Deutsche Kriegszeitung - Illustrierte Wochenausgabe, herausgegeben vom Berliner Lokal-Anzeiger, item 19

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Nr. 3 - Sonntag,  30. August                                                                                                          Preis 10 Pfennig

 

Deutsche

Kriegszeitung

1914

__________________________________________________________________________________________________________

Illustrierte Wochen-Ausgabe

Herausgegeben vom

Berliner Lokal-Anzeiger

__________________________________________________________________________________________________________

 

Aus großer Zeit.

Von einem alten preußischen Offizier.

III.

"Sieg auf Sieg!"


Seitdem wir unsere vorige Numer in bezug auf Belgien mit der Frage "Was nun?" abgeschlossen hatten, haben die Waffentaten unserer Armee und der kurze Entschuß unserer Regierung die Antwort erteilt, eine Antwort der ganz Deutschland zujubeln wird. Am 24. August rückten die ersten deutschen Truppen in die stolze Festung Namur ein, deren Forts eine kurze, aber ausschlaggebende Unterhaltung mit unseren neuen 42=Zentimeter=Belagerungsmörsern gehabt hatten. Diese Mörser, deren Herstellung trotz der vielen dabei beschäftigten Menschen vollständig verschwiegen worden war, machen alle Befestigungen, auf deren Stärke man bisher vetraut hatte, wertlos. Wir geben eine Schilderung der furchtbaren Wirkung dieser Mörser aus der Feder des Berichterstatters des "Berliner Lokal=Anzeigers". Die Schilderung bezieht sich auf eins der Forts von Lüttich, wir können aus ihr aber Schlüsse daraus ziehen, wie es den Forts von Namur erging, die sich tapfer gegen dieses Kriegsmonstrum zu verteidigen versuchten. "Loncin wurde auf 13 Kilometer mit schwerer Artillerie beschossen und mit drei Treffern in eine Verfassung gebracht, zu der kaum ein Erdbeben hingereicht hätte. Die Sprengmischung unserer 42=Zentimeter=Haubitzen ist eine geradezu entsetzliche. Die viele Meter dicken Betongewölbe waren zerschlagen wie Tonpfeifen, Blöcke von der Größe einer Villa über= und untereinander geworfen. Die schweren Kuppeln der Panzertürme wurden zerschlagen wie Kochtöpfe. Vor der Kraft, die diese Waffen mit drei Schüssen so übereinander geworfen hatte, schweigt jeder Gedanke einer Widerstandsmöglichkeit. Man kann sich nur trauernd um den Sturz des Vaterlandes, begraben lassen von diesen Trümmern wie der tapfere General Léman, der bewußtlos darunter gefunden wurde, oder die weiße Fahne hissen, wie es denn auch bei den anderen Forts geschah, sobald die erste 42=Zentimeter=Granate eingeschlagen hatte". Wie die letzten Forts Lüttichs, so mußte auch Namur vor diesen Ungetümen die Waffen strecken, und voll banger Sorge mag man in Antwerpen und in französischen Zeitungen beobachten, welchen Weg diese deutschen Festungsbrecher nunmehr nehmen. Man wird unwillkürlich an die Geschichte der "faulen Grete" erinnert, mit der ein brandenburgischer Kurfürst einst die Ritterburgen brach, wenn man diesen Triumphzug der gewaltigen Mörser verfolgt. Namur hatte eine große Bedeutung für uns. Sie stellte das letzte verschollene Tor für unseren Vormarsch auf Paris dar, aber wir wußten den Schlüssel dazu zu finden. Die neun Forts, gut angelegt auf vorgelagerten Höhen, waren nach den Begriffen aller Sachverständigen durchaus fähig, eine lange Belagerung auszuhalten, abe rman hatte nicht mit dem auch im Frieden unermüdlich tätigen Geiste des deutschen Heeres gerechnet, der nicht eher ruht, als bis er für jedes sich ihm bietende Hindernis die geeignete Waffe fand. - Dank dieser unermüdlichen Arbeit wurden die belgischen Festungen in Tagen genommen, wo der Verteidiger auf Monate gerechnet hatte.  - Während aber in Antwerpen die Bevölkerung in fast wahnsinniger Aufregung ihr Geschick erwartet, liegen im Hafen Dampfer bereit, um die königliche Familie nach England zu bringen, wenn auch vor Antwerpen die deutschen Mörser ihr furchtbares Kriegslied anstimmen sollten. Es steht dem König, der im blinden Vertrauen auf seine englischen und französischen Freunde auf Deutschlands freundliches Anerbieten nicht einging und dadurch sein Land mit Strömen von Blut überschwemmte, nunmehr frei, seinem Lande Lebewohl zu sagen. Belgiens Klagen, daß Frankreich und England ihm nicht geholfen hätten, vermögen uns nicht zu rühren. Unter den Händen des bewährten Feldmarshalls v. der Goltz, den Seine Majestät der Kaiser zum Generalgouverneur von Belgien ernannte, wird nunmehr der anständige Teil der belgischen Bevölkerung von jenen bestialischen Menschen, die durch ihre Verfolgung wehrloser Deutschen und durch scheußlichen Mord, begangen selbst an Verwundeten, sich hervortaten, freigemacht werden, um sich ihres besseren Selbst wieder zu entsinnen. Das Gesindel, welches leider zu Belgiens Schimpf so zahlreich war, wird die volle Kraft der militärischen Verwaltung zu fühlen bekommen und ebenso schnell vor der gerechten Justiz zerschmelzen, wie es durch eine schmachvolle Preß= und Regierungshetze an den Tag gezogen worden war. Die französische Sprache aber, die sich wochenlang in den Dienst der frechsten und gemeinsten Lüge gestellt hat, verschwindet aus der Presse. In reinem Deutsch werden die Blätter des Landes nunmehr lernen müssen, die reine Wahrheit zu sagen. Belgien wird einst den Tag segnen, an dem es durch eine vielleicht anfangs schmerzende Operation losgetrennt wurde von französischem Lügenwesen und französischer Scheinkultur. Das Verhalten der belgischen Bevölkerung hat jedenfalls gezeigt, daß diese Operationen nicht einen Augenblick zu früh kam, wenn das Volk der Belgier aus moralischem Sumpf gerettet werden sollte.

