Deutsche Kriegszeitung - Illustrierte Wochenausgabe, herausgegeben vom Berliner Lokal-Anzeiger, item 21

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Nr. 9 - Sonntag,  11. Oktober                                                                                                       Preis 10 Pfennig

 

Deutsche

Kriegszeitung

1914

__________________________________________________________________________________________________________

Illustrierte Wochen-Ausgabe

Herausgegeben vom

Berliner Lokal-Anzeiger

__________________________________________________________________________________________________________

 

Aus großer Zeit.

Von einem alten preußischen Offizier.

IX.

In entscheidenden Kämpfen.

Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des französischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hatte aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras und Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran anzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind. Bis dahin haben unsere braven Grauen "den Tag des französischen allgemeinen Angriffes" noch nicht zu befürchten. Freilich, es ist nicht ausgeschlossen, daß der Führer des deutschen rechten Flügels seinerseits auf die Idee verfällt, die "einschneidenden Veränderungen des linken französischen Flügels" selbst vorzunehmen.  Dann wäre es allerdings aus mit der Ruhe. Französische Fachkritiker verraten übrigens, was dem französischen linken Flügel fehlt. Sie finden es unverständlich, daß der Zusamenhang zwischen der Hauptgruppe dieses Flügels unter General Manaury und der allzu weit vorgeschobenen Division Gallienis nicht bereits am 3. Oktober wiederhergestellt wurde. Nun, so unverständlich ist dies weiter nicht. Der graue Riegel, der sich trennend zwischen die beiden Armeegruppen schob, war vermutlich zu stark, um diese Wiedervereinigung zuzulassen. Das Große Hauptquartier teilt am 6. Oktober abends schließlich mit, daß die Kampffront sich bis nördlich Arras ausdehnte, und daß "unsere Spitzen" westlich Lille und westlich Lens auf feind

 

 Bild, Mitte:  General der Infanterie v. Beseler, der Leiter der Operation vor Antwerpen.       Hofphot. Höffert


An unsere Leser!


Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine

v o l l st ä n d i g e  G e s c h i c h t e  d e s  W e l t k r i e g e s  i n   W o r t  u n d  B i l d. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. E s  e m p f i e h l t  s i c h  d a h e r,  d i e  N u m m e r n  d e r 

" D e u t s c h e n   K r i e g s z e i t u n g"  a u f z u b e w a h r e n , die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die bisher erschienen Nummern können nachbezogen werden. Wer seinen Angehörigen im Felde eine Freude bereiten will, überweise ihnen beim nächsten Postamt die "Deutsche Kriegszeitung", Illustrierte Wochenausgabe, durch Feldpostbrief für monatlich 44 Pf. + 10 Pf. Umschlaggebühr.

Verlag und Redaktion.


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Nr. 9 - Sonntag,  11. Oktober                                                                                                       Preis 10 Pfennig

 

Deutsche

Kriegszeitung

1914

__________________________________________________________________________________________________________

Illustrierte Wochen-Ausgabe

Herausgegeben vom

Berliner Lokal-Anzeiger

__________________________________________________________________________________________________________

 

Aus großer Zeit.

Von einem alten preußischen Offizier.

IX.

In entscheidenden Kämpfen.

Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des französischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hatte aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras und Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran anzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind. Bis dahin haben unsere braven Grauen "den Tag des französischen allgemeinen Angriffes" noch nicht zu befürchten. Freilich, es ist nicht ausgeschlossen, daß der Führer des deutschen rechten Flügels seinerseits auf die Idee verfällt, die "einschneidenden Veränderungen des linken französischen Flügels" selbst vorzunehmen.  Dann wäre es allerdings aus mit der Ruhe. Französische Fachkritiker verraten übrigens, was dem französischen linken Flügel fehlt. Sie finden es unverständlich, daß der Zusamenhang zwischen der Hauptgruppe dieses Flügels unter General Manaury und der allzu weit vorgeschobenen Division Gallienis nicht bereits am 3. Oktober wiederhergestellt wurde. Nun, so unverständlich ist dies weiter nicht. Der graue Riegel, der sich trennend zwischen die beiden Armeegruppen schob, war vermutlich zu stark, um diese Wiedervereinigung zuzulassen. Das Große Hauptquartier teilt am 6. Oktober abends schließlich mit, daß die Kampffront sich bis nördlich Arras ausdehnte, und daß "unsere Spitzen" westlich Lille und westlich Lens auf feind

 

 Bild, Mitte:  General der Infanterie v. Beseler, der Leiter der Operation vor Antwerpen.       Hofphot. Höffert


An unsere Leser!


Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine

v o l l st ä n d i g e  G e s c h i c h t e  d e s  W e l t k r i e g e s  i n   W o r t  u n d  B i l d. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. E s  e m p f i e h l t  s i c h  d a h e r,  d i e  N u m m e r n  d e r 

" D e u t s c h e n   K r i e g s z e i t u n g"  a u f z u b e w a h r e n , die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die bisher erschienen Nummern können nachbezogen werden. Wer seinen Angehörigen im Felde eine Freude bereiten will, überweise ihnen beim nächsten Postamt die "Deutsche Kriegszeitung", Illustrierte Wochenausgabe, durch Feldpostbrief für monatlich 44 Pf. + 10 Pf. Umschlaggebühr.

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  • October 31, 2017 18:39:43 Dagmar Veigel

    Nr. 9 - Sonntag,  11. Oktober                                                                                                       Preis 10 Pfennig

     

    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    IX.

    In entscheidenden Kämpfen.

    Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


    Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des französischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hatte aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras und Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran anzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind. Bis dahin haben unsere braven Grauen "den Tag des französischen allgemeinen Angriffes" noch nicht zu befürchten. Freilich, es ist nicht ausgeschlossen, daß der Führer des deutschen rechten Flügels seinerseits auf die Idee verfällt, die "einschneidenden Veränderungen des linken französischen Flügels" selbst vorzunehmen.  Dann wäre es allerdings aus mit der Ruhe. Französische Fachkritiker verraten übrigens, was dem französischen linken Flügel fehlt. Sie finden es unverständlich, daß der Zusamenhang zwischen der Hauptgruppe dieses Flügels unter General Manaury und der allzu weit vorgeschobenen Division Gallienis nicht bereits am 3. Oktober wiederhergestellt wurde. Nun, so unverständlich ist dies weiter nicht. Der graue Riegel, der sich trennend zwischen die beiden Armeegruppen schob, war vermutlich zu stark, um diese Wiedervereinigung zuzulassen. Das Große Hauptquartier teilt am 6. Oktober abends schließlich mit, daß die Kampffront sich bis nördlich Arras ausdehnte, und daß "unsere Spitzen" westlich Lille und westlich Lens auf feind

     

     Bild, Mitte:  General der Infanterie v. Beseler, der Leiter der Operation vor Antwerpen.       Hofphot. Höffert


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine

    v o l l st ä n d i g e  G e s c h i c h t e  d e s  W e l t k r i e g e s  i n   W o r t  u n d  B i l d. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. E s  e m p f i e h l t  s i c h  d a h e r,  d i e  N u m m e r n  d e r 

    " D e u t s c h e n   K r i e g s z e i t u n g"  a u f z u b e w a h r e n , die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die bisher erschienen Nummern können nachbezogen werden. Wer seinen Angehörigen im Felde eine Freude bereiten will, überweise ihnen beim nächsten Postamt die "Deutsche Kriegszeitung", Illustrierte Wochenausgabe, durch Feldpostbrief für monatlich 44 Pf. + 10 Pf. Umschlaggebühr.

    Verlag und Redaktion.



  • October 31, 2017 13:21:41 Dagmar Veigel

    Nr. 9 - Sonntag,  11. Oktober                                                                                                       Preis 10 Pfennig

     

    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    IX.

    In entscheidenden Kämpfen.

    Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


    Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des französischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hatte aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras und Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran anzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind. Bis dahin haben unsere braven Grauen "den Tag des französischen allgemeinen Angriffes" noch nicht zu befürchten. Freilich, es ist nicht ausgeschlossen, daß der Führer des deutschen rechten Flügels seinerseits auf die Idee verfällt, die "einschneidenden Veränderungen des linken französischen Flügels" selbst vorzunehmen.  Dann wäre es allerdings aus mit der Ruhe. Französische Fachkritiker verraten übrigens, was dem französischen linken Flügel fehlt. Sie finden es unverständlich, daß der Zusamenhang zwischen der Hauptgruppe dieses Flügels unter General Manaury und der allzu weit vorgeschobenen Division Gallienis nicht bereits am 3. Oktober wiederhergestellt wurde. Nun, so unverständlich ist dies weiter nicht. Der graue Riegel, der sich trennend zwischen die beiden Armeegruppen schob, war vermutlich zu stark, um diese Wiedervereinigung zuzulassen. Das Große Hauptquartier teilt am 6. Oktober abends schließlich mit, daß die Kampffront sich bis nördlich Arras ausdehnte, und daß "unsere Spitzen" westlich Lille und westlich Lens auf feind

     

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  • October 31, 2017 13:20:30 Dagmar Veigel

    Nr. 9 - Sonntag,  11. Oktober                                                                                                       Preis 10 Pfennig

     

    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    IX.

    In entscheidenden Kämpfen.

    Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


    Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des französischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hatte aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras udn Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran anzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind. Bis dahin haben unsere braven Grauen "den Tag des französischen allgemeinen Angriffes" noch nicht zu befürchten. Freilich, es ist nicht ausgeschlossen, daß der Führer des deutschen rechten Flügels seinerseits auf die Idee verfällt, die "einschneidenden Veränderungen des linken französischen Flügels" selbst vorzunehmen.  Dann wäre es allerdings aus mit der Ruhe. Französische Fachkritiker verraten übrigens, was dem französischen linken Flügel fehlt. Sie finden es unverständlich, daß der Zusamenhang zwischen der Hauptgruppe dieses Flügels unter General Manaury und der allzu weit vorgeschobenen Division Gallienis nicht bereits am 3. Oktober wiederhergestellt wurde. Nun, so unverständlich ist dies weiter nicht. Der graue Riegel, der sich trennend zwischen die beiden Armeegruppen schob, war vermutlich zu stark, um diese Wiedervereinigung zuzulassen. Das Große Hauptquartier teilt am 6. Oktober abends schließlich mit, daß die Kampffront sich bis nördlich Arras ausdehnte, und daß "unsere Spitzen" westlich Lille und westlich Lens auf feind

     

     Bild, Mitte:  General der Infanterie v. Beseler, der Leiter der Operation vor Antwerpen.       Hofphot. Höffert





  • October 31, 2017 13:16:10 Dagmar Veigel

    Nr. 9 - Sonntag,  11. Oktober                                                                                                       Preis 10 Pfennig

     

    Deutsche

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    IX.

    In entscheidenden Kämpfen.

    Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


    Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des franzlsischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hatte aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras udn Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran anzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind. Bis dahin haben unsere braven Grauen "den Tag des französischen allgemeinen Angriffes" noch nicht zu befürchten. Freilich, es ist nicht ausgeschlossen, daß der Führer des deutschen rechten Flügels seinerseits auf die Idee verfällt, die "einschneidenden Veränderungen des linken französischen Flügels" selbst vorzunehmen.  Dann wäre es allerdings aus mit der Ruhe. Französische Fachkritiker verraten übrigens, was dem französischen linken Flügel fehlt. Sie finden es unverständlich, daß der Zusamenhang zwischen der Hauptgruppe dieses Flügels unter General Manaury und der allzu weit vorgeschobenen Division Gallienis nicht bereits am 3. Oktober wiederhergestellt wurde. Nun, so unverständlich ist dies weiter nicht. Der graue Riegel, der sich trennend zwischen die beiden Armeegruppen schob, war vermutlich zu stark, um diese Wiedervereinigung zuzulassen. Das Große Hauptquartier teilt am 6. Oktober abends schließlich mit, daß die Kampffront sich bis nördlich Arras ausdehnte, und daß "unsere Spitzen" westlich Lille und westlich Lens auf feind

     

     Bild, Mitte:  General der Infanterie v. Beseler, der Leiter der Operation vor Antwerpen.       Hofphot. Höffert





  • October 31, 2017 13:13:48 Dagmar Veigel

    Nr. 9 - Sonntag,  11. Oktober                                                                                                       Preis 10 Pfennig

     

    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     

    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    IX.

    In entscheidenden Kämpfen.

    Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


    Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des franzlsischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hbbe aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras udn Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran anzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind. Bis dahin haben unsere braven Grauen "den Tag des französischen allgemeinen Angriffes" noch nicht zu befürchten. Freilich, es ist nicht ausgeschlossen, daß der Führer des deutschen rechten Flügels seinerseits auf die Idee verfällt, die "einschneidenden Veränderungen des linken französischen Flügels" selbst vorzunehmen.  Dann wäre es allerdings aus mit der Ruhe. Französische Fachkritiker verraten übrigens, was dem französischen linken Flügel fehlt. Sie finden es unverständlich, daß der Zusamenhang zwischen der Hauptgruppe dieses Flügels unter General Manaury und der allzu weit vorgeschobenen Division Gallienis nicht bereits am 3. Oktober wiederhergestellt wurde. Nun, so unverständlich ist dies weiter nicht. Der graue Riegel, der sich trennend zwischen die beiden Armeegruppen schob, war vermutlich zu stark, um diese Wiedervereinigung zuzulassen. Das Große Hauptquartier teilt am 6. Oktober abends schließlich mit, daß die Kampffront sich bis nördlich Arras ausdehnte, und daß "unsere Spitzen" westlich Lille und westlich Lens auf feind


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  • October 31, 2017 13:13:41 Dagmar Veigel

    Nr. 9 - Sonntag,  11. Oktober                                                                                                       Preis 10 Pfennig

     

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    Aus großer Zeit.

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    IX.

    In entscheidenden Kämpfen.

    Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


    Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des franzlsischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hbbe aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras udn Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran anzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind. Bis dahin haben unsere braven Grauen "den Tag des französischen allgemeinen Angriffes" noch nicht zu befürchten. Freilich, es ist nicht ausgeschlossen, daß der Führer des deutschen rechten Flügels seinerseits auf die Idee verfällt, die "einschneidenden Veränderungen des linken französischen Flügels" selbst vorzunehmen.  Dann wäre es allerdings aus mit der Ruhe. Französische Fachkritiker verraten übrigens, was dem französischen linken Flügel fehlt. Sie finden es unverständlich, daß der Zusamenhang zwischen der Hauptgruppe dieses Flügels unter General Manaury und der allzu weit vorgeschobenen Division Gallienis nicht bereits am 3. Oktober wiederhergestellt wurde. Nun, so unverständlich ist dies weiter nicht. Der graue Riegel, der sich trennend zwischen die beiden Armeegruppen schob, war vermutlich zu stark, um diese Wiedervereinigung zuzulassen. Das Große Hauptquartier teilt am 6. Oktober abends schließlich mit, daß die Kampffront sich bis nördlich Arras ausdehnte, und daß "unsere Spitzen" westlich Lille und westlich Lens auf feind


     Bild, Mitte:  General der Infanterie v. Beseler, der Leiter der Operation vor Antwerpen.          Hofphot. Höffert





  • October 31, 2017 13:10:48 Dagmar Veigel

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    IX.

    In entscheidenden Kämpfen.

    Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


    Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des franzlsischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hbbe aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras udn Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran anzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind. Bis dahin haben unsere braven Grauen "den Tag des französischen allgemeinen Angriffes" noch nicht zu befürchten. Freilich, es ist nicht ausgeschlossen, daß der Führer des deutschen rechten Flügels seinerseits auf die Idee verfällt, die "einschneidenden Veränderungen des linken französischen Flügels" selbst vorzunehmen.  Dann wäre es allerdings aus mit der Ruhe. Französische Fachkritiker verraten übrigens, was dem französischen linken Flügel fehlt. Sie finden es unverständlich, daß der Zusamenhang zwischen der Hauptgruppe dieses Flügels unter General Manaury und der allzu weit vorgeschobenen Division Gallienis nicht bereits am 3. Oktober wiederhergestellt wurde. Nun, so unverständlich ist dies weiter nicht. Der graue Riegel, der sich trennend zwischen die beiden Armeegruppen schob, war vermutlich zu stark, um diese Wiedervereinigung zuzulassen. Das Große Hauptquartier teilt am 6. Oktober abends schließlich mit, daß die Kampffront sich bis nördlich Arras ausdehnte, und daß "unsere Spitzen" westlich Lille und westlich Lens auf feind





