Deutsche Kriegszeitung - Illustrierte Wochenausgabe, herausgegeben vom Berliner Lokal-Anzeiger, item 11
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Nr. 2 - Sonntag, 23. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
II.
"Viel Feind', viel Ehr'."
Ehe wir den Faden der Erzählung über die Leistungen unseres braven Heeres auf blutgetränktem Boden wieder aufnehmen, müssen wir einen Blick auf den politischen Horizont werfen und konstatieren, daß sich dieser noch weiter verdunkelt hat. Er sieht in der Tat fast so schwarz aus, wie man nur erwarten konnte; aber, wie bei unserem schönen Orden des "Eisernen Kreuzes", so zieht sich auch hier um den schwarzen Kern jener silberblinkende kleine Streifen, in diesem politischen Bilde dargestellt durch die Erfolge unseres tapferen Heeres. Zu anderen Zeiten würde ein drohender Krieg mit Japan ein Meer von Erörterungen heraufbeschworen haben, aber heute regt sich keine Menschenseele mehr darüber auf. "Das is ja ganz egal, wer jetzt noch dazukommt", das ist so ungefähr die Ansicht, die alle Deutschen beherrscht. Natürlich, zum Lachen ist es gerade nicht, unser Seebataillon da draußen in Kiautschou und unsere schönen Schiffe der Geschwader im fernen Osten hilflos dem gelbhäutigen charakterlosen Gegener preisgegeben zu sehen, aber der Deutsche ist findig in der Not, und wer weiß, womit uns unsere blauen Jungen dort im fernen Osten noch überraschen. Wir können uns darauf verlassen, daß sie tun werden, was eine Handvoll von Tapfern im stürmischen Meere der sie von allen Seiten anfallenden brüllenden Feindeswogen tun kann. Weiter können auch wir nichts tun. Wir blicken vertrauensvoll auf unsere Brüder und kämpfen unseren Kampf gegen Europa weiter. Wohl mag es bitter in uns aufwallen, wenn wir bedenken, was gerade Deutschland für diese Japaner getan hat, die jetzt in schweren Stunden ein freches Ultimatum an uns richten. Dieses Ultimatum muß für alle Zeiten verewigt werden, damit kommende Generationen nicht vergessen, wie echt die "gelbe Gefahr" ist, wie falsch die gelbe Freundschaft. Japan, das Land, dem wir niemals anders entgegentraten denn als Freund, beruft sich auf das Bündnis mit England, welches, nebenbei bemerkt, in diesem Falle noch gar nicht in Betracht kommt, und erdreistet sich beutegierig zu unverschämte Forderungen. Das W. T. B. berichtet darüber:
Der hiesige japanische Geschäftsträger hat im Auftrage seiner Regierung dem
Auswärtigen Amt eine Note übermittelt, worin unter Berufung auf das englisch=japanische Bündnis die sofortige Zurückziehung der deutschen Kriegsschiffe aus den japanischen und chinesischen Gewässern oder die Abrüstung dieser Schiffe, ferner bis zum 15. September die bedingungslose Übergabe des gesamten Pachtgebietes von Kiautschou an die japanischen Behörden
und die unbedingte Annahme dieser Forderungen bis zum 23. d. M. verlangt wird.
Die Unverschämtheit ist so groß, daß eine Antwort auf das Ultimatum kaum möglich ist, es sei denn eine Antwort in der Art des Götz von Berlichingen. Es gibt Äußerungen, auf die eine Ohrfeige
die einzige Antwort ist, aber da wir augenblicklich mit Verteilung dieser schallenden Münze in Europa zu sehr beschäftigt sind, werden wir Japan wohl bitten müssen, auf seinen Anteil daran bis später freundlichst warten zu wollen. Wir haben tatsächlich augeblicklich keine Minute für die gelbe Rasse übrig. - Man hört hie und da sagen, daß England Japan zu diesem Ultimatum gezwungen habe. Das mag wohl sein, denn England hat es immer verstanden, sich seine Kastanien durch andere aus dem Feuer holen zu lassen. Daß es auch in Europa gar zu gern seinen Verbündeten die Durchführung des Krieges überlassen würde, erhellt daraus, daß die englische Flotte bisher die Nordsee gemieden hat, obgleich sie geprahlt hatte, dort mindestens gleichzeitig mit der Kriegserklärung auftauchen und uns züchtigen zu wollen. Weshalb sie uns trotzdem noch nicht mit einem Besuche beehrt hat, wissen wir nicht. Mangel an Mut kann es nicht sein, denn ich habe von englischen Flottenoffizieren fabelhaft tapfere Tischreden gehört, allerdings - im Kriegshafen von Portsmouth und in Friedenszeiten. Möglich, daß