Tagebuch des Schülers Wilhelm Schenkel während des Krieges, item 27
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Handschriftlich
37
Eingeklebt
braucht noch nicht einmal dabei zu sein, und wenn man nach
Ablegung des eigenen Gepäcks die Gruppen antreten lassen
will, und die anderen Herren Führer auch Amtsmienen aufsetzen
wollen, wird einem lächelnd eröffnet, daß die Jungen
bereits die "zweite Lage Erbsensuppe binnen" und schon
als zweiten Gang Brot und Braunschweiger Mettwurst
empfangen hätten. Es geht also auch ohne uns! Der Gedanke
wäre mir vorher gar nicht aufgekommen.
Gbl.


, daß die Jungen ihr schmackhaftesAbendessen etwa an Tischen genossen hätten. So etwas
hatte man auch zuhause, und darum schlich man mit
seiner Beute in irgendeinen poesievollen Winkel des Forts,
in die Geschützstellungen, auf den Beobachtungshügel
oder an die Böschungen, setzte sich behaglich in das Gras und
begann zu löffeln. Manche bewiesen darin eine außergewöhnliche
Ausdauer.
Irgendeiner hatte einen gutmütigen Matrosen ausfindig
gemacht, der sich bereit erklärte, mit einigen Kameraden
die Jungen durch die Wasseranlagen zu rudern. Bald
herrschte auf den Wassern ein reger Verkehr, und das
fröhliche Singen und Rufen drang bis in die Offiziersmesse,
wo es sich die Führer behaglich machten.
Der Abend verlief recht gemütlich. Wir standen noch
lange auf dem Geschützstand und sahen in die Ferne, wo
ein Blinkfeuer seine Signale gab. Die Spannung auf den
nächsten Tag, als dem Hauptereignis der Fahrt, war groß.
Um 10 Uhr gellten die Trommeln durch die Kasematten,
und bald lagen die Jungen zu 30 Mann in ihren Räumen,
um neue Kräfte für den folgenden Tag zu sammeln. An
sofortigen Schlaf war natürlich nicht zu denken. Die neue
Umgebung, die vielen Zimmergenossen: das alles trug dazu
bei, die Gemüter wach zu halten. Außerdem hatte jedes
Zimmer seinen Kobold, der natürlich stets schlief, wenn
die wachthabende Patrouille erschien.
Donnerstag, den 31. Mai 1917
Der Ehrentag der westfälischen Jugend.
Schon um 5½ Uhr rasselten die Trommeln. Schnell
wurde Kaffee getrunken, und bald standen die Jungen
marschbereit. Der Tag war angebrochen, der uns so
Großes bringen sollte.
Fliegeralarm.
Um 7 Uhr bat mich Leutnant v. Eiden, die Jungen
zur B.=A.=K.= Batterie (Ballonabwehrkanonen) zu führen.
Die Gruppen wurden auf die einzelnen Geschütze verteilt,
doch mußten die Stände und die Zugangswege frei bleiben.
Es ist 7,10. Plötzlich klingelt unten im Innern des
Forts die Alarmglocke, gleichzeitig tönt oben auf den
Geschützständen die große Stahlschiene.- Und nun kommt
es herangebraust: aus allen Oeffnungen des Forts stürzen
die Matrosen an die Batterien, im Nu sind die Hüllen
heruntergerissen, die Mündungsdeckel entfernt. Kommandos
hallen von Geschütz zu Geschütz, werden wiederholt und wie
ein Blitz ausgeführt, die Rohre fliegen herum und richten
rechte Seite
handschriftlich
38
eingeklebt
sich zum Himmel. Zahlen auf Zahlen werden ausgerufen:
Höhenangabe, Seitenrichtung. Immer wieder ändern die
Rohre die Richtung, fliegen hin und her, als gelte esm
einen Flieger herunterzuholen ...."Schuß!!...."
7,15 ist die ganze Uebung beendet. Hei, was haben da
die Jungen die Augen aufgerissen! Das war etwas für
sie. So mußte der Tag anfangen!
