Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 3, item 100
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S. 183
unweit eines Waldes. Wir seien in Bromberg hiess es. Um
9.00 wurde der Zug vor die Rampen geholt. Wir waren
104 Stunden unterwegs gewesen und hatten etwa 1000 27.X.
Kilometer zurückgelegt - quer durch Deutschland. Auf den
Rampen standen in Reih und Glied die Bahren. Eine
grosse Anzahl von Sanitätern war versammelt, Ärzte
und Damen vom Roten Kreuz. Das Ausladen ging recht
flott, im Handumdrehen waren die Rampen voll von
Verwundeten. Die Damen reichten Kaffee und Zigaretten,
brachten Decken und Kissen und fragten nach Wünschen.
Es war schön das Bewusstsein zu haben, diese hier alle
danken den Kriegern für ihre Opfer. Auch ich befand
mich bald auf der Rampe - wurde dann weiter getragen,
und in einen Strassenbahnwagen geladen. Alles ging
flott mit ausserordenlicher Behutsamkeit, kein Stoss
war zu spüren. Neugierige waren genug da. Einer
Gruppe von Frauen traten Tränen in die Augen als
sie zusahen, wie wir verladen wurden. Durch einigen
Strassen hindurch fuhren wir nach dem
Reservelazarett 1. Concordia.
Freundliche Schwestern empfingen uns, wiesen uns
Betten an, fragten nach Wünschen. Immer noch nicht
hatten wir Gelegenheit gehabt uns gründlich zu waschen.
Am Nachmittag konnte ich baden. Kameraden halfen,
da ich ja in meinen Bewegungen behindert war. Das
S. 184
linke Bein konnte ich garnicht gebrauchen, es schmerzte recht.
Dann wurde ich von der Schwester - Elisabeth - verbunden
und kam wieder ins Bett. Wenige Tage später, wechselten
die Schwestern mit der Einteilung und ich kam in die
fürsorgliche Pflege der netten Schwester Johanna Parduhn.
Dann kam der Arzt, untersuchte meine Wunden mit einer
Sonde, ordnete Tamponierung der Oberschenkelwunde an.
In das daumengrosse Loch wurde ein Gazestreifen
hineingestopft um den Eiter aufzusaugen - die Operations
-Schnittwunde im Schenkelinnen verheilte bald. - Die Rückenwunde
wurde mit Höllenstein [1] gebeitzt was auch recht angenehm
war. Das Tamponieren geschah jeden morgen und kostete
viel Überwundung, ich habe so manches Mal dabei die
Kissen zerbissen, tat aber der Wunde gut, die Heilung ging
recht rasch. Am Meisten bzw. auch am Längsten bereitete
die Wunde über der Ferse Schwierigkeiten, diese war grösser
geworden und heilte erst nach Monaten, als ich schon Zivil
trug, völlig zu. Vorläufig konnte ich an Laufen garnicht
denken, zur Stütze des Beines bekam ich einen
Sandsack ins Bett, so lag ich wochenlang auf der rechten
Seite.
Gleich in den ersten Tagen bekam ich einen leichten
Grippe Anfall - der nach zwei Tagen behoben war. Kurz
vor meiner Verlegung - ich hatte sofort einen Antrag gestellt -
hatte ich einen zweiten recht kräftigen Anfall. Tagelang
[1] Höllenstein: Silbernitrat als Antisepticum
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unweit eines Waldes. Wir seien in Bromberg hiess es. Um
9.00 wurde der Zug vor die Rampen geholt. Wir waren
104 Stunden unterwegs gewesen und hatten etwa 1000 27.X.
Kilometer zurückgelegt - quer durch Deutschland. Auf den
Rampen standen in Reih und Glied die Bahren. Eine
grosse Anzahl von Sanitätern war versammelt, Ärzte
und Damen vom Roten Kreuz. Das Ausladen ging recht
flott, im Handumdrehen waren die Rampen voll von
Verwundeten. Die Damen reichten Kaffee und Zigaretten,
brachten Decken und Kissen und fragten nach Wünschen.
Es war schön das Bewusstsein zu haben, diese hier alle
danken den Kriegern für ihre Opfer. Auch ich befand
mich bald auf der Rampe - wurde dann weiter getragen,
und in einen Strassenbahnwagen geladen. Alles ging
flott mit ausserordenlicher Behutsamkeit, kein Stoss
war zu spüren. Neugierige waren genug da. Einer
Gruppe von Frauen traten Tränen in die Augen als
sie zusahen, wie wir verladen wurden. Durch einigen
Strassen hindurch fuhren wir nach dem
Reservelazarett 1. Concordia.
