Deutsche Kriegszeitung - Illustrierte Wochenausgabe, herausgegeben vom Berliner Lokal-Anzeiger, item 22

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 Nummer 2, Seite 4, möglicherweise falsch:  


Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


die Kämpfe im Argonner Wald.


Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


Die Zahl der Gefangenen aus den

Argonnen

klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

rege Tätigkeit im Oberelsaß.

Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der


Ereignisse am 4. und 5. Januar.


Am 4. Januar machten die Franzosen bei Arras wieder mit unseren Pionieren unangenehme Bekanntschaft, die ihnen einen Schützengraben von 200 Meter Länge in die Luft sprengten. Wir glauben wohl, daß bei Gelegenheit nicht viele Gefangene gemacht wurden, denn das Sprengen läßt in der Regel nicht viele Menschenleben übrig. Der Schützengraben muß übrigens den Franzosen besonders wertvoll erschienen sein, wie aus mehreren nutzlosen Angriffen ihrereits hervorging. - Am 5. Januar gaben sich die Franzosen wieder dem merkwürdigen Zeitvertreib hin, die Ortschaften hinter unserer Front zu beschießen. Es ist ja möglich, daß sie dadurch die für einige Ruhetage aus der Front dorthin zurückgezogenen Truppen belästigen und ihrer Ruhe berauben wollten, aber was sie hauptsächlich dadurch erreichten, war, daß sie ihren eigenen Landsleuten die Häuser zerstörten oder die Bürger selbst töteten. Merkwürdig! Franzosen und Engländer empfinden es so schmerzlich, wenn deutsche Geschosse unabsichtlich harmlose Gebäude oder Zivilpersonen treffen, scheinen aber nichts zu empfinden, wenn sie selbst "Barbareien" kühlen Blutes begehen!


Hindenburg als Dampfwalze.


Wenn man daran denkt, daß die feindliche Presse die russische Armee als Dampfwalze bezeichnete, die, ohne vom Pfade abzuweichen oder sich aufhalten zu lassen, über die deutschen Armeen und Deutschland selbst dahinrollen werde, so kann man sich eines Lachens kaum erwehren, denn wenn etwas den Charakter einer Dampfwalze angenommen hat, so ist es das Hindenburgsche Heer, welches mit der diesem Instrument eigenen beharrlichen, unwiderstehlichen Stärke vorwärts rollt und jeden Widerstand überwindet, als sei es anders gar nicht möglich. Betrachten wir zunächst


Die Vorgänge in Ostpreußen und nördlich

der Weichsel.


In Ostpreußen scheinen die Russen, wie dies nach unseren Erfolgen in Polen zu erwarten war, ihre eigentliche Offensive aufgegeben zu haben. Es ist ein nur unbedeutendes Gefecht, welches uns von dort gemeldet wurde. Russische Heereskavallerie wurde auf Pillkallen zurückgeworfen. Sie wird vermutlich längst im Abmarsch nach Osten begriffen sein. Unter Heereskavallerie ist übrigens reguläre Kavallerie im Gegensatz zu Kosaken zu verstehen, von denen übrigens einige deutsche Kämpfer behaupten, daß sie die bessere Kavallerie seien. Diese Ansicht deckt sich mit derjenigen, die man früher allgemein von den Kosaken hatte, die aber im Russisch=Japanischen Kriege durch das vollständige Versagen dieser Steppensöhne als irrig bewiesen wurde.


Unsere Offensive im Weichselbogen


ist im Gegensatz zu der militärischen Tätigkeit nördlich der Weichsel eine ungemein rege gewesen, denn es ist nicht Hindeburgs Gewohnheit, eine Ruhepause eintreten zu lassen, wenn er erst mit einer geplanten Bewegung begonnen hat. So war es denn eigentlich ganz selbstverständlich, daß wir am 30. Dezember von dem Generalfeldmarschall hörten, daß die Offensive östlich der Bsura und der Rawka fortgesetzt wäre. Östlich der Rawka geschah dies unter fortgesetzten Kämpfen. auch bei Jnowlodz, welches 23 Kilometer südlich des Ortes Rawa an der Piliza liegt, kam es zu ernsten Kämpfen, weil die Russen offenbar versuchten, den rechten Flügel


 Bild/Karte, Mitte:  Zu den Kämpfen zwischen Warschau und Krakau.













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 Nummer 2, Seite 4, möglicherweise falsch:  


Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


die Kämpfe im Argonner Wald.


Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


Die Zahl der Gefangenen aus den

Argonnen

klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

rege Tätigkeit im Oberelsaß.

Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der


Ereignisse am 4. und 5. Januar.


Am 4. Januar machten die Franzosen bei Arras wieder mit unseren Pionieren unangenehme Bekanntschaft, die ihnen einen Schützengraben von 200 Meter Länge in die Luft sprengten. Wir glauben wohl, daß bei Gelegenheit nicht viele Gefangene gemacht wurden, denn das Sprengen läßt in der Regel nicht viele Menschenleben übrig. Der Schützengraben muß übrigens den Franzosen besonders wertvoll erschienen sein, wie aus mehreren nutzlosen Angriffen ihrereits hervorging. - Am 5. Januar gaben sich die Franzosen wieder dem merkwürdigen Zeitvertreib hin, die Ortschaften hinter unserer Front zu beschießen. Es ist ja möglich, daß sie dadurch die für einige Ruhetage aus der Front dorthin zurückgezogenen Truppen belästigen und ihrer Ruhe berauben wollten, aber was sie hauptsächlich dadurch erreichten, war, daß sie ihren eigenen Landsleuten die Häuser zerstörten oder die Bürger selbst töteten. Merkwürdig! Franzosen und Engländer empfinden es so schmerzlich, wenn deutsche Geschosse unabsichtlich harmlose Gebäude oder Zivilpersonen treffen, scheinen aber nichts zu empfinden, wenn sie selbst "Barbareien" kühlen Blutes begehen!


Hindenburg als Dampfwalze.


