Deutsche Kriegszeitung - Illustrierte Wochenausgabe, herausgegeben vom Berliner Lokal-Anzeiger, item 6

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"Deutsche Kriegszeitung", 1. Ausgabe 1914 vom 16. August 1914. Seite 6.  


6. Seite, 1. Bild, oben: Die Truppentransporte: Das Rote Kreuz bewirtet Einberufene am Stettiner Bahnhof. Phot. Max Heinz

 


 6. Seite, 1. Spalte: 

ja wohl geistesverwandte französische Presse.


Alte Feinde, alte Hiebe!

Mühlhausen und Lagarde.


Wie im Jahre 1870, so hatten auch in diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst die Grenze zu überschreiten. Wir werden sehen, daß die Parallele mit dem Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn die Franzosen zogen sich, genau wie 1870, dadurch die schönsten Prügel zu. - Also bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung, marschierten französische Kompagnien in die Ortschaften Gottesthal, Metzeral und Markirch und besetzen den Schluchtpaß.


Durch den Schluchtpaß führt die Chausee durch das malerische Münstertal von Colmar her an dem weingesegneten Türkheim und Münster vorbei nach Frankreich. Die Franzosen gedachten natürlich den Weg in umgekehrter Richtung zurückzulegen. Man ließ sie vorläufig unbehelligt.


Dafür kam am 6. August die Nachricht, daß deutsche Truppen ebenfalls die Grenze nach Frankreich überschritten und Briey besetzt hätten. Dieses Städtchen liegt an einer französischen Bahn, die Anschluß an die Linie Metz - Verdun hat. Nun verlautete nichts Besonderes mehr vom Kriegsschauplatz in Elsaß-Lothringen.

Man hörte zwar von einem feindlichen Vordringen im Südelsaß bis zum Städtchen


 6. Seite, 2. Spalte: 


Altkirch, aber der Feind war anscheinend von dort wieder nach Süden im Abmarsch begriffen. Wahrscheinlich erhielt


 6. Seite, 2. Bild, Mitte, Beschreibung unten 


jedoch der Feind Verstärkungen, denn die Grenzschutztruppen erhielten Befehl, sich vor ihm zurückzuziehen, und so gelangten die Franzosen, etwa 1 1/2 Armeekorps stark,


 6. Seite, 3. Spalte: 


bis nach Mühlhausen. Zwischen Mühlhausen und Sennheim hatten sie sich eingegraben, wurden jedoch am 10. August angegriffen


  6. Seite, 2. Bild, Mitte:   Schüler als Posten bei einem Bahnübergang.                         Phot. Riebicke


und unter Hinterlassung von vier Geschützen,  zehn Fahrzeugen und einer sehr großen Anzahl von Gewehren und mit einem Verlust von zehn Offizieren und 513


 6. Seite, 4. Spalte: 


Mann Kriegsgefangenen nach Süden getrieben. Einige sollen versucht haben, die Schweizer Grenze zu überschreiten. Demoralisiert werden diese Franzosen, die bei Mühlhausen kämpften, den französischen Boden wieder erreicht haben. Noch schlimmer erging es einer gemischten französischen Brigade bei Lagarde in Lothringen. (S. Karte.) Die Truppen gehörten dem 15. französischen Korps an, welches einen weiten Weg an die französische Grenze gehabt hat. (Wieder ein Beweis dafür, daß der Krieg gegen Deutschland damals schon beschlossene Sache war, denn sonst würde man sich kaum den Luxus des Transports erlaubt haben.)

Lagarde ist ein kleiner Ort, 3 km von der französischen Grenze.

Der für die Franzosen mit so schweren Verlusten zurückgewiesene Vorstoß einer Brigade kam offenbar aus der Richtung von Lunéville, das ein Sperrfort hat, und erfolgte wahrscheinlich über Einville, entlang dem Rhein=Marne=Kanal, an dem der kleine Ort Lagarde (500 Einwohner) liegt.


Aus dem Umstande, daß er von einer gemischten Brigade unternommen wurde, läßt sich auf eine gewaltsame Rekognoszierung schließen. Eine gemischte französische  Brigade besteht vorschriftsmäßig aus zwei

Infanterie=Regimentern zu je drei Bataillonen und drei Maschinengewehr=Sektionen von je zwei Maschinengewehren.

An Kavallerie werden diesen Brigaden in


 6. Seite, 3. Bild, unten: Auf dem Hof der Sammelstelle für Liebesgaben in der Luisenstraße zu Berlin.




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"Deutsche Kriegszeitung", 1. Ausgabe 1914 vom 16. August 1914. Seite 6.  


6. Seite, 1. Bild, oben: Die Truppentransporte: Das Rote Kreuz bewirtet Einberufene am Stettiner Bahnhof. Phot. Max Heinz

 


 6. Seite, 1. Spalte: 

ja wohl geistesverwandte französische Presse.


Alte Feinde, alte Hiebe!

Mühlhausen und Lagarde.


Wie im Jahre 1870, so hatten auch in diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst die Grenze zu überschreiten. Wir werden sehen, daß die Parallele mit dem Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn die Franzosen zogen sich, genau wie 1870, dadurch die schönsten Prügel zu. - Also bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung, marschierten französische Kompagnien in die Ortschaften Gottesthal, Metzeral und Markirch und besetzen den Schluchtpaß.


Durch den Schluchtpaß führt die Chausee durch das malerische Münstertal von Colmar her an dem weingesegneten Türkheim und Münster vorbei nach Frankreich. Die Franzosen gedachten natürlich den Weg in umgekehrter Richtung zurückzulegen. Man ließ sie vorläufig unbehelligt.


Dafür kam am 6. August die Nachricht, daß deutsche Truppen ebenfalls die Grenze nach Frankreich überschritten und Briey besetzt hätten. Dieses Städtchen liegt an einer französischen Bahn, die Anschluß an die Linie Metz - Verdun hat. Nun verlautete nichts Besonderes mehr vom Kriegsschauplatz in Elsaß-Lothringen.