England es vorläufig für profitabler hält, auf deutsche Kauffahrteischiffe zu fahnden und auf Seen wie dem Njassasee billige Lorbeeren zu pflücken. Da es als solchen Siegeslorbeer nicht einmal das arme alte Dampferchen "Wissmann" verachtet hat, möchte ich Großbritannien darauf aufmerksam machen, daß auf den Seen an der Spree auch noch solche Dampferchen fahren, die wir ihm mit Vergnügen überlassen wollen, wenn England dafür endlich sein den Franzosen gegebenes Versprechen lösen und ein Expeditionskorps auf den Kontonent schicken wollte. Junge, die Freude! Die Wonne, diesem steifbeinigen, aus der Art geschlagenen Vetter von jenseits des Kanals den Laufschritt beibringen zu dürfen! Nun, vielleicht erleben wir das noch, wenn England nicht noch in letzter Stunde einen anderen Verbündeten findet, der ihm den Besuch bei Vetter Michel abnimmt. -
Übrigens scheinen wir trotz aller erfolgreichen Bestrebungen Englands, die verbündete Räuberbande fernerhin zu rekrutieren, nicht ganz ohne Freunde zu sein. Es ist zu früh, von diesen Freunden heute genauer zu sprechen, aber eines darf man heute schon versichern, daß der Türke uns sehr gern hat, daß seine Flotte trotz des Panzerschiff=Diebstahls durch England wahrscheinlich größer ist, als man in England
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Nr. 2 - Sonntag, 23. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
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Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
II.
"Viel Feind', viel Ehr'."
Ehe wir den Faden der Erzählung über die Leistungen unseres braven Heeres auf blutgetränktem Boden wieder aufnehmen, müssen wir einen Blick auf den politischen Horizont werfen und konstatieren, daß sich dieser noch weiter verdunkelt hat. Er sieht in der Tat fast so schwarz aus, wie man nur erwarten konnte; aber, wie bei unserem schönen Orden des "Eisernen Kreuzes", so zieht sich auch hier um den schwarzen Kern jener silberblinkende kleine Streifen, in diesem politischen Bilde dargestellt durch die Erfolge unseres tapferen Heeres. Zu anderen Zeiten würde ein drohender Krieg mit Japan ein Meer von Erörterungen heraufbeschworen haben, aber heute regt sich keine Menschenseele mehr darüber auf. "Das is ja ganz egal, wer jetzt noch dazukommt", das ist so ungefähr die Ansicht, die alle Deutschen beherrscht. Natürlich, zum Lachen ist es gerade nicht, unser Seebataillon da draußen in Kiautschou und unsere schönen Schiffe der Geschwader im fernen Osten hilflos dem gelbhäutigen charakterlosen Gegener preisgegeben zu sehen, aber der Deutsche ist findig in der Not, und wer weiß, womit uns unsere blauen Jungen dort im fernen Osten noch überraschen. Wir können uns darauf verlassen, daß sie tun werden, was eine Handvoll von Tapfern im stürmischen Meere der sie von allen Seiten anfallenden brüllenden Feindeswogen tun kann. Weiter können auch wir nichts tun. Wir blicken vertrauensvoll auf unsere Brüder und kämpfen unseren Kampf gegen Europa weiter. Wohl mag es bitter in uns aufwallen, wenn wir bedenken, was gerade Deutschland für diese Japaner getan hat, die jetzt in schweren Stunden ein freches Ultimatum an uns richten. Dieses Ultimatum muß für alle Zeiten verewigt werden, damit kommende Generationen nicht vergessen, wie echt die "gelbe Gefahr" ist, wie falsch die gelbe Freundschaft. Japan, das Land, dem wir niemals anders entgegentraten denn als Freund, beruft sich auf das Bündnis mit England, welches, nebenbei bemerkt, in diesem Falle noch gar nicht in Betracht kommt, und erdreistet sich beutegierig zu unverschämte Forderungen. Das W. T. B. berichtet darüber:
Der hiesige japanische Geschäftsträger hat im Auftrage seiner Regierung dem
Auswärtigen Amt eine Note übermittelt, worin unter Berufung auf das englisch=japanische Bündnis die sofortige Zurückziehung der deutschen Kriegsschiffe aus den japanischen und chinesischen Gewässern oder die Abrüstung dieser Schiffe, ferner bis zum 15. September die bedingungslose Übergabe des gesamten Pachtgebeites von Kiautschou an die japanischen Behörden
und die unbedingte Annahme dieser Forderungen bis zum 23. d. M. verlangt wird.
