Tagebuch Nr. 1 (01.06.1915-09.10.1915) von Ernst Schwalm (1854-1924), item 37

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[left side]


erstürmten südöstl. Oglenda (nördl. Prasznycz) beiderseits

des Murawka-Baches russ. Stellungen u. hielten sie gegen mehrere,

auch nächtl. Gegenangriffe. Die Beute beträgt 636 Gefangene u. 4

Maschinengewehre. Südöstl. Krgssch. Die Armee des Generals v. Linsingen

ist im fortschreitenden Angriff auf dem nördl. Dnjestrufer. Das rechte

Ufer wird v. Gegner noch b. Halicz gehalten. Seit Beginn ihres Angriffs

über diesen Fluß am 23. Juni nahm die Armee 3500 Mann gefangen.

Der russische Rückwärtssieg b. Lemberg. Zwischen Dnjestr u. der Gegend

östl. v. Lemberg wird weiter gekämpft. Ob. Heerslt. W.T.B. Ital. Krgssch.

Die D.Z. berichtet aus dem östr. ung. Kriegspressequartier über Kämpfe

an der italienischen Grenze. Nicht weniger als viermal wurde um die

Costan gekämpft, einer jetzt auf seinen Kanten ganz fanatisch zer-

schossenen Höhenzug. Erst war er von uns mit schwachen Kräften und

ziemlich unbefestigt besetzt, da er ja auf italienischem Gebiet liegt. Als die

Italiener dann wildes Geschützfeuer eröffneten, bewirkte das einen

so furchtbaren Blutvergießen Steinhagel u. Felszersplitterungen, daß

die Unseren, um unnützem Blutvergießen auszuweichen, die Stellung

vorläufig aufgaben. Nun bestrich unsere Artillerie den Costan und


[right side]


verjagte dadurch die Italiener, was sich noch zweimal wiederholte.

Erst nach dem unsere mit unbeschreiblichem Heldenmut den Feind immer

wieder aus der Stellung jagenden Leute zum viertenmal und

dauernd die Bergposition erstürmt hatten, haben die Italiener genug

des Spiels. An den Felswänden bersten in vielfachem Echo die fürchter-

lich einschlagenden Granatlager, so daß die Berge ringsum zu zittern schienen.

Zuletzt stürmten die Italiener mit mehreren Kompagnien gegen unsere

ganz kleinen Abteilungen, die ihnen allerschwerste Verluste beibrachten.

In Schluchten u. Klüften bargen wir neben zahlreichen Toten auch sehr viel

Kriegsgerät (Privattelegramm) 27/6 Westl. Krgssch. Neben der

Kathedrale v. Arras stehende feindl. Artillerie wurde v. uns

beschossen. Ein Munitionswagen flog in die Luft. In den Argonnen

nordwestl. von Vienne-le-Chateau wurde ein Grabenstück

gestürmt u. gegen mehrere französ. Gegenangriffe gehalten. Nachdem

wir auf den Maashöhen in den letzten Tagen die Versuche des Feindes,

sich in den Besitz des ihm am 24. Juni entrissenen Geländes beiderseits

der Dranchée zu setzen, vereitelt hatten, überraschten wir den Gegner

gestern mit einem Angriff auf den Höhenrücken hart südw. v. Les Eparges;

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erstürmten südöstl. Oglenda (nördl. Prasznycz) beiderseits

des Murawka-Baches russ. Stellungen u. hielten sie gegen mehrere,

auch nächtl. Gegenangriffe. Die Beute beträgt 636 Gefangene u. 4

Maschinengewehre. Südöstl. Krgssch. Die Armee des Generals v. Linsingen

ist im fortschreitenden Angriff auf dem nördl. Dnjestrufer. Das rechte

Ufer wird v. Gegner noch b. Halicz gehalten. Seit Beginn ihres Angriffs

über diesen Fluß am 23. Juni nahm die Armee 3500 Mann gefangen.

Der russische Rückwärtssieg b. Lemberg. Zwischen Dnjestr u. der Gegend

östl. v. Lemberg wird weiter gekämpft. Ob. Heerslt. W.T.B. Ital. Krgssch.

Die D.Z. berichtet aus dem östr. ung. Kriegspressequartier über Kämpfe

an der italienischen Grenze. Nicht weniger als viermal wurde um die

Costan gekämpft, einer jetzt auf seinen Kanten ganz fanatisch zer-

schossenen Höhenzug. Erst war er von uns mit schwachen Kräften und

ziemlich unbefestigt besetzt, da er ja auf italienischem Gebiet liegt. Als die

Italiener dann wildes Geschützfeuer eröffneten, bewirkte das einen

so furchtbaren Blutvergießen Steinhagel u. Felszersplitterungen, daß

die Unseren, um unnützem Blutvergießen auszuweichen, die Stellung

vorläufig aufgaben. Nun bestrich unsere Artillerie den Costan und


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verjagte dadurch die Italiener, was sich noch zweimal wiederholte.

