Deutsche Kriegszeitung - Illustrierte Wochenausgabe, herausgegeben vom Berliner Lokal-Anzeiger, item 30
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Juli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstoß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackerkopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Polazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische Bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelstein angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren italienische Nachtangriffe auf das Plateau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der Kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigenen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? Eins ist in den Dardanellen gesunken und eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine Reihe von ihren Fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
Besonders bemerkenswert ist aber die Auffassung von der Neutralität kleiner Staaten auf seiten eines unserer Gegner, die immer noch die Nichtachtung der längst von ihnen gebrochenen Neutralität Belgiens durch Deutschland zum Hauptkriegsgrund zu stempeln versuchen. Nichts hat die Lächerlichkeit solchen Vorwandes deutlicher erwiesen als der Seekrieg, in dem England und seine Verbündeten kein Recht Neutraler unangetastet gelassen haben, nicht einmal die Gebietshoheit. In chilenischen und schwedischen Gewässern ist gekämpft worden, in norwegischen Gewässern werden Schiffe vergewaltigt, die gesamte neutrale Schiffahrt muß nach englischen Befehlen handeln, ihr Handel ist englischer Kontrolle unterworfen, aus der gegen Neutrale nicht erlaubten Seeblockade ist eine Landblockade gemacht, indem England neutrale Schiffe auf Waren durchsucht, welche zum Verkauf nach Deutschland bestimmt sein "könnten", und sie beschlagnahmt. Sogar der holländische Handel mit den eigenen Kolonien ist dieser Überwachung unterworfen. Neutralität im Seekriege hat sich als ein leeres Wort entpuppt, das nur so viel bedeutet wie die Macht, die es hinter sich hat, also nichts, zu unseren Gunsten, da der einzige neutrale Staat, dessen Wort gewogen werden würde, die Vereinigten Staaten, bisher im Fahrwasser Englands segelt. Damit ist aller Neutralität in diesem Krieg das Rückgrat gebrochen. Amerika legt sie dahin aus, daß es unsern Feinden Munition liefern könne, Rumänien dahin, daß es für unseren Verbündeten keine auch nur durchlassen dürfe. Darum war die Note, die die verbünd=
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Juli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstoß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackerkopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Polazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische Bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelstein angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren italienische Nachtangriffe auf das Plateau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigenen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? Eins ist in den Dardanellen gesunken und eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine Reihe von ihren Fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
Besonders bemerkenswert ist aber die Auffassung von der Neutralität kleiner Staaten auf seiten eines unserer Gegner, die immer noch die Nichtachtung der längst von ihnen gebrochenen Neutralität Belgiens durch Deutschland zum Hauptkriegsgrund zu stempeln versuchen. Nichts hat die Lächerlichkeit solchen Vorwandes deutlicher erwiesen als der Seekrieg, in dem England und seine Verbündeten kein Recht Neutraler unangetastet gelassen haben, nicht einmal die Gebietshoheit. In chilenischen und schwedischen Gewässern ist gekämpft worden, in norwegischen Gewässern werden Schiffe vergewaltigt, die gesamte neutrale Schiffahrt muß nach englischen Befehlen handeln, ihr Handel ist englischer Kontrolle unterworfen, aus der gegen Neutrale nicht erlaubten Seeblockade ist eine Landblockade gemacht, indem England neutrale Schiffe auf Waren durchsucht, welche zum Verkauf nach Deutschland bestimmt sein "könnten", und sie beschlagnahmt. Sogar der holländische Handel mit den eigenen Kolonien ist dieser Überwachung unterworfen. Neutralität im Seekriege hat sich als ein leeres Wort entpuppt, das nur so viel bedeutet wie die Macht, die es hinter sich hat, also nichts, zu unseren Gunsten, da der einzige neutrale Staat, dessen Wort gewogen werden würde, die Vereinigten Staaten, bisher im Fahrwasser Englands segelt. Damit ist aller Neutralität in diesem Krieg das Rückgrat gebrochen. Amerika legt sie dahin aus, daß es unsern Feinden Munition liefern könne, Rumänien dahin, daß es für unseren Verbündeten keine auch nur durchlassen dürfe. Darum war die Note, die die verbünd=
