Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 3, item 93
Transcription
Transcription history
-
S. 171
Foto: Marca 32.
Die letzten Tage in Frankreich.
Die Kirche von Engle St. Fontaine war zum
Verbandsplatz eingerichtet, hierhin wurden wir gefahren, 13.X.
und nebeneinander auf Stroh gebettet. Die Verbände
wurde nachgesehen, teilweise erneuert, wir erhielten
Verpflegung. Immerzu kamen neue Transporte und
andauernd wurden Verwundete abgeholt. Es lagen auch
eine Reihe von Engländern und Schottländern, letztere
in ihrer eigenartigen Uniform, mit Röckchen und
S. 172
nackten Knien hier. Ein recht alter, grosser, zerlumpt
aussehender Rumäne lief in Begleitung eines knabenhaften
Landsmannes umher, diese stammten anscheinend von einer
Arbeitskolonne. - Äusserst langsam vergingen die Stunden,
zum Überfluss schüttete ich mir den Trinkbecher voll Kaffee
übers Gesicht, als ich danach angelte - dass ohnehin nicht
mehr als solches erkennbare Taschentuch - konnte nicht zum
Abtrocknen genommen werden, so musste der Rock
herhalten. Am Nachmittag hörten wir Granateinschläge -
Später kamen Autos um Verwundete nach den Feldlazaretten
zu holen, langsam leerte sich die Kirche, erst recht
spät holte man auch mich, ich kam zwischen zwei
Engländer in den Anhänger eines Autos zu liegen. Parti !
Parti ! winkte einer der Tommys zu meiner Seite, als das
Auto sich in Bewegung setzte, dann verteilte dieser
Zigaretten und rauchend fuhren wir von dannen. Welche eine
Wohltat eine gute Zigarette zu rauchen, man hatte
draussen gar nicht so gemerkt was für ein Kraut man geraucht
hatte. Unangenehm war das Stossen des Wagens an schlechten
Stellen, dann kamen die Schmerzen gar zu arg. In
Berlemont wurden wir ausgeladen. Es war das
Feldlazarett 108, welches, nachdem es aus Le Chateau eiligst unter
Zurücklassung eines grossen Teiles seiner Einrichtung
abgerückt war, recht notdürftig hier in Häusern einer Schule
untergebracht war. Meine Lagerstelle wurde noch
-
S. 171
Foto: Marca 32.
Die letzten Tage in Frankreich.
Die Kirche von Engle St. Fontaine war zum 13.X.
Verbandsplatz eingerichtet, hierhin wurden wir gefahren,
und nebeneinander auf Stroh gebettet. Die Verbände
wurde nachgesehen, teilweise erneuert, wir erhielten
Verpflegung. Immerzu kamen neue Transporte und
andauernd wurden Verwundete abgeholt. Es lagen auch
eine Reihe von Engländern und Schottländern, letztere
in ihrer eigenartigen Uniform, mit Röckchen und
S. 172
nackten Knien hier. Ein recht alter, grosser, zerlumpt
aussehender Rumäne lief in Begleitung eines knabenhaften
Landsmannes umher, diese stammten anscheinend von einer
Arbeitskolonne. - Äusserst langsam vergingen die Stunden,
zum Überfluss schüttete ich mir den Trinkbecher voll Kaffee
übers Gesicht, als ich danach angelte - dass ohnehin nicht
mehr als solches erkennbare Taschentuch - konnte nicht zum
Abtrocknen genommen werden, so musste der Rock
herhalten. Am Nachmittag hörten wir Granateinschläge -
Später kamen Autos um Verwundete nach den Feldlazaretten
zu holen, langsam leerte sich die Kirche, erst recht
später holte man auch mich, ich kam zwischen zwei
Engländer in den Anhänger eines Autos zu liegen. Parti !
Parti ! winkte einer der Tommys zu meiner Seite, als das
Auto sich in Bewegung setzte, dann verteilte dieser
Zigaretten und rauchend fuhren wir von dannen. Welche eine
Wohltat eine gute Zigarette zu rauchen, man hatte
draussen gar nicht so gemerkt was für ein Kraut man geraucht
hatte. Unangenehm war das Stossen des Wagens an schlechten
Stellen, dann kamen die Schmerzen gar zu arg. In
Erlemont wurden wir ausgeladen. Es war das
Feldlazarett 108, welches, nachdem es aus Le Chateau eiligst unter
Zurücklassung eines grossen Teiles seiner Einrichtung
abgerückt war, recht notdürftig hier in Häusern einer Schule
untergebracht war. Meine Lagerstelle wurde noch
-
S. 171
Foto: Marca 32.
Die letzten Tage in Frankreich.