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Nr. 3 - Sonntag,  30. August                                                                                                          Preis 10 Pfennig

 

Deutsche

Kriegszeitung

1914

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Illustrierte Wochen-Ausgabe

Herausgegeben vom

Berliner Lokal-Anzeiger

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Aus großer Zeit.

Von einem alten preußischen Offizier.

III.

"Sieg auf Sieg!"


Seitdem wir unsere vorige Numer in bezug auf Belgien mit der Frage "Was nun?" abgeschlossen hatten, haben die Waffentaten unserer Armee und der kurze Entschuß unserer Regierung die Antwort erteilt, eine Antwort der ganz Deutschland zujubeln wird. Am 24. August rückten die ersten deutschen Truppen in die stolze Festung Namur ein, deren Forts eine kurze, aber ausschlaggebende Unterhaltung mit unseren neuen 42=Zentimeter=Belagerungsmörsern gehabt hatten. Diese Mörser, deren Herstellung trotz der vielen dabei beschäftigten Menschen vollständig verschwiegen worden war, machen alle Befestigungen, auf deren Stärke man bisher vetraut hatte, wertlos. Wir geben eine Schilderung der furchtbaren Wirkung dieser Mörser aus der Feder des Berichterstatters des "Berliner Lokal=Anzeigers". Die Schilderung bezieht sich auf eins der Forts von Lüttich, wir können aus ihr aber Schlüsse daraus ziehen, wie es den Forts von Namur erging, die sich tapfer gegen dieses Kriegsmonstrum zu verteidigen versuchten. "Loncin wurde auf 13 Kilometer mit schwerer Artillerie beschossen und mit drei Treffern in eine Verfassung gebracht, zu der kaum ein Erdbeben hingereicht hätte. Die Sprengmischung unserer 42=Zentimeter=Haubitzen ist eine geradezu entsetzliche. Die viele Meter dicken Betongewölbe waren zerschlagen wie Tonpfeifen, Blöcke von der Größe einer Villa über= und untereinander geworfen. Die schweren Kuppeln der Panzertürme wurden zerschlagen wie Kochtöpfe. Vor der Kraft, die diese Waffen mit drei Schüssen so übereinander geworfen hatte, schweigt jeder Gedanke einer Widerstandsmöglichkeit. Man kann sich nur trauernd um den Sturz des Vaterlandes, begraben lassen von diesen Trümmern wie der tapfere General Léman, der bewußtlos darunter gefunden wurde, oder die weiße Fahne hissen, wie es denn auch bei den anderen Forts geschah, sobald die erste 42=Zentimeter=Granate eingeschlagen hatte". Wie die letzten Forts Lüttichs, so mußte auch Namur vor diesen Ungetümen die Waffen strecken, und voll banger Sorge mag man in Antwerpen und in französischen Zeitungen beobachten, welchen Weg diese deutschen Festungsbrecher nunmehr nehmen. Man wird unwillkürlich an die Geschichte der "faulen Grete" erinnert, mit der ein brandenburgischer Kurfürst einst die Ritterburgen brach, wenn man diesen Triumphzug der gewaltigen Mörser verfolgt. Namur hatte eine große Bedeutung für uns. Sie stellte das