Tagen 16,250 Gefangene und 23 Maschinengewehre erbeutet. Aber auch schriftliche Befehle, die man fand, zeigten deutlich, daß an dieser Stelle jedenfalls der Rückzug kein freiwilliger gewesen war, denn die befehle schärften den Offizieren ein, daß die nunmehr verlorenen Stellungen bis zum äußersten zu halten seien. - An diesem Tage nach dem Siege war nicht viel mehr zu tun, als den Feind zu verfolgen udn die Zahl der Gefangenen richtigzustellen. Bei dem Korps des Feldmaraschallleutnants Arz wuchs diese Zahl auf 50 Offiziere und 6500

     2. Spalte: 

    Mann. Aber die obenerwähnten Befehle






  • November 3, 2017 07:48:34 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall  Makkensen  die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sibirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage. Österreichisch=ungarische Truppen bahnten sich im Anschluß an die deutschen Kräfte unterdessen in heißem Ringen den Weg über die Wolica in die feindlichen Höhenstellungen und machten dabei 3000 Gefangene. Am Bug gelang es nordmährischer, schlesischer und westgalizischer Landwehr, nach wechselvollen Kämpfen am Ostufer des Flusses festen Fuß zu fassen. Die Beute betrug hier 12 Offiziere, 1700 Mann und 5 Maschinengewehre. Das Resultat dieser Schläge auf der ganzen Front veranlaßte auch hier die Russen zum Rückzug, den er in der Nacht vom 18. zum 19. Juli antrat. Nur westlich Kraftonow versuchte der Feind noch Widerstand zu leisten, aber seine Niederlage war besiegelt.






  • November 3, 2017 07:43:07 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?


    Zwischen Bug und Weichsel und weiter

    östlich.


    Waren so die Aussichten für Russland am Narew und im Weichselbogen sehr trübe, so waren sie auf der linken Flanke nicht heiterer. Hier hatte zwischen Bug und Weichsel Generalfeldmarschall  Makkensen  die Führung übernommen, und er hat es, wenn erst der Kampf begonnen hat, ziemlich eilig. Der Kampf wurde daher am 16. Juli auch gleich auf der ganzen Front entwickelt. Westlich des Wieprz bei Kraftonow war die feindliche Front bald durchbrochen, und 28 Offiziere, 6380 Mann und 9 Maschinengewehre waren keine schlechte Beute. Am nächsten Tage wurden die Russen von Höhen zwischen Pilczkowice und Kraftonow hinuntergeworfen und beide Orte gestürmt. Ein neu eingesetztes sbiirisches Armeekorps wurde lediglich in die allgemeine Niederlage verwickelt. "Wir machten mehrere Tausend Gefangene", sagte der Bericht. Aber noch versuchten die Russen, am nächsten Tage an dieser Stelle das in ihrer Stellung gerissene Loch zu verstopfen. Eine in den Kampf geworfene Gardedivision teilte das Geschick des sibirischen Korps vom Vortage.






  • November 3, 2017 07:34:35 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.

    Die Blonie-Grojec=Stellung, über deren Stärke und Ausbau besonders englische Berichterstatter die wunderbarsten grauenerregenden Mitteilungen gemacht hatten, "gewährte dem Feinde nur kurzen Aufenthalt". Von allen Seiten wurde der Druck stärker, und die Russen begannen die westlich Grojec gelegenen Befestigungen zu räumen und in östlicher Richtung abzuziehen. Richtung Warschau! - und "unsere Truppen folgen dicht auf!" Wird Warschau, vor dessen Toren wir jetzt stehen, eine Beschießung der "dicken Berta" abwarten?





  • November 3, 2017 07:30:56 Dagmar Veigel

    "Deutsche Kriegszeitung", Nummer 3?, Seite 5:


    einer allgemeinen Rückwärtsbewegung der russischen Armee im Weichselbogen gehört, aber doch wohl kaum vermutet, daß dieser Rückzug in wenigen Tagen und ohne Ausnutzung der vorbereiteten Stellungen sofort bis Warschau selbst führen werde. Dies war aber der Fall. mit lakonischer Kürze meldete der Bericht des Großen Hauptquartier vom 20. Juli: "Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zu Blonie-Grojec=Stellung vorgedrungen." Nur ganz leichte Nachhutkämpfe scheinen bei diesem Vordringen gegen die stärkste Vorstellung der Festung Warschau ausgefochten worden zu sein. Aber auch die letzte Stellung im Vorgelände vermochten die Russen nicht zu halten.



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19266 / 217803
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Marie-Luise Polirock
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Jul, 1915
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