Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 2, item 42
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S. 52
nicht geschossen, so taten wir gleiches, wohl 50 Mann umringte
wohl die Absturzstelle, und boten gerade für unser M.G. ein gutes
Ziel, dennoch übten wir Nachsicht. Das Dorf Gavrelle, dessen
Ruinen vor uns lagen musste also eine starke engl. Besatzung
haben. - Am gleichen Abend ging Oberleutnant von
Blankenburg die Stellung ab. Obgleich es noch reichlich hell war (cr. 9.00)
lief er auf Deckung in Begleitung des Leutnants Stölting und
suchte die M.Gs., da wir das Unsrige noch nicht auf Deckung hatten,
liessen wir ihn vorbeigehen, um dann das M.G. schussbereit
zu machen, kaum 50 Schritt hinter uns wendete er, da er schon
beim Nachbarregiment war, und rief nach uns, worauf wir
laut meldeten: "Donnerwetter" sagte er "hab ich Euch gar nicht
gesehen?" Hätte er gewusst, dass wir erst hinter ihm das M.G.
schussbereit gemacht hätten, so wäre er als leibhaftiger Teufel zwischen
uns gefahren. Leutnant Stölting ein schon älterer
Reserveoffizier hatte sich schon an der Somme ausgezeichnet, und sich
vor wenigen Tagen (28.IV) hier bei Arras das EK I geholt.
Er war ein äusserst strammer und liebenswürdiger Führer, der
selbst Patronen beim Sturm geschleppt hatte, leider ist er bei
Wyschote 4 Wochen später, ebenfalls in erster Linie, als er
wiederrum persönlich ausgefallene Mannschaften ersetzte, gefallen.
Am gleichen Tage, wäre es auch mir beinahe schlimm
ergangen. Beim Nachbargewehr hatte ich durch Schütze Ziege erfahren,
dass vor unserem Gewehr in einem Loch noch lebende Engländer
scheinbar verwundet liegen sollten, um von unserem Stande
besser sehen zu können holte ich mir, nach erfolglosen Versuch, das
Glas und als U[n]terlage Patronenkästen. Mein Gewehrführer beobachtete
S. 53
mit, kaum aber waren wir wenige Sekunden, mit dem
Oberkörper über Deckung aufgetaucht, als die Geschossgarbe eines
engl. M.Gs. wenige Schritte direckt vor uns einschlug, natürlich
verschwanden wir im Nu, und hüteten uns vor nochmaliger
Unachtsamkeit, die uns leicht das Leben hätte kosten können.
Der Engländer passte also genau auf! - Tatsächlich holte in
der Nacht eine Patrouille noch zwei unverwundete Engländer
und ein Lewisgewehr aus dem Zwischengelände, diese hatten
also noch zwei Tage und Nächte zwischen unserer Vorstellung und
ersten Linie gelegen. - Um Mitternacht brachten mir die
Essenholer einen Einschreibbrief von daheim mit 50 Mark, sonst
musste man diese immer persönlich von Schreibstube holen,
diesmal erhielt ich ihn in den Graben, mit soviel Geld wusste
ich hier vorn natürlich nichts anzufangen, umso lieber aber
erfreuten mich Augenblicklich die lieben Zeilen.
In der gleichen Nacht wurden nun auch endlich die
gefallenen Engländer gesammelt, 23 Mann, welche noch
in kurzem Unkreis um unseren M.G.Stand lagen, sie
wurden hinter dem Graben beerdigt, dabei war auch der
inzwischen verstorbene Schwerverwundete, welcher mich beim
Gang durch den Graben vor 2 Tagen um Wasser gebeten hatte.
Als er schon verstorben war, nahm ich mir seine Wickel-Gamaschen an
mich, in der Tache trug er ein Bild seiner Frau und eines Kindes.
Als ich später wieder durch den Graben kam, hatte man ihm
schon die Stiefel ausgezogen. - Während nun auch die Engländer
beerdigt waren, lagen die Gefallenen 2 Kameraden unser M.G.K.