Freundliche Schwestern empfingen uns, wiesen uns
Betten an, fragten nach Wünschen. Immer noch nicht
hatten wir Gelegenheit gehabt uns gründlich zu waschen.
Am Nachmittag konnte ich baden. Kameraden halfen,
da ich ja in meinen Bewegungen behindert war. Das
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linke Bein konnte ich garnicht gebrauchen, es schmerzte recht.
Dann wurde ich von der Schwester - Elisabeth - verbunden
und kam wieder ins Bett. Wenige Tage später, wechselten
die Schwestern mit der Einteilung und ich kam in die
fürsorgliche Pflege der netten Schwester Johanna Parduhn.
Dann kam der Arzt, untersuchte meine Wunden mit einer
Sonde, ordnete Tamponierung der Oberschenkelwunde an.
In das daumengrosse Loch wurde ein Gazestreifen
hineingestopft um den Eiter aufzusaugen - die Operations
-Schnittwunde im Schenkelinnen verheilte bald. - Die Rückenwunde
wurde mit Höllenstein gebeitzt was auch recht angenehm
war. Das Tamponieren geschah jeden morgen und kostete
viel Überwundung, ich habe so manches Mal dabei die
Kissen zerbissen, tat aber der Wunde gut, die Heilung ging
recht rasch. Am Meisten bzw. auch am Längsten bereitete
die Wunde über der Ferse Schwierigkeiten, diese war grösser
geworden und heilte erst nach Monaten, als ich schon Zivil
trug, völlig zu. Vorläufig konnte ich an Laufen garnicht
denken, zur Stütze des Beines bekam ich einen
Sandsack ins Bett, so lag ich wochenlang auf der rechten
Seite.
Gleich in den ersten Tagen bekam ich einen leichten
Grippe Anfall - der nach zwei Tagen behoben war. Kurz
vor meiner Verlegung - ich hatte sofort einen Antrag gestellt -
hatte ich einen zweiten recht kräftigen Anfall. Tagelang
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S. 183
unweit eines Waldes. Wir seien in Bromberg hiess es. Um
9.00 wurde der Zug vor die Rampen geholt. Wir waren
104 Stunden unterwegs gewesen und hatten etwa 1000 27.X.
Kilometer zurückgelegt - quer durch Deutschland. Auf den
Rampen standen in Reih und Glied die Bahren. Eine
grosse Anzahl von Sanitätern war versammelt, Ärzte
und Damen vom Roten Kreuz. Das Ausladen ging recht
flott, im Handumdrehen waren die Rampen voll von
Verwundeten. Die Damen reichten Kaffee und Zigaretten,
brachten Decken und Kissen und fragten nach Wünschen.
Es war schön das Bewusstsein zu haben, diese hier alle
danken den Kriegern für ihre Opfer. Auch ich befand
mich bald auf der Rampe - wurde dann weiter getragen,
und in einen Strassenbahnwagen geladen. Alles ging
flott mit ausserordenlicher Behutsamkeit, kein Stoss
war zu spüren. Neugierige waren genug da. Einer
Gruppe von Frauen traten Tränen in die Augen als
sie zusahen, wie wir verladen wurden. Durch einigen
Strassen hindurch fuhren wir nach dem
Reservelazarett 1. Concordia.
Freundliche Schwestern empfingen uns, wiesen uns
Betten an, fragten nach Wünschen. Immer noch nicht
hatten wir Gelegenheit gehabt uns gründlich zu waschen.
Am Nachmittag konnte ich baden. Kameraden halfen,
da ich ja in meinen Bewegungen behindert war. Das
S. 184
linke Bein konnte ich garnicht gebrauchen, es schmerzte recht.
Dann wurde ich von der Schwester - Elisabeth - verbunden
und kam wieder ins Bett. Wenige Tage später, wechselten
die Schwestern mit der Einteilung und ich kam in die
fürsorgliche Pflege der netten Schwester Johanna Parduhn.
Dann kam der Arzt, untersuchte meine Wunden mit einer
Sonde, ordnete Tamponierung der Oberschenkelwunde an.