Man hörte zwar von einem feindlichen Vordringen im Südelsaß bis zum Städtchen


 6. Seite, 2. Spalte: 


Altkirch, aber der Feind war anscheinend von dort wieder nach Süden im Abmarsch begriffen. Wahrscheinlich erhielt


 6. Seite, 2. Bild, Mitte, Beschreibung unten 


jedoch der Feind Verstärkungen, denn die Grenzschutztruppen erhielten Befehl, sich vor ihm zurückzuziehen, und so gelangten die Franzosen, etwa 1 1/2 Armeekorps stark,


 6. Seite, 3. Spalte: 


bis nach Mühlhausen. Zwischen Mühlhausen und Sennheim hatten sie sich eingegraben, wurden jedoch am 10. August angegriffen


  6. Seite, 2. Bild, Mitte:   Schüler als Posten bei einem Bahnübergang.                         Phot. Riebicke


und unter Hinterlassung von vier Geschützen,  zehn Fahrzeugen und einer sehr großen Anzahl von Gewehren und mit einem Verlust von zehn Offizieren und 513


 6. Seite, 4. Spalte: 


Mann Kriegsgefangenen nach Süden getrieben. Einige sollen versucht haben, die Schweizer Grenze zu überschreiten. Demoralisiert werden diese Franzosen, die bei Mühlhausen kämpften, den französischen Boden wieder erreicht haben. Noch schlimmer erging es einer gemischten französischen Brigade bei Lagarde in Lothringen. (S. Karte.) Die Truppen gehörten dem 15. französischen Korps an, welches einen weiten Weg an die französische Grenze gehabt hat. (Wieder ein Beweis dafür, daß der Krieg gegen Deutschland damals schon beschlossene Sache war, denn sonst würde man sich kaum den Luxus des Transports erlaubt haben.)

Lagarde ist ein kleiner Ort, 3 km von der französischen Grenze.

Der für die Franzosen mit so schweren Verlusten zurückgewiesene Vorstoß einer Brigade kam offenbar aus der Richtung von Lunéville, das ein Sperrfort hat, und erfolgte wahrscheinlich über Einville, entlang dem Rhein=Marne=Kanal, an dem der kleine Ort Lagarde (500 Einwohner) liegt.


Aus dem Umstande, daß er von einer gemischten Brigade unternommen wurde, läßt sich auf eine gewaltsame Rekognoszierung schließen. Eine gemischte französische  Brigade besteht vorschriftsmäßig aus zwei

Infanterie=Regimentern zu je drei Bataillonen und drei Maschinengewehr=Sektionen von je zwei Maschinengewehren.

An Kavallerie werden diesen Brigaden in


 6. Seite, 3. Bild, unten: Auf dem Hof der Sammelstelle für Liebesgaben in der Luisenstraße zu Berlin.





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  • November 8, 2017 22:17:23 Dagmar Veigel

     

    "Deutsche Kriegszeitung", 1. Ausgabe 1914 vom 16. August 1914. Seite 6.  


    6. Seite, 1. Bild, oben: Die Truppentransporte: Das Rote Kreuz bewirtet Einberufene am Stettiner Bahnhof. Phot. Max Heinz

     


     6. Seite, 1. Spalte: 

    ja wohl geistesverwandte französische Presse.


    Alte Feinde, alte Hiebe!

    Mühlhausen und Lagarde.


    Wie im Jahre 1870, so hatten auch in diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst die Grenze zu überschreiten. Wir werden sehen, daß die Parallele mit dem Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn die Franzosen zogen sich, genau wie 1870, dadurch die schönsten Prügel zu. - Also bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung, marschierten französische Kompagnien in die Ortschaften Gottesthal, Metzeral und Markirch und besetzen den Schluchtpaß.


    Durch den Schluchtpaß führt die Chausee durch das malerische Münstertal von Colmar her an dem weingesegneten Türkheim und Münster vorbei nach Frankreich. Die Franzosen gedachten natürlich den Weg in umgekehrter Richtung zurückzulegen. Man ließ sie vorläufig unbehelligt.


    Dafür kam am 6. August die Nachricht, daß deutsche Truppen ebenfalls die Grenze nach Frankreich überschritten und Briey besetzt hätten. Dieses Städtchen liegt an einer französischen Bahn, die Anschluß an die Linie Metz - Verdun hat. Nun verlautete nichts Besonderes mehr vom Kriegsschauplatz in Elsaß-Lothringen.

    Man hörte zwar von einem feindlichen Vordringen im Südelsaß bis zum Städtchen


     6. Seite, 2. Spalte: 


    Altkirch, aber der Feind war anscheinend von dort wieder nach Süden im Abmarsch begriffen. Wahrscheinlich erhielt


     6. Seite, 2. Bild, Mitte, Beschreibung unten 


    jedoch der Feind Verstärkungen, denn die Grenzschutztruppen erhielten Befehl, sich vor ihm zurückzuziehen, und so gelangten die Franzosen, etwa 1 1/2 Armeekorps stark,


     6. Seite, 3. Spalte: 


    bis nach Mühlhausen. Zwischen Mühlhausen und Sennheim hatten sie sich eingegraben, wurden jedoch am 10. August angegriffen


      6. Seite, 2. Bild, Mitte:   Schüler als Posten bei einem Bahnübergang.                         Phot. Riebicke


    und unter Hinterlassung von vier Geschützen,  zehn Fahrzeugen und einer sehr großen Anzahl von Gewehren und mit einem Verlust von zehn Offizieren und 513


     6. Seite, 4. Spalte: 


    Mann Kriegsgefangenen nach Süden getrieben. Einige sollen versucht haben, die Schweizer Grenze zu überschreiten. Demoralisiert werden diese Franzosen, die bei Mühlhausen kämpften, den französischen Boden wieder erreicht haben. Noch schlimmer erging es einer gemischten französischen Brigade bei Lagarde in Lothringen. (S. Karte.) Die Truppen gehörten dem 15. französischen Korps an, welches einen weiten Weg an die französische Grenze gehabt hat. (Wieder ein Beweis dafür, daß der Krieg gegen Deutschland damals schon beschlossene Sache war, denn sonst würde man sich kaum den Luxus des Transports erlaubt haben.)

    Lagarde ist ein kleiner Ort, 3 km von der französischen Grenze.

    Der für die Franzosen mit so schweren Verlusten zurückgewiesene Vorstoß einer Brigade kam offenbar aus der Richtung von Lunéville, das ein Sperrfort hat, und erfolgte wahrscheinlich über Einville, entlang dem Rhein=Marne=Kanal, an dem der kleine Ort Lagarde (500 Einwohner) liegt.