Wenn man daran denkt, daß die feindliche Presse die russische Armee als Dampfwalze bezeichnete, die, ohne vom Pfade abzuweichen oder sich aufhalten zu lassen, über die deutschen Armeen und Deutschland selbst dahinrollen werde, so kann man sich eines Lachens kaum erwehren, denn wenn etwas den Charakter einer Dampfwalze angenommen hat, so ist es das Hindenburgsche Heer, welches mit der diesem Instrument eigenen beharrlichen, unwiderstehlichen Stärke vorwärts rollt und jeden Widerstand überwindet, als sei es anders gar nicht möglich. Betrachten wir zunächst


Die Vorgänge in Ostpreußen und nördlich

der Weichsel.


In Ostpreußen scheinen die Russen, wie dies nach unseren Erfolgen in Polen zu erwarten war, ihre eigentliche Offensive aufgegeben zu haben. Es ist ein nur unbedeutendes Gefecht, welches uns von dort gemeldet wurde. Russische Heereskavallerie wurde auf Pillkallen zurückgeworfen. Sie wird vermutlich längst im Abmarsch nach Osten begriffen sein. Unter Heereskavallerie ist übrigens reguläre Kavallerie im Gegensatz zu Kosaken zu verstehen, von denen übrigens einige deutsche Kämpfer behaupten, daß sie die bessere Kavallerie seien. Diese Ansicht deckt sich mit derjenigen, die man früher allgemein von den Kosaken hatte, die aber im Russisch=Japanischen Kriege durch das vollständige Versagen dieser Steppensöhne als irrig bewiesen wurde.


Unsere Offensive im Weichselbogen


ist im Gegensatz zu der militärischen Tätigkeit nördlich der Weichsel eine ungemein rege gewesen, denn es ist nicht Hindeburgs Gewohnheit, eine Ruhepause eintreten zu lassen, wenn er erst mit einer geplanten Bewegung begonnen hat. So war es denn eigentlich ganz selbstverständlich, daß wir am 30. Dezember von dem Generalfeldmarschall hörten, daß die Offensive östlich der Bsura und der Rawka fortgesetzt wäre. Östlich der Rawka geschah dies unter fortgesetzten Kämpfen. auch bei Jnowlodz, welches 23 Kilometer südlich des Ortes Rawa an der Piliza liegt, kam es zu ernsten Kämpfen, weil die Russen offenbar versuchten, den rechten Flügel


 Bild/Karte, Mitte:  Zu den Kämpfen zwischen Warschau und Krakau.














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  • November 1, 2017 09:38:00 Dagmar Veigel

     Nummer 2, Seite 4, möglicherweise falsch:  


    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

    Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

    Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der


    Ereignisse am 4. und 5. Januar.


    Am 4. Januar machten die Franzosen bei Arras wieder mit unseren Pionieren unangenehme Bekanntschaft, die ihnen einen Schützengraben von 200 Meter Länge in die Luft sprengten. Wir glauben wohl, daß bei Gelegenheit nicht viele Gefangene gemacht wurden, denn das Sprengen läßt in der Regel nicht viele Menschenleben übrig. Der Schützengraben muß übrigens den Franzosen besonders wertvoll erschienen sein, wie aus mehreren nutzlosen Angriffen ihrereits hervorging. - Am 5. Januar gaben sich die Franzosen wieder dem merkwürdigen Zeitvertreib hin, die Ortschaften hinter unserer Front zu beschießen. Es ist ja möglich, daß sie dadurch die für einige Ruhetage aus der Front dorthin zurückgezogenen Truppen belästigen und ihrer Ruhe berauben wollten, aber was sie hauptsächlich dadurch erreichten, war, daß sie ihren eigenen Landsleuten die Häuser zerstörten oder die Bürger selbst töteten. Merkwürdig! Franzosen und Engländer empfinden es so schmerzlich, wenn deutsche Geschosse unabsichtlich harmlose Gebäude oder Zivilpersonen treffen, scheinen aber nichts zu empfinden, wenn sie selbst "Barbareien" kühlen Blutes begehen!


    Hindenburg als Dampfwalze.


    Wenn man daran denkt, daß die feindliche Presse die russische Armee als Dampfwalze bezeichnete, die, ohne vom Pfade abzuweichen oder sich aufhalten zu lassen, über die deutschen Armeen und Deutschland selbst dahinrollen werde, so kann man sich eines Lachens kaum erwehren, denn wenn etwas den Charakter einer Dampfwalze angenommen hat, so ist es das Hindenburgsche Heer, welches mit der diesem Instrument eigenen beharrlichen, unwiderstehlichen Stärke vorwärts rollt und jeden Widerstand überwindet, als sei es anders gar nicht möglich. Betrachten wir zunächst


    Die Vorgänge in Ostpreußen und nördlich

    der Weichsel.


    In Ostpreußen scheinen die Russen, wie dies nach unseren Erfolgen in Polen zu erwarten war, ihre eigentliche Offensive aufgegeben zu haben. Es ist ein nur unbedeutendes Gefecht, welches uns von dort gemeldet wurde. Russische Heereskavallerie wurde auf Pillkallen zurückgeworfen. Sie wird vermutlich längst im Abmarsch nach Osten begriffen sein. Unter Heereskavallerie ist übrigens reguläre Kavallerie im Gegensatz zu Kosaken zu verstehen, von denen übrigens einige deutsche Kämpfer behaupten, daß sie die bessere Kavallerie seien. Diese Ansicht deckt sich mit derjenigen, die man früher allgemein von den Kosaken hatte, die aber im Russisch=Japanischen Kriege durch das vollständige Versagen dieser Steppensöhne als irrig bewiesen wurde.