Die Unverschämtheit ist so groß, daß eine Antwort auf das Ultimatum kaum möglich ist, es sei denn eine Antwort in der Art des Götz von Berlichingen. Es gibt Äußerungen, auf die eine Ohrfeige
die einzige Antwort ist, aber da wir augenblicklich mit Verteilung dieser schallenden Münze in Europa zu sehr beschäftigt sind, werden wir Japan wohl bitten müssen, auf seinen Anteil daran bis später freundlichst warten zu wollen. Wir haben tatsächlich augeblicklich keine Minute für die gelbe Rasse übrig. - Man hört hie und da sagen, daß England Japan zu diesem Ultimatum gezwungen habe. Das mag wohl sein, denn England hat es immer verstanden, sich seine Kastanien durch andere aus dem Feuer holen zu lassen. Daß es auch in Europa gar zu gern seinen Verbündeten die Durchführung des Krieges überlassen würde, erhellt daraus, daß die englische Flotte bisher die Nordsee gemieden hat, obgleich sie geprahlt hatte, dort mindestens gleichzeitig mit der Kriegserklärung auftauchen und uns züchtigen zu wollen. Weshalb sie uns trotzdem noch nicht mit einem Besuche beehrt hat, wissen wir nicht. Mangel an Mut kann es nicht sein, denn ich habe von englischen Flottenoffizieren fabelhaft tapfere Tischreden gehört, allerdings - im Kriegshafen von Portsmouth und in Friedenszeiten. Möglich, daß England es vorläufig für profitabler hält, auf deutsche Kauffahrteischiffe zu fahnden und auf Seen wie dem Njassasee billige Lorbeeren zu pflücken. Da es als solchen Siegeslorbeer nicht einmal das arme alte Dampferchen "Wissmann" verachtet hat, möchte ich Großbritannien darauf aufmerksam machen, daß auf den Seen an der Spree auch noch solche Dampferchen fahren, die wir ihm mit Vergnügen überlassen wollen, wenn England dafür endlich sein den Franzosen gegebenes Versprechen lösen und ein Expeditionskorps auf den Kontonent schicken wollte. Junge, die Freude! Die Wonne, diesem steifbeinigen, aus der Art geschlagenen Vetter von jenseits des Kanals den Laufschritt beibringen zu dürfen! Nun, vielleicht erleben wir das noch, wenn England nicht noch in letzter Stunde einen anderen Verbündeten findet, der ihm den Besuch bei Vetter Michel abnimmt. -
Übrigens scheinen wir trotz aller erfolgreichen Bestrebungen Englands, die verbündete Räuberbande fernerhin zu rekrutieren, nicht ganz ohne Freunde zu sein. Es ist zu früh, von diesen Freunden heute genauer zu sprechen, aber eines darf man heute schon versichern, daß der Türke uns sehr gern hat, daß seine Flotte trotz des Panzerschiff=Diebstahls durch England wahrscheinlich größer ist, als man in England
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Von einem alten preußischen Offizier.
II.
"Viel Feind', viel Ehr'."
Ehe wir den Faden der Erzählung über die Leistungen unseres braven Heeres auf blutgetränktem Boden wieder aufnehmen, müssen wir einen Blick auf den politischen Horizont werfen und konstatieren, daß sich dieser noch weiter verdunkelt hat. Er sieht in der Tat fast so schwarz aus, wie man nur erwarten konnte; aber, wie bei unserem schönen Orden des "Eisernen Kreuzes", so zieht sich auch hier um den schwarzen Kern jener silberblinkende kleine Streifen, in diesem politischen Bilde dargestellt durch die Erfolge unseres tapferen Heeres. Zu anderen Zeiten würde ein drohender Krieg mit Japan ein Meer von Erörterungen heraufbeschworen haben, aber heute regt sich keine Menschenseele mehr darüber auf. "Das is ja ganz egal, wer jetzt noch dazukommt", das ist so ungefähr die Ansicht, die alle Deutschen beherrscht. Natürlich, zum Lachen ist es gerade nicht, unser Seebataillon da draußen in Kiautschou und unsere schönen Schiffe der Geschwader im fernen Osten hilflos dem gelbhäutigen charakterlosen Gegener preisgegeben zu sehen, aber der Deutsche ist findig in der Not, und wer weiß, womit uns unsere blauen Jungen dort im fernen Osten noch überraschen. Wir können uns darauf verlassen, daß sie tun werden, was eine Handvoll von Tapfern im stürmischen Meere der sie von allen Seiten anfallenden brüllenden Feindeswogen tun kann. Weiter können auch wir nichts tun. Wir blicken vertrauensvoll auf unsere Brüder und kämpfen unseren Kampf gegen Europa weiter. Wohl mag es bitter in uns aufwallen, wenn wir bedenken, was gerade Deutschland für diese Japaner getan hat, die jetzt in schweren Stunden ein freches Ultimatum an uns richten. Dieses Ultimatum muß für alle Zeiten verewigt werden, damit kommende Generationen nicht vergessen, wie echt die "gelbe Gefahr" ist, wie falsch die gelbe Freundschaft. Japan, das Land, dem wir niemals anders entgegentraten denn als Freund, beruft sich auf das Bündnis mit England, welches, nebenbei bemerkt, in diesem Falle noch gar nicht in Betracht kommt, und erdreistet sich beutegierig zu unverschämte Forderungen. Das W. T. B. berichtet darüber:
Der hiesige japanische Geschäftsträger hat im Auftrage seiner Regierung dem
Auswärtigen Amt eine Note übermittelt, worin unter Berufung auf das englisch=japanische Bündnis die sofortige Zurückziehung der deutschen Kriegsschiffe aus den japanischen und chinesischen Gewässern oder die Abrüstung dieser Schiffe, ferner bis zum 15. September die bedingungslose Übergabe des gesamten Pachtgebeites von Kiautschou an die japanischen Behörden
und die unbedingte Annahme dieser Forderungen bis zum 23. d. M. verlangt wird.
