Deutsche Kriegszeitung - Illustrierte Wochenausgabe, herausgegeben vom Berliner Lokal-Anzeiger, item 28
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
4. Spalte:
der Russen an der Weichsel, Iwangorod, galt. Es zeigte sich bereits am nächsten Tage, daß sie ebenso von Erfolg gekrönt sein werde, wie die Offensive im Norden. Der Erfolg des 17. legte aber auch Zeugnis von der außerordentlichen Tapferkeit der Truppen des Generalobersten von Woyrsch ab. Unter heftigem Feuer gelang es diesen, eine kleine Stelle des Drahthindernisses vor der feindlichen Hauptstellung zu durchbrechen, und durch diese enge Lücke preßte sich die Flut der Stürmenden hindurch und stürmte die feindliche Hauptstellung in einer Breite von 2000 Meter. Nach Erweiterung der Bresche unter zähem Nahkampf brachen die tapferen Truppen tief in die feindliche Hauptstellung ein, und am Abend konnte der Feind als besiegt betrachtet werden. Sein Elitekorps, die Moskauer Grenadiere, hatte vor der unwiderstehlichen Tapferkeit deutscher Reserve= und Landwehrleute das Feld räumen müssen. Bei dem Rückzuge hinter die Ilzanka hatte der Feind durch das Nachdrängen der Deutschen schwere Verluste und verlor außerdem 2000 Gefangene und 5 Maschinengewehre. - Auch hinter der Ilzanka wurde ihm keine Ruhe gelassen. - Aber der Feind versuchte wenigstens in seinen hier vorbereiteten Stellungen, die Verfolgung zum Stehen zu bringen.
Seine zähe Tapferkeit verfing aber nicht gegenüber der größeren Zähigkeit der schlesischen Landwehr, die bereits am Nachmittag des 16. die feindlichen Vorstellungen bei Ciepilow gestürmt hatte und in der Nacht in die feindliche Hauptstellung eingedrungen war. Nunmehr begannen die feindlichen Linien bei Kasanow und Baranow ebenfalls zu wanken. Die Entscheidung war hier nicht mehr ferne. Sie trat am 19. Juli ein. Trotzdem der Gegner an Zahl den Veteranen des Generalobersten Woyrsch überlegen war, wurde er völlig geworfen. Herangeführte Verstärkungen vermochten nichts mehr an dem deutschen Siege zu ändern. Sie wurden zurückgeschlagen, und der 19. Juli schloß mit einer Kriegsbeute von 5000 Gefangenen. - Unermüdlich blieben aber auch jetzt noch die Sieger dem geschlagenen Feinde auf den Fersen, und der 20. Juli sah die Spitzen der deutschen Truppen vor der vorgeschobenen Brückenkopfstellung südlich von Iwangorod, und am Morgen desselben Tages wurde Radom von den österreichischen Truppen besetzt. Die erwähnte Brückenkopfstellung griffen die tapferen Feldgrauen übrigens ohne Zaudern an und hatten sich bei Abgang des Großen Hauptquartiers=Berichtes vom 21. Juli bereits der feindlichen Linien bei Wladislawow bemächtigt, während in den angrenzenden Stellungen noch gekämpft wurde. Über den Ausgang des Kampfes brauchen wir uns nicht die geringste Sorge zu machen.
Ein überraschender Vorstoß auf
Warschau
bringt die Wochenereignisse im Weichselbogen zum Abschluß. Man hatte von
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
4. Spalte:
der Russen an der Weichsel, Iwangorod, galt. Es zeigte sich bereits am nächsten Tage, daß sie ebenso von Erfolg gekrönt sein werde, wie die Offensive im Norden. Der Erfolg des 17. legte aber auch Zeugnis von der außerordentlichen Tapferkeit der Truppen des Generalobersten von Woyrsch ab. Unter heftigem Feuer gelang es diesen, eine kleine Stelle des Drahthindernisses vor der feindlichen Hauptstellung zu durchbrechen, und durch diese enge Lücke preßte sich die Flut der Stürmenden hindurch und stürmte die feindliche Hauptstellung in einer Breite von 2000 Meter. Nach Erweiterung der Bresche unter zähem Nahkampf brachen die tapferen Truppen tief in die feindliche Hauptstellung ein, und am Abend konnte der Feind als besiegt betrachtet werden. Sein Elitekorps, die Moskauer Grenadiere, hatte vor der unwiderstehlichen Tapferkeit deutscher Reserve= und Landwehrleute das Feld räumen müssen. Bei dem Rückzuge hinter die Ilzanka hatte der Feind durch das Nachdrängen der Deutschen schwere Verluste und verlor außerdem 2000 Gefangene und 5 Maschinengewehre. - Auch hinter der Ilzanka wurde ihm keine Ruhe gelassen. - Aber der Feind versuchte wenigstens in seinen hier vorbereiteten Stellungen, die Verfolgung zum Stehen zu bringen.