    Aus dem Umstande, daß er von einer gemischten Brigade unternommen wurde, läßt sich auf eine gewaltsame Rekognoszierung schließen. Eine gemischte französische  Brigade besteht vorschriftsmäßig aus zwei

    Infanterie=Regimentern zu je drei Bataillonen und drei Maschinengewehr=Sektionen von je zwei Maschinengewehren.

    An Kavallerie werden diesen Brigaden in


     6. Seite, 3. Bild, unten: Auf dem Hof der Sammelstelle für Liebesgaben in der Luisenstraße zu Berlin.




  • October 22, 2017 18:11:47 Dagmar Veigel

     6. Seite, 1. Bild, oben: Die Truppentransporte: Das Rote Kreuz bewirtet Einberufene am Stettiner Bahnhof. Phot. Max Heinz

     


     6. Seite, 1. Spalte: 

    ja wohl geistesverwandte französische Presse.


    Alte Feinde, alte Hiebe!

    Mühlhausen und Lagarde.


    Wie im Jahre 1870, so hatten auch in diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst die Grenze zu überschreiten. Wir werden sehen, daß die Parallele mit dem Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn die Franzosen zogen sich, genau wie 1870, dadurch die schönsten Prügel zu. - Also bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung,

    marschierten französische Kompagnien in die Ortschaften Gottesthal, Metzeral und Markirch und besetzen den

    Schluchtpaß.


    Durch den Schluchtpaß führt die Chausee durch das malerische Münstertal von Colmar her an dem weingesegneten Türkheim und Münster vorbei nach Frankreich. Die Franzosen gedachten natürlich den

    Weg in umgekehrter Richtung zurückzulegen. Man ließ sie vorläufig unbehelligt.


    Dafür kam am 6. August die Nachricht, daß deutsche Truppen ebenfalls die Grenze nach Frankreich überschritten und Briey besetzt hätten. Dieses Städtchen liegt an einer französischen Bahn, die Anschluß an

    die Linie Metz - Verdun hat. Nun verlautete nichts Besonderes mehr vom Kriegsschauplatz in Elsaß-Lothringen.

    Man hörte zwar von einem feindlichen Vordringen im Südelsaß bis zum Städtchen


     6. Seite, 2. Spalte: 


    Altkirch, aber der Feind war anscheinend von dort wieder nach Süden im Abmarsch begriffen. Wahrscheinlich erhielt


     6. Seite, 2. Bild, Mitte, Beschreibung unten 


    jedoch der Feind Verstärkungen, denn die Grenzschutztruppen erhielten Befehl, sich vor ihm zurückzuziehen, und so gelangten die Franzosen, etwa 1 1/2 Armeekorps stark,


     6. Seite, 3. Spalte: 


    bis nach Mühlhausen. Zwischen Mühlhausen und Sennheim hatten sie sich eingegraben, wurden jedoch am 10. August angegriffen


      6. Seite, 2. Bild, Mitte:   Schüler als Posten bei einem Bahnübergang.                         Phot. Riebicke


    und unter Hinterlassung von vier Geschützen,  zehn Fahrzeugen und einer sehr großen Anzahl von Gewehren und mit einem Verlust von zehn Offizieren und 513


     6. Seite, 4. Spalte: 


    Mann Kriegsgefangenen nach Süden getrieben. Einige sollen versucht haben, die Schweizer Grenze zu überschreiten. Demoralisiert werden diese Franzosen, die bei Mühlhausen kämpften, den französischen Boden wieder erreicht haben. Noch schlimmer erging es einer gemischten französischen Brigade bei Lagarde in Lothringen. (S. Karte.) Die Truppen gehörten dem 15. französischen Korps an, welches einen weiten Weg an die französische Grenze gehabt hat. (Wieder ein Beweis dafür, daß der Krieg gegen Deutschland damals schon beschlossene Sache war, denn sonst würde man sich kaum den Luxus des Transports erlaubt haben.)

    Lagarde ist ein kleiner Ort, 3 km von der französischen Grenze.

    Der für die Franzosen mit so schweren Verlusten zurückgewiesene Vorstoß einer Brigade kam offenbar aus der Richtung von Lunéville, das ein Sperrfort hat, und erfolgte wahrscheinlich über Einville, entlang dem Rhein=Marne=Kanal, an dem der kleine Ort Lagarde (500 Einwohner) liegt.


    Aus dem Umstande, daß er von einer gemischten Brigade unternommen wurde, läßt sich auf eine gewaltsame Rekognoszierung schließen. Eine gemischte französische  Brigade besteht vorschriftsmäßig aus zwei

    Infanterie=Regimentern zu je drei Bataillonen und drei Maschinengewehr=Sektionen von je zwei Maschinengewehren.

    An Kavallerie werden diesen Brigaden in


     6. Seite, 3. Bild, unten: Auf dem Hof der Sammelstelle für Liebesgaben in der Luisenstraße zu Berlin.





  • October 20, 2017 21:14:23 Dagmar Veigel

     6. Seite, 1. Bild, oben: Die Truppentransporte: Das Rote Kreuz bewirtet Einberufene am Stettiner Bahnhof. Phot. Max Heinz

     


     6. Seite, 1. Spalte: 

    ja wohl geistesverwandte französische

    Presse.


    Alte Feinde, alte Hiebe!

    Mühlhausen und Lagarde.


    Wie im Jahre 1870, so hatten auch in

    diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst

    die Grenze zu überschreiten. Wir werden

    sehen, daß die Parallele mit dem

    Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn

    die Franzosen zogen sich, genau wie 1870,

    dadurch die schönsten Prügel zu. - Also

    bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung,

    marschierten französische Kompagnien

    in die Ortschaften Gottesthal,

    Metzeral und Markirch und besetzen den

    Schluchtpaß.

    Durch den Schluchtpaß führt die Chausee

    durch das malerische Münstertal von Colmar

    her an dem weingesegneten Türkheim

    und Münster vorbei nach Frankreich.

    Die Franzosen gedachten natürlich den

    Weg in umgekehrter Richtung zurückzulegen.

    Man ließ sie vorläufig unbehelligt.


    Dafür kam am 6. August die Nachricht,

    daß deutsche Truppen ebenfalls die Grenze

    nach Frankreich überschritten und Briey

    besetzt hätten. Dieses Städtchen liegt an

    einer französischen Bahn, die Anschluß an

    die Linie Metz - Verdun hat. Nun verlautete

    nichts Besonderes mehr vom

    Kriegsschauplatz in Elsaß-Lothringen.

