Tagebuch Nr. 1 (01.06.1915-09.10.1915) von Ernst Schwalm (1854-1924), item 50

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[left side]


unsere Front vom Görzer Brückenkopf bis zum Meer vor. Sie wurden

vollständig zurückgeschlagen u. erlitten furchtbare Verluste. Dank

der über alles Lob erhabenen Haltung unsrer vortrefflichen kriegsge-

wohnten Truppen, besonders der tapferen Infanterie, blieben alle unsre

Stellungen unverändert in unseren Händen. So halten die Helden an

der Südwestgrenze der Monarchie starke u. treue Wacht gegen die

Ueberzahl des Feindes. Sie können des Dankes aller Völker ihres

Vaterlandes u. der im Norden von Sieg zu Sieg eilenden Armee

sicher sein. Am mittleren Isonzo, im Krngebiet u. an den übrigen

Fronten hat sich gestern nichts Wesentliches ereignet. v. Hoefer. W.T.B.

Deutsche U.-Boote im Aegaeischen Meer. - Verlustreiche Zurückweisung

der russ. Angriffe a.d. Dnjestr-Front. - Sorgenvolle Tage des engl.

Kabinetts. - Aus dem östr. ung. Kriegspressequartier wird dem B.T.

gemeldet: Unter großen Verlusten des Feindes wurden die Russen in die

Richtung der Krasnik-Lubliner Chaussee zurückgeworfen. Oestl. an-

schließend ist die Armee Mackensen bis Plonka vorgedrungen. Von

hier zieht sich die nunmehrige Verfolgungslinie östl. bis Stari-Zamosc,

dann südl. am Tamarow, Tiszewca u. Sokal vorbei längs des



[right side]


Buglaufes mit südlichem Fall über Kamienka-Strumilowa,

und nach den letzten siegreichen Kämpfen der Armee Linsingen

bis zur Dnjestrfront. Das von unsern Truppen noch nicht erreichte

ostgalizische Gebiet charakterissiert sich durch parallel fortlaufende Ge-

wässer, die dem Feind von Fall zu Fall die Möglichkeit kurzer Aufent-

halte bieten, aber der ungeheuren Stoßkraft der Verfolgung keine un-

überwindlichen Schwierigkeiten mehr bereiten können.[…]

Nördl. v. Ypern drangen engl. Truppen gestern in eine unsrer Schützen-

gräben ein; sie waren am Abend wieder vertrieben. Westl. v. Souchez wurden

zwei nächtliche Angriffe des Feindes abgewiesen. Bei der Beschießung feind-

licher Truppenansammlungen im Arrasgebiet die Stadt in Brand; der

Feuersbrunst fiel die Kathedrale zum Opfer. Zwischen Maas u. Mosel

herrscht lebhafte Kampftätigkeit . Südlich westl. v. Les Eparges setzte der Feind

seine Anstrengung die ihm unlängst entrissenen Stellungen wieder zu nehmen,

fort. Bei dem ersten Angriff gelangten die Franzosen in einen Teil

unserer Verteidigungslinie; ein Gegenstoß brachte die Gräben bis auf ein

Stück v. 100 m wieder in unsre Hand. Der Feind ließ ein Maschinen-

gewehr zurück. Zwei weitere Vorstöße des Gegners, ebenso wie ein Angriff

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unsere Front vom Görzer Brückenkopf bis zum Meer vor. Sie wurden

vollständig zurückgeschlagen u. erlitten furchtbare Verluste. Dank

der über alles Lob erhabenen Haltung unsrer vortrefflichen kriegsge-

wohnten Truppen, besonders der tapferen Infanterie, blieben alle unsre

Stellungen unverändert in unseren Händen. So halten die Helden an

der Südwestgrenze der Monarchie starke u. treue Wacht gegen die

Ueberzahl des Feindes. Sie können des Dankes aller Völker ihres

Vaterlandes u. der im Norden von Sieg zu Sieg eilenden Armee

sicher sein. Am mittleren Isonzo, im Krngebiet u. an den übrigen

Fronten hat sich gestern nichts Wesentliches ereignet. v. Hoefer. W.T.B.

Deutsche U.-Boote im Aegaeischen Meer. - Verlustreiche Zurückweisung

der russ. Angriffe a.d. Dnjestr-Front. - Sorgenvolle Tage des engl.