Die Unverschämtheit ist so groß, daß eine Antwort auf das Ultimatum kaum möglich ist, es sei denn eine Antwort in der Art des Götz von Berlichingen. Es gibt Äußerungen, auf die eine Ohrfeige
die einzige Antwort ist, aber da wir augenblicklich mit Verteilung dieser schallenden Münze in Europa zu sehr beschäftigt sind, werden wir Japan wohl bitten müssen, auf seinen Anteil daran bis später freundlichst warten zu wollen. Wir haben tatsächlich augeblicklich keine Minute für die gelbe Rasse übrig. - Man hört hie und da sagen, daß England Japan zu diesem Ultimatum gezwungen habe. Das mag wohl sein, denn England hat es immer verstanden, sich seine Kastanien durch andere aus dem Feuer holen zu lassen. Daß es auch in Europa gar zu gern seinen Verbündeten die Durchführung des Krieges überlassen würde, erhellt daraus, daß die englische Flotte bisher die Nordsee gemieden hat, obgleich sie geprahlt hatte, dort mindestens gleichzeitig mit der Kriegserklärung auftauchen und uns züchtigen zu wollen. Weshalb sie uns trotzdem noch nicht mit einem Besuche beehrt hat, wissen wir nicht. Mangel an Mut kann es nicht sein, denn ich habe von englischen Flottenoffizieren fabelhaft tapfere Tischreden gehört, allerdings - im Kriegshafen von Portsmouth und in Friedenszeiten. Möglich, daß England es vorläufig für profitabler hält, auf deutsche Kauffahrteischiffe zu fahnden und auf Seen wie dem Njassasee billige Lorbeeren zu pflücken. Da es als solchen Siegeslorbeer nicht einmal das arme alte Dampferchen "Wissmann" verachtet hat, möchte ich Großbritannien darauf aufmerksam machen, daß auf den Seen an der Spree auch noch solche Dampferchen fahren, die wir ihm mit Vergnügen überlassen wollen, wenn England dafür endlich sein den Franzosen gegebenes Versprechen lösen und ein Expeditionskorps auf den Kontonent schicken wollte. Junge, die Freude! Die Wonne, diesem steifbeinigen, aus der Art geschlagenen Vetter von jenseits des Kanals den Laufschritt beibringen zu dürfen! Nun, vielleicht erleben wir das noch, wenn England nicht noch in letzter Stunde einen anderen Verbündeten findet, der ihm den Besuch bei Vetter Michel abnimmt. -
Übrigens scheinen wir trotz aller erfolgreichen Bestrebungen Englands, die verbündete Räuberbande fernerhin zu rekrutieren, nicht ganz ohne Freunde zu sein. Es ist zu früh, von diesen Freunden heute genauer zu sprechen, aber eines darf man heute schon versichern, daß der Türke uns sehr gern hat, daß seine Flotte trotz des Panzerschiff=Diebstahls durch England wahrscheinlich größer ist, als man in England
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"Viel Feind', viel Ehr'."