    Unsere Offensive im Weichselbogen


    ist im Gegensatz zu der militärischen Tätigkeit nördlich der Weichsel eine ungemein rege gewesen, denn es ist nicht Hindeburgs Gewohnheit, eine Ruhepause eintreten zu lassen, wenn er erst mit einer geplanten Bewegung begonnen hat. So war es denn eigentlich ganz selbstverständlich, daß wir am 30. Dezember von dem Generalfeldmarschall hörten, daß die Offensive östlich der Bsura und der Rawka fortgesetzt wäre. Östlich der Rawka geschah dies unter fortgesetzten Kämpfen. auch bei Jnowlodz, welches 23 Kilometer südlich des Ortes Rawa an der Piliza liegt, kam es zu ernsten Kämpfen, weil die Russen offenbar versuchten, den rechten Flügel


     Bild/Karte, Mitte:  Zu den Kämpfen zwischen Warschau und Krakau.














  • November 1, 2017 09:00:48 Dagmar Veigel

     Nummer 2, Seite 4: 


    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

    Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

    Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der


    Ereignisse am 4. und 5. Januar.


    Am 4. Januar machten die Franzosen bei Arras wieder mit unseren Pionieren unangenehme Bekanntschaft, die ihnen einen Schützengraben von 200 Meter Länge in die Luft sprengten. Wir glauben wohl, daß bei Gelegenheit nicht viele Gefangene gemacht wurden, denn das Sprengen läßt in der Regel nicht viele Menschenleben übrig. Der Schützengraben muß übrigens den Franzosen besonders wertvoll erschienen sein, wie aus mehreren nutzlosen Angriffen ihrereits hervorging. - Am 5. Januar gaben sich die Franzosen wieder dem merkwürdigen Zeitvertreib hin, die Ortschaften hinter unserer Front zu beschießen. Es ist ja möglich, daß sie dadurch die für einige Ruhetage aus der Front dorthin zurückgezogenen Truppen belästigen und ihrer Ruhe berauben wollten, aber was sie hauptsächlich dadurch erreichten, war, daß sie ihren eigenen Landsleuten die Häuser zerstörten oder die Bürger selbst töteten. Merkwürdig! Franzosen und Engländer empfinden es so schmerzlich, wenn deutsche Geschosse unabsichtlich harmlose Gebäude oder Zivilpersonen treffen, scheinen aber nichts zu empfinden, wenn sie selbst "Barbareien" kühlen Blutes begehen!


    Hindenburg als Dampfwalze.


    Wenn man daran denkt, daß die feindliche Presse die russische Armee als Dampfwalze bezeichnete, die, ohne vom Pfade abzuweichen oder sich aufhalten zu lassen, über die deutschen Armeen und Deutschland selbst dahinrollen werde, so kann man sich eines Lachens kaum erwehren, denn wenn etwas den Charakter einer Dampfwalze angenommen hat, so ist es das Hindenburgsche Heer, welches mit der diesem Instrument eigenen beharrlichen, unwiderstehlichen Stärke vorwärts rollt und jeden Widerstand überwindet, als sei es anders gar nicht möglich. Betrachten wir zunächst


    Die Vorgänge in Ostpreußen und nördlich

    der Weichsel.


    In Ostpreußen scheinen die Russen, wie dies nach unseren Erfolgen in Polen zu erwarten war, ihre eigentliche Offensive aufgegeben zu haben. Es ist ein nur unbedeutendes Gefecht, welches uns von dort gemeldet wurde. Russische Heereskavallerie wurde auf Pillkallen zurückgeworfen. Sie wird vermutlich längst im Abmarsch nach Osten begriffen sein. Unter Heereskavallerie ist übrigens reguläre Kavallerie im Gegensatz zu Kosaken zu verstehen, von denen übrigens einige deutsche Kämpfer behaupten, daß sie die bessere Kavallerie seien. Diese Ansicht deckt sich mit derjenigen, die man früher allgemein von den Kosaken hatte, die aber im Russisch=Japanischen Kriege durch das vollständige Versagen dieser Steppensöhne als irrig bewiesen wurde.


    Unsere Offensive im Weichselbogen


    ist im Gegensatz zu der militärischen Tätigkeit nördlich der Weichsel eine ungemein rege gewesen, denn es ist nicht Hindeburgs Gewohnheit, eine Ruhepause eintreten zu lassen, wenn er erst mit einer geplanten Bewegung begonnen hat. So war es denn eigentlich ganz selbstverständlich, daß wir am 30. Dezember von dem Generalfeldmarschall hörten, daß die Offensive östlich der Bsura und der Rawka fortgesetzt wäre. Östlich der Rawka geschah dies unter fortgesetzten Kämpfen. auch bei Jnowlodz, welches 23 Kilometer südlich des Ortes Rawa an der Piliza liegt, kam es zu ernsten Kämpfen, weil die Russen offenbar versuchten, den rechten Flügel


     Bild/Karte, Mitte:  Zu den Kämpfen zwischen Warschau und Krakau.














  • October 31, 2017 21:21:11 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

    Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

    Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der


    Ereignisse am 4. und 5. Januar.


    Am 4. Januar machten die Franzosen bei Arras wieder mit unseren Pionieren unangenehme Bekanntschaft, die ihnen einen Schützengraben von 200 Meter Länge in die Luft sprengten. Wir glauben wohl, daß bei Gelegenheit nicht viele Gefangene gemacht wurden, denn das Sprengen läßt in der Regel nicht viele Menschenleben übrig. Der Schützengraben muß übrigens den Franzosen besonders wertvoll erschienen sein, wie aus mehreren nutzlosen Angriffen ihrereits hervorging. - Am 5. Januar gaben sich die Franzosen wieder dem merkwürdigen Zeitvertreib hin, die Ortschaften hinter unserer Front zu beschießen. Es ist ja möglich, daß sie dadurch die für einige Ruhetage aus der Front dorthin zurückgezogenen Truppen belästigen und ihrer Ruhe berauben wollten, aber was sie hauptsächlich dadurch erreichten, war, daß sie ihren eigenen Landsleuten die Häuser zerstörten oder die Bürger selbst töteten. Merkwürdig! Franzosen und Engländer empfinden es so schmerzlich, wenn deutsche Geschosse unabsichtlich harmlose Gebäude oder Zivilpersonen treffen, scheinen aber nichts zu empfinden, wenn sie selbst "Barbareien" kühlen Blutes begehen!


