Deutsche Kriegszeitung - Illustrierte Wochenausgabe, herausgegeben vom Berliner Lokal-Anzeiger, item 25
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Nr. 30 - 25. Juli 1915 Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1915
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
L.
Der Sturm!
Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagory auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade Linie über Janischki auf Mitau führt. - Für die Führung des Vormarsches war zu bedenken, daß keine dieser Straßen ganz frei war von natürlichen Hindernissen in Gestalt von Sümpfen und Hügelgelände; aber eins war günstig, das war die Tatsache, daß die zahlreichen Flüßchen und Flüsse, Nebenflüsse der Aa, den Anmarschstraßen im allgemeinen parallel liefen. - Über das vorläufige Ziel Mitau richtete sich natürlich der Blick auf Riga. Dem weiteren Vormarsch dorthin legt sich freilich in der Gestalt des großen Tirul=Sumpfes ein starkes HIndernis in den Weg. Durch diesen Sumpf führt nämlich von Mitau, der Hauptstadt Kurlands, eine einzige brauchbare Straße nach Riga, der Hauptstadt Livlands. - Die Entfernungen auf diesem Teile des Kriegsschauplatzes sind folgende: Von Schaulen nach Mitau 85 Kilometer. von Popeljany nach Mitau ebensoviel, doch wird diese Entfernung durch zahlreiche Straßenbiegungen erhöht. Von Mitau nach Riga beträgt die Entfernung nur 45 Kilometer.
Nach dem Überschreiten der Windau
blieb die Armee von Below am 15. August und 16. Juli in siegreichem Fortschreiten, wobei unsere Kavallerie mehrfach Gelegenheit hatte, den Feind zu werfen. 11 Offiziere, 2450 Mann, 3 Geschütze und fünf Maschinengewehre waren bis zum 16. abends die Beute dieser Kämpfe. Unter den gefangenen Offizieren befand sich auch der Oberst eines russischen Schützenregiments. Am 17. Juli standen unsere Truppen bereits 55 Kilometer südwestlich Mitau bei dem Gute Alt=Autz, an dem Flusse Autz. Eisenbahn und Straße führen von dort in fast östlicher Richtung auf die wichtige Stadt, die das Ziel des deutschen Vormarsches bildete. Den Russen scheinen die deutschen Bewegungen stets überraschend zu kommen. Im vorliegenden Falle hatten sie auch wieder nur eiligst herangeführte Verstärkungen zur Stelle, die nach schweren Verlusten in östlicher Richtung, d. h. in der Richtung auf Mitau, verfolgt wurden. Aus der Tatsache aber, daß am gleichen Tage andere Teile der Armee Below nordöstlich Kurschany kämpften, konnte man den Schluß ziehen, daß der Vormarsch auf Mitau in mehreren Kolonnen vor sich ging.
Die Niederlage der an Alt-Autz herangeführten russischen Verstärkungen war übrigens, nach der Siegesbeute zu schließen, eine sehr schwere gewesen. Der Feind verlor 3620 Gefangene, 6 Geschütze
Bild, Mitte: General v. Gallwitz. Siegreicher deutscher Führer im Osten.
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Nr. 30 - 25. Juli 1915 Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1915
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Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
L.
Der Sturm!
Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagorny auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade Linie über Janischki auf Mitau führt. - Für die Führung des Vormarsches war zu bedenken, daß keine dieser Straßen ganz frei war von natürlichen Hindernissen in Gestalt von Sümpfen und Hügelgelände; aber eins war günstig, das war die Tatsache, daß die zahlreichen Flüßchen und Flüsse, Nebenflüsse der Aa, den Anmarschstraßen im allgemeinen parallel liefen. - Über das vorläufige Ziel Mitau richtete sich natürlich der Blick auf Riga. Dem weiteren Vormarsch dorthin legt sich freilich in der Gestalt des großen Tirul=Sumpfes ein starkes HIndernis in den Weg. Durch diesen Sumpf führt nämlich von Mitau, der Hauptstadt Kurlands, eine einzige brauchbare Straße nach Riga, der Hauptstadt Livlands. - Die Entfernungen auf diesem Teile des Kriegsschauplatzes sind folgende: Von Schaulen nach Mitau 85 Kilometer. von Popeljany nach Mitau ebensoviel, doch wird diese Entfernung durch zahlreiche Straßenbiegungen erhöht. Von Mitau nach Riga beträgt die Entfernung nur 45 Kilometer.