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Juli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstoß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackerkopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Polazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische Bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren italienische Nachtangriffe auf das Plateau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigenen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? Eins ist in den Dardanellen gesunken und eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine Reihe von ihren Fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
Besonders bemerkenswert ist aber die Auffassung von der Neutralität kleiner Staaten auf seiten eines unserer Gegner, die immer noch die Nichtachtung der längst von ihnen gebrochenen Neutralität Belgiens durch Deutschland zum Hauptkriegsgrund zu stempeln versuchen. Nichts hat die Lächerlichkeit solchen Vorwandes deutlicher erwiesen als der Seekrieg, in dem England und seine Verbündeten kein Recht Neutraler unangetastet gelassen haben, nicht einmal die Gebietshoheit. In chilenischen und schwedischen Gewässern ist gekämpft worden, in norwegischen Gewässern werden Schiffe vergewaltigt, die gesamte neutrale Schiffahrt muß nach englischen Befehlen handeln, ihr Handel ist englischer Kontrolle unterworfen, aus der gegen Neutrale nicht erlaubten Seeblockade ist eine Landblockade gemacht, indem England neutrale Schiffe auf Waren durchsucht, welche zum Verkauf nach Deutschland bestimmt sein "könnten", und sie beschlagnahmt. Sogar der holländische Handel mit den eigenen Kolonien ist dieser Überwachung unterworfen. Neutralität im Seekriege hat sich als ein leeres Wort entpuppt, das nur so viel bedeutet wie die Macht, die es hinter sich hat, also nichts, zu unseren Gunsten, da der einzige neutrale Staat, dessen Wort gewogen werden würde, die Vereinigten Staaten, bisher im Fahrwasser Englands segelt. Damit ist aller Neutralität in diesem Krieg das Rückgrat gebrochen. Amerika legt sie dahin aus, daß es unsern Feinden Munition liefern könne, Rumänien dahin, daß es für unseren Verbündeten keine auch nur durchlassen dürfe. Darum war die Note, die die verbünd=
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Juli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstoß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackerkopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Polazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigenen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? Eins ist in den Dardanellen gesunken und eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine Reihe von ihren Fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
Besonders bemerkenswert ist aber die Auffassung von der Neutralität kleiner Staaten auf seiten eines unserer Gegner, die immer noch die Nichtachtung der längst von ihnen gebrochenen Neutralität Belgiens durch Deutschland zum Hauptkriegsgrund zu stempeln versuchen. Nichts hat die Lächerlichkeit solchen Vorwandes deutlicher erwiesen als der Seekrieg, in dem England und seine Verbündeten kein Recht Neutraler unangetastet gelassen haben, nicht einmal die Gebietshoheit. In chilenischen und schwedischen Gewässern ist gekämpft worden, in norwegischen Gewässern werden Schiffe vergewaltigt, die gesamte neutrale Schiffahrt muß nach englischen Befehlen handeln, ihr Handel ist englischer Kontrolle unterworfen, aus der gegen Neutrale nicht erlaubten Seeblockade ist eine Landblockade gemacht, indem England neutrale Schiffe auf Waren durchsucht, welche zum Verkauf nach Deutschland bestimmt sein "könnten", und sie beschlagnahmt. Sogar der holländische Handel mit den eigenen Kolonien ist dieser Überwachung unterworfen. Neutralität im Seekriege hat sich als ein leeres Wort entpuppt, das nur so viel bedeutet wie die Macht, die es hinter sich hat, also nichts, zu unseren Gunsten, da der einzige neutrale Staat, dessen Wort gewogen werden würde, die Vereinigten Staaten, bisher im Fahrwasser Englands segelt. Damit ist aller Neutralität in diesem Krieg das Rückgrat gebrochen. Amerika legt sie dahin aus, daß es unsern Feinden Munition liefern könne, Rumänien dahin, daß es für unseren Verbündeten keine auch nur durchlassen dürfe. Darum war die Note, die die verbünd=