In das daumengrosse Loch wurde ein Gazestreifen
hineingestopft um den Eiter aufzusaugen - die
Operations-Schnittwunde im Schenkelinnen verheilte bald. - Die Rückenwunde
wurde mit Höllenstein gebeitzt was auch recht angenehm
war. Das Tamponieren geschah jeden morgen und kostete
viel Überwundung, ich habe so manches Mal dabei die
Kissen zerbissen, tat aber der Wunde gut, die Heilung ging
recht rasch. Am Meisten bzw. auch am Längsten bereitete
die Wunde über der Ferse Schwierigkeiten, diese war grösser
geworden und heilte erst nach Monaten, als ich schon Zivil
trug, völlig zu. Vorläufig konnte ich an Laufen garnicht
denken, zur Stütze des Beines bekam ich einen
Sandsack ins Bett, so lag ich wochenlang auf der rechten
Seite.
Gleich in den ersten Tagen bekam ich einen leichten
Grippe Anfall - der nach zwei Tagen behoben war. Kurz
vor meiner Verlegung - ich hatte sofort einen Antrag gestellt -
hatte ich einen zweiten recht kräftigen Anfall. Tagelang
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S. 183
unweit eines Waldes. Wir seien in Bromberg hiess es. Um
9.00 wurde der Zug vor die Rampen geholt. Wir waren
104 Stunden unterwegs gewesen und hatten etwa 1000 27.X.
Kilometer zurückgelegt - quer durch Deutschland. Auf den
Rampen standen in Reih und Glied die Bahren. Eine
grosse Anzahl von Sanitätern war versammelt, Ärzte
und Damen vom Roten Kreuz. Das Ausladen ging recht
flott, im Handumdrehen waren die Rampen voll von
Verwundeten. Die Damen reichten Kaffee und Zigaretten,
brachten Decken und Kissen und fragten nach Wünschen.
Es war schön das Bewusstsein zu haben, diese hier alle
danken den Kriegern für ihre Opfer. Auch ich befand
mich bald auf der Rampe - wurde dann weiter getragen,
und in einen Strassenbahnwagen geladen. Alles ging
flott mit ausserordenlicher Behutsamkeit, kein Stoss
war zu spüren. Neugierige waren genug da. Einer
Gruppe von Frauen traten Tränen in die Augen als
sie zusahen, wie wir verladen wurden. Durch einigen
Strassen hindurch fuhren wir nach dem
Reserveazarett 1. Concordia.
Freundliche Schwestern empfingen uns, wiesen uns
Betten an, fragten nach Wünschen. Immer noch nicht
hatten wir Gelegenheit gehabt uns gründlich zu waschen.
Am Nachmittag konnte ich baden. Kameraden halfen,
da ich ja in meinen Bewegungen behindert war. Das
S. 184
linke Bein konnte ich garnicht gebrauchen, es schmerzte recht.
Dann wurde ich von der Schwester - Elisabeth - verbunden
und kam wieder ins Bett. Wenige Tage später, wechselten
die Schwestern mit der Einteilung und ich kam in die
fürsorgliche Pflege der netten Schwester Johanna Parduhn.
Dann kam der Arzt, untersuchte meine Wunden mit einer
Sonde, ordnete Tamponierung der Oberschenkelwunde an.
In das daumengrosse Loch wurde ein Gazestreifen
hineingestopft um den Eiter aufzusaugen - die
Operations-Schnittwunde im Schenkelinnen verheilte bald. - Die Rückenwunde
wurde mit Höllenstein gebeitzt was auch recht angenehm
war. Das Tamponieren geschah jeden morgen und kostete
viel Überwundung, ich habe so manches Mal dabei die
Kissen zerbissen, tat aber der Wunde gut, die Heilung ging
recht rasch. Am Meisten bzw. auch am Längsten bereitete
die Wunde über der Ferse Schwierigkeiten, diese war grösser
geworden und heilte erst nach Monaten, als ich schon Zivil
trug, völlig zu. Vorläufig konnte ich an Laufen garnicht
denken, zur Stütze des Beines bekam ich einen
Sandsack ins Bett, so lag ich wochenlang auf der rechten
Seite.
Gleich in den ersten Tagen bekam ich einen leichten
Grippe Anfalls - der nach zwei Tagen behoben war. Kurz
vor meiner Verlegung - ich hatte sofort einen Antrag gestellt -
hatte ich einen weiteren recht kräftigen Anfall. Tagelang
-
S. 183
unweit eines Waldes. Wir seien in Bromberg hiess es. Um
9.00 wurde der Zug vor die Rampen geholt. Wir waren
104 Stunden unterwegs gewesen und hatten etwa 1000
Kilometer zurückgelegt - quer durch Deutschland. Auf dem
Rampen standen in Reih und Glied die Bahnen. Eine
grosse Anzahl von Sanitätern war versammelt, Ärzte
und Damen vom Roten Kreuz. Das Ausladen ging recht
flott, im Handumdrehen waren die Rampen voll von
Verwundeten. Die Damen reichten Kaffee und Zigaretten,
brachten Decken und Kissen und fragten nach Wünschen.