letzte verschollene Tor für unseren Vormarsch auf Paris dar, aber wir wußten den Schlüssel dazu zu finden. Die neun Forts, gut angelegt auf vorgelagerten Höhen, waren nach den Begriffen aller Sachverständigen durchaus fähig, eine lange Belagerung auszuhalten, abe rman hatte nicht mit dem auch im Frieden unermüdlich tätigen Geiste des deutschen Heeres gerechnet, der nicht eher ruht, als bis er für jedes sich ihm bietende Hindernis die geeignete Waffe fand. - Dank dieser unermüdlichen Arbeit wurden die belgischen Festungen in Tagen genommen, wo der Verteidiger auf Monate gerechnet hatte.  - Während aber in Antwerpen die Bevölkerung in fast wahnsinniger Aufregung ihr Geschick erwartet, liegen im Hafen Dampfer bereit, um die königliche Familie nach England zu bringen, wenn auch vor Antwerpen die deutschen Mörser ihr furchtbares Kriegslied anstimmen sollten. Es steht dem König, der im blinden Vertrauen auf seine englischen und französischen Freunde auf Deutschlands freundliches Anerbieten nicht einging und dadurch sein Land mit Strömen von Blut überschwemmte, nunmehr frei, seinem Lande Lebewohl zu sagen. Belgiens Klagen, daß Frankreich und England ihm nicht geholfen hätten, vermögen uns nicht zu rühren. Unter den Händen des bewährten Feldmarshalls v. der Goltz, den Seine Majestät der Kaiser zum Generalgouverneur von Belgien ernannte, wird nunmehr der anständige Teil der belgischen Bevölkerung von jenen bestialischen Menschen, die durch ihre Verfolgung wehrloser Deutschen und durch scheußlichen Mord, begangen selbst an Verwundeten, sich hervortaten, freigemacht werden, um sich ihres besseren Selbst wieder zu entsinnen. Das Gesindel, welches leider zu Belgiens Schimpf so zahlreich war, wird die volle Kraft der militärischen Verwaltung zu fühlen bekommen und ebenso schnell vor der gerechten Justiz zerschmelzen, wie es durch eine schmachvolle Preß= und Regierungshetze an den Tag gezogen worden war. Die französische Sprache aber, die sich wochenlang in den Dienst der frechsten und gemeinsten Lüge gestellt hat, verschwindet aus der Presse. In reinem Deutsch werden die Blätter des Landes nunmehr lernen müssen, die reine Wahrheit zu sagen. Belgien wird einst den Tag segnen, an dem es durch eine vielleicht anfangs schmerzende Operation losgetrennt wurde von französischem Lügenwesen und französischer Scheinkultur. Das Verhalten der belgischen Bevölkerung hat jedenfalls gezeigt, daß diese Operationen nicht einen Augenblick zu früh kam, wenn das Volk der Belgier aus moralischem Sumpf gerettet werden sollte.


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  • October 31, 2017 10:15:27 Dagmar Veigel

    Nr. 3 - Sonntag,  30. August                                                                                                          Preis 10 Pfennig

     

    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    III.

    "Sieg auf Sieg!"