Ehe wir den Faden der Erzählung über die Leistungen unseres braven Heeres auf blutgetränktem Boden wieder aufnehmen, müssen wir einen Blick auf den politischen Horizont werfen und konstatieren, daß sich dieser noch weiter verdunkelt hat. Er sieht in der Tat fast so schwarz aus, wie man nur erwarten konnte; aber, wie bei unserem schönen Orden des "Eisernen Kreuzes", so zieht sich auch hier um den schwarzen Kern jener silberblinkende kleine Streifen, in diesem politischen Bilde dargestellt durch die Erfolge unseres tapferen Heeres. Zu anderen Zeiten würde ein drohender Krieg mit Japan ein Meer von Erörterungen heraufbeschworen haben, aber heute regt sich keine Menschenseele mehr darüber auf. "Das is ja ganz egal, wer jetzt noch dazukommt", das ist so ungefähr die Ansicht, die alle Deutschen beherrscht. Natürlich, zum Lachen ist es gerade nicht, unser Seebataillon da draußen in Kiautschou und unsere schönen Schiffe der Geschwader im fernen Osten hilflos dem gelbhäutigen charakterlosen Gegener preisgegeben zu sehen, aber der Deutsche ist findig in der Not, und wer weiß, womit uns unsere blauen Jungen dort im fernen Osten noch überraschen. Wir können uns darauf verlassen, daß sie tun werden, was eine Handvoll von Tapfern im stürmischen Meere der sie von allen Seiten anfallenden brüllenden Feindeswogen tun kann. Weiter können auch wir nichts tun. Wir blicken vertrauensvoll auf unsere Brüder und kämpfen unseren Kampf gegen Europa weiter. Wohl mag es bitter in uns aufwallen, wenn wir bedenken, was gerade Deutschland für diese Japaner getan hat, die jetzt in schweren Stunden ein freches Ultimatum an uns richten. Dieses Ultimatum muß für alle Zeiten verewigt werden, damit kommende Generationen nicht vergessen, wie echt die "gelbe Gefahr" ist, wie falsch die gelbe Freundschaft. Japan, das Land, dem wir niemals anders entgegentraten denn als Freund, beruft sich auf das Bündnis mit England, welches, nebenbei bemerkt, in diesem Falle noch gar nicht in Betracht kommt, und erdreistet sich beutegierig zu unverschämte Forderungen. Das W. T. B. berichtet darüber:
Der hiesige japanische Geschäftsträger hat im Auftrage seiner Regierung dem
Auswärtigen Amt eine Note übermittelt, worin unter Berufung auf das englisch=japanische Bündnis die sofortige Zurückziehung der deutschen Kriegsschiffe aus den japanischen und chinesischen Gewässern oder die Abrüstung dieser Schiffe, ferner bis zum 15. September die bedingungslose Übergabe des gesamten Pachtgebeites von Kiautschou an die japanischen Behörden
und die unbedingte Annahme dieser Forderungen bis zum 23. d. M. verlangt wird.
Die Unverschämtheit ist so groß, daß eine Antwort auf das Ultimatum kaum möglich ist, es sei denn eine Antwort in der Art des Götz von Berlichingen. Es gibt Äußerungen, auf die eine Ohrfeige
die einzige Antwort ist, aber da wir augenblicklich mit Verteilung dieser schallenden Münze in Europa zu sehr beschäftigt sind, werden wir Japan wohl bitten müssen, auf seinen Anteil daran bis später freundlichst warten zu wollen. Wir haben tatsächlich augeblicklich keine Minute für die gelbe Rasse übrig. - Man hört hie und da sagen, daß England Japan zu diesem Ultimatum gezwungen habe. Das mag wohl sein, denn England hat es immer verstanden, sich seine Kastanien durch andere aus dem Feuer holen zu lassen. Daß es auch in Europa gar zu gern seinen Verbündeten die Durchführung des Krieges überlassen würde, erhellt daraus, daß die englische Flotte bisher die Nordsee gemieden hat, obgleich sie geprahlt hatte, dort mindestens gleichzeitig mit der Kriegserklärung auftauchen und uns züchtigen zu wollen. Weshalb sie uns trotzdem noch nicht mit einem Besuche beehrt hat, wissen wir nicht. Mangel an Mut kann es nicht sein, denn ich habe von englischen Flottenoffizieren fabelhaft tapfere Tischreden gehört, allerdings - im Kriegshafen von Portsmouth und in Friedenszeiten. Möglich, daß England es vorläufig für profitabler hält, auf deutsche Kauffahrteischiffe zu fahnden und auf Seen wie dem Njassasee billige Lorbeeren zu pflücken. Da es als solchen Siegeslorbeer nicht einmal das arme alte Dampferchen "Wissmann" verachtet hat, möchte ich Großbritannien darauf aufmerksam machen, daß auf den Seen an der Spree auch noch solche Dampferchen fahren, die wir ihm mit Vergnügen überlassen wollen, wenn England dafür endlich sein den Franzosen gegebenes Versprechen lösen und ein Expeditionskorps auf den Kontonent schicken wollte. Junge, die Freude! Die Wonne, diesem steifbeinigen, aus der Art geschlagenen Vetter von jenseits des Kanals den Laufschritt beibringen zu dürfen! Nun, vielleicht erleben wir das noch, wenn England nicht noch in letzter Stunde einen anderen Verbündeten findet, der ihm den Besuch bei Vetter Michel abnimmt. -
Übrigens scheinen wir trotz aller erfolgreichen Bestrebungen Englands, die verbündete Räuberbande fernerhin zu rekrutieren, nicht ganz ohne Freunde zu sein. Es ist zu früh, von diesen Freunden heute genauer zu sprechen, aber eines darf man heute schon versichern, daß der Türke uns sehr gern hat, daß seine Flotte trotz des Panzerschiff=Diebstahls durch England wahrscheinlich größer ist, als man in England
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Der hiesige japanische Geschäftsträger hat im Auftrage seiner Regierung dem
Auswärtigen Amt eine Note übermittelt, worin unter Berufung auf das englisch=japanische Bündnis die sofortige Zurückziehung der deutschen Kriegsschiffe aus den japanischen und chinesischen Gewässern oder die Abrüstung dieser Schiffe, ferner bis zum 15. September die bedingungslose Übergabe des gesamten Pachtgebeites von Kiautschou an die japanischen Behörden
und die unbedingte Annahme dieser Forderungen bis zum 23. d. M. verlangt wird.
