Deutsche Kriegszeitung - Illustrierte Wochenausgabe, herausgegeben vom Berliner Lokal-Anzeiger, item 1

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 Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der Text 4-spaltig aufgebaut. 


Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


Deutsche

Kriegszeitung

1914

__________________________________________________________________________________________________________

Illustrierte Wochen-Ausgabe

Herausgegeben vom

Berliner Lokal-Anzeiger

__________________________________________________________________________________________________________

 Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


An unsere Leser!


Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

Verlag und Redaktion.

__________________________________________________________________________________________________________


Aus großer Zeit.

Von einem alten preußischen Offizier.

I.

Von der Bekanntmachung des Kriegs-

zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange


  Titelseite, 2. Spalte 

sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte


 Bild: Kaiser Wilhelm II. 


sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer

Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei


 Titelseite, 3. Spalte 

geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck


 Bild, Mitte:  Kaiser Wilhelm II.                       Hofphot. Voigt.


erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


 Titelseite, 4. Spalte 

nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,

während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den

Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.

- So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?  Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just

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 Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der Text 4-spaltig aufgebaut. 


Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


Deutsche

Kriegszeitung

1914

__________________________________________________________________________________________________________

Illustrierte Wochen-Ausgabe

Herausgegeben vom

Berliner Lokal-Anzeiger

__________________________________________________________________________________________________________

 Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


An unsere Leser!


Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

Verlag und Redaktion.

__________________________________________________________________________________________________________


Aus großer Zeit.

Von einem alten preußischen Offizier.

I.

Von der Bekanntmachung des Kriegs-

zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange


  Titelseite, 2. Spalte 

sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte


 Bild: Kaiser Wilhelm II. 


sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer

Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei


 Titelseite, 3. Spalte 

geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck


 Bild, Mitte:  Kaiser Wilhelm II.                       Hofphot. Voigt.


erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


 Titelseite, 4. Spalte 

nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,

während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den

Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.

- So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?  Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just


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  • July 10, 2018 19:26:49 Beate Jochem



     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der Text 4-spaltig aufgebaut. 


    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck


     Bild, Mitte:  Kaiser Wilhelm II.                       Hofphot. Voigt.


    erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


     Titelseite, 4. Spalte 

    nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?  Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just

  • July 10, 2018 19:22:03 Beate Jochem



     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der Text 4-spaltig aufgebaut. 


    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

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     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck


     Bild, Mitte:  Kaiser Wilhelm II.                       Hofphot. Voigt.


    erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


     Titelseite, 4. Spalte 

    nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?  Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just


  • November 1, 2017 12:27:33 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der Text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

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     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck


     Bild, Mitte:  Kaiser Wilhelm II.                       Hofphot. Voigt.


    erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


     Titelseite, 4. Spalte 

    nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?  Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just


  • November 1, 2017 12:20:36 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der Text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck


    Bild, Mitte: Kaiser Wilhelm II.                       Hofphot. Voigt.


    erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


     Titelseite, 4. Spalte 

    nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?  Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just


  • October 22, 2017 17:44:32 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck


     Bild: Kaiser Wilhelm II.  Hofphot. Voigt.


    erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


     Titelseite, 4. Spalte 

    nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?  Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just


  • October 20, 2017 22:56:34 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

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    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck


     Bild: Kaiser Wilhelm II.  Hofphot. Voigt.


    erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


     Titelseite, 4. Spalte 

    nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just


  • October 20, 2017 19:53:26 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.

    Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,

    die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres

    geliebten Bruderstaates und dessen anmutige

    Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen

    Individuums. Als aber die Untersuchung

    weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.

    Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich darauf

    beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten,

    hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter

    den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit

    dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten

    auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Eindruck


     Bild: Kaiser Wilhelm II.  Hofphot. Voigt.


    erwecken, daß alles aufs beste bestellt

    und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


     Titelseite, 4. Spalte 

    nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen

    Treiben der serbischen Mordgesellen

    und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche

    möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln

    glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen

    des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu treten,

    sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen

    um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hielten.

    Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen

    nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen,

    daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr

    erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte.

    Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr

    aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen

    Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft.

    Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der Newa immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl

    schnell genug; just


  • October 20, 2017 19:53:16 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

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     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.

    Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,

    die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres

    geliebten Bruderstaates und dessen anmutige

    Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen

    Individuums. Als aber die Untersuchung

    weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.

    Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich darauf

    beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten,

    hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter

    den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit

    dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten

    auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Eindruck


     Bild: Kaiser Wilhelm II.  Hofphot. Voigt.


    erwecken, daß alles aufs beste bestellt

    und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


     Titelseite, 4. Spalte 

    nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen

    Treiben der serbischen Mordgesellen

    und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche

    möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln

    glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen

    des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu treten,

    sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen

    um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hielten.

    Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen

    nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen,

    daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr

    erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte.

    Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr

    aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen

    Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft.

    Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der  Newa  immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl

    schnell genug; just


  • October 16, 2017 21:17:04 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.

    Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,

    die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres

    geliebten Bruderstaates und dessen anmutige

    Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen

    Individuums. Als aber die Untersuchung

    weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.

    Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich darauf

    beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten,

    hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter

    den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit

    dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten

    auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Eindruck


     Bild: Kaiser Wilhelm II.  Hofphot. Voigt.


    erwecken, daß alles aufs beste bestellt

    und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


     Titelseite, 4. Spalte 

    nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen

    Treiben der serbischen Mordgesellen

    und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche

    möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln

    glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen

    des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu treten,

    sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen

    um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hielten.

    Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen

    nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen,

    daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr

    erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte.

    Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr

    aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen

    Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft.

    Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der  Rewa  immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl

    schnell genug; just


  • October 16, 2017 20:48:45 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.

    Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,

    die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres

    geliebten Bruderstaates und dessen anmutige

    Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen

    Individuums. Als aber die Untersuchung

    weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.

    Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich darauf

    beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten,

    hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter

    den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit

    dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten

    auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Eindruck


     Bild: Kaiser Wilhelm II.  


    erwecken, daß alles aufs beste bestellt

    und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


     Titelseite, 4. Spalte 

    nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen

    Treiben der serbischen Mordgesellen

    und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche

    möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln

    glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen

    des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu treten,

    sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen

    um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hielten.

    Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen

    nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen,

    daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr

    erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte.

    Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr

    aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen

    Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft.

    Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der  Rewa  immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl

    schnell genug; just


  • October 16, 2017 20:47:53 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.

    Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,

    die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres

    geliebten Bruderstaates und dessen anmutige

    Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen

    Individuums. Als aber die Untersuchung

    weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.

    Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich darauf

    beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten,

    hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter

    den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit

    dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten

    auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Eindruck


     Bild: Kaiser Wilhelm II.  


    erwecken, daß alles aufs beste bestellt

    und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


     Titelseite, 4. Spalte 

    nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen

    Treiben der serbischen Mordgesellen

    und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche

    möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=

    deln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen

    des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu treten,

    sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen

    um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hielten.

    Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen

    nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen,

    daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr

    erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte.

    Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr

    aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen

    Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft.

    Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der  Rewa  immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl

    schnell genug; just


  • October 16, 2017 20:45:39 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.

    Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,

    die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres

    geliebten Bruderstaates und dessen anmutige

    Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen

    Individuums. Als aber die Untersuchung

    weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.

    Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich darauf

    beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten,

    hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter

    den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit

    dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten

    auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Eindruck


     Bild: Kaiser Wilhelm II.  


    erwecken, daß alles aufs beste bestellt

    und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit


     Titelseite, 4. Spalte 

    nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuer=

    gefährlichen Treiben der serbischen Mord=

    gesellen und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=

    glaubliche möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=

    deln glauben. Noch mehr. Die Bun=

    desgenossen des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=

    ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu be=

    trügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=

    ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brau=

    chen nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=

    derholen, daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Ge=

    fahr erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr er=

    kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=

    fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den über=

    nommenen Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung er=

    hofft. Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der  Rewa  immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=

    bilmachungsbefehl schnell genug; just


  • October 16, 2017 20:44:34 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.

    Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,

    die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres

    geliebten Bruderstaates und dessen anmutige

    Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen

    Individuums. Als aber die Untersuchung

    weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.

    Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich darauf

    beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten,

    hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter

    den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit

    dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten

    auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Eindruck


     Bild: Kaiser Wilhelm II.  


    erwecken, daß alles aufs beste be=

    stellt und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Ver=

    kommenheit nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuer=

    gefährlichen Treiben der serbischen Mord=

    gesellen und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=

    glaubliche möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=

    deln glauben. Noch mehr. Die Bun=

    desgenossen des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=

    ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu be=

    trügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=

    ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brau=

    chen nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=

    derholen, daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Ge=

    fahr erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr er=

    kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=

    fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den über=

    nommenen Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung er=

    hofft. Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der  Rewa  immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=

    bilmachungsbefehl schnell genug; just


  • October 16, 2017 20:43:49 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.

    Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,

    die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres

    geliebten Bruderstaates und dessen anmutige

    Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen

    Individuums. Als aber die Untersuchung

    weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.

    Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich darauf

    beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und mordeten,

    hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte


     Bild: Kaiser Wilhelm II. 


    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter

    den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit

    dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten

    auch ungezählte Menschenleben dabei


     Titelseite, 3. Spalte 

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Ein=

    druck erwecken, daß alles aufs beste be=

    stellt und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Ver=

    kommenheit nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuer=

    gefährlichen Treiben der serbischen Mord=

    gesellen und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=

    glaubliche möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=

    deln glauben. Noch mehr. Die Bun=

    desgenossen des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=

    ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu be=

    trügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=

    ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brau=

    chen nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=

    derholen, daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Ge=

    fahr erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr er=

    kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=

    fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den über=

    nommenen Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung er=

    hofft. Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der  Rewa  immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=

    bilmachungsbefehl schnell genug; just


  • October 16, 2017 20:40:48 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.

    Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,

    die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres

    geliebten Bruderstaates und dessen anmutige

    Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen

    Individuums. Als aber die Untersuchung

    weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.

    Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich darauf

    beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; solange


      Titelseite, 2. Spalte 

    sie im Kriege schändeten und morde=

    ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte

    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=

    ter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=

    heit dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=

    ten auch ungezählte Menschenleben dabei

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Ein=

    druck erwecken, daß alles aufs beste be=

    stellt und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Ver=

    kommenheit nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuer=

    gefährlichen Treiben der serbischen Mord=

    gesellen und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=

    glaubliche möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=

    deln glauben. Noch mehr. Die Bun=

    desgenossen des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=

    ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu be=

    trügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=

    ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brau=

    chen nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=

    derholen, daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Ge=

    fahr erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr er=

    kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=

    fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den über=

    nommenen Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung er=

    hofft. Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der  Rewa  immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=

    bilmachungsbefehl schnell genug; just


  • October 16, 2017 20:38:50 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.

    Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,

    die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres

    geliebten Bruderstaates und dessen anmutige

    Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=

    gen Individuums. Als aber die Unter=

    suchung weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu be=

    schwichtigen. Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich dar=

    auf beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; so=

    lange sie im Kriege schändeten und morde=

    ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte

    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=

    ter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=

    heit dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=

    ten auch ungezählte Menschenleben dabei

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Ein=

    druck erwecken, daß alles aufs beste be=

    stellt und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Ver=

    kommenheit nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuer=

    gefährlichen Treiben der serbischen Mord=

    gesellen und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=

    glaubliche möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=

    deln glauben. Noch mehr. Die Bun=

    desgenossen des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=

    ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu be=

    trügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=

    ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brau=

    chen nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=

    derholen, daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Ge=

    fahr erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr er=

    kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=

    fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den über=

    nommenen Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung er=

    hofft. Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der  Rewa  immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=

    bilmachungsbefehl schnell genug; just


  • October 16, 2017 20:37:41 Dagmar Veigel

     

     

     Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut. 

     

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________

     Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II. 


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewid=

    met, die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=

    seres geliebten Bruderstaates und dessen an=

    mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=

    gen Individuums. Als aber die Unter=

    suchung weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu be=

    schwichtigen. Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich dar=

    auf beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; so=

    lange sie im Kriege schändeten und morde=

    ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte

    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=

    ter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=

    heit dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=

    ten auch ungezählte Menschenleben dabei

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Ein=

    druck erwecken, daß alles aufs beste be=

    stellt und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Ver=

    kommenheit nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuer=

    gefährlichen Treiben der serbischen Mord=

    gesellen und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=

    glaubliche möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=

    deln glauben. Noch mehr. Die Bun=

    desgenossen des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=

    ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu be=

    trügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=

    ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brau=

    chen nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=

    derholen, daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Ge=

    fahr erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr er=

    kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=

    fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den über=

    nommenen Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung er=

    hofft. Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der  Rewa  immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=

