Hedwig Nehlsen schreibt ihrem Mann Wilhelm an die Ostfront - 1914, item 34

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Görlitz; den 5.Oktober 14.

Mein geliebter Männe!


Also nach Berlin haben sie dich bugsiert,

das ist ja recht heiter, die reinste Vorspie -

gelung  falscher Tatsachen. Die ganzen Berli-
ner Verwandten genießen den Vorzug

dich Tag für Tag besuchen zu können, während

ich, deine leibhaftige Frau, hier zu Hause

sitzen muß, und  ihr mir alle eine Nase

dreht. Aber ich werde hier a tempo das
Geschäft verkaufen und mich in Berlin 

etablieren, da werde ich aber die ganze

Woche gebrauchen müssen, um zu Fuß die Kund-

schaft zu besuchen. Na, weißt du,  Schatzel, 

das bissel Humor  ist eigentlich augenblick-

lich meine wirkliche Stimmung durchaus

nicht; kannst es mir glauben, daß mir

nicht sehr rosig zu Mut war und noch

ist. Laß dir erzählen. Die Nacht vom

Donnerstag zum Freitag u.[nd] vom Freitag


 linke Seite Rand Schreib mir oft, Schatzel; ich bin immer so froh, wenn

ich Nachricht von dir hab!


 linker Rand oben Wie ists

mit deinen 

Schmerzen?

Wo hast du meine 

Briefe u.[nd] Karten?

Verbrenne sie oder schicke

sie her, oder ich  nehme sie 

mit, damit sie nicht

in anderer

Leute  Hände

kommen.

Laß bitte

nichts rum-

liegen, Schatzel,

ich bitte dich

darum.

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Görlitz; den 5.Oktober 14.

Mein geliebter Männe!


Also nach Berlin haben sie dich bugsiert,

das ist ja recht heiter, die reinste Vorspie -

gelung  falscher Tatsachen. Die ganzen Berli-
ner Verwandten genießen den Vorzug

dich Tag für Tag besuchen zu können, während

ich, deine leibhaftige Frau, hier zu Hause

sitzen muß, und  ihr mir alle eine Nase

dreht. Aber ich werde hier a tempo das
Geschäft verkaufen und mich in Berlin 

etablieren, da werde ich aber die ganze

Woche gebrauchen müssen, um zu Fuß die Kund-

schaft zu besuchen. Na, weißt du,  Schatzel, 

das bissel Humor  ist eigentlich augenblick-

lich meine wirkliche Stimmung durchaus

nicht; kannst es mir glauben, daß mir

nicht sehr rosig zu Mut war und noch

ist. Laß dir erzählen. Die Nacht vom

Donnerstag zum Freitag u.[nd] vom Freitag


 linke Seite Rand Schreib mir oft, Schatzel; ich bin immer so froh, wenn

ich Nachricht von dir hab!


 linker Rand oben Wie ists

mit deinen 

Schmerzen?

Wo hast du meine 

Briefe u.[nd] Karten?

Verbrenne sie oder schicke

sie her, oder ich  nehme sie 

mit, damit sie nicht

in anderer

Leute  Hände

kommen.

Laß bitte

nichts rum-

liegen, Schatzel,

ich bitte dich

darum.


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  • May 18, 2017 13:09:15 Eva Anna Welles (AUT)

    Görlitz; den 5.Oktober 14.

    Mein geliebter Männe!


    Also nach Berlin haben sie dich bugsiert,

    das ist ja recht heiter, die reinste Vorspie -

    gelung  falscher Tatsachen. Die ganzen Berli-
    ner Verwandten genießen den Vorzug

    dich Tag für Tag besuchen zu können, während

    ich, deine leibhaftige Frau, hier zu Hause

    sitzen muß, und  ihr mir alle eine Nase

    dreht. Aber ich werde hier a tempo das
    Geschäft verkaufen und mich in Berlin 

    etablieren, da werde ich aber die ganze

    Woche gebrauchen müssen, um zu Fuß die Kund-

    schaft zu besuchen. Na, weißt du,  Schatzel, 

    das bissel Humor  ist eigentlich augenblick-

    lich meine wirkliche Stimmung durchaus

    nicht; kannst es mir glauben, daß mir

    nicht sehr rosig zu Mut war und noch

    ist. Laß dir erzählen. Die Nacht vom

    Donnerstag zum Freitag u.[nd] vom Freitag


     linke Seite Rand Schreib mir oft, Schatzel; ich bin immer so froh, wenn

    ich Nachricht von dir hab!


     linker Rand oben Wie ists

    mit deinen 

    Schmerzen?

    Wo hast du meine 

    Briefe u.[nd] Karten?

    Verbrenne sie oder schicke

    sie her, oder ich  nehme sie 

    mit, damit sie nicht

    in anderer

    Leute  Hände

    kommen.

    Laß bitte

    nichts rum-

    liegen, Schatzel,

    ich bitte dich

    darum.

  • April 25, 2017 23:07:10 Verena Schernthaner

    Körlitz; der missingOktober missing

    Mein geliebter Mann!


    Also nach Berlin haben sie dich bugsiert,

    das ist ja echt heiter, die reinste Vorspie -

    gelung missingTatsachen. Die ganzen Berli-
    ner Verwandten genießen den Vorzug

    dich Tag für Tag besuchen zu können, während

    ich, deine leibhaftige Frau, missing zu Hause

    sitzen muß, und missing mir alle eine missing

    dacht. Aber ich werde missing das
    Geschäft verkaufen und mich in Berlin 

    etablieren, da werde ich aber die ganze

    Woche gebrauchen müssen, um zu Fuß die Kund

    schaft zu besuchen. Na, weißt du, missing

    das bissel missing ist eigentlich augenblick-

    lich meiner wirklichen Stimmung durchaus

    nicht; kannst es mir glauben, daß mir

    nicht sehr rosig zu Mut war und noch

    ist. Laß dir erzählen. Die Nacht vom

    Donnerstag zum Freitag u.[nd] vom Freitag


     linke Seite Rand Schreib mir oft, Schatzal; ich bin immer so froh, wenn

    ich Nachricht von dir hab!


     linker Rand oben Wie ists

    mit deinen 

    missing?

    Wo hast du meine 

    Briefe u.[nd] Karten?

    Verbrenne sie oder schicke

    sie her, oder ich missing sie 

    mit, damit sie nicht

    in andere 

    missing Hände

    kommen.

    Laß bitte

    nichts rum

    liegen, Schatzal,

    ich bitte dich

    danach.


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    Görlitz

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12544 / 172834
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Eberhard Nehlsen
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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