Seine zähe Tapferkeit verfing aber nicht gegenüber der größeren Zähigkeit der schlesischen Landwehr, die bereits am Nachmittag des 16. die feindlichen Vorstellungen bei Ciepilow gestürmt hatte und in der Nacht in die feindliche Hauptstellung eingedrungen war. Nunmehr begannen die feindlichen Linien bei Kasanow und Baranow ebenfalls zu wanken. Die Entscheidung war hier nicht mehr ferne. Sie trat am 19. Juli ein. Trotzdem der Gegner an Zahl den Veteranen des Generalobersten Woyrsch überlegen war, wurde er völlig geworfen. Herangeführte Verstärkungen vermochten nichts mehr an dem deutschen Siege zu ändern. Sie wurden zurückgeschlagen, und der 19. Juli schloß mit einer Kriegsbeute von 5000 Gefangenen. - Unermüdlich blieben aber auch jetzt noch die Sieger dem geschlagenen Feinde auf den Fersen, und der 20. Juli sah die Spitzen der deutschen Truppen vor der vorgeschobenen Brückenkopfstellung südlich von Iwangorod, und am Morgen desselben Tages wurde Radom von den österreichischen Truppen besetzt. Die erwähnte Brückenkopfstellung griffen die tapferen Feldgrauen übrigens ohne Zaudern an und hatten sich bei Abgang des Großen Hauptquartiers=Berichtes vom 21. Juli bereits der feindlichen Linien bei Wladislawow bemächtigt, während in den angrenzenden Stellungen noch gekämpft wurde. Über den Ausgang des Kampfes brauchen wir uns nicht die geringste Sorge zu machen.
Ein überraschender Vorstoß auf
Warschau
bringt die Wochenereignisse im Weichselbogen zum Abschluß. Man hatte von
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
4. Spalte:
der Russen an der Weichsel, Iwangorod, galt. Es zeigte sich bereits am nächsten Tage, daß sie ebenso von Erfolg gekrönt sein werde, wie die Offensive im Norden. Der Erfolg des 17. legte aber auch Zeugnis von der außerordentlichen Tapferkeit der Truppen des Generalobersten von Woyrsch ab. Unter heftigem Feuer gelang es diesen, eine kleine Stelle des Drahthindernisses vor der feindlichen Hauptstellung zu durchbrechen, und durch diese enge Lücke preßte sich die Flut der Stürmenden hindurch und stürmte die feindliche Hauptstellung in einer Breite von 2000 Meter. Nach Erweiterung der Bresche unter zähem Nahkampf brachen die tapferen Truppen tief in die feindliche Hauptstellung ein, und am Abend konnte der Feind als besiegt betrachtet werden. Sein Elitekorps, die Moskauer Grenadiere, hatte vor der unwiderstehlichen Tapferkeit deutscher Reserve= und Landwehrleute das Feld räumen müssen. Bei dem Rückzuge hinter die Ilzanka hatte der Feind durch das Nachdrängen der Deutschen schwere Verluste und verlor außerdem 2000 Gefangene und 5 Maschinengewehre. - Auch hinter der Ilzanka wurde ihm keine Ruhe gelassen. - Aber der Feind versuchte wenigstens in seinen hier vorbereiteten Stellungen, die Verfolgung zum Stehen zu bringen.
Seine zähe Tapferkeit verfing aber nicht gegenüber der größeren Zähigkeit der schlesischen Landwehr, die bereits am Nachmittag des 16. die feindlichen Vorstellungen bei Ciepilow gestürmt hatte und in der Nacht in die feindliche Hauptstellung eingedrungen war. Nunmehr begannen die feindlichen Linien bei Kasanow und Baranow ebenfalls zu wanken. Die Entscheidung war hier nicht mehr ferne. Sie trat am 19. Juli ein. Trotzdem der Gegner an Zahl den Veteranen des Generalobersten Woyrsch überlegen war, wurde er völlig geworfen. Herangeführte Verstärkungen vermochten nichts mehr an dem deutschen Siege zu ändern. Sie wurden zurückgeschlagen, und der 19. Juli schloß mit einer Kriegsbeute von 5000 Gefangenen. - Unermüdlich blieben aber auch jetzt noch die Sieger dem geschlagenen Feinde auf den Fersen, und der 20. Juli sah die Spitzen der deutschen Truppen vor der vorgeschobenen Brückenkopfstellung südlich von Iwangorod, und am Morgen desselben Tages wurde Radom von den österreichischen Truppen besetzt. Die erwähnte Brückenkopfstellung griffen die tapferen Feldgrauen übrigens ohne Zaudern an und hatten sich bei Abgang des Großen Hauptquartiers=Berichtes vom 21. Juli bereits der feindlichen Linien bei Wladislawow bemächtigt, während in den angrenzenden Stellungen noch gekämpft wurde. Über den Ausgang des Kampfes brauchen wir uns nicht die geringste Sorge zu machen.