    bilmachungsbefehl schnell genug; just


  • October 14, 2017 16:22:19 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewid=

    met, die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=

    seres geliebten Bruderstaates und dessen an=

    mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=

    gen Individuums. Als aber die Unter=

    suchung weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu be=

    schwichtigen. Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich dar=

    auf beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; so=

    lange sie im Kriege schändeten und morde=

    ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte

    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=

    ter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=

    heit dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=

    ten auch ungezählte Menschenleben dabei

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Ein=

    druck erwecken, daß alles aufs beste be=

    stellt und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Ver=

    kommenheit nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuer=

    gefährlichen Treiben der serbischen Mord=

    gesellen und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=

    glaubliche möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=

    deln glauben. Noch mehr. Die Bun=

    desgenossen des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=

    ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu be=

    trügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=

    ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brau=

    chen nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=

    derholen, daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Ge=

    fahr erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr er=

    kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=

    fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den über=

    nommenen Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung er=

    hofft. Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der  Rewa  immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?

    Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=

    bilmachungsbefehl schnell genug; just


  • October 14, 2017 16:21:46 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewid=

    met, die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=

    seres geliebten Bruderstaates und dessen an=

    mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=

    gen Individuums. Als aber die Unter=

    suchung weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu be=

    schwichtigen. Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich dar=

    auf beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; so=

    lange sie im Kriege schändeten und morde=

    ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte

    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=

    ter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=

    heit dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=

    ten auch ungezählte Menschenleben dabei

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Ein=

    druck erwecken, daß alles aufs beste be=

    stellt und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Ver=

    kommenheit nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuer=

    gefährlichen Treiben der serbischen Mord=

    gesellen und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=

    glaubliche möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=

    deln glauben. Noch mehr. Die Bun=

    desgenossen des Zaren waren nicht nur

    bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=

    ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum

    letzten Augenblick zu belügen und zu be=

    trügen um im geheimen zu rüsten,

    während wir die Maske der Ehrlichkeit

    und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=

    ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,

    wie der Zar, um uns als das Opfer der

    Entente in Sicherheit zu wiegen, den

    Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brau=

    chen nicht daran zu erinnern, wie russische

    Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns

    belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=

    derholen, daß unser Kaiser in dem

    Augenblick, als er den Abgrund der Ge=

    fahr erkannte, vor dem die germanische

    Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr

    edel handelte, und daß er um so schneller

    handelte, als er die Größe der Gefahr er=

    kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=

    fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht

    eines Hohenzollern Art, sich den über=

    nommenen Pflichten zu entziehen, weil

    er sonst in große Gefahr geraten könnte.

    - So kam der große Augenblick der

    Bekanntmachung des Kriegszustandes.

    Dem Volke war dies offenbar noch nicht

    genug. Es hatte die Mobilmachung er=

    hofft. Wie konnte es wissen, daß die

    Lügner an der  Rewa  immer noch

    dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 14, 2017 16:16:42 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewid=

    met, die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=

    seres geliebten Bruderstaates und dessen an=

    mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=

    gen Individuums. Als aber die Unter=

    suchung weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu be=

    schwichtigen. Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich dar=

    auf beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; so=

    lange sie im Kriege schändeten und morde=

    ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte

    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=

    ter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=

    heit dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=

    ten auch ungezählte Menschenleben dabei

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Ein=

    druck erwecken, daß alles aufs beste be=

    stellt und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Ver=

    kommenheit nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch

    Sühne verlangte, und daß es dem feuer=

    gefährlichen Treiben der serbischen Mord=

    gesellen und Hetzer noch auf friedlichem

    Wege ein Ende zu machen versuchte.

    Wer sollte dies verhindern? Konnte ein

    Zar von Rußland, der Befürworter des

    Weltfriedens, für Mordgesellen Partei

    nehmen, lediglich weil diese Slawen

    waren? Und wenn der Panslawismus

    wirklich bis ins Mark vergiftet war,

    konnte eine das Wort Ehre im Munde

    führende Nation wie die französische

    dann noch mit den Beschützern von

    Mordbuben in einem Bündnisverhältnis

    bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=

    glaubliche möglich sein sollte, würden

    nicht eine so vornehme Nation wie die

    englische, ein so ehrbarer Herrscher wie

    König Georg, ein so feiner und korrekter

    Minister wie Sir Edward Grey sich voll

    Entrüstung von den beiden abwenden?

