Deutsche Kriegszeitung - Illustrierte Wochenausgabe, herausgegeben vom Berliner Lokal-Anzeiger, item 1
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Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der Text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild, Mitte: Kaiser Wilhelm II. Hofphot. Voigt.
erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit
Titelseite, 4. Spalte
nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten? Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der Text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
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Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
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Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild, Mitte: Kaiser Wilhelm II. Hofphot. Voigt.
erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit
Titelseite, 4. Spalte
nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten? Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just
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Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der Text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
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Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
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Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild, Mitte: Kaiser Wilhelm II. Hofphot. Voigt.
erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit
Titelseite, 4. Spalte
nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten? Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der Text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
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Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
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Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild, Mitte: Kaiser Wilhelm II. Hofphot. Voigt.
erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit
Titelseite, 4. Spalte
nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten? Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
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Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
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Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild: Kaiser Wilhelm II. Hofphot. Voigt.
erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit
Titelseite, 4. Spalte
nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten? Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
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Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild: Kaiser Wilhelm II. Hofphot. Voigt.
erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit
Titelseite, 4. Spalte
nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nicht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die
Lügner an der Newa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.
Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,
die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres
geliebten Bruderstaates und dessen anmutige
Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen
Individuums. Als aber die Untersuchung
weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.
Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich darauf
beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten,
hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter
den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit
dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten
auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild: Kaiser Wilhelm II. Hofphot. Voigt.
erwecken, daß alles aufs beste bestellt
und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit
Titelseite, 4. Spalte
nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen
Treiben der serbischen Mordgesellen
und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche
möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln
glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen
des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu treten,
sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen
um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hielten.
Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen
nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen,
daß unser Kaiser in dem
Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr
erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte.
Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr
aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen
Pflichten zu entziehen, weil
er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der
Bekanntmachung des Kriegszustandes.
Dem Volke war dies offenbar noch nicht
genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft.
Wie konnte es wissen, daß die
Lügner an der Newa immer noch
dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl
schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.
Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,
die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres
geliebten Bruderstaates und dessen anmutige
Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen
Individuums. Als aber die Untersuchung
weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.
Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich darauf
beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten,
hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter
den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit
dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten
auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild: Kaiser Wilhelm II. Hofphot. Voigt.
erwecken, daß alles aufs beste bestellt
und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit
Titelseite, 4. Spalte
nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen
Treiben der serbischen Mordgesellen
und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche
möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln
glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen
des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu treten,
sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen
um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hielten.
Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen
nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen,
daß unser Kaiser in dem
Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr
erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte.
Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr
aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen
Pflichten zu entziehen, weil
er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der
Bekanntmachung des Kriegszustandes.
Dem Volke war dies offenbar noch nicht
genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft.
Wie konnte es wissen, daß die
Lügner an der Newa immer noch
dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl
schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
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Kriegszeitung
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Illustrierte Wochen-Ausgabe
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Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.
Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,
die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres
geliebten Bruderstaates und dessen anmutige
Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen
Individuums. Als aber die Untersuchung
weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.
Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich darauf
beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten,
hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter
den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit
dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten
auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild: Kaiser Wilhelm II. Hofphot. Voigt.
erwecken, daß alles aufs beste bestellt
und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit
Titelseite, 4. Spalte
nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen
Treiben der serbischen Mordgesellen
und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche
möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln
glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen
des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu treten,
sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen
um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hielten.
Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
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nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen,
daß unser Kaiser in dem
Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr
erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte.
Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr
aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen
Pflichten zu entziehen, weil
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- So kam der große Augenblick der
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Dem Volke war dies offenbar noch nicht
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Wie konnte es wissen, daß die
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Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl
schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
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Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
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den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
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Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
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Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
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die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres
geliebten Bruderstaates und dessen anmutige
Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
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Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.
Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich darauf
beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten,
hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter
den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit
dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten
auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild: Kaiser Wilhelm II.
erwecken, daß alles aufs beste bestellt
und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit
Titelseite, 4. Spalte
nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen
Treiben der serbischen Mordgesellen
und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche
möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Handeln
glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen
des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu treten,
sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen
um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hielten.
Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen
nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen,
daß unser Kaiser in dem
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erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte.
Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr
aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen
Pflichten zu entziehen, weil
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- So kam der große Augenblick der
Bekanntmachung des Kriegszustandes.
Dem Volke war dies offenbar noch nicht
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Wie konnte es wissen, daß die
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Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl
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-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
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Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
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Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
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Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
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Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
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die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres
geliebten Bruderstaates und dessen anmutige
Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen
Individuums. Als aber die Untersuchung
weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.
Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich darauf
beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten,
hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter
den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit
dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten
auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild: Kaiser Wilhelm II.
erwecken, daß alles aufs beste bestellt
und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit
Titelseite, 4. Spalte
nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen
Treiben der serbischen Mordgesellen
und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Unglaubliche
möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=
deln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen
des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu treten,
sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen
um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hielten.
Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen
nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen,
daß unser Kaiser in dem
Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr
erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte.
Es ist nicht deutsche Art, der Gefahr
aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen
Pflichten zu entziehen, weil
er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der
Bekanntmachung des Kriegszustandes.
Dem Volke war dies offenbar noch nicht
genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft.
Wie konnte es wissen, daß die
Lügner an der Rewa immer noch
dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
Doch dem Kriegszustande folgte der Mobilmachungsbefehl
schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.
Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,
die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres
geliebten Bruderstaates und dessen anmutige
Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen
Individuums. Als aber die Untersuchung
weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.
Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich darauf
beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten,
hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter
den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit
dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten
auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild: Kaiser Wilhelm II.
erwecken, daß alles aufs beste bestellt
und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit
Titelseite, 4. Spalte
nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuer=
gefährlichen Treiben der serbischen Mord=
gesellen und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=
glaubliche möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=
deln glauben. Noch mehr. Die Bun=
desgenossen des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=
ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu be=
trügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=
ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brau=
chen nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=
derholen, daß unser Kaiser in dem
Augenblick, als er den Abgrund der Ge=
fahr erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr er=
kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=
fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den über=
nommenen Pflichten zu entziehen, weil
er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der
Bekanntmachung des Kriegszustandes.
Dem Volke war dies offenbar noch nicht
genug. Es hatte die Mobilmachung er=
hofft. Wie konnte es wissen, daß die
Lügner an der Rewa immer noch
dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=
bilmachungsbefehl schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.
Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,
die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres
geliebten Bruderstaates und dessen anmutige
Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen
Individuums. Als aber die Untersuchung
weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.
Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich darauf
beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten,
hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter
den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit
dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten
auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Eindruck
Bild: Kaiser Wilhelm II.
erwecken, daß alles aufs beste be=
stellt und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Ver=
kommenheit nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuer=
gefährlichen Treiben der serbischen Mord=
gesellen und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=
glaubliche möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=
deln glauben. Noch mehr. Die Bun=
desgenossen des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=
ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu be=
trügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=
ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brau=
chen nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=
derholen, daß unser Kaiser in dem
Augenblick, als er den Abgrund der Ge=
fahr erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr er=
kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=
fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den über=
nommenen Pflichten zu entziehen, weil
er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der
Bekanntmachung des Kriegszustandes.
Dem Volke war dies offenbar noch nicht
genug. Es hatte die Mobilmachung er=
hofft. Wie konnte es wissen, daß die
Lügner an der Rewa immer noch
dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=
bilmachungsbefehl schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
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Illustrierte Wochen-Ausgabe
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Berliner Lokal-Anzeiger
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Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.
Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,
die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres
geliebten Bruderstaates und dessen anmutige
Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen
Individuums. Als aber die Untersuchung
weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.
Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich darauf
beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und mordeten,
hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
Bild: Kaiser Wilhelm II.
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter
den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit
dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten
auch ungezählte Menschenleben dabei
Titelseite, 3. Spalte
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Ein=
druck erwecken, daß alles aufs beste be=
stellt und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Ver=
kommenheit nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuer=
gefährlichen Treiben der serbischen Mord=
gesellen und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=
glaubliche möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=
deln glauben. Noch mehr. Die Bun=
desgenossen des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=
ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu be=
trügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=
ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brau=
chen nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=
derholen, daß unser Kaiser in dem
Augenblick, als er den Abgrund der Ge=
fahr erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr er=
kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=
fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den über=
nommenen Pflichten zu entziehen, weil
er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der
Bekanntmachung des Kriegszustandes.