    Hindenburg als Dampfwalze.


    Wenn man daran denkt, daß die feindliche Presse die russische Armee als Dampfwalze bezeichnete, die, ohne vom Pfade abzuweichen oder sich aufhalten zu lassen, über die deutschen Armeen und Deutschland selbst dahinrollen werde, so kann man sich eines Lachens kaum erwehren, denn wenn etwas den Charakter einer Dampfwalze angenommen hat, so ist es das Hindenburgsche Heer, welches mit der diesem Instrument eigenen beharrlichen, unwiderstehlichen Stärke vorwärts rollt und jeden Widerstand überwindet, als sei es anders gar nicht möglich. Betrachten wir zunächst


    Die Vorgänge in Ostpreußen und nördlich

    der Weichsel.


    In Ostpreußen scheinen die Russen, wie dies nach unseren Erfolgen in Polen zu erwarten war, ihre eigentliche Offensive aufgegeben zu haben. Es ist ein nur unbedeutendes Gefecht, welches uns von dort gemeldet wurde. Russische Heereskavallerie wurde auf Pillkallen zurückgeworfen. Sie wird vermutlich längst im Abmarsch nach Osten begriffen sein. Unter Heereskavallerie ist übrigens reguläre Kavallerie im Gegensatz zu Kosaken zu verstehen, von denen übrigens einige deutsche Kämpfer behaupten, daß sie die bessere Kavallerie seien. Diese Ansicht deckt sich mit derjenigen, die man früher allgemein von den Kosaken hatte, die aber im Russisch=Japanischen Kriege durch das vollständige Versagen dieser Steppensöhne als irrig bewiesen wurde.


    Unsere Offensive im Weichselbogen


    ist im Gegensatz zu der militärischen Tätigkeit nördlich der Weichsel eine ungemein rege gewesen, denn es ist nicht Hindeburgs Gewohnheit, eine Ruhepause eintreten zu lassen, wenn er erst mit einer geplanten Bewegung begonnen hat. So war es denn eigentlich ganz selbstverständlich, daß wir am 30. Dezember von dem Generalfeldmarschall hörten, daß die Offensive östlich der Bsura und der Rawka fortgesetzt wäre. Östlich der Rawka geschah dies unter fortgesetzten Kämpfen. auch bei Jnowlodz, welches 23 Kilometer südlich des Ortes Rawa an der Piliza liegt, kam es zu ernsten Kämpfen, weil die Russen offenbar versuchten, den rechten Flügel














  • October 31, 2017 21:20:56 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

    Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

    Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der


    Ereignisse am 4. und 5. Januar.


    Am 4. Januar machten die Franzosen bei Arras wieder mit unseren Pionieren unangenehme Bekanntschaft, die ihnen einen Schützengraben von 200 Meter Länge in die Luft sprengten. Wir glauben wohl, daß bei Gelegenheit nicht viele Gefangene gemacht wurden, denn das Sprengen läßt in der Regel nicht viele Menschenleben übrig. Der Schützengraben muß übrigens den Franzosen besonders wertvoll erschienen sein, wie aus mehreren nutzlosen Angriffen ihrereits hervorging. - Am 5. Januar gaben sich die Franzosen wieder dem merkwürdigen Zeitvertreib hin, die Ortschaften hinter unserer Front zu beschießen. Es ist ja möglich, daß sie dadurch die für einige Ruhetage aus der Front dorthin zurückgezogenen Truppen belästigen und ihrer Ruhe berauben wollten, aber was sie hauptsächlich dadurch erreichten, war, daß sie ihren eigenen Landsleuten die Häuser zerstörten oder die Bürger selbst töteten. Merkwürdig! Franzosen und Engländer empfinden es so schmerzlich, wenn deutsche Geschosse unabsichtlich harmlose Gebäude oder Zivilpersonen treffen, scheinen aber nichts zu empfinden, wenn sie selbst "Barbareien" kühlen Blutes begehen!


    Hindenburg als Dampfwalze.


    Wenn man daran denkt, daß die feindliche Presse die russische Armee als Dampfwalze bezeichnete, die, ohne vom Pfade abzuweichen oder sich aufhalten zu lassen, über die deutschen Armeen und Deutschland selbst dahinrollen werde, so kann man sich eines Lachens kaum erwehren, denn wenn etwas den Charakter einer Dampfwalze angenommen hat, so ist es das Hindenburgsche Heer, welches mit der diesem Instrument eigenen beharrlichen, unwiderstehlichen Stärke vorwärts rollt und jeden Widerstand überwindet, als sei es anders gar nicht möglich. Betrachten wir zunächst


    Die Vorgänge in Ostpreußen und nördlich

    der Weichsel.


    In Ostpreußen scheinen die Russen, wie dies nach unseren Erfolgen in Polen zu erwarten war, ihre eigentliche Offensive aufgegeben zu haben. Es ist ein nur unbedeutendes Gefecht, welches uns von dort gemeldet wurde. Russische Heereskavallerie wurde auf Pillkallen zurückgeworfen. Sie wird vermutlich längst im Abmarsch nach Osten begriffen sein. Unter Heereskavallerie ist übrigens reguläre Kavallerie im Gegensatz zu Kosaken zu verstehen, von denen übrigens einige deutsche Kämpfer behaupten, daß sie die bessere Kavallerie seien. Diese Ansicht deckt sich mit derjenigen, die man früher allgemein von den Kosaken hatte, die aber im Russisch=Japanischen Kriege durch das vollständige Versagen dieser Steppensöhne als irrig bewiesen wurde.


