Kriegstagebuch mit handgefertigten Zeichnungen von Rudolf Kämmerer, SM Hilfskreuzer "Berlin", item 35

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                  Montag: 14. 9. 14.

           Immer noch dasselbe. "Klar zum
abrücken". Gegen abend mußten wir
unsere Kleidersäcke zum Bahnhof fahren.
Alles so heimlich wie möglich.

                   Dienstag: 15. 9. 14.

          12.30 marschierten wir von unsere
Kaserne zur Werft Kaserne wo wir
das Maschinenpersonal abholten und
größter Ruhe vollzog sich unser Gang
zum Bahnhof. 2.00 ging unser Zug, aber wo
hin? In Delmenhorst wurden wir früh
morgens 6.00 sehr gut mit Liebesgaben
beschenkt. Endlich in Bremen erfuhr vom
Zugführer das unser Zug nach Bremer"
haven kommt. Hier 12.30 mittag angekommen
und richtig vor unsere alte "Berlin"
bleibt der Zug stehen. In der Kantine des
N.D.L. bekamen wir Mittagsessen. Nach"
mittag 3.00 Uhr gingen sämtliche Zivil"
personen vom Bord und wir an Bord.

Ein jeder bekam eine Totenmarke. Ich erhielt
die Nr. "  " Wie sah die "Berlin" aus. Im
Hauptdeck auf beiden Seiten langen von

unsern bis zum Heck starken Eisenschienen.
Am Heck befanden sich zwei große
2.50 mtr. hohe und 1,50 mtr. breite Löcher, welche
durch Türen verdeckt waren. Jetzt
erfuhren wir das wir Minenlegen (en gro)
gehen sollen. Auch das Minenpersonal,
welches im Laufe des Tages kam, erzählte
von einer großen Anzahl. Das war
den Meisten von uns nicht recht, denn
ihr Untergang lag doch klar vor Augen.
Selbst abends im Straßbahnwaggen kam
ich mit einem Herrn auf die "Berlin"
zu sprechen. Als ich ihm erzählte, daß ich

selbst drauf wäre, hat er sein bedauern
ausgedrückt: das, das Schiff, weder noch
ein Mann, zurück kehren würde.
Das sind ja schöne Verheißungen. Nur
eine Hoffnung habe wir, daß wir zum 


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                  Montag: 14. 9. 14.

           Immer noch dasselbe. "Klar zum
abrücken". Gegen abend mußten wir
unsere Kleidersäcke zum Bahnhof fahren.
Alles so heimlich wie möglich.

                   Dienstag: 15. 9. 14.

          12.30 marschierten wir von unsere
Kaserne zur Werft Kaserne wo wir
das Maschinenpersonal abholten und
größter Ruhe vollzog sich unser Gang
zum Bahnhof. 2.00 ging unser Zug, aber wo
hin? In Delmenhorst wurden wir früh
morgens 6.00 sehr gut mit Liebesgaben
beschenkt. Endlich in Bremen erfuhr vom
Zugführer das unser Zug nach Bremer"
haven kommt. Hier 12.30 mittag angekommen
und richtig vor unsere alte "Berlin"
bleibt der Zug stehen. In der Kantine des
N.D.L. bekamen wir Mittagsessen. Nach"
mittag 3.00 Uhr gingen sämtliche Zivil"
personen vom Bord und wir an Bord.

Ein jeder bekam eine Totenmarke. Ich erhielt
die Nr. "  " Wie sah die "Berlin" aus. Im
Hauptdeck auf beiden Seiten langen von

unsern bis zum Heck starken Eisenschienen.
Am Heck befanden sich zwei große
2.50 mtr. hohe und 1,50 mtr. breite Löcher, welche
durch Türen verdeckt waren. Jetzt
erfuhren wir das wir Minenlegen (en gro)
gehen sollen. Auch das Minenpersonal,
welches im Laufe des Tages kam, erzählte
von einer großen Anzahl. Das war
den Meisten von uns nicht recht, denn
ihr Untergang lag doch klar vor Augen.
Selbst abends im Straßbahnwaggen kam
ich mit einem Herrn auf die "Berlin"
zu sprechen. Als ich ihm erzählte, daß ich

selbst drauf wäre, hat er sein bedauern
ausgedrückt: das, das Schiff, weder noch
ein Mann, zurück kehren würde.
Das sind ja schöne Verheißungen. Nur
eine Hoffnung habe wir, daß wir zum 



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  • March 13, 2017 20:48:08 Rolf Kranz

                      Montag: 14. 9. 14.