Dem Volke war dies offenbar noch nicht
genug. Es hatte die Mobilmachung er=
hofft. Wie konnte es wissen, daß die
Lügner an der Rewa immer noch
dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=
bilmachungsbefehl schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.
Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,
die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres
geliebten Bruderstaates und dessen anmutige
Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähigen
Individuums. Als aber die Untersuchung
weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen.
Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich darauf
beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; solange
Titelseite, 2. Spalte
sie im Kriege schändeten und morde=
ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=
ter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=
heit dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=
ten auch ungezählte Menschenleben dabei
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Ein=
druck erwecken, daß alles aufs beste be=
stellt und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Ver=
kommenheit nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuer=
gefährlichen Treiben der serbischen Mord=
gesellen und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=
glaubliche möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=
deln glauben. Noch mehr. Die Bun=
desgenossen des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=
ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu be=
trügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=
ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brau=
chen nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=
derholen, daß unser Kaiser in dem
Augenblick, als er den Abgrund der Ge=
fahr erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr er=
kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=
fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den über=
nommenen Pflichten zu entziehen, weil
er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der
Bekanntmachung des Kriegszustandes.
Dem Volke war dies offenbar noch nicht
genug. Es hatte die Mobilmachung er=
hofft. Wie konnte es wissen, daß die
Lügner an der Rewa immer noch
dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=
bilmachungsbefehl schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren.
Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet,
die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres
geliebten Bruderstaates und dessen anmutige
Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=
gen Individuums. Als aber die Unter=
suchung weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu be=
schwichtigen. Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich dar=
auf beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; so=
lange sie im Kriege schändeten und morde=
ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=
ter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=
heit dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=
ten auch ungezählte Menschenleben dabei
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Ein=
druck erwecken, daß alles aufs beste be=
stellt und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Ver=
kommenheit nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuer=
gefährlichen Treiben der serbischen Mord=
gesellen und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=
glaubliche möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=
deln glauben. Noch mehr. Die Bun=
desgenossen des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=
ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu be=
trügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=
ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brau=
chen nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=
derholen, daß unser Kaiser in dem
Augenblick, als er den Abgrund der Ge=
fahr erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr er=
kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=
fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den über=
nommenen Pflichten zu entziehen, weil
er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der
Bekanntmachung des Kriegszustandes.
Dem Volke war dies offenbar noch nicht
genug. Es hatte die Mobilmachung er=
hofft. Wie konnte es wissen, daß die
Lügner an der Rewa immer noch
dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=
bilmachungsbefehl schnell genug; just
-
Titelseite. Der Titel ist ist als Blocksatz gestaltet. Darunter ist der text 4-spaltig aufgebaut.
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
Ab hier ist der Text 4-spaltig aufgebaut. In der Mitte des Titelblattes befindet sich ein Portät von Kaiser Wilhelm II.
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=
tieren. Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewid=
met, die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=
seres geliebten Bruderstaates und dessen an=
mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=
gen Individuums. Als aber die Unter=
suchung weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu be=
schwichtigen. Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich dar=
auf beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; so=
lange sie im Kriege schändeten und morde=
ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=
ter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=
heit dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=
ten auch ungezählte Menschenleben dabei
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Ein=
druck erwecken, daß alles aufs beste be=
stellt und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Ver=
kommenheit nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuer=
gefährlichen Treiben der serbischen Mord=
gesellen und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=
glaubliche möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=
deln glauben. Noch mehr. Die Bun=
desgenossen des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=
ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu be=
trügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=
ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brau=
chen nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=
derholen, daß unser Kaiser in dem
Augenblick, als er den Abgrund der Ge=
fahr erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr er=
kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=
fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den über=
nommenen Pflichten zu entziehen, weil
er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der
Bekanntmachung des Kriegszustandes.