Ein überraschender Vorstoß auf
Warschau
bringt die Wochenereignisse im Weichselbogen zum Abschluß. Man hatte von
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
4. Spalte:
der Russen an der Weichsel, Iwangorod, galt. Es zeigte sich bereits am nächsten Tage, daß sie ebenso von Erfolg gekrönt sein werde, wie die Offensive im Norden. Der Erfolg des 17. legte aber auch Zeugnis von der außerordentlichen Tapferkeit der Truppen des Generalobersten von Woyrsch ab. Unter heftigem Feuer gelang es diesen, eine kleine Stelle des Drahthindernisses vor der feindlichen Hauptstellung zu durchbrechen, und durch diese enge Lücke preßte sich die Flut der Stürmenden hindurch und stürmte die feindliche Hauptstellung in einer Breite von 2000 Meter. Nach Erweiterung der Bresche unter zähem Nahkampf brachen die tapferen Truppen tief in die feindliche Hauptstellung ein, und am Abend konnte der Feind als besiegt betrachtet werden. Sein Elitekorps, die Moskauer Grenadiere, hatte vor der unwiderstehlichen Tapferkeit deutscher Reserve= und Landwehrleute das Feld räumen müssen. Bei dem Rückzuge hinter die Ilzanka hatte der Feind durch das Nachdrängen der Deutschen schwere Verluste und verlor außerdem 2000 Gefangene und 5 Maschinengewehre. - Auch hinter der Ilzanka wurde ihm keine Ruhe gelassen. - Aber der Feind versuchte wenigstens in seinen hier vorbereiteten Stellungen, die Verfolgung zum Stehen zu bringen.
Seine zähe Tapferkeit verfing aber nicht gegenüber der größeren Zähigkeit der schlesischen Landwehr, die bereits am Nachmittag des 16. die feindlichen Vorstellungen bei Ciepilow gestürmt hatte und in der Nacht in die feindliche Hauptstellung eingedrungen war. Nunmehr begannen die feindlichen Linien bei Kasanow und Baranow ebenfalls zu wanken. Die Entscheidung war hier nicht mehr ferne. Sie trat am 19. Juli ein. Trotzdem der Gegner an Zahl den Veteranen des Generalobersten Woyrsch überlegen war, wurde er völlig geworfen. Herangeführte Verstärkungen vermochten nichts mehr an dem deutschen Siege zu ändern. Sie wurden zurückgeschlagen, und der 19. Juli schloß mit einer Kriegsbeute von 5000 Gefangenen. - Unermüdlich blieben aber auch jetzt noch die Sieger dem geschlagenen Feinde auf den Fersen, und der 20. Juli sah die Spitzen der deutschen Truppen vor der vorgeschobenen Brückenkopfstellung südlich von Iwangorod, und am Morgen desselben Tages wurde Radom von den österreichischen Truppen besetzt. Die erwähnte Brückenkopfstellung griffen die tapferen Feldgrauen übrigens ohne Zaudern an und hatten sich bei Abgang des Großen Hauptquartiers=Berichtes vom 21. Juli bereits der feindlichen Linien bei Wladislawow bemächtigt, während in den angrenzenden Stellungen noch gekämpft wurde. Über den Ausgang des Kampfes brauchen wir uns nicht die geringste Sorge zu machen.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
4. Spalte:
der Russen an der Weichsel, Iwangorod, galt. Es zeigte sich bereits am nächsten Tage, daß sie ebenso von Erfolg gekrönt sein werde, wie die Offensive im Norden. Der Erfolg des 17. legte aber auch Zeugnis von der außerordentlichen Tapferkeit der Truppen des Generalobersten von Woyrsch ab. Unter heftigem Feuer gelang es diesen, eine kleine Stelle des Drahthindernisses vor der feindlichen Hauptstellung zu durchbrechen, und durch diese enge Lücke preßte sich die Flut der Stürmenden hindurch und stürmte die feindliche Hauptstellung in einer Breite von 2000 Meter. Nach Erweiterung der Bresche unter zähem Nahkampf brachen die tapferen Truppen tief in die feindliche Hauptstellung ein, und am Abend konnte der Feind als besiegt betrachtet werden. Sein Elitekorps, die Moskauer Grenadiere, hatte vor der unwiderstehlichen Tapferkeit deutscher Reserve= und Landwehrleute das Feld räumen müssen. Bei dem Rückzuge hinter die Ilzanka hatte der Feind durch das Nachdrängen der Deutschen schwere Verluste und verlor außerdem 2000 Gefangene und 5 Maschinengewehre. - Auch hinter der Ilzanka wurde ihm keine Ruhe gelassen. - Aber der Feind versuchte wenigstens in seinen hier vorbereiteten Stellungen, die Verfolgung zum Stehen zu bringen.
