Kriegstagebuch mit handgefertigten Zeichnungen von Rudolf Kämmerer, SM Hilfskreuzer "Berlin", item 79

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                 Sonntag: 27. 12. 14.

   Abends stiegen Artillerie-Offizier Kplt.
Weddingen, Vize-Steuermann
Obermaat Neubauer und Krüger


            Montag: 28. 12. 14.

     Gewöhnlichen Dienst.


            Dienstag: 29. 12. 14.

     Die Stadt Berlin frägt an, was wir
für Liebesgaben uns wünschten. Mein
Wunsch war schon lange ein Tabakpfeife
gewesen. Innerlich freude ich mich von
der Stadt "Berlin" ein Kriegspfeife geschenkt
zu bekommen. Es waren Wochen
und Monate vergangen und meine
Freude war zu nichte geworden. Am
1. Mai kamen die Liebesgaben von
"Berlin". O' weh, wo mein Name
vorgelesen wurde erhielt ich eine, voll
Dreck und Schmutz, die Spitze war
zerbissen, gewesene Pfeife. Ich habe ich
mich geschämt, dieselbe in die Hand


zunehmen. Ein jeder tat mich bedauern.
Andere erhielten 1 Kiste Cigaretten, Cigaretten
und Tabak, Rasierapparate, Schreibzeug,
Stammgläser u. dergl.


               Mittwoch 30. 12. 14.

      Verlief in Ruhe.


              Donnerstag: 31. 12. 14.

                     Silvester

      Bis Mittag wurde Reinschiff

gemacht, dann war Ausscheiden für

das alte Jahr. Abends 9 Uhr abends gab
es für jede Back eine Kanne Punsch,

den wir Kanalwasser nannten, und

zwei Berliner Pfannkuchen. Um 12 Uhr

nachts wurde, im untersten Mastkorbe

mit 8 Schläge an der Nebelblocke, das

neue Jahr eingeläutet. Dann begann

der an Bord übliche Umzug der Ehrenkolone.

Gegenseitig wurden Glückwünsche ausge"

tauscht. Während die Ehrenkolone präsen"

tierte wurde ein dreifaches Hurra auf




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                 Sonntag: 27. 12. 14.

   Abends stiegen Artillerie-Offizier Kplt.
Weddingen, Vize-Steuermann
Obermaat Neubauer und Krüger


            Montag: 28. 12. 14.

     Gewöhnlichen Dienst.


            Dienstag: 29. 12. 14.

     Die Stadt Berlin frägt an, was wir
für Liebesgaben uns wünschten. Mein
Wunsch war schon lange ein Tabakpfeife
gewesen. Innerlich freude ich mich von
der Stadt "Berlin" ein Kriegspfeife geschenkt
zu bekommen. Es waren Wochen
und Monate vergangen und meine
Freude war zu nichte geworden. Am
1. Mai kamen die Liebesgaben von
"Berlin". O' weh, wo mein Name
vorgelesen wurde erhielt ich eine, voll
Dreck und Schmutz, die Spitze war
zerbissen, gewesene Pfeife. Ich habe ich
mich geschämt, dieselbe in die Hand


zunehmen. Ein jeder tat mich bedauern.
Andere erhielten 1 Kiste Cigaretten, Cigaretten
und Tabak, Rasierapparate, Schreibzeug,
Stammgläser u. dergl.


               Mittwoch 30. 12. 14.

      Verlief in Ruhe.


              Donnerstag: 31. 12. 14.

                     Silvester

      Bis Mittag wurde Reinschiff

gemacht, dann war Ausscheiden für

das alte Jahr. Abends 9 Uhr abends gab
es für jede Back eine Kanne Punsch,

den wir Kanalwasser nannten, und

zwei Berliner Pfannkuchen. Um 12 Uhr

nachts wurde, im untersten Mastkorbe

mit 8 Schläge an der Nebelblocke, das

neue Jahr eingeläutet. Dann begann

der an Bord übliche Umzug der Ehrenkolone.

Gegenseitig wurden Glückwünsche ausge"

tauscht. Während die Ehrenkolone präsen"

tierte wurde ein dreifaches Hurra auf





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  • March 18, 2017 10:28:41 Rolf Kranz

                     Sonntag: 27. 12. 14.