Dem Volke war dies offenbar noch nicht
genug. Es hatte die Mobilmachung er=
hofft. Wie konnte es wissen, daß die
Lügner an der Rewa immer noch
dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=
bilmachungsbefehl schnell genug; just
-
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=
tieren. Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewid=
met, die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=
seres geliebten Bruderstaates und dessen an=
mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=
gen Individuums. Als aber die Unter=
suchung weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu be=
schwichtigen. Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich dar=
auf beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; so=
lange sie im Kriege schändeten und morde=
ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=
ter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=
heit dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=
ten auch ungezählte Menschenleben dabei
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Ein=
druck erwecken, daß alles aufs beste be=
stellt und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Ver=
kommenheit nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuer=
gefährlichen Treiben der serbischen Mord=
gesellen und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=
glaubliche möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=
deln glauben. Noch mehr. Die Bun=
desgenossen des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=
ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu be=
trügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=
ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brau=
chen nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=
derholen, daß unser Kaiser in dem
Augenblick, als er den Abgrund der Ge=
fahr erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr er=
kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=
fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den über=
nommenen Pflichten zu entziehen, weil
er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der
Bekanntmachung des Kriegszustandes.
Dem Volke war dies offenbar noch nicht
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hofft. Wie konnte es wissen, daß die
Lügner an der Rewa immer noch
dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
Doch dem Kriegszustande folgte der Mo=
bilmachungsbefehl schnell genug; just
-
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=
tieren. Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewid=
met, die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=
seres geliebten Bruderstaates und dessen an=
mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=
gen Individuums. Als aber die Unter=
suchung weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu be=
schwichtigen. Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich dar=
auf beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; so=
lange sie im Kriege schändeten und morde=
ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=
ter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=
heit dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=
ten auch ungezählte Menschenleben dabei
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Ein=
druck erwecken, daß alles aufs beste be=
stellt und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Ver=
kommenheit nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuer=
gefährlichen Treiben der serbischen Mord=
gesellen und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=
glaubliche möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=
deln glauben. Noch mehr. Die Bun=
desgenossen des Zaren waren nicht nur
bereit, auf die Seite der Mörder zu tre=
ten, sie waren sogar bereit, uns bis zum
letzten Augenblick zu belügen und zu be=
trügen um im geheimen zu rüsten,
während wir die Maske der Ehrlichkeit
und Biederkeit dieser Leute für echt hiel=
ten. Wir brauchen nicht zu wiederholen,
wie der Zar, um uns als das Opfer der
Entente in Sicherheit zu wiegen, den
Kaiser als Vermittler anrief. Wir brau=
chen nicht daran zu erinnern, wie russische
Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns
belogen, wir wollen aber mit Stolz wie=
derholen, daß unser Kaiser in dem
Augenblick, als er den Abgrund der Ge=
fahr erkannte, vor dem die germanische
Rasse stand, in der furchtbaren Gefahr
edel handelte, und daß er um so schneller
handelte, als er die Größe der Gefahr er=
kannte. Es ist nicht deutsche Art, der Ge=
fahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht
eines Hohenzollern Art, sich den über=
nommenen Pflichten zu entziehen, weil
er sonst in große Gefahr geraten könnte.
- So kam der große Augenblick der
Bekanntmachung des Kriegszustandes.
Dem Volke war dies offenbar noch nicht
genug. Es hatte die Mobilmachung er=
hofft. Wie konnte es wissen, daß die
Lügner an der Rewa immer noch
dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
-
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=
tieren. Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewid=
met, die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=
seres geliebten Bruderstaates und dessen an=
mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=
gen Individuums. Als aber die Unter=
suchung weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu be=
schwichtigen. Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich dar=
auf beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; so=
lange sie im Kriege schändeten und morde=
ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=
ter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=
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Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=
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Besuche des Oberhauptes der Republik bei
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schwülstige, aber von friedliebenden Worten
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Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Ver=
kommenheit nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch
Sühne verlangte, und daß es dem feuer=
gefährlichen Treiben der serbischen Mord=
gesellen und Hetzer noch auf friedlichem
Wege ein Ende zu machen versuchte.
Wer sollte dies verhindern? Konnte ein
Zar von Rußland, der Befürworter des
Weltfriedens, für Mordgesellen Partei
nehmen, lediglich weil diese Slawen
waren? Und wenn der Panslawismus
wirklich bis ins Mark vergiftet war,
konnte eine das Wort Ehre im Munde
führende Nation wie die französische
dann noch mit den Beschützern von
Mordbuben in einem Bündnisverhältnis
bleiben? Und selbst wenn d i e s Un=
glaubliche möglich sein sollte, würden
nicht eine so vornehme Nation wie die
englische, ein so ehrbarer Herrscher wie
König Georg, ein so feiner und korrekter
Minister wie Sir Edward Grey sich voll
Entrüstung von den beiden abwenden?