Seine zähe Tapferkeit verfing aber nicht gegenüber der größeren Zähigkeit der schlesischen Landwehr, die bereits am Nachmittag des 16. die feindlichen Vorstellungen bei Ciepilow gestürmt hatte und in der Nacht in die feindliche Hauptstellung eingedrungen war. Nunmehr begannen die feindlichen Linien bei Kasanow und Baranow ebenfalls zu wanken. Die Entscheidung war hier nicht mehr ferne. Sie trat am 19. Juli ein. Trotzdem der Gegner an Zahl den Veteranen des Generalobersten Woyrsch überlegen war, wurde er völlig geworfen. Herangeführte Verstärkungen vermochten nichts mehr an dem deutschen Siege zu ändern. Sie wurden zurückgeschlagen, und der 19. Juli schloß mit einer Kriegsbeute von 5000 Gefangenen. - Unermüdlich blieben aber auch jetzt noch die Sieger dem geschlagenen Feinde auf den Fersen, und der 20. Juli sah die Spitzen der deutschen Truppen vor der vorgeschobenen Brückenkopfstellung südlich von Iwangorod, und am Morgen desselben Tages wurde Radom von den österreichischen Truppen besetzt. Die erwähnte Brückenkopfstellung griffen die tapferen Feldgrauen übrigens ohne Zaudern an und hatten sich bei Abgang des Großen Hauptquartiers=Berichtes vom 21. Juli bereits der feindlichen Linien bei Wladislawow bemächtigt, während in den angrenzenden Stellungen noch gekämpft wurde. Über den Ausgang des Kampfes brauche wir uns nicht die geringste Sorge zu machen.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
4. Spalte:
der Russen an der Weichsel, Iwangorod, galt. Es zeigte sich bereits am nächsten Tage, daß sie ebenso von Erfolg gekrönt sein werde, wie die Offensive im Norden. Der Erfolg des 17. legte aber auch Zeugnis von der außerordentlichen Tapferkeit der Truppen des Generalobersten von Woyrsch ab. Unter heftigem Feuer gelang es diesen, eine kleine Stelle des Drahthindernisses vor der feindlichen Hauptstellung zu durchbrechen, und durch diese enge Lücke preßte sich die Flut der Stürmenden hindurch und stürmte die feindliche Hauptstellung in einer Breite von 2000 Meter. Nach Erweiterung der Bresche unter zähem Nahkampf brachen die tapferen Truppen tief in die feindliche Hauptstellung ein, und am Abend konnte der Feind als besiegt betrachtet werden. Sein Elitekorps, die Moskauer Grenadiere, hatte vor der unwiderstehlichen Tapferkeit deutscher Reserve= und Landwehrleute das Feld räumen müssen. Bei dem Rückzuge hinter die Ilzanka hatte der Feind durch das Nachdrängen der Deutschen schwere Verluste und verlor außerdem 2000 Gefangene und 5 Maschinengewehre. - Auch hinter der Ilzanka wurde ihm keine Ruhe gelassen. - Aber der Feind versuchte wenigstens in seinen hier vorbereiteten Stellungen, die Verfolgung zum Stehen zu bringen.
