Deutsche Kriegszeitung - Illustrierte Wochenausgabe, herausgegeben vom Berliner Lokal-Anzeiger, item 13
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3. Seite
I. Ostpreußischen Armeekorps, die mit "unvergleichlicher Tapferkeit" kämpften und den russischen Banden mehr als 3000 Gefangene und sechs Maschinengewehre abnahmen. Das war ein ganz gehöriger Denkzettel, den die Russen nicht sobald wieder vergessen werden. Auf die Stärke des von den Ostpreußen verprügelten Feindes läßt die weitere Mitteilung schließen, daß man überdies noch "viele weitere russische Maschinengewehre" unbrauchbar machen konnte, die vermutlich wegen Mangels an Zugtieren oder wegen Zertrümmerung der Räder liegenbleiben mußten. Mlawa wurde von den Deutschen nach dem Siege besetzt.
Österreichs Erfolge gegen Rußland.
Wir sahen, wie schlecht es den Russen in ihren Versuchen gegen Deutschland erging, und wollen nun einmal betrachten, welche Geschäfte sie mit unserem V e r b ü n d e t e n gemacht haben. Russische Waffendesertionen an der galizischen Grenze zeigten, daß von großem Kampfeseifer bei dem schlecht genährten russischen Militär wenig zu versprüren war, und die Österreicher sorgten auch sonst dafür, daß die Russen nicht recht zur Ruhe kamen. Da Waffenerfolge nicht auf dem gewöhnlichen Wege zu erreichen waren, verfielen die Russen deshalb auf das beliebteste und jedenfalls unblutige Kampfmittel, Siege zu erfinden, die prompt von Österreich dementiert wurden. Die Russen können sich freilich damit entschuldigen, daß sie stets als Sieg bezeichnen, wenn es ihnen gelingt, auf Feindesboden einige armselige Bauernhütten niederzubrennen. Höher reicht ihr Siegesbedürfnis nicht, und die österreichischen und deutschen Truppen werden hoffentlich dafür sorgen, daß der Russe niemals größere Erfolge zu verzeichnen haben wird. Aber abgesehen von unbedeutenden Scharmützeln, war von diesem Teil des Kriegsschauplatzes nichts zu melden, da die Russen sich überall vor den eindringenden Österreichern, oft fluchtartig, zurückzogen.
Österreichs Siege in Serbien.
Diese Ruhe auf dem russisch=polnischen Kriegsschauplatze benutzte unser Bundesgenosse zu energischem Vorgehen gegen Serbien, indem er zunächst am 14. August Schabatz auf dem südlichen Donauufer besetzte. Die erste Meldung lautete so harmlos, als habe es sich lediglich um einen kleinen Handstreich gehandelt. In Wirklichkeit wurde jedoch, wie heute bekannt
3. Seite, 4 Bilder in der Mitte:
Von seiten des Generalstabes wurden uns obenstehende Bilder aus dem Panzerfort Loucin der Festung Lüttich zur Verfügung gestellt.
Sie geben eine packende Darstellung der furchtbaren Wirkung des deutschen 42=cm= Belagerungsmörsers, dessen Einzelschuß die stärkste Beton= und Panzerdecke durchbricht.
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I. Ostpreußischen Armeekorps, die mit "unvergleichlicher Tapferkeit" kämpften und den russischen Banden mehr als 3000 Gefangene und sechs Maschinengewehre abnahmen. Das war ein ganz gehöriger Denkzettel, den die Russen nicht sobald wieder vergessen werden. Auf die Stärke des von den Ostpreußen verprügelten Feindes läßt die weitere Mitteilung schließen, daß man überdies noch "viele weitere russische Maschinengewehre" unbrauchbar machen konnte, die vermutlich wegen Mangels an Zugtieren oder wegen Zertrümmerung der Räder liegenbleiben mußten. Mlawa wurde von den Deutschen nach dem Siege besetzt.
Österreichs Erfolge gegen Rußland.
Wir sahen, wie schlecht es den Russen in ihren Versuchen gegen Deutschland erging, und wollen nun einmal betrachten, welche Geschäfte sie mit unserem V e r b ü n d e t e n gemacht haben. Russische Waffendesertionen an der galizischen Grenze zeigten, daß von großem Kampfeseifer bei dem schlecht genährten russischen Militär wenig zu versprüren war, und die Österreicher sorgten auch sonst dafür, daß die Russen nicht recht zur Ruhe kamen. Da Waffenerfolge nicht auf dem gewöhnlichen Wege zu erreichen waren, verfielen die Russen deshalb auf das beliebteste und jedenfalls unblutige Kampfmittel, Siege zu erfinden, die prompt von Österreich dementiert wurden. Die Russen können sich freilich damit entschuldigen, daß sie stets als Sieg bezeichnen, wenn es ihnen gelingt, auf Feindesboden einige armselige Bauernhütten niederzubrennen. Höher reicht ihr Siegesbedürfnis nicht, und die österreichischen und deutschen Truppen werden hoffentlich dafür sorgen, daß der Russe niemals größere Erfolge zu verzeichnen haben wird. Aber abgesehen von unbedeutenden Scharmützeln, war von diesem Teil des Kriegsschauplatzes nichts zu melden, da die Russen sich überall vor den eindringenden Österreichern, oft fluchtartig, zurückzogen.