Nach dem Überschreiten der Windau
blieb die Armee von Below am 15. August und 16. Juli in siegreichem Fortschreiten, wobei unsere Kavallerie mehrfach Gelegenheit hatte, den Feind zu werfen. 11 Offiziere, 2450 Mann, 3 Geschütze und fünf Maschinengewehre waren bis zum 16. abends die Beute dieser Kämpfe. Unter den gefangenen Offizieren befand sich auch der Oberst eines russischen Schützenregiments. Am 17. Juli standen unsere Truppen bereits 55 Kilometer südwestlich Mitau bei dem Gute Alt=Autz, an dem Flusse Autz. Eisenbahn und Straße führen von dort in fast östlicher Richtung auf die wichtige Stadt, die das Ziel des deutschen Vormarsches bildete. Den Russen scheinen die deutschen Bewegungen stets überraschend zu kommen. Im vorliegenden Falle hatten sie auch wieder nur eiligst herangeführte Verstärkungen zur Stelle, die nach schweren Verlusten in östlicher Richtung, d. h. in der Richtung auf Mitau, verfolgt wurden. Aus der Tatsache aber, daß am gleichen Tage andere Teile der Armee Below nordöstlich Kurschany kämpften, konnte man den Schluß ziehen, daß der Vormarsch auf Mitau in mehreren Kolonnen vor sich ging.
Die Niederlage der an Alt-Autz herangeführten russischen Verstärkungen war übrigens, nach der Siegesbeute zu schließen, eine sehr schwere gewesen. Der Feind verlor 3620 Gefangene, 6 Geschütze
Bild, Mitte: General v. Gallwitz. Siegreicher deutscher Führer im Osten.
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Nr. 30 - 25. Juli 1915 Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1915
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
L.
Der Sturm!
Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagorny auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade Linie über Janischki auf Mitau führt. - Für die Führung des Vormarsches war zu bedenken, daß keine dieser Straßen ganz frei war von natürlichen Hindernissen in Gestalt von Sümpfen und Hügelgelände; aber eins war günstig, das war die Tatsache, daß die zahlreichen Flüßchen und Flüsse, Nebenflüsse der Aa, den Anmarschstraßen im allgemeinen parallel liefen. - Über das vorläufige Ziel Mitau richtete sich natürlich der Blick auf Riga. Dem weiteren Vormarsch dorthin legt sich freilich in der Gestalt des großen Tirul=Sumpfes ein starkes HIndernis in den Weg. Durch diesen Sumpf führt nämlich von Mitau, der Hauptstadt Kurlands, eine einzige brauchbare Straße nach Riga, der Hauptstadt Livlands. - Die Entfernungen auf diesem Teile des Kriegsschauplatzes sind folgende: Von Schaulen nach Mitau 85 Kilometer. von Popeljany nach Mitau ebensoviel, doch wird diese Entfernung durch zahlreiche Straßenbiegungen erhöht. Von Mitau nach Riga beträgt die Entfernung nur 45 Kilometer.
Nach dem Überschreiten der Windau
blieb die Armee von Below am 15. August und 16. Juli in siegreichem Fortschreiten, wobei unsere Kavallerie mehrfach Gelegenheit hatte, den Feind zu werfen. 11 Offiziere, 2450 Mann, 3 Geschütze und fünf Maschinengewehre waren bis zum 16. abends die Beute dieser Kämpfe. Unter den gefangenen Offizieren befand sich auch der Oberst eines russischen Schützenregiments. Am 17. Juli standen unsere Truppen bereits 55 Kilometer südwestlich Mitau bei dem Gute Alt=Autz, an dem Flusse Autz. Eisenbahn und Straße führen von dort in fast östlicher Richtung auf die wichtige Stadt, die das Ziel des deutschen Vormarsches bildete. Den Russen scheinen die deutschen Bewegungen stets überraschend zu kommen. Im vorliegenden Falle hatten sie auch wieder nur eiligst herangeführte Verstärkungen zur Stelle, die nach schweren Verlusten in östlicher Richtung, d. h. in der Richtung auf Mitau, verfolgt wurden. Aus der Tatsache aber, daß am gleichen Tage andere Teile der Armee Below nordöstlich Kurschany kämpften, konnte man den Schluß ziehen, daß der Vormarsch auf Mitau in mehreren Kolonnen vor sich ging.