Seine zähe Tapferkeit verfing aber nicht gegenüber der größeren Zähigkeit der schlesischen Landwehr, die bereits am Nachmittag des 16. die feindlichen Vorstellungen bei Ciepilow gestürmt hatte und in der Nacht in die feindliche Hauptstellung eingedrungen war. Nunmehr begannen die feindlichen Linien bei Kasanow und Baranow ebenfalls zu wanken. Die Entscheidung war hier nicht mehr ferne. Sie trat am 19. Juli ein. Trotzdem der Gegner an Zahl den Veteranen des Generalobersten Woyrsch überlegen war, wurde er völlig geworfen. Herangeführte Verstärkungen vermochten nichts mehr an dem deutschen Siege zu ändern. Sie wurden zurückgeschlagen, und der 19. Juli schloß mit einer Kriegsbeute von 5000 Gefangenen. - Unermüdlich blieben aber auch jetzt noch die Sieger dem geschlagenen Feinde auf den Fersen, und der 20. Juli sah die Spitzen der deutschen Truppen vor der vorgeschobenen Brückenkopfstellung südlich von Iwangorod, und am Morgen desselben Tages wurde Radom von den österreichischen Truppen besetzt.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
4. Spalte:
der Russen an der Weichsel, Iwangorod, galt. Es zeigte sich bereits am nächsten Tage, daß sie ebenso von Erfolg gekrönt sein werde, wie die Offensive im Norden. Der Erfolg des 17. legte aber auch Zeugnis von der außerordentlichen Tapferkeit der Truppen des Generalobersten von Woyrsch ab. Unter heftigem Feuer gelang es diesen, eine kleine Stelle des Drahthindernisses vor der feindlichen Hauptstellung zu durchbrechen, und durch diese enge Lücke preßte sich die Flut der Stürmenden hindurch und stürmte die feindliche Hauptstellung in einer Breite von 2000 Meter. Nach Erweiterung der Bresche unter zähem Nahkampf brachen die tapferen Truppen tief in die feindliche Hauptstellung ein, und am Abend konnte der Feind als besiegt betrachtet werden. Sein Elitekorps, die Moskauer Grenadiere, hatte vor der unwiderstehlichen Tapferkeit deutscher Reserve= und Landwehrleute das Feld räumen müssen. Bei dem Rückzuge hinter die Ilzanka hatte der Feind durch das Nachdrängen der Deutschen schwere Verluste und verlor außerdem 2000 Gefangene und 5 Maschinengewehre. - Auch hinter der Ilzanka wurde ihm keine Ruhe gelassen. - Aber der Feind versuchte wenigstens in seinen hier vorbereiteten Stellungen, die Verfolgung zum Stehen zu bringen.
Seine zähe Tapferkeit verfing aber nicht gegenüber der größeren Zähigkeit der schlesischen Landwehr, die bereits am Nachmittag des 16. die feindlichen Vorstellungen bei Ciepilow gestürmt hatte und in der Nacht in die feindliche Hauptstellung eingedrungen war. Nunmehr begannen die feindlichen Linien bei Kasanow und Baranow ebenfalls zu wanken. Die Entscheidung war hier nicht mehr ferne.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
4. Spalte:
der Russen an der Weichsel, Iwangorod, galt. Es zeigte sich bereits am nächsten Tage, daß sie ebenso von Erfolg gekrönt sein werde, wie die Offensive im Norden. Der Erfolg des 17. legte aber auch Zeugnis von der außerordentlichen Tapferkeit der Truppen des Generalobersten von Woyrsch ab. Unter heftigem Feuer gelang es diesen, eine kleine Stelle des Drahthindernisses vor der feindlichen Hauptstellung zu durchbrechen, und durch diese enge Lücke preßte sich die Flut der Stürmenden hindurch und stürmte die feindliche Hauptstellung in einer Breite von 2000 Meter. Nach Erweiterung der Bresche unter zähem Nahkampf brachen die tapferen Truppen tief in die feindliche Hauptstellung ein, und am Abend konnte der Feind als besiegt betrachtet werden. Sein Elitekorps, die Moskauer Grenadiere, hatte vor der unwiderstehlichen Tapferkeit deutscher Reserve= und Landwehrleute das Feld räumen müssen. Bei dem Rückzuge hinter die Ilzanka hatte der Feind durch das Nachdrängen der Deutschen schwere Verluste und verlor außerdem 2000 Gefangene und 5 Maschinengewehre. - Auch hinter der Ilzanka wurde ihm keine Ruhe gelassen. - Aber der Feind versuchte wenigstens in seinen hier vorbereiteten Stellungen, die Verfolgung zum Stehen zu bringen.
