Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 3, item 85
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S. 157
just so wie wir vor Monaten. Dieser Ersatz soll sofort ins
Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.
Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das
Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die
Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und
Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,
so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.
Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war
kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir
nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.
So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und
mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten
Malen das Holz barst. -
Ein Kamerad wettete dass er einen Telephondraht
zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde
ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Porzellan-
Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs
einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und
schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.
Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren
deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die
breiten Bänderspuren, aber die Tore waren
undurchsichtig.
Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir
am G17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände
S. 158
am Canal stiessen wir schon nach 40cm auf Grundwasser,
eine Stunde später waren die Stände jedesmal ersoffen -
hier brauchten wir es nicht zu fürchten. -
Das Wetter war herrlich - blendender Sonnenschein am
Tage, helle Mondnächte danach. - Die Laubfärbung in den
reichlichen Waldungen und Wäldchen prächtig. - Gefahr direkt
nicht vorhanden und dennoch Krieg - die schwerwiegendsten
Erignisse spielten sich tagtäglich an hunderten von Punkten
an der Front ab. Der aufreibende Rückzug hatte begonnen.
Es war ein Segen, dass man die Gesamtlage nicht kannte.
Ich hatte einen Kinderwagen aufgetrieben, hier rein wurden
die Patronenkästen gestellt, ebenso das MG selbst, ich konnte
meinen Leuten das tägliche Schleppen des Geräts nicht besser
leichter machen. Es ging ja alle Tage mal hier- mal dort -
hin, und die Leute wurden schlapp.
Schlafen taten wir in den Kellern, alle Matratzen
und Kissen waren dort zusammengetragen und oft
schliefen immer 2 Mann auf einer Matratze: feldmarschmässig
natürlich, Stahlhelm und Gasmaske griffbereit.
Mitternacht, ich hatte mich soeben hingelegt, Alarm. 8./9.X.
Schnell raus, der Kinderwagen wird bepackt und ab. Ein
anderes Gewehr hatte eine Schubkarre gefunden - Mit grossem
Halloh wurden die beiden Gefährte begrüsst. Spöttereien
waren nur der Neid anderer schwer schleppender Kameraden.
Wir erreichten Iwuy und später Avesnes le sec.
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S. 157
just so wie wir vor Monaten. Diese Ersatz soll sofort ins
Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.
Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das
Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die
Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und
Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,
so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.
Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war
kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir
nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.
So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und
mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten
Malen das Holz barst. -
Ein Kamerad wettete dass er einen Telephondraht
zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde
ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Pozellan-
Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs
einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und
schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.
Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren
deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die
breiten Bänderspuren, aber die Tore waren
undurchsichtig.
Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir
am G17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände
S. 158
am Canal stiessen wir schon nach 40cm auf Grundwasser,
eine Stunde später waren die Stände jedesmal ersoffen -
hier brauchten wir es nicht zu fürchten. -
Das Wetter war herrlich - blendender Sonnenschein am
Tage, helle Mondnächte danach. - Die Laubfärbung in den
reichlichen Waldungen und Walecken prächtig. - Gefahr direkt
nicht vorhanden und dennoch Krieg - die schwerwiegendsten
Erignisse spielten sich tagtäglich an hunderten von Punkten
an der Front ab. Der aufreibende Rückzug hatte begonnen.
Es war ein Segen, dass man die Gesamtlage nicht kannte.
Ich hatte einen Kinderwagen aufgetrieben, hier rein wurden
die Patronenkästen gestellt, ebenso das MG selbst, ich konnte
meinen Leuten das tägliche Schleppen des Geräts nicht besser
leichter machen. Es ging ja alle Tage mal hier- mal dort -
hin, und die Leute wurden schlapp.
Schlafen taten wir in den Kellern, alle Matratzen
und Kissen waren dort zusammengetragen und oft
schliefen immer 2 Mann auf einer Matratze: feldmarschmässig
natürlich, Stahlhelm und Gasmaske griffbereit.
Mitternacht, ich hatte mich soeben hingelegt, Alarm. 8./9.X.
Schnell raus, der Kinderwagen wird bepackt und ab. Ein
anderes Gewehr hatte eine Schubkarre gefunden - Mit grossem
Halloh wurden die beiden Gefährte begrüsst. Spöttereien
waren nur der Neid anderer schwer schleppender Kameraden.
Wir erreichten Iwuy und später Avesnes le sec.
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S. 157
just so wie wir vor Monaten. Diese Ersatz soll sofort ins
Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.
Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das
Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die
Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und
Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,
so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.
Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war
kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir
nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.
So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und
mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten
Malen das Holz barst. -
Ein kamerad wettete dass er einen Telephondraht
zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde
ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Pozellan-
Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs
einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und
schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.
Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren
deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die
breiten Ränderspuren, aber die Tore waren
undurchsichtig.
Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir
am I17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände
S. 158
am Canal stiessen wir schon nach 40cm auf Grundwasser,
eine Stunde später waren die Stände jedesmal ersoffen -
hier brauchten wir es nicht zu fürchten. -
Das Wetter war herrlich - blendender Sonnenschein am Tage, helle Mondnächte danach, - Die Laubfärbung in den
reichlichen Waldungen und Waleben prächtig. - Gefahr direkt
nicht vorhnden und dennoch Krieg - die schwer wiegendsten
Erignisse spielten sich tagtäglich an hunderten von Punkten
an der Front ab. Dr aufreibende Rückzug hatte begonnen.
Es war ein Segen, dass man die Gesamtlage nicht kannte.
Ich hate einen Kinderwagen aufgetrieben, hier rein wurden
die Patronenkästen gestellt, ebenso das MG selbst, ich konnte
meinen Leuten das tägliche Schleppen des Geräts nicht besser
beidter machen. Es ging ja alle Tage mal hier- mal dort -
hi , und die Leute wurden schlapp.