    Man hörte zwar von einem feindlichen

    Vordringen im Südelsaß bis zum Städtchen


     6. Seite, 2. Spalte: 


    Altkirch, aber der Feind war anscheinend

    von dort wieder nach Süden im Abmarsch

    begriffen. Wahrscheinlich erhielt


     6. Seite, 2. Bild, Mitte, Beschreibung unten 


    jedoch der Feind Verstärkungen, denn die

    Grenzschutztruppen erhielten Befehl, sich

    vor ihm zurückzuziehen, und so gelangten

    die Franzosen, etwa 1 1/2 Armeekorps stark,


     6. Seite, 3. Spalte: 


    bis nach Mühlhausen. Zwischen Mühlhausen

    und Sennheim hatten sie sich eingegraben,

    wurden jedoch am 10. August angegriffen


      6. Seite, 2. Bild, Mitte:   Schüler als Posten bei einem Bahnübergang.                         Phot. Riebicke


    und unter Hinterlassung von vier Geschützen,

    zehn Fahrzeugen und einer sehr

    großen Anzahl von Gewehren und mit

    einem Verlust von zehn Offizieren und 513


     6. Seite, 4. Spalte: 


    Mann Kriegsgefangenen nach Süden getrieben.

    Einige sollen versucht haben, die

    Schweizer Grenze zu überschreiten. Demoralisiert

    werden diese Franzosen, die bei

    Mühlhausen kämpften, den französischen

    Boden wieder erreicht haben. Noch schlimmer

    erging es einer gemischten französischen

    Brigade bei Lagarde in Lothringen.

    (S. Karte.) Die Truppen gehörten dem 15.

    französischen Korps an, welches einen weiten

    Weg an die französische Grenze gehabt

    hat. (Wieder ein Beweis dafür, daß der

    Krieg gegen Deutschland damals schon beschlossene

    Sache war, denn sonst würde

    man sich kaum den Luxus des Transports

    erlaubt haben.)

    Lagarde ist ein kleiner Ort, 3 km von

    der französischen Grenze.

    Der für die Franzosen mit so schweren

    Verlusten zurückgewiesene Vorstoß einer

    Brigade kam offenbar aus der Richtung

    von Lunéville, das ein Sperrfort hat, und

    erfolgte wahrscheinlich über Einville, entlang

    dem Rhein=Marne=Kanal, an dem

    der kleine Ort Lagarde (500 Einwohner)

    liegt.

    Aus dem Umstande, daß er von einer gemischten

    Brigade unternommen wurde,

    läßt sich auf eine gewaltsame Rekognoszierung

    schließen. Eine gemischte französische

    Brigade besteht vorschriftsmäßig aus zwei

    Infanterie=Regimentern zu je drei Bataillonen

    und drei Maschinengewehr=Sektionen

    von je zwei Maschinengewehren.

    An Kavallerie werden diesen Brigaden in


     6. Seite, 3. Bild, unten: Auf dem Hof der Sammelstelle für Liebesgaben in der Luisenstraße zu Berlin.





  • October 20, 2017 21:12:31 Dagmar Veigel

     6. Seite, 1. Bild, oben: Dei Truppentransporte: Das Rote Kreuz bewirtet Einberufene am Stettiner Bahnhof.


     6. Seite, 1. Spalte: 

    ja wohl geistesverwandte französische

    Presse.


    Alte Feinde, alte Hiebe!

    Mühlhausen und Lagarde.


    Wie im Jahre 1870, so hatten auch in

    diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst

    die Grenze zu überschreiten. Wir werden

    sehen, daß die Parallele mit dem

    Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn

    die Franzosen zogen sich, genau wie 1870,

    dadurch die schönsten Prügel zu. - Also

    bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung,

    marschierten französische Kompagnien

    in die Ortschaften Gottesthal,

    Metzeral und Markirch und besetzen den

    Schluchtpaß.

    Durch den Schluchtpaß führt die Chausee

    durch das malerische Münstertal von Colmar

    her an dem weingesegneten Türkheim

    und Münster vorbei nach Frankreich.

    Die Franzosen gedachten natürlich den

    Weg in umgekehrter Richtung zurückzulegen.

    Man ließ sie vorläufig unbehelligt.


    Dafür kam am 6. August die Nachricht,

    daß deutsche Truppen ebenfalls die Grenze

    nach Frankreich überschritten und Briey

    besetzt hätten. Dieses Städtchen liegt an

    einer französischen Bahn, die Anschluß an

    die Linie Metz - Verdun hat. Nun verlautete

    nichts Besonderes mehr vom

    Kriegsschauplatz in Elsaß-Lothringen.

    Man hörte zwar von einem feindlichen

    Vordringen im Südelsaß bis zum Städtchen


     6. Seite, 2. Spalte: 


    Altkirch, aber der Feind war anscheinend

    von dort wieder nach Süden im Abmarsch

    begriffen. Wahrscheinlich erhielt


     6. Seite, 2. Bild, Mitte, Beschreibung unten 


    jedoch der Feind Verstärkungen, denn die

    Grenzschutztruppen erhielten Befehl, sich

    vor ihm zurückzuziehen, und so gelangten

    die Franzosen, etwa 1 1/2 Armeekorps stark,


     6. Seite, 3. Spalte: 


    bis nach Mühlhausen. Zwischen Mühlhausen

    und Sennheim hatten sie sich eingegraben,

    wurden jedoch am 10. August angegriffen


      6. Seite, 2. Bild, Mitte:   Schüler als Posten bei einem Bahnübergang.


    und unter Hinterlassung von vier Geschützen,

    zehn Fahrzeugen und einer sehr

    großen Anzahl von Gewehren und mit

    einem Verlust von zehn Offizieren und 513


     6. Seite, 4. Spalte: 


    Mann Kriegsgefangenen nach Süden getrieben.

    Einige sollen versucht haben, die

    Schweizer Grenze zu überschreiten. Demoralisiert

    werden diese Franzosen, die bei

    Mühlhausen kämpften, den französischen

    Boden wieder erreicht haben. Noch schlimmer

    erging es einer gemischten französischen

    Brigade bei Lagarde in Lothringen.