Österreichs Siege in Serbien.
Diese Ruhe auf dem russisch=polnischen Kriegsschauplatze benutzte unser Bundesgenosse zu energischem Vorgehen gegen Serbien, indem er zunächst am 14. August Schabatz auf dem südlichen Donauufer besetzte. Die erste Meldung lautete so harmlos, als habe es sich lediglich um einen kleinen Handstreich gehandelt. In Wirklichkeit wurde jedoch, wie heute bekannt
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I. Ostpreußischen Armeekorps, die mit "unvergleichlicher Tapferkeit" kämpften und den russischen Banden mehr als 3000 Gefangene und sechs Maschinengewehre abnahmen. Das war ein ganz gehöriger Denkzettel, den die Russen nicht sobald wieder vergessen werden. Auf die Stärke des von den Ostpreußen verprügelten Feindes läßt die weitere Mitteilung schließen, daß man überdies noch "viele weitere russische Maschinengewehre" unbrauchbar machen konnte, die vermutlich wegen Mangels an Zugtieren oder wegen Zertrümmerung der Räder liegenbleiben mußten. Mlawa wurde von den Deutschen nach dem Siege besetzt.
Österreichs Erfolge gegen Rußland.
Wir sahen, wie schlecht es den Russen in ihren Versuchen gegen Deutschland erging, und wollen nun einmal betrachten, welche Geschäfte sie mit unserem V e r b ü n d e t e n gemacht haben. Russische Waffendesertionen an der galizischen Grenze zeigten, daß von großem Kampfeseifer bei dem schlecht genährten russischen Militär wenig zu versprüren war, und die Österreicher sorgten auch sonst dafür, daß die Russen nicht recht zur Ruhe kamen. Da Waffenerfolge nicht auf dem gewöhnlichen Wege zu erreichen waren, verfielen die Russen deshalb auf das beliebteste und jedenfalls unblutige Kampfmittel, Siege zu erfinden, die prompt von Österreich dementiert wurden. Die Russen können sich freilich damit entschuldigen, daß sie stets als Sieg bezeichnen, wenn es ihnen gelingt, auf Feindesboden einige armselige Bauernhütten niederzubrennen. Höher reicht ihr Siegesbedürfnis nicht, und die österreichischen und deutschen Truppen werden hoffentlich dafür sorgen, daß der Russe niemals größere Erfolge zu verzeichnen haben wird. Aber abgesehen von unbedeutenden Scharmützeln, war von diesem Teil des Kriegsschauplatzes nichts zu melden, da die Russen sich überall vor den eindringenden Österreichern, oft fluchtartig, zurückzogen.
Österreichs Siege in Serbien.
Diese Ruhe auf dem russisch=polnischen Kriegsschauplatze benutzte unser Bundesgenosse zu energischem Vorgehen gegen Serbien, indem er zunächst am 14. August Schabatz auf dem südlichen Donauufer besetzte.
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I. Ostpreußischen Armeekorps, die mit "unvergleichlicher Tapferkeit" kämpften und den russischen Banden mehr als 3000 Gefangene und sechs Maschinengewehre abnahmen. Das war ein ganz gehöriger Denkzettel, den die Russen nicht sobald wieder vergessen werden. Auf die Stärke des von den Ostpreußen verprügelten Feindes läßt die weitere Mitteilung schließen, daß man überdies noch "viele weitere russische Maschinengewehre" unbrauchbar machen konnte, die vermutlich wegen Mangels an Zugtieren oder wegen Zertrümmerung der Räder liegenbleiben mußten. Mlawa wurde von den Deutschen nach dem Siege besetzt.
Österreichs Erfolge gegen Rußland.
Wir sahen, wie schlecht es den Russen in ihren Versuchen gegen Deutschland erging, und wollen nun einmal betrachten, welche Geschäfte sie mit unserem V e r b ü n d e t e n gemacht haben. Russische Waffendesertionen an der galizischen Grenze zeigten, daß von großem Kampfeseifer bei dem schlecht genährten russischen Militär wenig zu versprüren war, und die Österreicher sorgten auch sonst dafür, daß die Russen nicht recht zur Ruhe kamen. Da Waffenerfolge nicht auf dem gewöhnlichen Wege zu erreichen waren, verfielen die Russen deshalb auf das beliebteste und jedenfalls unblutige Kampfmittel, Siege zu erfinden, die prompt von Österreich dementiert wurden. Die Russen können sich freilich damit entschuldigen, daß sie stets als Sieg bezeichnen, wenn es ihnen gelingt, auf Feindesboden einige armselige Bauernhütten niederzubrennen. Höher reicht ihr Siegesbedürfnis nicht, und die österreichischen und deutschen Truppen werden hoffentlich dafür sorgen, daß der Russe niemals größere Erfolge zu verzeichnen haben wird. Aber abgesehen von unbedeutenden Scharmützeln, war von diesem Teil des Kriegsschauplatzes nichts zu melden, da die Russen sich überall vor den eindringenden Österreichern, oft fluchtartig, zurückzogen.
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Berlin
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- 19266 / 217787
- Contributor
- Marie-Luise Polirock
Aug, 1914
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