Tagebuch des Schülers Wilhelm Schenkel während des Krieges, item 9

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 linke Seite 

Im zweiten Schuljahr habe ich bei Lehrer Adams rechnen

gelernt, sodaß ich damals mehr konnte wie

die Klasse vor mir. Ungefähr August 1910 wurde

Lehrer Adams nach Wetter versetzt, (er nahm  [Anmerkung am Rand: Ist jetzt Arbeiter weil geschasst, seit 1913. Aug 14 19 Dies  Geschwätz  ist der Ausfluß der Intrigen seiner Feinde. Alles gekohlt;  und M.  Schäuper sagt, ist la première fille Mitschülerin von ihr.  Anm. Ende]

dort KönigKaiserstraße 24 Wohnung) und wir bekamen

Fräulein Kexhausen, bei der wir ein molliges

Leben hatten. - In der Klasse waren damals

furchtbar schlechte Bänke und ich bekam infolgedessen

einen Splitter in's Gesäß, den nach meinen

vergeblichen Versuchen Dr. Keining wieder

entfernte. Eigentlich hätte man ja damals diesen

Vorfall zur Anzeige bringen müssen, aber

wir haben es leider unterlassen.

   Ostern 1911 nahte heran, und damit kam

die Zeit, daß ich die Schule verließ und mit Rudolf

Nöll und G. Overbeck das Gymnasium zu Soest

bezog. (Overbeck verließ uns schon auf Sexta und

Rudolf Nöll verzog Weihnachten 1913 nach Hamburg )

Quentstr. 12.

 

 rechte Seite 

Es war schon 1910 üblich, daß wir vor Ostern am

1. April versetzt wurden. Als ich nun 1911 auf's

Gymnasium wollte, kam ich gar nicht mehr zur

Schule, und Lehrer Schnabel, dem wir "Gymnasia-

sten - Aspiranten" zugewiesen waren, ließ mich

durch Walter fragen, weshalb ich nicht käme;

darauf bin ich noch einen Tag hingegangen, ha-

be dann aber für immer mit der Volksschule Schluß

gemacht.

   Ostern 1911 kam ich also aufs Gymnasium.

Die Prüfung war für mich kein gutes Vorzeichen;

denn ich bekam schon in der Prüfung von

 "Herrn Lährer" (Leinweber) eine Backpfeife. Ich wurde

aufgenommen und das war neben der blauen

Kappe damals die Hauptsache. Die Sexta ging

rasch vorüber. Da ich die letzte lateinische Arbeit

"verbaute", kam ich Ostern 1912 als 23. von 27

Schülern auf die Quinta. Ob diese Tat  ...obas  gerechtfertigt

war, sei doch dahingestellt.


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 linke Seite 

Im zweiten Schuljahr habe ich bei Lehrer Adams rechnen

gelernt, sodaß ich damals mehr konnte wie

die Klasse vor mir. Ungefähr August 1910 wurde

Lehrer Adams nach Wetter versetzt, (er nahm  [Anmerkung am Rand: Ist jetzt Arbeiter weil geschasst, seit 1913. Aug 14 19 Dies  Geschwätz  ist der Ausfluß der Intrigen seiner Feinde. Alles gekohlt;  und M.  Schäuper sagt, ist la première fille Mitschülerin von ihr.  Anm. Ende]

dort KönigKaiserstraße 24 Wohnung) und wir bekamen

Fräulein Kexhausen, bei der wir ein molliges

Leben hatten. - In der Klasse waren damals

furchtbar schlechte Bänke und ich bekam infolgedessen

einen Splitter in's Gesäß, den nach meinen

vergeblichen Versuchen Dr. Keining wieder

entfernte. Eigentlich hätte man ja damals diesen

Vorfall zur Anzeige bringen müssen, aber

wir haben es leider unterlassen.

   Ostern 1911 nahte heran, und damit kam

die Zeit, daß ich die Schule verließ und mit Rudolf

Nöll und G. Overbeck das Gymnasium zu Soest

bezog. (Overbeck verließ uns schon auf Sexta und

Rudolf Nöll verzog Weihnachten 1913 nach Hamburg )

Quentstr. 12.

 

 rechte Seite 

Es war schon 1910 üblich, daß wir vor Ostern am

1. April versetzt wurden. Als ich nun 1911 auf's

Gymnasium wollte, kam ich gar nicht mehr zur

Schule, und Lehrer Schnabel, dem wir "Gymnasia-

sten - Aspiranten" zugewiesen waren, ließ mich

durch Walter fragen, weshalb ich nicht käme;

darauf bin ich noch einen Tag hingegangen, ha-

be dann aber für immer mit der Volksschule Schluß

gemacht.