    (S. Karte.) Die Truppen gehörten dem 15.

    französischen Korps an, welches einen weiten

    Weg an die französische Grenze gehabt

    hat. (Wieder ein Beweis dafür, daß der

    Krieg gegen Deutschland damals schon beschlossene

    Sache war, denn sonst würde

    man sich kaum den Luxus des Transports

    erlaubt haben.)

    Lagarde ist ein kleiner Ort, 3 km von

    der französischen Grenze.

    Der für die Franzosen mit so schweren

    Verlusten zurückgewiesene Vorstoß einer

    Brigade kam offenbar aus der Richtung

    von Lunéville, das ein Sperrfort hat, und

    erfolgte wahrscheinlich über Einville, entlang

    dem Rhein=Marne=Kanal, an dem

    der kleine Ort Lagarde (500 Einwohner)

    liegt.

    Aus dem Umstande, daß er von einer gemischten

    Brigade unternommen wurde,

    läßt sich auf eine gewaltsame Rekognoszierung

    schließen. Eine gemischte französische

    Brigade besteht vorschriftsmäßig aus zwei

    Infanterie=Regimentern zu je drei Bataillonen

    und drei Maschinengewehr=Sektionen

    von je zwei Maschinengewehren.

    An Kavallerie werden diesen Brigaden in


     6. Seite, 3. Bild, unten: Auf dem Hof der Sammelstelle für Liebesgaben in der Luisenstraße zu Berlin.





  • October 20, 2017 21:08:58 Dagmar Veigel

     6. Seite, 1. Bild, oben: Dei Truppentransporte: Das Rote Kreuz bewirtet Einberufene am Stettiner Bahnhof.


     6. Seite, 1. Spalte: 

    ja wohl geistesverwandte französische

    Presse.


    Alte Feinde, alte Hiebe!

    Mühlhausen und Lagarde.


    Wie im Jahre 1870, so hatten auch in

    diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst

    die Grenze zu überschreiten. Wir werden

    sehen, daß die Parallele mit dem

    Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn

    die Franzosen zogen sich, genau wie 1870,

    dadurch die schönsten Prügel zu. - Also

    bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung,

    marschierten französische Kompagnien

    in die Ortschaften Gottesthal,

    Metzeral und Markirch und besetzen den

    Schluchtpaß.

    Durch den Schluchtpaß führt die Chausee

    durch das malerische Münstertal von Colmar

    her an dem weingesegneten Türkheim

    und Münster vorbei nach Frankreich.

    Die Franzosen gedachten natürlich den

    Weg in umgekehrter Richtung zurückzulegen.

    Man ließ sie vorläufig unbehelligt.


    Dafür kam am 6. August die Nachricht,

    daß deutsche Truppen ebenfalls die Grenze

    nach Frankreich überschritten und Briey

    besetzt hätten. Dieses Städtchen liegt an

    einer französischen Bahn, die Anschluß an

    die Linie Metz - Verdun hat. Nun verlautete

    nichts Besonderes mehr vom

    Kriegsschauplatz in Elsaß-Lothringen.

    Man hörte zwar von einem feindlichen

    Vordringen im Südelsaß bis zum Städtchen


     6. Seite, 2. Spalte: 


    Altkirch, aber der Feind war anscheinend

    von dort wieder nach Süden im Abmarsch

    begriffen. Wahrscheinlich erhielt


    Bild


    jedoch der Feind Verstärkungen, denn die

    Grenzschutztruppen erhielten Befehl, sich

    vor ihm zurückzuziehen, und so gelangten

    die Franzosen, etwa 1 1/2 Armeekorps stark,


     6. Seite, 3. Spalte: 


    bis nach Mühlhausen. Zwischen Mühlhausen

    und Sennheim hatten sie sich eingegraben,

    wurden jedoch am 10. August angegriffen


    Bild:


    und unter Hinterlassung von vier Geschützen,

    zehn Fahrzeugen und einer sehr

    großen Anzahl von Gewehren und mit

    einem Verlust von zehn Offizieren und 513


     6. Seite, 4. Spalte: 


    Mann Kriegsgefangenen nach Süden getrieben.

    Einige sollen versucht haben, die

    Schweizer Grenze zu überschreiten. Demoralisiert

    werden diese Franzosen, die bei

    Mühlhausen kämpften, den französischen

    Boden wieder erreicht haben. Noch schlimmer

    erging es einer gemischten französischen

    Brigade bei Lagarde in Lothringen.

    (S. Karte.) Die Truppen gehörten dem 15.

    französischen Korps an, welches einen weiten

    Weg an die französische Grenze gehabt

    hat. (Wieder ein Beweis dafür, daß der

    Krieg gegen Deutschland damals schon beschlossene

    Sache war, denn sonst würde

    man sich kaum den Luxus des Transports

    erlaubt haben.)

    Lagarde ist ein kleiner Ort, 3 km von

    der französischen Grenze.

    Der für die Franzosen mit so schweren

    Verlusten zurückgewiesene Vorstoß einer

    Brigade kam offenbar aus der Richtung

    von Lunéville, das ein Sperrfort hat, und

    erfolgte wahrscheinlich über Einville, entlang

    dem Rhein=Marne=Kanal, an dem

    der kleine Ort Lagarde (500 Einwohner)

    liegt.

    Aus dem Umstande, daß er von einer gemischten

    Brigade unternommen wurde,

    läßt sich auf eine gewaltsame Rekognoszierung

    schließen. Eine gemischte französische

    Brigade besteht vorschriftsmäßig aus zwei

    Infanterie=Regimentern zu je drei Bataillonen

    und drei Maschinengewehr=Sektionen

    von je zwei Maschinengewehren.

    An Kavallerie werden diesen Brigaden in






  • October 19, 2017 09:30:51 Dagmar Veigel

    6. Seite, 1. Bild, oben:


    6. Seite, 1. Spalte:

    ja wohl geistesverwandte französische

    Presse.


    Alte Feinde, ale Hiebe!

    Mühlhausen und Lagarde.


    Wie im Jahre 1870, so hatten auch in

    diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst

    die Grenze zu überschreiten. Wird werden

    sehen, daß die Parallele mit dem

    Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn

    die Franzosen zogen sich, genau wie 1870,

    dadurch die schönsten Prügel zu. - Also

    bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung,

    marschierten französische Kompagnien

    in die Ortschaften Gottesthal,

    Metzeral und Markirch und besetzen den

    Schluchtpaß.