       Abends stiegen Artillerie-Offizier Kplt.
    Weddingen, Vize-Steuermann
    Obermaat Neubauer und Krüger


                Montag: 28. 12. 14.

         Gewöhnlichen Dienst.


                Dienstag: 29. 12. 14.

         Die Stadt Berlin frägt an, was wir
    für Liebesgaben uns wünschten. Mein
    Wunsch war schon lange ein Tabakpfeife
    gewesen. Innerlich freude ich mich von
    der Stadt "Berlin" ein Kriegspfeife geschenkt
    zu bekommen. Es waren Wochen
    und Monate vergangen und meine
    Freude war zu nichte geworden. Am
    1. Mai kamen die Liebesgaben von
    "Berlin". O' weh, wo mein Name
    vorgelesen wurde erhielt ich eine, voll
    Dreck und Schmutz, die Spitze war
    zerbissen, gewesene Pfeife. Ich habe ich
    mich geschämt, dieselbe in die Hand


    zunehmen. Ein jeder tat mich bedauern.
    Andere erhielten 1 Kiste Cigaretten, Cigaretten
    und Tabak, Rasierapparate, Schreibzeug,
    Stammgläser u. dergl.


                   Mittwoch 30. 12. 14.

          Verlief in Ruhe.


                  Donnerstag: 31. 12. 14.

                         Silvester

          Bis Mittag wurde Reinschiff

    gemacht, dann war Ausscheiden für

    das alte Jahr. Abends 9 Uhr abends gab
    es für jede Back eine Kanne Punsch,

    den wir Kanalwasser nannten, und

    zwei Berliner Pfannkuchen. Um 12 Uhr

    nachts wurde, im untersten Mastkorbe

    mit 8 Schläge an der Nebelblocke, das

    neue Jahr eingeläutet. Dann begann

    der an Bord übliche Umzug der Ehrenkolone.

    Gegenseitig wurden Glückwünsche ausge"

    tauscht. Während die Ehrenkolone präsen"

    tierte wurde ein dreifaches Hurra auf




  • February 1, 2017 16:35:39 Eva Anna Welles (AUT)

    Sonntag: 27. 12. 14.

    Abends stiegen Artillerie-Offizier Kplt.
    Weddingen, Vize"Steuermann
    Obermaat Neubauer und Krüger


    Montag: 28. 12. 14.

    Gewöhnlichen Dienst.


    Dienstag: 29. 12. 14.

    Die Stadt Berlin frägt an, was wir
    für Liebesgaben uns wünschten. Mein
    Wunsch war schon lange ein Tabakpfeife
    gewesen. Innerlich freude ich mich von
    der Stadt "Berlin" ein Kriegspfeife ge"
    schenkt zu bekommen. Es waren Wochen
    und Monate vergangen und meine
    Freude war zu nichte geworden. Am
    1. Mai kamen die Liebesgaben von
    "Berlin". O' weh, wo mein Name vor"
    gelesen wurde erhielt ich eine, voll
    Dreck und Schmutz, die Spitze war zer"
    bissen, gewesene Pfeife. Ich habe ich
    mich geschämt, dieselbe  nicht  in die Hand


    zunehmen. Ein jeder tat mich bedauern.
    Andere erhielten 1 Kiste Cigaretten, Cigaretten
    und Tabak, Rasierapparate, Schreibzeug,
    Stammgläser u. dergl.


    Mittwoch 30. 12. 14.

    Verlief in Ruhe.


    Donnerstag: 31. 12. 14.

    Silvester

    Bis Mittag wurde Reinschiff

    gemacht, dann war Ausscheiden für

    das alte Jahr. Abends 9 Uhr abends gab
    es für jede Back eine Kanne Punsch,

    den wir Kanalwasser nannten, und

    zwei Berliner Pfannkuchen. Um 12 Uhr

    nachts wurde, im untersten Mastkorbe

    mit 8 Schläge an der Nebelblocke, das

    neue Jahr eingeläutet. Dann begann

    der an Bord übliche Umzug der Ehrenkolone.

    Gegenseitig wurden Glückwünsche ausge"

    tauscht. Während die Ehrenkolone präsen"

    tierte wurde ein dreifaches Hurra auf





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1495 / 20150
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Contributor
Bernd Rossberg
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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