Die Unverschämtheit ist so groß, daß eine antwort auf das Ultimatum kaum möglich ist, es sei denn eine Antwort in der Art des Götz von Berlichingen. Es gibt Äußerungen, auf die eine Ohrfeige
die einzige Antwort ist, aber da wir augenblicklich mit Verteilung dieser schallenden Münze in Europa zu sehr beschäftigt sind, werden wir Japan wohl bitten müssen, auf seinen Anteil daran bis später freundlichst warten zu wollen. Wir haben tatsächlich augeblicklich keine Minute für die gelbe Rasse übrig. - Man hört hie und da sagen, daß England Japan zu diesem Ultimatum gezwungen habe. Das mag woh lsein, denn England hat es immer verstanden, sich seine Kastanien durch andere aus dem Feuer holen zu lassen. Daß es auch in Europa gar zu gern seinen Verbündeten die Durchführung des Krieges überlassen würde, erhellt daraus, daß die englische Flotte bisher die Nordsee gemieden hat, obgleich sie geprahlt hatte, dort mindestens gleichzeitig mit der Kriegserklärung auftauchen und uns züchtigen zu wollen. Weshalb sie uns trotzdem noch nicht mit einem Besuche beehrt hat, wissen wir nicht. Mangel an Mut kann es nicht sein, denn ich habe von englischen Flottenoffizieren fabelhaft Tapfere Tischreden gehlrt, allerdings - im Kriegshafen von Portsmouth und in Friedenszeiten. Möglich, daß England es vorläufig für profitabler hält, auf deutsche Kauffahrteischiffe zu fahnden und auf Seen wie dem Njassasee billige Lorbeeren zu pflücken. Da es als solchen Siegeslorbeer nicht einmal das arme alte Dampferchen "Wissmann" verachtet hat, möchte ich Großbritannien darauf aufmerksam machen, daß auf den Seen an der Spree auch noch solche Dampferchen fahren, die wir ihm mit Vergnügen überlassen wollen, wenn England dafür endlich sein den Franzosen gegebenes Versprechen lösen und ein Expeditionskorps auf den Kontonent schicken wollte. Junge, die Freude! Die Wonne, diesem steifbeinigen, aus der Art geschlagenen Vetter von jenseits des Kanals den Laufschritt beibringen zu dürfen! Nun, vielleicht erleben wir das noch, wenn England nicht noch in letzter Stunfe einen anderen Verbündeten findet, der ihm den Besuch bei Vetter Michel abnimmt. -
Übrigens scheinen wir trotz aller erfolgreichen Bestrebungen Englands, die verbündete Räuberbande fernerhin zu rekrutieren, nicht ganz ohne Freunde zu sein. Es ist zu früh, von diesen Freunden heute genauer zu sprechen, aber eines darf man heute schon versichern, daß der Türke uns sehr gern hat, daß seine Flotte trotz des Panzerschiff=Diebstahls durch England wahrscheinlich größer ist, als man in England
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Nr. 2 - Sonntag, Preis 10 Pfennig
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Von einem alten preußischen Offizier.
II.
"Viel Feind', viel Ehr'."