    Unsere Offensive im Weichselbogen


    ist im Gegensatz zu der militärischen Tätigkeit nördlich der Weichsel eine ungemein rege gewesen, denn es ist nicht Hindeburgs Gewohnheit, eine Ruhepause eintreten zu lassen, wenn er erst mit einer geplanten Bewegung begonnen hat. So war es denn eigentlich ganz selbstverständlich, daß wir am 30. Dezember von dem Generalfeldmarschall hörten, daß die Offensive östlich der Bsura und der Rawka fortgesetzt wäre. Östlich der Rawka geschah dies unter fortgesetzten Kämpfen. auch bei Jnowlodz, welches 23 Kilometer südlich des Ortes Rawa an der Piliza liegt, kam es zu ernsten Kämpfen, weil die Russen offenbar versuchten, den rechten Flügel













  • October 31, 2017 21:20:16 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

    Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

    Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der


    Ereignisse am 4. und 5. Januar.


    Am 4. Januar machten die Franzosen bei Arras wieder mit unseren Pionieren unangenehme Bekanntschaft, die ihnen einen Schützengraben von 200 Meter Länge in die Luft sprengten. Wir glauben wohl, daß bei Gelegenheit nicht viele Gefangene gemacht wurden, denn das Sprengen läßt in der Regel nicht viele Menschenleben übrig. Der Schützengraben muß übrigens den Franzosen besonders wertvoll erschienen sein, wie aus mehreren nutzlosen Angriffen ihrereits hervorging. - Am 5. Januar gaben sich die Franzosen wieder dem merkwürdigen Zeitvertreib hin, die Ortschaften hinter unserer Front zu beschießen. Es ist ja möglich, daß sie dadurch die für einige Ruhetage aus der Front dorthin zurückgezogenen Truppen belästigen und ihrer Ruhe berauben wollten, aber was sie hauptsächlich dadurch erreichten, war, daß sie ihren eigenen Landsleuten die Häuser zerstörten oder die Bürger selbst töteten. Merkwürdig! Franzosen und Engländer empfinden es so schmerzlich, wenn deutsche Geschosse unabsichtlich harmlose Gebäude oder Zivilpersonen treffen, scheinen aber nichts zu empfinden, wenn sie selbst "Barbareien" kühlen Blutes begehen!


    Hindenburg als Dampfwalze.


    Wenn man daran denkt, daß die feindliche Presse die russische Armee als Dampfwalze bezeichnete, die, ohne vom Pfade abzuweichen oder sich aufhalten zu lassen, über die deutschen Armeen und Deutschland selbst dahinrollen werde, so kann man sich eines Lachens kaum erwehren, denn wenn etwas den Charakter einer Dampfwalze angenommen hat, so ist es das Hindenburgsche Heer, welches mit der diesem Instrument eigenen beharrlichen, unwiderstehlichen Stärke vorwärts rollt und jeden Widerstand überwindet, als sei es anders gar nicht möglich. Betrachten wir zunächst


    Die Vorgänge in Ostpreußen und nördlich

    der Weichsel.


    In Ostpreußen scheinen die Russen, wie dies nach unseren Erfolgen in Polen zu erwarten war, ihre eigentliche Offensive aufgegeben zu haben. Es ist ein nur unbedeutendes Gefecht, welches uns von dort gemeldet wurde. Russische Heereskavallerie wurde auf Pillkallen zurückgeworfen. Sie wird vermutlich längst im Abmarsch nach Osten begriffen sein. Unter Heereskavallerie ist übrigens reguläre Kavallerie im Gegensatz zu Kosaken zu verstehen, von denen übrigens einige deutsche Kämpfer behaupten, daß sie die bessere Kavallerie seien. Diese Ansicht deckt sich mit derjenigen, die man früher allgemein von den Kosaken hatte, die aber im Russisch=Japanischen Kriege durch das vollständige Versagen dieser Steppensöhne als irrig bewiesen wurde.


    Unsere Offensive im Weichselbogen


    ist im Gegensatz zu der militärischen Tätigkeit nördlich der Weichsel eine ungemein rege gewesen, dess es ist nicht Hindeburgs Gewohnheit, eine ruhepause eintreten zu lassen, wenn er erst mit einer geplanten Bewegung begonnen hat. So war es denn eigentlich ganz selbstverständlich, daß wir am 30. Dezember von dem Generalfeldmarschall hörten, daß die Offensive östlich der Bsura und der Rawka fortgesetzt wäre. Östlich der Rawka geschah dies unter fortgesetzten Kämpfen. auch bei Jnowlodz, welches 23 Kilometer südlich des ortes Rawa an der Piliza liegt, kam es zu ernsten Kämpfen, weil die Russen offenbar versuchten, den rechten Flügel













  • October 31, 2017 21:14:41 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

    Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

    Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der


    Ereignisse am 4. und 5. Januar.


    Am 4. Januar machten die Franzosen bei Arras wieder mit unseren Pionieren unangenehme Bekanntschaft, die ihnen einen Schützengraben von 200 Meter Länge in die Luft sprengten. Wir glauben wohl, daß bei Gelegenheit nicht viele Gefangene gemacht wurden, denn das Sprengen läßt in der Regel nicht viele Menschenleben übrig. Der Schützengraben muß übrigens den Franzosen besonders wertvoll erschienen sein, wie aus mehreren nutzlosen Angriffen ihrereits hervorging. - Am 5. Januar gaben sich die Franzosen wieder dem merkwürdigen Zeitvertreib hin, die Ortschaften hinter unserer Front zu beschießen. Es ist ja möglich, daß sie dadurch die für einige Ruhetage aus der Front dorthin zurückgezogenen Truppen belästigen und ihrer Ruhe berauben wollten, aber was sie hauptsächlich dadurch erreichten, war, daß sie ihren eigenen Landsleuten die Häuser zerstörten oder die Bürger selbst töteten. Merkwürdig! Franzosen und Engländer empfinden es so schmerzlich, wenn deutsche Geschosse unabsichtlich harmlose Gebäude oder Zivilpersonen treffen, scheinen aber nichts zu empfinden, wenn sie selbst "Barbareien" kühlen Blutes begehen!


    Hindenburg als Dampfwalze.


