Tagebuch des Schülers Wilhelm Schenkel während des Krieges, item 6
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linke Seite
einigem Suchen fand sie mich wieder, Frau Krahlisch
fuhr auch mit nach Wanne und benutzte
gegen ihr Versprechen den Vorzug - es war nämlich
Pfingstsonntag, und während sie vom Bahnhof abgeholt
wurde, hatte man auf uns nicht mehr gerechnet
(!) und wir wußten nicht, wohin wir uns
in Wanne wenden sollten. Schließlich fanden wir uns
doch zurecht und Tante machte dann auch den nötigen
"!" und wollte sofort wieder abfahren.
Die zweite Reise ging mit Onkel ebenfalls nach
Wanne, wo ich das Haus noch wiederfand. Dann bin
ich auch einmal mit Onnkel und Tante nach Witten
gereist. Dieses waren die ersten Fahrten und hiermit
bin ich zum ersten großen Abschnitt gekommen;
denn jetzt kam ja die Zeit,wo ich in die Schule
mußte.
Im Jahre 1907 siedelten meine Eltern von
Hagen nach Soest über; denn mein Großvater Wilhelm
rechte Seite
Schulze-Bergschulze war krank und meine Großmutter
Friederike Schulze geb. Kensmann war am 10.
Januar, einen Tag vor ihrem Geburtstage, verstorben.
An diesem Ostern also mußte ich in die Schule.
Tante ging das erste Mal mit und meldete mich
an. Als wir dann wieder nach Hause gekommen
waren, stand ich mal vor der Dielentür und
zählte immer und immer wieder an den Fingern
die neun Tage ab - ich konnte nämlich damals
schon bis 100 zählen und das ganze Alphabet schreiben
- aber die Tage der Freiheit gingen rascher
herum als mir lieb war, und schon nach einer Woche
machte sich der Schulzwang unangenehm bemerkbar.
Von alle dem, was sich im ersten Schuljahr
ereignete, weiß ich nur noch, daß ich einmal
eine gesalzene Südfrucht - eine besondere Art Feige - bekam,
sodaß man sie zu Hause noch sehen konnte.
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einigem Suchen fand sie mich wieder, Frau Krah-
lisch fuhr auch mit nach Wanne und benutzte
gegen ihr Versprechen den Vorzug - es war nämlich
Pfingstsonntag, und während sie vom Bahnhof ab-
geholt wurde, hatte man auf uns nicht mehr ge-
rechnet (!) und wir wußten nicht, wohin wir uns
in Wanne wenden sollten. Schließlich fanden wir uns
doch zurecht und Tante machte dann auch den nö-
tigen "!" und wollte sofort wieder abfahren.
Die zweite Reise ging mit Onkel ebenfalls nach
Wanne, wo ich das Haus noch wiederfand. Dann bin
ich auch einmal mit Onnkel und Tante nach Witten
gereist. Dieses waren die ersten Fahrten und hier-
mit bin ich zum ersten großen Abschnitt gekom-
men; denn jetzt kam ja die Zeit,wo ich in die Schu-
le mußte.
Im Jahre 1907 siedelten meine Eltern von
Hangen nach Soest über; denn mein Großvater Wilhelm
rechte Seite
Schulze-Bergschulze war krank und meine Großmut-
ter Friederike Schulze, geb. Kensmann war am 10.
Januar, einen Tag vor ihrem Geburtstage, verstor-
ben.
An diesem Ostern also mußte ich in die Schule.
Tante ging das erste Mal mit und meldete mich
an. Als wir dann wieder nach Hause gekommen
waren, stand ich mal vor der Dielentür und
zählte immer und immer wieder an den Fingern
die neun Tage ab - ich konnte nämlich damals
schon bis 100 zählen und das ganze Alphabet schrei-
ben - aber die Tage der Freiheit gingen rascher
herum als mir lieb war, und schon nach einer Wo-
che machte sich der Schulzwang unangenehm be-
merkbar. Von alle dem, was sich im ersten Schul-
jahr ereignete, weiß ich nur noch, daß ich einmal
eine gesalzene Südfrucht - eine besondere Art Feige - bekam,
sodaß man sie zu Hause noch sehen konnte.
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einigen Suchen fand sie mich wieder, Frau Krahlisch fuhr auch mit nach Wanne und benutzte gegen ihr Versprechen den Vorzug - es war nämlich Pfingstsonntag, und während sie vom Bahnhof abgeholt wurde, hatte man auf uns nicht mehr gerechnet (!) und wir wußten nicht, wohin wir uns in Wanne wenden sollten. Schließlich fanden wir uns doch zurecht und Tante machte dann auch den nötigen
und wollte sofort wieder abfahren. Die zweite Reise ging mit Onkel ebenfalls nach Wanne, wo ich das Haus noch wiederfand. Dann bin ich auch einmal mit Onnkel und Tante nach Witten gereist. Dieses waren die ersten Fahrten und hiermit bin ich zum ersten großen Abschnitt gekommen; denn jetzt kam ja die Zeit,wo ich in die Schule mußte.Im Jahre 1907 siedelten meine Eltern von Hangen nch Soest über, denn mein Großvater Wilhelm Schulze-Bergschulze war krank und meine Großmutter Friederike Schulze, geb. Kansmann war am 10. Januar, einem Tag vor ihrem Geburtstage, verstorben.
AN diesem Ostern also mußte ich in die Shcule. Tante ging das erste Mal mit und meldete mich an. Als wir dann wieder nach Hause gekommen waren, stand ich mal vor der Dielentür und zählte immer und immer wieder an den Fingern die neun Tage ab - ich konnte nämlich damals schon bis 100 zählen und das ganze Alphabet schreiben - aber die Tage der Freiheit gingen rascher herum als mir lieb war, und schon nach einer Woche machte sich der Schulzwang unangenehm bemerkbar. Von alle dem, was sich im ersten Schuljahr ereignete, weiß ich nur noch, daß ich einmal eine gesalzene Südfrucht - eine Besondere Art Feige - bekam, sodaß man sie zu Hause noch sehen konnte.
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Soest
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- ID
- 12583 / 143564
- Contributor
- Wilhelm Schenkel
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