   Ostern 1911 kam ich also aufs Gymnasium.

Die Prüfung war für mich kein gutes Vorzeichen;

denn ich bekam schon in der Prüfung von

 "Herrn Lährer" (Leinweber) eine Backpfeife. Ich wurde

aufgenommen und das war neben der blauen

Kappe damals die Hauptsache. Die Sexta ging

rasch vorüber. Da ich die letzte lateinische Arbeit

"verbaute", kam ich Ostern 1912 als 23. von 27

Schülern auf die Quinta. Ob diese Tat  ...obas  gerechtfertigt

war, sei doch dahingestellt.



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  • August 6, 2018 17:35:37 Beate Jochem

     linke Seite 

    Im zweiten Schuljahr habe ich bei Lehrer Adams rechnen

    gelernt, sodaß ich damals mehr konnte wie

    die Klasse vor mir. Ungefähr August 1910 wurde

    Lehrer Adams nach Wetter versetzt, (er nahm  [Anmerkung am Rand: Ist jetzt Arbeiter weil geschasst, seit 1913. Aug 14 19 Dies  Geschwätz  ist der Ausfluß der Intrigen seiner Feinde. Alles gekohlt;  und M.  Schäuper sagt, ist la première fille Mitschülerin von ihr.  Anm. Ende]

    dort KönigKaiserstraße 24 Wohnung) und wir bekamen

    Fräulein Kexhausen, bei der wir ein molliges

    Leben hatten. - In der Klasse waren damals

    furchtbar schlechte Bänke und ich bekam infolgedessen

    einen Splitter in's Gesäß, den nach meinen

    vergeblichen Versuchen Dr. Keining wieder

    entfernte. Eigentlich hätte man ja damals diesen

    Vorfall zur Anzeige bringen müssen, aber

    wir haben es leider unterlassen.

       Ostern 1911 nahte heran, und damit kam

    die Zeit, daß ich die Schule verließ und mit Rudolf

    Nöll und G. Overbeck das Gymnasium zu Soest

    bezog. (Overbeck verließ uns schon auf Sexta und

    Rudolf Nöll verzog Weihnachten 1913 nach Hamburg )

    Quentstr. 12.

     

     rechte Seite 

    Es war schon 1910 üblich, daß wir vor Ostern am

    1. April versetzt wurden. Als ich nun 1911 auf's

    Gymnasium wollte, kam ich gar nicht mehr zur

    Schule, und Lehrer Schnabel, dem wir "Gymnasia-

    sten - Aspiranten" zugewiesen waren, ließ mich

    durch Walter fragen, weshalb ich nicht käme;

    darauf bin ich noch einen Tag hingegangen, ha-

    be dann aber für immer mit der Volksschule Schluß

    gemacht.

       Ostern 1911 kam ich also aufs Gymnasium.

    Die Prüfung war für mich kein gutes Vorzeichen;

    denn ich bekam schon in der Prüfung von

     "Herrn Lährer" (Leinweber) eine Backpfeife. Ich wurde

    aufgenommen und das war neben der blauen

    Kappe damals die Hauptsache. Die Sexta ging

    rasch vorüber. Da ich die letzte lateinische Arbeit

    "verbaute", kam ich Ostern 1912 als 23. von 27

    Schülern auf die Quinta. Ob diese Tat  ...obas  gerechtfertigt

    war, sei doch dahingestellt.


  • August 6, 2018 17:31:49 Beate Jochem

     linke Seite 

    Im zweiten Schuljahr habe ich bei Lehrer Adams rechnen

    gelernt, sodaß ich damals mehr konnte wie

    die Klasse vor mir. Ungefähr August 1910 wurde

    Lehrer Adams nach Wetter versetzt, (er nahm  [Anmerkung am Rand: Ist jetzt Arbeiter weil geschasst, seit 1913. Aug 14 19 Dies  Geschwätz  ist der Ausfluß der Intrigen seiner Feinde. Alles gekohlt;  und M.  Schäuper sagt, ist la première fille Mitschülerin von ihr.  Anm. Ende]

    dort KönigKaiserstraße 24 Wohnung) und wir bekamen

    Fräulein Kexhausen, bei der wir ein molliges

    Leben hatten. - In der Klasse waren damals

    furchtbar schlechte Bänke und ich bekam infolgedessen

    einen Splitter in's Gesäß, den nach meinen

    vergeblichen Versuchen Dr. Keining wieder

    entfernte. Eigentlich hätte man ja damals diesen

    Vorfall zur Anzeige bringen müssen, aber

    wir haben es leider unterlassen.

