Tagebuch des Schülers Wilhelm Schenkel während des Krieges, item 5

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 Linke Seite 

   Jetzt endlich, am 16. Mai 1916, komme ich

dazu, mein lang genährtes Vorhaben in die Tat

umzusetzen und mein Tagebuch zu beginnen. 

   Am 14. April 1901, einem Sonntage, an dem

mein Vater in Soest weilte, erblickte ich das Licht

der Welt zu Hagen i/Westfalen, Wittekindstraße 24.

   Obwohl in Hagen geboren, bin ich doch kein

Stadtkind in eigentlichem Sinne; denn meine Eltern

sind beide aus bäuerlichem Geschlechte. Mein Vater

stammt aus Ampen. Sein Urgroßvater und dessen

Altvordern saßen auf dem Schenkelshofe in Flerke,

der noch jetzt so genannt wird. Jedoch wurde es

ihm durch mancherlei Umstände unmöglich, sein Besitztum

zu behaupten. Meine Vorfahren mütterlicherseits

sind die Schulzen in Einecke. Als vor hundert Jahren

die Franzosen unser Vaterland knechteten und

aussogen, da ward auch den Schulzens alles genommen

außer dem Hofe. Da damals das Land aber

 rechte Seite 

noch keinen großen Wert hatte, so ging mein Ahn

vom Hofe, um sich anderswo ein Heim zu gründen.

So kam er nach Katrop, wo er Schulze-Bergschulze

genannt wurde, und, als er abbrannte, von dort

nach dem Worlskamp am Katroperweg.  [Katroper Weg: Straße zwischen Katrop und Soest]

   Aus den ersten beiden Jahren weiß ich nichts

zu berichten. Im dritten Jahre habe ich mal mit

meiner Schwester unsern Vater vom Dienst abgeholt  Anmerkung neben der Zeile: ganz dunkle Vorstellung

und wir sind dann mit der Straßenbahn nach Hause

gefahren. Am Anfang des vierten Jahres kam ich

dann zu meinem Onkel Wilhelm Hoffmann nach

Soest. Von hier aus habe ich dann im vierten, fünften

und sechsten Lebensjahre meiner ersten Fahrten

gemacht, deren Einzelheiten ich jetzt kurz schildern

werde.

   Die erste Reise ging nach Wanne. Hier  [Wanne: Stadtteil von Herne]

auf dem Bahnhofe verlor ich Tante Dorchen, - oder sie

vielmehr mich - in dem Gedränge und erst nach

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 Linke Seite 

   Jetzt endlich, am 16. Mai 1916, komme ich

dazu, mein lang genährtes Vorhaben in die Tat

umzusetzen und mein Tagebuch zu beginnen. 

   Am 14. April 1901, einem Sonntage, an dem

mein Vater in Soest weilte, erblickte ich das Licht

der Welt zu Hagen i/Westfalen, Wittekindstraße 24.

   Obwohl in Hagen geboren, bin ich doch kein

Stadtkind in eigentlichem Sinne; denn meine Eltern

sind beide aus bäuerlichem Geschlechte. Mein Vater

stammt aus Ampen. Sein Urgroßvater und dessen

Altvordern saßen auf dem Schenkelshofe in Flerke,

der noch jetzt so genannt wird. Jedoch wurde es

ihm durch mancherlei Umstände unmöglich, sein Besitztum

zu behaupten. Meine Vorfahren mütterlicherseits

sind die Schulzen in Einecke. Als vor hundert Jahren

die Franzosen unser Vaterland knechteten und

aussogen, da ward auch den Schulzens alles genommen

außer dem Hofe. Da damals das Land aber

 rechte Seite 

noch keinen großen Wert hatte, so ging mein Ahn

vom Hofe, um sich anderswo ein Heim zu gründen.

So kam er nach Katrop, wo er Schulze-Bergschulze

genannt wurde, und, als er abbrannte, von dort

nach dem Worlskamp am Katroperweg.  [Katroper Weg: Straße zwischen Katrop und Soest]

   Aus den ersten beiden Jahren weiß ich nichts

zu berichten. Im dritten Jahre habe ich mal mit

meiner Schwester unsern Vater vom Dienst abgeholt  Anmerkung neben der Zeile: ganz dunkle Vorstellung

und wir sind dann mit der Straßenbahn nach Hause

gefahren. Am Anfang des vierten Jahres kam ich

dann zu meinem Onkel Wilhelm Hoffmann nach

Soest. Von hier aus habe ich dann im vierten, fünften

und sechsten Lebensjahre meiner ersten Fahrten

gemacht, deren Einzelheiten ich jetzt kurz schildern

werde.