    Es konnte nicht anders sein nach unseren

    Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=

    deln glauben. Noch mehr. Die Bun=

    desgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 14, 2017 16:13:38 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewid=

    met, die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=

    seres geliebten Bruderstaates und dessen an=

    mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=

    gen Individuums. Als aber die Unter=

    suchung weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu be=

    schwichtigen. Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich dar=

    auf beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; so=

    lange sie im Kriege schändeten und morde=

    ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte

    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=

    ter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=

    heit dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=

    ten auch ungezählte Menschenleben dabei

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Ein=

    druck erwecken, daß alles aufs beste be=

    stellt und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zu Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Ver=

    kommenheit nicht. Mit Befriedigung

    sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 14, 2017 16:10:26 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewid=

    met, die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=

    seres geliebten Bruderstaates und dessen an=

    mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=

    gen Individuums. Als aber die Unter=

    suchung weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu be=

    schwichtigen. Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich dar=

    auf beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; so=

    lange sie im Kriege schändeten und morde=

    ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte

    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 14, 2017 16:09:25 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewid=

    met, die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=

    seres geliebten Bruderstaates und dessen an=

    mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=

    gen Individuums. Als aber die Unter=

    suchung weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu be=

    schwichtigen. Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich dar=

    auf beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 14, 2017 16:08:29 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewid=

    met, die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=

    seres geliebten Bruderstaates und dessen an=

    mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=

    gen Individuums. Als aber die Unter=

    suchung weiter ergab, Daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu be=

    schwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 14, 2017 16:07:31 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewid=

    met, die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=

    seres geliebten Bruderstaates und dessen an=

    mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=

    gen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 14, 2017 16:07:02 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

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    unterstützt durch Bilder und Karten, den

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    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

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    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

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    den Ereignissen im Westen und auf der See

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    met, die alle Stände, reich und arm, alt

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    Aus großer Zeit.

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    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs-

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=

    seres geliebten Bruderstaates und dessen an=

    mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 14, 2017 16:05:42 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

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    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

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    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

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    I.

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    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 14, 2017 16:05:17 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

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    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewid=

    met, die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs=

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 14, 2017 16:04:48 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewid=

    met, die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 14, 2017 16:03:37 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 14, 2017 16:03:02 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der

    "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 13, 2017 22:56:01 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der  Rewa  immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?


  • October 13, 2017 22:52:48 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


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    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief.  Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.


  • October 13, 2017 22:47:25 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief. 


  • October 13, 2017 22:45:48 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

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  • October 13, 2017 22:42:16 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


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    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben


  • October 13, 2017 22:40:59 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


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    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden?


  • October 13, 2017 22:40:13 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


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  • October 13, 2017 22:37:40 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


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  • October 13, 2017 22:36:07 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war,


  • October 13, 2017 22:31:30 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

    Kriegszeitung

    1914

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    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

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    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht.


  • October 13, 2017 22:28:49 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


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  • October 13, 2017 22:25:36 Dagmar Veigel

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  • October 13, 2017 22:25:05 Dagmar Veigel

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  • October 13, 2017 22:22:59 Dagmar Veigel

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  • October 13, 2017 22:21:48 Dagmar Veigel

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    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes


  • October 13, 2017 22:21:12 Dagmar Veigel

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    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirtt.


  • October 13, 2017 22:20:14 Dagmar Veigel

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    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer gegner von der Triple=Entente bei Gelgenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte,


  • October 13, 2017 22:18:10 Dagmar Veigel

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    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=

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  • October 13, 2017 22:15:40 Dagmar Veigel

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    Kriegszeitung

    1914

    __________________________________________________________________________________________________________

    Illustrierte Wochen-Ausgabe

    Herausgegeben vom

    Berliner Lokal-Anzeiger

    __________________________________________________________________________________________________________


    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der

    Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen

    Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

    __________________________________________________________________________________________________________


    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern.


  • October 13, 2017 22:14:08 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


    Deutsche

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    Herausgegeben vom

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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern.


  • October 13, 2017 22:12:29 Dagmar Veigel

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    An unsere Leser!