Schlafen taten wir in den Kellern, alle Matratzen
und Kissen waren dort zusammengetragen und oft
schliefen immer 2 Mann auf einer Matratze. - feldmarschmässig
natürlich. Stahlhelm und Gasmaske griffbereit.
[8./9.X.] Mitternacht, ich hatte mich soeben hingelegt, Alarm.
Schnell raus, der Kinderwagen wird bepackt und ab. Ein
anderes Gewehr hatte eine Schubkarre gefunden - Mit grossen
Halloh wurden die beiden Gefährte begrüsst. Spötterein
waren nur der Neid, anderer schwer schleppender Kameraden.
Wir erreichten Iwuy und später Aves nes le sec.
-
S. 157
just so wie wir vor Monaten. Diese Ersatz soll sofort ins
Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.
Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das
Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die
Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und
Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,
so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.
Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war
kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir
nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.
So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und
mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten
Malen das Holz barst. -
Ein kamerad wettete dass er einen Telephondraht
zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde
ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Pozellan-
Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs
einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und
schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.
Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren
deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die
breiten Ränderspuren, aber die Tore waren
undurchsichtig.
Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir
am I17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände
S. 158
am Canal stiessen wir schon nach 40cm auf Grundwasser,
eine Stunde später waren die Stände jedesmal ersoffen -
hier brauchten wir es nicht zu fürchten. -
Das Wetter war herrlich - blendender Sonnenschein am Tage, helle Mondnächte danach, - Die Laubfärbung in den
reichlichen Waldungen und Waleben prächtig. - Gefahr direkt
nicht vorhnden und dennoch Krieg - die schwer wiegendsten
Erignisse spielten sich tagtäglich an hunderten von Punkten
an der Front ab. Dr aufreibende Rückzug hatte begonnen.
Es war ein Segen, dass man die Gesamtlage nicht kannte.
Ich hate einen Kinderwagen aufgetrieben, hier rein wurden
die Patronenkästen gestellt, ebenso das MG selbst, ich konnte
meinen Leuten das tägliche Schleppen des Geräts nicht besser
beidter machen. Es ging ja alle Tage mal hier- mal dort -
hi , und die Leute wurden schlapp.
Schlafen taten wir in den Kellern, alle Matratzen
und Kissen waren dort zusammengetragen und oft
schliefen immer 2 Mann auf einer Matratze. - feldmarschmässig
natürlich. Stahlhelm und Gasmaske griffbereit.
[8./9.X.] Mitternacht, ich hatte mich soeben hingelegt, Alarm.
Schnell raus, der Kinderwagen wird bepackt und ab. Ein
anderes Gewehr hatte eine Schubkarre gefunden - Mit grossen
Halloh wurden die beiden Gefährte begrüsst. Spötterein
waren nur der Neid, anderer schwer schleppender Kameraden.
Wir erreichten Iwag und später Aves nes le sec.
-
S. 157
just so wie wir vor Monaten. Diese Ersatz soll sofort ins
Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.
Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das
Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die
Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und
Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,
so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.
Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war
kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir
nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.
So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und
mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten
Malen das Holz barst. -
Ein kamerad wettete dass er einen Telephondraht
zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde
ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Pozellan-
Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs
einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und
schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.
Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren
deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die
breiten Ränderspuren, aber die Tore waren
undurchsichtig.
Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir
am I17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände
S. 158
am Canal stiessen wir schon nach 40cm auf Grundwasser,
eine Stunde später waren die Stände jedesmal ersoffen -
hier brauchten wir es nicht zu fürchten. -
Das Wetter war herrlich - blendender Sonnenschein am Tage, helle Mondnächte danach, - Die Laubfärbung in den
reichlichen Waldungen und Waleben prächtig. - Gefahr direkt
nicht vorhnden und dennoch Krieg - die schwer wiegendsten
Erignisse spielten sich tagtäglich an hunderten von Punkten
an der Front ab. Dr aufreibende Rückzug hatte begonnen.
Es war ein Segen, dass man die Gesamtlage nicht kannte.
Ich hate einen Kinderwagen aufgetrieben, hier rein wurden
die Patronenkästen gestellt, ebenso das MG selbst, ich konnte
meinen Leuten das tägliche Schleppen des Geräts nicht besser
beidter machen. Es ging ja alle Tage mal hier- mal dort -
hi , und die Leute wurden schlapp.
Schlafen taten wir in den Kellern, alle Matratzen
und Kissen waren dort zusammengetragen und oft
schliefen immer 2 Mann auf einer Matratze. - feldmarschmässig
natürlich. Stahlhelm und Gasmaske griffbereit.
[8./9.X.] Mitternacht, ich hatte mich soeben hingelegt, Alarm.
Schnell raus, der Kinderwagen wird bepackt und ab. Ein
anderes Gewehr hatte eine Schubkarre gefunden - Mit grossen
Halloh wurden die beiden Gefährte begrüsst. Spötterein
waren nur der Neid, anderer schwer schleppender Kameraden.
Wir erreichten Iwag und später Ares nes le sec.
-
S. 157
just so wie wir vor Monaten. Diese Ersatz soll sofort ins
Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.
Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das
Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die
Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und
Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,
so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.
Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war
kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir
nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.
So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und
mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten
Malen das Holz barst. -
Ein kamerad wettete dass er einen Telephondraht
zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde
ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Pozellan-
Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs
einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und
schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.
Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren
deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die
breiten Ränderspuren, aber die Tore waren
undurchsichtig.
Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir
am I17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände
S. 158
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just so wie wir vor Monaten.
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Iwuy
- 50.249327||3.374597||
Avesnes-le-Sec
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- Contributor
- Heike Knothe
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