Ehe wir den Faden der Erzählung über lie Leistungen unseres braven Heeres auf blutgetränktem Boden wieder aufnehmen, müssen iwr einen Blick auf den politischen Horizont werfen und konstatieren, daß sich dieser noch weiter verdunkelt hat. Er sieht in der Tat fast so schwarz aus, wie man nur erwarten konnte; aber, wie bei unserem schönen Orden des "Eisernen Kreuzes", so zieht sich auch hier um den schwarzen Kern jener silberblinkende kleine Streifen, in diesem politischen Bilde dargestellt durch die Erfolge unseres tapferen Heeres. Zu anderen Zeiten würde ein drohender Krieg mit Japan ein Meer von Erörterungen heraufbeschworen haben, aber heute regt sich keine Menschenseele mehr darüber auf. "Das is ja ganz egal, wer jetzt noch dazukommt", das ist so ungefähr die Ansicht, die alle Deutschen beherrscht. Natürlich, zum Lachen ist es gerade nicht, unser Seebataillon da draußen in Kiautschou und unsere schönen Schiffe der Geschwader im fernen Osten hilflos dem gelbhäutigen charakterlosen Gegener preisgegeben zu sehen, aber der Deutsche ist findig in der Not, und wer weiß, womit uns unsere blauen Jungen dort im fernen Osten noch überraschen. Wir können uns darauf verlassen, daß sie tun werden, was eine Handvoll von Tapfern im stürmischen Meere der sie von allen Seiten anfallenden brüllenden Feindeswogen tun kann. Weiter können auch wir nichts tun. Wir blicken vertrauensvoll auf unsere Brüder und kämpfen unseren Kampf gegen europa weiter. Wohl mag es bitter in uns aufwallen, wenn wir bedenken, was gerade Deutschland für diese Japaner getan hat, die jetzt in schweren Stunden ein freches Ultimatum an uns richten. Dieses Ultimatum muß für alle Zeiten verewigt werden, damit kommende Generationen nicht vergessen, wie echt die "gelbe Gefahr" ist, wie falsch die gelbe Freundschaft. Japan, das Land, dem wir niemals anders entgegentraten denn als Freund, beruft sich auf das Bündnis mit England, welches, nebenbei bemerkt, in diesem Falle noch gar nicht in Betracht kommt, und erdreistet sich beutegierig zu unverschämte Forderungen. Das W. T. B. berichtet darüber:
Der hiesige japanische Geschäftsträger hat im Auftrage seiner Regierung dem
Auswärtigen Amt eine Note übermittelt, worin unter Berufung auf das englisch=japanische Bündnis die sofortige Zurückziehung der deutschen Kriegsschiffe aus den japanischen und chinesischen Gewässern oder die Abrüstung dieser Schiffe, ferner bis zum 15. September die bedingungslose Übergabe des gesamten Pachtgebeites von Kiautschou an die japanischen Behörden
und die unbedingte Annahme dieser Forderungen bis zum 23. d. M. verlangt wird.
Die Unverschämtheit ist so groß, daß eine antwort auf das Ultimatum kaum möglich ist, es sei denn eine Antwort in der Art des Götz von Berlichingen. Es gibt Äußerungen, auf die eine Ohrfeige
die einzige Antwort ist, aber da wir augenblicklich mit Verteilung dieser schallenden Münze in Europa zu sehr beschäftigt sind, werden wir Japan wohl bitten müssen, auf seinen Anteil daran bis später freundlichst warten zu wollen. Wir haben tatsächlich augeblicklich keine Minute für die gelbe Rasse übrig. - Man hört hie und da sagen, daß England Japan zu diesem Ultimatum gezwungen habe. Das mag woh lsein, denn England hat es immer verstanden, sich seine Kastanien durch andere aus dem Feuer holen zu lassen. Daß es auch in Europa gar zu gern seinen Verbündeten die Durchführung des Krieges überlassen würde, erhellt daraus, daß die englische Flotte bisher die Nordsee gemieden hat, obgleich sie geprahlt hatte, dort mindestens gleichzeitig mit der Kriegserklärung auftauchen und uns züchtigen zu wollen. Weshalb sie uns trotzdem noch nicht mit einem Besuche beehrt hat, wissen wir nicht. Mangel an Mut kann es nicht sein, denn ich habe von englischen Flottenoffizieren fabelhaft Tapfere Tischreden gehlrt, allerdings - im Kriegshafen von Portsmouth und in Friedenszeiten. Möglich, daß England es vorläufig für priftabler hält
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Von einem alten preußischen Offizier.