       Ostern 1911 nahte heran, und damit kam

    die Zeit, daß ich die Schule verließ und mit Rudolf

    Nöll und G. Overbeck das Gymnasium zu Soest

    bezog. (Overbeck verließ uns schon auf Sexta und

    Rudolf Nöll verzog Weihnachten 1913 nach Hamburg )

    Quentstr. 12.

     

     rechte Seite 

    Es war schon 1910 üblich, daß wir vor Ostern am

    1. April versetzt wurden. Als ich nun 1911 auf's

    Gymnasium wollte, kam ich gar nicht mehr zur

    Schule, und Lehrer Schnabel, dem wir "Gymnasia-

    sten - Aspiranten" zugewiesen waren, ließ mich

    durch Walter fragen, weshalb ich nicht käme;

    darauf bin ich noch einen Tag hingegangen, ha-

    be dann aber für immer mit der Volksschule Schluß

    gemacht.

       Ostern 1911 kam ich also aufs Gymnasium.

    Die Prüfung war für mich kein gutes Vor-

    zeichen; denn ich bekam schon in der Prüfung von

    "Herrn Lährer" (Leinweber) eine Backpfeife. Ich wur-

    de aufgenommen und das war neben der blauen

    Kappe damals die Hauptsache. Die Sexta ging

    rasch vorüber. Da ich die letzte lateinische Arbeit

    "verbaute", kam ich Ostern 1912 als 23. von 27

    Schülern auf die Quinta. Ob diese Tat  ...obas  gerechtfertigt

    war, sei doch dahingestellt.



  • November 3, 2017 14:55:31 Daniela Z

     linke Seite 

    Im zweiten Schuljahr habe ich bei Lehrer Adams rech-

    nen gelernt, sodaß ich damals mehr konnte wie

    die Klasse vor mir. Ungefähr August 1910 wurde

    Lehrer Adams nach Wetter versetzt, (er nahm  [Anmerkung am Rand: Ist jetzt Arbeiter weil geschasst, seit 1913. Aug 14 19 Das  Gasch...  ist der Ausfluß der Intrigen seiner Feinde. Alles gekohlt;  wie  M.  Schänper sagt, ist la première fille Mitschülerin von ihr.  Anm. Ende]

    dort KönigKaiserstraße 24 Wohnung) und wir bekamen

    Fräulein Kexhausen, bei der wir ein molliges

    Leben hatten. - In der Klasse waren damals

    furchtbar schlechte Bänke und ich bekam infolge-

    dessen einen Splitter in's Gesäß, den nach mei-

    nem vergeblichen Versuchen Dr. Keining wieder

    entfernte. Eigentlich hätte man ja damals die-

    sen Vorfall zur Anzeige bringen müssen, aber

    wir haben es leider unterlassen.

       Ostern 1911 nahte heran, und damit kam

    die Zeit, daß ich die Schule verließ und mit Rudolf

    Nöll und G. Overbeck das Gymnasium zu Soest

    bezog. (Overbeck verließ uns schon auf Sexta und

    Rudolf Nöll verzog Weihnachten 1913 nach Hamburg )

    Quentstr. 12.

     

     rechte Seite 

    Es war schon 1910 üblich, daß wir vor Ostern am

    1. April versetzt wurden. Als ich nun 1911 auf's

    Gymnasium wollte, kam ich gar nicht mehr zur

    Schule, und Lehrer Schnabel, dem wir "Gymnasia-

    sten - Aspiranten" zugewiesen waren, ließ mich

    durch Walter fragen, weshalb ich nicht käme;

    darauf bin ich noch einen Tag hingegangen, ha-

    be dann aber für immer mit der Volksschule Schluß

    gemacht.

       Ostern 1911 kam ich also aufs Gymnasium.

    Die Prüfung war für mich kein gutes Vor-

    zeichen; denn ich bekam schon in der Prüfung von

    "Herrn Lährer" (Leinweber) eine Backpfeife. Ich wur-

    de aufgenommen und das war neben der blauen

    Kappe damals die Hauptsache. Die Sexta ging

    rasch vorüber. Da ich die letzte lateinische Arbeit

    "verbaute", kam ich Ostern 1912 als 23. von 27

    Schülern auf die Quinta. Ob diese Tat  ...obas  gerechtfertigt

    war, sei doch dahingestellt.