Die Niederlage der an Alt-Autz herangeführten russischen Verstärkungen war übrigens, nach der Siegesbeute zu schließen, eine sehr schwere gewesen. Der Feind verlor 3620 Gefangene, 6 Geschütze
Bild, Mitte: General v. Gallwitz
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Nr. 30 - 25. Juli 1915 Preis 10 Pfennig
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Kriegszeitung
1915
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
L.
Der Sturm!
Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagorny auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade Linie über Janischki auf Mitau führt. - Für die Führung des Vormarsches war zu bedenken, daß keine dieser Straßen ganz frei war von natürlichen Hindernissen in Gestalt von Sümpfen und Hügelgelände; aber eins war günstig, das war die Tatsache, daß die zahlreichen Flüßchen und Flüsse, Nebenflüsse der Aa, den Anmarschstraßen im allgemeinen parallel liefen. - Über das vorläufige Ziel Mitau richtete sich natürlich der Blick auf Riga. Dem weiteren Vormarsch dorthin legt sich freilich in der Gestalt des großen Tirul=Sumpfes ein starkes HIndernis in den Weg. Durch diesen Sumpf führt nämlich von Mitau, der Hauptstadt Kurlands, eine einzige brauchbare Straße nach Riga, der Hauptstadt Livlands. - Die Entfernungen auf diesem Teile des Kriegsschauplatzes sind folgende: Von Schaulen nach Mitau 85 Kilometer. von Popeljany nach Mitau ebensoviel, doch wird diese Entfernung durch zahlreiche Straßenbiegungen erhöht. Von Mitau nach Riga beträgt die Entfernung nur 45 Kilometer.
Nach dem Überschreiten der Windau
blieb die Armee von Below am 15. August und 16. Juli in siegreichem Fortschreiten, wobei unsere Kavallerie mehrfach Gelegenheit hatte, den Feind zu werfen. 11 Offiziere, 2450 Mann, 3 Geschütze und fünf Maschinengewehre waren bis zum 16. abends die Beute dieser Kämpfe. Unter den gefangenen Offizieren befand sich auch der Oberst eines russischen Schützenregiments. Am 17. Juli standen unsere Truppen bereits 55 Kilometer südwestlich Mitau bei dem Gute Alt=Autz, an dem Flusse Autz. Eisenbahn und Straße führen von dort in fast östlicher Richtung auf die wichtige Stadt, die das Ziel des deutschen Vormarsches bildete. Den Russen scheinen die deutschen Bewegungen stets überraschend zu kommen. Im vorliegenden Falle hatten sie auch wieder nur eiligst herangeführte Verstärkungen zur Stelle, die nach schweren Verlusten in östlicher Richtung, d. h. in der Richtung auf Mitau, verfolgt wurden. Aus der Tatsache aber, daß am gleichen Tage andere Teile der Armee Below nordöstlich Kurschany kämpften, konnte man den Schluß ziehen, daß der Vormarsch auf Mitau in mehreren Kolonnen vor sich ging.
Die Niederlage der an Alt-Autz herangeführten russischen Verstärkungen war übrigens, nach der Siegesbeute zu schließen, eine sehr schwere gewesen. Der Feind verlor 3620 Gefangene, 6 Geschütze
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Nr. 30 - 25. Juli 1915 Preis 10 Pfennig
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
L.
Der Sturm!
Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagorny auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade Linie über Janischki auf Mitau führt. - Für die Führung des Vormarsches war zu bedenken, daß keine dieser Straßen ganz frei war von natürlichen Hindernissen in Gestalt von Sümpfen und Hügelgelände; aber eins war günstig, das war die Tatsache, daß die zahlreichen Flüßchen und Flüsse, Nebenflüsse der Aa, den Anmarschstraßen im allgemeinen parallel liefen. - Über das vorläufige Ziel Mitau richtete sich natürlich der Blick auf Riga. Dem weiteren Vormarsch dorthin legt sich freilich in der Gestalt des großen Tirul=Sumpfes ein starkes HIndernis in den Weg. Durch diesen Sumpf führt nämlich von Mitau, der Hauptstadt Kurlands, eine einzige brauchbare Straße nach Riga, der Hauptstadt Livlands. - Die Entfernungen auf diesem Teile des Kriegsschauplatzes sind folgende: Von Schaulen nach Mitau 85 Kilometer. von Popeljany nach Mitau ebensoviel, doch wird diese Entfernung durch zahlreiche Straßenbiegungen erhöht. Von Mitau nach Riga beträgt die Entfernung nur 45 Kilometer.