immer noch im Graben. Die Komp. schickte erst in folgender
-
S. 52
nicht geschossen, so taten wir gleiches, wohl 50 Mann umringte
wohl die Absturzstelle, und boten gerade für unser M.G. ein gutes
Ziel, dennoch übten wir Nachsicht. Das Dorf Gavrelle, dessen
Ruinen vor uns lagen musste also eine starke engl. Besatzung
haben. - Am gleichen Abend ging Oberleutnant von
Blankenburg die Stellung ab. Obgleich es noch reichlich hell war (cr. 9.00)
lief er auf Deckung in Begleitung des Leutnants Stölting und
suchte die M.Gs., da wir das Unsrige noch nicht auf Deckung hatten,
liessen wir ihn vorbeigehen, um dann das M.G. schussbereit
zu machen, kaum 50 Schritt hinter uns wendete er, da er schon
beim Nachbarregiment war, und rief nach uns, worauf wir
laut medeten: "Donnerwetter" sagte er "hab ich Euch gar nicht
gesehen?" Hätte er gewusst, dass wir erst hinter ihm das M.G.
schussbereit gemacht hätten, so wäre er als leibhaftiger Teufel zwischen
uns gefahren. Leutnant Stölting ein schon älterer
Reserveoffizier hatte sich schon an der Somme ausgezeichnet, und sich
vor wenigen Tagen (28.IV) hier bei Arras das EK I geholt.
Er war ein äusserst strammer und liebenswürdiger Führer, der
selbst Patronen beim Sturmee geschleppt hatte, leider ist er bei
Wyschote 4 Wochen später, ebenfalls in erster Linie, als er
wiederrum persönlich ausgefallene Mannschaften ersetzte, gefallen.
Am gleichen Tage, wäre es auch nur beinahe schlimm
ergangen. Beim Nachbargewehr hatte ich durch Schütze Ziege erfahren,
dass vor unserem Gewehr in einem Loch noch lebende Engländer
scheinbar verwundet liegen sollten, um von unserem Stande
besser sehen zu können holte ich mir, nach erfolglosen Versuch, das
Glas und als U[n]terlage Patronenkästen. Mein Gewehrführer beobachtete
S. 53
mit, kaum aber waren wir wenige Sekunden, mit den
Oberkörper über Deckung aufgetaucht, als die Geschossgarbe eines
engl. M.Gs. wenige Schritte direckt vor uns einschlug, natürlich
verschwanden wir im Nu, und hüteten uns vor nochmaliger
Unachtsamkeit, die uns leicht das Leben hätte kosten können.
Der Engländer passte also genau auf! - Tatsächlich holte in
der Nacht eine Patrouille noch zwei unverwundete Engländer
und ein Lewisgewehr aus dem Zwischengelände, diese hatten
also noch zwei Tage und Nächte zwischen unserer Vorstellung und
ersten Linie gelegen. - Um Mitternacht brachten mir die
Essenholer einen Einschreibbrief von daheim mit 50 Mark, sonst
musste man diese immer persönlich von Schreibstube holen,
diesmal erhielt ich ihn in den Graben, mit soviel Geld wusste
ich hier vorn natürlich nichts anzufangen, umso lieber aber
erfreuten mich Augenblicklich die lieben Zeilen.
In der gleichen Nacht wurden nun auch endlich die
gefallenen Engländer gesammelt, 23 Mann, welche noch
in kurzem Unkreis um unseren M.G.Stand lagen, sie
wurden hinter dem Graben beerdigt, dabei war auch der
inzwischen verstorbene Schwerverwundete, welcher mich beim
Gang durch den Graben vor 2 Tagen um Wasser gebeten hatte.
Als er schon verstorben war, nahm ich mir seine Wickel-Gamaschen an
mich, in der Tache trug er ein Bild seiner Frau und eines Kindes.
Als ich später wieder durch den Graben kam, hatte man ihm
schon die Stiefel ausgezogen. - Während nun auch die Engländer
beerdigt waren, lagen die Gefallenen 2 Kameraden unser M.G.K.
immer noch im Graben. Die Komp. schickte erst in folgender
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S. 52
nicht geschossen, so taten wir gleiches, wohl 50 Mann umringtn
wohl die Absturzstelle, und boten gerade für unser M.G. ein gutes
Ziel, dennoch übten wir Nachsicht. das Dorf Gavrelle, dessen
Ruinen vor uns liegen musste also eine starke engl. Besatzung
haben. - Am gleichen Abend ging Oberleutnant von
Blankenburg die Stellung ab. Obgleich es noch reichlich hell war (cr. 9.00)
lief er auf Deckung in Begleitung des Leutnants Stölting und
suchte die M.Gs., da wir das Unsrige noch nicht auf Dekung hatten,
liessen wir ihn vorbeigehen, um dann das M.G. schussbereit
zu machen, kaum 50 Schritt hinter uns wendete er, da er schon
beim Nachbarregiment war, und rief nach uns, worauf wir
laut medeten: "Donnerwetter" sagte er "hab ich Euch gar nicht
gesehen?" Hätte er gewusst, dass wir erst hinter ihm das M.G.
schussbereit gemacht hätten, so wäre er als leibhaftiger Teufel zwischen
uns gefahren. Leutnant Stölding ein schon älterer
Reserveoffizier hatte sich schon an der Somme ausgezeichnet, und sich
vor wenigen Tagen (28.IV) hier bei Arras das EK I geholt.