Es konnte nicht anders sein nach unseren
Begriffen, die wir noch an ehrliches Han=
deln glauben. Noch mehr. Die Bun=
desgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Rewa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
-
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=
tieren. Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewid=
met, die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=
seres geliebten Bruderstaates und dessen an=
mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=
gen Individuums. Als aber die Unter=
suchung weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu be=
schwichtigen. Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich dar=
auf beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; so=
lange sie im Kriege schändeten und morde=
ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=
ter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=
heit dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=
ten auch ungezählte Menschenleben dabei
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Ein=
druck erwecken, daß alles aufs beste be=
stellt und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zu Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Ver=
kommenheit nicht. Mit Befriedigung
sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Rewa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
-
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
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Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=
tieren. Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewid=
met, die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=
seres geliebten Bruderstaates und dessen an=
mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=
gen Individuums. Als aber die Unter=
suchung weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu be=
schwichtigen. Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich dar=
auf beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; so=
lange sie im Kriege schändeten und morde=
ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Rewa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
-
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An unsere Leser!
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"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=
tieren. Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewid=
met, die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=
seres geliebten Bruderstaates und dessen an=
mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=
gen Individuums. Als aber die Unter=
suchung weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu be=
schwichtigen. Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich dar=
auf beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Rewa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
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des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=
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aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
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den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewid=
met, die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=
seres geliebten Bruderstaates und dessen an=
mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=
gen Individuums. Als aber die Unter=
suchung weiter ergab, Daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu be=
schwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Rewa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
-
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
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Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
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An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
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tieren. Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
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sowie der erhebenden Begeisterung gewid=
met, die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
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I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=
seres geliebten Bruderstaates und dessen an=
mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=
gen Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Rewa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
-
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
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Berliner Lokal-Anzeiger
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Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
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den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
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Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
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Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=
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mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Rewa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
-
Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der
"Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=
tieren. Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewid=
met, die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs-
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Rewa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
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des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=
tieren. Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewid=
met, die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs=
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Rewa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
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Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
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Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
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und jung, einmütig zusammengeführt hat.
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Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
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I.
Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte. - So kam der große Augenblick der Bekanntmachung des Kriegszustandes. Dem Volke war dies offenbar noch nicht genug. Es hatte die Mobilmachung erhofft. Wie konnte es wissen, daß die Lügner an der Rewa immer noch dem Kaiser Friedensliebe vorheuchelten?
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Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten. Wir brauchen nciht zu wiederholen, wie der Zar, um uns als das Opfer der Entente in Sicherheit zu wiegen, den Kaiser als Vermittler anrief. Wir brauchen nicht daran zu erinnern, wie russische Staatsmänner auf ihr Ehrenwort uns belogen, wir wollen aber mit Stolz wiederholen, daß unser Kaiser in dem Augenblick, als er den Abgrund der Gefahr erkannte, vor dem die germanische Rasse stand, in der Gefahr edel handelte, und daß er um so schneller handelte, als er die Größe der Gefahr erkannte. es ist nicht deutsche Art, der Gefahr aus dem Wege zu gehen; es ist nicht eines Hohenzollern Art, sich den übernommenen Pflichten zu entziehen, weil er sonst in große Gefahr geraten könnte.
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Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben. Noch mehr. Die Bundesgenossen des Zaren waren nicht nur bereit, auf die Seite der Mörder zu treten, sie waren sogar bereit, uns bis zum letzten Augenblick zu belügen und zu betrügen um im geheimen zu rüsten, während wir die Maske der Ehrlichkeit und Biederkeit dieser Leute für echt hielten.
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Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey sich voll Entrüstung von den beiden abwenden? Es konnte nicht anders sein nach unseren Begriffen, die wir noch an ein ehrliches Handeln glauben
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Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben? Und selbst wenn dies Unglaubliche möglich sein sollte, würden nicht eine so vornehme Nation wie die englische, ein so ehrbarer Herrscher wie König Georg, ein so feiner und korrekter Minister wie Sir Edward Grey
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Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
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Verlag und Redaktion.
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Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war, konnte eine das Wort Ehre im Munde führende Nation wie die französische dann noch mit den Beschützern von Mordbuben in einem Bündnisverhältnis bleiben?