Nach dem Überschreiten der Windau
blieb die Armee von Below am 15. August und 16. Juli in siegreichem Fortschreiten, wobei unsere Kavallerie mehrfach Gelegenheit hatte, den Feind zu werfen. 11 Offiziere, 2450 Mann, 3 Geschütze und fünf Maschinengewehre waren bis zum 16. abends die Beute dieser Kämpfe. Unter den gefangenen Offizieren befand sich auch der Oberst eines russischen Schützenregiments. Am 17. Juli standen unsere Truppen bereits 55 Kilometer südwestlich Mitau bei dem Gute Alt=Autz, an dem Flusse Autz. Eisenbahn und Straße führen von dort in fast östlicher Richtung auf die wichtige Stadt, die das Ziel des deutschen Vormarsches bildete. Den Russen scheinen die deutschen Bewegungen stets überraschend zu kommen. Im vorliegenden Falle hatten sie auch wieder nur eiligst herangeführte Verstärkungen zur Stelle, die nach schweren Verlusten in östlicher Richtung, d. h. in der Richtung auf Mitau, verfolgt wurden. Aus der Tatsache aber, daß am gleichen Tage andere Teile der Armee Below nordöstlich Kurschany kämpften, konnte man den Schluß ziehen, daß der Vormarsch auf Mitau in mehreren Kolonnen vor sich ging.
-
Nr. 30 - 25. Juli 1915 Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1915
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
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Berliner Lokal-Anzeiger
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
L.
Der Sturm!
Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagorny auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade Linie über Janischki auf Mitau führt. - Für die Führung des Vormarsches war zu bedenken, daß keine dieser Straßen ganz frei war von natürlichen Hindernissen in Gestalt von Sümpfen und Hügelgelände; aber eins war günstig, das war die Tatsache, daß die zahlreichen Flüßchen und Flüsse, Nebenflüsse der Aa, den Anmarschstraßen im allgemeinen parallel liefen. - Über das vorläufige Ziel Mitau richtete sich natürlich der Blick auf Riga. Dem weiteren Vormarsch dorthin legt sich freilich in der Gestalt des großen Tirul=Sumpfes ein starkes HIndernis in den Weg. Durch diesen Sumpf führt nämlich von Mitau, der Hauptstadt Kurlands, eine einzige brauchbare Straße nach Riga, der Hauptstadt Livlands. - Die Entfernungen auf diesem Teile des Kriegsschauplatzes sind folgende: Von Schaulen nach Mitau 85 Kilometer. von Popeljany nach Mitau ebensoviel, doch wird diese Entfernung durch zahlreiche Straßenbiegungen erhöht. Von Mitau nach Riga beträgt die Entfernung nur 45 Kilometer.
Nach dem Überschreiten der Windau
blieb die Armee von Below am 15. August und 16. Juli in siegreichem Fortschreiten, wobei unsere Kavallerie mehrfach Gelegenheit hatte, den Feind zu werfen. 11 Offiziere, 2450 Mann, 3 Geschütze und fünf Maschinengewehre waren bis zum 16. abends die Beute dieser Kämpfe. Unter den gefangenen Offizieren befand sich auch der Oberst eines russischen Schützenregiments. Am 17. Juli standen unsere Truppen bereits 55 Kilometer südwestlich Mitau bei dem Gute Alt=Autz, an dem Flusse Autz. Eisenbahn und Straße führen von dort in fast östlicher Richtung auf die wichtige Stadt, die das Ziel des deutschen Vormarsches bildete. Den Russen scheinen die deutschen Bewegungen stets überraschend zu kommen. Im vorliegenden Falle hatten sie auch wieder nur eiligst herangeführte Verstärkungen zur Stelle, die nach schweren Verlusten in östlicher Richtung, d. h. in der Richtung auf Mitau, verfolgt wurden.
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Nr. 30 - 25. Juli 1915 Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1915
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
L.
Der Sturm!
Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagorny auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade Linie über Janischki auf Mitau führt. - Für die Führung des Vormarsches war zu bedenken, daß keine dieser Straßen ganz frei war von natürlichen Hindernissen in Gestalt von Sümpfen und Hügelgelände; aber eins war günstig, das war die Tatsache, daß die zahlreichen Flüßchen und Flüsse, Nebenflüsse der Aa, den Anmarschstraßen im allgemeinen parallel liefen. - Über das vorläufige Ziel Mitau richtete sich natürlich der Blick auf Riga. Dem weiteren Vormarsch dorthin legt sich freilich in der Gestalt des großen Tirul=Sumpfes ein starkes HIndernis in den Weg. Durch diesen Sumpf führt nämlich von Mitau, der Hauptstadt Kurlands, eine einzige brauchbare Straße nach Riga, der Hauptstadt Livlands. - Die Entfernungen auf diesem Teile des Kriegsschauplatzes sind folgende: Von Schaulen nach Mitau 85 Kilometer. von Popeljany nach Mitau ebensoviel, doch wird diese Entfernung durch zahlreiche Straßenbiegungen erhöht. Von Mitau nach Riga beträgt die Entfernung nur 45 Kilometer.
Nach dem Überschreiten der Windau
blieb die Armee von Below am 15. August und 16. Juli in siegreichem Fortschreiten, wobei unsere Kavallerie mehrfach Gelegenheit hatte, den Feind zu werfen. 11 Offiziere, 2450 Mann, 3 Geschütze und fünf Maschinengewehre waren bis zum 16. abends die Beute dieser Kämpfe.
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Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagorny auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade Linie über Janischki auf Mitau führt. - Für die Führung des Vormarsches war zu bedenken, daß keine dieser Straßen ganz frei war von natürlichen Hindernissen in Gestalt von Sümpfen und Hügelgelände; aber eins war günstig, das war die Tatsache, daß die zahlreichen Flüßchen und Flüsse, Nebenflüsse der Aa, den Anmarschstraßen im allgemeinen parallel liefen. - Über das vorläufige Ziel Mitau richtete sich natürlich der Blick auf Riga. Dem weiteren Vormarsch dorthin legt sich freilich in der Gestalt des großen Tirul=Sumpfes ein starkes HIndernis in den Weg. Durch diesen Sumpf führt nämlich von Mitau, der Hauptstadt Kurlands, eine einzige brauchbare Straße nach Riga, der Hauptstadt Livlands. - Die Entfernungen auf diesem Teile des Kriegsschauplatzes sind folgende: Von Schaulen nach Mitau 85 Kilometer. von Popeljany nach Mitau ebensoviel, doch wird diese Entfernung durch zahlreiche Straßenbiegungen erhöht. Von Mitau nach Riga beträgt die Entfernung nur 45 Kilometer.
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Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagorny auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade Linie über Janischki auf Mitau führt. - Für die Führung des Vormarsches war zu bedenken, daß keine dieser Straßen ganz frei war von natürlichen Hindernissen in Gestalt von Sümpfen und Hügelgelände; aber eins war günstig, das war die Tatsache, daß die zahlreichen Flüßchen und Flüsse, Nebenflüsse der Aa, den Anmarschstraßen im allgemeinen parallel liefen. - Über das vorläufige Ziel Mitau richtete sich natürlich der Blick auf Riga. Dem weiteren Vormarsch dorthin legt sich freilich in der Gestalt des großen Tirul=Sumpfes ein starkes HIndernis in den Weg. Durch diesen Sumpf führt nämlich von Mitau, der Hauptstadt Kurlands, eine einzige brauchbare Straße nach Riga, der Hauptstadt Livlands.
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Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagorny auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade Linie über Janischki auf Mitau führt. - Für die Führung des Vormarsches war zu bedenken, daß keine dieser Straßen ganz frei war von natürlichen Hindernissen in Gestalt von Sümpfen und Hügelgelände; aber eins war günstig, das war die Tatsache, daß die zahlreichen Flüßchen und Flüsse, Nebenflüsse der Aa, den Anmarschstraßen im allgemeinen parallel liefen.
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Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagorny auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade Linie über Janischki auf Mitau führt. - Für die Führung des Vormarsches war zu bedenken, daß keine dieser Straßen ganz frei war von natürlichen Hindernissen in Gestalt von Sümpfen und Hügegelände; aber eins war günstig, das war die Tatsache, daß die zahlreichen Flüßchen udn flüsse, Nebenflüsse der Aa, den anmarschstraßen im allgemeinen parallel liefen.