    Seitdem wir unsere vorige Numer in bezug auf Belgien mit der Frage "Was nun?" abgeschlossen hatten, haben die Waffentaten unserer Armee und der kurze Entschuß unserer Regierung die Antwort erteilt, eine Antwort der ganz Deutschland zujubeln wird. Am 24. August rückten die ersten deutschen Truppen in die stolze Festung Namur ein, deren Forts eine kurze, aber ausschlaggebende Unterhaltung mit unseren neuen 42=Zentimeter=Belagerungsmörsern gehabt hatten. Diese Mörser, deren Herstellung trotz der vielen dabei beschäftigten Menschen vollständig verschwiegen worden war, machen alle Befestigungen, auf deren Stärke man bisher vetraut hatte, wertlos. Wir geben eine Schilderung der furchtbaren Wirkung dieser Mörser aus der Feder des Berichterstatters des "Berliner Lokal=Anzeigers". Die Schilderung bezieht sich auf eins der Forts von Lüttich, wir können aus ihr aber Schlüsse daraus ziehen, wie es den Forts von Namur erging, die sich tapfer gegen dieses Kriegsmonstrum zu verteidigen versuchten. "Loncin wurde auf 13 Kilometer mit schwerer Artillerie beschossen und mit drei Treffern in eine Verfassung gebracht, zu der kaum ein Erdbeben hingereicht hätte. Die Sprengmischung unserer 42=Zentimeter=Haubitzen ist eine geradezu entsetzliche. Die viele Meter dicken Betongewölbe waren zerschlagen wie Tonpfeifen, Blöcke von der Größe einer Villa über= und untereinander geworfen. Die schweren Kuppeln der Panzertürme wurden zerschlagen wie Kochtöpfe. Vor der Kraft, die diese Waffen mit drei Schüssen so übereinander geworfen hatte, schweigt jeder Gedanke einer Widerstandsmöglichkeit. Man kann sich nur trauernd um den Sturz des Vaterlandes, begraben lassen von diesen Trümmern wie der tapfere General Léman, der bewußtlos darunter gefunden wurde, oder die weiße Fahne hissen, wie es denn auch bei den anderen Forts geschah, sobald die erste 42=Zentimeter=Granate eingeschlagen hatte". Wie die letzten Forts Lüttichs, so mußte auch Namur vor diesen Ungetümen die Waffen strecken, und voll banger Sorge mag man in Antwerpen und in französischen Zeitungen beobachten, welchen Weg diese deutschen Festungsbrecher nunmehr nehmen. Man wird unwillkürlich an die Geschichte der "faulen Grete" erinnert, mit der ein brandenburgischer Kurfürst einst die Ritterburgen brach, wenn man diesen Triumphzug der gewaltigen Mörser verfolgt. Namur hatte eine große Bedeutung für uns. Sie stellte das letzte verschollene Tor für unseren Vormarsch auf Paris dar, aber wir wußten den Schlüssel dazu zu finden. Die neun Forts, gut angelegt auf vorgelagerten Höhen, waren nach den Begriffen aller Sachverständigen durchaus fähig, eine lange Belagerung auszuhalten, abe rman hatte nicht mit dem auch im Frieden unermüdlich tätigen Geiste des deutschen Heeres gerechnet, der nicht eher ruht, als bis er für jedes sich ihm bietende Hindernis die geeignete Waffe fand. - Dank dieser unermüdlichen Arbeit wurden die belgischen Festungen in Tagen genommen, wo der Verteidiger auf Monate gerechnet hatte.  - Während aber in Antwerpen die Bevölkerung in fast wahnsinniger Aufregung ihr Geschick erwartet, liegen im Hafen Dampfer bereit, um die königliche Familie nach England zu bringen, wenn auch vor Antwerpen die deutschen Mörser ihr furchtbares Kriegslied anstimmen sollten. Es steht dem König, der im blinden Vertrauen auf seine englischen und französischen Freunde auf Deutschlands freundliches Anerbieten nicht einging und dadurch sein Land mit Strömen von Blut überschwemmte, nunmehr frei, seinem Lande Lebewohl zu sagen. Belgiens Klagen, daß Frankreich und England ihm nicht geholfen hätten, vermögen uns nicht zu rühren. Unter den Händen des bewährten Feldmarshalls v. der Goltz, den Seine Majestät der Kaiser zum Generalgouverneur von Belgien ernannte, wird nunmehr der anständige Teil der belgischen Bevölkerung von jenen bestialischen Menschen, die durch ihre Verfolgung wehrloser Deutschen und durch scheußlichen Mord, begangen selbst an Verwundeten, sich hervortaten, freigemacht werden, um sich ihres besseren Selbst wieder zu entsinnen. Das Gesindel, welches leider zu Belgiens Schimpf so zahlreich war, wird die volle Kraft der militärischen Verwaltung zu fühlen bekommen und ebenso schnell vor der gerechten Justiz zerschmelzen, wie es durch eine schmachvolle Preß= und Regierungshetze an den Tag gezogen worden war. Die französische Sprache aber, die sich wochenlang in den Dienst der frechsten und gemeinsten Lüge gestellt hat, verschwindet aus der Presse. In reinem Deutsch werden die Blätter des Landes nunmehr lernen müssen, die reine Wahrheit zu sagen. Belgien wird einst den Tag segnen, an dem es durch eine vielleicht anfangs schmerzende Operation losgetrennt wurde von französischem Lügenwesen und französischer Scheinkultur. Das Verhalten der belgischen Bevölkerung hat jedenfalls gezeigt, daß diese Operationen nicht einen Augenblick zu früh kam, wenn das Volk der Belgier aus moralischem Sumpf gerettet werden sollte.


  • October 31, 2017 10:12:41 Dagmar Veigel

    Nr. 3 - Sonntag,  30. August                                                                                                          Preis 10 Pfennig

     

    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

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    III.

    "Sieg auf Sieg!"