  • October 31, 2017 13:10:14 Dagmar Veigel

    Nr. 9 - Sonntag,  11. Oktober                                                                                                       Preis 10 Pfennig

     

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    Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


    Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des franzlsischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hbbe aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras udn Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran anzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind. Bis dahin haben unsere braven Grauen "den Tag des französischen allgemeinen Angriffes" noch nicht zu befürchten. Freilich, es ist nicht ausgeschlossen, daß der Führer des deutschen rechten Flügels seinerseits auf die Idee verfällt, die "einschneidenden Veränderungen des linken französischen Flügels" selbst vorzunehmen.  Dann wäre es allerdings aus mit der Ruhe. Französische Fachkritiker verraten übrigens, was dem französischen linken Flügel fehlt. Sie finden es unverständlich, daß der Zusamenhang zwischen der Hauptgruppe dieses Flügels unter General Manaury und der allzu weit vorgeschobenen Division Gallienis nicht bereits am 3. Oktober wiederhergestellt wurde. Nun, so unverständlich ist dies weiter nicht. Der graue Riegel, der sich trennend zwischen die beiden Armeegruppen schob, war vermutlich zu stakr, um diese Wiedervereinigung zuzulassen. Das Große Hauptquartier teilt am 6. Oktober abends schließlich mit, daß die Kampffront sich bis nördlich Arras ausdehnte, und daß "unsere Spitzen" westlich Lille und westlich Lens auf feind





  • October 31, 2017 13:04:46 Dagmar Veigel

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    IX.

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    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des franzlsischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hbbe aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras udn Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran anzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind. Bis dahin haben unsere braven Grauen "den Tag des französischen allgemeinen Angriffes" noch nicht zu befürchten. Freilich, es ist nicht ausgeschlossen, daß der Führer des deutschen rechten Flügels seinerseits auf die Idee verfällt, die "einschneidenden Veränderungen des linken französischen Flügels" selbst vorzunehmen.





  • October 31, 2017 13:03:31 Dagmar Veigel

    Nr. 9 - Sonntag,  11. Oktober                                                                                                       Preis 10 Pfennig

     

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    IX.

    In entscheidenden Kämpfen.

    Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


    Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des franzlsischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hbbe aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras udn Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran enzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind. Bis dahin haben unsere braven Grauen "den Tag des französischen allgemeinen Angriffes" noch nicht zu befürchten. Freilich, es ist nich tausgeschlossen, daß der führer des deutschen rechten Flügels seinerseits auf die Idee verfällt, die "einschneidenden Veränderungen des linken französischen Flügels" selbst vorzunehmen.





  • October 31, 2017 13:01:26 Dagmar Veigel

    Nr. 9 - Sonntag,  11. Oktober                                                                                                       Preis 10 Pfennig

     

    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     

    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    IX.

    In entscheidenden Kämpfen.

    Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


    Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des franzlsischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hbbe aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese Nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras udn Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten". Was sich die guten Pariser bei dem Lesen dieser merkwürdigen Nachrichten gedacht haben mögen, möchte ich wohl wissen. Wahrscheinlich gefiel ihnen der zitierte Satz, da sie Freunde einer schön gedrehten Phrase sind. Diese klassische Erklärung benutzt der erfinderische Geist, der die Phrase erfand, dazu, um daran enzuknüpfen, daß diese einschneidenden Veränderungen: "den Tag des französischen allgemeinen Angriffs hinausschoben". Na, da können wir ja noch einige Tage in Ruhe schlafen, bis die "einschneidenden Veränderungen" auf dem linken Flügel vollzogen sind.





  • October 31, 2017 12:57:30 Dagmar Veigel

    Nr. 9 - Sonntag,  11. Oktober                                                                                                       Preis 10 Pfennig

     

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    In entscheidenden Kämpfen.

    Unser unverwüstlicher rechter Flügel.


    Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des franzlsischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hbbe aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hauptquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen. Recht französisch lautet allerdings eine über Genf kommende Nachricht, die ebenfalls aus dem französischen Hauptquartier stammen soll. Auch diese nachricht gibt deutsche Erfolge bei Arras udn Roye zu und bemerkt, daß die Erfolge "einschneidende Veränderungen des französischen linken Flügels bedingten".