Er war ein äusserst strammer und liebenswürdiger Führer, der
selbst Patronen beim Gleisse geschleppt hatte, leider ist er bei
Wegsdacte 4 Wochen später, ebenfalls in erster Linie, als er
wiederrum persönlich ausgefallene Mannschaften ersetze, gefallen.
Am gleichen Tage, wäre es auch nur beinahe schlimm
ergangen. Beim Nachbargewehr hatte ich durch Schütze Ziege erfahren,
dass vor unserem Gewehr in einem Loch noch lebende Engländer
scheinbar verwundet liegen sollten, um von unserem Stande
besser sehen zu können holte ich mir, nach erfolglosen Versuch, das
Glas und als U[n]terlage Patronenkästen. Mein Gewehrführer beobachtete
S. 53
mit, kaum aber waren wir wenige Sekunden, mit den
Oberkörper über Deckung aufgetaucht, als die Geschossgarbe eines
engl. M.Gs. wenige Schritte direckt vor uns einschlug, natürlich
verschwanden wir im Nu, und hüteten uns vor nochmaliger
Unachtsamkeit, die uns leicht das Leben hätte kosten können.
Der Engländer passte also genau auf! - Tatsächlich holte in
der Nacht eine Patrouille noch zwei unverwundete Engländer
und ein Lewisgewehr aus dem Zwischengelände, diese hatten
also noch zwei Tage und Nächte zwischen unserer Vorstellung und
ersten Linie gelegen. - Um Mitternacht brachten mir die
Essenholer einen Einschreibbrief von daheim mit 50 Mark, sonst
musste man diese immer persönlich von Schreibstube holen,
diesmal erhielt ich ih in den Graben, mit soviel Geld wusste
ich hier vorn natürlich nichts anzufangen, umso lieber aber
erfreuten mich Augenblicklich die lieben Zeilen.
In der gleichen Nacht wurden nun auch endlich die
gefallenen Engländer gesammelt, 23 Mann, welche noch
in kurzem Unkreis um unseren M.G.Stand lagen, sie
wurden hinter dem Graben beerdigt, dabei war auch der
inzwischen verstorbene Schwerverwundete, welcher mich beim
Gang durch den Graben vor 2 Tagen im Wasser gebeten hatte.
Als er schon verstorben war, nahm ich mir seine Wickel-Gamaschen an
mich, in der Tache trug er ein Bild seiner Frau und eines Kindes.
Alsich später wieder durch den Graben kam, hatte man ihm
schon die Stiefel ausgezogen. - Während nun auch die Engländer
beerdigt waren, lagen die Gefallenen 2 Kameraden unser M.G.K.
immer noch im Graben. Die Komp. schickte erst in folgender
-
S. 52
nicht geschossen, so taten wir gleiches, wohl 50 Mann umringtn
wohl die Absturzstelle, und boten gerade für unser M.G. ein gutes
Ziel, dennoch übten wir Nachsicht. das Dorf Gavrelle, dessen
Ruinen vor uns liegen musste also eine starke engl. Besatzung
haben. - Am gleichen Abend ging Oberleutnant von
Blankenburg die Stellung ab. Obgleich es noch reichlich hell war (cr. 9.00)
lief er auf Deckung in Begleitung des Leutnants Stölting und
suchte die M.Gs., da wir das Unsrige noch nicht auf Dekung hatten,
liessen wir ihn vorbeigehen, um dann das M.G. schussbereit
zu machen, kaum 50 Schritt hinter uns wendete er, da er schon
beim Nachbarregiment war, und rief nach uns, worauf wir
laut medeten: "Donnerwetter" sagte er "hab ich Euch gar nicht
gesehen?" Hätte er gewusst, dass wir erst hinter ihm das M.G.
schussbereit gemacht hätten, so wäre er als leibhaftiger Teufel zwischen
uns gefahren. Leutnant Stölding ein schon älterer
Reserveoffizier hatte sich schon an der Somme ausgezeichnet, und sich
vor wenigen Tagem (28.IV) hier bei Arras das EK I geholt.
