Kriegstagebuch von Walther Huth, item 3
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...linke Seite
31. VII. 1914. Am Nachmittag fuhren Vater und ich
mit dem Auto nach Dessau zu Rauchhaupts,
um wegen des drohenden Krieges mit ihnen
zu verhandeln. Wir depechierten an Direktor Kaiser
nach Naumburg wegen Notabitur und besprachen
mein Eintreten bei den 4. Jägern im Kriegsfalle.
Zum Abendbrot waren wir wieder heim.
1. VIII. 1914. Unter Mittag klingelte ich Wilhelm an,
der ein Telegramm von Kaiser erhalten hatte:
"Notabitur wahrscheinlich, genaue Nachricht folgt",
also wieder warten ! Abends 6 Uhr Mobilmachung !
Noch am Abend packte ich meinen Koffer.
2. VIII. 1914. 6:26 fuhren Vater und ich nach Naumburg.
Die Züge waren furchtbar überfüllt. In Halle lagen
die Koffer haufenweise auf dem Bahnsteig. Um 10
waren wir in Naumburg. Zuerst bei Frau Ulrich
gefrühstückt, dann gingen wir zu Direktor Kaiser
wegen des Abiturs. Er wartete selbst noch auf Nachricht
von der Regierung. Dann gingen wir in die
Wohnung von Herrn Oberstleutnant Herzbruch,
dann, da er nicht zu Hause war, nach der neuen
Kaserne. Vater meldete mich als Fahnenjunker an,
doch da schon zu viel Junker da waren, wurde ich
nicht genommen und wurde aufgefordert, als
...rechte Seite
Kriegsfreiwilliger einzutreten am 4. Mobilmachungstage.
Wir sahen die Oberjäger Schulz und Schiepan.
Um 3 fuhr Vater wieder fort. Gegen Abend ging
ich wieder nach der Kaserne, wo ich Herrn Hilfsjäger
Meyer traf, dem ich allerlei helfen konnte.
Er hatte am Freitag Befehl zu einer 14 tägigen
Übung erhalten. Um 7 Uhr traten die Kompagnien
an und empfingen Erkennungsmarken und
Patronen, bei deren Austeilung ich wiederum
behilflich war. Dann war Feldgottesdienst, und dann
zogen die stolzen Jäger nach der Bahn unter brausenden
Hurrarufen. Nur wir können noch
nicht mit !
3. VIII. 1914. Erneute Versuche beim Bezirkskommandeur
mit Max von der Osten. Alles vergeblich.
4. VIII. 1914. Früh kam Wilhelm von Berlin, um
mit mir und noch einem das Examen abzulegen.
Wir wurden zu um 11 bestellt, kamen um 1/2 12
in eine mündliche Prüfung, die reichlich 2 Std. dauerte,
und zwar in Religion, Latein, Griechisch,
Mathematik, Geschichte und Französisch. Ich mit bei
Danneils, dann nahm Wilhelm Abschied bei Öschen
Jänert, während ich zu Hein´s ging, um mich
mit Hermann zu verabreden. 4:50 fuhr Wilhelm
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31. VII. 1914. Am Nachmittag fuhren Vater und ich
mit dem Auto nach Dessau zu Rauchhaupts,
um wegen des drohenden Krieges mit ihnen
zu verhandeln. Wir depechierten an Direktor Kaiser
nach Naumburg wegen Notabitur und besprachen
mein Eintreten bei den 4. Jägern im Kriegsfalle.
Zum Abendbrot waren wir wieder heim.
1. VIII. 1914. Unter Mittag klingelte ich Wilhelm an,
der ein Telegramm von Kaiser erhalten hatte:
"Notabitur wahrscheinlich, genaue Nachricht folgt",
also wieder warten ! Abends 6 Uhr Mobilmachung !
Noch am Abend packte ich meinen Koffer.
2. VIII. 1914. 6:26 fuhren Vater und ich nach Naumburg.
Die Züge waren furchtbar überfüllt. In Halle lagen
die Koffer haufenweise auf dem Bahnsteig. Um 10
waren wir in Naumburg. Zuerst bei Frau Ulrich
gefrühstückt, dann gingen wir zu Direktor Kaiser
wegen des Abiturs. Er wartete selbst noch auf Nachricht
von der Regierung. Dann gingen wir in die
Wohnung von Herrn Oberstleutnant Herzbruch,
dann, da er nicht zu Hause war, nach der neuen
Kaserne. Vater meldete mich als Fahnenjunker an,
doch da schon zu viel Junker da waren, wurde ich
nicht genommen und wurde aufgefordert, als
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Kriegsfreiwilliger einzutreten am 4. Mobilmachungstage.
Wir sahen die Oberjäger Schulz und Schiepan.
Um 3 fuhr Vater wieder fort. Gegen Abend ging
ich wieder nach der Kaserne, wo ich Herrn Hilfsjäger
Meyer traf, dem ich allerlei helfen konnte.
Er hatte am Freitag Befehl zu einer 14 tägigen
Übung erhalten. Um 7 Uhr traten die Kompagnien
an und empfingen Erkennungsmarken und
Patronen, bei deren Austeilung ich wiederum
behilflich war. Dann war Feldgottesdienst, und dann
zogen die stolzen Jäger nach der Bahn unter brausenden
Hurrarufen. Nur wir können noch
nicht mit !
3. VIII. 1914. Erneute Versuche beim Bezirkskommandeur
mit Max von der Osten. Alles vergeblich.
4. VIII. 1914. Früh kam Wilhelm von Berlin, um
mit mir und noch einem das Examen abzulegen.
Wir wurden zu um 11 bestellt, kamen um 1/2 12
in eine mündliche Prüfung, die reichlich 2 Std. dauerte,
und zwar in Religion, Latein, Griechisch,
Mathematik, Geschichte und Französisch. Ich mit bei
Danneils, dann nahm Wilhelm Abschied bei Öschen
Jänert, während ich zu Hein´s ging, um mich
mit Hermann zu verabreden. 4:50 fuhr Wilhelm
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Save description- 51.90219575427987||12.45804853281254||
Coswig (Anhalt)
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Naumburg
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Coswig (bei Dresden)
Location(s)
Story location Coswig (bei Dresden)
Document location Coswig (Anhalt)
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Additional document location Naumburg
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- 2655 / 33548
- Contributor
- Friedrich-Carl Hoffmann
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- Western Front
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