   Die erste Reise ging nach Wanne. Hier  [Wanne: Stadtteil von Herne]

auf dem Bahnhofe verlor ich Tante Dorchen, - oder sie

vielmehr mich - in dem Gedränge und erst nach


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  • August 6, 2018 17:06:07 Beate Jochem

     Linke Seite 

       Jetzt endlich, am 16. Mai 1916, komme ich

    dazu, mein lang genährtes Vorhaben in die Tat

    umzusetzen und mein Tagebuch zu beginnen. 

       Am 14. April 1901, einem Sonntage, an dem

    mein Vater in Soest weilte, erblickte ich das Licht

    der Welt zu Hagen i/Westfalen, Wittekindstraße 24.

       Obwohl in Hagen geboren, bin ich doch kein

    Stadtkind in eigentlichem Sinne; denn meine Eltern

    sind beide aus bäuerlichem Geschlechte. Mein Vater

    stammt aus Ampen. Sein Urgroßvater und dessen

    Altvordern saßen auf dem Schenkelshofe in Flerke,

    der noch jetzt so genannt wird. Jedoch wurde es

    ihm durch mancherlei Umstände unmöglich, sein Besitztum

    zu behaupten. Meine Vorfahren mütterlicherseits

    sind die Schulzen in Einecke. Als vor hundert Jahren

    die Franzosen unser Vaterland knechteten und

    aussogen, da ward auch den Schulzens alles genommen

    außer dem Hofe. Da damals das Land aber

     rechte Seite 

    noch keinen großen Wert hatte, so ging mein Ahn

    vom Hofe, um sich anderswo ein Heim zu gründen.

    So kam er nach Katrop, wo er Schulze-Bergschulze

    genannt wurde, und, als er abbrannte, von dort

    nach dem Worlskamp am Katroperweg.  [Katroper Weg: Straße zwischen Katrop und Soest]

       Aus den ersten beiden Jahren weiß ich nichts

    zu berichten. Im dritten Jahre habe ich mal mit

    meiner Schwester unsern Vater vom Dienst abgeholt  Anmerkung neben der Zeile: ganz dunkle Vorstellung

    und wir sind dann mit der Straßenbahn nach Hause

    gefahren. Am Anfang des vierten Jahres kam ich

    dann zu meinem Onkel Wilhelm Hoffmann nach

    Soest. Von hier aus habe ich dann im vierten, fünften

    und sechsten Lebensjahre meiner ersten Fahrten

    gemacht, deren Einzelheiten ich jetzt kurz schildern

    werde.

       Die erste Reise ging nach Wanne. Hier  [Wanne: Stadtteil von Herne]

    auf dem Bahnhofe verlor ich Tante Dorchen, - oder sie

    vielmehr mich - in dem Gedränge und erst nach

  • August 6, 2018 16:52:05 Beate Jochem

     Linke Seite 

       Jetzt endlich, am 16. Mai 1916, komme ich

    dazu, mein lang genährtes Vorhaben in die Tat

    umzusetzen und mein Tagebuch zu beginnen. 

       Am 14. April 1901, einem Sonntage, an dem

    mein Vater in Soest weilte, erblickte ich das Licht

    der Welt zu Hagen i/Westfalen, Wittekindstraße 24.

       Obwohl in Hagen geboren, bin ich doch kein

    Stadtkind in eigentlichem Sinne; denn meine Eltern

    sind beide aus bäuerlichem Geschlechte. Mein Vater

    stammt aus Ampen. Sein Urgroßvater und dessen

    Altvordern saßen auf dem Schenkelshofe in Flerke,

    der noch jetzt so genannt wird. Jedoch wurde es

    ihm durch mancherlei Umstände unmöglich, sein Besitztum

    zu behaupten. Meine Vorfahren mütterlicherseits

    sind die Schulzen in Einecke. Als vor hundert Jahren

    die Franzosen unser Vaterland knechteten und

    aussogen, da ward auch den Schulzens alles genommen

    außer dem Hofe. Da damals das Land aber

     rechte Seite 

    noch keinen großen Wert hatte, so ging mein Ahn

    vom Hofe, um sich anderswo ein Heim zu gründen.