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Juli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstoß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackerkopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigenen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? Eins ist in den Dardanellen gesunken und eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine Reihe von ihren Fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
Besonders bemerkenswert ist aber die Auffassung von der Neutralität kleiner Staaten auf seiten eines unserer Gegner, die immer noch die Nichtachtung der längst von ihnen gebrochenen Neutralität Belgiens durch Deutschland zum Hauptkriegsgrund zu stempeln versuchen. Nichts hat die Lächerlichkeit solchen Vorwandes deutlicher erwiesen als der Seekrieg, in dem England und seine Verbündeten kein Recht Neutraler unangetastet gelassen haben, nicht einmal die Gebietshoheit. In chilenischen und schwedischen Gewässern ist gekämpft worden, in norwegischen Gewässern werden Schiffe vergewaltigt, die gesamte neutrale Schiffahrt muß nach englischen Befehlen handeln, ihr Handel ist englischer Kontrolle unterworfen, aus der gegen Neutrale nicht erlaubten Seeblockade ist eine Landblockade gemacht, indem England neutrale Schiffe auf Waren durchsucht, welche zum Verkauf nach Deutschland bestimmt sein "könnten", und sie beschlagnahmt. Sogar der holländische Handel mit den eigenen Kolonien ist dieser Überwachung unterworfen. Neutralität im Seekriege hat sich als ein leeres Wort entpuppt, das nur so viel bedeutet wie die Macht, die es hinter sich hat, also nichts, zu unseren Gunsten, da der einzige neutrale Staat, dessen Wort gewogen werden würde, die Vereinigten Staaten, bisher im Fahrwasser Englands segelt. Damit ist aller Neutralität in diesem Krieg das Rückgrat gebrochen. Amerika legt sie dahin aus, daß es unsern Feinden Munition liefern könne, Rumänien dahin, daß es für unseren Verbündeten keine auch nur durchlassen dürfe. Darum war die Note, die die verbünd=
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Juli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstoß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigenen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? Eins ist in den Dardanellen gesunken und eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine Reihe von ihren Fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
Besonders bemerkenswert ist aber die Auffassung von der Neutralität kleiner Staaten auf seiten eines unserer Gegner, die immer noch die Nichtachtung der längst von ihnen gebrochenen Neutralität Belgiens durch Deutschland zum Hauptkriegsgrund zu stempeln versuchen. Nichts hat die Lächerlichkeit solchen Vorwandes deutlicher erwiesen als der Seekrieg, in dem England und seine Verbündeten kein Recht Neutraler unangetastet gelassen haben, nicht einmal die Gebietshoheit. In chilenischen und schwedischen Gewässern ist gekämpft worden, in norwegischen Gewässern werden Schiffe vergewaltigt, die gesamte neutrale Schiffahrt muß nach englischen Befehlen handeln, ihr Handel ist englischer Kontrolle unterworfen, aus der gegen Neutrale nicht erlaubten Seeblockade ist eine Landblockade gemacht, indem England neutrale Schiffe auf Waren durchsucht, welche zum Verkauf nach Deutschland bestimmt sein "könnten", und sie beschlagnahmt. Sogar der holländische Handel mit den eigenen Kolonien ist dieser Überwachung unterworfen. Neutralität im Seekriege hat sich als ein leeres Wort entpuppt, das nur so viel bedeutet wie die Macht, die es hinter sich hat, also nichts, zu unseren Gunsten, da der einzige neutrale Staat, dessen Wort gewogen werden würde, die Vereinigten Staaten, bisher im Fahrwasser Englands segelt. Damit ist aller Neutralität in diesem Krieg das Rückgrat gebrochen. Amerika legt sie dahin aus, daß es unsern Feinden Munition liefern könne, Rumänien dahin, daß es für unseren Verbündeten keine auch nur durchlassen dürfe. Darum war die Note, die die verbünd=