Erst nach dem unsere mit unbeschreiblichem Heldenmut den Feind immer

wieder aus der Stellung jagenden Leute zum viertenmal und

dauernd die Bergposition erstürmt hatten, haben die Italiener genug

des Spiels. An den Felswänden bersten in vielfachem Echo die fürchter-

lich einschlagenden Granatlager, so daß die Berge ringsum zu zittern schienen.

Zuletzt stürmten die Italiener mit mehreren Kompagnien gegen unsere

ganz kleinen Abteilungen, die ihnen allerschwerste Verluste beibrachten.

In Schluchten u. Klüften bargen wir neben zahlreichen Toten auch sehr viel

Kriegsgerät (Privattelegramm) 27/6 Westl. Krgssch. Neben der

Kathedrale v. Arras stehende feindl. Artillerie wurde v. uns

beschossen. Ein Munitionswagen flog in die Luft. In den Argonnen

nordwestl. von Vienne-le-Chateau wurde ein Grabenstück

gestürmt u. gegen mehrere französ. Gegenangriffe gehalten. Nachdem

wir auf den Maashöhen in den letzten Tagen die Versuche des Feindes,

sich in den Besitz des ihm am 24. Juni entrissenen Geländes beiderseits

der Dranchée zu setzen, vereitelt hatten, überraschten wir den Gegner

gestern mit einem Angriff auf den Höhenrücken hart südw. v. Les Eparges;


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  • December 26, 2017 21:12:18 Pierre Meinig

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    erstürmten südöstl. Oglenda (nördl. Prasznycz) beiderseits

    des Murawka-Baches russ. Stellungen u. hielten sie gegen mehrere,

    auch nächtl. Gegenangriffe. Die Beute beträgt 636 Gefangene u. 4

    Maschinengewehre. Südöstl. Krgssch. Die Armee des Generals v. Linsingen

    ist im fortschreitenden Angriff auf dem nördl. Dnjestrufer. Das rechte

    Ufer wird v. Gegner noch b. Halicz gehalten. Seit Beginn ihres Angriffs

    über diesen Fluß am 23. Juni nahm die Armee 3500 Mann gefangen.

    Der russische Rückwärtssieg b. Lemberg. Zwischen Dnjestr u. der Gegend

    östl. v. Lemberg wird weiter gekämpft. Ob. Heerslt. W.T.B. Ital. Krgssch.

    Die D.Z. berichtet aus dem östr. ung. Kriegspressequartier über Kämpfe

    an der italienischen Grenze. Nicht weniger als viermal wurde um die

    Costan gekämpft, einer jetzt auf seinen Kanten ganz fanatisch zer-

    schossenen Höhenzug. Erst war er von uns mit schwachen Kräften und

    ziemlich unbefestigt besetzt, da er ja auf italienischem Gebiet liegt. Als die

    Italiener dann wildes Geschützfeuer eröffneten, bewirkte das einen

    so furchtbaren Blutvergießen Steinhagel u. Felszersplitterungen, daß

    die Unseren, um unnützem Blutvergießen auszuweichen, die Stellung

    vorläufig aufgaben. Nun bestrich unsere Artillerie den Costan und


    [right side]


    verjagte dadurch die Italiener, was sich noch zweimal wiederholte.

    Erst nach dem unsere mit unbeschreiblichem Heldenmut den Feind immer

    wieder aus der Stellung jagenden Leute zum viertenmal und

    dauernd die Bergposition erstürmt hatten, haben die Italiener genug

    des Spiels. An den Felswänden bersten in vielfachem Echo die fürchter-

    lich einschlagenden Granatlager, so daß die Berge ringsum zu zittern schienen.

    Zuletzt stürmten die Italiener mit mehreren Kompagnien gegen unsere

    ganz kleinen Abteilungen, die ihnen allerschwerste Verluste beibrachten.

    In Schluchten u. Klüften bargen wir neben zahlreichen Toten auch sehr viel

    Kriegsgerät (Privattelegramm) 27/6 Westl. Krgssch. Neben der

    Kathedrale v. Arras stehende feindl. Artillerie wurde v. uns

    beschossen. Ein Munitionswagen flog in die Luft. In den Argonnen

    nordwestl. von Vienne-le-Chateau wurde ein Grabenstück

    gestürmt u. gegen mehrere französ. Gegenangriffe gehalten. Nachdem

    wir auf den Maashöhen in den letzten Tagen die Versuche des Feindes,

    sich in den Besitz des ihm am 24. Juni entrissenen Geländes beiderseits

    der Dranchée zu setzen, vereitelt hatten, überraschten wir den Gegner

    gestern mit einem Angriff auf den Höhenrücken hart südw. v. Les Eparges;


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    Hornsömmern bei Bad Langensalza

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ID
1849 / 21715
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Urte Bünning
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


June 26, 1915 – June 27, 1915
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