Seine zähe Tapferkeit verfing aber nicht gegenüber der größeren Zähigkeitder schlesischen Landwehr, die bereits am Nachmittag des 16. die feindlichen Vorstellungen bei Ciepilow gestürmt hatte und in der Nacht in di efeindiche Hauptstellung eingedrungen war. Nunmehr begannen die feindlichen Linien bei Kasanow und Baranow ebenfalls zu wanken. Di eEntscheidung war hier nicht mehr ferne.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
4. Spalte:
der Russen an der Weichsel, Iwangorod, galt. Es zeigte sich bereits am nächsten Tage, daß sie ebenso von Erfolg gekrönt sein werde, wie die Offensive im Norden. Der Erfolg des 17. legte aber auch Zeugnis von der außerordentlichen Tapferkeit der Truppen des Generalobersten von Woyrsch ab. Unter heftigem Feuer gelang es diesen, eine kleine Stelle des Drahthindernisses vor der feindlichen Hauptstellung zu durchbrechen, und durch diese enge Lücke preßte sich die Flut der Stürmenden hindurch und stürmte die feindliche Hauptstellung in einer Breite von 2000 Meter. Nach Erweiterung der Bresche unter zähem Nahkampf brachen die tapferen Truppen tief in die feindliche Hauptstellung ein, und am Abend konnte der Feind als besiegt betrachtet werden. Sein Elitekorps, die Moskauer Grenadiere, hatte vor der unwiderstehlichen Tapferkeit deutscher Reserve= und Landwehrleute das Feld räumen müssen. Bei dem Rückzuge hinter die Ilzanka hatte der Feind durch das Nachdrängen der Deutschen schwere Verluste und verlor außerdem 2000 Gefangene und 5 Maschinengewehre. - Auch hinter der Ilzanka wurde ihm keine Ruhe gelassen. - Aber der Feind versuchte wenigstens in seinen hier vorbereiteten Stellungen, die Verfolgung zum Stehen zu bringen.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
4. Spalte:
der Russen an der Weichsel, Iwangorod, galt. Es zeigte sich bereits am nächsten Tage, daß sie ebenso von Erfolg gekrönt sein werde, wie die Offensive im Norden. Der Erfolg des 17. legte aber auch Zeugnis von der außerordentlichen Tapferkeit der Truppen des Generalobersten von Woyrsch ab. Unter heftigem Feuer gelang es diesen, eine kleine Stelle des Drahthindernisses vor der feindlichen Hauptstellung zu durchbrechen, und durch diese enge Lücke preßte sich die Flut der Stürmenden hindurch und stürmte die feindliche Hauptstellung in einer Breite von 2000 Meter. Nach Erweiterung der Bresche unter zähem Nahkampf brachen die tapferen Truppen tief in die feindliche Hauptstellung ein, und am Abend konnte der Feind als besiegt betrachtet werden. Sein Elitekorps, die Moskauer Grenadiere, hatte vor der unwiderstehlichen Tapferkeit deutscher Reserve= und Landwehrleute das Feld räumen müssen. Bei dem r'ückzuge hinter die Ilzanka hatte der Feind durch das Nachdrängen der Deutschen schwere Verluste und verlor außerdem 2000 Gefangene und 5 Maschinengewehre. - Auch hinter der Ilzanka wurde ihm keine Ruhe gelassen. - aber der Feind versuchte wenigstens in seinen hier vorbereiteten Stellungen, di eVerfolgung zum Stehen zu bringen.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
4. Spalte:
der Russen an der Weichsel, Iwangorod, galt. Es zeigte sich bereits am nächsten Tage, daß sie ebenso von Erfolg gekrönt sein werde, wie die Offensive im Norden. Der Erfolg des 17. legte aber auch Zeugnis von der außerordentlichen Tapferkeit der Truppen des Generalobersten von Woyrsch ab. Unter heftigem Feuer gelang es diesen, eine kleine Stelle des Drahthindernisses vor der feindlichen Hauptstellung zu durchbrechen, und durch diese enge Lücke preßte sich die Flut der Stürmenden hindurch und stürmte die feindliche Hauptstellung in einer Breite von 2000 Meter. Nach Erweiterung der Bresche unter zähem Nahkampf brachen die tapferen Truppen tief in die feindliche Hauptstellung ein, und am Abend konnte der Feind als besiegt betrachtet werden. Sein Elitekorps, die Moskauer Grenadiere, hatte vor der unwiderstehlichen Tapferkeit deutscher Reserve= und Landwehrleute das Feld räumen müssen.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
4. Spalte:
der Russen an der Weichsel, Iwangorod, galt. Es zeigte sich bereits am nächsten Tage, daß sie ebenso von Erfolg gekrönt sein werde, wie die Offensive im Norden. Der Erfolg des 17. legte aber auch Zeugnis von der außerordentlichen Tapferkeit der Truppen des Generalobersten von Woyrsch ab. Unter heftigem Feuer gelang es diesen, eine kleine Stelle des Drahthindernisses vor der feindlichen Hauptstellung zu durchbrechen, und durch diese enge Lücke preßte sich die Flut der Stürmenden hindurch und stürmte die feindliche Hauptstellung in einer Breite von 2000 Meter.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nahm die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
Im Weichselbogen,
d. h. im Südosten desselben, nah die Armee Woyrsch am 16. Juli die Offensive wieder auf. Aus der ganzen Richtung, welche diese Armee einnahm, war es klar, daß die Offensive Woyrsch dem linken Schulterpunkte der Festungsstellung
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die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
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Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
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2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen. So ist denn die rechte Flankendeckung der Russen am Narew zum Durchbruch reif, wenn man sie nicht bereits als durchbrochen ansehen will. Sehen wir nun, wie die Aussichten sich auf den übrigen Teilen des östlichen Kriegsschauplatzes entwickelten.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