    Dem deutschen Volke bieten wir in der

    Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen

    Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte

    des Weltkrieges in Wort und Bild. Die

    Schilderung der kriegerischen Ereignisse an

    den Grenzen Deutschlands und Österreichs

    sowie der Taten der Kriegsmarine wird,

    unterstützt durch Bilder und Karten, den

    Leser dieses Blattes in den Stand setzen,

    sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=

    tieren. Es empfiehlt sich dabei, die

    Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"

    aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein

    Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes

    darstellen. Die heutige erste Nummer ist

    den Ereignissen im Westen und auf der See

    sowie der erhebenden Begeisterung gewid=

    met, die alle Stände, reich und arm, alt

    und jung, einmütig zusammengeführt hat.

    Verlag und Redaktion.

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    Aus großer Zeit.

    Von einem alten preußischen Offizier.

    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegs=

    zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,

    hörte die ganze zivilisierte Welt den

    Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren

    Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=

    seres geliebten Bruderstaates und dessen an=

    mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,

    glühenden Zorn aber steigerte sich dieses

    Entsetzen, als es immer deutlicher zutage

    trat, daß diese beiden edlen Menschenleben

    einer gemeinen politischen Verschwörung,

    einem lang geplanten Anschlage zum Opfer

    fielen und nicht etwa den wahnwitzigen

    Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=

    gen Individuums. Als aber die Unter=

    suchung weiter ergab, daß Offiziere und

    Beamte Serbiens an dieser Schandtat

    mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,

    da war die gerechte Empörung über ein

    Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten

    Jahrzehnten immer scheußlicher, immer

    blutiger geworden war, nicht mehr zu be=

    schwichtigen. Solange diese vor keinem

    Mord zurückschreckenden Serben sich dar=

    auf beschränkt hatten, im eigenen Hause

    Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer

    Verachtung bewenden lassen können; so=

    lange sie im Kriege schändeten und morde=

    ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach

    einem Rächer umgesehen; als nun aber die

    Mordwaffe im Dienste einer korrupten

    Propaganda sich auf eines der edelsten

    Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte

    man in Österreich und Deutschland, mußte

    sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk

    niederzuschmettern. Aber wir hatten uns

    geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu

    sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=

    ter den Beileidskundgebungen unserer

    Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=

    heit dieses furchtbaren Mordes der Wille

    lauerte, aus dem von Serbien vergossenen

    Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=

    ten auch ungezählte Menschenleben dabei

    geopfert werden müssen. Die freundlichen

    Besuche des Oberhauptes der Republik bei

    dem Autokraten und bei dem Herrscher

    des sogenannten freiesten Volkes der Welt,

    eine prächtige Flottenschau in England,

    schwülstige, aber von friedliebenden Worten

    überströmende Reden sollten den Ein=

    druck erwecken, daß alles aufs beste be=

    stellt und die Triple=Entente von eitel

    Friedensliebe beseelt sei, während in

    Wirklichkeit die drei Mächte der Entente

    bereit waren, über das zur Strafe an

    den Serben sich anschickende Österreich

    und dessen getreuen Kampfbruder

    Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,

    unsere Herzen ahnten derartige Ver=

    kommenheit nicht. Mit Befriedigung



  • October 13, 2017 21:59:20 Dagmar Veigel

    Nr. 1 - Sonntag, 16. August                                                                                            Preis 10 Pfennig


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    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig udn zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei den autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, ab er von friedliebenden Worten überströmenden Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit die drei Mächte der Entente an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen.


  • October 13, 2017 21:59:12 Dagmar Veigel

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    I.

    Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.


    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig udn zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei den autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, ab er von friedliebenden Worten überströmenden Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit die drei Mächte der Entente an den Serben sich anschickende Österreich udn dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen.


  • October 13, 2017 21:58:52 Dagmar Veigel

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    Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig udn zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei den autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, ab er von friedliebenden Worten überströmenden Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt udn die Triple=entnete von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeeit die drei Mächte der Entente an den Serben sich anschickende Österreich udn dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen.


  • October 13, 2017 21:52:19 Dagmar Veigel

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  • October 13, 2017 21:36:41 Dagmar Veigel

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  • October 13, 2017 21:33:18 Dagmar Veigel

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  • October 13, 2017 21:26:09 Dagmar Veigel

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  • October 13, 2017 21:20:05 Dagmar Veigel

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    Berlin

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ID
19266 / 217775
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Marie-Luise Polirock
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


August 16, 1914
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