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigenen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? Eins ist in den Dardanellen gesunken und eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine Reihe von ihren Fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
Besonders bemerkenswert ist aber die Auffassung von der Neutralität kleiner Staaten auf seiten eines unserer Gegner, die immer noch die Nichtachtung der längst von ihnen gebrochenen Neutralität Belgiens durch Deutschland zum Hauptkriegsgrund zu stempeln versuchen. Nichts hat die Lächerlichkeit solchen Vorwandes deutlicher erwiesen als der Seekrieg, in dem England und seine Verbündeten kein Recht Neutraler unangetastet gelassen haben, nicht einmal die Gebietshoheit. In chilenischen und schwedischen Gewässern ist gekämpft worden, in norwegischen Gewässern werden Schiffe vergewaltigt, die gesamte neutrale Schiffahrt muß nach englischen Befehlen handeln, ihr Handel ist englischer Kontrolle unterworfen, aus der gegen Neutrale nicht erlaubten Seeblockade ist eine Landblockade gemacht, indem England neutrale Schiffe auf Waren durchsucht, welche zum Verkauf nach Deutschland bestimmt sein "könnten", und sie beschlagnahmt. Sogar der holländische Handel mit den eigenen Kolonien ist dieser Überwachung unterworfen. Neutralität im Seekriege hat sich als ein leeres Wort entpuppt, das nur so viel bedeutet wie die Macht, die es hinter sich hat, also nichts, zu unseren Gunsten, da der einzige neutrale Staat, dessen Wort gewogen werden würde, die Vereinigten Staaten, bisher im Fahrwasser Englands segelt. Damit ist aller Neutralität in diesem Krieg das Rückgrat gebrochen. Amerika legt sie dahin aus, daß es unsern Feinden Munition liefern könne, Rumänien dahin, daß es für unseren Verbündeten keine auch nur durchlassen dürfe. Darum war die Note, die die verbünd=
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigenen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? Eins ist in den Dardanellen gesunken und eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine Reihe von ihren Fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
Besonders bemerkenswert ist aber die Auffassung von der Neutralität kleiner Staaten auf seiten eines unserer Gegner, die immer noch die Nichtachtung der längst von ihnen gebrochenen Neutralität Belgiens durch Deutschland zum Hauptkriegsgrund zu stempeln versuchen. Nichts hat die Lächerlichkeit solchen Vorwandes deutlicher erwiesen als der Seekrieg, in dem England und seine Verbündeten kein Recht Neutraler unangetastet gelassen haben, nicht einmal die Gebietshoheit. In chilenischen und schwedischen Gewässern ist gekämpft worden, in norwegischen Gewässern werden Schiffe vergewaltigt, die gesamte neutrale Schiffahrt muß nach englischen Befehlen handeln, ihr Handel ist englischer Kontrolle unterworfen, aus der gegen Neutrale nicht erlaubten Seeblockade ist eine Landblockade gemacht, indem England neutrale Schiffe auf Waren durchsucht, welche zum Verkauf nach Deutschland bestimmt sein "könnten", und sie beschlagnahmt. Sogar der holländische handel mit den eigenen Kolonien ist dieser Überwachung unterworfen. Neutralität im Seekriege hat sich als ein leeres Wort entpuppt, dasnur so viel bedeutet wie die Macht, die es hinter sich aht, also nichts, zu unseren Gunsten, da der einzige neutrale Staat, dessen Wort gewogen werden würde, die Vereinigten Staaten, bisher im Fahrwasser Englands segelt. Damit ist aller neutralität in diesem Krieg das Rückgrat gebrochen. Amerika legt sie dahin aus, daß es unsern Feinden Munition liefern könne, Rumänien dahin, daß es für unseren Verbündeten keine auch nur durchlassen dürfe. Darum war die Note, die die verbünd=
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigenen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? Eins ist in den Dardanellen gesunken und eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine Reihe von ihren Fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