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Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagorny auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade Linie über Janischki auf Mitau
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Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der Windau und führen sodann als Einzelstraße über Shagorny auf Mitau. Noch weiter nördlich erreicht eine dritte Straße von Weksgani an der Windau über Klikole und Wegeri dasselbe Ziel, ist jedoch durch Sumpfgelände zu großen Biegungen gezwungen. Südlich von Popeljany kommt schließlich noch die große Straße von Schaulen (Schawli) in Betracht, die in gerade linie über Janischki auf Mitau
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Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popeljany und einer etwa 14 Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziehungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der
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Nr. 30 - 25. Juli 1915 Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1915
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
L.
Der Sturm!
Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
Von Popljany udn einer etwa 14 Kilometer weiter nördlih gelegenen Übergangsstelle über die Windau führen zwei Straßen in östlicher, beziwhungsweise nordöstlicher Richtung auf Mitau. Die nördlichere geht auf Okmjany, die südlichere über Krupe. Beide Straßen vereinigen sich 25 Kilometer nordöstlich der
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Von einem alten preußischen Offizier.
L.
Der Sturm!
Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in Flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
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Von einem alten preußischen Offizier.
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Der Sturm!
Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der Windau durch unsere Truppen bei Popeljany, und zwar in östlicher Richtung. Das war schon wichtigere Nachricht. In östlicher Richtung auf Mitau. Das nordwestlich liegende Windau konnte man den in Libau stehenden Truppen überlassen. Die Nachricht, daß die Hafenstadt Windau in flammen stehe, ließ denn auch erkennen, daß sich dort bereits Vorgänge abgespielt haben mußten, an denen die Truppen, die bei Popeljany den Fluß Windau überschritten, unmöglich beteiligt gewesen sein konnten. Wir wollen nun kurz betrachten, welche Straßen den deutschen Truppen nach Überschreiten der Windau für den Marsch auf Mitau zur Verfügung standen.
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Der Sturm!
Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
Am 14. Juli lief die unscheinbare Nachricht ein: "In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu GEfangenen gemacht." Das hieß nicht viel, denn Kurschany lag weit südlich von Mitau, noch weiter von Libau und am weitesten von Windau. Aber am nächsten Tage sprach der Bericht von dem Überschreiten der
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Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
Unsere blitzartigen Erfolge im hohen Norden
verdienen in erster Linie eine Betrachtung. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der großen Offensive, die südlich des Njemen beginnt und bis nach Galizien reicht, aber sie haben zweifellos eine indirekte Wirkung ausgeübt, indem sie den Russen keine Zeit gaben, etwaige militärische Hilfsmittel im Norden nach den durch die große deutsche Offensive bedrohten Stellungen abzuführen.
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Konnten wir Ereignisse der vorvorigen Woche mit dem Ausdruck "Stille vor dem Sturm" bezeichnen, so brachte uns die heute zu betrachtende Woche den erfrischendsten Hindenburgschen Sturm, den wir seit langen Wochen gehabt haben. Noch tobt er, während wir diese Zeilen schreiben, von der Ostsee bis zum Dnjestr, und vor seiner furchtbaren Gewalt zittert und ächzt das zermürbte Gebäude des despotischen Rußland. Wir in der Heimat aber sind fast ehrfürchtig bewundernde Zeugen des größten Ringens, der größten Angriffsschlacht der Weltgeschichte aller Zeiten und sehen mit Stolz die Fahnen der germanischen Nationen siegreich im Sturme wehen.
Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug von kommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des Erfolges auf der ganzen gewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte. - Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzen ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
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Wir hatten in unserer letzten Nummer auf die einleitenden Kämpfe hinweisen können, die zwischen Weichsel und Njemen deutlich genug vonkommenden großen Ereignissen sprachen, aber die Schnelligkeit des 'E'rfolges auf der ganzengewaltigen Kampffront mußte selbst diejenigen überraschen, deren Optimismus die kühnsten Schätzungen veranlaßte.- Wir müssen den gewaltigen Kriegsschauplatz in seinen einzelnen Teilen betrachten, um zum Schluß zu zeigen, wie die Ereignisse auf den Teilkriegsschauplätzwn ineinander eingreifen wie die verschiedenen Räder eines großen strategischen Uhrwerks.
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Berlin
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- 19266 / 217799
- Contributor
- Marie-Luise Polirock
Jul, 1915
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