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Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hintereinanderliegende Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 Gefangene und 2 Maschingewehre abnahm. - Weiter südlich wurde ein starkes Werk der Vorstellung von Rozan gestürmt. - Nunmehr raffte sich der Russe noch einmal zur Verteidigung der bisher für so stark gehaltenen Narewstellung auf. Aus den Befestigungen von Nowogeorgiewsk, Pultusk und Rozan zog er Truppen zu verzweifelten Gegenstößen heran, aber diese scheiterten unter schweren Verlusten und Einbuße von 1000 Gefangenen.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
Große Erfolge am 20. Juli
konnten die Ansicht von der gefährdeten Lage der Russen zwischen dem Njemen und der Narewmündung lediglich bekräftigen. Südlich der Straße Mariampol-Kowno wurden deutscherseits die Dörfer Kiekieryszki und Janowka genommen und drei hinterienaderliegene Stellungen erobert. Am Ufer des Narew bei Nowogrod erntete deutsche Landwehr von neuem frische Lorbeer, indem sie den Feind aus seinen Stellungen trieb und ihm 2000 gefangene und 2 Maschiengewehre abnahm.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen und nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten. Neu eingeroffene Landsturmtruppen hatten bei diesen Kämpfen ganz besondere Tapferkeit an den Tag gelegt. - So standen denn die deutschen Truppen am Abend des 19. Juli in Breite von 30 Kilometer am Narew, zum Überschreiten des Flusses bereit, und man konnte sich in Warschau sicherllich in bezug auf den Ernst der Lage keinen Täuschungen mehr hingeben.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste Probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil provisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen Grade überraschend, daß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische Stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda und Pissa, nehmen udn nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
2. Spalte:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, 3. +4. Spalte, oben: Vom Kriegsschauplatz in Russisch=Polen: Pioniere üben das Überschreiten eines Flusses.
3. Spalte:
Auch am 18. Juli setzten die Russen ihren Rückzug zwischen Pissa und Szkwa fort, und wiederum wird auch in diesen Kämpfen die Tapferkeit der deutschen Reserve=und Landwehrtruppen hervorgehoben. am Abend des 18. Juli stand die Armee Gallwitz mit allen Teilen an der Narewlinie südwestlich von Ostrolenka bis nach Georgiewsk. Die Russen waren in die Brückenköpfe oder über den Fluß geflüchtet. - Jetzt sollte der Wert der Flankenbefestigungen am Narew bald auf eine ernste probe gestellt werden. Sehr großen Widerstand hatte man von diesen zum Teil veralteten, zum Teil privisorisch angelegten Werken wohl kaum erwartet, aber es war doch im hohen G_Rade überraschend, aß bereits am 19. Juli die ständigen Befestigungswerke von Ostrolenka von uns besetzt werden konnten, und daß die deutschen Truppen nach kurzem Widerstand russische stellungen nördlich Nowogrod, am Zusammenfluß der Skroda udn Pissa, nehmen udn nördlich der Szkwamündung den Narew erreichen konnten.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
2. Bild, Spalten 1+2, unten:
Die Einweihungsfeier des Denkmals gefallener deutscher Helden auf russischem Boden
im Etappenbezirk Mylkowischki.
Hofphot Kühlewindt
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die Russen in vollem Rückzuge auf den Narew und zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Die Armeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofort angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Porembyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
Der 16. Juli sah die russen in vollem Rückzuge auf den Narew udn zwar auf der ganzen Front zwischen Pissa und Weichsel. Di eArmeen Gallwitz und Scholtz hatten eine reiche Siegesbeute zu verzeichnen. Die erstere machte in diesen Tagen 88 Offiziere und 17,500 Mann zu Gefangenen und eroberte 13 Geschütze (darunter ein schweres), 40 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer. Bei der Armee Scholtz belief sich die Siegesbeute auf 2500 Gefangene und 8 Maschinengewehre. - Der Rückzug zwischen Pissa und Weichsel nahm auch am nächsten Tage seinen Fortgang, wobei die Truppen der Armeen Scholtz und Gallwitz dem Feinde dicht auf blieben. Wo der Feind sich zu halten versuchte, wurde er sofoert angegriffen und geworfen. Reserve= und Landwehrtruppen wetteiferten an Tapferkeit bei Erstürmung der Orte Pormbyn, Wyk und Plozczyce und bei dem Durchbrechen der stark ausgebauten Stellung Mlodzianowo-Karniewo. Unter diesem erbarmungslosen Nachdrängen mehrte sich natürlich die Zahl der Gefangenen erheblich.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht. Unter diesem Drucke wichen die Russen in die vorbereitete Stellung Ciechanow-Krasnosiele zurück. Aber der deutsche Ansturm ließ sich nicht hemmen. Bereits am 15. wurde diese Stellung in Breite von 7 Kilometer durchbrochen und der Gegner wurde, verfolgt von den Armeen Gallwitz und Scholtz, die letztere griff aus de Richtung von Kolno ein, zurückgetrieben.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen Mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
Eine gewisse Denkwürdigkeit erhielt aber der 14. Juli durch die Wiedereroberung des stark eingebauten Ortes Przasznysz, den wir vor mehreren Monaten vor dem numerisch stark überlegenenen Feinde hatten räumen müssen, was uns freilich nicht daran verhinderte, 10,000 russische Gefangene mitzunehmen. Am nächsten Tage machte die Armee von Gallwitz bei Przasznysz unter andauernden siegreichen Kämpfen gute Fortschritte. Die Erfolge dieser Armee waren hervorragend. Trotzdem die russischen Stellungen nordwestlich und nordöstlich Przasznysz mit allen mitteln der Neuzeit verstärkt worden waren, wurden in einem gänzenden Ansturm drei hinereinanderliegende Linien genommen und Dzielun und Lipa erreicht.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
Die Erfolge der Offensive auf dem
deutschen Flügel südlich des Njemen.
