Tagebuchaufzeichnungen Reinhold Sieglerschmidt (6), item 52
Transcription
Transcription history
-
31/ I 18
Mein Herzenstrautli, heute habe ich dir
eine Nachricht zu geben, die dir eine grosse, grosse
Freude bereiten wird: ich bin zu unserm
Bataillonsstabe versetzt - ohne jedes Zutun
meinerseits. Ich brauche mich also weder
mehr auf Beobachtungen aufzuhalten
noch in "planmässig bekämpften"
Batteriestellungen. Unser Stabsquartier
liegt weit hinter der Front. Meine Tä-
tigkeit wird sich nun hauptsächlich
am Schreibtisch abspielen. Welche Rolle
mir zufällt kann ich dir erst morgen
schreiben, am ehesten die des Ordon-
nanzoffiziers beim Stabe, der die
Gefechtsberichte etc. zusammenzu-
setzen hat.
Es bestätigt sich weiter, dass wir hier an eine ganz
auffallend ruhige Frontstelle gekommen sind. Der
Gefechtsbetrieb ist bedeutend geringer als z. B. im
right page
Oitostal. = heute Oitus, Rumänien, wo er vorher eingesetzt war Wir befinden uns in der von mir
vermuteten Frontgegend. Mein
Glaube hat mich nicht betrogen.
Lass einen Christen alle Toten erwecken
- Liebe erweckt Tote.
Ich bin gesund und wohl
und froh, dass ich dir so gute
Nachricht in deinem Sinne ge-
ben kann. Was meine persön-
lichen Neigungen betrifft, so
weisst du, dass ich am lieb-
sten in Feuerstellung oder auf
Beobachtung wäre. Aber ich
denke an euch und bin da-
rum auch zufrieden.
Von Frankreich habe ich noch
wenig Eindruck. Heute herrscht
wieder ein Nebel, dass man
nur wenige Meter sehen kann.
-
31/ I 18
Mein Herzenstrautli, heute habe ich dir
eine Nachricht zu geben, die dir eine grosse, grosse
Freude bereiten wird: ich bin zu unserm
Bataillonsstabe versetzt - ohne jedes Zutun
meinerseits. Ich brauche mich also weder
mehr auf Beobachtungen aufzuhalten
noch in "planmässig bekämpften"
Batteriestellungen. Unser Stabsquartier
liegt weit hinter der Front. Meine Tä-
tigkeit wird sich nun hauptsächlich
am Schreibtisch abspielen. Welche Rolle
mir zufällt kann ich dir erst morgen
schreiben, am ehesten die des Ordon-
nanzoffiziers beim Stabe, der die
Gefechtsberichte etc. zusammenzu-
setzen hat.
Es bestätigt sich weiter, dass wir hier an eine ganz
auffallend ruhige Frontstelle gekommen sind. Der
Gefechtsbetrieb ist bedeutend geringer als z. B. im
right page
Oitoztal . Wir befinden uns in der von mir
vermuteten Frontgegend. Mein
Glaube hat mich nicht betrogen.
Lass einen Christen alle Toten erwecken
- Liebe erweckt Tote.
Ich bin gesund und wohl
und froh, dass ich dir so gute
Nachricht in deinem Sinne ge-
ben kann. Was meine persön-
lichen Neigungen betrifft, so
weisst du, dass ich am lieb-
sten in Feuerstellung oder auf
Beobachtung wäre. Aber ich
denke an euch und bin da-
rum auch zufrieden.
Von Frankreich habe ich noch
wenig Eindruck. Heute herrscht
wieder ein Nebel, dass man
nur wenige Meter sehen kann.
-
31/ I 18
Mein Herzenstrautli, heute habe ich dir
eine Nachricht zu geben, die dir eine grosse, grosse
Freude bereiten wird: ich bin zu unserm
Bataillonsstabe versetzt - ohne jedes Zutun
meinerseits. Ich brauche mich also weder
mehr auf Beobachtungen aufzuhalten
noch in "planmässig bekämpften"
Batteriestellungen. Unser Stabsquartier
liegt weit hinter der Front. Meine Tä-
tigkeit wird sich nun hauptsächlich
am Schreibtisch abspielen. Welche Rolle
mir zufällt kann ich dir erst morgen
schreiben, am ehesten die des Ordon -
nanzoffiziers beim Stabe, der die
Gefechtsberichte etc. zusammenzu-
setzen hat.
Es bestätigt sich weiter, dass wir hier an eine ganz
auffallend ruhige Frontstelle gekommen sind. Der
Gefechtsbetrieb ist bedeutend geringer als z. B. im
right page
Oitoztal . Wir befinden uns in der von mir
vermuteten Frontgegend. Mein
Glaube hat mich nicht betrogen.
Lass einen Christen alle Toten erwecken
- Liebe erweckt Tote.
Ich bin gesund und wohl
und froh, dass ich dir so gute
Nachricht in deinem Sinne ge-
ben kann. Was meine persön-
lichen Neigungen betrifft, so
weisst du, dass ich am lieb-
sten in Feuerstellung oder auf
Beobachtung wäre. Aber ich
denke an euch und bin da-
rum auch zufrieden.
Von Frankreich habe ich noch
wenig Eindruck. Heute herrscht
wieder ein Nebel, dass man
nur wenige Meter sehen kann.
Description
Save descriptionLocation(s)
- ID
- 842 / 4349
- Contributor
- Jörn Sieglerschmidt
January 31, 1918
Login to edit the languages
- Deutsch
Login to edit the fronts
- Balkans
- Eastern Front
- Western Front
Login to add keywords
































































































Login to leave a note