    Seitdem wir unsere vorige Numer in bezug auf Belgien mit der Frage "Was nun?" abgeschlossen hatten, haben die Waffentaten unserer Armee und der kurze Entschuß unerer Regierung die Antwort erteilt, eine Antwort der ganz Deutschland zujubeln wird. Am 24. August rückten die ersten deutschen Truppen in die stolze Festung Namur ein, deren Forts eine kurze, aber ausschlaggebende Unterhaltung mit unseren neuen 42=Zentimeter=Belagerungsmörsern gehabt hatten. Diese Mörser, deren Herstellung trotz der vielen dabei beschäftigten Menschen vollständig verschwiegen worden war, machen alle Befestigungen, auf deren Stärke man bisher vetraut hatte, wertlos. Wir geben eine Schilderung der furchtbaren Wirkung dieser Mörser aus der Feder des Berichterstatters des "Berliner Lokal=Anzeigers". Die Schilderung bezieht sich auf eins der Forts von Lüttich, wir können aus ihr aber Schlüsse daraus ziehen, wie es den Forts von Namur erging, die sich tapfer gegen dieses Kriegsmonstrum zu verteidigen versuchten. "Loncin wurde auf 13 Kilometer mit schwerer Artillerie beschossen und mit drei Treffern in eine Verfassung gebracht, zu der kaum ein Erdbeben hingereicht hätte. Die Sprengmischung unserer 42=Zentimeter=Haubitzen ist eine geradezu entsetzliche. Die viele Meter dicken Betongewölbe waren zerschlagen wie Tonpfeifen, Blöcke von der Größe einer Villa über= und untereinander geworfen. Die schweren Kuppeln der Panzertürme wurden zerschlagen wie Kochtöpfe. Vor der Kraft, die diese Waffen mit drei Schüssen so übereinander geworfen hatte, schweigt jeder Gedanke einer Widerstandsmöglichkeit. Man kann sich nur trauernd um den Sturz des Vaterlandes, begraben lassen von diesen Trümmern wie der tapfere General Léman, der bewußtlos darunter gefunden wurde, oder die weiße Fahne hissen, wie es denn auch bei den anderen Forts geschah, sobald die erste 42=Zentimeter=Granate eingeschlagen hatte". Wie die letzten Forts Lüttichs, so mußte auch Namur vor diesen Ungetümen die Waffen strecken, und voll banger Sorge mag man in Antwerpen und in französischen Zeitungen beobachten, welchen Weg diese deutschen Festungsbrecher nunmehr nehmen. Man wird unwillkürlich an die Geschichte der "faulen Grete" erinnert, mit der ein brandenburgischer Kurfürst einst die Ritterburgen brach, wenn man diesen Triumphzug der gewaltigen Mörser verfolgt. Namur hatte eine große Bedeutung für uns. Sie stellte das letzte verschollene Tor für unseren Vormarsch auf Paris dar, aber wir wußten den Schlüssel dazu zu finden. Die neun Forts, gut angelegt auf vorgelagerten Höhen, waren nach den Begriffen aller Sachverständigen durchaus fähig, eine lange Belagerung auszuhalten, abe rman hatte nicht mit dem auch im Frieden unermüdlich tätigen Geiste des deutschen Heeres gerechnet, der nicht eher ruht, als bis er für jedes sich ihm bietende Hindernis die geeignete Waffe fand. - Dank dieser unermüdlichen Arbeit wurden die belgischen Festungen in Tagen genommen, wo der Verteidiger auf Monate gerechnet hatte.  - Während aber in Antwerpen die Bevölkerung in fast wahnsinniger Aufregung ihr Geschick erwartet, liegen im Hafen Dampfer bereit, um die königliche Familie nach England zu bringen, wenn auch vor Antwerpen die deutschen Mörser ihr furchtbares Kriegslied anstimmen sollten. Es steht dem König, der im blinden Vertrauen auf seine englischen und französischen Freunde auf Deutschlands freundliches Anerbieten nicht einging und dadurch sein Land mit Strömen von Blut überschwemmte, nunmehr frei, seinem Lande Lebewohl zu sagen. Belgiens Klagen, daß Frankreich und England ihm nicht geholfen hätten, vermögen uns nicht zu rühren. Unter den Händen des bewährten Feldmarshalls v. der Goltz, den Seine Majestät der Kaiser zum Generalgouverneur von Belgien ernannte, wird nunmehr der anständige Teil der belgischen Bevölkerung von jenen bestialischen Menschen, die durch ihre Verfolgung wehrloser Deutschen und durch scheußlichen Mord, begangen selbst an Verwundeten, sich hervortaten, freigemacht werden, um sich ihres besseren Selbst wieder zu entsinnen. Das Gesindel, welches leider zu Belgiens Schimpf so zahlreich war, wird die volle Kraft der militärischen Verwaltung zu fühlen bekommen und ebenso schnell vor der gerechten Justiz zerschmelzen, wie es durch eine schmachvolle Preß= und Regierungshetze an den Tag gezogen worden war. Die französische Sprache aber, die sich wochenlang in den Dienst der frechsten und gemeinsten Lüge gestellt hat, verschwindet aus der Presse. In reinem Deutsch werden die Blätter des Landes nunmehr lernen müssen, die reine Wahrheit zu sagen. Belgien wird einst den Tag segnen, an dem es durch eine vielleicht anfangs schmerzende Operation losgetrennt wurde von französischem Lügenwesen und französischer Scheinkultur. Das Verhalten der belgischen Bevölkerung hat jedenfalls gezeigt, daß diese Operationen nicht einen Augenblick zu früh kam, wenn das Volk der Belgier aus moralischem Sumpf gerettet werden sollte.