Er war ein äusserst strammer und liebenswürdiger Führer, der
selbst Patronen beim Gleisse geschleppt hatte, leder ist er bei
Wegsdacte 4 Wochen später, ebenfalls in erster Linie, als er
wiederrum persönlich ausgefallene Mannschaften ersetze, gefallen.
Am gleichen Tage, wäre es auch nur beinahe schlimm
ergangen. Beim Nachbargewehr hatte ich durch Schütze Ziege erfahren,
dass vor unserem Gewehr in einem Loch noch lebende Engländer
scheinbar verwundet liegen sollten, um von unserem Stande
besser sehen zu können holte ich mir, nach erfolglosen Versuch, das
Glas und als U[n]terlage Patronenkästen. Mein Gewehrführer beobachtete
S. 53
mit, kaum aber waren wir wenige Sekunden, mit den
Oberkörper über Deckung aufgetaucht, als die Geschossgarbe eines
engl. M.Gs. wenige Schritte direckt vor uns einschlug, natürlich
verschwanden wir im Nu, und hüteten uns vor nochmaliger
Unachtsamkeit, die uns leicht das Leben hätte kosten können.
Der Engländer passte also genau auf! - Tatsächlich holte in
der Nacht eine Patrouille noch zwei unverwundete Engländer
und ein Lewisgewehr aus dem Zwischengelände, diese hatten
also noch zwei Tage und Nächte zwischen unserer Vorstellung und
ersten Linie gelegen. - Um Mitternacht brachten mir die
Essenholer einen Einschreibbrief von daheim mit 50 Mark, sonst
musste man diese immer persönlich von Schreibstube holen,
diesmal erhielt ich ih in den Graben, mit soviel Geld wusste
ich hier vorn natürlich nichts anzufangen, umso lieber aber
erfreuten mich Augenblicklich die lieben Zeilen.
In der gleichen Nacht wurden nun auch endlich die
gefallenen Engländer gesammelt, 23 Mann, welche noch
in kurzem Unkreis um unseren M.G.Stand lagen, sie
wurden hinter dem Graben beerdigt, dabei war auch der
inzwischen verstorbene Schwerverwundete, welcher mich beim
Gang durch den Graben vor 2 Tagen im Wasser gebeten hatte.
Als er schon verstorben war, nahm ich mir seine Wickel-Gamaschen an
mich, in der Tache trug er ein Bild seiner Frau und eines Kindes.
Alsich später wieder durch den Graben kam, hatte man ihm
schon die Stiefel ausgezogen. - Während nun auch die Engländer
beerdigt waren, lagen die Gefallenen 2 Kameraden unser M.G.K.
immer noch im Graben. Die Komp. schickte erst in folgender
-
S. 52
nicht geschossen, so taten wir gleiches, wohl 50 Mann umringtn
wohl die Absturzstelle, und boten gerade für unser M.G. ein gutes
Ziel, dennoch übten wir Nachsicht. das Dorf Gavrelle, dessen
Ruinen vor uns lagen musste also eine starke engl. Besatzung
haben. - Am gleichen Abdn ging Oberleutnant von
Blankenburg die Stellung ab. Obgleich es noch reichlich hell war (cr. 9.00)
lief er auf Deckung in Begleitung des Leutnants Stölting und
suchte die M.Gs., da wir das Unsrige noch nicht auf Dekung hatten,
liessen wir ihn vorbeigehen, um dann das M.G. schussbereit
zu machen, kaum 50 Schritt hinter uns wendete er, da er schon
beim Nachbarregiment war, und rief nach uns, worauf wir
laut medeten: "Donnerwetter" sagte er "hab ich Euch gar nicht
gesehen?" Hätte er gewusst, dass erst hinte rihm das M.G.
schussbereit gemacht hätten, so wäre er als leibhaftiger Teufel zwischen
uns gefahren. Leutnant Stölding ein schon älterer
Reserveoffizier hatte sich schon an der Somme ausgezeichnet, und sich
vor wenigen Tagem (28.IV) hier bei Arras das EK I geholt.
Er war ein äusserst strammer und liebenswürdiger Führer, der
selbst Patronen beim Gleisse geschleppt hatte, leder ist er bei
Wegsdacte 4 Wochen später, ebenfalls in erster Linie, als er
wiederrum persönlich ausgefallene Mannschaften ersetze, gefallen.