    Wenn man daran denkt, daß die feindliche Presse die russische Armee als Dampfwalze bezeichnete, die, ohne vom Pfade abzuweichen oder sich aufhalten zu lassen, über die deutschen Armeen und Deutschland selbst dahinrollen werde, so kann man sich eines Lachens kaum erwehren, denn wenn etwas den Charakter einer Dampfwalze angenommen hat, so ist es das Hindenburgsche Heer, welches mit der diesem Instrument eigenen beharrlichen, unwiderstehlichen Stärke vorwärts rollt und jeden Widerstand überwindet, als sei es anders gar nicht möglich. Betrachten wir zunächst


    Die Vorgänge in Ostpreußen und nördlich

    der Weichsel.


    In Ostpreußen scheinen die Russen, wie dies nach unseren Erfolgen in Polen zu erwarten war, ihre eigentliche Offensive aufgegeben zu haben. Es ist ein nur unbedeutendes Gefecht, welches uns von dort gemeldet wurde. Russische Heereskavallerie wurde auf Pillkallen zurückgeworfen. Sie wird vermutlich längst im Abmarsch nach Osten begriffen sein. Unter Heereskavallerie ist übrigens reguläre Kavallerie im Gegensatz zu Kosaken zu verstehen, von denen übrigens einige deutsche Kämpfer behaupten, daß sie die bessere Kavallerie seien. Diese Ansicht deckt sich mit derjenigen, die man früher allgemein von den Kosaken hatte, die aber im Russisch=Japanischen Kriege durch das vollständige Versagen dieser Steppensöhne als irrig bewiesen wurde.













  • October 31, 2017 21:11:10 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

    Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

    Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der


    Ereignisse am 4. und 5. Januar.


    Am 4. Januar machten die Franzosen bei Arras wieder mit unseren Pionieren unangenehme Bekanntschaft, die ihnen einen Schützengraben von 200 Meter Länge in die Luft sprengten. Wir glauben wohl, daß bei Gelegenheit nicht viele Gefangene gemacht wurden, denn das Sprengen läßt in der Regel nicht viele Menschenleben übrig. Der Schützengraben muß übrigens den Franzosen besonders wertvoll erschienen sein, wie aus mehreren nutzlosen Angriffen ihrereits hervorging. - Am 5. Januar gaben sich die Franzosen wieder dem merkwürdigen Zeitvertreib hin, die Ortschaften hinter unserer Front zu beschießen. Es ist ja möglich, daß sie dadurch die für einige Ruhetage aus der Front dorthin zurückgezogenen Truppen belästigen und ihrer Ruhe berauben wollten, aber was sie hauptsächlich dadurch erreichten, war, daß sie ihren eigenen Landsleuten die Häuser zerstörten oder die Bürger selbst töteten. Merkwürdig! Franzosen und Engländer empfinden es so schmerzlich, wenn deutsche Geschosse unabsichtlich harmlose Gebäude oder Zivilpersonen treffen, scheinen aber nichts zu empfinden, wenn sie selbst "Barbareien" kühlen Blutes begehen!


    Hindenburg als Dampfwalze.


    Wenn man daran denkt, daß die feindliche Presse die russische Armee als Dampfwalze bezeichnete, die, ohne vom Pfade abzuweichen oder sich aufhalten zu lassen, über die deutschen Armeen und Deutschland selbst dahinrollen werde, so kann man sich eines Lachens kaum erwehren, denn wenn etwas den Charakter einer Dampfwalze angenommen hat, so ist es das Hindenburgsche Heer, welches mit der diesem Instrument eigenen beharrlichen, unwiderstehlichen Stärke vorwärts rollt und jeden Widerstand überwindet, als sei es anders gar nicht möglich. Betrachten wir zunächst


    Die Vorgänge in Ostpreußen und nördlich der Weichsel.


    In Ostpreußen scheinen die Russen, wie dies nach unseren Erfolgen in Polen zu erwarten war, ihre eigentliche Offensive aufgegeben zu haben. Es ist ein nur unbedeutendes Gefecht, welches uns von dort gemeldet wurde. Russische Heereskavallerie wurde auf Pillkallen zurückgeworfen. Sie wird vermutlich längst im Abmarsch nach Osten begriffen sein.











  • October 31, 2017 21:10:53 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

    Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

    Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der


    Ereignisse am 4. und 5. Januar.


    Am 4. Januar machten die Franzosen bei Arras wieder mit unseren Pionieren unangenehme Bekanntschaft, die ihnen einen Schützengraben von 200 Meter Länge in die Luft sprengten. Wir glauben wohl, daß bei Gelegenheit nicht viele Gefangene gemacht wurden, denn das Sprengen läßt in der Regel nicht viele Menschenleben übrig. Der Schützengraben muß übrigens den Franzosen besonders wertvoll erschienen sein, wie aus mehreren nutzlosen Angriffen ihrereits hervorging. - Am 5. Januar gaben sich die Franzosen wieder dem merkwürdigen Zeitvertreib hin, die Ortschaften hinter unserer Front zu beschießen. Es ist ja möglich, daß sie dadurch die für einige Ruhetage aus der Front dorthin zurückgezogenen Truppen belästigen und ihrer Ruhe berauben wollten, aber was sie hauptsächlich dadurch erreichten, war, daß sie ihren eigenen Landsleuten die Häuser zerstörten oder die Bürger selbst töteten. Merkwürdig! Franzosen und Engländer empfinden es so schmerzlich, wenn deutsche Geschosse unabsichtlich harmlose Gebäude oder Zivilpersonen treffen, scheinen aber nichts zu empfinden, wenn sie selbst "Barbareien" kühlen Blutes begehen!


    Hindenburg als Dampfwalze.


    Wenn man daran denkt, daß die feindliche Presse die russische Armee als Dampfwalze bezeichnete, die, ohne vom Pfade abzuweichen oder sich aufhalten zu lassen, über die deutschen Armeen und Deutschland selbst dahinrollen werde, so kann man sich eines Lachens kaum erwehren, denn wenn etwas den Charakter einer Dampfwalze angenommen hat, so ist es das Hindenburgsche Heer, welches mit der diesem Instrument eigenen beharrlichen, unwiderstehlichen Stärke vorwärts rollt und jeden Widerstand überwindet, als sei es anders gar nicht möglich. Betrachten wir zunächst


    Die Vorgänge in Ostpreußen und nördlich der Weichsel.