Kabinetts. - Aus dem östr. ung. Kriegspressequartier wird dem B.T.

gemeldet: Unter großen Verlusten des Feindes wurden die Russen in die

Richtung der Krasnik-Lubliner Chaussee zurückgeworfen. Oestl. an-

schließend ist die Armee Mackensen bis Plonka vorgedrungen. Von

hier zieht sich die nunmehrige Verfolgungslinie östl. bis Stari-Zamosc,

dann südl. am Tamarow, Tiszewca u. Sokal vorbei längs des



[right side]


Buglaufes mit südlichem Fall über Kamienka-Strumilowa,

und nach den letzten siegreichen Kämpfen der Armee Linsingen

bis zur Dnjestrfront. Das von unsern Truppen noch nicht erreichte

ostgalizische Gebiet charakterissiert sich durch parallel fortlaufende Ge-

wässer, die dem Feind von Fall zu Fall die Möglichkeit kurzer Aufent-

halte bieten, aber der ungeheuren Stoßkraft der Verfolgung keine un-

überwindlichen Schwierigkeiten mehr bereiten können.[…]

Nördl. v. Ypern drangen engl. Truppen gestern in eine unsrer Schützen-

gräben ein; sie waren am Abend wieder vertrieben. Westl. v. Souchez wurden

zwei nächtliche Angriffe des Feindes abgewiesen. Bei der Beschießung feind-

licher Truppenansammlungen im Arrasgebiet die Stadt in Brand; der

Feuersbrunst fiel die Kathedrale zum Opfer. Zwischen Maas u. Mosel

herrscht lebhafte Kampftätigkeit . Südlich westl. v. Les Eparges setzte der Feind

seine Anstrengung die ihm unlängst entrissenen Stellungen wieder zu nehmen,

fort. Bei dem ersten Angriff gelangten die Franzosen in einen Teil

unserer Verteidigungslinie; ein Gegenstoß brachte die Gräben bis auf ein

Stück v. 100 m wieder in unsre Hand. Der Feind ließ ein Maschinen-

gewehr zurück. Zwei weitere Vorstöße des Gegners, ebenso wie ein Angriff


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  • January 1, 2018 21:20:20 Pierre Meinig

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    unsere Front vom Görzer Brückenkopf bis zum Meer vor. Sie wurden

    vollständig zurückgeschlagen u. erlitten furchtbare Verluste. Dank

    der über alles Lob erhabenen Haltung unsrer vortrefflichen kriegsge-

    wohnten Truppen, besonders der tapferen Infanterie, blieben alle unsre

    Stellungen unverändert in unseren Händen. So halten die Helden an

    der Südwestgrenze der Monarchie starke u. treue Wacht gegen die

    Ueberzahl des Feindes. Sie können des Dankes aller Völker ihres

    Vaterlandes u. der im Norden von Sieg zu Sieg eilenden Armee

    sicher sein. Am mittleren Isonzo, im Krngebiet u. an den übrigen

    Fronten hat sich gestern nichts Wesentliches ereignet. v. Hoefer. W.T.B.

    Deutsche U.-Boote im Aegaeischen Meer. - Verlustreiche Zurückweisung

    der russ. Angriffe a.d. Dnjestr-Front. - Sorgenvolle Tage des engl.

    Kabinetts. - Aus dem östr. ung. Kriegspressequartier wird dem B.T.

    gemeldet: Unter großen Verlusten des Feindes wurden die Russen in die

    Richtung der Krasnik-Lubliner Chaussee zurückgeworfen. Oestl. an-

    schließend ist die Armee Mackensen bis Plonka vorgedrungen. Von

    hier zieht sich die nunmehrige Verfolgungslinie östl. bis Stari-Zamosc,

    dann südl. am Tamarow, Tiszewca u. Sokal vorbei längs des



    [right side]


    Buglaufes mit südlichem Fall über Kamienka-Strumilowa,

    und nach den letzten siegreichen Kämpfen der Armee Linsingen

    bis zur Dnjestrfront. Das von unsern Truppen noch nicht erreichte

    ostgalizische Gebiet charakterissiert sich durch parallel fortlaufende Ge-

    wässer, die dem Feind von Fall zu Fall die Möglichkeit kurzer Aufent-

    halte bieten, aber der ungeheuren Stoßkraft der Verfolgung keine un-

    überwindlichen Schwierigkeiten mehr bereiten können.[…]

    Nördl. v. Ypern drangen engl. Truppen gestern in eine unsrer Schützen-

    gräben ein; sie waren am Abend wieder vertrieben. Westl. v. Souchez wurden

    zwei nächtliche Angriffe des Feindes abgewiesen. Bei der Beschießung feind-

    licher Truppenansammlungen im Arrasgebiet die Stadt in Brand; der

    Feuersbrunst fiel die Kathedrale zum Opfer. Zwischen Maas u. Mosel

    herrscht lebhafte Kampftätigkeit . Südlich westl. v. Les Eparges setzte der Feind

    seine Anstrengung die ihm unlängst entrissenen Stellungen wieder zu nehmen,

    fort. Bei dem ersten Angriff gelangten die Franzosen in einen Teil

    unserer Verteidigungslinie; ein Gegenstoß brachte die Gräben bis auf ein

    Stück v. 100 m wieder in unsre Hand. Der Feind ließ ein Maschinen-

    gewehr zurück. Zwei weitere Vorstöße des Gegners, ebenso wie ein Angriff


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    Hornsömmern bei Bad Langensalza

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1849 / 21741
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Urte Bünning
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


July 7, 1915 – July 7, 1915
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