Besonders bemerkenswert ist aber die Auffassung von der Neutralität kleiner Staaten auf seiten eines unserer Gegner, die immer noch die Nichtachtung der längst von ihnen gebrochenen Neutralität Belgiens durch Deutschland zum Hauptkriegsgrund zu stempeln versuchen. Nichts hat die Lächerlichkeit solchen Vorwandes deutlicher erwiesen als der Seekrieg, in dem England und seine Verbündeten kein Recht Neutraler unangetastet gelassen haben, nicht einmal die Gebietshoheit. In chilenischen und schwedischen Gewässern ist gekämpft worden, in norwegischen Gewässern werden Schiffe vergewaltigt, die gesamte neutrale Schiffahrt muß nach englischen Befehlen handeln, ihr Handel ist englischer Kontrolle unterworfen, aus der gegen Neutrale nicht erlaubten Seeblockade ist eine Landblockade gemacht, indem England neutrale Schiffe auf Waren durchsucht, welche zum Verkauf nach Deutschland bestimmt sein "könnten", und sie beschlagnahmt.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigenen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? Eins ist in den Dardanellen gesunken und eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine Reihe von ihren Fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
Besonders bemerkenswert ist aber die Auffassung von der Neutralität kleiner Staaten auf seiten eines unserer Gegner, die immer noch die Nichtachtung der längst von ihnen gebrochenen Neutralität Belgiens durch Deutschland zum Hauptkriegsgrund zu stempeln versuchen.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigenen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? Eins ist in den Dardanellen gesunken und eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine Reihe von ihren Fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigenen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? eins ist in den Dardanellen gesunken udn eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine REihe vonohren fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
Abgesehen von der Beurteilung des Bundesgenossen, spricht aus den Zeilen oder richtiger ist zwischen den Zeilen auch Unzufriedenheit mit der eigneen Flotte zu lesen. Und sie hat ja auch tatsächlich noch gar nichts geleistet. Wo in aller Welt sind Frankreichs Unterseeboote? eins ist in den Dardanellen gesunken udn eins beim Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, erbeutet worden. Das ist alles, abgesehen von Gerüchten, daß eine REihe vonohren fahrten nicht zurückkehrten. Das sind die Unterseeboote des Landes, das zuerst sich für diese neue Waffe begeisterte, allen andern im Bau voranging, sich ihnen voraus wähnte und jährlich bei jedem Manöver Neues von den unvergleichlichen Leistungen zu berichten wußte.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an. Ganz bemerkenswert hat sich darüber kürzlich der französische Admiral Dégouy geäußert: die Lage in der Ostsee sei für Rußland immer noch sehr ungünstig, da es durch die übermächtige deutsche Flotte bedroht werde und von England nichts geschehe, um die Deutschen abzuziehen. Die Untätigkeit der englischen Flotte sei unbegreiflich, sie müsse endlich einen Angriff auf Helgoland und Cuxhaven unternehmen oder wenigstens eine der friesischen Inseln als Stützpunkt für Unterseeboote und Luftschiffe besetzen. Man müsse Dänemark, ob es wolle oder nicht, zum Anschluß zwingen, um England eine Landung in Norddeutschland zu ermöglichen. Auch die Neutralität Norwegens und Schwedens könne nicht länger geduldet werden, da durch sie eine völlige Abschließung Deutschlands vereitelt werde. Auch im Mittelmeer sei man von einem Erfolg weit entfernt. Die französsiche Flotte habe unbegreiflicherweise noch nicht einmal die Eisenbahn Ragusa-Cattaro zerstört.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
Die Ereignisse zur See.
I n d e r N o r d s e e hält die Untätigkeit der englischen Flotte an.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungleich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annähernd 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
Südlich des Krn wurden zwei Angriffe der 'Alpini abgewiesen. Die Verluste der Kämpfenden sind aber ungelich. So konstatierten die Österreicher nach einem Gefecht einen eigenen G e s a m t verlust von 42 Mann gegen einen italienischen Gesamtverlust von annährend 600 Mann, darunter 200 Tote. - Daß die Italiener ihre krampfhaften Bemühungen, etwas zu erreichen, trotz aller Fehlschläge wiederholen, zeugt von einer gewissen Einsicht. Sie werden wahrscheinlich das
4. Spalte
ungemütliche, aber keineswegs unberechtigte Empfinden haben, daß in Rußland für ihre edlen Verbündeten die Sache nicht gut steht, und daß sie für Italien noch sehr viel schlechter stehen wird, wenn der gute "Iwan" nicht mehr mitspielen kann oder will.