---------------
Fröhlich wanderten wir zum Hafen. Stagerraktag.
Unterwegs begegneten uns zahlreiche Abordnungen der einzelnen
Schiffe, die zum Marinefriedhof marschierten, wo
die große Feier der ganzen Flotte stattfinden sollte.
Punkt 8.15 langten wir an der Rüstringer Brücke an,
kurze Zeit darauf auch der 2. Zug (Soest). Die Führung
übernahm nun wiederum Kapitänleutnant Brunswig.
Und jetzt kam der erste gropße Augenblick: vor uns lag
der Hafen mit seinen zahllosen Schiffen. Wir marschierten
über die Brücke zur Torpedowerft. Hier lagen sie nun, die
schwarzen Husaren des Meeres, die großen Hochseetorpedoboote.
Dicker Qualm quoll aus den gedrungenen Schornsteinen.
"Hier, dieses fährt gleich aus!" Daneben lagen
mehrere andere, die gerade eingelaufen waren. Die Jungen
waren begeistert. Rechts von uns dröhnte es in den Riesenwerkstätten,
vom Hafen aus heulte die Dampfsirene, große
Riesenkräne bewegten hunderte von Zentnern wie ein
Spielzeug voran. Das war ein Kettenrasseln und Hämmern.
Überall wurden Schiffe klargemacht. Wie eine
Kompanie ausgerichtet lagen Torpedoboote neben Torpedobooten
und dahinter ...., von der Spitze kommt ein Jubelruf:
"Die U=Boote!!"....
Im U=Boot.
Man kann sich in der Heimat nicht vorstelllen, welche
Gefühle den Menschen bewegen, wenn er zum ersten Male
ein U=Boot sieht, und dazu noch mitten im Weltkriege.
Ehrfurcht verbindet sich mit Bewunderung. Das war also
Deutschlands jüngste und schneidigste Waffe. So groß und
wuchtig hätte man sie sich doch nicht vorgestellt.
Die Jungen stürmten gleich an die Anlegestellen, und im
Augenblick war das Deck erklettert, auf dem zwei mächtige
Geschütze ihre Mündungen in die Luft streckten. Ein
junger Seeoffizier trat auf uns zu: "Dürfte ich Ihnen
einmal mein U=Boot zeigen? Wir sind gerade gestern
heimgekehrt...." In schlichter Weise erzählte er uns,
daß er 25000 Tonnen versenkt, neun Offiziere und einen
Kapitän mitgebracht und dann auch eine U=Bootfalle nach
hartem Kampf versenkt hätte. Wir haben ihm herzlich die
Hand geschüttelt und zu seinem Erfolge beglückwünscht.
Er zeigte uns die Außentanks, ließ das Sehrohr ausfahren
und bat uns dann, auf den Turm zu kommen. Das
ließen wir uns nicht zweimal sagen. Da stand man nun
auf dem engen Turm, der kaum Platz für zwei Personen
bot, und unter uns lag das U=Boot.
Währenddessen waren noch andere U=Bootoffiziere erschienen:
"kommt mal, her Jungens, ich will Euch mein
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braucht noch nicht einmal dabei zu sein, und wenn man nach
Ablegung des eigenen Gepäcks die Gruppen antreten lassen
will, und die anderen Herren Führer auch Amtsmienen aufsetzen
wollen, wird einem lächelnd eröffnet, daß die Jungen
bereits die "zweite Lage Erbsensuppe binnen" und schon
als zweiten Gang Brot und Braunschweiger Mettwurst
empfangen hätten. Es geht also auch ohne uns! Der Gedanke
wäre mir vorher gar nicht aufgekommen.
Gbl.


, daß die Jungen ihr schmackhaftesAbendessen etwa an Tischen genossen hätten. So etwas
hatte man auch zuhause, und darum schlich man mit
seiner Beute in irgendeinen poesievollen Winkel des Forts,
in die Geschützstellungen, auf den Beobachtungshügel
oder an die Böschungen, setzte sich behaglich in das Gras und
begann zu löffeln. Manche bewiesen darin eine außergewöhnliche
Ausdauer.