Am 14. Juli setzten die Deutschen südlich des Njemen in Gegend Kalwarja ihre
1. Bild:
Offensive fort und eroberten bei Franziszkowo und Osowa mehrere Vorstellungen des Feindes, die sie gegen heftige Gegenangriffe zu verteidigen hatten. An demselben Tage wurden nordöstlich von Suwalki die Höhen von Olszanka erstürmt. Dabei wurden 300 Russen gefangen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Auch südwestlich Kolno machte der Angriff beträchtliche Fortschritte. Das Dorf Krusca sowie die feindlichen Stellungen dort und südlich der Linie Tartak-Lipniki wurden mit stürmender Hand genommen und eine Beute von 2400 Gefangenen und 8 Maschinengewehren gemacht.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidigungslinie. Nördlich Lomza liegt Kolno. Südwestlich dieses Ortes hatten wir bereits am 13. Juli Erfolge zu verzeichnen. Den größten Erfolg verspricht nach den siegreichen Kämpfen von Przasznysz, Mlawa und Kolno die Offensive und der russische Rückzug auf der ganzen Linie zwischen Pissa und Weichsel. Die hartnäckige Verteidigung von Przasznysz sowie die Befestigung dieses Ortes lassen darauf schließen, daß die Russen selbst erkannt hatten, daß sich südlich des Ortes eine durch das Gelände wenig gedeckte, daher wunde Stelle in ihrer Front befand.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidingungslinie.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt wird, die gleichzeitig als permanenter Brückenkopf des Narew zu betrachten ist, während die in südwestlicher Richtung sich anschließenden Werke von Ostrolenka, Roshan und Pultusk lediglich befestigte Übergangsstellen desselben Flusses darstellen. Sergshe und Nowogeorgiewsk, das letztere gleichzeitig dem Festungsrayon von Warschau angehörend, ergänzen die nunmehr vollständig nach Norden zu gerichtete russische Verteidingungllinie.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnend, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liegt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner Mitte über die Sperrfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt
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die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien. Betrachten wir zunächst, im Norden beginnden, die Strecke Wilki - Mariampol - Kalwarja - Suwalki. Der Straße, welche die Orte Kalwarja - Suwalki verbindet, liebt der Njemen mit seinen Festungen und Brückenköpfen von Kowno, Olita, Grodno gegenüber. - Nördlich Augustow gelangen wir auf unserem weiteren Gange nach Süden an schwer zu forcierendes Sumpf= und Waldgelände, welches erst südöstlich Kolno ein Ende nimmt, in seiner mitte über die Sperfestung Ossowiec verfügt und an seinem Südende durch die Festung Lomza verteidigt
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer Geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem Gebiet in Preußen unmöglich geworden seien.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
Die Ereignisse zwischen Njemen und
der Narewmündung
bedürfen zu ihrem vollen Verständnis ebenfalls eine Betrachtung der Karte.
Wie ein bald breites, bald schmales Band zieht sich ein 340 Kilometer langer geländestreifen vor der Front der russischen Festungen an den Grenzen unserer weit ins Feindesland hineinreichenden Provinzen dahin, und Ströme von Blut hat es gekostet, ehe der Russe zu der Überzeugung gelangte, daß weitere Einfälle aus diesem GEbiet in Preußen unmöglich geworden seien.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 4.
1. Spalte:
die rückwärtige Verbindung und die Vorratsergänzung jeglicher Art zu besorgen haben, nicht als genügend betrachtet werden kann, da eine Bedrohung von Norden und Süden sie zum großen Zeil vollständig unsicher macht. Es wird aus der Schilderung der Vorgänge der vergangenen Woche deutlich ersichtlich sein, daß diese Bedrohung der rückwärtigen Verbindung der russischen Weichselstellung deutscherseits ernstlich betrieben wurde und daß sie große Fortschritte machte.
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Berlin
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- Marie-Luise Polirock
Jul, 1915
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