    In Ostpreußen scheinen die russen, wie dies nach unseren Erfolgen in Polen zu erwarten war, ihre eigentliche Offensive aufgegeben zu haben. Es ist ein nur unbedeutendes Gefecht, welches uns von dort gemeldet wurde. Russische Heereskavallerie wurde auf Pillkallen zurückgeworfen. Sie wird vermutlich längst im abmarsch nach osten begriffen sein.











  • October 31, 2017 21:04:11 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

    Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

    Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der


    Ereignisse am 4. und 5. Januar.


    Am 4. Januar machten die Franzosen bei Arras wieder mit unseren Pionieren unangenehme Bekanntschaft, die ihnen einen Schützengraben von 200 Meter Länge in die Luft sprengten. Wir glauben wohl, daß bei Gelegenheit nicht viele Gefangene gemacht wurden, denn das Sprengen läßt in der Regel nicht viele Menschenleben übrig. Der Schützengraben muß übrigens den Franzosen besonders wertvoll erschienen sein, wie aus mehreren nutzlosen Angriffen ihrereits hervorging. - Am 5. Januar gaben sich die Franzosen wieder dem merkwürdigen Zeitvertreib hin, die Ortschaften hinter unserer Front zu beschießen. Es ist ja möglich, daß sie dadurch die für einige Ruhetage aus der Front dorthin zurückgezogenen Truppen belästigen und ihrer Ruhe berauben wollten, aber was sie hauptsächlich dadurch erreichten, war, daß sie ihren eigenen Landsleuten die Häuser zerstörten oder die Bürger selbst töteten. Merkwürdig! Franzosen und Engländer empfinden es so schmerzlich, wenn deutsche Geschosse unabsichtlich harmlose Gebäude oder Zivilpersonen treffen, scheinen aber nichts zu empfinden, wenn sie selbst "Barbareien" kühlen Blutes begehen!








  • October 31, 2017 20:58:59 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

    Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

    Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der


    Ereignisse am 4. und 5. Januar.


    Am 4. Januar mchten die Franzosen bei Arras wieder mit unseren Pionieren unangenehme Bekanntschaft, die ihnen einen Schützengraben von 200 Meter Länge in die Luft sprengten. Wir glauben wohl, daß bei Gelgenheit nicht viele Gefangene gemacht wurden, denn das Sprengen läßt in der Regel nicht viele Menschenleben übrig. Der Schützengraben muß übrigens den Franzosen besonders wertvoll erschienen sein, wie aus mehreren nutzlosen Angriffen ihrereits hervorging.








  • October 31, 2017 20:55:52 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

    Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die deutschen Bajonette dürften den Franzosen klargemacht haben, daß sie dort nicht erwünscht sind. Jedenfalls mißlang ihr Angriff vollkommen.

    Bevor wir uns den Ereignissen im Osten zuwenden, bedarf es noch einer kurzen Erwähnung der









  • October 31, 2017 20:54:20 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.

    Neben diesen Bajonettkämpfen auf der Höhe bei Sennheim ist noh ein ähnlicher Kampf zwischen Steinbach und Uffholz zu erwähnen. Uffholz liegt unmittelbar nördlich Sennheim, nur 1 1/2 Kilometer von diesem entfernt. Es handelte sich also offenbar um einen vorbereitenden Schritt für einen Angriff auf Sennheim, aber die







  • October 31, 2017 20:52:12 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett. - Aber die Franzosen hatten ebenfalls den Wert der Höhe erkannt, und so sehen wir sie wieder am 5. Januar tapfer auf der Höhe Fuß fassen. Die Siegesfreude war freilich eine sehr kurze, denn ein "kräftiger Bajonettangriff" warf sie von der Höhe hinab, und 50 französische Alpenjäger blieben in den Händen der Deutschen.







  • October 31, 2017 20:49:48 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische Wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett.






  • October 31, 2017 20:49:30 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.) Was nun den zerschossenen Ort anbetrifft, so scheint man ihn deutscherseits nicht mehr als Wertobjekt betrachtet zu haben, aber der strategische wert der Höhe westlich Sennheim blieb bestehen, und so wurde denn die Höhe mittels der Waffe wiedergewonnen, die in diesem Kriege neue Bedeutung gewonnen hat, durch das Bajonett.






  • October 31, 2017 20:47:30 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.


    Die Zahl der Gefangenen aus den

    Argonnen

    klingt in den täglichen Meldungen gering. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß in Waldkämpfen höchst selten viele Gefangene gemacht werden, es sei denn, daß dem weichenden Gegner der Rückzug abgeschnitten, was in den Kämpfen im Argonner Walde natürlich unmöglich ist. Trotzdem summen sich auch die kleinen Zahlen recht hübsch auf. So belief sich die Kriegsbeute aus dem Argonner Wald im Dezember allein auf 2950 unverwundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen und 1 Bronzemörser. - Ging es in den Argonnen lebhaft zu, so herrschte auch südlich der Argonnen

    rege Tätigkeit im Oberelsaß.

    Wir hatten dort am 27. Dezember westlich Sennheim eine heiß umstrittene Höhe genommen, um deren Wiederbesitz die Franzosen erbitterte Angriffskämpfe führten. Zu gleicher Zeit wiederholte sich Tag für Tag der französische Angriff auf das Dorf Steinbach, dessen Besitz die Franzosen allerdings dadurch immer wertloser machten, daß sie, systematisch vorgehend, ein Haus nach dem anderen in Trümmer legten. Auch die Schützengräben auf der erwähnten Höhe bei Sennheim wurden durch feindliches Artilleriefeuer so zugedeckt, daß es dem Feinde schließlich gelang, sie und den Ort Steinbach an sich zu reißen. (3. Januar.)