Irgendeiner hatte einen gutmütigen Matrosen ausfindig
gemacht, der sich bereit erklärte, mit einigen Kameraden
die Jungen durch die Wasseranlagen zu rudern. Bald
herrschte auf den Wassern ein reger Verkehr, und das
fröhliche Singen und Rufen drang bis in die Offiziersmesse,
wo es sich die Führer behaglich machten.
Der Abend verlief recht gemütlich. Wir standen noch
lange auf dem Geschützstand und sahen in die Ferne, wo
ein Blinkfeuer seine Signale gab. Die Spannung auf den
nächsten Tag, als dem Hauptereignis der Fahrt, war groß.
Um 10 Uhr gellten die Trommeln durch die Kasematten,
und bald lagen die Jungen zu 30 Mann in ihren Räumen,
um neue Kräfte für den folgenden Tag zu sammeln. An
sofortigen Schlaf war natürlich nicht zu denken. Die neue
Umgebung, die vielen Zimmergenossen: das alles trug dazu
bei, die Gemüter wach zu halten. Außerdem hatte jedes
Zimmer seinen Kobold, der natürlich stets schlief, wenn
die wachthabende Patrouille erschien.
Donnerstag, den 31. Mai 1917
Der Ehrentag der westfälischen Jugend.
Schon um 5½ Uhr rasselten die Trommeln. Schnell
wurde Kaffee getrunken, und bald standen die Jungen
marschbereit. Der Tag war angebrochen, der uns so
Großes bringen sollte.
Fliegeralarm.
Um 7 Uhr bat mich Leutnant v. Eiden, die Jungen
zur B.=A.=K.= Batterie (Ballonabwehrkanonen) zu führen.
Die Gruppen wurden auf die einzelnen Geschütze verteilt,
doch mußten die Stände und die Zugangswege frei bleiben.
Es ist 7,10. Plötzlich klingelt unten im Innern des
Forts die Alarmglocke, gleichzeitig tönt oben auf den
Geschützständen die große Stahlschiene.- Und nun kommt
es herangebraust: aus allen Oeffnungen des Forts stürzen
die Matrosen an die Batterien, im Nu sind die Hüllen
heruntergerissen, die Mündungsdeckel entfernt. Kommandos
hallen von Geschütz zu Geschütz, werden wiederholt und wie
ein Blitz ausgeführt, die Rohre fliegen herum und richten
rechte Seite
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sich zum Himmel. Zahlen auf Zahlen werden ausgerufen:
Höhenangabe, Seitenrichtung. Immer wieder ändern die
Rohre die Richtung, fliegen hin und her, als gelte esm
einen Flieger herunterzuholen ...."Schuß!!...."
7,15 ist die ganze Uebung beendet. Hei, was haben da
die Jungen die Augen aufgerissen! Das war etwas für
sie. So mußte der Tag anfangen!
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Fröhlich wanderten wir zum Hafen. Stagerraktag.
Unterwegs begegneten uns zahlreiche Abordnungen der einzelnen
Schiffe, die zum Marinefriedhof marschierten, wo
die große Feier der ganzen Flotte stattfinden sollte.
Punkt 8.15 langten wir an der Rüstringer Brücke an,
kurze Zeit darauf auch der 2. Zug (Soest). Die Führung
übernahm nun wiederum Kapitänleutnant Brunswig.
Und jetzt kam der erste gropße Augenblick: vor uns lag
der Hafen mit seinen zahllosen Schiffen. Wir marschierten
über die Brücke zur Torpedowerft. Hier lagen sie nun, die
schwarzen Husaren des Meeres, die großen Hochseetorpedoboote.
Dicker Qualm quoll aus den gedrungenen Schornsteinen.
"Hier, dieses fährt gleich aus!" Daneben lagen
mehrere andere, die gerade eingelaufen waren. Die Jungen
waren begeistert. Rechts von uns dröhnte es in den Riesenwerkstätten,
vom Hafen aus heulte die Dampfsirene, große
Riesenkräne bewegten hunderte von Zentnern wie ein
Spielzeug voran. Das war ein Kettenrasseln und Hämmern.