    So kam er nach Katrop, wo er Schulze-Bergschulze

    genannt wurde, und, als er abbrannte, von dort

    nach dem Worlskamp am Katroperweg.  [Katroper Weg: Straße zwischen Katrop und Soest]

       Aus den ersten beiden Jahren weiß ich nichts

    zu berichten. Im dritten Jahre habe ich mal mit

    meiner Schwester unsern Vater vom Dienst abgeholt  Anmerkung neben der Zeile: ganz dunkle Vorstellung

    und wir sind dann mit der Straßenbahn nach Hause

    gefahren. Am Anfang des vierten Jahres kam ich

    dann zu meinem Onkel Wilhelm Hoffmann nach

    Soest. Von hier aus habe ich dann im vierten, fünf-

    ten und sechsten Lebensjahre meiner ersten Fahr-

    ten gemacht, deren Einzelheiten ich jetzt kurz schil-

    dern werde.

       Die erste Reise ging nach Wanne. Hier  [Wanne: Stadtteil von Herne]

    auf dem Bahnhofe verlor ich Tante Dorchen, - oder sie

    vielmehr mich - in dem Gedränge und erst nach


  • November 3, 2017 13:02:14 Daniela Z

     Linke Seite 

       Jetzt endlich, am 16. Mai 1916, komme ich

    dazu, mein lang genährtes Vorhaben in die Tat

    umzusetzen und mein Tagebuch zu beginnen. 

       Am 14, April 1901, einem Sonntage, an dem

    mein Vater in Soest weilte, erblickte ich das Licht

    der Welt zu Hagen i/Westfalen, Wittekindstraße 24.

       Obwohl in Hagen geboren, bin ich doch kein

    Stadtkind in eigentlichem Sinne; denn meine Eltern

    sind beide aus bäuerlichem Geschlechte. Mein Vater

    stammt aus Ampen. Sein Urgroßvater und dessen

    Altvordern saßen auf dem Schenkelshofe in Flerke,

    der noch jetzt so genannt wird. Jedoch wurde es

    ihm durch mancherlei Umstände unmöglich, sein Be-

    sitztum zu behaupten. Meine Vorfahren mütterlicher-

    seits sind die Schulzen in Einecke. Als vor hundert Jah-

    ren die Franzosen unser Vaterland knechteten und

    aussogen, da ward auch den Schulzens alles genom-

    men außer dem Hofe. Da damals das Land aber

     rechte Seite 

    noch keinen großen Wert hatte, so ging mein Ahn

    vom Hofe, um sich anderswo ein Heim zu gründen.

    So kam er nach Katrop, wo er Schulze-Bergschulze

    genannt wurde, und, als er abbrannte, von dort

    nach dem Worlskamp am Katroperweg.  [Katroper Weg: Straße zwischen Katrop und Soest]

       Aus den ersten beiden Jahren weiß ich nichts

    zu berichten. Im dritten Jahre habe ich mal mit

    meiner Schwester unsern Vater vom Dienst abgeholt  Anmerkung neben der Zeile: ganz dunkle Vorstellung

    und wir sind dann mit der Straßenbahn nach Hause

    gefahren. Am Anfang des vierten Jahres kam ich

    dann zu meinem Onkel Wilhelm Hoffmann nach

    Soest. Von hier aus habe ich dann im vierten, fünf-

    ten und sechsten Lebensjahre meiner ersten Fahr-

    ten gemacht, deren Einzelheiten ich jetzt kurz schil-

    dern werde.

       Die erste Reise ging nach Wanne. Hier  [Wanne: Stadtteil von Herne]

    auf dem Bahnhofe verlor ich Tante Dorchen, - oder sie

    vielmehr mich - in dem Gedränge und erst nach


  • November 3, 2017 12:27:24 Daniela Z

     Linke Seite 

       Jetzt endlich, am 16. Mai 1916, komme ich

    dazu, mein lang genährtes Vorhaben in die Tat

    umzusetzen und mein Tagebuch zu beginnen. 

       Am 14, April 1901, einem Sonntage, an dem

    mein Vater in Soest weilte, erblickte ich das Licht

    der Welt zu Hagen i/Westfalen, Wittekindstraße 24.