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Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
__________________________________________________________________________________________________________
Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blutes politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei dem Autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, aber von friedliebenden Worten überströmende Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit, die drei Mächte der Entente bereit waren, über das zu Strafe an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen, unsere Herzen ahnten derartige Verkommenheit nicht. Mit Befriedigung sahen wir, daß Österreich energisch Sühne verlangte, und daß es dem feuergefährlichen Treiben der serbischen Mordgesellen und Hetzer noch auf friedlichem Wege ein Ende zu machen versuchte. Wer sollte dies verhindern? Konnte ein Zar von Rußland, der Befürworter des Weltfriedens, für Mordgesellen Partei nehmen, lediglich weil diese Slawen waren? Und wenn der Panslawismus wirklich bis ins Mark vergiftet war,
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An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.
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Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten und
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=
ter
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Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=
tieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern.
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Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
Deutsche
Kriegszeitung
1914
__________________________________________________________________________________________________________
Illustrierte Wochen-Ausgabe
Herausgegeben vom
Berliner Lokal-Anzeiger
__________________________________________________________________________________________________________
An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern.
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An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der
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Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte
des Weltkrieges in Wort und Bild. Die
Schilderung der kriegerischen Ereignisse an
den Grenzen Deutschlands und Österreichs
sowie der Taten der Kriegsmarine wird,
unterstützt durch Bilder und Karten, den
Leser dieses Blattes in den Stand setzen,
sich jederzeit über die Kriegslage zu orien=
tieren. Es empfiehlt sich dabei, die
Nummern der "Deutschen Kriegszeitung"
aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein
Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes
darstellen. Die heutige erste Nummer ist
den Ereignissen im Westen und auf der See
sowie der erhebenden Begeisterung gewid=
met, die alle Stände, reich und arm, alt
und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
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Aus großer Zeit.
Von einem alten preußischen Offizier.
I.
Von der Bekanntmachung des Kriegs=
zustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen,
hörte die ganze zivilisierte Welt den
Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren
Blei den hoffnungsvollen Thronfolger un=
seres geliebten Bruderstaates und dessen an=
mutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem,
glühenden Zorn aber steigerte sich dieses
Entsetzen, als es immer deutlicher zutage
trat, daß diese beiden edlen Menschenleben
einer gemeinen politischen Verschwörung,
einem lang geplanten Anschlage zum Opfer
fielen und nicht etwa den wahnwitzigen
Ideen eines einzelnen unzurechnungsfähi=
gen Individuums. Als aber die Unter=
suchung weiter ergab, daß Offiziere und
Beamte Serbiens an dieser Schandtat
mehr oder weniger aktiv beteiligt waren,
da war die gerechte Empörung über ein
Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten
Jahrzehnten immer scheußlicher, immer
blutiger geworden war, nicht mehr zu be=
schwichtigen. Solange diese vor keinem
Mord zurückschreckenden Serben sich dar=
auf beschränkt hatten, im eigenen Hause
Blut zu vergießen, hatte es man bei tiefer
Verachtung bewenden lassen können; so=
lange sie im Kriege schändeten und morde=
ten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach
einem Rächer umgesehen; als nun aber die
Mordwaffe im Dienste einer korrupten
Propaganda sich auf eines der edelsten
Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte
man in Österreich und Deutschland, mußte
sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk
niederzuschmettern. Aber wir hatten uns
geirrt. Wir waren zu aufrichtig und zu
sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hin=
ter den Beileidskundgebungen unserer
Gegner von der Triple=Entente bei Gelegen=
heit dieses furchtbaren Mordes der Wille
lauerte, aus dem von Serbien vergossenen
Blute politisches Kapital zu schlagen, soll=
ten auch ungezählte Menschenleben dabei
geopfert werden müssen. Die freundlichen
Besuche des Oberhauptes der Republik bei
dem Autokraten und bei dem Herrscher
des sogenannten freiesten Volkes der Welt,
eine prächtige Flottenschau in England,
schwülstige, aber von friedliebenden Worten
überströmende Reden sollten den Ein=
druck erwecken, daß alles aufs beste be=
stellt und die Triple=Entente von eitel
Friedensliebe beseelt sei, während in
Wirklichkeit die drei Mächte der Entente
bereit waren, über das zur Strafe an
den Serben sich anschickende Österreich
und dessen getreuen Kampfbruder
Deutschland herzufallen. Unsere Gewissen,
unsere Herzen ahnten derartige Ver=
kommenheit nicht. Mit Befriedigung
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Deutsche
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An unsere Leser!