  • October 31, 2017 10:10:22 Dagmar Veigel

    Nr. 3 - Sonntag,  30. August                                                                                                          Preis 10 Pfennig

     

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    Berliner Lokal-Anzeiger

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    "Sieg auf Sieg!"


    Seitdem wir unsere vorige Numer in bezug auf Belgien mit der Frage "Was nun?" abgeschlossen hatten, haben die Waffentaten unserer Armee und der kurze Entschuß unerer Regierung die Antwort erteilt, eine Antwort der ganz Deutschland zujubeln wird. Am 24. August rückten die ersten deutschen Truppen in die stolze Festung Namur ein, deren Forts eine kurze, aber ausschlaggebende Unterhaltung mit unseren neuen 42=Zentimeter=Belagerungsmörsern gehabt hatten. Diese Mörser, deren Herstellung trotz der vielen dabei beschäftigten Menschen vollständig verschwiegen worden war, machen alle Befestigungen, auf deren Stärke man bisher vetraut hatte, wertlos. Wir geben eine Schilderung der furchtbaren Wirkung dieser Mörser aus der Feder des Berichterstatters des "Berliner Lokal=Anzeigers". Die Schilderung bezieht sich auf eins der Forts von Lüttich, wir können aus ihr aber Schlüsse daraus ziehen, wie es den Forts von Namur erging, die sich tapfer gegen dieses Kriegsmonstrum zu verteidigen versuchten. "Loncin wurde auf 13 Kilometer mit schwerer Artillerie beschossen und mit drei Treffern in eine Verfassung gebracht, zu der kaum ein Erdbeben hingereicht hätte. Die Sprengmischung unserer 42=Zentimeter=Haubitzen ist eine geradezu entsetzliche. Die viele Meter dicken Betongewölbe waren zerschlagen wie Tonpfeifen, Blöcke von der Größe einer Villa über= und untereinander geworfen. Die schweren Kuppeln der Panzertürme wurden zerschlagen wie Kochtöpfe. Vor der Kraft, die diese Waffen mit drei Schüssen so übereinander geworfen hatte, schweigt jeder Gedanke einer Widerstandsmöglichkeit. Man kann sich nur trauernd um den Sturz des Vaterlandes, begraben lassen von diesen Trümmern wie der tapfere General Léman, der bewußtlos darunter gefunden wurde, oder die weiße Fahne hissen, wie es denn auch bei den anderen Forts geschah, sobald die erste 42=Zentimeter=Granate eingeschlagen hatte". Wie die letzten Forts Lüttichs, so mußte auch Namur vor diesen Ungetümen die Waffen strecken, und voll banger Sorge mag man in Antwerpen und in französischen Zeitungen beobachten, welchen Weg diese deutschen Festungsbrecher nunmehr nehmen. Man wird unwillkürlich an die Geschichte der "faulen Grete" erinnert, mit der ein brandenburgischer Kurfürst einst die Ritterburgen brach, wenn man diesen Triumphzug der gewaltigen Mörser verfolgt. Namur hatte eine große Bedeutung für uns. Sie stellte das letzte verschollene Tor für unseren Vormarsch auf Paris dar, aber wir wußten den Schlüssel dazu zu finden. Die neun Forts, gut angelegt auf vorgelagerten Höhen, waren nach den Begriffen aller Sachverständigen durchaus fähig, eine lange Belagerung auszuhalten, abe rman hatte nicht mit dem auch im Frieden unermüdlich tätigen Geiste des deutschen Heeres gerechnet, der nicht eher ruht, als bis er für jedes sich ihm bietende Hindernis die geeignete Waffe fand. - Dank dieser unermüdlichen Arbeit wurden die belgischen Festungen in Tagen genommen, wo der Verteidiger auf Monate gerechnet hatte.  - Während aber in Antwerpen die Bevölkerung in fast wahnsinniger Aufregung ihr Geschick erwartet, liegen im Hafen Dampfer bereit, um die königliche Familie nach England zu bringen, wenn auch vor Antwerpen die deutschen Mörser ihr furchtbares Kriegslied anstimmen sollten. Es steht dem König, der im blinden Vertrauen auf seine englischen und französischen Freunde auf Deutschlands freundliches Anerbieten nicht einging und dadurch sein Land mit Strömen von Blut überschwemmte, nunmehr frei, seinem Lande Lebewohl zu sagen. Belgiens Klagen, daß Frankreich und England ihm nicht geholfen hätten, vermögen uns nicht zu rühren. Unter den Händen des bewährten Feldmarshalls v. der Goltz, den Seine Majestät der Kaiser zum Generalgouverneur von Belgien ernannte, wird nunmehr der anständige Teil der belgischen Bevölkerung von jenen bestialischen Menschen, die durch ihre Verfolgung wehrloser Deutschen und durch scheußlichen Mord, begangen selbst an Verwundeten, sich hervortaten, freigemacht werden, um sich ihres besseren Selbst wieder zu entsinnen. Das Gesindel, welches leider zu Belgiens Schimpf so zahlreich war, wird die volle Kraft der militärischen Verwaltung zu fühlen bekommen und ebenso schnell vor der gerechten Justiz zerschmelzen, wie es durch eine schmachvolle Preß= und Regierungshetze an den Tag gezogen worden war. Die französische Sprache aber, die sich wochenlang in den Dienst der frechsten und gemeinsten Lüge gestellt hat, verschwindet aus der Presse. In reinem Deutsch werden die Blätter des Landes nunmehr lernen müssen, die reine Wahrheit zu sagen.