-
"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen. Immerhin haben die Italiener ein Mittel gefunden, die Truppen an den Feind zu bringen.- Ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends wurde gleichfalls abgeschlagen. Auch drei weitere Massenangriffe scheiterten. Ebenso Angriffe gegen den Plateurand von Polazza, Redipuglia, Termegliano und auf einen Berg nördlich Monfalcone.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Die Schlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n gegen den Abschnitt von Podgora vorging, drangen die Leute tatsächlich stellenweise in die österreichische Stellung ein. Wie das Betrunkenen zu geschehen pflegt, wurden sie hinausgeworfen.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
Der arme Italiener
kommt nicht vorwärts. Er hat zwar die Übermacht, aber der Österreicher sieht nicht ein, daß er deshalb seine Stellungen räumen sollte. So blieben denn italienische Angriffe zwischen Sdraussina und Palazzo am 14. Juli erfolglos, und am 15. Juli wurden an der Dolomitenfront mehrere italienische bataillone, die österreichische Stellungen bei Rufreddo und an der Straße Schluderbach-Peutelsetin angegriffen hatte, blutig abgewiesen. - Ebenso erfolglos waren itlienische Nachtangriffe auf das Plteau von Doberdo.
3. Spalte
Nach einer langen Artillerievorbereitung begannen am 18. Juli ernstere Kämpfe im Görzischen. Das Plateau von Doberdo und der Brückenkopf von Görz waren das Hauptziel des vorbereitenden Feuers. Die entbrennenden Infanteriekämpfe waren sehr erbittert. Es kam zum Handgemenge, in dem die Italiener, die bis in die Stellungen gelangt waren, wieder hinausgeworfen wurden. Am nächsten Morgen entbrannte der kampf aus neue. - Im Tiroler Grenzgebiet gingen mehrere italienische Bataillone gegen die österreichisch=ungarischen Stellungen auf dem Eisenreich=Kamm an der Pfann=Spitze und an der Filmvorhöhe vor, wurden aber abgeschlagen.
In der Gegend von Schluderbach räumten aber die Österreicher eine nur durch eine schwache Abteilung besetzte vorgeschobene Stellung.- Di eSchlacht im Görzischen kam auch am 19. und 20. Juli nicht zur Ruhe. Als aber die 11. italienische Infanteriedivision gegen Mittag b e t r u n k e n
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
Östlich der Argonnen
herrschte im allgemeinen Ruhe. Vorpostengefechte und Angriffsversuche sind von keiner Bedeutung. aber im Priesterwalde machten die Franzosen am 14. einen ernsten Vorstpß, der blutig zusammenbrach. - Am 17. Juli entwickelten
2. Spalte:
sich auf den Höhen bei Les Eparges neue Kämpfe, die auch noch am 18. fortgesetzt wurden. An diesem Tage büßten wir einige kleine örtliche Vorteile ein, die wir am 17. gewonnen hatten. Wir machten aber 3 Offiziere und 310 Mann zu Gefangenen.