Dem deutschen Volke bieten wir in der Illustrierten Wochenausgabe der "Deutschen Kriegszeitung" eine vollständige Geschichte des Weltkrieges in Wort und Bild. Die Schilderung der kriegerischen Ereignisse an den Grenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Taten der Kriegsmarine wird, unterstützt durch Bilder und Karten, den Leser dieses Blattes in den Stand setzen, sich jederzeit über die Kriegslage zu orientieren. Es empfiehlt sich dabei, die Nummern der "Deutschen Kriegszeitung" aufzubewahren, die in ihrer Gesamtheit ein Denkmal des Heldenkampfes unseres Volkes darstellen. Die heutige erste Nummer ist den Ereignissen im Westen und auf der See sowie der erhebenden Begeisterung gewidmet, die alle Stände, reich und arm, alt und jung, einmütig zusammengeführt hat.
Verlag und Redaktion.
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I.
Von der Bekanntmachung des Kriegszustandes bis zum Gefecht bei Lagarde.
Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig udn zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei den autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, ab er von friedliebenden Worten überströmenden Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit die drei Mächte der Entente an den Serben sich anschickende Österreich und dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen.
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I.
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Von Entsetzen und Abscheu ergriffen, hörte die ganze zivilisierte Welt den Knall der Mordwaffe in Sarajewo, deren Blei den hoffnungsvollen Thronfolger unseres geliebten Bruderstaates und dessen anmutige Gemahlin dahinraffte. Zu wildem, glühenden Zorn aber steigerte sich dieses Entsetzen, als es immer deutlicher zutage trat, daß diese beiden edlen Menschenleben einer gemeinen politischen Verschwörung, einem lang geplanten Anschlage zum Opfer fielen und nicht etwa den wahnwitzigen Ideen eines einzelnen unzurechenbaren Individuums. Als aber die Untersuchung weiter ergab, Daß Offiziere und Beamte Serbiens an dieser Schandtat mehr oder weniger aktiv beteiligt waren, da war die gerechte Empörung über ein Slawenvolk, dessen Geschichte in den letzten Jahrzehnten immer scheußlicher, immer blutiger geworden war, nicht mehr zu beschwichtigen. Solange diese vor keinem Mord zurückschreckenden Serben sich darauf beschränkt hatten, im eigenen Hause Blut zu vergießen, hatte es man bei dieser Betrachtung bewenden lassen können; solange sie im Kriege schändeten und mordeten, hatte man sich sprachlos vor Ekel nach einem Rächer umgesehen; als nun aber die Mordwaffe im Dienste einer korrupten Propaganda sich auf eines der edelsten Häupter in Europa lenkte, da, so glaubte man in Österreich und Deutschland, mußte sich jede Faust ballen, um dieses Mordvolk niederzuschmettern. Aber wir hatten uns geirrt. Wir waren zu aufrichtig udn zu sehr reinen Geistes, um zu ahnen, daß hinter den Beileidskundgebungen unserer Gegner von der Triple=Entente bei Gelegenheit dieses furchtbaren Mordes der Wille lauerte, aus dem von Serbien vergossenen Blute politisches Kapital zu schlagen, sollten auch ungezählte Menschenleben dabei geopfert werden müssen. Die freundlichen Besuche des Oberhauptes der Republik bei den autokraten und bei dem Herrscher des sogenannten freiesten Volkes der Welt, eine prächtige Flottenschau in England, schwülstige, ab er von friedliebenden Worten überströmenden Reden sollten den Eindruck erwecken, daß alles aufs beste bestellt und die Triple=Entente von eitel Friedensliebe beseelt sei, während in Wirklichkeit die drei Mächte der Entente an den Serben sich anschickende Österreich udn dessen getreuen Kampfbruder Deutschland herzufallen.
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Nr. 1 - Sonntag, 16. August Preis 10 Pfennig
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Description
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Berlin
Location(s)
Story location Berlin
- ID
- 19266 / 217775
- Contributor
- Marie-Luise Polirock
August 16, 1914
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- Deutsch
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