  • October 31, 2017 10:06:33 Dagmar Veigel

    Nr. 3 - Sonntag,  30. August                                                                                                          Preis 10 Pfennig

     

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  • October 31, 2017 10:01:06 Dagmar Veigel

    Nr. 3 - Sonntag,  30. August                                                                                                          Preis 10 Pfennig

     

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    III.

    "Sieg auf Sieg!"


    Seitdem wir unsere vorige Numer in bezug auf Belgien mit der Frage "Was nun?" abgeschlossen hatten, haben die Waffentaten unserer Armee und der kurze Entschuß unerer Regierung die Antwort erteilt, eine Antwort der ganz Deutschland zujubeln wird. Am 24. August rückten die ersten deutschen Truppen in die stolze Festung Namur ein, deren Forts eine kurze, aber ausschlaggebende Unterhaltung mit unseren neuen 42=Zentimeter=Belagerungsmörsern gehabt hatten. Diese Mörser, deren Herstellung trotz der vielen dabei beschäftigten Menschen vollständig verschwiegen worden war, machen alle Befestigungen, auf deren Stärke man bisher vetraut hatte, wertlos. Wir geben eine Schilderung der furchtbaren Wirkung dieser Mörser aus der Feder des Berichterstatters des "Berliner Lokal=Anzeigers". Die Schilderung bezieht sich auf eins der Forts von Lüttich, wir können aus ihr aber Schlüsse daraus ziehen, wie es den Forts von Namur erging, die sich tapfer gegen dieses Kriegsmonstrum zu verteidigen versuchten. "Loncin wurde auf 13 Kilometer mit schwerer Artillerie beschossen und mit drei Treffern in eine Verfassung gebracht, zu der kaum ein Erdbeben hingereicht hätte. Die Sprengmischung unserer 42=Zentimeter=Haubitzen ist eine geradezu entsetzliche. Die viele Meter dicken Betongewölbe waren zerschlagen wie Tonpfeifen, Blöcke von der Größe einer Villa über= und untereinander geworfen. Die schweren Kuppeln der Panzertürme wurden zerschlagen wie Kochtöpfe. Vor der Kraft, die diese Waffen mit drei Schüssen so übereinander geworfen hatte, schweigt jeder Gedanke einer Widerstandsmöglichkeit. Man kann sich nur trauernd um den Sturz des Vaterlandes, begraben lassen von diesen Trümmern wie der tapfere General Léman, der bewußtlos darunter gefunden wurde, oder die weiße Fahne hissen, wie es denn auch bei den anderen Forts geschah, sobald die erste 42=Zentimeter=Granate eingeschlagen hatte". Wie die letzten Forts Lüttichs, so mußte auch Namur vor diesen Ungetümen die Waffen strecken, und voll banger Sorge mag man in Antwerpen und in französischen Zeitungen beobachten, welchen Weg diese deutschen Festungsbrecher nunmehr nehmen. Man wird unwillkürlich an die Geschichte der "faulen Grete" erinnert, mit der ein brandenburgischer Kurfürst einst die Ritterburgen brach, wenn man diesen Triumphzug der gewaltigen Mörser verfolgt. Namur hatte eine große Bedeutung für uns. Sie stellte das letzte verschollene Tor für unseren Vormarsch auf Paris dar, aber wir wußten den Schlüssel dazu zu finden. Die neun Forts, gut angelegt auf vorgelagerten Höhen, waren nach den Begriffen aller Sachverständigen durchaus fähig, eine lange Belagerung auszuhalten, abe rman hatte nicht mit dem auch im Frieden unermüdlich tätigen Geiste des deutschen Heeres gerechnet, der nicht eher ruht, als bis er für jedes sich ihm bietende Hindernis die geeignete Waffe fand. - Dank dieser unermüdlichen Arbeit wurden die belgischen Festungen in Tagen genommen, wo der Verteidiger auf Monate gerechnet hatte.  - Während aber in Antwerpen die Bevölkerung in fast wahnsinniger Aufregung ihr Geschick erwartet, liegen im Hafen Dampfer bereit, um die königliche Familie nach England zu bringen, wenn auch vor Antwerpen die deutschen Mörser ihr furchtbares Kriegslied anstimmen sollten.