Es war schön das Bewusstsein zu haben, diese hier alle
danken den Kriegern für ihre Opfer. Auch ich befand
mich bald auf der Rampe - wurde dann weiter getragen,
und in einen Strassenbahnwagen geladen. Alles ging
flott mit ausserordenlicher Behutsamkeit, kein Stoss
war zu spüren. Neugierige waren gengu da. Einer
Gruppe von Frauen traten Tränen in die Augen als
sie zusahen, wie wir verladen wurden. Durch einigen
Strassen hindurch fuhren wir nach dem
Reserveazarett 1. Concordia.
Freundliche Schwestern empfingen uns, wiessen uns
Bette an, fragten nach Wünschen. Immer noch nicht
hatten wir Gelegenheit gehabt uns gründlich zu waschen.
Am Nachmittag konnte ich baden. Kameraden halfen,
da ich ja in meinen Bewegungen behindert war. Das
S. 184
linke Bein konnte ich garnicht gebrauchen, es schmerzte recht.
Dann wurde ich von der Schwester - Elisabeth - verbunden
und kam wieder ins Bett. Wenige Tage später, wechselten
die Schwestern mit der Einteilung ich kam in die
fürsorglich Pflege der netten Schwester Johanna Parduhn.
Dann kam der Arzt, untersuchte meine Wunden mit einer
Soonde, ordnete Tamponierung der Oberschenkelwunde an.
INndas Daumengrosse Loch wurde ein Gazestreifen
hineingestopft um das Eiter aufzusaugen - die
Operations-Schnittwunde im Schenkelinnen verheilte bald. - Die Rückenwunde
wurde mit Höllenstein gebutzt was auch recht angenehm
war. Das Tamponieren geschah jeden morgen und kostete
viel Überwundung, ich habe so manches Mal dabei die
Kissen zerbissen, tat aber der Wunde gut, die Heilung ging
recht rasch. Am Meisten bezw. auch am Längsten bereitete
die Wunde über der Ferse Schwierigkeiten, diese war grösser
geworden und heilte erst nach Monaten, als ich schon Zivil
trug, völlig zu. Vorläufig konnte ich an Laufen garnicht
denken, zur Stütze des Beines bekam ich einen
Sandsack ins Bett, so lag ich wochenlang auf der rechten
Seite.
Gleich in den ersten Tagen bekam ich einen leichten
Grippe Anfalls - der nach zwei Tagen behoben war. Kurz
vor meiner Verlgeung - ich hatte sofort einen Antrag gestellt -
hatte ich einen weiteren recht kräftigen Anfall. Tagelang
-
S. 183
unweit eines Waldes. Wir seien in Bromberg hiess es. Um
9.00 wurde der Zug vor die Rampen geholt. Wir waren
104 Stunden unterwegs gewesen und hatten etwa 1000
Kilometer zurückgelegt - quer durch Deutschland. Auf dem
Rampen standen in Reih und Glied die Bahnen. Eine
grosse Anzahl von Sanitätern war versammelt, Ärzte
und Damen vom Roten Kreuz. Das Ausladen ging recht
flott, im Handumdrehen waren die Rampen voll von
Verwundeten. Die Damen reichten Kaffee und Zigaretten,
brachten Decken und Kissen und fragten nach Wünschen.
Es war schön das Bewusstsein zu haben, diese hier alle
danken den Kriegern für ihre Opfer. Auch ich befand
mich bald auf der Rampe - wurde dann weiter getragen,
und in einen Strassenbahnwagen geladen. Alles ging
flott mit ausserordenlicher Behutsamkeit, kein Stoss
war zu spüren. Neugierige waren gengu da. Einer
Gruppe von Frauen traten Tränen in die Augen als
sie zusahen, wie wir verladen wurden. Durch einigen
Strassen hindurch fuhren wir nach dem
Reserveazarett 1. Concordia.
Freundliche Schwestern empfingen uns, wiessen uns
Bette an, fragten nach Wünschen. Immer noch nicht
hatten wir Gelegenheit gehabt uns gründlich zu waschen.
Am Nachmittag konnte ich baden. Kameraden halfen,
da ich ja in meinen Bewegungen behindert war. Das
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Bromberg
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- 15873 / 169071
- Contributor
- Heike Knothe
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