  • October 31, 2017 20:37:58 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.

    Diese schönen Neujahrserfolge fanden auch am 5. Januar ihren Fortgang, denn wieder gelang es den Deutschen, mehrere Schützengräben zu nehmen, verschiedene Angriffe abzuschlagen und über 200 Gefangene zu machen.





  • October 31, 2017 20:36:16 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.  Ein bei La Haymirt, nordwestlich St. Mihiel gelegenes französisches Lager wurde dabei in Brand geschossen. Das viel und heiß umstrittene Bois Brulé fiel in die Hände der Deutschen, und im Gouriegehölz machten die deutschen Truppen, trotz französischer Gegenstöße, gute Fortschritte.



  • October 31, 2017 20:34:03 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.

    Auf der ganzen Front ging es in den Argonnen vorwärts, als habe das neue Jahr frische Entschlossenheit in die Herzen der Tapferen gebracht, und bei Verdun, bei Aiy=Apremont und nördlich Commercy mußten die angreifenden Franzosen unter schweren Verlusten die Erfahrung machen, daß auch das neue Jahr dem Feinde günstig war.



  • October 31, 2017 20:31:43 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden. - Dabei hören die französischen Versuche, Verdun Luft zu schaffen, nicht auf. Sie scheitern in vergeblichen Vorstößen über Flirey und von Toul aus. Tagelang wiederholen sie sich, aber unaufhaltsam bricht sich der deutsche Krieger weiter Bahn durch das Dickicht des Argonner Waldes. Der Jahresschluß gab ihm dabei eine bessere Tagesbeute am 31. Dezember in Gestalt von 400 Gefangenen, sechs Maschinengewehren und vier Minenwefern nebst zahlreicher Munition. Auch am 1. Januar zeigte die Siegesgöttin den Deutschen ein lächelndes Gesicht.



  • October 31, 2017 20:27:48 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegende Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden.



  • October 31, 2017 20:27:09 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens. Und trotzdem ringen sie unverzagt weiter. So in den westlichen Argonnen am 30. Dezember, wo mehrere hintereinander liegenden Gräben genommen und 250 Franzosen gefangen wurden.



  • October 31, 2017 20:25:54 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. In der Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tapferen Leute im Schweiße ihres Angesichtes fast übermenschliche Anstrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens.



  • October 31, 2017 20:25:07 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. Inder Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.

    Wenn, wie am 28. und 29.Dezember, von abgeschlagenen Angriffen der Franzosen südöstlich von Verdun oder nordwestlich St. Menehould die Rede ist, dann wissen wir, daß diese Kämpfe sich unter einigermaßen normalen Verhältnissen abspielten; wenn wir aber von einem deutschen Vorstoß im Bois Brulé, westlich Apremont, hören, dann sehen wir im Geiste unsere tpferen Leiute im schweiße ihres angesichtes fast übermenschliche Ansrengungen machen, und die Kriegsbeute von drei Maschinengewehren dünkt uns fast zu bescheiden angesichts eines derartigen Ringens.



  • October 31, 2017 20:21:16 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Berggipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingegraben liegt oder aus schußsicheren Blockhäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. Inder Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins Auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.



  • October 31, 2017 20:20:17 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über


    die Kämpfe im Argonner Wald.


    Von diesen Kämpfen scheinen sich viele Leute immer noch keine richtige Vorstellung machen zu können. Sie spielen sich in einem der schwierigsten Waldgebirge ab, welches man sich vorzustellen vermag. Ohne Kampf bieten manche dieser Bergipfel für gewöhnliche Sterbliche nicht leicht zu überwindende Hindernisse. Man kann sich denken, wie schwer es sein muß, sie mit Gewalt einem Feind zu entreissen, der bis an die Zähne eingeraben liegt oder aus schußsicheren Blockäusern ein gutgezieltes Feuer unterhält. Gewiß wird hier mit Sprengungen gearbeitet, aber auch mit diesen kann man nur Schritt für Schritt vorwärts kommen, nicht ohne erhebliche Verluste und selten durch größere Kriegsbeute beglückt. Inder Tat, unsere Feldgrauen im Argonner Wald führen einen wenig ins auge fallenden, dafür aber um so aufreibenderen Kampf gegen den 'Feind und gegen die Natur der wilden Gegend, und sie verdienen höchste Anerkennung für ihre großartige Ausdauer.



  • October 31, 2017 20:14:02 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französisch=englischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nun immer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und Nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und daß der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. Davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nicht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über



  • October 31, 2017 20:12:44 Dagmar Veigel

    Deutschen dort eine ganz besonders große Gefahr bestehe. Dies geht auch aus dem weiteren Bericht hervor, denn es heißt dort, daß der Kampf bei Lombaertzyde zwar sehr heftig sei, daß die französischenglischen Durchbruchsversuche aber trotzdem bisher nicht von Erfolg gekrönt worden seien. Nun, sie werden auch wohl weiterhin erfolglos sein. Wenn dabei bemerkt wird, daß Lombaertzyde und Westende in Trümmerhaufen verwandelt worden seien, so möchten wir die Belgier darauf aufmerksam machen, daß nicht wir, sondern ihre Freunde und "Beschützer" die Schuld daran tragen. - Während die französischen Berichte nunimmer noch so tun, als stünde ein französischer Durchbruch bevor, wissen Nachrichten aus der Schweiz davon zu erzählen, daß die Deutschen durch Tag= und nachtangriffe Fortschritte bei Arras, Albert und Roye machten, und das der heftige Kampf der Franzosen gegen die deutschen schweren Geschütze in der Umgegend bei Reims erfolglos sei. davon erzählen uns die Pariser Meldungen natürlich nichts, sie erwähnen auch nciht, daß die Lage der Deutschen im Woevre und auf den Maashöhen eine wesentliche Verbesserung erfahren habe. Diese Tatsache wird jedoch durchaus bestätigt durch die Meldungen des Großen Hauptquartiers über



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