[13.X.] Die Kirche von Engle St. Fontaine war zum
Verbandsplatz eingerichtet, hier hin wurden wir gefahren,
und nebeneinander auf Stroh gebettet. Die Verbände
wurde nachgesehen, teilweise exerziert, wir erhielten
Verpflegung. Immerzu kamen neue Transporte und
andauernd wurden Verwundete abgeholt. Es lagen auch
eine Reihe von Engländern und Schottländern, letztere
in ihrer eigenartigen Uniform, mit Röckchen und
S. 172
nackten Knieen hier. Ein recht alter, grosser, zerlumpt
aussehender Rumäne lief in Begleiung eines knabenhaften
Landsmannes umher, diese stammten anscheinend von einer
Arbeitskolonne. - Äusserst langsam vergingen die Stunden,
zum Überfluss schüttete ich nur den Trinkbecher voll Kaffee
übers Gesicht, als ich danach angelte - dass ohnehin nicht
mehrmals solches erkennbare Taschentuch - konnte nicht zum
Abtrocknen genommen werden, so musste der Rock
herhalten. Am Nachmittag hörten wir Granateinschläge -
Später kamen Autos um Verwundete nach den Feldlazaretten
zu holen, langsam leerte sich die Kirche, erst recht
später holte man auch mich, ich kam zwischen zwei
Engländer in den Anhänger eines Autos zu liegen. Parte!
Parte! winkte einer der Tommys zu meiner Seite, als das
Auto sich in Bewegung setzte, dann verteilte dieser
Ziharetten und rauchend fuhren wir von dannen. Welche eine
Wohltat eine gute Zigarette zu rauchen, man hatte
draussen gar nicht so gemerkt was für ein Kraut man geraucht
hatte. Unangenehm war das Stossen des Wagens an schlechten
Stellen, dann kamen die Schmerzen gar zu arg. In
Erlemont Berliimgrat wurden wir ausgeladen. Es war das
Feldlazarett 108, welches, nachdem es aus Le Eatean eiligst unter
Zurücklassung eines grossen Teiles seiner Einrichtung
abgerückt war, recht notdürftig hier in Häusern einer Schule
untergebracht war. Meine Lagerstelle wurde noch
-
S. 171
Foto: Marca 32.
Die letzten Tage in Frankreich.
[13.X.] Die Kirche von Engle St. Fontaine war zum
Verbandsplatz eingerichtet, hier hin wurden wir gefahren,
und nebeneinander auf Stroh gebettet. Die Verbände
wurde nachgesehen, teilweise exerziert, wir erhielten
Verpflegung. Immerzu kamen neue Transporte und
andauernd wurden Verwundete abgeholt. Es lagen auch
eine Reihe von Engländern und Schottländern, letztere
in ihrer eigenartigen Uniform, mit Röckchen und
S. 172
nackten Knieen hier. Ein recht alter, grosser, zerlumpt
aussehender Rumäne lief in Begleiung eines knabenhaften
Landsmannes umher, diese stammten anscheinend von einer
Arbeitskolonne. - Äusserst langsam vergingen die Stunden,
zum Überfluss schüttete ich nur den Trinkbecher voll Kaffee
übers Gesicht, als ich danach angelte - dass ohnehin nicht
mehrmals solches erkennbare Taschentuch - konnte nicht zum
Abtrocknen genommen werden, so musste der Rock
herhalten. Am Nachmittag hörten wir Granateinschläge -
Später kamen Autos um Verwundete nach den Feldlazaretten
zu holen, langsam leerte sich die Kirche, erst recht
später holte man auch mich, ich kam zwischen zwei
Engländer in den Anhänger eines Autos zu liegen. Parte!
Parte! winkte einer der Tommys zu meiner Seite, als das
Auto sich in Bewegung setzte, dann verteilte dieser
Ziharetten und rauchend fuhren wir von dannen. Welche eine
Wohltat eine gute Zigarette zu rauchen, man hatte
draussen gar nicht so gemerkt was für ein Kraut man geraucht
hatte. Unangenehm war das Stossen des Wagens an schlechten
Stellen, dann kamen die Schmerzen gar zu arg. In
Description
Save descriptionLocation(s)
- ID
- 15873 / 169064
- Contributor
- Heike Knothe
Login to edit the languages
Login to edit the fronts
Login to add keywords

























































































































































Login to leave a note