    Durch den Schluchtpaß führt die Chausee

    durch das malerische Münstertal von Colmar

    her an dem weingesegneten Türkheim

    und Münster vorbei nach Frankreich.

    Die Franzosen gedachten natürlich den

    Weg un umgekehrter Richtung zurückzulegen.

    Man ließ sie vorläufig unbehelligt.


    Dafür kam am 6. August die Nachricht,

    daß deutsche Truppen ebenfalls die Grenze

    nach Frankreich überschritten und Briey

    besetzt hätten. Dieses Städtchen liegt an

    einer französischen Bahn, die Anschluß an

    die Linie Metz - Verdun hat. Nun verlautete

    nichts Besonderes mehr vom

    Kriegsschauplatz in Elsaß-Lothringen.

    Man hörte zwar von einem feindlichen

    Vordringen im Südelsaß bis zum Städtchen


    6. Seite, 2. Spalte:


    Altkirch, aber der Feind war anscheinend

    von dort wieder nach Süden im Abmarsch

    begriffen. Wahrscheinlich erhielt


    Bild


    jedoch der Feind Verstärkungen, denn die

    Grenzschutztruppen erhielten Befehl, sich

    vor ihm zurückzuziehen, und so gelangten

    die Franzosen, etwa 1 1/2 Armeekorps stark,


    6. Seite, 3. Spalte:


    bis nach Mühlhausen. Zwischen Mühlhausen

    und Sennheim hatten sie sich eingegraben,

    wurden jedoch am 10. August angegriffen


    Bild:


    und unter Hinterlassen von vier Geschützen,

    zehn Fahrzeugen und einer sehr

    großen Anzahl von Gewehren und mit

    einem Verlust von zehn Offizieren und 513


    6. Seite, 4. Spalte:


    Mann Kriegsgefangenen nach Süden betrieben.

    Einige sollen versucht haben, die

    Schweizer Grenze zu überschreiten. Demoralisiert

    werden diese Franzosen, die bei

    Mühlhausen kämpften, den französischen

    Boden wieder erreicht haben. Noch schlimmer

    erging es einer gemischten französischen

    Brigade bei Lagarde in Lothringen.

    (S. Karte.) Die Truppen gehörten dem 15.

    französischen Korps an, welches einen weiten

    Weg an die französische Grenze gehabt

    hat. (Wieder ein Beweis dafür, daß der

    Krieg gegen Deutschland damals schon beschlossene

    Sache war, denn sonst würde

    man sich kaum den Luxus des Transports

    erlaubt haben.)

    Lagarde ist ein kleiner Ort, 3 km von

    der französischen Grenze.

    Der für die Franzosen mit so schweren

    Verlusten zurückgewiesene Vorstoß einer

    Brigade kam offenbar aus der Richtung

    von Lunéville, das ein Sperrfort hat, und

    erfolgte wahrscheinlich über Einville, entlang

    dem Rhein=Marne=Kanal, an dem

    der kleine Ort Lagarde (500 Einwohner)

    liegt.

    Aus dem Umstande, daß er von einer gemischten

    Brigade unternommen wurde,

    läßt sich auf eine gewaltsame Rekognoszierung

    schließen. Eine gemischte französische

    Brigade besteht vorschriftsmäßig aus zwei

    Infanterie=Regimentern zu je drei Bataillonen

    und drei Maschinengewehr=Sektionen

    von je zwei Maschinengewehren.

    An Kavallerie werden diesen Brigaden in






  • October 19, 2017 09:29:55 Dagmar Veigel

    6. Seite, 1. Bild, oben:


    6. Seite, 1. Spalte:

    ja wohl geistesverwandte französische

    Presse.


    Alte Feinde, ale Hiebe!

    Mühlhausen und Lagarde.


    Wie im Jahre 1870, so hatten auch in

    diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst

    die Grenze zu überschreiten. Wird werden

    sehen, daß die Parallele mit dem

    Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn

    die Franzosen zogen sich, genau wie 1870,

    dadurch die schönsten Prügel zu. - Also

    bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung,

    marschierten französische Kompagnien

    in die Ortschaften Gottesthal,

    Metzeral und Markirch und besetzen den

    Schluchtpaß.

    Durch den Schluchtpaß führt die Chausee

    durch das malerische Münstertal von Colmar

    her an dem weingesegneten Türkheim

    und Münster vorbei nach Frankreich.

    Die Franzosen gedachten natürlich den

    Weg un umgekehrter Richtung zurückzulegen.

    Man ließ sie vorläufig unbehelligt.


    Dafür kam am 6. August die Nachricht,

    daß deutsche Truppen ebenfalls die Grenze

    nach Frankreich überschritten und Briey

    besetzt hätten. Dieses Städtchen liegt an

    einer französischen Bahn, die Anschluß an

    die Linie Metz - Verdun hat. Nun verlautete

    nichts Besonderes mehr vom

    Kriegsschauplatz in Elsaß-Lothringen.

    Man hörte zwar von einem feindlichen

    Vordringen im Südelsaß bis zum Städtchen


    6. Seite, 2. Spalte:


    Altkirch, aber der Feind war anscheinend

    von dort wieder nach Süden im Abmarsch

    begriffen. Wahrscheinlich erhielt


    Bild


    jedoch der Feind Verstärkungen, denn die

    Grenzschutztruppen erhielten Befehl, sich

    vor ihm zurückzuziehen, und so gelangten

    die Franzosen, etwa 1 1/2 Armeekorps stark,


    6. Seite, 3. Spalte:


    bis nach Mühlhausen. Zwischen Mühlhausen

    udn Sennheim hatten sie sich eingegraben,

    wurden jedoch am 10. August angegriffen


    Bild:


    und unter Hinterlassen von vier Geschützen,

    zehn Fahrzeugen und einer sehr

    großen Anzahl von Gewehren und mit

    einem Verlust von zehn Offizieren und 513


    6. Seite, 4. Spalte:


    Mann Kriegsgefangenen nach Süden betrieben.

    Einige sollen versucht haben, die

    Schweizer Grenze zu überschreiten. Demoralisiert

    werden diese Franzosen, die bei

    Mühlhausen kämpften, den französischen

    Boden wieder erreicht haben. Noch schlimmer

    erging es einer gemischten französischen

    Brigade bei Lagarde in Lothringen.