  • November 3, 2017 14:54:34 Daniela Z

     linke Seite 

    Im zweiten Schuljahr habe ich bei Lehrer Adams rech-

    nen gelernt, sodaß ich damals mehr konnte wie

    die Klasse vor mir. Ungefähr August 1910 wurde

    Lehrer Adams nach Wetter versetzt, (er nahm  Anmerkung am Rand: Ist jetzt Arbeiter weil geschasst, seit 1913. Aug 14 19 Das  Gasch...  ist der Ausfluß der Intrigen seiner Feinde. Alles gekohlt;  wie  M.  Schänper sagt, ist la première fille Mitschülerin von ihr.

    dort KönigKaiserstraße 24 Wohnung) und wir bekamen

    Fräulein Kexhausen, bei der wir ein molliges

    Leben hatten. - In der Klasse waren damals

    furchtbar schlechte Bänke und ich bekam infolge-

    dessen einen Splitter in's Gesäß, den nach mei-

    nem vergeblichen Versuchen Dr. Keining wieder

    entfernte. Eigentlich hätte man ja damals die-

    sen Vorfall zur Anzeige bringen müssen, aber

    wir haben es leider unterlassen.

       Ostern 1911 nahte heran, und damit kam

    die Zeit, daß ich die Schule verließ und mit Rudolf

    Nöll und G. Overbeck das Gymnasium zu Soest

    bezog. (Overbeck verließ uns schon auf Sexta und

    Rudolf Nöll verzog Weihnachten 1913 nach Hamburg )

    Quentstr. 12.


     rechte Seite 

    Es war schon 1910 üblich, daß wir vor Ostern am

    1. April versetzt wurden. Als ich nun 1911 auf's

    Gymnasium wollte, kam ich gar nicht mehr zur

    Schule, und Lehrer Schnabel, dem wir "Gymnasia-

    sten - Aspiranten" zugewiesen waren, ließ mich

    durch Walter fragen, weshalb ich nicht käme;

    darauf bin ich noch einen Tag hingegangen, ha-

    be dann aber für immer mit der Volksschule Schluß

    gemacht.

       Ostern 1911 kam ich also aufs Gymnasium.

    Die Prüfung war für mich kein gutes Vor-

    zeichen; denn ich bekam schon in der Prüfung von

    "Herrn Lährer" (Leinweber) eine Backpfeife. Ich wur-

    de aufgenommen und das war neben der blauen

    Kappe damals die Hauptsache. Die Sexta ging

    rasch vorüber. Da ich die letzte lateinische Arbeit

    "verbaute", kam ich Ostern 1912 als 23. von 27

    Schülern auf die Quinta. Ob diese Tat  ...obas  gerechtfertigt

    war, sei doch dahingestellt.



  • June 22, 2017 17:17:05 Sara Tegge

    Im zweiten Schuljahr habe ich bei Lehrer Adams rechnen gelernt, sodaß ich damals mehr konnte wie die Klasse vor mir. Ungefähr August 1910 wurde Lehrer Adams nach Wetter versetzt, (er nahm dort KönigKaiserstraße 24 Wohnung) und wir bekamen Fräulein Keyhausen, bei der wir ein molliges Leben hatten. - Zu der Klasse waren damals furchtbar schlechte Bänke und ich bekam infolgedessen einen Splitter ins Gesäß, den nach meinem vergeblichem Versuchen Dr. Keining wieder entfernte. Eigentlich hätte man ja damals diesen Vorfall zur Anzeige bringen müssen, aber wir haben es leider unterlassen.

    Ostern 1911 nahte voran, und damit kam die, daß ich die Schule verließ und mit Rudolf Nöll und G. Overbeck das Gymnasium zu Soest bezog.(Overbeck verließ uns schon auf Sexta und Rudolf Nöll verzog Weihnachten 1913 nach Hamburg Quentstr. 22.


    Es war schon 1910 üblich, daß wir vor Ostern am 1. April versetzt wurden. Als ich nun 1911 auf`s Gymnasium wollte, kam ich gar nicht mehr zu Schule, und Lehrer Schnabel, dem wir "Gymnasiasten - Aspiranten" zugewiesen waren, ließ mich durch Walter fragen, weshalb ich nicht käme; darauf bin ich noch einen Tag hingegangen, habe dann aber für immer mit der Volksschule Schluß gemacht.


    Ostern 1911 kam ich also aufs Gymnasium. Die Prüfung war für mich kein gutes Vorzeichen; denn ich bekam schon in der Prüfung von "Herrn Lährer (Leinweber) eine Backpfeife. Ich wurde aufgenommen und das war neben der blauen Kappe damals die Hauptsache. Die Sexta ging rasch vorrüber. Da ich die letzte lateinische Arbeit "versaute", kam ich Ostern 1912 als 23. von 27 Schülern auf die Quinta. Ob diese Zeit missinggerechtfertigt war. sei doch dahingestellt.



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12583 / 143567
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http://europeana1914-1918.eu/...
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Wilhelm Schenkel
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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