Überall wurden Schiffe klargemacht. Wie eine
Kompanie ausgerichtet lagen Torpedoboote neben Torpedobooten
und dahinter ...., von der Spitze kommt ein Jubelruf:
"Die U=Boote!!"....
Im U=Boot.
Man kann sich in der Heimat nicht vorstelllen, welche
Gefühle den Menschen bewegen, wenn er zum ersten Male
ein U=Boot sieht, und dazu noch mitten im Weltkriege.
Ehrfurcht verbindet sich mit Bewunderung. Das war also
Deutschlands jüngste und schneidigste Waffe. So groß und
wuchtig hätte man sie sich doch nicht vorgestellt.
Die Jungen stürmten gleich an die Anlegestellen, und im
Augenblick war das Deck erklettert, auf dem zwei mächtige
Geschütze ihre Mündungen in die Luft streckten. Ein
junger Seeoffizier trat auf uns zu: "Dürfte ich Ihnen
einmal mein U=Boot zeigen? Wir sind gerade gestern
heimgekehrt...." In schlichter Weise erzählte er uns,
daß er 25000 Tonnen versenkt, neun Offiziere und einen
Kapitän mitgebracht und dann auch eine U=Bootfalle nach
hartem Kampf versenkt hätte. Wir haben ihm herzlich die
Hand geschüttelt und zu seinem Erfolge beglückwünscht.
Er zeigte uns die Außentanks, ließ das Sehrohr ausfahren
und bat uns dann, auf den Turm zu kommen. Das
ließen wir uns nicht zweimal sagen. Da stand man nun
auf dem engen Turm, der kaum Platz für zwei Personen
bot, und unter uns lag das U=Boot.
Währenddessen waren noch andere U=Bootoffiziere erschienen:
"kommt mal, her Jungens, ich will Euch mein
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Linke Seite
Handschriftlich
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Eingeklebt
braucht noch nicht einmal dabei zu sein, und wenn man nach
Ablegung des eigenen Gepäcks die Gruppen antreten lassen
will, und die anderen Herren Führer auch Amtsmienen aufsetzen
wollen, wird einem lächelnd eröffnet, daß die Jungen
bereits die "zweite Lage Erbsensuppe binnen" und schon
als zweiten Gang Brot und Braunschweiger Mettwurst
empfangen hätten. Es geht also auch ohne uns! Der Gedanke
wäre mir vorher gar nicht aufgekommen.
Gbl.


, daß die Jungen ihr schmackhaftesAbendessen etwa an Tischen genossen hätten. So etwas
hatte man auch zuhause, und darum schlich man mit
seiner Beute in irgendeinen poesievollen Winkel des Forts,
in die Geschützstellungen, auf den Beobachtungshügel
oder an die Böschungen, setzte sich behaglich in das Gras und
begann zu löffeln. Manche bewiesen darin eine außergewöhnliche
Ausdauer.
Irgendeiner hatte einen gutmütigen Matrosen ausfindig
gemacht, der sich bereit erklärte, mit einigen Kameraden
die Jungen durch die Wasseranlagen zu rudern. Bald
herrschte auf den Wassern ein reger Verkehr, und das
fröhliche Singen und Rufen drang bis in die Offiziersmesse,
wo es sich die Führer behaglich machten.
Der Abend verlief recht gemütlich. Wir standen noch
lange auf dem Geschützstand und sahen in die Ferne, wo
ein Blinkfeuer seine Signale gab. Die Spannung auf den
nächsten Tag, als dem Hauptereignis der Fahrt, war groß.
Um 10 Uhr gellten die Trommeln durch die Kasematten,
und bald lagen die Jungen zu 30 Mann in ihren Räumen,
um neue Kräfte für den folgenden Tag zu sammeln. An
sofortigen Schlaf war natürlich nicht zu denken. Die neue
Umgebung, die vielen Zimmergenossen: das alles trug dazu
bei, die Gemüter wach zu halten. Außerdem hatte jedes
Zimmer seinen Kobold, der natürlich stets schlief, wenn
die wachthabende Patrouille erschien.