Am gleichen Tage, wäre es auch nur beinahe schlimm
ergangen. Beim Nachbargewehr hatte ich durch Schütze Ziege erfahren,
dass vor unserem Gewehr in einem Loch noch lebende Engländer
scheinbar verwundet liegen sollten, um von unserem Stande
besser sehen zu können holte ich mir, nach erfolglosen Versuch, das
Glas und als U[n]terlage Patronenkästen. Mein Gewehrführer beobachtete
S. 53
mit, kaum aber waren wir wenige Sekunden, mit den
Oberkörper über Deckung aufgetaucht, als die Geschossgarbe eines
engl. M.Gs. wenige Schritte direckt vor uns einschlug, natürlich
verschwanden wir im Nu, und hüteten uns vor nochmaliger
Unachtsamkeit, die uns leicht das Leben hätte kosten können.
Der Engländer passte also genau auf! - Tatsächlich holte in
der Nacht eine Patrouille noch zwei unverwundete Engländer
und ein Lewisgewehr aus dem Zwischengelände, diese hatten
also noch zwei Tage und Nächte zwischen unserer Vorstellung und
ersten Linie gelegen. - Um Mitternacht brachten mir die
Essenholer einen Einschreibbrief von daheim mit 50 Mark, sonst
musste man diese immer persönlich von Schreibstube holen,
diesmal erhielt ich ih in den Graben, mit soviel Geld wusste
ich hier vorn natürlich nichts anzufangen, umso lieber aber
erfreuten mich Augenblicklich die lieben Zeilen.
In der gleichen Nacht wurden nun auch endlich die
gefallenen Engländer gesammelt, 23 Mann, welche noch
in kurzem Unkreis um unseren M.G.Stand lagen, sie
wurden hinter dem Graben beerdigt, dabei war auch der
inzwischen verstorbene Schwerverwundete, welcher mich beim
Gang durch den Graben vor 2 Tagen im Wasser gebeten hatte.
Als er schon verstorben war, nahm ich mir seine Wickel-Gamaschen an
mich, in der Tache trug er ein Bild seiner Frau und eines Kindes.
Alsich später wieder durch den Graben kam, hatte man ihm
schon die Stiefel ausgezogen. - Während nun auch die Engländer
beerdigt waren, lagen die Gefallenen 2 Kameraden unser M.G.K.
immer noch im Graben. Die Komp. schickte erst in folgender
-
S. 52
nicht geschossen, so taten wir gleiches, wohl 50 Mann umringtn
wohl die Absturzstelle, und boten gerade für unser M.G. ein gutes
Ziel, dennoch übten wir Nachsicht. das Dorf Gavrelle, dessen
Ruinen vor uns lagen musste also eine starke engl. Besatzung
haben. - Am gleichen Abdn ging Oberleutnant von
Blankenburg die Stellung ab. Obgleich es noch reichlich hell war (cr. 9.00)
lief er auf Deckung in Begleitung des Leutnants Stölting und
suchte die M.Gs., da wir das Unsrige noch nicht auf Dekung hatten,
liessen wir ihn vorbeigehen, um dann das M.G. schussbereit
zu machen, kaum 50 Schritt hinter uns wendete er, da er schon
beim Nachbarregiment war, und rief nach uns, worauf wir
laut medeten: "Donnerwetter" sagte er "hab ich Euch gar nicht
gesehen?" Hätte er gewusst, dass erst hinte rihm das M.G.
schussbereit gemacht hätten, so wäre er als leibhaftiger Teufel zwischen
uns gefahren. Leutnant Stölding ein schon älterer
Reserveoffizier hatte sich schon an der Somme ausgezeichnet, und sich
vor wenigen Tagem (28.IV) hier bei Arras das EK I geholt.
Er war ein äusserst strammer und liebenswürdiger Führer, der
selbst Patronen beim Gleisse geschleppt hatte, leder ist er bei
Wegsdacte 4 Wochen später, ebenfalls in erster Linie, als er
wiederrum persönlich ausgefallene Mannschaften ersetze, gefallen.
Am gleichen Tage, wäre es auch nur beinahe schlimm
ergangen. Beim Nachbargewehr hatte ich durch Schütze Ziege erfahren,
dass vor unserem Gewehr in einem Loch noch lebende Engländer
scheinbar verwundet liegen sollten, um von unserem Stande
besser sehen zu können holte ich mir, nach erfolglosen Versuch, das
Glas und als U[n]terlage Patronenkästen. Mein Gewehrführer beobachtete
S. 53
mit, kaum aber waren wir wenige Sekunden, mit den
Oberkörper über Deckung aufgetaucht, als die Geschossgarbe eines
engl. M.Gs. wenige Schritte direckt vor uns einschlug, natürlich
verschwanden wir im Nu, und hüteten uns vor nochmaliger
Unachtsamkeit, die uns leicht das Leben hätte kosten können.