    (S. Karte.) Die truppen gehörten dem 15.

    französischen Korps an, welches einen weiten

    Weg an die französische Grenze gehabt

    hat. (Wieder ein Beweis dafür, daß der

    Krieg gegen Deutschland damals schon beschlossene

    Sache war, denn sonst würde

    man sich kaum den Luxus des Transports

    erlaubt haben.)

    Lagarde ist ein kleiner Ort, 3 km von

    der französischen gRenze.

    Der für die Franzosen mit so schweren

    Verlusten zurückgewiesene Vorstoß einer

    Brigade kam offenbar aus der Richtung

    von Lunéville, das ein Sperrfort hat, und

    erfolgte wahrscheinlich über Einville, entlang

    dem Rhein=Marne=Kanal, an dem

    der kleine Ort Lagarde (500 Einwohner)

    liegt.

    Aus dem Umstande, daß er von einer gemischten

    Brigade unternommen wurde,

    läßt sich auf eine gewaltsame Rekognoszierung

    schließen. Eine gemischte französische

    Brigade besteht vorschriftsmäßig aus zwei

    Infanterie=Regimentern zu je drei Bataillonen

    und drei Maschinengewehr=Sektionen

    von je zwei Maschinengewehren.

    An Kavallerie werden diesen Brigaden in






  • October 19, 2017 09:21:29 Dagmar Veigel

    6. Seite, 1. Bild, oben:


    6. Seite, 1. Spalte:

    ja wohl geistesverwandte französische

    Presse.


    Alte Feinde, ale Hiebe!

    Mühlhausen und Lagarde.


    Wie im Jahre 1870, so hatten auch in

    diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst

    die Grenze zu überschreiten. Wird werden

    sehen, daß die Parallele mit dem

    Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn

    die Franzosen zogen sich, genau wie 1870,

    dadurch die schönsten Prüge zu. - Also

    bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung,

    marschierten französische Kompagnien

    in die Ortschaften Gottesthal,

    Metzeral und Markirch und besetzen den

    Schluchtpaß.

    Durch den Schluchtpaß führt die Chausee

    durch das malerische Münstertal von Colmar

    her an dem weingesegneten Türkheim

    und Münster vorbei nach Frankreich.

    Die Franzosen gedachten natürlich den

    Weg un umgekehrter Richtung zurückzulegen.

    Man ließ sie vorläufig unbehelligt.


    Dafür kam am 6. August die Nachricht,

    daß deutsche Truppen ebenfalls die Grenze

    nach Frankreich überschritten und Briey

    besetzt hätten. Dieses Städtchen liegt an

    einer französischen Bahn, die Anschluß an

    die Linie Metz - Verdun hat. Nun verlautete

    nichts Besonderes mehr vom

    Kriegsschauplatz in Elsaß-Lothringen.

    Man hörte zwar von einem feindlichen

    Vordringen im Südelsaß bis zum Städtchen


    6. Seite, 2. Spalte:


    Altkirch, aber der Feind war anscheinend

    von dort wieder nach Süden im Abmarsch

    begriffen. Wahrscheinlich erhielt


    Bild


    jedoch der Feind Verstärkungen, denn die

    Grenzschutztruppen erhielten Befehl, sich

    vor ihm zurückzuziehen, und so gelangten

    die Franzosen, etwa 1 1/2 Armeekorps stark,


    6. Seite, 3. Spalte:


    bis nach Mühlhausen. Zwischen Mühlhausen

    udn Sennheim hatten sie sich eingegraben,

    wurden jedoch am 10. August angegriffen


    Bild:


    und unter Hinterlassen von vier Geschützen,

    zehn Fahrzeugen und einer sehr

    großen Anzahl von Gewehren und mit

    einem Verlust von zehn Offizieren und 513


    6. Seite, 4. Spalte:


    Mann Kriegsgefangenen nach Süden betrieben.

    Einige sollen versucht haben, die

    Schweizer Grenze zu überschreiten. Demoralisiert

    werden diese Franzosen, die bei

    Mühlhausen kämpften, den französischen

    Boden wieder erreicht haben. Noch schlimmer

    erging es einer gemischten französischen

    Brigade bei Lagarde in Lothringen.

    (S. Karte.) Die truppen gehörten dem 15.

    französischen Korps an, welches einen weiten

    Weg an die französische Grenze gehabt

    hat. (Wieder ein Beweis dafür, daß der

    Krieg gegen Deutschland damals schon beschlossene

    Sache war, denn sonst würde

    man sich kaum den Luxus des Transports

    erlaubt haben.)

    Lagarde ist ein kleiner Ort, 3 km von

    der französischen gRenze.

    Der für die Franzosen mit so schweren

    Verlusten zurückgewiesene Vorstoß einer

    Brigade kam offenbar aus der Richtung

    von Lunéville, das ein Sperrfort hat, und

    erfolgte wahrscheinlich über Einville, entlang

    dem Rhein=Marne=Kanal, an dem

    der kleine Ort Lagarde (500 Einwohner)

    liegt.

    Aus dem Umstande, daß er von einer gemischten

    Brigade unternommen wurde,

    läßt sich auf eine gewaltsame Rekognoszierung

    schließen. Eine gemischte französische

    Brigade besteht vorschriftsmäßig aus zwei

    Infanterie=Regimentern zu je drei Bataillonen

    und drei Maschinengewehr=Sektionen

    von je zwei Maschinengewehren.

    An Kavallerie werden diesen Brigaden in






  • October 19, 2017 09:18:32 Dagmar Veigel

    6. Seite, 1. Bild, oben:


    6. Seite, 1. Spalte:

    ja wohl geistesverwandte französische

    Presse.


    Alte Feinde, ale Hiebe!

    Mühlhausen und Lagarde.


    Wie im Jahre 1870, so hatten auch in

    diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst

    die Grenze zu überschreiten. Wird werden

    sehen, daß die Parallele mit dem

    Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn

    die Franzosen zogen sich, genau wie 1870,

    dadurch die schönsten Prüge zu. - Also

    bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung,

    marschierten französische Kompagnien

    in die Ortschaften Gottesthal,

    Metzeral und Markirch und besetzen den

    Schluchtpaß.