  • October 31, 2017 09:52:50 Dagmar Veigel

    Nr. 3 - Sonntag,  30. August                                                                                                          Preis 10 Pfennig

     

    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     

    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    III.

    "Sieg auf Sieg!"


    Seitdem wir unsere vorige Numer in bezug auf Belgien mit der Frage "Was nun?" abgeschlossen hatten, haben die Waffentaten unserer Armee und der kurze Entschuß unerer Regierung die Antwort erteilt, eine Antwort der ganz Deutschland zujubeln wird. Am 24. August rückten die ersten deutschen Truppen in die stolze Festung Namur ein, deren Forts eine kurze, aber ausschlaggebende Unterhaltung mit unseren neuen 42=Zentimeter=Belagerungsmörsern gehabt hatten. Diese Mörser, deren Herstellung trotz der vielen dabei beschäftigten Menschen vollständig verschwiegen worden war, machen alle Befestigungen, auf deren Stärke man bisher vetraut hatte, wertlos. Wir geben eine Schilderung der furchtbaren Wirkung dieser Mörser aus der Feder des Berichterstatters des "Berliner Lokal=Anzeigers". Die Schilderung bezieht sich auf eins der Forts von Lüttich, wir können aus ihr aber Schlüsse daraus ziehen, wie es den Forts von Namur erging, die sich tapfer gegen dieses Kriegsmonstrum zu verteidigen versuchten. "Loncin wurde auf 13 Kilometer mit schwerer Artillerie beschossen und mit drei Treffern in eine Verfassung gebracht, zu der kaum ein Erdbeben hingereicht hätte. Die Sprengmischung unserer 42=Zentimeter=Haubitzen ist eine geradezu entsetzliche. Die viele Meter dicken Betongewölbe waren zerschlagen wie Tonpfeifen, Blöcke von der Größe einer Villa über= und untereinander geworfen. Die schweren Kuppeln der Panzertürme wurden zerschlagen wie Kochtöpfe. Vor der Kraft, die diese Waffen mit drei Schüssen so übereinander geworfen hatte, schweigt jeder Gedanke einer Widerstandsmöglichkeit. Man kann sich nur trauernd um den Sturz des Vaterlandes, begraben lassen von diesen Trümmern wie der tapfere General Léman, der bewußtlos darunter gefunden wurde, oder die weiße Fahne hissen, wie es denn auch bei den anderen Forts geschah, sobald die erste 42=Zentimeter=Granate eingeschlagen hatte".


  • October 31, 2017 09:44:47 Dagmar Veigel

    Nr. 3 - Sonntag,  30. August                                                                                                          Preis 10 Pfennig

     

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    III.

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    Seitdem wir unsere vorige Numer in bezug auf Belgien mit der Frage "Was nun?" abgeschlossen hatten, haben die Waffentaten unserer Armee und der kurze Entschuß unerer Regierung die Antwort erteilt, eine Antwort der ganz Deutschland zujubeln wird. Am 24. August rückten die ersten deutschen Truppen in die stolze Festung Namur ein, deren Forts eine kurze, aber ausschlaggebende Unterhaltung mit unseren neuen 42=Zentimeter=Belagerungsmörsern gehabt hatten. Diese Mörser, deren Herstellung trotz der vielen dabei beschäftigten Menschen vollständig verschwiegen worden war, machen alle Befestigungen, auf deren Stärke man bisher vetraut hatte, wertlos. Wir geben eine Schilderung der furchtabren Wirkung dieser Mörser aus der Feder des Berichterstatters des "Berlinder Lokal=Anzeigers".


  • October 31, 2017 09:38:46 Dagmar Veigel

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ID
19266 / 217793
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Marie-Luise Polirock
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


August 24, 1914 – August 30, 1914
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