Donnerstag, den 31. Mai 1917
Der Ehrentag der westfälischen Jugend.
Schon um 5½ Uhr rasselten die Trommeln. Schnell
wurde Kaffee getrunken, und bald standen die Jungen
marschbereit. Der Tag war angebrochen, der uns so
Großes bringen sollte.
Fliegeralarm.
Um 7 Uhr bat mich Leutnant v. Eiden, die Jungen
zur B.=A.=K.= Batterie (Ballonabwehrkanonen) zu führen.
Die Gruppen wurden auf die einzelnen Geschütze verteilt,
doch mußten die Stände und die Zugangswege frei bleiben.
Es ist 7,10. Plötzlich klingelt unten im Innern des
Forts die Alarmglocke, gleichzeitig tönt oben auf den
Geschützständen die große Stahlschiene.- Und nun kommt
es herangebraust: aus allen Oeffnungen des Forts stürzen
die Matrosen an die Batterien, im Nu sind die Hüllen
heruntergerissen, die Mündungsdeckel entfernt. Kommandos
hallen von Geschütz zu Geschütz, werden wiederholt und wie
ein Blitz ausgeführt, die Rohre fliegen herum und richten
rechte Seite
handschriftlich
38
eingeklebt
sich zum Himmel. Zahlen auf Zahlen werden ausgerufen:
Höhenangabe, Seitenrichtung. Immer wieder ändern die
Rohre die Richtung, fliegen hin und her, als gelte esm
einen Flieger herunterzuholen ...."Schuß!!...."
7,15 ist die ganze Uebung beendet. Hei, was haben da
die Jungen die Augen aufgerissen! Das war etwas für
sie. So mußte der Tag anfangen!
---------------
Fröhlich wanderten wir zum Hafen. Stagerraktag.
Unterwegs begegneten uns zahlreiche Abordnungen der einzelnen
Schiffe, die zum Marinefriedhof marschierten, wo
die große Feier der ganzen Flotte stattfinden sollte.
Punkt 8.15 langten wir an der Rüstringer Brücke an,
kurze Zeit darauf auch der 2. Zug (Soest). Die Führung
übernahm nun wiederum Kapitänleutnant Brunswig.
Und jetzt kam der erste gropße Augenblick: vor uns lag
der Hafen mit seinen zahllosen Schiffen. Wir marschierten
über die Brücke zur Torpedowerft. Hier lagen sie nun, die
schwarzen Husaren des Meeres, die großen Hochseetorpedoboote.
Dicker Qualm quoll aus den gedrungenen Schornsteinen.
"Hier, dieses fährt gleich aus!" Daneben lagen
mehrere andere, die gerade eingelaufen waren. Die Jungen
waren begeistert. Rechts von uns dröhnte es in den Riesenwerkstätten,
vom Hafen aus heulte die Dampfsirene, große Riesenkräne bewegten hunderte von Zentnern wie ein
Spielzeug voran. Das war ein Kettenrasseln und Hämmern.
Überall wurden Schiffe klargemacht. Wie eine
Kompanie ausgerichtet lagen Torpedoboote neben Torpedobooten
und dahinter ...., von der Spitze kommt ein Jubelruf:
"Die U=Boote!!"....
Im U=Boot.
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braucht noch nicht einmal dabei zu sein, und wenn man nach
Ablegung des eigenen Gepäcks die Gruppen antreten lassen
will, und die anderen Herren Führer auch Amtsmienen aufsetzen
wollen, wird einem lächelnd eröffnet, daß die Jungen
bereits die "zweite Lage Erbsensuppe binnen" und schon
als zweiten Gang Brot und Braunschweiger Mettwurst
empfangen hätten. Es geht also auch ohne uns! Der Gedanke
wäre mir vorher gar nicht aufgekommen.
Gbl.