    Durch den Schluchtpaß führt die Chausee

    durch das malerische Münstertal von Colmar

    her an dem weingesegneten Türkheim

    und Münster vorbei nach Frankreich.

    Die Franzosen gedachten natürlich den

    Weg un umgekehrter Richtung zurückzulegen.

    Man ließ sie vorläufig unbehelligt.


    Dafür kam am 6. August die Nachricht,

    daß deutsche Truppen ebenfalls die Grenze

    nach Frankreich überschritten und Briey

    besetzt hätten. Dieses Städtchen liegt an

    einer französischen Bahn, die Anschluß an

    die Linie Metz - Verdun hat. Nun verlautete

    nichts Besonderes mehr vom

    Kriegsschauplatz in Elsaß-Lothringen.

    Man hörte zwar von einem feindlichen

    Vordringen im Südelsaß bis zum Städtchen


    6. Seite, 2. Spalte:


    Altkirch, aber der Feind war anscheinend

    von dort wieder nach Süden im Abmarsch

    begriffen. Wahrscheinlich erhielt


    Bild


    jedoch der Feind Verstärkungen, denn die

    Grenzschutztruppen erhielten Befehl, sich

    vor ihm zurückzuziehen, und so gelangten

    die Franzosen, etwa 1 1/2 Armeekorps stark,


    6. Seite, 3. Spalte:


    bis nach Mühlhausen. Zwischen Mühlhausen

    udn Sennheim hatten sie sich eingegraben,

    wurden jedoch am 10. August angegriffen


    Bild:


    und unter Hinterlassen von vier Geschützen,

    zehn Fahrzeugen und einer sehr

    großen Anzahl von Gewehren und mit

    einem Verlust von zehn Offizieren und 513


    6. Seite, 4. Spalte:


    Mann Kriegsgefangenen nach Süden betrieben.

    Einige sollen versucht haben, die

    Schweizer Grenze zu überschreiten. Demoralisiert

    werden diese Franzosen, die bei

    Mühlhausen kämpften, den französischen

    Boden wieder erreicht haben. Noch schlimmer

    erging es einer gemischten französischen

    Brigade bei Lagarde in Lothringen.

    (S. Karte.) Die truppen gehörten dem 15.

    französischen Korps an, welches einen weiten

    Weg an die französische Grenze gehabt

    hat. (Wieder ein Beweis dafür, daß der

    Krieg gegen Deutschland damals schon beschlossene

    Sache war, denn sonst würde

    man sich kaum den Luxus des Transports

    erlaubt haben.)

    Lagarde ist ein kleiner Ort, 3 km von

    der französischen gRenze.

    Der für die Franzosen mit so schweren

    Verlusten zurückgewiesene Vorstoß einer

    Brigade kam offenbar aus der Richtung

    von Lunéville, das ein Sperrfort hat, und

    erfolgte wahrscheinlich über Einville, entlang

    dem Rhein=Marne=Kanal, an dem

    der kleine Ort Lagarde (500 Einwohner)

    liegt.







  • October 19, 2017 09:07:13 Dagmar Veigel

    6. Seite, 1. Bild, oben:


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    ja wohl geistesverwandte französische

    Presse.


    Alte Feinde, ale Hiebe!

    Mühlhausen und Lagarde.


    Wie im Jahre 1870, so hatten auch in

    diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst

    die Grenze zu überschreiten. Wird werden

    sehen, daß die Parallele mit dem

    Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn

    die Franzosen zogen sich, genau wie 1870,

    dadurch die schönsten Prüge zu. - Also

    bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung,

    marschierten französische Kompagnien

    in die Ortschaften Gottesthal,

    Metzeral und Markirch und besetzen den

    Schluchtpaß.

    Durch den Schluchtpaß führt die Chausee

    durch das malerische Münstertal von Colmar

    her an dem weingesegneten Türkheim

    und Münster vorbei nach Frankreich.

    Die Franzosen gedachten natürlich den

    Weg un umgekehrter Richtung zurückzulegen.

    Man ließ sie vorläufig unbehelligt.


    Dafür kam am 6. August die Nachricht,

    daß deutsche Truppen ebenfalls die Grenze

    nach Frankreich überschritten und Briey

    besetzt hätten. Dieses Städtchen liegt an

    einer französischen Bahn, die Anschluß an

    die Linie Metz - Verdun hat. Nun verlautete

    nichts Besonderes mehr vom

    Kriegsschauplatz in Elsaß-Lothringen.

    Man hörte zwar von einem feindlichen

    Vordringen im Südelsaß bis zum Städtchen






  • October 19, 2017 09:04:05 Dagmar Veigel

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    ja wohl geistesverwandte französische

    Presse.


    Alte Feinde, ale Hiebe!

    Mühlhausen und Lagarde.


    Wie im Jahre 1870, so hatten auch in

    diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst

    die Grenze zu überschreiten. Wird werden

    sehen, daß die Parallele mit dem

    Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn

    die Franzosen zogen sich, genau wie 1870,

    dadurch die schönsten Prüge zu. - Also

    bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung,

    marschierten französische Kompagnien

    in die Ortschaften Gottesthal,

    Metzeral und Markirch und besetzen den

    Schluchtpaß.

    Durch den Schluchtpaß führt die Chausee

    durch das malerische Münstertal von Colmar

    her an dem weingesegneten Türkheim

    und Münster vorbei nach Frankreich.

    Die Franzosen gedachten natürlich den

    Weg un umgekehrter Richtung zurückzulegen.

    Man ließ sie vorläufig unbehelligt.





  • October 19, 2017 09:01:31 Dagmar Veigel

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    ja wohl geistesverwandte französische

    Presse.


    Alte Feinde, ale Hiebe!

    Mühlhausen und Lagarde.


    Wie im Jahre 1870, so hatten auch in

    diesem Jahre die Franzosen die Ehre, zuerst

    die Grenze zu überschreiten. Wird werden

    sehen, daß die Parallele mit dem

    Jahre 1870 sich weiter ziehen läßt, denn

    die Franzosen zogen sich, genau wie 1870,

    dadurch die schönsten Prüge zu. - Also

    bereits am 2. August, vor der Kriegserklärung,

    marschierten französische Kompagnien

    in die Ortschaften Gottesthal,

    Metzeral und Markirch und besetzen den

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ID
19266 / 217780
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Marie-Luise Polirock
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


Aug, 1914
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