Der Engländer passte also genau auf! - Tatsächlich holte in
der Nacht eine Patrouille noch zwei unverwundete Engländer
und ein Lewisgewehr aus dem Zwischengelände, diese hatten
also noch zwei Tage und Nächte zwischen unserer Vorstellung und
ersten Linie gelegen. - Um Mitternacht brachten mir die
Essenholer einen Einschreibbrief von daheim mit 50 Mark, sonst
musste man diese immer persönlich von Schreibstube holen,
diesmal erhielt ich ih in den Graben, mit soviel Geld wusste
ich hier vorn natürlich nichts anzufangen, umso lieber aber
erfreuten mich Augenblicklich die lieben Zeilen.
In der gleichen Nacht wurden nun auch endlich die
gefallenen Engländer gesammelt, 23 Mann, welche noch
in kurzem Unkreis um unseren M.G.Stand lagen, sie
wurden hinter dem Graben beerdigt, dabei war auch der
inzwischen verstorbene Schwerverwundete, welcher mich beim
Gang durch den Graben vor 2 Tagen im Wasser gebeten hatte.
Als er schon verstorben war, nahm ich mir seine Wiglel-Gamaschen an
mich, in der Tache trug er ein Bild seiner Frau und eines Kindes.
Alsich später wieder durch den Graben kam, hatte man ihm
schon die Stiefel ausgezogen. - Während nun auch die Engländer
beerdigt waren, lagen die Gefallenen 2 Kameraden unser M.G.K.
immer noch im Graben. Die Komp. schickte erst in folgender
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S. 52
nicht geschossen, so taten wir gleiches, wohl 50 Mann umringtn
wohl die Absturzstelle, und boten gerade für unser M.G. ein gutes
Ziel, dennoch übten wir Nachsicht. das Dorf Gavrelle, dessen
Ruinen vor uns lagen musste also eine starke engl. Besatzung
haben. - Am gleichen Abdn ging Oberleutnant von
Blankenburg die Stellung ab. Obgleich es noch reichlich hell war (cr. 9.00)
lief er auf Deckung in Begleitung des Leutnants Stölting und
suchte die M.Gs., da wir das Unsrige noch nicht auf Dekung hatten,
liessen wir ihn vorbeigehen, um dann das M.G. schussbereit
zu machen, kaum 50 Schritt hinter uns wendete er, da er schon
beim Nachbarregiment war, und rief nach uns, worauf wir
laut medeten: "Donnerwetter" sagte er "hab ich Euch gar nicht
gesehen?" Hätte er gewusst, dass erst hinte rihm das M.G.
schussbereit gemacht hätten, so wäre er als leibhaftiger Teufel zwischen
uns gefahren. Leutnant Stölding ein schon älterer
Reserveoffizier hatte sich schon an der Somme ausgezeichnet, und sich
vor wenigen Tagem (28.IV) hier bei Arras das EK I geholt.
Er war ein äusserst strammer und liebenswürdiger Führer, der
selbst Patronen beim Gleisse geschleppt hatte, leder ist er bei
Wegsdacte 4 Wochen später, ebenfalls in erster Linie, als er
wiederrum persönlich ausgefallene Mannschaften ersetze, gefallen.
Am gleichen Tage, wäre es auch nur beinahe schlimm
ergangen. Beim Nachbargewehr hatte ich durch Schütze Ziege erfahren,
dass vor unserem Gewehr in einem Loch noch lebende Engländer
scheinbar verwundet liegen sollten, um von unserem Stande
besser sehen zu können holte ich mir, nach erfolglosen Versuch, das
Glas und als U[n]terlage Patronenkästen. Mein Gewehrführer beobachtete
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Schlacht von Arras
Location(s)
Story location Schlacht von Arras
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- 15872 / 168836
- Contributor
- Heike Knothe
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- Western Front
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- Tanks and Armoured Fighting Vehicles
- Trench Life

























































































































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