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Ehe wir den Faden der Erzählung über lie Leistungen unseres braven Heeres auf blutgetränktem Boden wieder aufnehmen, müssen iwr einen Blick auf den politischen Horizont werfen und konstatieren, daß sich dieser noch weiter verdunkelt hat. Er sieht in der Tat fast so schwarz aus, wie man nur erwarten konnte; aber, wie bei unserem schönen Orden des "Eisernen Kreuzes", so zieht sich auch hier um den schwarzen Kern jener silberblinkende kleine Streifen, in diesem politischen Bilde dargestellt durch die Erfolge unseres tapferen Heeres. Zu anderen Zeiten würde ein drohender Krieg mit Japan ein Meer von Erörterungen heraufbeschworen haben, aber heute regt sich keine Menschenseele mehr darüber auf. "Das is ja ganz egal, wer jetzt noch dazukommt", das ist so ungefähr die Ansicht, die alle Deutschen beherrscht. Natürlich, zum Lachen ist es gerade nicht, unser Seebataillon da draußen in Kiautschou und unsere schönen Schiffe der Geschwader im fernen Osten hilflos dem gelbhäutigen charakterlosen Gegener preisgegeben zu sehen, aber der Deutsche ist findig in der Not, und wer weiß, womit uns unsere blauen Jungen dort im fernen Osten noch überraschen. Wir können uns darauf verlassen, daß sie tun werden, was eine Handvoll von Tapfern im stürmischen Meere der sie von allen Seiten anfallenden brüllenden Feindeswogen tun kann. Weiter können auch wir nichts tun. Wir blicken vertrauensvoll auf unsere Brüder und kämpfen unseren Kampf gegen europa weiter. Wohl mag es bitter in uns aufwallen, wenn wir bedenken, was gerade Deutschland für diese Japaner getan hat, die jetzt in schweren Stunden ein freches Ultimatum an uns richten. Dieses Ultimatum muß für alle Zeiten verewigt werden, damit kommende Generationen nicht vergessen, wie echt die "gelbe Gefahr" ist, wie falsch die gelbe Freundschaft. Japan, das Land, dem wir niemals anders entgegentraten denn als Freund, beruft sich auf das Bündnis mit England, welches, nebenbei bemerkt, in diesem Falle noch gar nicht in Betracht kommt, und erdreistet sich beutegierig zu unverschämte Forderungen. Das W. T. B. berichtet darüber:
Der hiesige japanische Geschäftsträger hat im Auftrage seiner Regierung dem
Auswärtigen Amt eine Note übermittelt, worin unter Berufung auf das englisch=japanische Bündnis die sofortige Zurückziehung der deutschen Kriegsschiffe aus den japanischen und chinesischen Gewässern oder die Abrüstung dieser Schiffe, ferner bis zum 15. September die bedingungslose Übergabe des gesamten Pachtgebeites von Kiautschou an die japanischen Behörden
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Nr. 2 - Sonntag, Preis 10 Pfennig
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Kriegszeitung
1914
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Von einem alten preußischen Offizier.
II.
"Viel Feind', viel Ehr'."
Ehe wir den Faden der Erzählung über lie Leistungen unseres braven Heeres auf blutgetränktem Boden wieder aufnehmen, müssen iwr einen Blick auf den politischen Horizont werfen und konstatieren, daß sich dieser noch weiter verdunkelt hat. Er sieht in der Tat fast so schwarz aus, wie man nur erwarten konnte; aber, wie bei unserem schönen Orden des "Eisernen Kreuzes", so zieht sich auch hier um den schwarzen Kern jener silberblinkende kleine Streifen, in diesem politischen Bilde dargestellt durch die Erfolge unseres tapferen Heeres. Zu anderen Zeiten würde ein drohender Krieg mit Japan ein Meer von Erörterungen heraufbeschworen haben, aber heute regt sich keine Menschenseele mehr darüber auf. "Das is ja ganz egal, wer jetzt noch dazukommt", das ist so ungefähr die Ansicht, die alle Deutschen beherrscht. Natürlich, zum Lachen ist es gerade nicht, unser Seebataillon da draußen in Kiautschou und unsere schönen Schiffe der Geschwader im fernen Osten hilflos dem gelbhäutigen charakterlosen Gegener preisgegeben zu sehen, aber der Deutsche ist findig in der Not, und wer weiß, womit uns unsere blauen Jungen dort im fernen Osten noch überraschen. Wir können uns darauf verlassen, daß sie tun werden, was eine Handvoll von Tapfern im stürmischen Meere der sie von allen Seiten anfallenden brüllenden Feindeswogen tun kann. Weiter können auch wir nichts tun. Wir blicken vertrauensvoll auf unsere Brüder und kämpfen unseren Kampf gegen europa weiter. Wohl mag es bitter in uns aufwallen, wenn wir bedenken, was gerade Deutschland für diese Japaner getan hat, die jetzt in schweren Stunden ein freches Ultimatum an uns richten. Dieses Ultimatum muß für alle Zeiten verewigt werden, damit kommende Generationen nicht vergessen, wie echt die "gelbe Gefahr" ist, wie falsch die gelbe Freundschaft. Japan, das Land, dem wir niemals anders entgegentraten denn als Freund, beruft sich auf das Bündnis mit England, welches, nebenbei bemerkt, in diesem Falle noch gar nicht in Betracht kommt, und erdreistet sich beutegierig zu unverschämte Forderungen. Das W. T. B. berichtet darüber:
Der hiesige japanische Geschäftsträger hat im Auftrage seiner Regierung dem
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Berlin
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Story location Berlin
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- 19266 / 217785
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- Marie-Luise Polirock
August 23, 1914
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