, daß die Jungen ihr schmackhaftesAbendessen etwa an Tischen genossen hätten. So etwas
hatte man auch zuhause, und darum schlich man mit
seiner Beute in irgendeinen poesievollen Winkel des Forts,
in die Geschützstellungen, auf den Beobachtungshügel
oder an die Böschungen, setzte sich behaglich in das Gras und
begann zu löffeln. Manche bewiesen darin eine außergewöhnliche
Ausdauer.
Irgendeiner hatte einen gutmütigen Matrosen ausfindig
gemacht, der sich bereit erklärte, mit einigen Kameraden
die Jungen durch die Wasseranlagen zu rudern. Bald
herrschte auf den Wassern ein reger Verkehr, und das
fröhliche Singen und Rufen drang bis in die Offiziersmesse,
wo es sich die Führer behaglich machten.
Der Abend verlief recht gemütlich. Wir standen noch
lange auf dem Geschützstand und sahen in die Ferne, wo
ein Blinkfeuer seine Signale gab. Die Spannung auf den
nächsten Tag, als dem Hauptereignis der Fahrt, war groß.
Um 10 Uhr gellten die Trommeln durch die Kasematten,
und bald lagen die Jungen zu 30 Mann in ihren Räumen,
um neue Kräfte für den folgenden Tag zu sammeln. An
sofortigen Schlaf war natürlich nicht zu denken. Die neue
Umgebung, die vielen Zimmergenossen: das alles trug dazu
bei, die Gemüter wach zu halten. Außerdem hatte jedes
Zimmer seinen Kobold, der natürlich stets schlief, wenn
die wachthabende Patrouille erschien.
Donnerstag, den 31. Mai 1917
Der Ehrentag der westfälischen Jugend.
Schon um 5½ Uhr rasselten die Trommeln. Schnell
wurde Kaffee getrunken, und bald standen die Jungen
marschbereit. Der Tag war angebrochen, der uns so
Großes bringen sollte.
Fliegeralarm.
Um 7 Uhr bat mich Leutnant v. Eiden, die Jungen
zur B.=A.=K.= Batterie (Ballonabwehrkanonen) zu führen.
Die Gruppen wurden auf die einzelnen Geschütze verteilt,
doch mußten die Stände und die Zugangswege frei bleiben.
Es ist 7,10. Plötzlich klingelt unten im Innern des
Forts die Alarmglocke, gleichzeitig tönt oben auf den
Geschützständen die große Stahlschiene.- Und nun kommt
es herangebraust: aus allen Oeffnungen des Forts stürzen
die Matrosen an die Batterien, im Nu sind die Hüllen
heruntergerissen, die Mündungsdeckel entfernt. Kommandos
hallen von Geschütz zu Geschütz, werden wiederholt und wie
ein Blitz ausgeführt, die Rohre fliegen herum und richten
rechte Seite
handschriftlich
38
eingeklebt
sich zum Himmel. Zahlen auf Zahlen werden ausgerufen:
Höhenangabe, Seitenrichtung. Immer wieder ändern die
Rohre die Richtung, fliegen hin und her, als gelte esm
einen Flieger herunterzuholen ...."Schuß!!...."
7,15 ist die ganze Uebung beendet. Hei, was haben da
die Jungen die Augen aufgerissen! Das war etwas für
sie. So mußte der Tag anfangen!
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Handschriftlich
37
Eingeklebt
braucht noch nicht einmal dabei zu sein, und wenn man nach
Ablegung des eigenen Gepäcks die Gruppen antreten lassen
will, und die anderen Herren Führer auch Amtsmienen aufsetzen
wollen, wird einem lächelnd eröffnet, daß die Jungen
bereits die "zweite Lage Erbsensuppe binnen" und schon
als zweiten Gang Brot und Braunschweiger Mettwurst
empfangen hätten. Es geht also auch ohne uns! Der Gedanke
wäre mir vorher gar nicht aufgekommen.
Gbl.