       Obwohl in Hagen geboren, bin ich doch kein

    Stadtkind in eigentlichem Sinne; denn meine Eltern

    sind beide aus bäuerlichem Geschlechte. Mein Vater

    stammt aus  Amgen . Sein Urgroßvater und dessen

    Altvordern saßen auf dem Schenkelshofe in  Flarke ,

    der noch jetzt so genannt wird. Jedoch wurde es

    ihm durch mancherlei Umstände unmöglich, sein Be-

    sitztum zu behaupten. Meine Vorfahren mütterlicher-

    seits sind die Schulzen in Einicke. Als vor hundert Jah-

    ren die Franzosen unser Vaterland knechteten und

    aussogen, da ward auch den Schulzens alles genom-

    men außer dem Hofe. Da damals das Land aber

     rechte Seite 

    noch keinen großen Wert hatte, so ging mein Ahn

    vom Hofe, um sich anderswo ein Heim zu gründen.

    So kam er nach Katrop, wo er Schulze-Bergschulze

    genannt wurde, und, als er abbrannte, von dort

    nach dem Worlskamp am Katroperweg.

       Aus den ersten beiden Jahren weiß ich nichts

    zu berichten. Im dritten Jahre habe ich mal mit

    meiner Schwester unsern Vater vom DIenst abgeholt  Anmerkung neben der Zeile: ganz dunkle Vorstellung

    und wir sind dann mit der Straßenbahn nach Hause

    gefahren. Am Anfang des vierten Jahres kam ich

    dann zu meinem Onkel Wilhelm Hoffmann nach

    Soest. Von hier aus habe ich dann im vierten, fünf-

    ten und sechsten Lebensjahre meiner ersten Fahr-

    ten gemacht, deren Einzelheiten ich jetzt kurz schil-

    dern werde.

       Die erste Reise ging nach Wanne. Hier

    auf dem Bahnhofe verlor ich Tante Dorchen, - oder sie

    vielmehr mich - in dem Gedränge und erst nach


  • June 22, 2017 15:58:29 Sara Tegge

    Jetzt endlich, am 16. Mai 1916, komme ich dazu, einen lang genährtes Vorhaben in die Tat umzusetzen und mein Tagebuch zu beginnen. 

    Am 14, April 1901, einem Sonntage, an dem mein Vater in Soest weilte, erblickte ich das Licht der Welt zu Hagen /in Westfalen, Wittekindstraße 24. Obwohl in Hagen geboren, bin ich doch kein Stadtkind im eigentlichen Sinne, denn meine Eltern sind beide aus bäuerlichen Geschlecht. Mein Vater stammt aus Amgau(?). Sein Urgroßvater und dessen Altvordern saßen auf dem Schenkelhofe in Flark, das noch jetzt so genannt wird. Jedoch wurde es ihm doch mancherlei Umstände unmöglich, sein Besitztum zu behaupten(?). Meine Vorfahren mütterlicherseits sind die Schulzen in Einicke. ALs vorhundert Jahren die Franzosen unser Vaterland knechteten und aussogen, da wart auch den Schulzens alles genommen außer dem Hofe. Da damals das Land aber noch keinen großen Wert hatte, so ging mein AHn vom Hofe, um sich anderswo ein Heim zu gründen. So kam er nach Katrop, wo so Schulze-Bergschulze genannt wurde, und, als es abbrannte, von dort nach dem Wölskamp(?) am Katroperweg(?).

    Aus den ersten ________ Jahren weiß ich nichts zu berichten. Im dritten Jahre habe ich mal mit meiner Schwester unseren Vater vom DIenst abgeholt und wir sind dann mit der Straßenbahn nach Hause gefahren. Am Anfang des vierten Jahres kam ich zu meinem Onkel Wilhelm Hoffmann nach Soest. Von hier aus habe ich dann im vierten, fünften und sechsten Lebensjahre meiner ersten Fahrten gemacht, davon Einzelheiten ich jetzt kurz schildern werde.

    Die erste Reise ging nach Wanne(?). Hier auf dem Bahnhofe verlor ich Tante Dorchen, das sie vielmehr mich - in dem Gedränge und erst nach


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    Soest

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12583 / 143561
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Wilhelm Schenkel
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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