  • October 31, 2017 12:55:19 Dagmar Veigel

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    Wir verließen in unserer fortlaufenden Schilderung des Krieges den westlichen Kriegsschauplatz am 30. September. Bei Albert, auf unserem äußerten rechten Flügel, waren damals ü b e r l e g e n e feindliche Truppen mit schweren Verlusten zurückgetrieben worden. Wir schlossen daraus auf eine gewisse Erlahmung des französischen Spannkraft, während Depeschen aus Paris merkwürdigerweise von einer "ungeschwächten Stoßkraft" des deutschen rechten Flügels sprachen, damit also indirekt unsere Ansicht bestätigten.

    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des franzlsischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hbbe aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die Kämpfe auf dem rechten Flügel "erfolgreich fortgesetzt" wurden. eine charakteristisch kurze, aber sehr erfreuliche Meldung, die noch etwas deutlicher wurde durch eine französische Hauptquartiermeldung, die von heftigen Kämpfen nördlich der Oise spricht und mit den ominösen Worten schließt: "Wir haben an einigen Punkten zurückweichen müssen." Es muß um die französische Sache in der Tat schlecht bestellt sein, wenn das französische Hautpquartier ernstlich bemüht ist, die Wahrheit zu sagen.





  • October 31, 2017 12:52:10 Dagmar Veigel

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    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere Nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des franzlsischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verzweifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit. Das mußte ermüden. Es hbbe aber noch unangenehmere Folgen. Deutscherseits hatte man offenbar genau beobachtet, wo die verlängerte Front der Franzosen dünn wurde, und da dies wahrscheinlich französischerseits an den Stellen zugelassen wurde, wo eine natürlich starke Stellung auch mit schwächeren Kräften verteidigungsfähig erschien, so fielen den Deutschen, die auch naturstarke Stellungen zu stürmen pflegen, wichtige Punkte, wie die vorerwähnten Höhenstellungen, in die Hände. Nach der Erstürmung der Höhen südlich Roye scheint eine gewisse Ruhe eingetreten zu sein, die allerdings nicht lange dauerte, denn am 5. Oktober abends meldete das Große Hauptquartier, daß die





  • October 31, 2017 12:47:06 Dagmar Veigel

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    Englische Berichterstatter gaben sogar zu, daß der linke französische Flügel Gefahr lief, einen wichtigen Punkt zu verlieren, aber noch rechtzeitig Verstärkungen erhielt. Nach einem Telegramm aus dem deutschen Großen Hauptquartier vom 1. Oktober abends verloren nun freilich die Franzosen den "wichtigsten Punkt" oder zwei wichtige Punkte, da ihnen die Höhenstellungen bei Roye und Fresnoy "entrissen" wurden. Das Wort "entrissen" zeigt zur Genüge, daß die Franzosen diese Punkte für sehr wichtig hielten und erbittert verteidigten. - Dieser Hiobspost für den französischen linken Flügel folgte am 2. Oktober die noch bedeutsamere nachricht, daß die Franzosen südlich Roye aus ihren Stellungen geworfen wurden. Es sei dahingestellt, inwieweit das weite Ausholen des franzlsischen linken Flügels nach Norden das Hineintreiben dieses deutschen Keils in die französische Stellung gestattete, jedenfalls war unsere Stellung Roye, Fresnoy und auf den Höhen südlich Fresnoy ein ganz gefährlicher Keil und wurde als solcher, wenn auch zunächst noch dunkel, von englischen Fachkritikern an Ort und Stelle erkannt. - Seit Beginn des Versuchs der weit ausholenden Umgehung unseres rechten Flügels hatte dieser eine Dehnbarkeit gezeigt, die für die Franzosen zum Verwzeifeln gewesen sein muß. Sie mochten mit Zuhilfenahme der Bahn noch so weit nach Norden ausholen - überall fanden sie eine graue Linie zu ihrem warmem Empfang bereit.





  • October 31, 2017 12:41:17 Dagmar Veigel

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  • October 31, 2017 12:37:50 Dagmar Veigel

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  • October 31, 2017 12:33:39 Dagmar Veigel

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19266 / 217795
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Marie-Luise Polirock
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


Oct, 1914
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