, daß die Jungen ihr schmackhaftesAbendessen etwa an Tischen genossen hätten. So etwas
hatte man auch zuhause, und darum schlich man mit
seiner Beute in irgendeinen poesievollen Winkel des Forts,
in die Geschützstellungen, auf den Beobachtungshügel
oder an die Böschungen, setzte sich behaglich in das Gras und
begann zu löffeln. Manche bewiesen darin eine außergewöhnliche
Ausdauer.
Irgendeiner hatte einen gutmütigen Matrosen ausfindig
gemacht, der sich bereit erklärte, mit einigen Kameraden
die Jungen durch die Wasseranlagen zu rudern. Bald
herrschte auf den Wassern ein reger Verkehr, und das
fröhliche Singen und Rufen drang bis in die Offiziersmesse,
wo es sich die Führer behaglich machten.
Der Abend verlief recht gemütlich. Wir standen noch
lange auf dem Geschützstand und sahen in die Ferne, wo
ein Blinkfeuer seine Signale gab. Die Spannung auf den
nächsten Tag, als dem Hauptereignis der Fahrt, war groß.
Um 10 Uhr gellten die Trommeln durch die Kasematten,
und bald lagen die Jungen zu 30 Mann in ihren Räumen,
um neue Kräfte für den folgenden Tag zu sammeln. An
sofortigen Schlaf war natürlich nicht zu denken. Die neue
Umgebung, die vielen Zimmergenossen: das alles trug dazu
bei, die Gemüter wach zu halten. Außerdem hatte jedes
Zimmer seinen Kobold, der natürlich stets schlief, wenn
die wachthabende Patrouille erschien.
Donnerstag, den 31. Mai 1917
Der Ehrentag der westfälischen Jugend.
Schon um 5½
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Linke Seite
Handschriftlich
37
Eingeklebt
braucht noch nicht einmal dabei zu sein, und wenn man nach
Ablegung des eigenen Gepäcks die Gruppen antreten lassen
will, und die anderen Herren Führer auch Amtsmienen aufsetzen
wollen, wird einem lächelnd eröffnet, daß die Jungen
bereits die "zweite Lage Erbsensuppe binnen" und schon
als zweiten Gang Brot und Braunschweiger Mettwurst
empfangen hätten. Es geht also auch ohne uns! Der Gedanke
wäre mir vorher gar nicht aufgekommen.
Gbl.


, daß die Jungen ihr schmackhaftesAbendessen etwa an Tischen genossen hätten. So etwas
hatte man auch zuhause, und darum schlich man mit
seiner Beute in irgendeinen poesievollen Winkel des Forts,
in die Geschützstellungen, auf den Beobachtungshügel
oder an die Böschungen, setzte sich behaglich in das Gras und
begann zu löffeln. Manche bewiesen darin eine außergewöhnliche
Ausdauer.
Irgendeiner hatte einen gutmütigen Matrosen ausfindig
gemacht, der sich bereit erklärte, mit einigen Kameraden
die Jungen durch die Wasseranlagen zu rudern. Bald
herrschte auf den Wassern ein reger Verkehr, und das
fröhliche Singen und Rufen drang bis in die Offiziersmesse,
wo es sich die Führer behaglich machten.
Der Abend verlief recht gemütlich. Wir standen noch
lange auf dem Geschützstand und sahen in die Ferne, wo
ein Blinkfeuer seine Signale gab. Die Spannung auf den
nächsten Tag, als dem Hauptereignis der Fahrt, war groß.
Um 10 Uhr gellten die Trommeln durch die Kasematten,
und bald lagen die Jungen zu 30 Mann in ihren Räumen,
um neue Kräfte für den folgenden Tag zu sammeln. An
sofortigen Schlaf war natürlich nicht zu denken. Die neue
Umgebung, die vielen Zimmergenossen: das alles trug dazu
bei, die Gemüter wach zu halten. Außerdem hatte jedes
Zimmer seinen Kobold, der natürlich stets schlief, wenn
die wachthabende Patrouille erschien.
Donnerstag, den 31. Mai 1917
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- Contributor
- Wilhelm Schenkel
May 30, 1917 – May 31, 1917
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