               Immer noch dasselbe. "Klar zum
    abrücken". Gegen abend mußten wir
    unsere Kleidersäcke zum Bahnhof fahren.
    Alles so heimlich wie möglich.

                       Dienstag: 15. 9. 14.

              12.30 marschierten wir von unsere
    Kaserne zur Werft Kaserne wo wir
    das Maschinenpersonal abholten und
    größter Ruhe vollzog sich unser Gang
    zum Bahnhof. 2.00 ging unser Zug, aber wo
    hin? In Delmenhorst wurden wir früh
    morgens 6.00 sehr gut mit Liebesgaben
    beschenkt. Endlich in Bremen erfuhr vom
    Zugführer das unser Zug nach Bremer"
    haven kommt. Hier 12.30 mittag angekommen
    und richtig vor unsere alte "Berlin"
    bleibt der Zug stehen. In der Kantine des
    N.D.L. bekamen wir Mittagsessen. Nach"
    mittag 3.00 Uhr gingen sämtliche Zivil"
    personen vom Bord und wir an Bord.

    Ein jeder bekam eine Totenmarke. Ich erhielt
    die Nr. "  " Wie sah die "Berlin" aus. Im
    Hauptdeck auf beiden Seiten langen von

    unsern bis zum Heck starken Eisenschienen.
    Am Heck befanden sich zwei große
    2.50 mtr. hohe und 1,50 mtr. breite Löcher, welche
    durch Türen verdeckt waren. Jetzt
    erfuhren wir das wir Minenlegen (en gro)
    gehen sollen. Auch das Minenpersonal,
    welches im Laufe des Tages kam, erzählte
    von einer großen Anzahl. Das war
    den Meisten von uns nicht recht, denn
    ihr Untergang lag doch klar vor Augen.
    Selbst abends im Straßbahnwaggen kam
    ich mit einem Herrn auf die "Berlin"
    zu sprechen. Als ich ihm erzählte, daß ich

    selbst drauf wäre, hat er sein bedauern
    ausgedrückt: das, das Schiff, weder noch
    ein Mann, zurück kehren würde.
    Das sind ja schöne Verheißungen. Nur
    eine Hoffnung habe wir, daß wir zum 


  • January 9, 2017 11:49:10 Eva Anna Welles (AUT)

    Montag: 14. 9. 14.

    Immer noch dasselbe. "Klar zum
    abrücken". Gegen abend mußten wir
    unsere Kleidersäcke zum Bahnhof fahren.
    Alles so heimlich wie möglich.

    Dienstag: 15. 9. 14.

    12.30 marschierten wir von unsere
    Kaserne zur Werft Kaserne wo wir
    das Maschinenpersonal abholten und
    größter Ruhe vollzog sich unser Gang
    zum Bahnhof. 2.00 ging unser Zug, aber wo
    hin? In Delmenhorst wurden wir früh
    morgens 6.00 sehr gut mit Liebesgaben
    beschenkt. Endlich in Bremen erfuhr vom
    Zugführer das unser Zug nach Brmer"
    haven kommt. Hier 12.30 mittag angekom"
    men und richtig vor unsere alte "Berlin"
    bleibt der Zug stehen. In der Kantine des
    N.D.L. bekamen wir Mittagsessen. Nach"
    mittag 3.00 Uhr gingen sämtliche Zivil"
    personen vom Bord und wir an Bord.

    Ein jeder bekam eine Totenmarke. Ich erhielt
    die Nr. "  " Wie sah die "Berlin" aus. Im
    Hauptdeck auf beiden Seiten langen von
    unsern .lagen von unten ..  bis zum Heck starken Eisenschienen.
    Am Heck befanden sich zwei große
    2.50 mtr. hohe und 1,50 mtr. breite Löcher, welche
    durch Türen verdeckt waren. Jetzt er"
    fuhren wir das wir Minenlegen (en gro)
    gehen sollen. Auch das Minenpersonal,
    welches im Laufe des Tages kam, erzählte
    von einer großen Anzahl. Das war
    den Meisten von uns (Einfügung: nicht) recht, denn
    ihr Untergang lag doch klar vor Augen.
    Selbst abends im Straßbahnwaggen kam
    ich mit einem Herrn auf die "Berlin"
    zu sprechen. Als ich ihm erzählte, ich daß  .daß ich..
    selbst drauf wäre, hat er sein bedauern
    ausgedrückt: das, das Schiff, weder noch
    ein Mann, zurück kehren würde.
    Das sind ja schöne Verheißungen. g Nur
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Bernd Rossberg
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