In Lothringen und in den Vogesen
war der Feind etwas unruhig. Am 17. mußten unsere Truppen Vorstöße des Feindes östlich von Lunéville und in der Gegend von Ban de Sapt zurückweisen. Ganz hartnäckig kämpften die Franzosen aber in der Gegend von Münster. Hier griffen sie mehrfach die deutsche Stellung zwischen Lingkopf (nördlich von Münster) und Mühlbach an. An einzelnen Stellungen gelangten sie dabei bis in unsere Stellungen und mußten in erbittertem Nahkampf hinausgeworfen werden. Beim vielgenannten Reichsackertopf hielt der Feind aber noch ein Grabenstück fest. Aus dem Umstande, daß die Franzosen die ganze Nacht und den Tag hindurch die deutsche Front und die deutschen Stellungen bis Didelshausen und bis zum Hilsenfirst unter Feuer hielt, lassen fast mit Bestimmtheit auf weitere Kämpfe an dieser Stelle schließen, die natürlich auf den Kriegsverlauf nicht den allergeringsten Einfluß haben können. - In dem geschilderten Kampfe machten die Deutschen 4 Offiziere und 120 Mann, zumeist Alpenjäger, zu Gefangenen.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes. - Auch am 15. Juli erneuerten die Franzosen ihre Angriffe auf die ihnen entrissenen Stellungen. An demselben Tage war es zu erbitterten Kämpfen hart westlich der Argonnen gekommen, bei denen die französischen Angriffe an der Tapferkeit der norddeutschen Landwehr scheiterten. Unsere Landwehrleute scheinen sich vor allen Dingen in den Nahkämpfen ausgezeichnet zu haben. Auch unmittelbar östlich der Argonnen kamen Angriffe vor, die aber mühelos abgewehrt wurden. Am 17. Juli ließen wir den Franzosen nicht das Wort, sondern verbesserten die von uns gewonnene Linie durch einige kleine Erfolge. Das mußte nun auch natürlich die Franzosen mächtig ärgern, und so machten sie denn am 18. Juli wieder die üblichen Angriffe, die aber "Angriffsversuche" blieben. Höchst unerwartet wird es aber für sie gewesen sein, daß unsere Truppen am 20. Juli "zur Verbesserung ihrer neuen Stellungen noch mehrere französische Gräben" stürmten und dabei 5 Offiziere und 365 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
Unsere eroberten Stellungen in den Argonnen
lassen die Franzosen nicht zur Ruhe kommen. Am 14. Juli setzten sie große Munitionsmengen und starke Kräfte ein, aber die feldgraue Mauer ließ sich nicht eindrücken. Der Feind hatte ungewöhnlich große Verluste, wahrscheinlich aus dem Grunde, daß es zu erbitterten Handgranaten= und Nahkämpfen kam. Erst nachträglich erfuhr man deutscherseits, daß dies etwas blutige und kostspielige Unternehmen eine Feier des Nationalfestes darstellen sollte. Nun, das Nationalfest war wahrscheinich ebenso traurig wie der Ausgang des Kampfes.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem Einfluß des deutschen Artilleriefeuers überhaupt nicht zur Durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches Minenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint. - Die Engländer nahmen also am 19. Juli bei Schloß Hooge, östlich Ypern, eine Sprengung vor und setzten sodann zum Angriff beiderseits der Straße Hooge-Ypern an. Der Angriff brach vor den deutschen Stellungen zusammen und kam teilweise unter dem einfluß des deutschen artilleriefeuers überhaupt nicht zur durchführung. Den Sprengtrichter hielten die Engländer aber besetzt. - Noch geringer war die Kampftätigkeit in der Champagne, wo nichts weiter zu verzeichnen war als am 14. Julli ein französischer Handgranatenangriff, der durch deutsches mInenfeuer ein Mißerfolg war. Die eigenartige Zusammenstellung der Waffen macht diesen Kampf jedenfalls als Merkwürdigkeit interessant.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite 6
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint.
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"Deutsche Kriegszeitung", Nummer 30, Seite ?
von seiten der Freunde seiner Verarbeitung zu Klopffleisch nicht untätig zusehen werde.
Der rechte Flügel
zeigte während der vergangenen Woche keinerlei ungewöhnliche Bilder. In Südflandern sprengten wir am 14. Juli mit gutem Erfolge Minen, während die Franzosen an anderer Stelle, bei Souchez, Angriffe machten, durch die sie in den Besitz eines Grabenstückes südlich des Kirchhofes gelangen. Dies ermutigte sie offenbar am 17. zum Angriff auf den Kirchhof selbst, der jedoch scheiterte. Diese vergeblichen Angriffe auf und bei Souchez wurden auch am 19. und 20. Juli erneuert. - An dem letztgenannten Tage scheiterte auch, trotz Artillerievorbereitung, ein französischer Vorstoß in der Gegend von Albert gegen unsere Stellungen bei Fricourt. - Am 19. Juli ließen auch die Engländer wieder einmal von sich hören, vielleicht dazu durch das Murren ihrer Alliierten veranlaßt, denen die Beteiligung des Verbündeten an den Kämpfen in letzter Zeit etwas kärglich zu sein scheint.
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Berlin
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- 19266 / 217804
- Contributor
- Marie-Luise Polirock
Jul, 1915
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