Kleukens-Archiv / 2) Druckwerke von C. H. und F. W. Kleukens an der Front, item 12
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Fortsetzung des Artikels der vorherigen Seite
Dann fragte ich 2 Offiziere der Kompagnie, wie
weit es wohl bis zu dem Schützengraben sei.
Der eine meinte 550 m, der andere sagte 625 m.
Vor 3 Unteroffizieren, die ich fragte, erhielt ich
als Antwort 575, 525, 615 m. Kurz, jeder hatte
eine andere Meinung.
Dann ritt ich hinüber zur Artillerie. Hier fragte
ich den Batterieführer: Was haben sie als Ziel?
Die Batterie am Waldrande.
Entfernung?
68 00 m Herr General.
Zu zwei Leutnants der Batterie sagte ich : Nicht
wahr meine Herren, Sie schießen aus die Batterie
dort hinten am Waldrand, wie weit ist das
wohl?
Beide Herren antworteten, ohne sich zu besinnen,
68 00 m.
Nun fragte ich noch 2 Unteroffiziere, und an jedem
Geschütz einen Kanonier, wie weit es bis
rechte Spalte
zu ihrem Ziel sei. Alle antworten wie aus der
Pistole geschossen: 68 00 m. Meine Herren, ich
bin überzeugt, daß in der ganzen Batterie kein
Mann war, der nicht ganz genau wußte, daß es
68 00 m sind.
Nun frage ich Sie, meine Herren von der Infanterie,
was sind Ihre 600 m gegen die 68 00 m
bei der Artillerie?
DAS VERKANNTE EINSCHIESSEN
(Aus einer Manöverkritik)
. . . . und dann war ich bei der X. Batterie.
28 00 rief der Hauptmann,32 00, 30 00, 31 00, 31 50
und schließlich sogar noch 31 25; ich glaube, es
gab kaum eine Zahl zwischen 28 00 und 32 00,
die der Herr nicht kommandiert hätte. ich sage
Ihnen, meine Herren, es ging bei der Batterie
zu, wie auf der Auktion. So etwas verbitte ich
mir !
Seite mitte
Des Stabs Freund ist der Stock mitnichten :
Stock stammt doch aus zu niedren Schichten.
Nun ist bekannt bei Jung und Alt :
Der hat stehts recht, der mehr Gehalt.
Aus diesem Grunde spricht der Stab
Dem Stock die "K. v.-Note" ab.
EIN WAHRES GESCHICHTCHEN
Es war im Herbst 1914, zu Beginn des Stellungskrieges, als es noch ein wenig üblich
war, daß Offiziere Mannschaftsschlägel trugen. Da gehts eines abends nach
Dunkelwerden ein Leutnant, in einen Mannschaftsmantel gehüllt, durch den
Graben. Ein Posten hält ihn an und es entspinnt sich folgendes Gespräch:
Posten: "Was bist Du für eener?"
Leutnant: "Das kannst Du Dir doch denken. Hast Du denn schon mal einen
Musketier mit einem Monocle gesehen?"
Posten: "Nee, deshalb frage ich Dich ja, Du Affe!"
AUS EINEM BEFEHL
Die Einrichtung der Artillerie-Verbindungsoffiziere hat sich bewährt. Selbst die
Frage, wieviel mehr Zeit eine Granate "mit Verzögerung" gebraucht um ans
Ziel zu gelangen als eine Granate "ohne Verzögerung", konnte befriedigend beantwortet
werden.
Da Sperrfeuerskizzen meist veraltet bei Beförderung durch Dtafette die Batterien
erreichen, sind Skizzen in Zukunft durch schnellfliegende Meldefleiger
zu überbringen. Alles Nähere vereinbart Artillerie-Kommandeur mit der Flieger-
Abteilung.
SONDERAUSGABE IN 50 EXEMPLAREN
Gedruckt in der Divisions-Druckerei.
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- ID
- 1770 / 20872
- Contributor
- Harald Ernstberger Kleukens Archiv Darmstadt
December 4, 1917
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- Deutsch
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- Western Front
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